Montag, 25. Juli 2011
Viva Las Vegas!
Hallo Ihr Lieben,

eine Woche der Superlative liegt hinter uns. Sie war unglaublich! Las Vegas und der Grand Canyon standen auf dem Plan. Erst einmal wollen wir aber noch Ryuzo danken, der uns vorher für 10 Tage aufgenommen hatte. Wir haben viel unternommen, gut Sport getrieben und es genossen, nicht großartig unterwegs sein zu müssen. Es war eine sehr schöne Woche mit schönen Erinnerungen an San Diego.

Bevor wir nach Las Vegas aufgebrochen sind, haben wir noch eine Nacht in Los Angeles, besser gesagt in Pasadena, geschlafen. Dort haben wir meinen mexikanischen Studi-Kollegen Fernando und seine Frau Robin besucht. Es war toll, die beiden zu treffen, da wir letztes Jahr an ihrer Hochzeit leider nicht teilnehmen konnten. Wir hatten einen schönen Abend und haben bei einem Argentinier leckere Steaks gegessen.

Am Dienstagmorgen ging es dann aber ab in die Wüste. Die Vegetation wurde karger und außer Kakteen und Joshua-Bäumen war nicht viel zu sehen. Die Straßenbenenner hatten wohl auch nicht viel Interesse, großartig kreativ zu werden, da eine Ausfahrt zur „Zzyzx Road“ führte. Als wir in Las Vegas angekommen waren, zeigte das Thermometer auf über unglaubliche 40 °C an. Ein heißer Wüstenwind blies uns ins Gesicht und wir beeilten uns, dass wir in unser Hotel kamen. So eine Hitze hatten wir noch nicht erlebt. Wir hatten uns für das „Excalibur“ entschieden. Es war günstig und lag auf dem berühmten „Las Vegas Strip“. Besonders ich mochte den absoluten Kitsch, da es wie ein mittelalterliches Schloss aussehen sollte. Es war herrlich und so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Türmchen des Hautpeinganges hatten etwas von einer übergroßen Ritterburg von Lego. Im Erdgeschoss klingelten und leuchteten die Automaten des Casinos. Obwohl es erst Mittag war, waren einige Leute unterwegs und saßen wie benommen vor den leuchtenden Apparaten.

Anja und ich warteten auf den Abend, um uns in das Nachtleben von Las Vegas zu werfen. Überall leuchteten die riesengroßen Anzeigetafeln der Hotels, Restaurants, Bars und Einkaufsläden. In dieser Stadt waren die Schaffer weitaus kreativer und wir konnten unseren Augen kaum glauben, was es alles für Gebäude gab. Besonders die Hotels versuchten sich in ihrer Superlative zu übertrumpfen. Die Bettentürme waren gigantisch, während die Hotelfronten versuchten, jeden Betrachter in den Bann und somit ins Casino zu ziehen. Es war unglaublich!

Gegenüber von unserem Schloss „Excalibur“ lag das Hotel „New York“, welches die Skyline einiger markanter Wolkenkratzer, wie das Empire State oder Chrysler Geböude, sowie die Brooklynbridge nachgebaut hatte. Davor stand selbstverständlich die Freiheitsstatue, allerdings nicht in Originalgröße. Gegenüber lag das „MGM“ mit seinem goldenen Löwen, welches das Unterhaltungsmekka schlecht hin ist. Dort finden die meisten Boxkämpfe statt und David Copperfield verzaubert seine Besucher. So ging es immer weiter, während wir vor Staunen kaum zusammen reißen konnten. Wir gingen am „Monte Carlo“, „Aria“, „Paris“, „Flamingo“ und „Venezia“ vorbei, bis wir vor dem berühmten Bellagio anhielten. Dort sprudelten die Springbrunnen zur Musik von Celin Dion und umhüllten ihre Gäste in einer traumhaften Fantasie.

Wir waren überwältigt und konnten dieses Überangebot an Unterhaltung, Musik und blinkenden Lichter nicht mehr aufnehmen und brauchten eine Pause. Es war einfach zu viel auf einmal und an die Ökobilanz mit Strom- und Wasserverbrauch in der Wüste, wollte wir auch nicht denken. Wir fanden eine Bar und setzten uns mit kühlen Bieren in die Mitte dieses atemberaubenden Spektakels.

Weiter ging es am weniger unberühmten „Caesar's Palace“ vorbei, in dem sich momentan Rod Stewart, Elton John und eben Celin Dion die Klinke auf der Bühne in die Hand geben. Der Hausherr stand als Statue vor seinem eigenen kleinen Kolosseum und einem Nachbau des Trevi Brunnens. Witziger Weise hatten die Macher des Hotels das Forum Romanum wieder aufgebaut. Allerdings befand sich darin eine Einkaufsmeile. Was hätte es in dieser Stadt auch sonst sein sollen? Vor dem Hotel „Mirage“ brach wie zu jeder vollen Stunde ein Vulkan aus und auch wir konnten nicht vorbei gehen. Vor dem „Treasure Island“ hatte sich auch eine Menschenmenge versammelt und wir warteten gespannt, was dort passieren würde. Plötzlich bewegte sich neben uns ein riesengroßes Segelboot und das Spektakel um Seeräuber und der Kampf mit verlockenden Sirenen konnte beginnen. Natürlich feuerten die Piraten ihre Kanonen ab und versetzten das Schiff ihrer Gegnerinnen in den Brand. Die Sirenen wiederum versenkten mit ihrem Gesang das Schiff der Seeräuber. Wir trauten unseren Augen nicht. Wir hatten genug von dieser kleinen Weltreise und mussten unsere gesammelten Eindrücke erst einmal verarbeiten. Las Vegas heißt nicht umsonst „Die Stadt der Sünde“, denn wir hätten in den Nachtclubs und Bars die Nacht zum Tage machen können. Auch wechselt in dieser Stadt das Geld sehr schnell seine Besitzer und wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht verleiten ließen, was nur schwer möglich war.

Wir verbrachten drei Tage in Las Vegas, die ähnlich wie der erste abliefen. Mittlerweile hatten wir uns an dieses unfassbare Spektakel gewöhnt. In unserem Excalibur versuchten wir unser Glück an den Spielautomaten. Manchmal war uns nicht klar, warum wir gewannen. Eins wurde uns aber schnell klar, dass die Automaten wahnsinnig viel Spaß hatten, mit Geldscheinen gefüttert zu werden. Eine Weile machten wir mit, doch stellten Anja und ich schnell fest, dass wir nicht so die Zocker sind. Daher machten wir auch große Bogen um die Roulette, Black Jack, Poker oder Würfeltische. Wir schauten ein wenig den anderen Spielern zu, hielten uns aber zurück. Daher konnten wir auch den BMW an den Spielautomaten nicht gewinnen.

Am Donnerstag haben wir Las Vegas verlassen. Unser Ziel war der See Mead, der vom riesigen Hoover Damm zurück gestaut wird. Die Fahrt dorthin dauerte nur eine halbe Stunde und wir hatten lächerliche 40 km hinter uns gebracht. In Australien wäre das eine Fahrt zum Supermarkt gewesen. Am See angekommen, mussten wir ins Wasser springen, denn das Thermometer zeigte unfassbare 113 Fahrenheit an. Umgerechnet sind das 45 Grad Celsius!! So eine Hitze hatten Anja und ich noch nicht erlebt. Die Temperatur war unerträglich und lange konnten wir nicht in der Sonne bleiben. Zum ersten Mal während unserer Reise in den USA bauten wir unser Zelt auf dem nahe gelegenen Campingplatz auf. Ja, wir sind jetzt unter die Zelter gegangen. Obwohl sich die Temperatur auf 35 Grad Celsius zum Abend hin „abkühlte“, war es kaum auszuhalten. Ich musste noch einmal in den See springen, bevor wir uns Schlafen legten. Am Zelt hatten wir alle Fenster geöffnet und versuchten jedes klitzekleine Windchen zu erhaschen. Eine Pudelmütze brauchte ich hier nicht. Wir durften uns kaum bewegen, so dass wir nicht schwitzten. Vor allem Anja hatte zu kämpfen. Am nächsten Morgen blieben wir nicht lange liegen, besonders nachdem sich die Sonne hinter den Bergen zeigte. Anja sprang sofort auf und fuhr zum See, um sich dort zu kühlen.

Weiter ging unsere Fahrt in Richtung Grand Canyon. Unser erste Stopp war jedoch der mächtige Hoover Damm. Dieses Baustück aus dem Jahr 1936 trumpft auch mit Superlativen auf. Wir haben nachgelesen wie viele Tonnen Beton verarbeitet wurden, wissen es aber nicht genau. Auf alle Fälle könnte wohl eine 5-Meter breite Straße von New York nach San Francisco gebaut werden. Der Damm war gigantisch. Nebenan wurde gerade im letzten Jahr eine überdimensionale Brücke fertiggestellt, die den Autoverkehr umleitet, so dass nicht mehr über den Damm gefahren werden muss. Auch diese Brücke war ein unglaubliches Beispiel moderner statischer Fähigkeiten.

Am frühen Nachmittag kamen wir auf unserem gewünschten Campingplatz an. Anja und ich genossen, dass wir nur 300 km fahren brauchten und noch so viel Zeit vom Tag übrig hatten. Wir erinnerten uns daran, dass 300 km eine kurze Strecke in Australien war und stellten fest, wie viel wir uns und Marko dort zugemutet hatten. Ein bisschen waren wir froh, dass diese Zeit vorbei ist und wir auch keine längeren Strecken in den USA vor uns haben. Es werden sicherlich noch längere folgen, doch werden sie in den nächsten Wochen relativ kurz sein.
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und Anja die heißgelaufene Luftmatratzenpumpe ausblies, machten wir uns auf den Weg zum weltberühmten Nachbarn unseres Campingplatzes. Es war der mächtige Grand Canyon. Anja und ich haben auf unserer Reise schon viele tolle Orte gesehen. Der Grand Canyon reiht sich in die Riege der beeindruckendsten Naturschauspiele nahtlos ein. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, was der von der Ferne klein aussehnde Colorado River mit der Landschaft angestellt hat. Dieser Fluss hat sein Bett in die sich hebende Ebene geschnitten, während die natürlichen Elemente den Canyon über Millionen von Jahren bearbeitet haben. Das Plateau liegt auf über 2000 m, während sich das Flussbett auf 700 Höhenmeter befindet. Die unterschiedlichsten Gesteinsschichten sind durch die verschiedenen Farben sichtbar, welche ein unglaubliches Bild abgeben. Es war wie eine optische Täuschung und wir dachten manchmal, dass wir auf ein riesiges Gemälde schauten. So schön konnte nur Mutter Natur malen und wir staunten schweigsam bei diesem herrlichen Ausblick.

Die Temperatur am Grand Canyon lag bei angenehmen 30 Grad und wir waren äußerst froh, der Hitze der Wüste entkommen zu sein. Zurück auf dem Campingplatz bereiteten wir unser Abendessen zu. Wir waren wieder in unserem Element und erinnerten uns an die tollen Abende in Neuseeland und in Australien, wo wir nach anstrengenden Fahrten unser Abendessen kochten. Anja und ich genossen, so viel Zeit zur Verfügung zu haben und konnten am Abend auch noch etwas mit unserem amerikanischen Beachfootball vom Strand in San Diego werfen. In der Nacht kühlte es sich dann aber auf 11 Grad ab und wir waren von dieser Frische etwas überrascht. Allerdings waren wir froh, dass wir unsere Schlafsäcke vom Milford Treck in Neuseeland noch bei uns hatten. Es hatte sich also doch gelohnt, sie die ganze Zeit weiterhin mitzuschleppen.

Am Sonntag waren wir dann noch einmal am Grand Canyon. Der Ausblick war immer noch überwältigend. Wir entschieden uns an einer Stelle etwas in den Canyon hinab zu klettern. Allerdings beließen wir es bei 300 Höhenmetern, da wir uns bei der Wärme nicht überanstrengend wollten. Es wäre sicher spannend, bis zum Fluss hinab zu klettern und dort eine Nacht zu bleiben. Wir fuhren aber am Canyonrand entlang, um noch weitere Ausblicke zu erhaschen. Vor allem am Ostende bot sich uns dann ein hervorragender Blick über den Canyon und den Fluss Colorado.

In den nächsten Tagen werden wir entspannt weiter fahren. Wir haben viel Zeit, da wir erst am 5. August in San Francisco sein wollen. Anja und ich sind nämlich zu einer Hochzeit eines weiteren Studi-Kollegen von mir eingeladen worden. Was wir aber auch nicht alles auf unserer Reise erleben? Daher werden wir an kleineren Nationalparks anhalten und dort ein paar Nächte verbringen können. Ein größeres Ziel bis San Francisco ist der Yosimitee-Nationalpark, wo wir ein paar Tage wandern wollen.

Bis dahin grüßen Euch

Anja und Patrice


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Montag, 18. Juli 2011
Alles ist zehn Minuten entfernt in San Diego
Hallo,

eine coole Woche in San Diego liegt hinter uns. Wir hatten viel Spass in dieser schönen und kompakten Stadt. Jedes Mal wenn wir Ryuzo nach Entfernungen fragten, antwortete er nur, es ist in zehn Minuten erreichbar.

Unsere Woche begann mit dem Besuch des berühmten Zoos in San Diego. Es war ein schöner Tag auf dem tollen Gelände. Die Anlage ist herrlich angelegt mit schönen Gehegen für die Tiere aber auch tollen Minilandschaften aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt. Typische Pflanzen beschrieben Kakteenlandschaften, den Mittelmeerraum oder einen südasiatischen Bambuswald. Die Hauptattraktion waren natürlich die Tiere. Obwohl Anja und ich uns Tiere lieber in ihrer natürlichen Umgebung anschauen, erfreuten wir uns an den hiesigen Einwohnern. Der Zoo war riesig. Typisch für die USA konnte man durch das Gelände per Bus chauffiert werden, was wir natürlich nicht annahmen. Daher waren wir am Ende des Tages auch ganz schön kaputt.

Am Abend bereitete Ryuzo für uns seinen Fang vom Wochenende zu. Als Vorspeise gab es Sushimi (rohe Fischstreifen) seines Lingcods, eine Art Kabeljau. Als Hauptgang gab es eine Bouillabaisse. Ryuzo fügte dieser Fischsuppe den Rest des Lingcods, Muscheln, Tintenfisch, Schrimps, sowie Tomaten, Knoblauch und Gewürze bei. Es war sau-lecker! Als Nachtisch schnitten wir ein paar Mangos auf und tauchten die Stückchen in süßen Tequilla. Die Kombination war super und wir dachten wieder an ein Kochbuch unserer Reise.

Am Mittwoch fuhren wir nach La Jolla, einem Strand von San Diego. Dort leben Robben an der Küste und man kann sie auch vom Strand aus sehen und besuchen. Ryuzo und ich machten unser Schnorchelausrüstung klar und gingen ins Wasser. Die Robben schliefen im Seegras unter Wasser und wir versuchten, sie nicht aufzuwecken. Meistens erschraken sie aber, wenn sie eine Auge öffneten und unsere riesigen Masken vor ihrem Gesicht entdeckten.

Weiter ging es zum Coronado Beach. Dort hatte die Polizei eine Villa abgesperrt und die Fernsehcrews ihre Wagen aufgebaut. Wir erlebten unsere ersten Tatort ala CSI. Am Abend sahen wir die Berichterstattungen und erfuhren, dass die Freundin eines Millionärs an den Füßen und Händen zusammen gebunden tot aufgefunden wurde. Die Umstände waren noch unklar, aber die Polizei war sich über eine Gräueltat einig.

Wir hatten allerdings anderes vor. Dieser schöne Strand mit dem tollen Coronado Hotel ist ein guter Trainingsplatz für Surfanfänger. Ryuzo wollte es mir beibringen und so stürzten wir uns in die Wellen. Während Ryuzo eine gute Figur auf dem Brett machte und mir zeigte, wie es klappen könnte, endete jeder meiner unglücklichen Versuche mit einem Sturz ins Wasser. Irgendwann gab ich auf und mein Trainer wollte es wohl nicht erzwingen.

Donnerstag war wieder ein Sporttag für uns. Wir genossen es einfach, ein bisschen Fußball zu spielen und eine paar Körbe zu werfen und uns zu bewegen. Der Abend bot dann einen weiteren Programmpunkt. Ryuzo hatte Tickets für ein Major League Baseballmatch organisiert. Es spielte der Meister San Francisco Giants gegen die lokalen San Diego Padres. Obwohl San Diego das schlechtere Team ist, führten sie lange 1 zu 0. Aber es kam, wie es kommen musste. Im letzten Inning (Runde) schlug San Fran einen Home Run und es ging in die Verlängerung. Dort blieb es lange spannend bis im 12ten Inning ein Werfer der Padres versagte und die konnten nach Belieben punkteten. Am Ende stand es 6 zu 2 für San Francisco und die Padres Fans mussten enttäuscht nach Hause gehen.

Am Freitag besuchten wir die Alte Stadt in San Diego. Dies ist die erste Besiedlung der Spanier und Mexikaner in der Region bis sie 1848 Teil der USA wurde. Die alten Gebäude zeigten das Leben in früheren Tagen und werden heute als Shops und Souvenierläden genutzt. Am Abend stürzten wir uns dann ins Nachtleben San Diegos. Es war ja schließlich Freitagnacht. Wir nutzten die Tanzfläche ziemlich gut und man munkelt, dass auch einige Getränke im Spiel waren.

Den Samstag ließen wir etwas entspannter angehen. Wir waren wohl etwas kaputt vom Freitag. Allerdings erholten wir uns nur kurz, denn wir hatten uns Tickets für ein Festival gekauft. Während Ruyzo noch etwas arbeiten musste, glühten Anja und ich etwas im Sonnenschein vor. Später nahmen wir dann unsere Plätze ein und genossen den Sonnenuntergang, während die Vorbands spielten. Allerdings hielt es uns dann nicht mehr auf den Sitzen, als die Hauptbands Bush und Incubus auftraten. Es war unser ersten Konzert seit einer Ewigkeit und dann gleich so ein geiles. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir eine Menge Spaß hatten.

Momentan schauen wir uns das Finale der Frauen-WM zwischen den USA und Japan an. Durch Ryuzo sind wir für Japan, obwohl die USA besser spielten. Was ist das für ein Finale zwischen seiner Wahl- und ursprünglichen Heimat für ihn? Die Spannung ist unbeschreiblich. WOOOOOOOOOOOOW! Die Japanerinnen haben es im Elfmeterschießen geschafft. Unglaublich!

Wir werden wohl jetzt an den Strand fahren und unseren letzten Nachmittag in San Diego in der Sonne verbringen. Eine unwesentlich weniger spannende Woche liegt vor uns. Las Vegas und der Grand Canyon stehen auf dem Plan. Davon werden wir dann beim nächsten Mal berichten.

Beste Grüße von

Anja, Ryuzo und Patrese



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Dienstag, 12. Juli 2011
Die Stadt der Engel
Hallo Ihr Lieben,

mittlerweile sind wir schon seit einer Wochen in den Staaten. Letzten Sonntag sind wir in Los Angeles, die Stadt der Engel, angekommen. Die Beamten von der Einwanderungsbehörde wollten nicht glauben, dass wir zweieinhalb Monate bleiben, ohne arbeiten zu gehen, doch konnten wir sie mit unserem Rückflugticket überzeugen. Nach insgesamt 2 Stunden, das meiste ging natürlich für Warten drauf, durften wir einreisen. Die USA werden wohl das letzte Land unserer Reise werden und wir sind uns bewusst, dass die letzten Wochen und Etappen angebrochen sind.

Unsere Lieblingshotelkette hatte wieder ein Zimmer für uns bereit gestellt und wir fühlten uns gleich sehr wohl. Da es in der Umgebung wenig zu erkunden gab, entschieden wir uns, in eine Shopping Mall zu gehen. Wenn eines in der USA rund um die Uhr möglich ist, dann ist es Geldausgeben. Wir waren aber sehr sparsam und schauten uns nur um. Allerdings verzehrten wir die ersten Chicken Wings und ein paar kühle Biere als Begrüßung. Nichtsdestotrotz merkten wir aber auch, dass die Wirtschaftskrise ihre Spuren hinterlassen hatte, da einige Shops verbarrikadiert und leer waren.

Auf dem Heimweg von der Mall merkten wir, dass wir durch Laufen und Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht weit kommen oder sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Daher holten wir uns am Montag einen Mietwagen. Die Station lag bequemer Weise unmittelbar in Hotelnähe. Mit dem Gefährt konnten wir in den Tag starten. Es war gut, dass ich zuerst auf einem Parkplatz losfuhr, denn ich merkte erst nach einer Weile, dass wir wieder rechts fahren mussten. Gut, dass es mir so früh auffiel. Nach fast 6 Monaten Linksverkehr, war es doch wieder eine Umstellung. Das fing schon mit dem Einsteigen an. Es klappt aber recht schnell wieder.

Es war der 4. Juli, welcher bekanntlicher Weise der Nationalfeiertag der USA ist. Unser erster Anlaufpunkt war der Redondo Beach, der nur wenige Fahrminuten von unserem Hotel entfernt war. Die Polizei hatte einiges zu tun, denn viele Leute suchten ihre persönliche Freiheit am Independence Day am Strand und hatten ihre BBQ-Plätze vorbereitet. Wir gingen erst einmal Frühstücken und Anja strahlte, als sie ihre leckeren Pancakes mit Erdbeeren bekam.

Eigentlich wollten wir eine Parade besuchen, doch hatten wir uns auf dem Sunset Boulevard falsch orientiert. Daher fuhren wir zu einem Blues und Jazz Konzert in den Süden der Stadt. Während ich bestens in die Umgebung passte, war Anja eine von ganz wenigen Weißen. Das machte aber nichts, und wir hörten uns ein paar Lieder von tollen Sängern mit Musikern an. Das Konzert fand aber auf einem Parkplatz statt und war wenig einladend, länger zu bleiben.

Anja und ich wollten nun zum Strand und entschieden uns für den Santa Monica Beach. Dieser war natürlich auch überfüllt und wir dachten an die Strände der vergangen Wochen. Allerdings hatten wir diese Menschenmassen erwartet, da wir ja immerhin in der zweit oder dritt-größten Stadt dieses Riesen Landes waren. Trotz der Massen war das Platzangebot ausreichend. Wir schlenderten zur bekannten Pier, an der die offizielle Endstation der Route 66 ist. Während sich die Sonne senkte, stoßen wir mit einem großen Bier auf den Geburtstag der USA an und bemerkten, dass die Portionen etwas größer als bisher waren, da ein großes Bier fast einen Liter beinhaltete. Des Weiteren purzelten die Preise auch wieder, besonders im Verhältnis zu Australien, welches im Nachhinein unglaublich teuer war. Als Vergleich können wir die Flasche Bacardi anbringen, die wir beim ersten Problem mit Marko für 42 australische Dollar gekauft hatten. In LA haben wir die gleiche Flasche für 9.99 USD gesehen, wobei der australische Dollar momentan mehr wert als sein US-amerikanischer Kollege ist.

Am Abend zog es uns in die Stadt und wir schauten uns ein einstündiges Feuerwerk zu Ehren des Landes an. Wir waren ein wenig überrascht, dass wir den ganzen Tag wenig Flaggen und Blau-Weiß-Rot gesehen hatten. Anja und ich hatten erwartet, dass die Amis an diesem Tag ihren Nationalstolz äußerst kitschig zur Schau stellen. Es lag vielleicht daran, dass Mexikaner und weitere Einwanderer die größte Bevölkerungsgruppe darstellen und diese eher entspannt mit dem Feiertag umgegangen sind. Das Feuerwerk endete mit einem richtigen Finale und die Organisatoren ließen es ordentlich krachen.

Am Dienstag erkundeten wir die Stadt. Mit dem Auto war es so einfach und bequem herumzufahren, so dass wir diesen Tag sowie die restliche Zeit hier in den Staaten als sehr entspannt erlebten. Natürlich war unser Ziel Hollywood. Wir fuhren die Küste entlang, bis wir den Sunset Boulevard erreichten. Dort bogen wir ab und fuhren an tollen Villen in Richtung der bekanntesten Meile Los Angeles. Wir liefen über den Walk of Fame und freuten uns genauso dämlich wie andere Passanten, wenn wir einen Star bzw. Namen kannten. Es ist schon eine komische Magie, die dieser Ort mit all seinem Trubel ausstrahlt. Wir liefen am bekannten Chinese Theatre vorbei und hielten auch vor dem Kodak Theatre an. Dort werden ja die Oskars verliehen, die in Miniversionen in den Souvenierläden thronten. Lang blieben wir allerdings nicht, da es dann doch zu viele Menschen auf einem Fleck waren.

Wir fuhren weiter zu einem Planetarium, von dem wir einen Blick über die Stadt und hinüber zum Hügel mit den Hollywood Buchstaben werfen konnten. Es war irgendwie schon was Besonderes, diese berühmten Buchstaben mal persönlich zu erblicken und das Flair der Schauspieler zu spüren. Von der Stadt sahen wir allerdings nicht so viel, da sie sich, wie so oft, in eine lauschige Smogwolke hüllte. Übrigens sind wir nicht ins Zentrum gefahren, da es dort außer Geschäftswolkenkratzern wenig Spannendes gegeben hätte.

Die nächste Station war der Rodeo Drive mit seinen teuren Geschäften, die vor allem die Damenwelt wohl aus Pretty Woman kennt. Auch hier hielten wir uns mit dem Shoppen zurück, da wir nicht so viel tragen wollten. Ja, genau. Wir fuhren durch die mit riesigen Palmen bewachsenen Straßen von Beverly Hills und bestaunten die großen Villen. Da wir uns keine Karte mit den Wohnhäusern der Stars kauften, verpassten wir deren Anwesen und wohl die Chance, auf einen Kaffee eingeladen zu werden.

Stattdessen fuhren wir zum Farmers Market, auf dem es unzählige Leckereien der vielen Einwanderer gab. Man konnte allerdings auch viele Sammlerstücke und Souvenirs erwerben. Ich hätte ja fast bei den Modellautos zugeschlagen, doch bin ich wohl aus dem Alter raus oder noch nicht wieder drin. Wir kauften uns ein bisschen Obst und probierten das sehr gute Sushi vom japanischen Stand.

Den Tag beendeten wir mit dem Sonnenuntergang am Venice Beach. Ein paar Jungs spielten noch Basketball, während sich der Trubel langsam legte. Wiesi, so verpassten wir die ganzen Verrückten, die sich am Tag dort herumtreiben.

Am Mittwoch starteten wir entspannt in den Tag und das Getty Museum, dass von einem Ölmilliardär ins Leben gerufen wurde. Die riesige Anlage möchte es mit den großen Museen, wie dem Louvre, aufnehmen und steht wohl finanziell am Besten da. Anja und ich konnten uns auch ein paar tolle Malereien und Skulpturen der großen Künstler wie Rembrandt, Monet oder Cezanne anschauen. Wir freuten uns, dass gerade die Götter von Angkor Wat als Sonderausstellung zu sehen waren und schwelgten in den Erinnerungen von Kambodscha. Am Nachmittag erholten wir uns wieder am Strand und sprangen am Abend nach einem kleinen Lauf in den Whirlpool unseres Hotels.

Unsere letzten Wochen in den USA wollen wir entspannt verbringen, da wir in Neuseeland und vor allem in Australien so viel gefahren sind. Das ist hier besonders gut möglich, da es einem in den Staaten sehr bequem und einfach gemacht wird. Es gibt keine großen historischen Dinge anzuschauen und bis zu 7-spurige Autobahnen, auf denen man schnell vorankommt. Alles ist doch ein wenig größer als auf Rarotonga. Auch wollen wir mehr Zeit an einem Ort und weniger auf der Straße verbringen. Daher werden wir die Roadtrips minimieren und haben wie bereits angekündigt, unseren Kanadaaufenthalt gestrichen.

Am Donnerstag sind Anja und ich nach San Diego gefahren, welches nur 2 Stunden südlich von LA und somit ein Katzensprung für uns ist. Hier wohnt mein japanischer Freund Ryuzo, den ich aus Chicagoer Zeiten kenne. Wir werden hier zehn Tage verbringen und nur ein bisschen was unternehmen.

Nachdem wir am Freitag kurz die Stadt erkundet hatten, verbrachten wir den Nachmittag am Strand. Dieser ist momentan sehr gut gefüllt, da die Ferien angefangen haben und einige Amerikaner zum Urlaub nach Kalifornien gekommen sind. Wer mag es ihnen verdenken, da San Diego und der Pazifische Ozean sehr schöne Orte zum Erholen sind. Der Wellengang ist allerdings etwas stärker, als Anja und ich zuletzt gewohnt waren, und schnorcheln können wir auch vergessen. Nichtsdestotrotz machte es uns Jungs Spaß, uns einen Football in den Wellen zu zuschmeißen.

Zusammen mit Ryuzo haben wir uns ins Nachtleben gestürzt und ein paar Bars abgeklappert. Ansonsten gehen wir die Tage sehr entspannt an. Wir haben ein paar Strände, wie dem La Joja Beach, besucht und den Seerobben beim Schwimmen zugeschaut. Ruyzo und ich haben uns beim Basketball herausgefordert, so wie wir es vor 11 Jahren in Chicago gemacht haben. Allerdings geht es etwas langsamer als damals von statten. Nichtsdestotrotz haben wir sehr viel Spaß und erinnern uns gern an die vergangenen Zeiten.

Gestern waren wir Jungs mit ein paar weiteren japanischen Freunden angeln. Wir gingen es auf Fischerboot, dass für meinen Geschmack etwas zu voll war. Allerdings waren wir etwas erfolgreich, wenn auch nur etwas. Während ich mich über einen Fisch freute, fing Ryuzo gleich drei Stück. Einer war sogar so schwer, dass Ryuzo den Jackpot für den schwersten Fisch gewann. Einen Teil unseres Fanges bereiteten wir am Abend gleich zu und verspeisten ein sehr leckeres Mahl. Endlich konnten wir auch wieder in einer Küche nach Belieben herumschnippeln.

Heute waren Anja und ich auch am Strand und entdeckten sogar ein paar Delfine im Wasser. Diese sprangen munter herum und zeigten, wie man richtig in den Wellen surft.

Wie geschrieben, bleiben wir noch eine Woche in San Diego und genießen unsere Zeit. Was wir danach machen, wissen wir noch nicht genau. Wir genießen momentan, dass wir zu keiner bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein müssen, um unsere Reise zu schaffen. Wir haben ein paar Stationen, die wir anpeilen, brauchen uns aber nicht zu stressen. Das ist super, da wir nicht ausgelaugt nach Deutschland zurück kehren möchten.

Bis demnächst,

Anja und Pat

PS: Nur in den USA gibt es übrigens Kreditkarten im Supermarkt als Geschenkartikel. Von der Finanzkrise wurde wohl nicht viel gelernt.


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