Montag, 14. März 2011
Die Leiden des Paul P.
Heute ist der Geburtstag eines unserer Schutzengel. Omi Erika wäre heute 91 Jahre alt geworden, überwacht uns allerdings seit 19 Jahren aus einer höheren Sphäre. Alles Gute und vielen lieben Dank, dass du uns die ganzen Jahre beschützt hast!

Nachdem wir uns letztes Wochenende von unserer Wanderung erholt hatten, fuhren wir am Montag an die Mavora Lakes, die herrlich von Bergen umrahmt sind. Diese wunderebare Landschaft nutzte Peter Jackson wieder für den Herr der Ringe Film. Dort wurden zum Beispiel der Abschied Frodos und Sams von den Gefährten gedreht, aber auch das Massaker and den Orks und die Flucht von Merrie und Pippin sowie das Wiedersehen mit Gandalf in Fangorn. Es gab also einiges für uns zu entdecken. Wir entschieden uns für eine Jogging-Wanderung zu einer Hütte, die letztendlich doch 20 km lang war. Obwohl es nicht mehr regnete, mekelten wir ein bisschen über die kalten Temperaturen. Sie lagen bei fünf Grad in der Nacht, so dass wir uns wieder in unserem Bett vergruben.

Am nächsten Tag quälten wir uns den Feldweg zurück und fuhren zu einem weiteren See namens Monowai. Dort genossen wir die Ruhe und einen herrlichen Ausblick übers Wasser. Wir übernachteten auf dem kleinen Campingplatz im Wald und kamen abends mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Sie hießen Gabriel und Uwe und waren zwei junge Burschen aus Freiberg in Sachsen. Sie reisen ein Jahr lang durch Neuseeland und haben bereits 8 Monate hier verbracht. Als wir von unserer Reise erzählten, merkten wir, wie unterschiedlich wir doch unterwegs waren.

Mittwoch begaben wir uns auf den südlichen Landschaftshighway Richtung Invercargill, der südlichsten Stadt Neuseelands. Das Brummen, das Paul stöhnend seit ein paar Tagen von sich gab, verschlimmerte sich auf dieser Fahrt so sehr, dass wir es kaum noch aushalten konnten. Anja bekam Kopfschmerzen und ich merkte, wie sehr er sich ab 70 km/h aufschaukelte. Er gab bereits seit der Nordinsel ein Schleifgeräusch im Zweirad-Antriebsmodus von sich, welches wir eigentlich in Taupo repariert haben wollten, aber die Mechaniker nichts fanden. Jetzt brummte es im Vierradantrieb, so dass uns die Schädel platzten. In Invercargill waren wir froh, dass wir gemäßigt durch den Ort fahren konnten und verdrängten die Geräusche der Fahrt. Wir luden unsere Vorräte auf, tankten Paulo noch einmal voll und wollten nur noch schnell einen Kaffee trinken und ins Internet. Beim Parken sahen wir voller Entsetzen, dass Paulo Wasser verlor. Es tropfte nicht, nein es floss aus dem Motorraum. Das war das eindeutigste Zeichen, dass er mechanische Zuneigung brauchte.

Wir fuhren sofort zu einer Werkstatt an einer BP-Tankstelle, die aber leider ausgebucht war uns aber zu John McKenzie Automitve schickte. John schaute unter den Wagen, konnte das Leck aber nicht finden. Er vertröstete uns auf den nächsten Tag und wollte Paul dann etwas genauer untersuchen. Wir mussten umplanen, da wir eigentlich nicht in Invercargill bleiben sondern weiter fahren wollten. Wir schliefen auf einem Campingplatz in der Nähe der Werkstatt, so dass Paulo ohne Flüssigkeit und völlig dehydriert nicht überhitzen konnte.

Donnerstagmorgen sahen wir, dass dicke Tränen von Paul hingen. Er schämte sich und hatte wohl doch ein bisschen Schiss vor der Untersuchung. Allerdings könnten es auch Tropfen des nächtlichen Regens gewesen sein. Wir fuhren zurück zur Werkstatt und übergaben mit einem etwas mulmigen Gefühl unseren geliebten Wagen. Johns Jungs wollten Paulo durchchecken, das Leck suchen und uns dann eine Kostenschätzung für die Reparatur geben.

Das Gute an dieser Situation war, dass wir uns ein wenig in Invercargill umschauten, was wir sonst nicht gemacht hätten. Nach einem kleinen Frühstück gingen wir in das örtliche Museum. Während die Gemäldegalerie etwas langweilig war, gab es doch ein paar Highlights zu entdecken. Zum Beispiel erfuhren wir die Geschichte von Burt Munro, der mit dem Motoradtyp "Flying Indian" Geschwindigkeitsrekorde seit den 1920ern bis in die 70er aufstellte und weltbrühmt wurde. Es wurde sogar ein Film über ihn gedreht und er durch Anthony Hopkins verkörpert. Des Weiteren wurde in dem Museum eine einzigartige Echsenart gezüchtet, die Tuataras, die es nur auf gewissen neuseeländischen Inseln gibt. Diese sind so alt wie Dinosaurier und haben seit dieser Zeit kaum eine genetische Veränderung erlebt, da sie abgeschottet leben. Das Alter des männlichen Exemplars wird auf über 110 Jahre geschätzt und wir schauten uns einen Bericht über seine Fortpflanzungs-schwierigkeiten an. Es war wahnsinnig spannend! Seitdem ein krebsartiger Tumor entfernt wurde, klappt es mit seiner Partnerin und beide konnten schon einigen Nachwuchs zeugen, welcher auch wieder ausgewildert wird. Es gab auch Informationen über die rauhen Verhätlnisse auf den diversen neuseeländischen Inseln, die in Richtung Antarktis liegen, und nicht besiedelt werden konnten.

Allerdings holte uns John aus diesen anderen Welten schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Er berichtete uns, dass die Wasserpumpe am Motor für das Leck verantwortlich war und ausgewechselt werden müsste. Zusätzlich gab er uns die Kostenschätzung und das der Eingriff wohl über 6 Stunden dauern würde. Anja und ich waren geschockt, hatten aber keine großen Alternativen, so dass wir der Reparatur zustimmten. Wir einigten uns darauf, dass wir Paul am Freitag in die Werkstatt bringen würden, so dass wir in der Nacht in ihm schlafen konnten. Als wir ihn abholten, waren wir alle ein bisschen betröppelt von der Situation. Das Verhältnis zwischen der Budgetverantwortlichen und dem Transportmittel war deutlich abgekühlt. Wir entschieden uns, an den Strand zu fahren und erstmal tief Luft zu holen. Nach einem Lauf und ein paar Luftsprüngen ging es uns wieder besser und unsere Laune hatte sich erholt. Wir mussten in den sauren Apfel beißen und die bitter Pille der Reparatur schlucken. Dies bedeutete aber, dass wir eine weitere Nacht auf dem Campingplatz in Invercargill, wo nicht viel los war, verbringen mussten. In der Stadt legten wir uns ein Kartenspiel zu, so dass wir abends jetzt des Öfteren Zocken konnten. Auch holten wir uns eine Kaffeemaschine, mit der wir richtigen Kaffee filtern und uns morgens verwöhnen können, und sagten endlich dem löslichen Pulver Adé.

Freitagmorgen waren wir alle gerüstet und brachten Paul zu seiner OP. Eigentlich hatten Anja und ich vor, einen Tagestrip zu machen, blieben aber letztendlich in der Stadt und der Nähe zum Auto. Wir vertrieben uns die Zeit mit Kaffeetrinken und Internetsurfen im südlichsten Starbucks und McDonalds der Welt. Es hatte auch was Positives, dass wir die Zeit hatten, denn ich konnte ein paar Hausaufgaben erledigen und den Newsletter über meine Jungs in Uganda schreiben. Anja entwickelte sich zu einem Bücherwurm und verschlang die Seiten ihres aktuellen Romanes. Nach über acht Stunden warten, rief John bei uns an und hatte gute Nachrichten. Der Eingriff war geglückt und die Wasserpumpe ausgewechselt. Des Weiteren hatten sich seine Mechaniker die Antriebe von Paul angeschaut, was ich ihm noch schnell gesagt hatte, und auch dort Reparaturen vorgenommen. Die beste Nachricht war jedoch, das dies weniger Kosten als veranschlagt verursacht hatte. Anja und ich waren darüber natürlich froh, obwohl wir das Geld für schönere Dinge hätten ausgeben können. Nichtdestotrotz stürmten wir zur Werkstatt und nahmen Paul wieder in unseren Besitz.
Wir ließen keine Zeit verstreichen und machten uns auf den Weg. Die Fahrt war ein Traum, denn Paulo surrte über den Highway. Er brummte nicht und es klapperte auch nicht mehr im Zweiradantrieb. Anja und ich waren super zufrieden. Johns Mechaniker hatten ganze Arbeit geleistet. Nach Invercargill wollten wir an die Südspitze der Südinsel, welche wir dann auch endlich am Abend erreichten. Bei einem herrlichen Sonnenuntergang, kochten wir unser Abendessen an den südlichsten Klippen mit Blick über den Ozean.

Am Samstag ging es dann weiter die Küste entlang und an bizarren Bäumen mit witzigen Sturmfrisuren vorbei. Wir fuhren durch den Catlins Nationalpark und machten an der Curio Bay halt. Diese ist bekannt für seine Gelb-Augen-Pinguine, die wir leider nicht sahen. Dafür erspähten wir die Rückenflossen einer Gruppe Hektordelfine, die wie kleine Zipfelmützen aus dem Meer schauten. Es schien, als ob sich die Delfine auch gerade ihre Morgenmahlzeit organisierten, denn sie kurvten vor der Küste hin und her. An dieser Stelle leben auch Seelöwen. Wir fanden ein Exemplar, dass sich in der Sonne ahlte und es sich gut gehen ließ. Viel berühmter ist die Bucht allerdings für seinen Fossilien-Wald. Ein 170 Mio. Jahre alter Wald wurde damals von einem Vulkanascheregen überschüttet und durch den starken Silikongehalt so konserviert, dass er später versteinerte. Wir konnten es nicht glauben, als wir über die alten Baumstämme und an Stümpfen vorbei gingen, die aussahen wie Holz, aber echtes Gestein waren. Es war unglaublich und einfach faszinierend. Des Weiteren besuchten wir auch noch ein paar Wasserfälle. Während die Niagara Fälle Neuseelands eine lustig-gemeinte Attraktion waren, boten die McLean Fälle einen weitaus schöneren und beieindruckenderen Anblick.

Da wir durch die Reparatur und den Aufenthalt in Invercargill zwei Tage verloren hatten, entschieden wir uns schweren Herzens, einen Bogen um Dunedin zu machen. Diese Stadt hat einen sehr starken schottischen Einschlag, das einzige Schloss Neuseelands, eine Albatrosskolonie und weitere Attraktionen zu bieten. Wir hätten sie wohl irgendwie in den Streckenplan quetschen können, aber wir bogen in die Region Otago ab. Central Otago ist berühmt für seine kargen und rauhen Landschaften, die wir auch bald erspähten. Die nackten bzw. mit Grasland bedeckten Berge boten uns den absoluten Kontrast zu den vom Regenwald bewachsenen Fjordland im Westen und den bewaldeten Hügeln der Südküste.

Es wird sich bizarr für euch in Deutschland/Europa anhören, aber wir merkten an der Färbung der Bäume, wie stark sich der Herbst hier anmeldet. Überall wird frisches Obst angeboten, da die Haupterntezeit eingesetzt hat. Für mich konnten wir Pfirsiche, Pflaumen und Birnen kaufen, während es Kirschen für die Kirsche gab. Wir übernachteten in St. Bathans, einem ehemaligen Goldgräberort und besuchten die ehemalige Mine, ohne dabei Glück zu haben. Das rauhe Klima der Gäste und des Barkeepers im Vulcan Hotel heute Kneipe und Hotel, welches 1863 eröffnet wurde, passten bestens zur Umgebung.

Die Landschaften Otagos wurden natürlich auch von Peter Jackson für die Herr der Ringe Trilogie genutzt. Vor allem die Szenen im Königreich Rohan wurden hier gedreht. Gestern am Sonntag fuhren wir durch das Ida Tal, welches der Hauptdrehort gewesen war.
Wir schlängelten uns weiter durch Otago und Waitaki durch herrliche Hügellandschaften und an Stauseen vorbei in Richtung Norden. Wir wollten zum Mt. Cook und schon bald erspähten wir diesen höchsten Berg Neuseelands. Mit 3754 m überragt und dominiert er das Panorama der südlichen Alpen. Auf dem Camping Platz angekommen, machten wir noch eine kurze Wanderung, um einen prächtigen Ausblick zu haben. Beim Sonnenuntergang, der den Berg in einem hellen Rot erleuchten ließ, genossen wir unser Abendessen und dachten noch einmal über die vergangene Woche nach.

Nächste Woche fahren wir weiter in Richtung Norden und werden noch den Abel-Tasman-Nationalpark besuchen, bevor wir Sonntagnacht wieder auf die Nordinsel übersetzen werden. Dann ist unsere Zeit auf der Südinsel leider schon vorbei. Vom Abel-Tasman und den nächsten Tagen berichten wir euch dann.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Sonntag, 6. März 2011
Du verwunschener Milfordsound Track
Hallo Ihr Lieben,

wir sind zurück in der Zivilisation mit dicken Waden und unvergesslichen Eindrücke des neuseeländischen Fjordlandes. Bevor wir jedoch zu unserer 4-tägigen Wanderung aufgebrochen sind, verlebten wir noch zwei ruhige Tage in Queenstown. Dieser Ort, im Südwesten der Südinsel, ist bekannt für seine Wasser- und Freizeitaktivitäten, wie Bungeejumping, Speedbootfahren oder Fallschirmspringen, die leider alle nicht in unser Budget passten. Queenstown ist der Hauptdrehort der "Herr der Ringe" Reihe. Wir entschieden uns, einige dieser Plätze abzufahren und sahen den Ort, an dem Isengard stand und seine Armee losschickte, an dem Boromir starb und Pippin und Merry von den Orchs entführt wurden. Wir besuchten den Anduin Fluss, den Ort, an dem Sam die Oliphanten erspähte und sahen die Fläche, die für einige Szenen in Mittelerde genutzt wurde. Als wir diese ganzen Szenen abfuhren, fühlten wir uns manchmal, als ob wir in jedem Moment auf eine Herde Orks oder Gruppe Hobbits treffen würden, was wir als recht lustig empfanden.

In Queenstown erledigten wir auch die letzten Vorbereitungen für unsere Wanderung. Wir kauften uns ein paar wärmere Schlafsäcke, da sich die Temperaturen in den Bergen in Richtung 0 Grad in der Nacht entwickelten. Des Weiteren besorgten wir uns neue Regenjacken, da im Fjordland immer mit Regen zu rechnen ist. Während der Wanderung wird in den Hütten keine Verpflegung angeboten. Daher deckten wir uns noch mit Fertiggerichten, Wasserflaschen, Müsliriegeln, Keksen und Äpfeln ein, damit wir ausreichend Nahrung für die nächsten Tage hatten. Wir fühlten uns bestens vorbereitet und machten uns auf den Weg zu unserer Wanderung nach Te Anau ins Fjordland.

Der Milford Sound Track ist angeblich einer der schönsten Wanderungen der Welt. Er ist auf 40 Leute limitiert und zeitig ausgebucht. Daher hatten Anja und ich auch bereits im Juli 2010 unsere Tickets für den Track gebucht. Umso mehr freuten wir uns, dass wir ihn jetzt laufen konnten. Man wird mit einem Boot über den See Te Anau geschippert und wandert dann von der Zivilisation ausgeschlossen durch Bergschluchten, um am anderen Ende über den wunderschönen Milford Sound Fjord transportiert zu werden. Es gibt weder Strassen noch Strom und man läuft durch den Regenwald des Fjordlandes.

In Te Anau holten wir unsere Tickets für die Boottransfers, Hütten und dem Rücktransport ab. Zusätzlich erhielten wir die letzten Informationen über die Wanderung. Die Strecke ist 53,5 km lang und auf 4 Tage mit 3 Übernachtungen verteilt. Das Höhenprofil versprach mit nur einem größeren Anstieg keine große Komplexität. Der Pass, den wir am 3. Tag zu überqueren hatten, lag auf 1154 m Höhe. Das sind ein paar Zentimeter mehr als das, was gewissen Brockenhexchen aus Zerbst einmal im Monat im Harz meistern. Das herausfordernde am Milford Track ist allerdings immer das Wetter, das kaum vorhersagbar ist. Ständig ist mit heftigen Niederschlägen zu rechnen, welche Überschwemmungen oder Erdrutsche verursachen. Des Weiteren kann es auf dem Pass jederzeit zu Hagel- oder Schneeschauern kommen.
Die Vorhersage für unsere Tage holte uns auch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Das Wetteramt hatte eine Sturmwarnung mit heftigen Niederschlägen und starken Winden herausgegeben. Uns wurde ein bisschen mulmig und auch das Touristenbüro konnte nicht bestätigen, ob die Wanderung stattfinden würde. Eine Absage wäre natürlich super ärgerlich gewesen, aber wir wollten erstmal abwarten. Wir hatten extra im Sommer gebucht, um schlechtem Wetter aus dem Weg zu gehen. Allerdings regnet es immer mindestens 200 Tage im Jahr, so dass die Chancen eher gering sind, keinen Regentag zu haben.

Wir suchten uns mit Paul einen schönen Platz am See Te Anau und hatten einen wunderbaren Sonnenuntergang. Dies war allerdings nur die Ruhe vor dem Sturm, denn um 0 Uhr war die Nacht vorbei und ein starker Wind setzte ein. Unser armer Paulo wurde in dieser Nacht erst stark gefönt, dann gewaschen, um dann noch mal gefönt zu werden. Er wurde hin und her geschaukelt, was auf der einen Seite an den starken Winden lag, auf der anderen allerdings an den Wurzeln der umstehenden Bäume, die das lockere Erdreich hoch und runterdrückten. Paulo beschützte uns tapfer und wir lagen warm in seiner Mitte. Allerdings bekam er als dank auch noch einen Ast auf den Kopf. Anja und ich konnten nicht schlafen und hofften nur, dass wir die Nacht heil überstehen würden. An unsere Wanderung dachten wir in diesem Moment nicht wirklich.

Nachdem der Sturm am Morgen nachgelassen hatte und wir noch ein wenig schlafen konnten, weckte uns unser Alarm viel zu früh. Es regnete in Strömen. In der Information erhielten wir die Auskunft, dass wir erstmal zum Boot fahren sollten, es aber immer noch nicht feststand, ob die Wanderung stattfinden würde. Mit einem etwas dünnen Nervenkostüm bereiteten wir unsere Schlaf- und Rucksäcke auf den schlimmsten Regen vor. Wir wickelten sie in Müllsäcke ein, da wir unseren angeblich wasserfesten Überziehern nicht vertrauten. Bestückt mit unseren Müllrucksäcken bestiegen wir die Fähre und setzten über. Jeder an Bord hoffte auf eine Wetterbesserung, doch diese kam nicht.

Am ersten Tag (Mittwoch) hatten wir nur eine Strecke von 5 km zu absolvieren. Wir liefen durch den Regen und tauchten in die Natur ein. Diese wilde Schönheit versprach einiges und war das, was man im Leben braucht. Das "Wilde" um neue interessante Dinge zu sehen. "Schönheit" ist immer gut für das Wohlbefinden und Gemüt. Die Kombination lässt die Herzen höher schlagen und die Seele tanzen. Auf der Strecke begrüßten uns die ersten Anwohner, welche kleine Robins, süße Singvögel, waren. Wir überquerten die ersten Flussläufe und balancierten uns über lange Hängebrücken. Majestätisch beobachteten die Bergspitzen aus dem Nebel, wie wir jeden Kilometer vorwärts kamen. Irgendwann hörten wir auf, die Wasserfälle zu zählen, da sich zu viele von ihnen die Wände herunterstürzten. Wilde Moose bewucherten die Bäume, die teilweise mit riesigen Stämmen in das grüne Dach des Regenwaldes ragten.
Bald erreichten wir die erste Hütte und konnten aus unseren durchnässten Schuhen und Klamotten raus. In der Hütte gab es Gas, so dass wir uns eine schöne warme Suppe und einen Tee kochen konnten. Auch wurde ein Feuer im Ofen angemacht und langsam kehrte die Wärme wieder. Wir machten uns mit den Mitreisenden bekannt, die für die nächsten Tage unsere Mitstreiter waren. Sie kamen aus Holland, Tschechien, Kanada, USA, Israel und Australien. Natürlich wurden wir nicht mit allen schnell warm, was sich allerdings über die nächsten Tage ändern sollte.

Unsere Ranger, Peter, hatte uns informiert, dass die Sturmwarnung immer noch bestand und wir mit Überschwemmungen zu rechnen hatten. Wir hatten am nächsten Morgen zeitig aufzustehen, so dass Anja und ich zeitig in den Schlafraum gingen und uns in unsere Schlafsäcke im Doppelstockbett kuschelten. Es war gut, dass wir uns neue Schlafsäcke gekauft hatten, denn die Temperatur sank auf 5 Grad. Ausserdem wurde das Fenster offen Gelassen, um dem sogenannten "Sockengas" entgegen zu wirken.
Am nächsten Morgen (Donnerstag) machte uns Peter bereits um 7 Uhr wach und gegen 7:45 Uhr waren wir auf der Strecke. Der Regen hatte nicht aufgehört, so dass wir die anstehenden 16,5 km wieder voll eingepackt angingen. Leider konnten wir wieder nur bedingt die Umgebung genießen, doch hatte sie im Regen und mit tiefhängenden Wolken ihren eigenen Scharm. Allerdings war der Regen nicht so stark wie erwartet, so dass die vorhergesagten Überschwemmungen ausblieben. Da wir so zeitig gestartet waren, erreichten wir die zweite Hütte sehr früh. Dort gab es allerdings ein Waschbecken und wir konnten uns mit sehr kaltem Wasser ein wenig Waschen. Die Rangerin, Keri, hatte immer noch keine guten Wetternachrichten für uns. Es war nicht klar, ob die Wanderung weiter gingen würde, da mit äusserst starken Winden besonders auf dem Pass zu rechnen war.

Tag Drei (Freitag) begann wieder gegen 7 Uhr, doch ließen wir uns nicht durch die Hektik anderer Wanderer anstecken und starteten erst kurz vor 9 Uhr. Vor uns lag der Anstieg auf 1154 m, was ungefähr 500 Höhenmeter für die ersten 2 Stunden bedeutete. Allerding war der Wind nicht so stark und es zeigten sich ein paar blaue Himmelsfetzen am grauen Wolkenhimmel, was uns froh stimmte. Der Anstieg war schwer, was hauptsächlich an unserem Gepäck lag, aber machbar. Nach zwei Stunden erreichten wir dann auch die Spitze und die Gedenkstätte, die an den ersten Entdecker erinnert. Der Wind war nicht sehr stark. Wir gingen an eine Felskante, die "12-Sekunde-Fall" heisst. Allerdings hatte uns Keri gewarnt, dass wir nicht zu nah an die Kante gehen sollten, da wir nicht herausfinden sollten, warum sie "12-Sekunden-Fall" genannt wurde. Die Wolken waren grau und dicht und boten uns keinen Ausblick. In diesem Moment jedoch öffneten sie sich plötzlich und erlaubten uns eine fantastische Aussicht. Anja und ich wussten sofort, dass es dieser Moment war, für den wir die Wanderung gemacht hatten. Wir waren unseren Schutzengeln dankbar, dass sie uns diesen Moment gegönnt hatten.

Nach einer kurzen Pause in der Passhütte, begann für uns der Abstieg, der über Wasserfälle und an Felskanten vorbeiführte. Der Wind hatte weiter nachgelassen und bald erreichten wir wieder die Baumgrenze und tauchten in den Regenwald ein. Diese eigentümliche Wildnis erinnerte uns daran, an welch besonderen Ort wir uns befanden. Es kam noch besser für uns, denn die Wolkendecke riss jetzt komplett auf und die Sonne schickte uns ihre Wärme ins wilde Dickicht. Die Wekas, nichtfliegende und hühnerähnliche Vögel, nutzten den Sonnenschein, um sich im Gras zu trocknen und zu wärmen. An diesem Tag hatten wir nur eine Strecke von 14 km zu absolvieren, allerdings bot sie einen Abstecher zu den höchsten Wasserfällen Neuseelands. Diese wollten wir natürlich nicht verpassen und machten den 1,5 Stunden Schlenker zum 580 m hohen Sutherland Wasserfall. Seine Wassermassen rauschten die Felsen herunter und dröhnten wie eine Düsenmaschine über unseren Köpfen. Bald erreichten wir dann die letzte Hütte unserer Wanderung und tauschten unsere Erlebnisse mit unseren Mitreisenden aus. Unterdessen hatte es wieder angefangen wie wild zu regnen. Der Ranger, Ian, versprach keine Wetterbesserung, doch hob er hervor, dass die Wettervorhersage der letzten Tage nie richtig eingetroffen war. Sehr beruhigt gingen wir ins Bett und schauten unserem letzten Tag entgegen.

Obwohl es die komplette Nacht durchgeregnet hatte, war der letzte Tag (Sonnabend) der erwartete Höhepunkt. Die Sonne schien und die Berge der Umgebung präsentierten ihr bestes Panorama. Die Strecke war mit 18 km die Längste, jedoch waren keine Höhenmeter mehr zu erklimmen. Wir genossen die Wanderung und liefen entspannt den Weg entlang. Nach 6 Stunden hatten wir das Ende der 53,5 km am Sandfly Point erreicht und noch einmal wunderschöne Ausblicke eingesammelt.

Das Beste sollte allerdings noch kommen. Das Transferboot brachte uns über den Milford Sound Fjord und wir konnten die atemraubende Landschaft zum Abschluss genießen. Der Track verlief für uns wie ein Film. Wir starteten mit Regen und den schlimmsten Befürchtungen und beendeten die Wanderung bei herrlichstem Wetter. Nach all den Strapazen haben wir die kleinen Dinge, wie trockene Füße, eine heiße Tasse Tee oder ein warmer Ofen, schätzen gelernt. Allerdings waren wir uns auch der großen Dinge bewusst, wie zum Beispiel der Möglichkeit, diese Wanderung überhaupt zu machen, sich mit Leuten aus der ganzen Welt auszutauschen und dieses Erlebniss mit einem PartnerIn zu teilen.

Heute verleben wir einen faulen Sonntag und erholen uns von den letzten Tagen. Wir sind in einen Camperpark gefahren, was 4 heiße Duschen hintereinander für uns bedeutet. In diesen Tagen ist das der absolute Luxus! Morgen fahren wir dann weiter und werden die Südspitze der Südinsel erkunden. Davon berichten wir dann beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice

PS: Das Erdbeben haben wir natürlich nicht vergessen. Leider ist die Zahl der Toten auf 148 gestiegen und es werden immer noch Personen vermisst. Teilweise sind die zerstörten Vororte wieder für den Verkehr freigegeben und Anwohner holen die wichtigsten Sachen aus ihren Häusern bzw. sind mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.


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Samstag, 26. Februar 2011
Der Osten bebt
Hallo,

Diese Woche steht im Schatten des schweren Erdbebens in Christchurch an der Ostküste der Südinsel, dass am Dienstag gegen Mittag stattgefunden hat. Das ganze Land ist geschockt, da es solche Tragödien nicht gewöhnt ist. Über 300 Leute werden noch vermisst und bisher wurden 98 Leichen gefunden. Wir verfolgen die Fortschritte jeden Tag und sind genauso traurig, wie alle anderen. Dieses Erdbeben hatte eine Stärke von 6,3 und obwohl es letzten September ein stärkeres von 7.1 gab, war es dieses Mal viel gravierender. Das Epizentrum lag in einem Vorort unweit der Stadtmitte und nur 5 km unter der Erde, während das andere 40 km entfernt und 10 km unter der Erde passierte. Dadurch wurden viel Gebäude in der Innenstadt in Mitleidenschaft gezogen. Das Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale, oder besser gesagt deren Turm und Teile des Daches sind eingestürzt, auf der sich um die 20 Touristen befanden. Viel schlimmer hat es allerdings einige Geschäftshäuser getroffen. Das Gebäude des Fernsehenkanals in Christchurch hat schätzungsweise bis zu 120 Leute unter sich begraben. Mit diesen Toten muss man noch rechnen. Unter anderem war dort eine Sprachschule für ausländische Studenten angesiedelt. Eine japanische Gruppe hatte gerade erst am Montag mit einem neuen Kurs begonnen.

Alle hier in Neuseeland sprechen seit Dienstag nur noch über ein Thema. Die Kiwis sind total geschockt und einige Touristen erzählen uns, dass sie teilweise ein paar Tage vorher selbst auf dem Kathedralenturm gestanden haben oder nur zwei Stunden vorher die Stadt verlassen hatten. Anja und ich haben vom Erdbeben erst am Nachmittag erfahren. Zum Zeitpunkt des Erdstoßes saßen wir im Auto und haben beim Kaffeetrinken in einem kleinen Ort die schrecklichen Bilder im TV gesehen. Wir waren geschockt und haben gespürt, wie es jedem an die Nieren ging. Glücklicherweise hatten wir uns entschieden, die Westküste entlang zu fahren.

Bevor wir jedoch auf die Südinsel übergsetzt sind, hatten wir noch einen entspannten Tag in Wellington. Am Samstag besuchten wir wie gesagt das Te Papa Nationalmuseum, in dem wir uns eine Fotoausstellung eines berühmten neuseeländischen Fotografen, die Anfänge der Besiedlung Neuseelands und die Exponate der hiesigen Tierwelt angeschaut hatten. Sonntags machten wir eine kleine Stadttour, liefen am Regierungsviertel vorbei und machten einen kleinen Ausflug mit der historischen Seilbahn. Diese fährt zum botanischen Garten auf einen Hügel der Stadt, von dem wir einen herrlichen Ausblick über die Bucht hatten. Abends genehmigten wir uns ein paar Biere in der Innenstadt, bevor wir hinter dem Museum in unserem Paul schliefen. Das war wohl der urbanste Schlafplatz, den wir auf unserer Reise haben werden, da er mitten in der Innenstadt lag. Allerdings waren wir überrascht, dass wir dort Internet hatten und dieses dort frei angeboten wurde.

Am Montagmorgen ging unser Interislander, die Fähre auf die Südinsel relativ früh, und wir standen mit Paul beim Sonnenaufgang in der Schlange. Es war einiges los und wir beeindruckt, wie viele Fahrzeuge auf die Fähre passten. Da momentan die Hauptreisezeit ist, war es weniger überraschend, dass es so viele waren. Irgendwann legte die Fähre dann ab und wir verließen den Hafen Wellington. Die Südinsel begrüßte uns bei bestem Wetter mit ihren Marlborough Sounds. Diese Region zeichnet sich durch ihre weichen grünen Hügel mit vielen Inseln und Halbinseln sowie kleinen Stränden aus. Es ist ein Paradies für Bootsführer, von denen einige unterwegs waren.

Wir gingen in Picton von Bord, freuten uns über den tollen Sonnenschein, füllten unsere Vorräte auf und fuhren in die Sounds. Wir entschieden uns die Nacht auf einem entlegenen Campingplatz in einer einsamen Bucht zu verbringen. Nachdem wir allerdings über 2 Stunden kurvige Serpentinen die Küste entlang gefahren waren, entschieden wir uns für einen nicht so entlegenen Ort. Wir fühlten uns wie nach einer Karusselfahrt und brauchten eine Pause. Da wir so zeitig unseren Paul parkten, konnten wir noch unser neues Angelset, das allerdings nur aus einer Rolle, einem Stück Blei und einem Haken bestand, ausprobieren. Leider hatten wir keinen Köder parat und suchten den Strand nach etwas Braubaren ab. Wir fanden zwei Muscheln und sogar eine frische Auster und meinten, dass dies für den ersten Versuch ausreichen müsste. Das tat es allerdings nicht und mehr als ein paar lächerliche Muschelbadeaktionen kamen dabei nicht heraus. Gut, dass wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, so konnten wir unsere Steaks grillen.

In der Nacht zum Dienstag regnete es sehr stark und auch der Morgen versprach keine Besserung. Nach einem kurzen Frühstück ging unsere Reise zurück über die kurvige Küstenstrasse bis zum Highway ins Landesinnere. Dort fuhren wir durch die Weinregion Marlborough und bestaunten die vielen Felder. Wir wissen, dass der Wein dort erstklassig ist, verschoben aber eine etwaige Verkostung auf unsere Rücktour. Da wir einige Kilometer hinter uns bringen wollten, bestand der Tag hauptsächlich aus Fahren. Wie bereits geschrieben, tranken wir im kleinen Örtchen Murchison einen Kaffee und erfuhren dort vom schrecklichen Erdbeben. Danach waren wir ziemlich kaputt und suchten uns ein stilles Plätzchen in einem Waldstück und spielten zur Abwechslung noch einmal Federball. Die Qualität der Bälle ließ immer noch zu wünschen übrig, aber wir hatten unseren Spass.

Am Mittwoch ging es weiter an die Küste und wir hielten in Westport an, da wir wieder unsere Vorräte auffüllen mussten. Wir ließen eine unserer Gasflaschen für unglaubliche $4,50 füllen, was mindestens drei Wochen Kochen bedeutet, und freuten uns über den Preis. Die Zeitungen waren voll vom Erdbeben und wir mussten uns erstmal einen Überblick verschaffen. In einem Cafe nutzten wir das Internet, um auch ein Lebenszeichen von uns abzugeben. Das Wetter hatte sich verbessert, so dass wir uns einen schönen Schlafplatz an der Küste suchten. Wir liefen eine Runde und während wir unser Abendessen zubereiteten, kamen wir mit Greg und Dan ins Gespräch, die ihren Arbeitstag bei ein paar Bier und Würstchen im Sonnenuntergang am Strand ausklingen ließen. Natürlich hatten sie nur ein Thema, da vor allem Dan Geologie studiert und gerade aus Christchurch kam und das Beben unverletzt miterlebt hatte.

Am Donnerstag ging es weiter die Westküste hinunter und wir besuchten die Pancake Rocks. Das sind zusammengepresste Felsen, die wie mehrere Lagen von Eierkuchen aussehen. Es ist eine besonderes Highlight an der Küste, so dass wir nicht die Einzigen dort waren. Da die Westküste der Südinsel im Allgemeinen als besonderes Erlebnis beschrieben ist, wimmelte der Highway nur so von Campern, Mietautos und Busreisenden. Auch für uns ging es danach weiter, da wir bei Abend die Gletscher erreichen wollten, die ein weiterer Höhepunkt auf der Strecke sind. Am späten Nachmittag erreichten wir dann auch den Franz-Josef-Gletscher und machten eine Wanderung zu dessem Ende. Er war imposant, jedoch wurde gezeigt, dass er sich sehr stark in den letzten Jahren zurück entwickelt hat. Dies erinnerte uns an die Vergänglichkeit unseres Planeten und machte uns ein wenig nachdenklich.

Da es Richtung Abend ging, suchten wir uns einen weiteren Schlafplatz und wurden an einer Brücke fündig. Dies machte auch uns nachdenklich, da wir zum ersten Mal unter einer Brücke schliefen und total kaputt waren. Die letzten Tage forderten irgendwie ihren Tribut. Wir waren müde, hetzten von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und fraßen Kilometer mit unserem Paul. Entspannt Reisen hatten wir uns anders vorgestellt. Daher entschieden wir uns, nicht mehr bis 18 Uhr zu fahren, was unser eigentlicher Plan war, sondern in den nächsten Tagen schon gegen 15 Uhr nach einem Schlafplatz zu suchen und Paul früher abzustellen. Wir erhofften uns ein bisschen mehr Gelassenheit dadurch, etwas bessere Laune, da diese schon gelitten hatte und uns die Möglichkeit, etwas mehr von den Orten zu sehen, als nur kurz zu Abend was zu Essen und dann in unserem Wagen zu verschwinden.

Mit frischen Lebensgeistern ging es dann gestern weiter und wir besuchten den zweiten Gletscher namens Fox. Warum die Gletscher so heißen, müssen wir in einer ruhigen Minute auch erst noch einmal nachlesen. Jedenfalls ist auch dieser rückläufig, jedoch schlängelte er sich auch imposant mit türkisem Eis durch die Felsschlucht. Weiter ging es für uns Richtung Haast. Da in den ganzen letzten Tagen, dicke Wolke in den Bergen hingen, blieb uns das fantastische Panorama der neuseeländischen Alpen verborgen. Wir konnten diese nur manchmal erahnen, wenn ein Wolkenfetzen eine Felskannte freigab. In Haast machten wir dann ein Bild, auf dem sowohl Strand als auch Berge zu sehen sind. Das ist wohl das besondere an Neuseeland, dass diese unterschiedlichen Regionen, so nah beieinander liegen. Auch beeindruckt dadurch die ständig welchsende Vegetation, die nach mehreren Kilometern immer neue Eindrücke vermittelt.

In Haast bogen wir in die Bergwelt ab und blieben unserem neuen Motto treu, Paul schon früher abzustellen. Es war erst kurz nach 15 Uhr und wir hatten endlich viel Zeit für einen schönen Spaziergang in der Umgebung. Wir liefen entlang eines Flusslaufes und bewunderten das Alpenpanorama des Mt. Hooker in der Ferne. Die Sonne schien und wir fühlten uns an einen herrlichen Spätsommertag erinnert und genossen die Ruhe und Umgebung. Zum ersten Mal an der Westküste drängelten wir uns nicht mit anderen Touristenschwärmen zu einer Sehenswürdigkeit, sondern entdeckten dieses Flusstal für uns ganz allein. Dabei fanden wir einen hervorragenden Platz für Paul, parkten unseren Liebling um und brauchten nicht unter einer Brücke schlafen. Da meine Angelfähigkeiten unbrauchbar waren, hatten wir uns einen frischen Lachs auf einer Farm gekauft und grillten ihn am Abend inmitten einer fantastischen Bergkulisse, die vom Sonnenuntergang angestrahlt wurde. So hatten wir uns das vorgestellt. Anja bereitete den Fisch mit Knobi und Butter vor und servierte als Vorspeise ein paar Brote mit leckerer Guacamole. Allerdings waren die Briquettes in unserem Grill zu heiß, so dass der Lachs ein wenig verbrannte. Für unseren ersten gegrillten Fisch waren wir aber echt zufrieden und ließen uns den Prachtburschen schmecken. Beim nächsten Mal versuchen wir dann, einen selbstgefangenen Fisch zu zubereiten.

Heute fuhren wir dann weitaus enstpannter in die Berge zu den Seen Hawea und Wanaka. Nach einem schönen Frühstück am See Hawea, entschieden wir uns für eine Wanderung auf einen der Berge in der Umgebung. Von dort oben hatten wir einen wunderbaren 360° Ausblick auf den See Wanaka und die Bergwelt. Dazu gehört der Mount Aspiring, der mit seinen 3027 m der höchste der Region und auch deren Namensgeber ist. Im Ort musste ich mir erstmal den Schweiß vom Körper schwimmen, obwohl das Wasser fast zu frisch gewesen ist. Nach diesem entspannteren Tag und dem schönen Track sind wir heute noch nach Cardrona gefahren. Hier steht eines der ältesten Hotels Neuseelands, dass 1863 seine Türen geöffnet hat, zu Zeiten der Goldgräber erbaut wurde und uns heute mit seinem eigenen Ale verwöhnte.

Morgen geht es weiter nach Queenstown, dass nur weinige Kilometer entfernt ist. Nach den ungefähr 1000 km der letzten Woche, wirkt diese kleine Etappe wie ein Katzensprung. Dort bereiten wir uns auf unseren 4-Tages Track zum Milford Sound vor, welcher ein weiterer Höhepunkt unserer Reise sein wird. Davon berichten wir euch beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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