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Montag, 4. April 2011
Bitter-süßer Abschied zur Halbzeit
anjapat, 15:48h
Der 2. April, welcher am Samstag gewesen ist, war der rechnerische Mittelpunkt unserer Reise. Das bedeutet, dass wir Bergfest feiern konnten sowie dass wir uns zeitlich auf der Rückreise befinden. Unglaublich, dass so viel schon vorbei ist. Aber wir haben ja noch einiges vor uns. Unsere Zeit in Neuseeland ist allerdings abgelaufen. Anja und ich hatten unvergessliche Wochen in diesem schönen Land. Wir werden sicher noch lange an die atemberaubenden Landschaften denken, durch die wir gewandert sind und an die lieben Menschen, die wir hier getroffen haben. Dank Paul konnten wir viele wunderschöne Orte erleben, haben uns aber noch einiges für einen nächsten Besuch offen gelassen. Obwohl wir gut unterwegs waren, konnten wir nicht alles, wie z.B. die Ostküste und den Norden der Nordinsel sowie den Osten der Südinsel mitnehmen. Es gibt noch viel zu sehen und wir freuen uns schon auf eine Wiederkehr.
Nachdem wir sowohl den neuen TÜV erhalten sowie die Registrierung für Paul verlängert hatten, boten wir ihn zum Verkauf im Internet an. Die Webseite TradMe ist vergleichbar mit ebay bei uns, wo gebrauchte Gegenstände von privaten Händlern über das Internet verkauft werden. Wir hatten die schönsten Bilder, die wir von und mit Paulo geschossen hatten ausgesucht. Auch sind wir mit dem Preis runter gegangen, da wir auf dem Automarkt gemerkt hatten, das Interessenten nicht mehr viel für Campervans zahlen wollten. Allerdings versprachen wir uns nicht sehr viel von dieser Möglichkeit. Daher entschieden wir uns, noch einmal unsere Sachen zu packen und unsere Vorräte aufzufüllen, um in Richtung Norden aufzubrechen, da wir unsere Zeit nicht in Auckland absitzen wollten.
Da es schon spät war, fuhren wir nur 1,5 Stunden bis zum Rodney Kap, welcher ein beliebter Ort zum Schnorcheln ist. Wir checkten in einen Campingplatz ein und parkten Paul mit einer herrlichen Aussicht zum Meer. Als wir gerade beim Abendessen waren, klingelte das Telefon und wir hatten den ersten Interessenten. Total aber freudig überrascht, verabredeten wir uns mit Ryan, einem Amerikaner auf Entdeckungstour, für den nächsten Tag in Auckland, um Paulo vorzuführen. Wir waren unglaublich froh, dass unser Wagen doch einen gewissen Reiz hatte. Dies bedeutet allerdings, dass wir unseren Trip sofort wieder abbrechen mussten und was viel schlimmer war, wir unsere wahrscheinlich letzte Nacht in Paul vor uns hatten. Ein mulmiges Gefühl kam über uns, da wir uns wahrscheinlich doch so schnell von Paulo trennen müssten. Jedoch waren Anja und ich froh, dass wir überhaupt die Möglichkeit erhalten hatten, noch einmal im Herzen unseres geliebten Wagens Karten zu spielen und zu schlafen. Wir genossen die Nacht sehr und schliefen behütet und beschützt schnell ein.
Am Mittwoch genossen wir unser Frühstück und hatten mittlerweile weitere Anrufe. Ed aus Nelson war sehr interessiert und bot uns eine Anzahlung an. Danach meldete sich allerdings Jeremy aus Christchurch und bekundete sein Interesse. Er erzählte, dass das Erdbeben sie hart getroffen hatte und dass die Familie nach Auckland umsiedeln wollte und einen Ort zum Schlafen brauchte. Seine Geschichte weckte unseren Helferinstinkt, allerdings wollten wir Ryan nicht vor den Kopf stoßen, da er der Erste war. Also fuhren wir zurück nach Auckland und räumten Paulo wieder aus. Das Telefon klingelte noch einmal und es war wieder Jeremy, der uns zusätzliches Geld bot, wenn wir das Auto an sie verkaufen würden. Er berichtete weiter, dass er beim Erdbeben im letzten Monat all sein Hab und Gut inklusive Haus, Auto und Geschäft verloren hatte. Als ich Anja davon erzählte, wussten wir ohne groß darüber zu reden, was wir zu tun hatten. Ich rief Ryan an und erklärte ihm die Situation. Er war verständlicher Weise nicht froh darüber, musste es aber akzeptieren. Wir hatten uns für Jeremy entschieden und wollten ihnen helfen. Dieser war natürlich über glücklich, als er von unserer Entscheidung erfuhr. Da die Familie so viel durchgemacht hatte, verzichteten Anja und ich auch auf das Extrageld, da wir uns sicher waren, dass sie jeden extra Cent gut gebrauchen könnten und akzeptierten nur die Summe, die wir ins Internet gestellt hatten.
Da wir nun einen Käufer hatten, mussten wir uns über die Geld- und Fahrzeugübergabe einig werden. Wir entschieden uns für eine Postanweisung und ein paar Minuten später hatten Anja und ich die Summe in der Hand und waren froh, dass wir einen Käufer gefunden hatten. Jeremy entschied sich, am Montag nach Auckland zu fliegen, um verschiedene Leute zu treffen und natürlich seinen neuen alten Delica abzuholen. Das tolle an dieser Vereinbarung war, dass wir Paulo so noch weitere Tage inklusive dem Wochenende nutzen konnten. Es war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Erleichtert, dass wir Paulo verkauft hatten, gingen wir dann auch die letzten Tage an. Wir hatten keine Lust, noch einmal alles zu packen und in den Norden aufzubrechen. Des Weiteren wollten wir Paulo auch keine weiteren Kilometer aufzwingen. Wir verbrachten die Tage in Auckland und trieben ein bisschen Sport. Glücklicher Weise hatte sich auch das Wetter extrem gebessert und wir konnten bei 20 Grad und Sonnenschein in den Park gehen. Uns wurde vom Joggen ein bisschen langweilig und Anja hatte die glorreiche Idee, Fußball spielen zu gehen. Da hatte sie in mir natürlich neue Lebensgeister geweckt und so habe ich in den letzten Tagen einen Crashkurs in Fußballtechniken gegeben. Meine Schülering lernte sehr schnell. Zusammen hatten wir viel Spass und genossen die Freiheiten auf den Spielfeldern, die nur 5 Minuten von Dans Haus entfernt sind.
Des Weiteren nutzten wir die letzten Tage, um ein paar Bekannte zu besuchen. Am Mittwoch Abend waren wir auf einem Konzert eines Fussballkumpels. Obwohl die Musik harter Heavy Metal und ein bisschen anstrengend war, freute ich mich, Adam und Band zu sehen. Am Freitag waren wir noch einmal kurz in der Stadt und trafen uns mit meinem Kollegen Walt Marsters. Ich habe für ihn die Abrechnung seiner Projekte gemacht, als ich damals in Neuseeland war. Es war grandios, ihn wieder zu sehen, da er mich damals auch zum Rugby eingeladen hatte. Er bot uns an, bei seiner Schwester auf Rarotonga, einer Insel im Südpazifik, zu übernachten, wohin wir nach Australien reisen werden. Wiesi weiß davon ein Liedchen zu singen. Samstag hatten wir Dans Freundeskreis zu einem Grillabend im Haus. Diese Jungs kennen wir von einigen Trinkspielabenden und es war super, dass wir noch einmal die Chance hatten, sie zu sehen und uns verabschieden zu können. Gestern am Sonntag waren wir bei meinem ehemaligen Fussballtrainer, der uns zum Abendessen eingeladen hatte. Es war eine fröhliche Runde, in die Anja aufs Herzlichste aufgenommen wurde.
Heute war der große Tag der Autoübergabe gekommen und ich holte Jeremy vom Flughafen ab. Als er Paulo sah, wer er total begeistert. Wir können nur hoffen, dass diese Begeisterung genauso lange anhält wie bei uns. Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns und ich erfuhr mehr über seine tragische Situation. Als die Erde bebte, parkte er gerade sein Auto am Straßenrand. Da die Erschütterungen sehr heftig waren, verkroch er sich im Sitz seines Wagens. In diesem Moment fiel das Haus neben ihm zusammen und auf das Dach seines Autos. Er hatte Glück, dass er sich in seinen Sitz verkrümelt hatte und konnte unverletzt aus dem Auto klettern. Seiner Freundin und der 8-Monate alten Tochter ist glücklicher Weise auch nichts passiert. Allerdings ist das Gebiet, in dem seine Kunstgalerie und Musikräume sind, sehr stark zerstört. Gestern war er unter Aufsicht zum ersten Mal in seinem Büro. Die Nachbargebäude sind eingestürzt bzw. müssen demoliert werden. Die Gegend soll einer Geisterstadt geglichen haben, da niemand offiziell in diesen Straßen erlaubt ist. All das hörte sich wie eine Schaudergeschichte an und mir lief es manchmal eiskalt über den Rücken. Nichtsdestotrotz war der Moment gekommen, dass wir den Schlüssel und damit auch Paulo übergeben mussten. Auf der einen Seite waren wir traurig, ihn jetzt nicht mehr zu haben, allerdings auch über die Befreiung der Last froh. Nun konnten wir unbeschwert die Vorbereitungen für unseren Abflug starten.
Heute Abend waren wir mit Dan und seiner Freunden Jennifer noch einmal Essen. Wir bedankten uns bei Ihnen, dass sie uns Unterschlupf gewährt und so lange ausgehalten haben. Es ist einfach toll, solche Freunde zu haben und wir genossen unseren letzten Abend zusammen. Davon sind wir jetzt auch gerade zurück gekehrt.
Morgen geht unser Flieger nach Australien und wir werden schon sehnsüchtig in Melbourne erwartet und freuen uns riesig auf Isa, Ryan, Susi, Henni, Sally und Cormac. Sal holt uns vom Flughafen ab. Wir wissen, dass wir total verwöhnt werden, schätzen diese Gesten aber auch sehr.
Beim nächsten Mal melden wir uns dann aus einem neuen Land, auf das wir uns schon wahnsinnig freuen.
Beste Grüße
Anja und Pat
Nachdem wir sowohl den neuen TÜV erhalten sowie die Registrierung für Paul verlängert hatten, boten wir ihn zum Verkauf im Internet an. Die Webseite TradMe ist vergleichbar mit ebay bei uns, wo gebrauchte Gegenstände von privaten Händlern über das Internet verkauft werden. Wir hatten die schönsten Bilder, die wir von und mit Paulo geschossen hatten ausgesucht. Auch sind wir mit dem Preis runter gegangen, da wir auf dem Automarkt gemerkt hatten, das Interessenten nicht mehr viel für Campervans zahlen wollten. Allerdings versprachen wir uns nicht sehr viel von dieser Möglichkeit. Daher entschieden wir uns, noch einmal unsere Sachen zu packen und unsere Vorräte aufzufüllen, um in Richtung Norden aufzubrechen, da wir unsere Zeit nicht in Auckland absitzen wollten.
Da es schon spät war, fuhren wir nur 1,5 Stunden bis zum Rodney Kap, welcher ein beliebter Ort zum Schnorcheln ist. Wir checkten in einen Campingplatz ein und parkten Paul mit einer herrlichen Aussicht zum Meer. Als wir gerade beim Abendessen waren, klingelte das Telefon und wir hatten den ersten Interessenten. Total aber freudig überrascht, verabredeten wir uns mit Ryan, einem Amerikaner auf Entdeckungstour, für den nächsten Tag in Auckland, um Paulo vorzuführen. Wir waren unglaublich froh, dass unser Wagen doch einen gewissen Reiz hatte. Dies bedeutet allerdings, dass wir unseren Trip sofort wieder abbrechen mussten und was viel schlimmer war, wir unsere wahrscheinlich letzte Nacht in Paul vor uns hatten. Ein mulmiges Gefühl kam über uns, da wir uns wahrscheinlich doch so schnell von Paulo trennen müssten. Jedoch waren Anja und ich froh, dass wir überhaupt die Möglichkeit erhalten hatten, noch einmal im Herzen unseres geliebten Wagens Karten zu spielen und zu schlafen. Wir genossen die Nacht sehr und schliefen behütet und beschützt schnell ein.
Am Mittwoch genossen wir unser Frühstück und hatten mittlerweile weitere Anrufe. Ed aus Nelson war sehr interessiert und bot uns eine Anzahlung an. Danach meldete sich allerdings Jeremy aus Christchurch und bekundete sein Interesse. Er erzählte, dass das Erdbeben sie hart getroffen hatte und dass die Familie nach Auckland umsiedeln wollte und einen Ort zum Schlafen brauchte. Seine Geschichte weckte unseren Helferinstinkt, allerdings wollten wir Ryan nicht vor den Kopf stoßen, da er der Erste war. Also fuhren wir zurück nach Auckland und räumten Paulo wieder aus. Das Telefon klingelte noch einmal und es war wieder Jeremy, der uns zusätzliches Geld bot, wenn wir das Auto an sie verkaufen würden. Er berichtete weiter, dass er beim Erdbeben im letzten Monat all sein Hab und Gut inklusive Haus, Auto und Geschäft verloren hatte. Als ich Anja davon erzählte, wussten wir ohne groß darüber zu reden, was wir zu tun hatten. Ich rief Ryan an und erklärte ihm die Situation. Er war verständlicher Weise nicht froh darüber, musste es aber akzeptieren. Wir hatten uns für Jeremy entschieden und wollten ihnen helfen. Dieser war natürlich über glücklich, als er von unserer Entscheidung erfuhr. Da die Familie so viel durchgemacht hatte, verzichteten Anja und ich auch auf das Extrageld, da wir uns sicher waren, dass sie jeden extra Cent gut gebrauchen könnten und akzeptierten nur die Summe, die wir ins Internet gestellt hatten.
Da wir nun einen Käufer hatten, mussten wir uns über die Geld- und Fahrzeugübergabe einig werden. Wir entschieden uns für eine Postanweisung und ein paar Minuten später hatten Anja und ich die Summe in der Hand und waren froh, dass wir einen Käufer gefunden hatten. Jeremy entschied sich, am Montag nach Auckland zu fliegen, um verschiedene Leute zu treffen und natürlich seinen neuen alten Delica abzuholen. Das tolle an dieser Vereinbarung war, dass wir Paulo so noch weitere Tage inklusive dem Wochenende nutzen konnten. Es war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Erleichtert, dass wir Paulo verkauft hatten, gingen wir dann auch die letzten Tage an. Wir hatten keine Lust, noch einmal alles zu packen und in den Norden aufzubrechen. Des Weiteren wollten wir Paulo auch keine weiteren Kilometer aufzwingen. Wir verbrachten die Tage in Auckland und trieben ein bisschen Sport. Glücklicher Weise hatte sich auch das Wetter extrem gebessert und wir konnten bei 20 Grad und Sonnenschein in den Park gehen. Uns wurde vom Joggen ein bisschen langweilig und Anja hatte die glorreiche Idee, Fußball spielen zu gehen. Da hatte sie in mir natürlich neue Lebensgeister geweckt und so habe ich in den letzten Tagen einen Crashkurs in Fußballtechniken gegeben. Meine Schülering lernte sehr schnell. Zusammen hatten wir viel Spass und genossen die Freiheiten auf den Spielfeldern, die nur 5 Minuten von Dans Haus entfernt sind.
Des Weiteren nutzten wir die letzten Tage, um ein paar Bekannte zu besuchen. Am Mittwoch Abend waren wir auf einem Konzert eines Fussballkumpels. Obwohl die Musik harter Heavy Metal und ein bisschen anstrengend war, freute ich mich, Adam und Band zu sehen. Am Freitag waren wir noch einmal kurz in der Stadt und trafen uns mit meinem Kollegen Walt Marsters. Ich habe für ihn die Abrechnung seiner Projekte gemacht, als ich damals in Neuseeland war. Es war grandios, ihn wieder zu sehen, da er mich damals auch zum Rugby eingeladen hatte. Er bot uns an, bei seiner Schwester auf Rarotonga, einer Insel im Südpazifik, zu übernachten, wohin wir nach Australien reisen werden. Wiesi weiß davon ein Liedchen zu singen. Samstag hatten wir Dans Freundeskreis zu einem Grillabend im Haus. Diese Jungs kennen wir von einigen Trinkspielabenden und es war super, dass wir noch einmal die Chance hatten, sie zu sehen und uns verabschieden zu können. Gestern am Sonntag waren wir bei meinem ehemaligen Fussballtrainer, der uns zum Abendessen eingeladen hatte. Es war eine fröhliche Runde, in die Anja aufs Herzlichste aufgenommen wurde.
Heute war der große Tag der Autoübergabe gekommen und ich holte Jeremy vom Flughafen ab. Als er Paulo sah, wer er total begeistert. Wir können nur hoffen, dass diese Begeisterung genauso lange anhält wie bei uns. Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns und ich erfuhr mehr über seine tragische Situation. Als die Erde bebte, parkte er gerade sein Auto am Straßenrand. Da die Erschütterungen sehr heftig waren, verkroch er sich im Sitz seines Wagens. In diesem Moment fiel das Haus neben ihm zusammen und auf das Dach seines Autos. Er hatte Glück, dass er sich in seinen Sitz verkrümelt hatte und konnte unverletzt aus dem Auto klettern. Seiner Freundin und der 8-Monate alten Tochter ist glücklicher Weise auch nichts passiert. Allerdings ist das Gebiet, in dem seine Kunstgalerie und Musikräume sind, sehr stark zerstört. Gestern war er unter Aufsicht zum ersten Mal in seinem Büro. Die Nachbargebäude sind eingestürzt bzw. müssen demoliert werden. Die Gegend soll einer Geisterstadt geglichen haben, da niemand offiziell in diesen Straßen erlaubt ist. All das hörte sich wie eine Schaudergeschichte an und mir lief es manchmal eiskalt über den Rücken. Nichtsdestotrotz war der Moment gekommen, dass wir den Schlüssel und damit auch Paulo übergeben mussten. Auf der einen Seite waren wir traurig, ihn jetzt nicht mehr zu haben, allerdings auch über die Befreiung der Last froh. Nun konnten wir unbeschwert die Vorbereitungen für unseren Abflug starten.
Heute Abend waren wir mit Dan und seiner Freunden Jennifer noch einmal Essen. Wir bedankten uns bei Ihnen, dass sie uns Unterschlupf gewährt und so lange ausgehalten haben. Es ist einfach toll, solche Freunde zu haben und wir genossen unseren letzten Abend zusammen. Davon sind wir jetzt auch gerade zurück gekehrt.
Morgen geht unser Flieger nach Australien und wir werden schon sehnsüchtig in Melbourne erwartet und freuen uns riesig auf Isa, Ryan, Susi, Henni, Sally und Cormac. Sal holt uns vom Flughafen ab. Wir wissen, dass wir total verwöhnt werden, schätzen diese Gesten aber auch sehr.
Beim nächsten Mal melden wir uns dann aus einem neuen Land, auf das wir uns schon wahnsinnig freuen.
Beste Grüße
Anja und Pat
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Dienstag, 29. März 2011
Zurück in Auckland
anjapat, 06:53h
Es ist einige Tage her, dass wir uns gemeldet haben. Die Fahrt mit der Nachtfähre erinnerte uns an unsere Zeiten in Asien. Die Abfahrt verzögerte sich auf kurz vor Mitternacht und wir saßen mit Augenringen vorm Fernseher bzw. nutzten die Überfahrt, um zu telefonieren. Während andere Fahrgäste auf den Bänken versuchten, etwas zu schlafen, hielten Anja und ich wacker durch. Gegen 3 Uhr erreichten wir Wellington und besuchten wieder den gleichen Schlafplatz mitten in der Stadt. Obwohl es verboten war, dort zu übernachten, hatten wir keine Lust, großartig weiter zu suchen und blieben dort. Wir konnten kein richtiges Auge zu machen und tankten gegen 7 Uhr Paulo voll, bevor wir uns total übernächtigt auf den Weg weiter in Richtung Norden machten.
Unser Ziel war, in der Nähe Napiers zu übernachten. Nach fast 400 km kamen wir dort gegen Mittag an. Während uns die Südinsel mit ein paar sonnigen Tagen verabschiedet hatte, setzt in Napier ein herbstlicher Regen ein, der uns für die nächsten 48 Stunden pausenlos begleiten sollte. Die Wettervorhersage versprach keine Besserung und Niederschlag in ganz Neuseeland bis zum Wochenende. Wir ließen uns durch dieses miesepetrige Situation allerdings nicht die Laune verderben. Wir schauten uns Napier kurz an, dass für seine Art-Deco Gebäude berühmt ist.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, fuhren wir auf einen Campingplatz in der Nähe Napiers. Da es vom Himmel goss, konnten wir leider unsere durch die letzte Nacht steifen Gliedmaßen nicht bei einer kurzen Wanderung bewegen. Ein Zelt bezeichnet als Speisekabine, die wir mit Paulo erworben hatten, konnten wir endlich mal aufbauen und uns so beim Kochen und Essen etwas vom Regen schützen. Wir machten uns ein Chili con Carne und waren über dessen gute Qualität überrascht. Total müde vielen wir nach dem Essen in unser Bett.
Am Dienstag wollten wir eigentlich in den Te Urewera Nationalpark, den noch einzig existierenden Primärwald (Urregendwald) in Neuseeland. Das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete immer noch. Obwohl wir die feste Absicht hatten, eine Wanderung auch im Regen zu machen, änderten wir unsere Pläne kurz vor Erreichen des Nationalparks. Wir wussten nicht, wie der Zustand des 100 km langen Feldweges durch den Regenwald war und wollten uns und Paulo diese Strapazen nicht aufzwängen.
Durch unsere neuen Pläne fuhren wir weiter in Richtung Gisborne, wo der Regen nur noch stärker wurde. Paulos Scheibenwischer hatten einiges zu tun, während wir nur graue Wolken und verregnete Landschaften sahen. Anja und ich entschieden uns, nach den 400 km weitere 400 km in Richtung Nordosten in Richtung Bay of Plenty (Bucht des Überflusses) zu fahren, welches eine wichtige Anbauregion ist. Wir quälten uns durch die Berge und hatten keine Hoffnung auf eine Wetterbesserung. Als wir allerdings das Tal auf der anderen Seite der Berggipfel erreichten, glaubten wir unseren Augen nicht. Zuerst hörte der Regen auf und dann erhellten sich die Wolken. Irgendwann rissen diese dann auf und die Sonne lugte hindurch. Anja und ich wären über eine Regenpause froh gewesen. Aber das sogar die Sonne schien, konnten wir gar nicht richtig fassen. Voller Überschwänglichkeit erreichten wir die Küste der Bucht und genossen das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Wir übernachteten auf einem Campingplatz hinter Dünen und konnten uns endlich bei einem Strandlauf frei bewegen.
Unser Ziel für den Mittwoch war klar gewesen. Wir wollten zu Dans Campingwagen, der auf der Coromandel Halbinsel, einem beliebten Wochenendziel der Aucklander, steht. Er hatte uns den Schlüssel dafür gegeben. Im Ort Mt. Manganui, welcher ein beliebtes Urlaubsziel ist, da er einen tollen Strand hat, füllten wir wieder unsere Vorräte auf. Auf dem Parkplatz sah ich, dass ein Reifen bedenklich wenig Luftdruck hatte. Da wir auch Tanken mussten, füllte ich diesen sowie die anderen drei Reifen nochmals, so dass wir sorgenfrei weiter fahren konnten.
Wir hatten kein Obst für das Früchtemonster unter uns im Supermarkt besorgt, so dass wir außerorts im nächst besten Geschäft noch einmal anhielten. Beim Aussteigen hörten wir ein Zischen und wussten sofort, woher dieses kam. Wir brauchten auch nicht lange nach dem Übeltäter zu suchen, denn ein metallener Nagelkopf schaute uns frech aus unserem Reifen an. Die Frau im Obstgeschäft verwies uns an Ted, dessen Werkstatt glücklicher Weise nur 3 Minuten entfernt war. Ted, etwa 60, empfing uns freundlich und beauftragte seinen vermutlichen Bruder oder Nachbarn Chris, mit der Reparatur zu beginnen. Er lud uns zu einer Tasse Tee im Mechanikerraum ein, aber wir verneinten dankbar, da wir die unerwartet scheinende Sonne genießen wollten. Es dauerte nicht lange und Chris präsentierte uns einen etwa 8 cm langen Bolzen mit Mutter, der sich in unseren Reifen gerammt hatte. Nach ungefähr 20 Minuten war der Reifen wieder drauf. Da wir mit Ted noch ein nettes Pläuschchen hatten, schenkte er uns als Andenken nicht nur den Bolzen sondern auch den Firmenkalender der Werkstatt. Wie schon so oft, waren wir über die Freundlichkeit der Kiwis beeindruckt.
Am Nachmittag erreichten wir Pauanui, wo der Campingwagen stand. Hier hatten wir endlich wieder eine Toilette und eine heiße Dusche für uns ganz allein und merkten, dass das ein ganz schöner Luxus war. Das Wetter war noch so gut, dass wir einen kurzen Strandspaziergang machen konnten. Letztendlich waren wir über 200 km gefahren, so dass wir 1000 km nach der nächtlichen Fährfahrt in drei Tagen voll gemacht hatten. Das bedeutete, dass wir uns am Donnerstag einfach nur ausruhen wollten. Diese Entscheidung fiel uns nicht schwer, da es auch wieder angefangen hatte zu nieseln. Wir spazierten vormittags noch einmal kurz durchs Dorf und kauften uns ein Eis jeder und eine Zeitung im kleinen Supermarkt. Bis auf einen Lauf am Nachmittag war dann aber auch schon genug getan für den Tag.
Wir wollten allerdings die Coromandel Halbinsel nicht verlassen, ohne noch zwei vermeintliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Leider regnete es am Freitag wieder. Während ich wohl noch ein paar längere Minuten im Campingwagen ausgehalten hätte, musste sich die Husche bewegen. Wir fuhren zuerst zu Cathedral Cove, welche eine Sandbucht ist, dessen Sandstein vom Meer gezeichnet worden ist. Wir genossen den Spaziergang, mussten etwas durch den Busch klettern, da der Hauptweg beschädigt war, bevor wir den höhlenähnlichen Felsendurchbruch zwischen zwei Buchten erreichten. Während der ganzen Zeit waren natürlich auch andere Touristen dort unterwegs. Als allerdings eine Busladung Jugendlicher ankam, war es Zeit für uns zu gehen. Den zweiten Stopp machten wir am Hot Water Beach. Dort fließt aus einer unterirdischen Quelle kochend heißes Wasser ins Meer. Die Quelle kann aber nur bei Ebbe besucht werde. Obwohl diese gerade erst eingesetzt hatte und die besten Stellen erst spürbar wurden, hatte sich bereits eine wilde Gruppe mit Schaufeln bewaffnete, besessene Touristen versammelt. Diese buddelten sich Pools, in die sie sich setzen wollten, welche aber von den immer noch hohen Wellen weggespült wurden. Dies stoppte sie aber keinen Moment, so dass sie alle fünf Minuten mit neuen Pools begannen. Wir fühlten die Hitze im Sand und konnten kaum auf den Quellen stehen. Da es aber wieder begann zu regnen, verabschiedeten wir uns und kuschelten uns bei Keksen und Kaffee zurück in unseren Campingwagen.
Am Samstag fuhren wir dann zurück nach Auckland. Erholt von den letzten Tagen, hatten wir nun die undankbare Aufgabe, Paul verkaufen zu müssen. Wir wussten, dass das Ende der Saison angekommen ist und dass das Verkaufen unmöglich sein könnte. So fuhren wir am Sonntagmorgen zum Automarkt und waren kaum überrascht, dort dutzende Camper in unserer Situation vor zu finden. Wir wussten das Paulo sehr alt im Vergleich zu den anderen Autos ist, hatten ihn aber gekauft, da er sich durch seinen 4-Rad-Antrieb und die Bodenfreiheit von den meisten unterscheidet. Obwohl sich ein paar Leute Paul anschauten und einige sich nach ihm umdrehten, hatten wir keinen Erfolg. Es war der erste Versuch und wir hätten ihn wahrscheinlich auch nicht gekauft, da sein neuseeländischer TÜV Mitte Mai sowie seine Registrierung Ende April auslaufen.
Mit dem TÜV beschäftigten wir uns dann gestern. Es war ein bisschen unfair, dass sich genau gestern das Wetter wieder auf 20 Grad und Sonnenschein verbessert hat und wir nicht mehr am Strand sein konnten. Als Erstes fuhren wir zu einer offiziellen TÜV-Abnahmestelle. Wie wir vermutet aber nicht gehofft hatten, schaffte Paul diese Prüfung leider nicht. Allerdings waren die Gründe nicht die Schlimmsten. Ein Vorderreifen und ein Frontlicht mussten ersetzt werden. Wir machten uns gleich daran und telefonierten ein paar Läden nach Reifen aus zweiter Hand ab. Wir erfuhren das unser Modell kaum noch hergestellt wird, was uns beim Alter nicht wunderte. Allerdings wurden wir im Süden Aucklands fündig und machten uns sofort auf den Weg. Sie hatten zwei Reifen und wir entschieden uns, gleiche beide Frontreifen auswechseln zu lassen. Als der Reifenhändler unseren Wagen sah, meinte er auch sofort, dass wir mit einem Panzer unterwegs sind und dieser eigentlich im Irak sein sollte. Er empfahl uns auch gleich eine Werkstatt, die unser Licht reparierte. Im Gegensatz zu einem Austausch einer Glühbirne musste das ganze Licht ausgewechselt werden. Das hätten wir wahrscheinlich auch selbst hinbekommen, aber da die Jungs freundlich und schnell bei der Hand waren, ließen wir es von ihnen erledigen.
Heute sind wir dann noch einmal zum TÜV gefahren und haben die Plakette für die nächsten 6 Monate erhalten. Juchhuu! Wir ließen auch gleich die Registrierung um weitere 3 Monate verlängern. Jetzt haben wir unsere Hausaufgaben erledigt. Obwohl die Ausgaben sich in Grenzen gehalten haben und sie nicht zu kompliziert zu organisieren waren, läppern sie sich doch zusammen. Leider müssen wir auch noch mit dem Preis runter, um bessere Chancen zu haben. Wir hätten uns unsere letzten Tage in Neuseeland entspannter vorgestellt, wussten aber, welches Risiko wir mit Paul eingegangen sind. Wir überlegen uns auch noch ein paar andere Lösung, falls wir diese Woche nicht erfolgreich sein sollten, da im September in Neuseeland die Rugby WM statt findet und der Markt für Campervans ein ganz anderer ist als jetzt.
Am Wochenende werden wir euch dann berichten, zu welchem Ergebnis unsere Versuche geführt haben. Bis dahin grüßen Euch
Anja und Patrice
Unser Ziel war, in der Nähe Napiers zu übernachten. Nach fast 400 km kamen wir dort gegen Mittag an. Während uns die Südinsel mit ein paar sonnigen Tagen verabschiedet hatte, setzt in Napier ein herbstlicher Regen ein, der uns für die nächsten 48 Stunden pausenlos begleiten sollte. Die Wettervorhersage versprach keine Besserung und Niederschlag in ganz Neuseeland bis zum Wochenende. Wir ließen uns durch dieses miesepetrige Situation allerdings nicht die Laune verderben. Wir schauten uns Napier kurz an, dass für seine Art-Deco Gebäude berühmt ist.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, fuhren wir auf einen Campingplatz in der Nähe Napiers. Da es vom Himmel goss, konnten wir leider unsere durch die letzte Nacht steifen Gliedmaßen nicht bei einer kurzen Wanderung bewegen. Ein Zelt bezeichnet als Speisekabine, die wir mit Paulo erworben hatten, konnten wir endlich mal aufbauen und uns so beim Kochen und Essen etwas vom Regen schützen. Wir machten uns ein Chili con Carne und waren über dessen gute Qualität überrascht. Total müde vielen wir nach dem Essen in unser Bett.
Am Dienstag wollten wir eigentlich in den Te Urewera Nationalpark, den noch einzig existierenden Primärwald (Urregendwald) in Neuseeland. Das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete immer noch. Obwohl wir die feste Absicht hatten, eine Wanderung auch im Regen zu machen, änderten wir unsere Pläne kurz vor Erreichen des Nationalparks. Wir wussten nicht, wie der Zustand des 100 km langen Feldweges durch den Regenwald war und wollten uns und Paulo diese Strapazen nicht aufzwängen.
Durch unsere neuen Pläne fuhren wir weiter in Richtung Gisborne, wo der Regen nur noch stärker wurde. Paulos Scheibenwischer hatten einiges zu tun, während wir nur graue Wolken und verregnete Landschaften sahen. Anja und ich entschieden uns, nach den 400 km weitere 400 km in Richtung Nordosten in Richtung Bay of Plenty (Bucht des Überflusses) zu fahren, welches eine wichtige Anbauregion ist. Wir quälten uns durch die Berge und hatten keine Hoffnung auf eine Wetterbesserung. Als wir allerdings das Tal auf der anderen Seite der Berggipfel erreichten, glaubten wir unseren Augen nicht. Zuerst hörte der Regen auf und dann erhellten sich die Wolken. Irgendwann rissen diese dann auf und die Sonne lugte hindurch. Anja und ich wären über eine Regenpause froh gewesen. Aber das sogar die Sonne schien, konnten wir gar nicht richtig fassen. Voller Überschwänglichkeit erreichten wir die Küste der Bucht und genossen das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Wir übernachteten auf einem Campingplatz hinter Dünen und konnten uns endlich bei einem Strandlauf frei bewegen.
Unser Ziel für den Mittwoch war klar gewesen. Wir wollten zu Dans Campingwagen, der auf der Coromandel Halbinsel, einem beliebten Wochenendziel der Aucklander, steht. Er hatte uns den Schlüssel dafür gegeben. Im Ort Mt. Manganui, welcher ein beliebtes Urlaubsziel ist, da er einen tollen Strand hat, füllten wir wieder unsere Vorräte auf. Auf dem Parkplatz sah ich, dass ein Reifen bedenklich wenig Luftdruck hatte. Da wir auch Tanken mussten, füllte ich diesen sowie die anderen drei Reifen nochmals, so dass wir sorgenfrei weiter fahren konnten.
Wir hatten kein Obst für das Früchtemonster unter uns im Supermarkt besorgt, so dass wir außerorts im nächst besten Geschäft noch einmal anhielten. Beim Aussteigen hörten wir ein Zischen und wussten sofort, woher dieses kam. Wir brauchten auch nicht lange nach dem Übeltäter zu suchen, denn ein metallener Nagelkopf schaute uns frech aus unserem Reifen an. Die Frau im Obstgeschäft verwies uns an Ted, dessen Werkstatt glücklicher Weise nur 3 Minuten entfernt war. Ted, etwa 60, empfing uns freundlich und beauftragte seinen vermutlichen Bruder oder Nachbarn Chris, mit der Reparatur zu beginnen. Er lud uns zu einer Tasse Tee im Mechanikerraum ein, aber wir verneinten dankbar, da wir die unerwartet scheinende Sonne genießen wollten. Es dauerte nicht lange und Chris präsentierte uns einen etwa 8 cm langen Bolzen mit Mutter, der sich in unseren Reifen gerammt hatte. Nach ungefähr 20 Minuten war der Reifen wieder drauf. Da wir mit Ted noch ein nettes Pläuschchen hatten, schenkte er uns als Andenken nicht nur den Bolzen sondern auch den Firmenkalender der Werkstatt. Wie schon so oft, waren wir über die Freundlichkeit der Kiwis beeindruckt.
Am Nachmittag erreichten wir Pauanui, wo der Campingwagen stand. Hier hatten wir endlich wieder eine Toilette und eine heiße Dusche für uns ganz allein und merkten, dass das ein ganz schöner Luxus war. Das Wetter war noch so gut, dass wir einen kurzen Strandspaziergang machen konnten. Letztendlich waren wir über 200 km gefahren, so dass wir 1000 km nach der nächtlichen Fährfahrt in drei Tagen voll gemacht hatten. Das bedeutete, dass wir uns am Donnerstag einfach nur ausruhen wollten. Diese Entscheidung fiel uns nicht schwer, da es auch wieder angefangen hatte zu nieseln. Wir spazierten vormittags noch einmal kurz durchs Dorf und kauften uns ein Eis jeder und eine Zeitung im kleinen Supermarkt. Bis auf einen Lauf am Nachmittag war dann aber auch schon genug getan für den Tag.
Wir wollten allerdings die Coromandel Halbinsel nicht verlassen, ohne noch zwei vermeintliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Leider regnete es am Freitag wieder. Während ich wohl noch ein paar längere Minuten im Campingwagen ausgehalten hätte, musste sich die Husche bewegen. Wir fuhren zuerst zu Cathedral Cove, welche eine Sandbucht ist, dessen Sandstein vom Meer gezeichnet worden ist. Wir genossen den Spaziergang, mussten etwas durch den Busch klettern, da der Hauptweg beschädigt war, bevor wir den höhlenähnlichen Felsendurchbruch zwischen zwei Buchten erreichten. Während der ganzen Zeit waren natürlich auch andere Touristen dort unterwegs. Als allerdings eine Busladung Jugendlicher ankam, war es Zeit für uns zu gehen. Den zweiten Stopp machten wir am Hot Water Beach. Dort fließt aus einer unterirdischen Quelle kochend heißes Wasser ins Meer. Die Quelle kann aber nur bei Ebbe besucht werde. Obwohl diese gerade erst eingesetzt hatte und die besten Stellen erst spürbar wurden, hatte sich bereits eine wilde Gruppe mit Schaufeln bewaffnete, besessene Touristen versammelt. Diese buddelten sich Pools, in die sie sich setzen wollten, welche aber von den immer noch hohen Wellen weggespült wurden. Dies stoppte sie aber keinen Moment, so dass sie alle fünf Minuten mit neuen Pools begannen. Wir fühlten die Hitze im Sand und konnten kaum auf den Quellen stehen. Da es aber wieder begann zu regnen, verabschiedeten wir uns und kuschelten uns bei Keksen und Kaffee zurück in unseren Campingwagen.
Am Samstag fuhren wir dann zurück nach Auckland. Erholt von den letzten Tagen, hatten wir nun die undankbare Aufgabe, Paul verkaufen zu müssen. Wir wussten, dass das Ende der Saison angekommen ist und dass das Verkaufen unmöglich sein könnte. So fuhren wir am Sonntagmorgen zum Automarkt und waren kaum überrascht, dort dutzende Camper in unserer Situation vor zu finden. Wir wussten das Paulo sehr alt im Vergleich zu den anderen Autos ist, hatten ihn aber gekauft, da er sich durch seinen 4-Rad-Antrieb und die Bodenfreiheit von den meisten unterscheidet. Obwohl sich ein paar Leute Paul anschauten und einige sich nach ihm umdrehten, hatten wir keinen Erfolg. Es war der erste Versuch und wir hätten ihn wahrscheinlich auch nicht gekauft, da sein neuseeländischer TÜV Mitte Mai sowie seine Registrierung Ende April auslaufen.
Mit dem TÜV beschäftigten wir uns dann gestern. Es war ein bisschen unfair, dass sich genau gestern das Wetter wieder auf 20 Grad und Sonnenschein verbessert hat und wir nicht mehr am Strand sein konnten. Als Erstes fuhren wir zu einer offiziellen TÜV-Abnahmestelle. Wie wir vermutet aber nicht gehofft hatten, schaffte Paul diese Prüfung leider nicht. Allerdings waren die Gründe nicht die Schlimmsten. Ein Vorderreifen und ein Frontlicht mussten ersetzt werden. Wir machten uns gleich daran und telefonierten ein paar Läden nach Reifen aus zweiter Hand ab. Wir erfuhren das unser Modell kaum noch hergestellt wird, was uns beim Alter nicht wunderte. Allerdings wurden wir im Süden Aucklands fündig und machten uns sofort auf den Weg. Sie hatten zwei Reifen und wir entschieden uns, gleiche beide Frontreifen auswechseln zu lassen. Als der Reifenhändler unseren Wagen sah, meinte er auch sofort, dass wir mit einem Panzer unterwegs sind und dieser eigentlich im Irak sein sollte. Er empfahl uns auch gleich eine Werkstatt, die unser Licht reparierte. Im Gegensatz zu einem Austausch einer Glühbirne musste das ganze Licht ausgewechselt werden. Das hätten wir wahrscheinlich auch selbst hinbekommen, aber da die Jungs freundlich und schnell bei der Hand waren, ließen wir es von ihnen erledigen.
Heute sind wir dann noch einmal zum TÜV gefahren und haben die Plakette für die nächsten 6 Monate erhalten. Juchhuu! Wir ließen auch gleich die Registrierung um weitere 3 Monate verlängern. Jetzt haben wir unsere Hausaufgaben erledigt. Obwohl die Ausgaben sich in Grenzen gehalten haben und sie nicht zu kompliziert zu organisieren waren, läppern sie sich doch zusammen. Leider müssen wir auch noch mit dem Preis runter, um bessere Chancen zu haben. Wir hätten uns unsere letzten Tage in Neuseeland entspannter vorgestellt, wussten aber, welches Risiko wir mit Paul eingegangen sind. Wir überlegen uns auch noch ein paar andere Lösung, falls wir diese Woche nicht erfolgreich sein sollten, da im September in Neuseeland die Rugby WM statt findet und der Markt für Campervans ein ganz anderer ist als jetzt.
Am Wochenende werden wir euch dann berichten, zu welchem Ergebnis unsere Versuche geführt haben. Bis dahin grüßen Euch
Anja und Patrice
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Sonntag, 20. März 2011
Auf Wiedersehen Südinsel
anjapat, 06:59h
Heute ist unser letzter Tag auf der Südinsel Neuseelands und wir verabschieden uns mit wunderschönen Erinnerungen. Dabei denken wir an die unterschiedlichsten Landschaften, interessanten Begegnungen und spannenden Wanderungen.
Im Mt. Cook Tal machten Anja und ich eine drei Stunden Wanderung zum Hooker Gletscher durch das nach ihm benannte Tal. Leider hatte sich das Wetter im Vergleich zum Vortag dahingegehend verschlechtert, dass ein steifer Wind blies, der die Berge mit Wolken verdeckte und die Temperaturen etwas sinken ließ. Daher hatten wir keinen Ausblick auf den Mt Cook, der normaler Weise das Tal dominiert. Als wir den Hooker See und Gletscher erreichten, pfiff uns der Wind dermaßen um die Ohren, dass ich Anja schon wegfliegen sah. Sie blieb aber standhaft. Nach dem Hooker Gletscher fuhren wir noch zum Tasman Geltscher, der der größte seiner Art in Neuseeland ist. Man kann Bootstouren zur Zunge machen und wir sahen, wie ein kleines dieser Boote sich wie eine Ameise einem Elefanten näherte. Die Größe und vor allem das ausgeschürfte Tal waren im Vergleich zu den Mitstreitern sehr imposant. An diesem Abend fuhren wir nicht weit und übernachteten am See Tekapo.
Nach einem guten Frühstück entschieden wir uns am Dienstag, so schnell wie möglich an die Nordküste der Insel zu kommen. Wir wollten noch ein paar entspannte Tage im Norden genießen und bis zu unserer Fährfahrt den Druck aus den letzten Tagen rausnehmen. So fuhren wir auch etwas zügiger durch die Region Christchurch, wo immer noch mit Nachbeben gerechnet wird. Durch unseren Kilometerrausch passierten wir andere Nationalparks, die wir bei etwas mehr Zeit wohl besucht hätten, waren aber nicht traurig, da wir die wichtigsten besucht hatten.
Am Mittwoch erreichten wir die Mauria Springs und sprangen in die von geo-thermalen Wasser gefüllten Felsenpools. Anja und ich genossen das heisse Bad zwischen den wolkenverhangenen Bergen, obwohl die blutrünstigen Sandfliegen uns zu stechen versuchten. Mit ihnen hatten wir bereits auf der ganzen Südinsel zu kämpfen und auch an den Pools wollten sie uns nicht in Ruhe lassen. So retteten wir uns in das japanische Badehaus, in dem man geschützt ins heiße Wasser steigen konnte. Allerdings waren die Becken nach japanischer Tradition zwischen Männlein und Weiblein getrennt, was uns nicht wirklich gefiel.
Weiter ging es in Richtung Norden und bald erreichten wir die Tasman Region. Dieses Gebiet ist für seine Plantagen bekannt und wir fuhren an Apfel-, Birnen-, Kiwi- und Weinfeldern vorbei. Jetzt wussten wir, wie Kiwipflanzen aussahen und wie diese ehemalige chinesische Stachelbeeren an Büschen ähnlich wie Weinstöcke wachsen. An der Küste angekommen, stellten wir sofort fest, dass wir uns weiter nördlich befanden. Wir hatten die Uhr der Jahreszeiten zurück gedreht, hatten den Herbstanfang hinter uns gelassen und befanden uns bei angenehmen warmen Temperaturen wieder in einem schönen, spätsommerlichen Wetter. Wir suchten einen schönen Campingplatz und genossen die Aussicht aufs Meer. Die letzten Tage hatten auch kulinarische Höhepunkte für, die nicht zu kurz kommen sollen. An diesem Abend kochten Anja und ich uns einen leckeren Kartoffelbrei, mit Buttererbsen und paniertem Rinderschnitzel.
Da wir den Druck und notwendige Kilometer zur Fähre von uns genommen hatten, die Paul übrigens in bester Manier gemeistert hatte, genossen wir es, einfach so in den Tag hinein zu leben. Nachdem wir ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt hatten, fuhren wir nach Motuika und buchten uns ein Wassertaxi. Wir hatten vor, einen Tag durch den Abel-Tasman-Nationalpark zu wandern und benötigten dafür eine Fahrt in eine der hunderten Buchten. Beim Buchen wurden wir darauf aufmerksam, dass es St. Patricks Day war, der Nationaltag der Iren. Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, suchten und fanden wir dann auch gleich ein Irish Pub, um diesen Tag mit den Iren zu begehen. Dort war einiges los und die meisten Gäste im traditionellen Grün gekleidet. Obwohl es erst kurz nach 13 Uhr war, tranken wir ein Bier auf die Iren. Leider gab es noch kein grünes Bier, welches erst später ausgeschenkt wurde. Auch hatten wir bei einer Tombola noch kein Glück.
Obwohl es sehr verlockend war, wollten wir den Rest des Nachmittages nicht im Pub verbringen und fuhren in das Dorf Marahau, in dem der Abel-Tasman-Track beginnt und das Wassertaxi startet. An der Goldsandy Bay beobachteten wir, wie mehrere Leute nach Muscheln suchen. Wir erinnerten uns an Olli und Chrissi und wie wir mit ihnen Muscheln auf der Nordinsel gegessen hatten. Bestückt mit einer Tüte zogen wir los, um unser Glück zu suchen. Dabei hätten wir gar kein Glück gebraucht, denn es gab Muscheln, soweit das Auge reichte. Entweder brauchten wir sie nur aufsammeln oder ein bisschen nach ihnen wenige Zentimeter zu graben. Am Auto zurückgekehrt, erhielten wir von freundlichen Kiwis, die gleichzeitig nach Muscheln gesucht hatten und diese sofort an der Bucht zubereiteten, ein paar Scharlotten, Knoblauch und Weißwein für die Zubereitung geschenkt. Allerdings verschoben wir das Kochen auf den Abend, da ich noch etwas an dem Regal in unserem Paul herumwerkelte, während Anja die Sonne bei einer schönen Tasse Tee genoss. Auf dem Campingplatz gab es dann den nächsten kulinarischen Genuss nach dem Tag zuvor. Als Vorspeise gab es Muscheln und Brot mit Avocado Cremé und als Hauptgericht dann ein schönes Lachsfilet in Knoblauch und Butter gebraten. Leider hatten wir uns im Supermarkt schon frische Muscheln gekauft, so dass wir unsere gefundenen nur teilweise dazumischten und den größeren Teil am nächsten Tag essen wollten. Nach ein paar Verkostungen fanden wir, dass unsere gefundenen besser als die gekauften Muscheln schmeckten. Dazu tranken wir eine schöne Flasche Weißwein und beendeten etwas untypisch denn nicht in der Kneipe und mit einem grünen Bier in der Hand diesen St. Patricks Day.
Am Freitag hieß es dann wieder zeitig aufstehen, denn unser Wassertaxi fuhr um 9 Uhr los. Etwas gehetzt, da es etwas knapp war, starteten wir unseren nächsten Wandertag. Unser Bootsman zeigte uns ein paar Sehenswürdigkeiten, wie den gespaltenen Stein, und erzählte die Geschichte der Region. Dies war sehr interessant aber viel spannender waren die vielen Buchten und goldenen Strände, die wir während der Fahrt entdeckten. Die Berge im Hintergrund waren wieder mit einem wilden Wald bewachsen, durch den unser Track führen würde. An der Bark Bucht wurden Anja und ich und weiter Wandergesellen abgesetzt und der Track konnte losgehen. Wir hatten bestes Wetter, denn es war herrlich warm und keine Wolke zeigte sich am Himmel. Das bedeutete, dass unsere letzte Wanderung auf der Südinsel noch einmal ein entspannter Höhepunkt werden konnte. Nach zwei Stunden erreichten wir ein große Bucht, in der wir uns ausruhten, unsere Müsliriegel und Äpfel aßen und ich in ins Wasser sprang. Dabei warteten wir auf die Ebbe, da wir so durch eine Bucht abkürzen konnten, die sonst bei Flut überspült ist. Nachdem sich das Wasser gehörig zurück gezogen hatte, ging es weiter. Dabei störten wir ein paar Austernfischer, die sich Dank der Ebbe an den freiliegenden Muscheln verköstigen konnten. Anja und ich meisterten den Marsch nach weiteren 4 Stunden an wunderschönen Stränden und Buchten vorbei und erreichten etwas fußlahm Paulo. An diesem Abend wollten wir den Rest unserer Muscheln essen, mussten allerdings durch einen ungenießbares Duft feststellen, dass der Sonnenschein des Tages die Muscheln in Paulos so aufgehitzt hatte, dass uns beim Geruch fast schlecht wurde. Auf dem Campingplatz konnten wir sie leider nur noch entsorgen.
Gestern (Samstag) sind wir dann entspannt Richtung Fährort Picton aufgebrochen. Wir stoppten im größten Ort hier oben namens Nelson und entdeckten zu unserer Freude einen deutschen Metzger in seinem "Wurstladen". Wir entschieden uns sofort, an unserem letzten Abend auf der Südinsel Bratwürst imt Nudelsalat zu essen. Da wir durch die Weinregion Malborough mussten, welche für erstklassige Weißweine bekannt ist, entschieden wir uns, zum Abschluss noch eine Verkostung mitzumachen. Man kann von Gut zu Gut tingeln und die besten Weine kosten. Wir hielten einfach bei Framington an und da uns der Pinot Gris sehr gut schmeckte und die Damen sowie die Verkostung sehr angenehm waren, nahmen wir gleich eine Flasche für den Abend mit. Etwas ungwöhnlich, gab es gestern Abend dann Thüringer Bratwürste mit Nudelsalat und einer selbst ausgesuchten und verkosteten Flasche 2008 Pinot Gris von Framingtons.
Heute hatten wir dann nur noch 18 km zu fahren und entspannen mittlerweile in Picton. Die Sonne scheint, der Wind bläst eine frische Brise und wir schwelgen in den Erinnergunen unserer wunderschönen Erlebnisse auf der Südinsel. Unsere Fähre geht um 23 Uhr und wir werden morgens um 2 Uhr Wellington erreichen, wo wir uns erstmal ausruhen werden. Nächste Woche fahren wir dann über Napier die Ostküste der Nordinsel entlang und freuen uns auf ein paar entspannte Tage in Dans Bungalow bevor es erstmal zurück nach Auckland geht.
Bis dahin senden wir euch die besten Grüße
Anja und Patrice
PS: Die Geschehnisse in der Welt bekommen wir natürlich auch mit und sind mit sorgenvollen Gedanken betroffen. Unsere Freunde in Japan sind bisher vom Erdbeben und seinen Folgen verschont geblieben und wohlauf. Was in Lybien passiert ist natürlich auch schrecklich und wir können nur hoffen, dass dort bald wieder ein friedliches Miteinander einzieht.
Im Mt. Cook Tal machten Anja und ich eine drei Stunden Wanderung zum Hooker Gletscher durch das nach ihm benannte Tal. Leider hatte sich das Wetter im Vergleich zum Vortag dahingegehend verschlechtert, dass ein steifer Wind blies, der die Berge mit Wolken verdeckte und die Temperaturen etwas sinken ließ. Daher hatten wir keinen Ausblick auf den Mt Cook, der normaler Weise das Tal dominiert. Als wir den Hooker See und Gletscher erreichten, pfiff uns der Wind dermaßen um die Ohren, dass ich Anja schon wegfliegen sah. Sie blieb aber standhaft. Nach dem Hooker Gletscher fuhren wir noch zum Tasman Geltscher, der der größte seiner Art in Neuseeland ist. Man kann Bootstouren zur Zunge machen und wir sahen, wie ein kleines dieser Boote sich wie eine Ameise einem Elefanten näherte. Die Größe und vor allem das ausgeschürfte Tal waren im Vergleich zu den Mitstreitern sehr imposant. An diesem Abend fuhren wir nicht weit und übernachteten am See Tekapo.
Nach einem guten Frühstück entschieden wir uns am Dienstag, so schnell wie möglich an die Nordküste der Insel zu kommen. Wir wollten noch ein paar entspannte Tage im Norden genießen und bis zu unserer Fährfahrt den Druck aus den letzten Tagen rausnehmen. So fuhren wir auch etwas zügiger durch die Region Christchurch, wo immer noch mit Nachbeben gerechnet wird. Durch unseren Kilometerrausch passierten wir andere Nationalparks, die wir bei etwas mehr Zeit wohl besucht hätten, waren aber nicht traurig, da wir die wichtigsten besucht hatten.
Am Mittwoch erreichten wir die Mauria Springs und sprangen in die von geo-thermalen Wasser gefüllten Felsenpools. Anja und ich genossen das heisse Bad zwischen den wolkenverhangenen Bergen, obwohl die blutrünstigen Sandfliegen uns zu stechen versuchten. Mit ihnen hatten wir bereits auf der ganzen Südinsel zu kämpfen und auch an den Pools wollten sie uns nicht in Ruhe lassen. So retteten wir uns in das japanische Badehaus, in dem man geschützt ins heiße Wasser steigen konnte. Allerdings waren die Becken nach japanischer Tradition zwischen Männlein und Weiblein getrennt, was uns nicht wirklich gefiel.
Weiter ging es in Richtung Norden und bald erreichten wir die Tasman Region. Dieses Gebiet ist für seine Plantagen bekannt und wir fuhren an Apfel-, Birnen-, Kiwi- und Weinfeldern vorbei. Jetzt wussten wir, wie Kiwipflanzen aussahen und wie diese ehemalige chinesische Stachelbeeren an Büschen ähnlich wie Weinstöcke wachsen. An der Küste angekommen, stellten wir sofort fest, dass wir uns weiter nördlich befanden. Wir hatten die Uhr der Jahreszeiten zurück gedreht, hatten den Herbstanfang hinter uns gelassen und befanden uns bei angenehmen warmen Temperaturen wieder in einem schönen, spätsommerlichen Wetter. Wir suchten einen schönen Campingplatz und genossen die Aussicht aufs Meer. Die letzten Tage hatten auch kulinarische Höhepunkte für, die nicht zu kurz kommen sollen. An diesem Abend kochten Anja und ich uns einen leckeren Kartoffelbrei, mit Buttererbsen und paniertem Rinderschnitzel.
Da wir den Druck und notwendige Kilometer zur Fähre von uns genommen hatten, die Paul übrigens in bester Manier gemeistert hatte, genossen wir es, einfach so in den Tag hinein zu leben. Nachdem wir ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt hatten, fuhren wir nach Motuika und buchten uns ein Wassertaxi. Wir hatten vor, einen Tag durch den Abel-Tasman-Nationalpark zu wandern und benötigten dafür eine Fahrt in eine der hunderten Buchten. Beim Buchen wurden wir darauf aufmerksam, dass es St. Patricks Day war, der Nationaltag der Iren. Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, suchten und fanden wir dann auch gleich ein Irish Pub, um diesen Tag mit den Iren zu begehen. Dort war einiges los und die meisten Gäste im traditionellen Grün gekleidet. Obwohl es erst kurz nach 13 Uhr war, tranken wir ein Bier auf die Iren. Leider gab es noch kein grünes Bier, welches erst später ausgeschenkt wurde. Auch hatten wir bei einer Tombola noch kein Glück.
Obwohl es sehr verlockend war, wollten wir den Rest des Nachmittages nicht im Pub verbringen und fuhren in das Dorf Marahau, in dem der Abel-Tasman-Track beginnt und das Wassertaxi startet. An der Goldsandy Bay beobachteten wir, wie mehrere Leute nach Muscheln suchen. Wir erinnerten uns an Olli und Chrissi und wie wir mit ihnen Muscheln auf der Nordinsel gegessen hatten. Bestückt mit einer Tüte zogen wir los, um unser Glück zu suchen. Dabei hätten wir gar kein Glück gebraucht, denn es gab Muscheln, soweit das Auge reichte. Entweder brauchten wir sie nur aufsammeln oder ein bisschen nach ihnen wenige Zentimeter zu graben. Am Auto zurückgekehrt, erhielten wir von freundlichen Kiwis, die gleichzeitig nach Muscheln gesucht hatten und diese sofort an der Bucht zubereiteten, ein paar Scharlotten, Knoblauch und Weißwein für die Zubereitung geschenkt. Allerdings verschoben wir das Kochen auf den Abend, da ich noch etwas an dem Regal in unserem Paul herumwerkelte, während Anja die Sonne bei einer schönen Tasse Tee genoss. Auf dem Campingplatz gab es dann den nächsten kulinarischen Genuss nach dem Tag zuvor. Als Vorspeise gab es Muscheln und Brot mit Avocado Cremé und als Hauptgericht dann ein schönes Lachsfilet in Knoblauch und Butter gebraten. Leider hatten wir uns im Supermarkt schon frische Muscheln gekauft, so dass wir unsere gefundenen nur teilweise dazumischten und den größeren Teil am nächsten Tag essen wollten. Nach ein paar Verkostungen fanden wir, dass unsere gefundenen besser als die gekauften Muscheln schmeckten. Dazu tranken wir eine schöne Flasche Weißwein und beendeten etwas untypisch denn nicht in der Kneipe und mit einem grünen Bier in der Hand diesen St. Patricks Day.
Am Freitag hieß es dann wieder zeitig aufstehen, denn unser Wassertaxi fuhr um 9 Uhr los. Etwas gehetzt, da es etwas knapp war, starteten wir unseren nächsten Wandertag. Unser Bootsman zeigte uns ein paar Sehenswürdigkeiten, wie den gespaltenen Stein, und erzählte die Geschichte der Region. Dies war sehr interessant aber viel spannender waren die vielen Buchten und goldenen Strände, die wir während der Fahrt entdeckten. Die Berge im Hintergrund waren wieder mit einem wilden Wald bewachsen, durch den unser Track führen würde. An der Bark Bucht wurden Anja und ich und weiter Wandergesellen abgesetzt und der Track konnte losgehen. Wir hatten bestes Wetter, denn es war herrlich warm und keine Wolke zeigte sich am Himmel. Das bedeutete, dass unsere letzte Wanderung auf der Südinsel noch einmal ein entspannter Höhepunkt werden konnte. Nach zwei Stunden erreichten wir ein große Bucht, in der wir uns ausruhten, unsere Müsliriegel und Äpfel aßen und ich in ins Wasser sprang. Dabei warteten wir auf die Ebbe, da wir so durch eine Bucht abkürzen konnten, die sonst bei Flut überspült ist. Nachdem sich das Wasser gehörig zurück gezogen hatte, ging es weiter. Dabei störten wir ein paar Austernfischer, die sich Dank der Ebbe an den freiliegenden Muscheln verköstigen konnten. Anja und ich meisterten den Marsch nach weiteren 4 Stunden an wunderschönen Stränden und Buchten vorbei und erreichten etwas fußlahm Paulo. An diesem Abend wollten wir den Rest unserer Muscheln essen, mussten allerdings durch einen ungenießbares Duft feststellen, dass der Sonnenschein des Tages die Muscheln in Paulos so aufgehitzt hatte, dass uns beim Geruch fast schlecht wurde. Auf dem Campingplatz konnten wir sie leider nur noch entsorgen.
Gestern (Samstag) sind wir dann entspannt Richtung Fährort Picton aufgebrochen. Wir stoppten im größten Ort hier oben namens Nelson und entdeckten zu unserer Freude einen deutschen Metzger in seinem "Wurstladen". Wir entschieden uns sofort, an unserem letzten Abend auf der Südinsel Bratwürst imt Nudelsalat zu essen. Da wir durch die Weinregion Malborough mussten, welche für erstklassige Weißweine bekannt ist, entschieden wir uns, zum Abschluss noch eine Verkostung mitzumachen. Man kann von Gut zu Gut tingeln und die besten Weine kosten. Wir hielten einfach bei Framington an und da uns der Pinot Gris sehr gut schmeckte und die Damen sowie die Verkostung sehr angenehm waren, nahmen wir gleich eine Flasche für den Abend mit. Etwas ungwöhnlich, gab es gestern Abend dann Thüringer Bratwürste mit Nudelsalat und einer selbst ausgesuchten und verkosteten Flasche 2008 Pinot Gris von Framingtons.
Heute hatten wir dann nur noch 18 km zu fahren und entspannen mittlerweile in Picton. Die Sonne scheint, der Wind bläst eine frische Brise und wir schwelgen in den Erinnergunen unserer wunderschönen Erlebnisse auf der Südinsel. Unsere Fähre geht um 23 Uhr und wir werden morgens um 2 Uhr Wellington erreichen, wo wir uns erstmal ausruhen werden. Nächste Woche fahren wir dann über Napier die Ostküste der Nordinsel entlang und freuen uns auf ein paar entspannte Tage in Dans Bungalow bevor es erstmal zurück nach Auckland geht.
Bis dahin senden wir euch die besten Grüße
Anja und Patrice
PS: Die Geschehnisse in der Welt bekommen wir natürlich auch mit und sind mit sorgenvollen Gedanken betroffen. Unsere Freunde in Japan sind bisher vom Erdbeben und seinen Folgen verschont geblieben und wohlauf. Was in Lybien passiert ist natürlich auch schrecklich und wir können nur hoffen, dass dort bald wieder ein friedliches Miteinander einzieht.
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