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Donnerstag, 20. Januar 2011
Hai in Sicht und Nemo auch
anjapat, 14:28h
Letztes Wochenende hieß es, von der schönen Tanote Bucht auf Koh Tao Abschied zu nehmen. Ich nutzte den Samstag noch einmal, um Schnorcheln zu gehen, da es Schwarzspitzenriffhaie an unserem Hausriff gab. Leider zeigten sich die Burschen nicht. Anja und ich genossen am Nachmittag noch einmal die Aussicht von einem höheren Punkt bei ein paar kühlen Getränken.
Das Schöne an Inseln sind vor allem das omnipräsente, klare Wasser und die tollen Strände. Der Nachteil ist, dass man sie wenn nicht fliegend dann nur über diesem Wasser per Boot erreichen kann. Unsere Hinfahrt hatten wir ja schon geschildert. Nunja, die Rückfahrt war nicht weniger schlimm, nur dauerte sie nicht so lange. Wir bestiegen unsere etwas kleinere Fähre und schon konnte es losgehen. Der Wellengang war wie beim ersten Mal, so dass wir hin und her geschaukelt wurden. Gott sei Dank gab es kein Gewitter, allerdings hatten wir eine Eintrittskarte zum Wettbewerb "Wer übergibt sich als Erstes" gelöst. Nach einer halben Stunde hielten sich die Mägen der ersten Mitstreiter nicht mehr zurück. Eine kleine Irin, die neben uns saß, musste sage und schreibe drei Mal hintereinander ihre Tüte benutzen. Den internen Wettstreit "Wer blasser um die Nase im Vergleich zum Ausgangszustand ist?" hatte ich von uns beiden gewonnen. Nach eineinhalb Stunden kamen die Einschläge immer näher, doch plötzlich hatten sich unsere Mägen an das Schaukeln gewöhnt und wir brachten die Fahrt, ohne eine Tüte begrauchen zu müssen, zu Ende. Ob wir damit wohl in die nächste Runde eingezogen waren?
Jedenfalls wurden wir in Chumphon zum Bahnhof gebracht und warteten auf unseren Nachtzug. Wir fanden ein kleines Restaurant in der Nähe, in dem es ein gutes Schweineschnitzel gab. Es war zwar blöd, dass wir an unserem letzten Abend ein deutsches Gericht in Thailand aßen, aber wir hatten in den letzten Wochen ausreichend thailändisch gespeist. Der Nachtzug brachte uns dann auch sicher in den Süden nach Sungai Kolok. Diese Region gilt im Allgemeinen als etwas unsicher, da dort muslimische Thais auf die vornehmlich in Thailand lebenden Buddhisten treffen. Oft gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen, welche durch Schießstände an den Strassen sichtbar waren. Wir bekamen allerdings davon nichts mit und nahmen uns am Bahnhof ein Tuk-Tuk, dass uns an die Grenze brachte.
Die Ausreise aus Thailand dauerte etwas, da die Grenzer erstmal die richtigen Stempel suchen mussten. Danach liefen wir aber total entspannt über die Grenze in Richtung Malaysia. Wie einfach doch ein Landeswechsel funktionieren kann. Auf malaysischer Seite wurden wir freundlich von einem Grenzer emfangen und durften die Einreisepapiere ausfüllen. Er drückte uns ein Aufenthaltsvisum für 90 Tage in unsere Pässe und hieß uns freundlich Willkommen. In Thailand hatten wir für eine Verlängerung von 7 Tagen unglaubliche 50€ pro Nase bezahlen müssen. Da zeigte sich wieder der Unterschied, wie unterschiedlich Touristen behandelt werden.
Hinter der Grenze trafen wir auf einen Taxifahrer, der uns für das Geld Nach Kuala Besut brachte, von dem wir auch gelesen hatten. Wir brauchten nicht zu verhandeln, sondern bezahlten das, was normalerweise üblich ist. In Kuala Besut wollten wir auf die Perhentian Inseln übersetzen, wussten aber nicht, ob diese überhaupt angesteuert werden, da die Saison erst im Feburar beginnt. Wir hatten Glück, denn einige Resorts hatten angeblich auf den Inseln geöffnet. Welche konnte uns aber niemand sagen. Allerdings hatten wir auch Pech, denn an diesem Tag fuhr kein Boot mehr. So kamen wir in den Genuss, im besten Hotel der Stadt zu übernachten, dass uns allerdings in alte Zeiten versetzte. Es war seit Jahren nicht mehr renoviert worden.
Kuala Besut wird in unserem Reiseführer während der Hauptsaison als verschlafenes Fischerdörfchen beschrieben. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was dort los war, da wir ja vor der Vorsaison dort waren. Nichts! Die meisten Rolläden waren unter, so dass auch die meisten Reisebüros bzw. Resortbüros auch geschlossen hatten. Telefonisch erreichten wir auf den Inseln auch niemanden. Ein Reisebüro war dann doch noch geöffnet und die Dame war so nett, bei einem Resort anzurufen und nach den Preisen zu fragen. So hätten wir wenigstens eine Anlaufstelle. Abends waren wir die einzigen Touristen, die wir sahen. Am Morgen trafen wir auf zwei Paare, die wohl gerade von den Inseln kamen. Es ging also doch etwas. An der Fährstation warteten wir dann geduldig, bis wir endlich auf ein kleines Boot gebracht wurden, welches die Inseln ansteuern würde. Die Inselgruppe besteht aus zwei Hauptinseln. Während wir auf der größeren angerufen hatten, meinte der Bootsmann, dass er nur die Kleinere ansteuern würde. OK, wir mussten also unser Glück dort probieren.
Ein bisschen hatten wir vergessen, dass wieder eine Bootsfahrt bevorstand. Dieses Mal sollte es aber nur 1h Stunde dauern. Als wir den Hafen verließen, wurde unser Kapitän dann doch etwas von den Wellen überrascht. Da Anja und ich relativ weit vor saßen, bekamen wir natürlich davon am meisten mit. Eine Welle war so groß, dass Anja neben mir im Boot schwebte. Wir knallten auf das Wasser, als ob wir mit einer Euro-Palette von einer Garage gesprungen wären. Anja schmerzte der Rücken. So langsam hatten wir von den Bootsfahrten genug.
Als wir auf der kleineren Insel angekommen waren, die übrigens Perhentian Kecil heisst, sind wir gleich in das erste Resort rein und haben nach einer freien Hütte gefragt. Natürlich hatten sie genug freie ihre 99 Hütten. Ein großer Vorteil ist, wenn man vor der Vorsaison kommt. Da sind die Preise im Keller. So bekamen wir 66% Rabatt und zogen freudestrahlend ein. Es war schon ein wenig komisch, als wir durch die gespenstig allein gelassene Anlage liefen. Wir sahen nur, dass eine weitere Hütte belegt war. Dies sollte sich im Laufe der Tage auf weitere 5 erhöhen, für den Anfang war das aber sensationell.
Ein weiter Vorteil dieses Zeitpunktes war, dass auch die Strände unbesucht sind. Anja und ich konnten es kaum erwarten, uns unter die Palmen zu legen. Die Perhentian Inseln sind auch ein Mekka für Taucher, also versprachen die Riffs vor der Küste einiges. Wir entschieden uns allerdings gegen das Tauchen, da die Sicht noch nicht sehr gut sein sollte. Ich lieh mir etwas Schnorchelzeug aus und ging ins Wasser, um die Riffs vor der Küste zu sichten. Es dauerte auch nicht lange und ich sah die üblichen verdächtigen Fische herumschwimmen. Plötzlich erspähte ich in meinem Augenwinkel einen relativ großen Genossen. Ich erkannte die schwarze Spitze seiner Flosse und mir wurde klar, dass es ein Schwarzspitzriffhai war. Er hatte sich allerdings genau so erschrocken, mich zu sehen, und brauste davon. Mein Herz schlug höher und ich musste mir einreden, dass diese Art von Haie nicht gefährlich ist. Das hatte ich ja im Tauchkurs gelernt. Ich beruhigte mich und schnorchelte weiter. Da sah ich, wie mich ein kleiner Anemonenfisch ala Nemo aus derselbigen anschaute. Natürlich sind sie niedlich, besonders da wir erst vor ein paar Wochen den Film gesehen hatten. Ich sah noch weitere und berichtete Anja stolz von meinen Erkundungen. Beim zweiten Schorchelgang traf ich dann allerdings auf einen etwas größeren Riffhai, der mir ruhig entgegenkreuzte. Da die Sicht nur drei Meter betrug, wusste ich, wie nah er mir gekommen war. Das war mir dann fürs erste Mal doch ein wenig zu nah und ich machte, dass ich näher an die Küste kam.
Hier auf Kecil hatten wir es endlich geschafft, mal wieder an einer schönen Westküste einer Insel unterzukommen. So konnten wir abends herrliche Sonnenuntergänge beobachten. Obwohl es Anjas Rücken noch nicht blendend ging, sind wir gestern mit dem Boot auf die größere Insel, namens Besar, übergesetzt und haben uns dort umgeschaut. Wir besuchten auch das Resort, dass wir angerufen hatten und aßen zumindest dort. Wir bestellten wohl die erste Pizza der Saison und der Ofen war wohl bisher noch nicht befeuert worden, jedenfalls war unsere Bestellung über 45 min in der Röhre. Trotzdem war sie nicht ganz durch. Wir aßen sie aber trotzdem.
Heute wollten wir einen Ruhetag einlegen, aber es kam nicht ganz dazu. Obwohl wir ausreichend ausgeschlafen hatten, erkundeten wir ein bisschen die Insel . Manchmal erschraken die Warane, die sich am Wegesrand sonnten und flüchteten ins Unterholz, so dass wir auch einen Schreck bekamen. Wir liefen um die Südspitze bis zum Hauptanlegepunkt und einem Dörfchen. Das dauerte allerdings geschlagene zwei Stunden. Dort angekommen wollten wir eine andere Route gehen und es kam, wie es kommen musste. Nach einem Drittel des neuen Weges hatte ein Erdrutsch sämtliche Markierungen weggerissen. Da wir nicht umkehren und den ganzen Weg zurückgehen wollten, fingen wir an, über das Geröll, die Erdmassen, Palmenblättern und Kokosnüssen zu klettern. Die Spinnen und ihre Netze waren dabei das kleinere Übel. Schlimmer waren die Mücken, die sich vor allem auf Anja stürzten. Nach einer Weile erkannten wir, dass es keinen Zweck hatte. Wir sahen das Ende des Erdrutsches und die Weiterführung des Weges nicht und mussten uns geschlagen geben. Wir kehrten um und trampelten die ganze Strecke zurück. Obwohl es ein schöner Gang und Abenteuer war, hätte er für unseren Ruhetag etwas entspannter sein können.
Morgen werden wir zurück ans Festland fahren und vorerst unsere letzte Bootsfahrt hinter uns bringen. Abends geht es dann weiter mit dem Nachtbus in die Hauptstadt Malaysias nach Kuala Lumpur, worüber wir beim nächsten Mal berichten.
Beste Grüße
Anja und Patrice
Das Schöne an Inseln sind vor allem das omnipräsente, klare Wasser und die tollen Strände. Der Nachteil ist, dass man sie wenn nicht fliegend dann nur über diesem Wasser per Boot erreichen kann. Unsere Hinfahrt hatten wir ja schon geschildert. Nunja, die Rückfahrt war nicht weniger schlimm, nur dauerte sie nicht so lange. Wir bestiegen unsere etwas kleinere Fähre und schon konnte es losgehen. Der Wellengang war wie beim ersten Mal, so dass wir hin und her geschaukelt wurden. Gott sei Dank gab es kein Gewitter, allerdings hatten wir eine Eintrittskarte zum Wettbewerb "Wer übergibt sich als Erstes" gelöst. Nach einer halben Stunde hielten sich die Mägen der ersten Mitstreiter nicht mehr zurück. Eine kleine Irin, die neben uns saß, musste sage und schreibe drei Mal hintereinander ihre Tüte benutzen. Den internen Wettstreit "Wer blasser um die Nase im Vergleich zum Ausgangszustand ist?" hatte ich von uns beiden gewonnen. Nach eineinhalb Stunden kamen die Einschläge immer näher, doch plötzlich hatten sich unsere Mägen an das Schaukeln gewöhnt und wir brachten die Fahrt, ohne eine Tüte begrauchen zu müssen, zu Ende. Ob wir damit wohl in die nächste Runde eingezogen waren?
Jedenfalls wurden wir in Chumphon zum Bahnhof gebracht und warteten auf unseren Nachtzug. Wir fanden ein kleines Restaurant in der Nähe, in dem es ein gutes Schweineschnitzel gab. Es war zwar blöd, dass wir an unserem letzten Abend ein deutsches Gericht in Thailand aßen, aber wir hatten in den letzten Wochen ausreichend thailändisch gespeist. Der Nachtzug brachte uns dann auch sicher in den Süden nach Sungai Kolok. Diese Region gilt im Allgemeinen als etwas unsicher, da dort muslimische Thais auf die vornehmlich in Thailand lebenden Buddhisten treffen. Oft gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen, welche durch Schießstände an den Strassen sichtbar waren. Wir bekamen allerdings davon nichts mit und nahmen uns am Bahnhof ein Tuk-Tuk, dass uns an die Grenze brachte.
Die Ausreise aus Thailand dauerte etwas, da die Grenzer erstmal die richtigen Stempel suchen mussten. Danach liefen wir aber total entspannt über die Grenze in Richtung Malaysia. Wie einfach doch ein Landeswechsel funktionieren kann. Auf malaysischer Seite wurden wir freundlich von einem Grenzer emfangen und durften die Einreisepapiere ausfüllen. Er drückte uns ein Aufenthaltsvisum für 90 Tage in unsere Pässe und hieß uns freundlich Willkommen. In Thailand hatten wir für eine Verlängerung von 7 Tagen unglaubliche 50€ pro Nase bezahlen müssen. Da zeigte sich wieder der Unterschied, wie unterschiedlich Touristen behandelt werden.
Hinter der Grenze trafen wir auf einen Taxifahrer, der uns für das Geld Nach Kuala Besut brachte, von dem wir auch gelesen hatten. Wir brauchten nicht zu verhandeln, sondern bezahlten das, was normalerweise üblich ist. In Kuala Besut wollten wir auf die Perhentian Inseln übersetzen, wussten aber nicht, ob diese überhaupt angesteuert werden, da die Saison erst im Feburar beginnt. Wir hatten Glück, denn einige Resorts hatten angeblich auf den Inseln geöffnet. Welche konnte uns aber niemand sagen. Allerdings hatten wir auch Pech, denn an diesem Tag fuhr kein Boot mehr. So kamen wir in den Genuss, im besten Hotel der Stadt zu übernachten, dass uns allerdings in alte Zeiten versetzte. Es war seit Jahren nicht mehr renoviert worden.
Kuala Besut wird in unserem Reiseführer während der Hauptsaison als verschlafenes Fischerdörfchen beschrieben. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was dort los war, da wir ja vor der Vorsaison dort waren. Nichts! Die meisten Rolläden waren unter, so dass auch die meisten Reisebüros bzw. Resortbüros auch geschlossen hatten. Telefonisch erreichten wir auf den Inseln auch niemanden. Ein Reisebüro war dann doch noch geöffnet und die Dame war so nett, bei einem Resort anzurufen und nach den Preisen zu fragen. So hätten wir wenigstens eine Anlaufstelle. Abends waren wir die einzigen Touristen, die wir sahen. Am Morgen trafen wir auf zwei Paare, die wohl gerade von den Inseln kamen. Es ging also doch etwas. An der Fährstation warteten wir dann geduldig, bis wir endlich auf ein kleines Boot gebracht wurden, welches die Inseln ansteuern würde. Die Inselgruppe besteht aus zwei Hauptinseln. Während wir auf der größeren angerufen hatten, meinte der Bootsmann, dass er nur die Kleinere ansteuern würde. OK, wir mussten also unser Glück dort probieren.
Ein bisschen hatten wir vergessen, dass wieder eine Bootsfahrt bevorstand. Dieses Mal sollte es aber nur 1h Stunde dauern. Als wir den Hafen verließen, wurde unser Kapitän dann doch etwas von den Wellen überrascht. Da Anja und ich relativ weit vor saßen, bekamen wir natürlich davon am meisten mit. Eine Welle war so groß, dass Anja neben mir im Boot schwebte. Wir knallten auf das Wasser, als ob wir mit einer Euro-Palette von einer Garage gesprungen wären. Anja schmerzte der Rücken. So langsam hatten wir von den Bootsfahrten genug.
Als wir auf der kleineren Insel angekommen waren, die übrigens Perhentian Kecil heisst, sind wir gleich in das erste Resort rein und haben nach einer freien Hütte gefragt. Natürlich hatten sie genug freie ihre 99 Hütten. Ein großer Vorteil ist, wenn man vor der Vorsaison kommt. Da sind die Preise im Keller. So bekamen wir 66% Rabatt und zogen freudestrahlend ein. Es war schon ein wenig komisch, als wir durch die gespenstig allein gelassene Anlage liefen. Wir sahen nur, dass eine weitere Hütte belegt war. Dies sollte sich im Laufe der Tage auf weitere 5 erhöhen, für den Anfang war das aber sensationell.
Ein weiter Vorteil dieses Zeitpunktes war, dass auch die Strände unbesucht sind. Anja und ich konnten es kaum erwarten, uns unter die Palmen zu legen. Die Perhentian Inseln sind auch ein Mekka für Taucher, also versprachen die Riffs vor der Küste einiges. Wir entschieden uns allerdings gegen das Tauchen, da die Sicht noch nicht sehr gut sein sollte. Ich lieh mir etwas Schnorchelzeug aus und ging ins Wasser, um die Riffs vor der Küste zu sichten. Es dauerte auch nicht lange und ich sah die üblichen verdächtigen Fische herumschwimmen. Plötzlich erspähte ich in meinem Augenwinkel einen relativ großen Genossen. Ich erkannte die schwarze Spitze seiner Flosse und mir wurde klar, dass es ein Schwarzspitzriffhai war. Er hatte sich allerdings genau so erschrocken, mich zu sehen, und brauste davon. Mein Herz schlug höher und ich musste mir einreden, dass diese Art von Haie nicht gefährlich ist. Das hatte ich ja im Tauchkurs gelernt. Ich beruhigte mich und schnorchelte weiter. Da sah ich, wie mich ein kleiner Anemonenfisch ala Nemo aus derselbigen anschaute. Natürlich sind sie niedlich, besonders da wir erst vor ein paar Wochen den Film gesehen hatten. Ich sah noch weitere und berichtete Anja stolz von meinen Erkundungen. Beim zweiten Schorchelgang traf ich dann allerdings auf einen etwas größeren Riffhai, der mir ruhig entgegenkreuzte. Da die Sicht nur drei Meter betrug, wusste ich, wie nah er mir gekommen war. Das war mir dann fürs erste Mal doch ein wenig zu nah und ich machte, dass ich näher an die Küste kam.
Hier auf Kecil hatten wir es endlich geschafft, mal wieder an einer schönen Westküste einer Insel unterzukommen. So konnten wir abends herrliche Sonnenuntergänge beobachten. Obwohl es Anjas Rücken noch nicht blendend ging, sind wir gestern mit dem Boot auf die größere Insel, namens Besar, übergesetzt und haben uns dort umgeschaut. Wir besuchten auch das Resort, dass wir angerufen hatten und aßen zumindest dort. Wir bestellten wohl die erste Pizza der Saison und der Ofen war wohl bisher noch nicht befeuert worden, jedenfalls war unsere Bestellung über 45 min in der Röhre. Trotzdem war sie nicht ganz durch. Wir aßen sie aber trotzdem.
Heute wollten wir einen Ruhetag einlegen, aber es kam nicht ganz dazu. Obwohl wir ausreichend ausgeschlafen hatten, erkundeten wir ein bisschen die Insel . Manchmal erschraken die Warane, die sich am Wegesrand sonnten und flüchteten ins Unterholz, so dass wir auch einen Schreck bekamen. Wir liefen um die Südspitze bis zum Hauptanlegepunkt und einem Dörfchen. Das dauerte allerdings geschlagene zwei Stunden. Dort angekommen wollten wir eine andere Route gehen und es kam, wie es kommen musste. Nach einem Drittel des neuen Weges hatte ein Erdrutsch sämtliche Markierungen weggerissen. Da wir nicht umkehren und den ganzen Weg zurückgehen wollten, fingen wir an, über das Geröll, die Erdmassen, Palmenblättern und Kokosnüssen zu klettern. Die Spinnen und ihre Netze waren dabei das kleinere Übel. Schlimmer waren die Mücken, die sich vor allem auf Anja stürzten. Nach einer Weile erkannten wir, dass es keinen Zweck hatte. Wir sahen das Ende des Erdrutsches und die Weiterführung des Weges nicht und mussten uns geschlagen geben. Wir kehrten um und trampelten die ganze Strecke zurück. Obwohl es ein schöner Gang und Abenteuer war, hätte er für unseren Ruhetag etwas entspannter sein können.
Morgen werden wir zurück ans Festland fahren und vorerst unsere letzte Bootsfahrt hinter uns bringen. Abends geht es dann weiter mit dem Nachtbus in die Hauptstadt Malaysias nach Kuala Lumpur, worüber wir beim nächsten Mal berichten.
Beste Grüße
Anja und Patrice
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Freitag, 14. Januar 2011
Anja im Jahr 2554
anjapat, 10:00h
Wir schreiben das Jahr 2554. Um uns besteht die Welt aus grünblauer Materie. Ein bizarrer Niederschlag fällt. Eine unsichtbare Kraft schiebt uns hin und her. Ulkige bunte Lebewesen schweben um uns herum. Unsere Anwesenheit scheint einigen nicht zu gefallen. Der Boden ist von Hirschgeweihen, pilzähnlichen sowie schaumstoffartigen Pflanzen bewachsen. Um sehen zu können, benutzen wir schwarze Masken. Die schwarzen sind nämlich besser, als die durchsichtigen. Atmen können wir nur durch ein spezielles Gerät. Die Luft ist trocken. Ein Tank ist uns auf den Rücken geschnallt.
Falls sich das wie Science Fiction anhört, wir haben es so erlebt. Alles begann letzte Woche. Die Zeitrechnung in Thailand ist 543 Jahre vor unserer. Ehrlich! Daher feierten die Thais am 1. Januar den Beginn des Jahres 2554. Nachdem uns Koh Phi Phi und Koh Lanta ein paar schöne Tage beschert hatte, wechselten wir, wie angekündigt, letzte Woche an die Ostküste und damit an den Golf von Thailand. Die Fahrt bot wieder ein paar Highlights, dauerte insgesamt unglaubliche 17 Stunden und bestand aus 5 Etappen, so dass wir 4-mal das Transportmittel wechseln durften. Ab 12:30 Uhr ging es zuerst per Minivan und 2 Fährüberfahrten aufs Festland nach Krabi, wo wir zu einem kleinen Reisebüro gebracht wurden. Von dort fuhren wir zu einer Busstation. Ein großer Reisbus brachte uns dann an die Ostküste. Dort angekommen wurden wir zum Hafen transportiert, wo wir gegen 22 Uhr die Nachtfähre nach Koh Tao nahmen.
Mit einem Schmunzeln im Gesicht begutachteten wir den Frachtraum des Bootes, der mit Matten ausgelegt war und unser Schlaflager darstellte. Die einzelnen Plätze waren mit Nummern an der Boardwand gekennzeichnet, jedoch hielt sich nicht jeder daran. Als wir uns gebettet hatten, füllte sich der Saal und erreichte ziemlich seine Kapazität von 100 Leuten. Da der Platzanspruch wohl mit thailändischen Körpermaßen berechnet wurden war, lagen wir wie die Ölsardinen auf unseren Matten. Nicht selten spürten wir so einen Fuß oder Ellenbogen unserer Schlafnachbarn. Neben Anja bettete sich Sophie aus Frankreich. Ich schlief neben einer Spanierin, macht mich aber nicht besonders mit ihr bekannt. Wir fühlten uns wie illegale Einwanderer, die es nachts über die gefährliches Gewässer versuchen, nach Europa zu flüchten. Nichtdestotrotz hatten wir es weitaus komfortabler im Vergleich zu den afrikanischen Flüchtlingsbooten.
Kurz nach 23 Uhr legte die Fähre ab und was danach folgte, wird sicherlich eine der schlimmsten Fahrten unserer Reise gewesen sein. Anja und ich lasen im Boot noch ein bisschen, schliefen dann aber bald durch das ständige Schunkeln friedlich ein. Wir hatten uns mit unseren Nachbarn auf die terretorialischen Hoheitsgebiete geeinigt, so dass es keine vorhersehbaren Komplikationen gab. Irgendwann wurde das Schunkeln allerdings heftiger und ich wurde wach. Der Wellengang hatte zugelegt, was durch die Entfernung zur Küste keine Überraschung war. Allerdings sah ich, wie draußen Blitze am Nachthimmel zuckten. Ein Gewitter war aufgezogen, jedoch befand es sich in einem sicheren Abstand. Ich hoffte, dass Anja noch lange schlief und der Wellengang nicht noch extremer werden würde, da sie bekanntlich kein Fan von den Brüdern Blitz und Donner ist. Nach einer halben Stunde kam es aber viel schlimmer. Unser Boot kämpfte mit den Wellen und wurde nicht nur nach oben und nach unten gehoben, sondern auch nach links und rechts geworfen. Die Blitze waren jetzt über uns und der Donner knallte, so dass niemand mehr schlafen konnte. Ein Sturzregen peitschte gegen die Scheiben. Einige Leute, deren Fenster noch offen waren, bemühten sich, diese schnell zu schließen. Die Situation war fürchterlich. Wir schipperten mitten in der Nacht durch ein schlimmes Gewitter und waren gerade auf halber Strecke. An Schlaf war natürlich jetzt nicht zu denken. Jeder sah etwas ängstlich aus den Fenstern und in die Gesichter der anderen und hoffte, dass die Überfahrt schnell vorbei wäre. Nach bedrückten 40 min, in denen einige wahrscheinlich Stoßgebete Richtung Himmel schickten, flachte das Gewitter endlich ab. Allerdings ging es dann bald in eine zweite Front, bevor wir mit fast 2 Stunden Verspätung endlich am Morgen den Hafen von Koh Tao erreichten. Man spürte, dass jeder Passagier und ich glaube auch die Crew froh waren, dass wir diese fürchterliche Überfahrt heil überstanden hatten.
Koh Tao begrüßte uns um 6:30 Uhr morgens mit einem fürchterlichen Dauerregen. Eigentlich hatten wir uns das anders vorgestellt. Da um diese Uhrzeit noch alle Geschäfte geschlossen hatte, flüchteten wir unter ein Dach eines Shops. Anja besorgte frischen Kaffee, da wenigstens ein kleiner Supermarkt die Neuankömmlinge versorgte. Wir beobachteten, wie die Sturzfluten des Regens in Richtung Meer flossen und die Strassen überspülten. Ein paar mutige Einheimische waren mit ihren täglichen Aufgaben beschäftigt, transportierten die Lebensmittel von Bord oder schlossen langsam ihre Läden auf. Irgendwann öffnete dann ein französisches Café und wärmten uns erstmal mit einem schönen Kaffee und stärkten uns mit Kuchen. Die Aufgaben des Tages waren, eine passende Unterkunft zu finden und uns für einen Tauchkurs anzumelden. Da das Café Internetzugang hatte, konnten wir uns hervorragend auf unser Tageswerk stürzen. Leider mussten wir feststellen, dass das Angebot an günstigen Unterkünften sehr mangelhaft war. Viele waren ausgebucht. Des Weiteren ist auch das Preisniveau extrem angestiegen, was wir bereits auf der anderen Seite gemerkt hatten. Wir waren ein bisschen enttäuscht, doch ließen wir den Kopf nicht hängen. Ein Versuch, ein Guesthouse in der Umgebung des Cafés zu finden, blieb leider erfolglos. Es nützte alles nichts und wir organisierten uns ein Moped, um einen größeren Radius der Insel auszukundschaften. Zuerst fuhren wir in die beliebteste Gegend namens Sairee Beach. Obwohl es dort Unterkunft neben Unterkunft gab und der Strand völlig zugepflastert ist, war alles voll oder überteuert. Ein bisschen waren wir froh, da uns die Ecke überhaupt nicht gefiel. Danach versuchten wir es in die entgegengesetzte Richtung der Pier in der Nähe des Chalok Strandes. Dort wurde es schon etwas entspannter und schon bald fanden wir auch etwas in unserer Preisklasse. Es lag zwar nicht am Strand, aber dafür war es ein Guesthouse aus Stein gemauert, was wir bei dem immer noch anhaltenden Regen besser als eine klamme Holzhütte fanden. Wir zogen ein und waren erleichtert, dass wir diese Unterkunft gefunden hatten. Wir entschieden uns, dort zwei Tage zu bleiben, bevor wir weiterziehen wollten. Wir hatten nämlich auch die Wettervorhersage gecheckt und gesehen, dass sich auch der Dauerregen entschied, noch zwei Tage über Koh Tao zu bleiben.
Nachdem wir unsere erste Aufgabe erledigt hatten, beschäftigten wir uns mit der zweiten. Auch hier wurden wir bald fündig. Koh Tao ist für seine Tauchplätze und seine zahlreichen Tauchschulen berühmt. Deswegen waren wir ja auch hier. Allerdings herrscht im Gegensatz zu den Unterkünften hier ein Überangebot und der gemeine Tauchanfänger ist mit der Auswahl schier überfordert. Wir hatten schnelle Kriterien gefunden, die uns die Entscheidung einfacher machen sollten. Zum Einen wollten wir eine rein deutschsprachige Tauchbasis haben. Zum Anderen hatten wir keine Lust auf eine Massenabfertigung. Zusätzlich wollten wir den Kurs an einem ruhigen Strand absolvieren. Im Internet wurden wir schnell fündig und riefen bei Calypso Diving an. Dennis, der Chef, war am Telefon und gab uns die Details. Die Schule liegt an der schönen Tanote Bucht, die sich abgelegen auf der anderen Seite der Hauptstrände befindet. Anja und ich erholten uns kurz, machten uns danach gleich auf den Weg und besprachen bald unseren Kursstart. Die Jungs von Calypso waren alle sehr entspannt und machten einen freundlichen Eindruck auf uns. Das Tolle an Calypso war, dass sie ein Riff mit direkten Zugang vom Strand hatten, so dass man es schwimmend und ohne ein Boot zu benutzen erreichen konnte. Als Anja und ich abends im Bett lagen, ließen wir diesen wilden Tag noch einmal Revue passieren, waren aber glücklich, dass wir die Herausforderungen so gut gemeistert hatten.
Während ich sehnsüchtig den Beginn des Tauchkurses kaum erwarten konnte, beschlich Anja ein immer stärker werdendes mulmiges Gefühl. Ich weiß und muss betonen, dass es Anjas größte Ängste sind, im Wasser zu sein, ohne zu wissen, was sich unter ihr befindet. Ihr Schlaf wurde unruhig, was eigentlich nie passiert und sie wurde immer nervöser. Nach zwei Tagen war es so weit, dass wir unser Nachtlager in die Tanotebucht verlegten. Durch den Tauchkurs erhielten wir Rabatt im anliegenden Resort und bezogen unseren einfachen Holzbungalow mit einer tollen Aussicht. Allein dieser Bungalow war schon den Umzug Wert gewesen und wir freuten uns, dass wir hier für eine komplette Woche bleiben würden. Das bedeutete, dass wir unsere Klamotten komplett ausbreiten und lüften konnten. Wir brauchten nicht aus dem Koffer zu leben und ich konnte meine Unterhosen ohne zu wühlen von einem kleinen Tischchen nehmen. Welch ein Luxus! Eigentlich war der Start des Kurses auf den Samstag gelegt, an dem wir eingezogen waren, doch verschoben es die Jungs auf Sonntag, da auch die See vom Regen noch sehr unruhig war. Anja war das ganz recht, da sie sich so noch einen Tag seelisch und moralisch auf den Kurs vorbereiten konnten. Wir sprachen über ihre Ängste und ich war gespannt, wie gut sie sich schlagen würde. Ich wusste, dass sie alles geben würde, aber jeder Mensch hat seine Grenzen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) war es dann soweit. Nobbi, ungefähr mein Alter, begrüßte uns und stellte sich als unser Tauchlehrer vor. Er bat uns in unseren Klassenraum für die nächsten Tage, der im Freien unter einem Dach aus Blättern der umstehenden Bäume war. Wie geil! Unsere Gruppe war schön klein und bestand aus insgesamt 4 Tauschschülern. Man muss sagen, dass die Tanotebucht in einem bekannten deutschen Reiseführer angepriesen wird, so dass ungefähr 70% der Touristen Deutsche sind. Wir hatten damit kein Problem und fühlten uns dadurch sogar der Heimat sehr nah. Daher waren die anderen beiden auch Deutsche. Sarah aus Darmstadt und Kathrin aus Würzburg waren unsere Mitschüler und wir wurden schnell warm miteinander. Nach 3h Theorieunterricht folgte der erste Gang ins Wasser. Wir bauten unsere Geräte zusammen, gingen ins Wasser und tauchten ab. Es war ein ulkiges Gefühl, seinen Atem so spüren und zu hören. Anja hatte anfangs kleine Problemchen, war dann aber auch abgetaucht. Dort unten begannen wir mit den Übungen. Die schwierigste war, sich die Maske komplett zu fluten und dann durch Ausatmen durch die Nase wieder freizupusten. Ich wusste, dass Anja diese nicht mochte, doch war ich überrascht, als sie es schnell durchführte. Nach weiteren Übungen ging es dann 5m in die Tiefe, da dort ein Seil das Trainingsgelände markierte. Hände haltend schwommen Anja und ich nach draußen, da ich ihre Ängste beruhigen wollte. Allerdings war Nobbi davon nicht begeistert, da jeder selbst und ohne Unterstützung das Tauchen lernen sollte. Anja hatte Probleme in die Tiefe zu tauchen und mühte sich redlich. Es dauerte eine Weile, bis wir vier unten angekommen waren, hielten uns dann am Seil fest und führten wieder Übungen durch. Diese klappten auch recht gut. Zum Abschluss drehten wir eine Abschlussrunde, wobei Anja Probleme hatte, Kurs zu halten und am Boden zu bleiben. Ich sah, wie sie versuchte, nicht aufzutauchen, doch schaffte sie es nicht ganz und trieb immer Richtung Wasseroberfläche. Ich spürte ihre Verzweiflung doch durfte ich ihr nicht helfen. Sie musste allein klar kommen, um es besser zu lernen. Da der erste Tag als Schnuppertauchgang zählte, fragte uns Nobbi, wer weiter machen würde, um den Tauschschein zu erhalten. Ein bisschen mulmig wartete ich auf Anjas Reaktion, da ich ihre Ängste und Probleme kannte, schaute ihr aber nicht in die Augen. Sie sagte nichts, was hieß, dass sie es weiter versuchen würde. Ich wollte sie ja auch nicht zwingen und hätte verstanden, wenn sie abgebrochen hätte. Zu unserer Verwunderung meldete sich aber Kathrin, dass sie aussteigen würde, da Tauchen nichts für sie sei und sie sich die ganze Zeit nicht wohlfühlte. Wir schauten sie überrascht an, versuchten aber auch nicht sie umzustimmen. Nobbi gab ihr auch noch einmal Bedenkzeit, aber sie kam nicht wieder. So blieben nur Sarah und wir beide übrig. Kathrin sahen wir noch ein paar Mal im Resort und berichteten ihr, was wir alles erlebten. Sie war aber zufrieden mit ihrer Entscheidung, was ja das Wichtigste war. Abends sprachen Anja und ich über ihre Probleme unter Wasser zu bleiben. Ich war gespannt, wie sie das in den nächsten Tagen angehen würde.
Jetzt möchte ich nicht jeden einzelnen Tauchgang beschreiben, da dies zu viel werden würde sondern die letzten Tage zusammen fassen. Nur der erste war mir wichtig, um die Ausgangssituation zu beschreiben. Ich wusste, dass ich mit einer Kämpferin auf Reisen bin, aber was eine kleine Jungfrau (vom Sternzeichen her ;-) ) für ein Löwenherz bewiesen hat, damit hätte ich nie gerechnet. Anja mich sehr beeindruckt und ich glaube, sich auch. Als Mensch ist es immer schwierig, über seine eigenen Grenzen zu gehen, aber Anja hat das mit Bravour gemeistert. Sie kann verdammt stolz auf sich und die letzten Tage sein und ich bin es ganz besonders. Wie gesagt, wusste ich, dass sie Angst vor dem tiefen Wasser hatte und die Tage vor dem Kurs der blanke Horror für sie waren. Doch dies ist jetzt alles Teil der Geschichte.
Nobbi unser Tauchlehrer erklärte ihr noch einmal, wie sie besser atmen müsste, um tiefer abtauchen zu können. Dies beherzigte Anja und schwebte bald problemlos mit in unserer Gruppe. Des Weiteren waren Tauchübungen mit dem Schnorchel teil der Ausbildung, in denen sie ihren Dickkopf einsetzte und unter Wasser kämpfte. Ich kann euch sagen, dass ich mächtigt erstaunt war, was für einen Willen sie entwickeln kann. Die Übungen der folgenden Tage, wie Tauchweste unter Wasser aus- und anziehen oder bewusstlose Taucher retten, meisterten wir dann alle ohne große Probleme. Auch die theoritische Prüfung, die aus 40 Fragen bestand, erledigten wir nur mit einem Fehler. Wir hätten nicht gedacht, dass wir eine theoretische Prüfung auf dieser Reise hätten ablegen müssen. Aber es war eine willkommene Abwechslung, seine grauen Zellen mal wieder wenn auch wenig zu strapazieren. Anja hatte mittlerweile keine Probleme mehr und wir gingen bis auf 18m in die Tiefe!
Den krönenden Abschluss bildeten vorgestern zwei Tauchgänge von Boot Calypso 1 aus. Wenn es sowas beim Tauchen gibt, dann hatten wir Kaiserwetter. Die Sonne wärmte die Luft auf 35°C. Die Wassertemparatur lag bei 28°C. Es herrschte kein Wellengang und die Sicht unter Wasser lag bei mehr als 15 Meter. Vom Boot aus konnten wir den Grund sehen. Beim Abtauchen bestaunten wir dann die volle Pracht der umliegenden Riffe. Wir schwebten an den Felsformationen und Korallenwäldchen vorbei und genossen die vielen bunten Fische. Leider verzogen sich die Schwarzspitzen-Riffhaie, da wir mit unseren Tauchgeräten zu laute Geräusche machten. Dafür sahen wir ein paar Stachelrochen, die sich unter verschiedenen Steinen versteckten. Als wir zu unserem Trainingsgelände gelangten, formten wir mit unseren Fingern einen Stern und Nobbi gratulierte uns zur bestandenen Prüfung. Anja und ich sind jetzt CMAS 1 Stern Taucher! Was für ein Titel! Es hätte für die Zeremonie keinen schöneren Ort als unser Trainingsgelände gegeben, da wir dort so viele komplizierte Übungen absolvieren mussten.
Vom Tauchen nicht genug, sind wir gestern mit den Jungs gleich noch zu zwei anderen Tauchplätzen gefahren. Ich bin immer noch beeindruckt, wie Anja ihre Ängste und Bedenken in den letzten Tagen bewältigt hat. Ich für meinen Teil, habe das Medium Wasser für mich wieder entdeckt und kann kaum erwarten, weitere Tauchplätze auf unserer Reise anzusteuern.
Jetzt bleiben uns noch zwei weitere Tage hier in der Tanote Bucht, bevor wir weiter ziehen, um Thailand zu verlassen. Sie war uns für 8 wunderschöne Tage eine Heimat, in der wir Tolles erlebt haben. Wir fühlten uns wie in eine andere Welt und ins Jahr 2554 versetzt. Am Sonntag werden wir mit dem Nachtzug an die Grenze zu Malaysia fahren, von wo aus wir uns dann nächste Woche melden werden.
Es grüßen euch eure glücklichen CMAS 1 Stern Taucher
Anja und Patrice
Falls sich das wie Science Fiction anhört, wir haben es so erlebt. Alles begann letzte Woche. Die Zeitrechnung in Thailand ist 543 Jahre vor unserer. Ehrlich! Daher feierten die Thais am 1. Januar den Beginn des Jahres 2554. Nachdem uns Koh Phi Phi und Koh Lanta ein paar schöne Tage beschert hatte, wechselten wir, wie angekündigt, letzte Woche an die Ostküste und damit an den Golf von Thailand. Die Fahrt bot wieder ein paar Highlights, dauerte insgesamt unglaubliche 17 Stunden und bestand aus 5 Etappen, so dass wir 4-mal das Transportmittel wechseln durften. Ab 12:30 Uhr ging es zuerst per Minivan und 2 Fährüberfahrten aufs Festland nach Krabi, wo wir zu einem kleinen Reisebüro gebracht wurden. Von dort fuhren wir zu einer Busstation. Ein großer Reisbus brachte uns dann an die Ostküste. Dort angekommen wurden wir zum Hafen transportiert, wo wir gegen 22 Uhr die Nachtfähre nach Koh Tao nahmen.
Mit einem Schmunzeln im Gesicht begutachteten wir den Frachtraum des Bootes, der mit Matten ausgelegt war und unser Schlaflager darstellte. Die einzelnen Plätze waren mit Nummern an der Boardwand gekennzeichnet, jedoch hielt sich nicht jeder daran. Als wir uns gebettet hatten, füllte sich der Saal und erreichte ziemlich seine Kapazität von 100 Leuten. Da der Platzanspruch wohl mit thailändischen Körpermaßen berechnet wurden war, lagen wir wie die Ölsardinen auf unseren Matten. Nicht selten spürten wir so einen Fuß oder Ellenbogen unserer Schlafnachbarn. Neben Anja bettete sich Sophie aus Frankreich. Ich schlief neben einer Spanierin, macht mich aber nicht besonders mit ihr bekannt. Wir fühlten uns wie illegale Einwanderer, die es nachts über die gefährliches Gewässer versuchen, nach Europa zu flüchten. Nichtdestotrotz hatten wir es weitaus komfortabler im Vergleich zu den afrikanischen Flüchtlingsbooten.
Kurz nach 23 Uhr legte die Fähre ab und was danach folgte, wird sicherlich eine der schlimmsten Fahrten unserer Reise gewesen sein. Anja und ich lasen im Boot noch ein bisschen, schliefen dann aber bald durch das ständige Schunkeln friedlich ein. Wir hatten uns mit unseren Nachbarn auf die terretorialischen Hoheitsgebiete geeinigt, so dass es keine vorhersehbaren Komplikationen gab. Irgendwann wurde das Schunkeln allerdings heftiger und ich wurde wach. Der Wellengang hatte zugelegt, was durch die Entfernung zur Küste keine Überraschung war. Allerdings sah ich, wie draußen Blitze am Nachthimmel zuckten. Ein Gewitter war aufgezogen, jedoch befand es sich in einem sicheren Abstand. Ich hoffte, dass Anja noch lange schlief und der Wellengang nicht noch extremer werden würde, da sie bekanntlich kein Fan von den Brüdern Blitz und Donner ist. Nach einer halben Stunde kam es aber viel schlimmer. Unser Boot kämpfte mit den Wellen und wurde nicht nur nach oben und nach unten gehoben, sondern auch nach links und rechts geworfen. Die Blitze waren jetzt über uns und der Donner knallte, so dass niemand mehr schlafen konnte. Ein Sturzregen peitschte gegen die Scheiben. Einige Leute, deren Fenster noch offen waren, bemühten sich, diese schnell zu schließen. Die Situation war fürchterlich. Wir schipperten mitten in der Nacht durch ein schlimmes Gewitter und waren gerade auf halber Strecke. An Schlaf war natürlich jetzt nicht zu denken. Jeder sah etwas ängstlich aus den Fenstern und in die Gesichter der anderen und hoffte, dass die Überfahrt schnell vorbei wäre. Nach bedrückten 40 min, in denen einige wahrscheinlich Stoßgebete Richtung Himmel schickten, flachte das Gewitter endlich ab. Allerdings ging es dann bald in eine zweite Front, bevor wir mit fast 2 Stunden Verspätung endlich am Morgen den Hafen von Koh Tao erreichten. Man spürte, dass jeder Passagier und ich glaube auch die Crew froh waren, dass wir diese fürchterliche Überfahrt heil überstanden hatten.
Koh Tao begrüßte uns um 6:30 Uhr morgens mit einem fürchterlichen Dauerregen. Eigentlich hatten wir uns das anders vorgestellt. Da um diese Uhrzeit noch alle Geschäfte geschlossen hatte, flüchteten wir unter ein Dach eines Shops. Anja besorgte frischen Kaffee, da wenigstens ein kleiner Supermarkt die Neuankömmlinge versorgte. Wir beobachteten, wie die Sturzfluten des Regens in Richtung Meer flossen und die Strassen überspülten. Ein paar mutige Einheimische waren mit ihren täglichen Aufgaben beschäftigt, transportierten die Lebensmittel von Bord oder schlossen langsam ihre Läden auf. Irgendwann öffnete dann ein französisches Café und wärmten uns erstmal mit einem schönen Kaffee und stärkten uns mit Kuchen. Die Aufgaben des Tages waren, eine passende Unterkunft zu finden und uns für einen Tauchkurs anzumelden. Da das Café Internetzugang hatte, konnten wir uns hervorragend auf unser Tageswerk stürzen. Leider mussten wir feststellen, dass das Angebot an günstigen Unterkünften sehr mangelhaft war. Viele waren ausgebucht. Des Weiteren ist auch das Preisniveau extrem angestiegen, was wir bereits auf der anderen Seite gemerkt hatten. Wir waren ein bisschen enttäuscht, doch ließen wir den Kopf nicht hängen. Ein Versuch, ein Guesthouse in der Umgebung des Cafés zu finden, blieb leider erfolglos. Es nützte alles nichts und wir organisierten uns ein Moped, um einen größeren Radius der Insel auszukundschaften. Zuerst fuhren wir in die beliebteste Gegend namens Sairee Beach. Obwohl es dort Unterkunft neben Unterkunft gab und der Strand völlig zugepflastert ist, war alles voll oder überteuert. Ein bisschen waren wir froh, da uns die Ecke überhaupt nicht gefiel. Danach versuchten wir es in die entgegengesetzte Richtung der Pier in der Nähe des Chalok Strandes. Dort wurde es schon etwas entspannter und schon bald fanden wir auch etwas in unserer Preisklasse. Es lag zwar nicht am Strand, aber dafür war es ein Guesthouse aus Stein gemauert, was wir bei dem immer noch anhaltenden Regen besser als eine klamme Holzhütte fanden. Wir zogen ein und waren erleichtert, dass wir diese Unterkunft gefunden hatten. Wir entschieden uns, dort zwei Tage zu bleiben, bevor wir weiterziehen wollten. Wir hatten nämlich auch die Wettervorhersage gecheckt und gesehen, dass sich auch der Dauerregen entschied, noch zwei Tage über Koh Tao zu bleiben.
Nachdem wir unsere erste Aufgabe erledigt hatten, beschäftigten wir uns mit der zweiten. Auch hier wurden wir bald fündig. Koh Tao ist für seine Tauchplätze und seine zahlreichen Tauchschulen berühmt. Deswegen waren wir ja auch hier. Allerdings herrscht im Gegensatz zu den Unterkünften hier ein Überangebot und der gemeine Tauchanfänger ist mit der Auswahl schier überfordert. Wir hatten schnelle Kriterien gefunden, die uns die Entscheidung einfacher machen sollten. Zum Einen wollten wir eine rein deutschsprachige Tauchbasis haben. Zum Anderen hatten wir keine Lust auf eine Massenabfertigung. Zusätzlich wollten wir den Kurs an einem ruhigen Strand absolvieren. Im Internet wurden wir schnell fündig und riefen bei Calypso Diving an. Dennis, der Chef, war am Telefon und gab uns die Details. Die Schule liegt an der schönen Tanote Bucht, die sich abgelegen auf der anderen Seite der Hauptstrände befindet. Anja und ich erholten uns kurz, machten uns danach gleich auf den Weg und besprachen bald unseren Kursstart. Die Jungs von Calypso waren alle sehr entspannt und machten einen freundlichen Eindruck auf uns. Das Tolle an Calypso war, dass sie ein Riff mit direkten Zugang vom Strand hatten, so dass man es schwimmend und ohne ein Boot zu benutzen erreichen konnte. Als Anja und ich abends im Bett lagen, ließen wir diesen wilden Tag noch einmal Revue passieren, waren aber glücklich, dass wir die Herausforderungen so gut gemeistert hatten.
Während ich sehnsüchtig den Beginn des Tauchkurses kaum erwarten konnte, beschlich Anja ein immer stärker werdendes mulmiges Gefühl. Ich weiß und muss betonen, dass es Anjas größte Ängste sind, im Wasser zu sein, ohne zu wissen, was sich unter ihr befindet. Ihr Schlaf wurde unruhig, was eigentlich nie passiert und sie wurde immer nervöser. Nach zwei Tagen war es so weit, dass wir unser Nachtlager in die Tanotebucht verlegten. Durch den Tauchkurs erhielten wir Rabatt im anliegenden Resort und bezogen unseren einfachen Holzbungalow mit einer tollen Aussicht. Allein dieser Bungalow war schon den Umzug Wert gewesen und wir freuten uns, dass wir hier für eine komplette Woche bleiben würden. Das bedeutete, dass wir unsere Klamotten komplett ausbreiten und lüften konnten. Wir brauchten nicht aus dem Koffer zu leben und ich konnte meine Unterhosen ohne zu wühlen von einem kleinen Tischchen nehmen. Welch ein Luxus! Eigentlich war der Start des Kurses auf den Samstag gelegt, an dem wir eingezogen waren, doch verschoben es die Jungs auf Sonntag, da auch die See vom Regen noch sehr unruhig war. Anja war das ganz recht, da sie sich so noch einen Tag seelisch und moralisch auf den Kurs vorbereiten konnten. Wir sprachen über ihre Ängste und ich war gespannt, wie gut sie sich schlagen würde. Ich wusste, dass sie alles geben würde, aber jeder Mensch hat seine Grenzen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) war es dann soweit. Nobbi, ungefähr mein Alter, begrüßte uns und stellte sich als unser Tauchlehrer vor. Er bat uns in unseren Klassenraum für die nächsten Tage, der im Freien unter einem Dach aus Blättern der umstehenden Bäume war. Wie geil! Unsere Gruppe war schön klein und bestand aus insgesamt 4 Tauschschülern. Man muss sagen, dass die Tanotebucht in einem bekannten deutschen Reiseführer angepriesen wird, so dass ungefähr 70% der Touristen Deutsche sind. Wir hatten damit kein Problem und fühlten uns dadurch sogar der Heimat sehr nah. Daher waren die anderen beiden auch Deutsche. Sarah aus Darmstadt und Kathrin aus Würzburg waren unsere Mitschüler und wir wurden schnell warm miteinander. Nach 3h Theorieunterricht folgte der erste Gang ins Wasser. Wir bauten unsere Geräte zusammen, gingen ins Wasser und tauchten ab. Es war ein ulkiges Gefühl, seinen Atem so spüren und zu hören. Anja hatte anfangs kleine Problemchen, war dann aber auch abgetaucht. Dort unten begannen wir mit den Übungen. Die schwierigste war, sich die Maske komplett zu fluten und dann durch Ausatmen durch die Nase wieder freizupusten. Ich wusste, dass Anja diese nicht mochte, doch war ich überrascht, als sie es schnell durchführte. Nach weiteren Übungen ging es dann 5m in die Tiefe, da dort ein Seil das Trainingsgelände markierte. Hände haltend schwommen Anja und ich nach draußen, da ich ihre Ängste beruhigen wollte. Allerdings war Nobbi davon nicht begeistert, da jeder selbst und ohne Unterstützung das Tauchen lernen sollte. Anja hatte Probleme in die Tiefe zu tauchen und mühte sich redlich. Es dauerte eine Weile, bis wir vier unten angekommen waren, hielten uns dann am Seil fest und führten wieder Übungen durch. Diese klappten auch recht gut. Zum Abschluss drehten wir eine Abschlussrunde, wobei Anja Probleme hatte, Kurs zu halten und am Boden zu bleiben. Ich sah, wie sie versuchte, nicht aufzutauchen, doch schaffte sie es nicht ganz und trieb immer Richtung Wasseroberfläche. Ich spürte ihre Verzweiflung doch durfte ich ihr nicht helfen. Sie musste allein klar kommen, um es besser zu lernen. Da der erste Tag als Schnuppertauchgang zählte, fragte uns Nobbi, wer weiter machen würde, um den Tauschschein zu erhalten. Ein bisschen mulmig wartete ich auf Anjas Reaktion, da ich ihre Ängste und Probleme kannte, schaute ihr aber nicht in die Augen. Sie sagte nichts, was hieß, dass sie es weiter versuchen würde. Ich wollte sie ja auch nicht zwingen und hätte verstanden, wenn sie abgebrochen hätte. Zu unserer Verwunderung meldete sich aber Kathrin, dass sie aussteigen würde, da Tauchen nichts für sie sei und sie sich die ganze Zeit nicht wohlfühlte. Wir schauten sie überrascht an, versuchten aber auch nicht sie umzustimmen. Nobbi gab ihr auch noch einmal Bedenkzeit, aber sie kam nicht wieder. So blieben nur Sarah und wir beide übrig. Kathrin sahen wir noch ein paar Mal im Resort und berichteten ihr, was wir alles erlebten. Sie war aber zufrieden mit ihrer Entscheidung, was ja das Wichtigste war. Abends sprachen Anja und ich über ihre Probleme unter Wasser zu bleiben. Ich war gespannt, wie sie das in den nächsten Tagen angehen würde.
Jetzt möchte ich nicht jeden einzelnen Tauchgang beschreiben, da dies zu viel werden würde sondern die letzten Tage zusammen fassen. Nur der erste war mir wichtig, um die Ausgangssituation zu beschreiben. Ich wusste, dass ich mit einer Kämpferin auf Reisen bin, aber was eine kleine Jungfrau (vom Sternzeichen her ;-) ) für ein Löwenherz bewiesen hat, damit hätte ich nie gerechnet. Anja mich sehr beeindruckt und ich glaube, sich auch. Als Mensch ist es immer schwierig, über seine eigenen Grenzen zu gehen, aber Anja hat das mit Bravour gemeistert. Sie kann verdammt stolz auf sich und die letzten Tage sein und ich bin es ganz besonders. Wie gesagt, wusste ich, dass sie Angst vor dem tiefen Wasser hatte und die Tage vor dem Kurs der blanke Horror für sie waren. Doch dies ist jetzt alles Teil der Geschichte.
Nobbi unser Tauchlehrer erklärte ihr noch einmal, wie sie besser atmen müsste, um tiefer abtauchen zu können. Dies beherzigte Anja und schwebte bald problemlos mit in unserer Gruppe. Des Weiteren waren Tauchübungen mit dem Schnorchel teil der Ausbildung, in denen sie ihren Dickkopf einsetzte und unter Wasser kämpfte. Ich kann euch sagen, dass ich mächtigt erstaunt war, was für einen Willen sie entwickeln kann. Die Übungen der folgenden Tage, wie Tauchweste unter Wasser aus- und anziehen oder bewusstlose Taucher retten, meisterten wir dann alle ohne große Probleme. Auch die theoritische Prüfung, die aus 40 Fragen bestand, erledigten wir nur mit einem Fehler. Wir hätten nicht gedacht, dass wir eine theoretische Prüfung auf dieser Reise hätten ablegen müssen. Aber es war eine willkommene Abwechslung, seine grauen Zellen mal wieder wenn auch wenig zu strapazieren. Anja hatte mittlerweile keine Probleme mehr und wir gingen bis auf 18m in die Tiefe!
Den krönenden Abschluss bildeten vorgestern zwei Tauchgänge von Boot Calypso 1 aus. Wenn es sowas beim Tauchen gibt, dann hatten wir Kaiserwetter. Die Sonne wärmte die Luft auf 35°C. Die Wassertemparatur lag bei 28°C. Es herrschte kein Wellengang und die Sicht unter Wasser lag bei mehr als 15 Meter. Vom Boot aus konnten wir den Grund sehen. Beim Abtauchen bestaunten wir dann die volle Pracht der umliegenden Riffe. Wir schwebten an den Felsformationen und Korallenwäldchen vorbei und genossen die vielen bunten Fische. Leider verzogen sich die Schwarzspitzen-Riffhaie, da wir mit unseren Tauchgeräten zu laute Geräusche machten. Dafür sahen wir ein paar Stachelrochen, die sich unter verschiedenen Steinen versteckten. Als wir zu unserem Trainingsgelände gelangten, formten wir mit unseren Fingern einen Stern und Nobbi gratulierte uns zur bestandenen Prüfung. Anja und ich sind jetzt CMAS 1 Stern Taucher! Was für ein Titel! Es hätte für die Zeremonie keinen schöneren Ort als unser Trainingsgelände gegeben, da wir dort so viele komplizierte Übungen absolvieren mussten.
Vom Tauchen nicht genug, sind wir gestern mit den Jungs gleich noch zu zwei anderen Tauchplätzen gefahren. Ich bin immer noch beeindruckt, wie Anja ihre Ängste und Bedenken in den letzten Tagen bewältigt hat. Ich für meinen Teil, habe das Medium Wasser für mich wieder entdeckt und kann kaum erwarten, weitere Tauchplätze auf unserer Reise anzusteuern.
Jetzt bleiben uns noch zwei weitere Tage hier in der Tanote Bucht, bevor wir weiter ziehen, um Thailand zu verlassen. Sie war uns für 8 wunderschöne Tage eine Heimat, in der wir Tolles erlebt haben. Wir fühlten uns wie in eine andere Welt und ins Jahr 2554 versetzt. Am Sonntag werden wir mit dem Nachtzug an die Grenze zu Malaysia fahren, von wo aus wir uns dann nächste Woche melden werden.
Es grüßen euch eure glücklichen CMAS 1 Stern Taucher
Anja und Patrice
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Mittwoch, 5. Januar 2011
Willkommen in 2011!
anjapat, 06:05h
Ein frohes neues Jahr wünschen wir Euch!! Wir hoffen, ihr habt es an Silvester ordentlich krachen lassen und seid gut in 2011 angekommen!
An Silvester folgten wir dem Strom der Inselflüchtlinge. Es legten nämlich einige Boote vom Hafen in Phuket ab und flohen aus der Stadt auf die Inseln der Westküste Thailands. Wir hatten uns ja, wie bereits geschrieben, mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi verabredet. Die Einfahrt in die Bucht versprach schon ein paar tolle erholsame Tage. Im Hafen angekommen, wartete schon jemand des Phi Phi Hill Resorts auf uns. Danke M&M, dass ihr euch darum gekümmert habt. Das Witzige an Ko Phi Phi ist, dass es nur einen Versorgungsweg für die Resorts gibt und man hauptsächlich Boote als Taxis und Transportmittel nutzt. So wurden wir also per Boot zum Resort gebracht und konnten auf dieser Fahrt bereits das klare Wasser bestaunen. Von unserer Reisegruppe waren wir die Ersten und bezogen einen der Bungalows, die einen hervorragenden Blick auf die Bucht, die gegenüberliegenden Berge und den abendlichen Sonnenuntergang boten. Anja und ich organisierten uns schleunigst ein Schnorchelset und vertrieben uns bis zur Ankunft der Anderen die Zeit damit, die Unterwasserwelt von unserem Strand aus zu begutachten.
Im Laufe des Nachmittages trafen erst Reschi und Wiesi und dann bald auch Mandy und Micha ein. Wir begossen unser Wiedersehen und hatten uns einiges von unseren Reiseerlebnissen zu berichten. Unser Abendessen nahmen wir auf der Restaurantterasse ein, während im Hintergrund unserer drei Mädels langsam die Sonne unterging. Was für ein wunderschöner Anblick! Den Silvesterabend wollten wir aber nicht dort oben verbringen und so suchten wir nach Unterhaltung am Strand. Wir wurden auch bald fündig. Ein schnuckelige Bar bot uns Plätze direkt neben einem grooßen Resort, in dem ein üppiges Silvesterprogramm lief. Da wir dafür keinen Eintritt zahlen wollten, konnten wir es nun von der Seite miterleben und hatten beste Plätze. Auch die Betreiber unserer Bar sorgten mit einer Feuershow für genug Entertainment. Man munkelt, das es sich einige von uns nicht nehmen lassen konnten, auch mal unter einer brennenden Limbostange so gut es ging durchzutanzen bzw. durch einen Feuerring zu springen. Als es 0 Uhr schlug, bekam jedes Pärchen ein chinesisches Licht in die Hand gedrückt, welches wir mit unseren besten Wünschen gen Himmel schicken konnten. So stiegen dutzende Lichter flackernd auf und wurden von einem tollen Feuerwerk beim Aufstieg begleitet.
Während der erste Januar relativ ruhig verlief, organisierten wir uns für den zweiten einen Schnorcheltrip zu den nahegelegenen Inseln. Da die See etwas unruhig war, blieben wir in unserem Boot nicht lange trocken und schaukelten durch die Wellen wie bei einer Achterbahnfahrt. Kurz vor der ersten Insel wurden wir von einer Gruppe Delphine begrüßt. Der erste Schnorchelspot war total überlaufen, was sich im Laufe der anderen nicht sehr ändern sollten. Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass sämtliche Korellen abgestorben waren und so das erwartete prächtige Farbenstpiel ausblieb. Wir vermuteten, dass entweder die Tsunami 2004 oder aber der zunehmende Tourismus der zerstörende Faktor waren. Nichtdestotrotz sahen wir genügend bunte Fische nach Futter suchen. Am zweiten Spot, der etwas tiefer war, konnten wir dann die einstmalige Schönheit der Unterwasserwelt besser erahnen. Das Wasser war so klar und warm, dass wir am liebsten den ganzen Tag dort verbracht hätten. Zum Abschluss ging es dann zur Phi Phi Ley Insel mit dem berühmten Maya Strand, auf der der Film Beach mit Leonardo di Caprio gedreht wurde. Auch dieser war heilos überfüllt, jedoch genossen wir es noch einmal zu Schnorcheln. Wir hatten bereits ausprobiert, dass die Fische super auf Bananen reagierten und konnten unseren bunten Unterwasserimbiss bestaunen. Die Rückfahrt war nicht minder trocken, doch hatten wir den ersten tollen Tag des neuen Jahres erlebt. Am Abend gingen wir alle noch einmal zusammen Essen, denn es hieß bereits wieder Abschiednehmen. Währen Mandy und Micha noch eine Nacht auf Ko Phi Phi dranhängten, Reschi und Wiesi an die Küste nach Krabi fuhren, schlug es uns auf die nächste Insel nach Ko Lanta.
Da die Bandbreite der Unterkünfte sehr groß ist, diese weit auseinander liegen und wir dem Ansturm der Resortbetreiber bei der Ankunft auf Ko Lanta entgehen wollten, organisierten wir uns bereits auf Ko Phi Phi ein Nachtlager. Nachdem wir uns im Pool der Anlage abgekühlt hatten, wollten wir die Insel erkunden und mieteten uns ein Moped. Wir waren überrascht, wie groß Ko Lanta im Vergleich zu Ko Phi Phi ist und das es mehrere Strassen und Gebiete zum Erkunden gibt. Wir fuhren auf die andere Seite der Insel und schauten uns die Altstadt an. Auf der Fahrt kamen wir an einigen Moscheen vorbei, denn der Hauptteil der Einwohner ist muslimisch, was uns bereits die Anderen erzählt hatten. An der Südspitze in einem abgelegenem Resort nahmen wir ein paar kühle Getränke zu uns, bevor wir uns wieder auf die Heimreise machen "wollten".
Richtig, die Betonung liegt auf "wollten", denn wir hatten einen Platten! Natürlich war klar, dass uns das am entferntesten Punkt von unserem Resort passieren musste. Unsere Improvisierungskünste waren nun gefragt. Im Resort konnte uns keiner helfen, also schoben wir unser Moped zwei Kilometer bis zu den nächsten Häusern. Bis dorthin konnte uns niemand helfen und wir wurden ein wenig belächelt, wie wir so mit unserem Zweirad unterwegs waren. An den Häusern fragten wir wieder um Hilfe und wurden weitere zwei Kilometer weitergeschickt. Bald folgten uns aber zwei junge Burschen, die uns ihre Unterstützung anboten. Wir wussten zuerst nicht, ob wir ihnen trauen konnten, aber das ist vielleicht normal, und folgten dann doch ihren Vorschlägen. Einer von ihnen sprach nur gebrochenes Englisch und Anja und ich nahmen auf seinem Moped Platz. So fuhren wir zu dritt los, während uns der Zweit mit unserem Platten folgte. Wir bogen in eine Seitenstrasse ab und waren nun mitten in einer Siedlung angekommen. Dort sahen wir zwar keine Werkstatt oder ähnliches, jedoch sollten wir warten, bis jemand mit einer Pumpe kam. Wir wurden von den Kids und Frauen begutachtet, konnten aber mit niemanden reden. Das es langsam dunkel wurde, half der Situation nicht wirklich. Ich schloss mich einer Gruppe Männern an, die ein Boot über Baumstämmen ins Wasser rollten, um unsere guten Absichten zu demonstrieren. Nach einer guten Stunde kam dann ein freundlicher Mann, der Werkzeug, eine Pumpe und Flickzeug dabei hatte. Er fing an, an unserem Moped herumzuwerkeln und ich hatte meine Bedenken. Allerdings löste er nicht das Rad sondern nur den Schlauch vom Mantel, um nach Löchern zu suchen. Er fand auch zwei, die er flickte. Ich glaube alle Beteiligten hofften, dass diese Flickung einiges abhalten würde, da wir noch 20km zurückfahren mussten. Wir bedankten uns beim Mechaniker, der nur 3 Euro für seine Leistung verlangte, die wir aber auf 5 aufrundeten. Als wir den Jungs auch noch einen kleinen Obulus für ihre Unterstützung geben wollten, lehnten diese sie höflich ab und buchten es als gute Tat ab. Anja und ich waren froh, dass wir die Hilfe der freundlichen Jungs erhalten hatten. Wir wären gern noch länger geblieben, doch wollten wir zurück in unser Resort. Der Reifen hielt allerdings nur 10 km, so dass wir bald wieder am Strassenrand mit einem Platten standen. Allerdings hatten wir es bis in den Nachbarort von unserem geschafft. Nach kurzen Überlegungen und dem vergeblichen Versuch, in unserem Hotel anzurufen, stellten wir das Moped dort ab und fuhren mit einem Tuk-Tuk zurück. Wir holten den Mopedbesitzer und fuhren noch einmal zurück, um das Moped auf einen Pick-Up zu laden. Wir brachten es gleich zu einem Mechaniker, der es innerhalb von 30 Minuten noch einmal reparierte und uns es dann für den nächsten Tag zur Verfügung stellte, da wir das Moped für 24 Stunden gemietet und erst 4 Stunden genutzt hatten.
Obwohl wir keine richtige Lust hatten, noch einmal Moped zu fahren, oder besser gesagt, liegen zu bleiben, machten wir uns gestern trotzdem noch einmal auf den Weg. Um es vorweg zu nehmen, es lief alles gut. Allerdings sahen wir mit unseren Helmen etwas ulkig aus. Anja hätte in der Komödienreihe "Police Acadamy" mitspielen können, während ich ins Outfit der Village People gepasst hätte. Wir erkundeten die Strände der Westküste Ko Lantas und sprangen einige Male ins Wasser. Die Inseln sind echt traumhafte Urlaubsziele. Für uns war es der Beginn einer neuen Reisephase, da wir ab jetzt weniger Städte, Tempel und Paläste besuchen werden, sondern viel am Meer und in der Natur sein werden. Am liebsten wären wir heute nicht mehr aus dem Wasser gekommen, da es kristallklar und angenehm warm war. Wir beobachteten das Spiel der Gezeiten, dass zwischenzeitelich von der Ebbe dominiert wurde. Das Meer zog sich langsam zurück und hinterließ einige kleine Minibiotope, in denen sich Krabben und kleine Fischchen sammelten. Eine Krabbe durfte ich in ihrem Lager stören und sie in die Hand nehmen. Mit einem Auge schaute sie mich etwas verdutzt an.
Heute werden wir Ko Lanta sowie die Westküste verlassen und per Bus und Nachtfähre nach Ko Tao in den Osten und somit in den Golf von Thailand wechseln. Es ist ein wenig schade, dass wir die anderen kleineren Inseln hier nicht erkunden können, da wir uns nicht mehr Zeit nehmen und weiter wollen. Auf Ko Tao möchten wir nämlich unseren Tauchschein machen und sind schon richtig gespannt. Von dort melden wir uns dann beim nächsten Mal.
Liebe Grüße und ein gesunden Neues wünschen Euch
Anja und Patrice
An Silvester folgten wir dem Strom der Inselflüchtlinge. Es legten nämlich einige Boote vom Hafen in Phuket ab und flohen aus der Stadt auf die Inseln der Westküste Thailands. Wir hatten uns ja, wie bereits geschrieben, mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi verabredet. Die Einfahrt in die Bucht versprach schon ein paar tolle erholsame Tage. Im Hafen angekommen, wartete schon jemand des Phi Phi Hill Resorts auf uns. Danke M&M, dass ihr euch darum gekümmert habt. Das Witzige an Ko Phi Phi ist, dass es nur einen Versorgungsweg für die Resorts gibt und man hauptsächlich Boote als Taxis und Transportmittel nutzt. So wurden wir also per Boot zum Resort gebracht und konnten auf dieser Fahrt bereits das klare Wasser bestaunen. Von unserer Reisegruppe waren wir die Ersten und bezogen einen der Bungalows, die einen hervorragenden Blick auf die Bucht, die gegenüberliegenden Berge und den abendlichen Sonnenuntergang boten. Anja und ich organisierten uns schleunigst ein Schnorchelset und vertrieben uns bis zur Ankunft der Anderen die Zeit damit, die Unterwasserwelt von unserem Strand aus zu begutachten.
Im Laufe des Nachmittages trafen erst Reschi und Wiesi und dann bald auch Mandy und Micha ein. Wir begossen unser Wiedersehen und hatten uns einiges von unseren Reiseerlebnissen zu berichten. Unser Abendessen nahmen wir auf der Restaurantterasse ein, während im Hintergrund unserer drei Mädels langsam die Sonne unterging. Was für ein wunderschöner Anblick! Den Silvesterabend wollten wir aber nicht dort oben verbringen und so suchten wir nach Unterhaltung am Strand. Wir wurden auch bald fündig. Ein schnuckelige Bar bot uns Plätze direkt neben einem grooßen Resort, in dem ein üppiges Silvesterprogramm lief. Da wir dafür keinen Eintritt zahlen wollten, konnten wir es nun von der Seite miterleben und hatten beste Plätze. Auch die Betreiber unserer Bar sorgten mit einer Feuershow für genug Entertainment. Man munkelt, das es sich einige von uns nicht nehmen lassen konnten, auch mal unter einer brennenden Limbostange so gut es ging durchzutanzen bzw. durch einen Feuerring zu springen. Als es 0 Uhr schlug, bekam jedes Pärchen ein chinesisches Licht in die Hand gedrückt, welches wir mit unseren besten Wünschen gen Himmel schicken konnten. So stiegen dutzende Lichter flackernd auf und wurden von einem tollen Feuerwerk beim Aufstieg begleitet.
Während der erste Januar relativ ruhig verlief, organisierten wir uns für den zweiten einen Schnorcheltrip zu den nahegelegenen Inseln. Da die See etwas unruhig war, blieben wir in unserem Boot nicht lange trocken und schaukelten durch die Wellen wie bei einer Achterbahnfahrt. Kurz vor der ersten Insel wurden wir von einer Gruppe Delphine begrüßt. Der erste Schnorchelspot war total überlaufen, was sich im Laufe der anderen nicht sehr ändern sollten. Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass sämtliche Korellen abgestorben waren und so das erwartete prächtige Farbenstpiel ausblieb. Wir vermuteten, dass entweder die Tsunami 2004 oder aber der zunehmende Tourismus der zerstörende Faktor waren. Nichtdestotrotz sahen wir genügend bunte Fische nach Futter suchen. Am zweiten Spot, der etwas tiefer war, konnten wir dann die einstmalige Schönheit der Unterwasserwelt besser erahnen. Das Wasser war so klar und warm, dass wir am liebsten den ganzen Tag dort verbracht hätten. Zum Abschluss ging es dann zur Phi Phi Ley Insel mit dem berühmten Maya Strand, auf der der Film Beach mit Leonardo di Caprio gedreht wurde. Auch dieser war heilos überfüllt, jedoch genossen wir es noch einmal zu Schnorcheln. Wir hatten bereits ausprobiert, dass die Fische super auf Bananen reagierten und konnten unseren bunten Unterwasserimbiss bestaunen. Die Rückfahrt war nicht minder trocken, doch hatten wir den ersten tollen Tag des neuen Jahres erlebt. Am Abend gingen wir alle noch einmal zusammen Essen, denn es hieß bereits wieder Abschiednehmen. Währen Mandy und Micha noch eine Nacht auf Ko Phi Phi dranhängten, Reschi und Wiesi an die Küste nach Krabi fuhren, schlug es uns auf die nächste Insel nach Ko Lanta.
Da die Bandbreite der Unterkünfte sehr groß ist, diese weit auseinander liegen und wir dem Ansturm der Resortbetreiber bei der Ankunft auf Ko Lanta entgehen wollten, organisierten wir uns bereits auf Ko Phi Phi ein Nachtlager. Nachdem wir uns im Pool der Anlage abgekühlt hatten, wollten wir die Insel erkunden und mieteten uns ein Moped. Wir waren überrascht, wie groß Ko Lanta im Vergleich zu Ko Phi Phi ist und das es mehrere Strassen und Gebiete zum Erkunden gibt. Wir fuhren auf die andere Seite der Insel und schauten uns die Altstadt an. Auf der Fahrt kamen wir an einigen Moscheen vorbei, denn der Hauptteil der Einwohner ist muslimisch, was uns bereits die Anderen erzählt hatten. An der Südspitze in einem abgelegenem Resort nahmen wir ein paar kühle Getränke zu uns, bevor wir uns wieder auf die Heimreise machen "wollten".
Richtig, die Betonung liegt auf "wollten", denn wir hatten einen Platten! Natürlich war klar, dass uns das am entferntesten Punkt von unserem Resort passieren musste. Unsere Improvisierungskünste waren nun gefragt. Im Resort konnte uns keiner helfen, also schoben wir unser Moped zwei Kilometer bis zu den nächsten Häusern. Bis dorthin konnte uns niemand helfen und wir wurden ein wenig belächelt, wie wir so mit unserem Zweirad unterwegs waren. An den Häusern fragten wir wieder um Hilfe und wurden weitere zwei Kilometer weitergeschickt. Bald folgten uns aber zwei junge Burschen, die uns ihre Unterstützung anboten. Wir wussten zuerst nicht, ob wir ihnen trauen konnten, aber das ist vielleicht normal, und folgten dann doch ihren Vorschlägen. Einer von ihnen sprach nur gebrochenes Englisch und Anja und ich nahmen auf seinem Moped Platz. So fuhren wir zu dritt los, während uns der Zweit mit unserem Platten folgte. Wir bogen in eine Seitenstrasse ab und waren nun mitten in einer Siedlung angekommen. Dort sahen wir zwar keine Werkstatt oder ähnliches, jedoch sollten wir warten, bis jemand mit einer Pumpe kam. Wir wurden von den Kids und Frauen begutachtet, konnten aber mit niemanden reden. Das es langsam dunkel wurde, half der Situation nicht wirklich. Ich schloss mich einer Gruppe Männern an, die ein Boot über Baumstämmen ins Wasser rollten, um unsere guten Absichten zu demonstrieren. Nach einer guten Stunde kam dann ein freundlicher Mann, der Werkzeug, eine Pumpe und Flickzeug dabei hatte. Er fing an, an unserem Moped herumzuwerkeln und ich hatte meine Bedenken. Allerdings löste er nicht das Rad sondern nur den Schlauch vom Mantel, um nach Löchern zu suchen. Er fand auch zwei, die er flickte. Ich glaube alle Beteiligten hofften, dass diese Flickung einiges abhalten würde, da wir noch 20km zurückfahren mussten. Wir bedankten uns beim Mechaniker, der nur 3 Euro für seine Leistung verlangte, die wir aber auf 5 aufrundeten. Als wir den Jungs auch noch einen kleinen Obulus für ihre Unterstützung geben wollten, lehnten diese sie höflich ab und buchten es als gute Tat ab. Anja und ich waren froh, dass wir die Hilfe der freundlichen Jungs erhalten hatten. Wir wären gern noch länger geblieben, doch wollten wir zurück in unser Resort. Der Reifen hielt allerdings nur 10 km, so dass wir bald wieder am Strassenrand mit einem Platten standen. Allerdings hatten wir es bis in den Nachbarort von unserem geschafft. Nach kurzen Überlegungen und dem vergeblichen Versuch, in unserem Hotel anzurufen, stellten wir das Moped dort ab und fuhren mit einem Tuk-Tuk zurück. Wir holten den Mopedbesitzer und fuhren noch einmal zurück, um das Moped auf einen Pick-Up zu laden. Wir brachten es gleich zu einem Mechaniker, der es innerhalb von 30 Minuten noch einmal reparierte und uns es dann für den nächsten Tag zur Verfügung stellte, da wir das Moped für 24 Stunden gemietet und erst 4 Stunden genutzt hatten.
Obwohl wir keine richtige Lust hatten, noch einmal Moped zu fahren, oder besser gesagt, liegen zu bleiben, machten wir uns gestern trotzdem noch einmal auf den Weg. Um es vorweg zu nehmen, es lief alles gut. Allerdings sahen wir mit unseren Helmen etwas ulkig aus. Anja hätte in der Komödienreihe "Police Acadamy" mitspielen können, während ich ins Outfit der Village People gepasst hätte. Wir erkundeten die Strände der Westküste Ko Lantas und sprangen einige Male ins Wasser. Die Inseln sind echt traumhafte Urlaubsziele. Für uns war es der Beginn einer neuen Reisephase, da wir ab jetzt weniger Städte, Tempel und Paläste besuchen werden, sondern viel am Meer und in der Natur sein werden. Am liebsten wären wir heute nicht mehr aus dem Wasser gekommen, da es kristallklar und angenehm warm war. Wir beobachteten das Spiel der Gezeiten, dass zwischenzeitelich von der Ebbe dominiert wurde. Das Meer zog sich langsam zurück und hinterließ einige kleine Minibiotope, in denen sich Krabben und kleine Fischchen sammelten. Eine Krabbe durfte ich in ihrem Lager stören und sie in die Hand nehmen. Mit einem Auge schaute sie mich etwas verdutzt an.
Heute werden wir Ko Lanta sowie die Westküste verlassen und per Bus und Nachtfähre nach Ko Tao in den Osten und somit in den Golf von Thailand wechseln. Es ist ein wenig schade, dass wir die anderen kleineren Inseln hier nicht erkunden können, da wir uns nicht mehr Zeit nehmen und weiter wollen. Auf Ko Tao möchten wir nämlich unseren Tauchschein machen und sind schon richtig gespannt. Von dort melden wir uns dann beim nächsten Mal.
Liebe Grüße und ein gesunden Neues wünschen Euch
Anja und Patrice
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