Donnerstag, 30. Dezember 2010
Guten Rutsch und Alles Gute für 2011
Hallo Ihr Lieben,

ein letztes Mal schreiben wir Euch in diesem Jahr. Sicher habt ihr die Feiertage gut überstanden und genießt die Ruhe vor dem Silvestersturm. Wir wünschen Euch für 2011 ein aufregendes, spannendes und ereignisreiches Jahr und das wir uns gesund und munter wiedersehen. Wie einige wissen, werden wir das Jahresende auf der Insel Ko Phi Phi vor der Westküste Thailands mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi begehen. Wir freuen uns schon darauf, dass wir hier in der Fremde mit Freunden feiern können.

Heiligabend und den ersten Weihnachtsfeiertag haben wir sehr ruhig im schönen Luang Prabang verlebt. Im Nachhinein stellen wir fest, dass es bisher der friedlichste und zugleich schönste Ort bisher auf unserer Reise war. Es ist vielleicht kein Zufall, dass wir genau zu den Feiertagen dort waren. Am 24. telefonierten wir mit unseren Familien und es war sehr schön, nicht nur ihre Stimmen zu hören, sondern Dank Skype auch ihre Gesichter zu sehen. Dadurch waren wir ihnen trotz der Entfernung so nah. Es ist unglaublich, was heutzutage durch die Technologie alles möglich ist. Am 25. lebten faul in den Tag hinein. Das muss auch mal sein und gehört auch zu den Feiertagen dazu. Außerdem wollten wir ein bisschen Energie sparen, da wir in den Folgetagen eine Marathonfahrtstrecke zu bewältigen hatten.

Um pünktlich zu Silvester auf Ko Phi Phi zu sein, entschlossen wir uns, komplett Nordthailand und den Süden Laos nicht zu bereisen. Auf der einen Seite ist es schade, dass wir diese Regionen nicht besuchen konnten. Auf der anderen Seite kann man auf so einer Reise auch nicht alles erleben und muss Abstriche machen. Des Weiteren wollen wir auch unseren Gesamtzeitplan nicht verändern, da sonst weniger Zeit für die weiteren Ziele bleibt. Also entschlossen wir uns für eine vier-phasige Anreise. Die erste Etappe war eine 11-stüdnige Busfahrt durch Laos bis in die Hauptstadt Vientiane, wo wir eine Nacht blieben. Die zweite Etappe ging dann 14 Stunden lang mit dem Nachtzug nach Bangkok. Von dort ging es ohne Übernachtung 12 Stunden im Nachtbus nach Phuket, wo wir zwei Tage Pause machen, um dann morgen die vierte Etappe per Fähre anzutreten. Falls es sich alles recht anstrengend anhört, können wir bestätigen, dass es das auch war.

Die Fahrt durch Laos ging durch die wundersamsten Landschaften. Die bewaldeten Berge, die sich auf zweitausend Meter und darüber hinaus auftürmten, säumten unseren Weg. Obwohl die Strecke nur 350 km betrug, brauchten wir, wie gesagt, unglaubliche 11 Stunden, da es nur Serpentinen hinauf und Serpentinen hinab ging. Teilweise konnten wir die Mehrfachkurven nur im Schrittempo emporklettern, da unser Bus nicht mehr Leistung hatte. Da wir eine Nacht in Vientiane blieben und erst am nächsten Abend weiterreisten, nutzten wir den freien Vormittag, um uns die Hauptstadt Laos anzuschauen. Passend zum ganzen Land ging es dort sehr gemächlich zu und es ist wohl eine der entspannendsten Hauptstädte auf diesem Planeten. Wir schauten uns noch zwei Buddhatempel an, liefen zum Mekong und schlenderten entlang der Hauptgeschäftsmeile in Richtung Patu Xay Tor, einem Wahrzeichen der Stadt. Am Mekong hatte die Stadtverwaltung ein paar Fitnessgeräte aufgestellt und Anjas Studiozeiten flackerten kurz auf.

Abends wurden wir auf ein Tuk-Tuk mit weiteren 10 Leuten verfrachtet und zum Grenzzug gebracht, der uns nach Nong Khai auf die thailändische Seite brachte. Dort wartete bereits der Nachtzug nach Bangkok auf uns. Anja und ich waren froh, dass wir uns für den Nachtzug entschieden hatten, da er ausreichend Platz zum Schlafen bot. Wir bemerkten sofort, dass wir wieder in Thailand waren, da unser Abendessen von einem umoperierten Ladyboy serviert wurde. Wir waren also wieder in bekannten Gefilden.
In Bangkok organisierten wir uns einen Nachtbus nach Phuket. Da Silvester die Hauptreisezeit Richtung Süden und Inseln ist, war die Stadt voll und sämtliche Verkehrsmittel ausgeschöpft. Allerdings hatten wir Glück und ein neuer Bus wurde eingesetzt, der uns am Abend nach Phuket bringen würde. Das größte Problem war aber, dass sich zu einer bestimmten Zeit am Nachmittag alle Taxifahrer geeinigt haben, dass sie nur für überteuerte Preise und ohne Taxameter zum Busbahnhof fahren. Als Gast hat man keine Chance. Wir wollten uns trotzdem nicht auf diese Schweinerei einlassen und nahmen uns ein Tuk-Tuk. Obwohl wir etwas weniger als für ein Taxi bezahlten, wäre ein geschlossenes Gefährt vielleicht besser gewesen, da die Abgase der vielen Fahrzeuge unzumutbar waren. Jetzt wussten wir, warum viele Thais einen Mundschutz tragen, wenn sie durch die Stadt laufen.

Der Nachtbus brachte uns sicher nach Phuket und wir genossen die 12-stündige Fahrt in diesem komfortablen Gefährt. Wir waren froh, dass es im Gegensatz zu Laos Highways gab und die Strecke keine Serpentinen beinhaltete. Zum anderen hatten die Strassen kaum bis keine Schlaglöcher, so dass die Fahrt sehr entspannt ablief. Wir merkten allein an dieser Infrastruktur, dass Thailand seinen Nachbarländern voraus ist. In Phuket kamen wir gegen 5:30 an und tranken bis zum Sonnenaufgang erstmal einen Kaffee.

Nach dieser verrückten Anreise wollten wir uns ein wenig verwöhnen, bevor es weiter nach Ko Phi Phi geht. Wir freuten uns daher sehr, dass wir bei meiner Lieblingshotelkette Bonuspunkte einlösen konnten, da ich durch meinen Job oft in einem der Hotels übernachtet habe. Also können wir hier zwei enspannte Nächte verbringen. Allerdings liegt das Hotel am Patong Beach, welcher sich als das Mallorca Thailands entpuppte und gar nicht unser Geschmack ist. Die Region inkl. dem Patong Beach wurde 2004 von der Tsunamiwelle zerstört und bot daher viel Platz für Neubauten. Das wurde ausgenutzt und so ist ein Hotelklotz neben dem anderen enstanden. Das Übermaß an Touristen, Restaurants, Bars, Tuk-Tuks, Strandliegen, Sonnenschirmen, McDonalds, Souvenirläden und vor allem Abzockern ist einfach ekelerregend. Nach den entspannten Tagen in Laos ist das hier zu viel für uns. Wir uns im Hotel vor der Außenwelt und können so den letzten Bericht schreiben. Umso mehr freuen wir uns, dass wir morgen die Fähre nach Ko Phi Phi nehmen werden, wo es hoffentlich enstpannter zu geht.

So langsam neigt sich unsere Zeit hier in Südostasien dem Ende. Nach Ko Phi Phi werden wir noch Ko Lanta hier an der Westküste besuchen und dann noch einmal an die Ostküste nach Ko Tao und Ko Phangan wechseln. Danach geht es dann über Malaysia und Kuala Lumpur nach Singapur, wo unsere Flieger am 27. Januar nach Hong Kong und dann weiter nach Neuseeland starten. In den nächsten Tagen freuen wir uns auf die gemeinsamen Silvestertage mit unseren Freunden und das die weiteren Strände und Inseln hier in Thailand entspannter als Patong Beach sind.

Somit verabschieden wir uns für 2010, wünschen Euch das Beste und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Anja und Patrice


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Freitag, 24. Dezember 2010
Fröhliche Weihnachten!
Hallo Ihr Lieben,

wir wünschen Euch eine schöne Weihnachtszeit aus Luang Prabang in Laos. Wir hoffen, dass ihr Euch erholen und füllen könnt, ohne dabei viel Stress zu erleben. Wie geschrieben, begehen Anja und ich die Weihnachtszeit im lauschigen Luang Prabang. Gestern Abend haben wir die Feiertage sogar mit einem Glühwein und einer ordentlichen Bratwurst eingeläutet. Unglaublicherweise haben wir den Stand eines deutschen Reiseanbieters auf dem Nachtmarkt gefunden, der von einem deutschen Metzger beliefert wird. Was für ein Auftakt!

Vor einer Woche sind wir hier in Laos und in Luang Prabang angekommen. Uns war dieser Ort von Anfang an sehr sympathisch, da alles etwas langsamer abläuft und ruhiger ist. Im Gegensatz zum hektischen Vietnam, wo wir ein schlechtes Gewissen hatten, wenn wir gegen 8:30 zum Frühstück schlenderten, fängt hier in Laos nichts vor 9 Uhr an. Schön! Die Altstadt Luang Prabangs ist Weltkulturerbe, da viele französische und vietnamesische Kolonialbauten erhalten blieben. Zum Anderen war es der Sitz des laotischen Königs und Zentrum des hiesigen Buddhismus, so dass es neben dem Königspalast unzählige Tempel gibt. Ein Highlight dieses Ortes ist der tägliche Sonnenuntergang über dem großen Fluß Mekong umrahmt von bewaldeten Hügeln, zu dem wir Touristen auf den heiligen Berg Phousi mit seinem Tempel pilgern, um von dort die beste Aussicht zu genießen. Ansonsten gibt es wieder viele süße Restaurants, Handwerkerlädchen und tolle Villen, die eine Unterkunft bieten. Ein weiteres Highlight ist der täglich stattfindende Nachtmarkt, auf dem die lokalen Frauen handwerkliche Produkte wie Taschen, Kleider, Bettzeug, Stofftiere, selbstgebastelte Lampen, Ringe, Ketten und viele andere Sachen, um die eigenen vier Wände zu verschönen, anbieten. Dieser Nachtmarkt war für uns der Weihnachtsmarktersatz. Umso mehr freuten wir uns, als wir den bereits beschriebenen Glühweinstand entdeckten.

Unser Plan für Laos war, ein Trekking zu einem der Bergvölker zu machen, da es hier im Vergleich zu den Nachbarländern etwas ursprünglicher sein soll. Obwohl solche Wanderungen auch in Luang Prabang angeboten werden, entschieden wir uns, in das 260 km entfernte Luang Nam Tha zu fahren. Dort sollte die Landschaft des Nationalparks schöner sein und die Treks nicht so überlaufen. Dies bedeutete allerdings, dass wir uns nach zwei Nächten hier in einen Minibus quetschten, um 10 Stunden durch Laos in den Norden zu fahren. Die Landschaft auf dieser Fahrt war schon verheißungsvoll, jedoch war die Länge der Strecke und die Baustellen bzw. Schlaglöcher anstrengend. Wir erhielten aber einen Eindruck von dem Land und sahen, dass es in seiner Entwicklung einige Jahre hinter seinen süd-asiatischen Nachbarn liegt. Dadurch sind die Menschen vielleicht auch noch nicht so hinter dem Geld der Touristen her und erscheinen dadurch entspannter. Angekommen in Luang Nam Tha, das nur aus einigen unspektakulären Strassen besteht, buchten wir eine zweitägige Tour mit Übernachtung im Bergdorf Nam Lai, in dem der Stamm der Akahs lebt.

Am nächsten Morgen begrüßte uns gegen 9 Uhr unser Tourguide "Äe". Wir haben keine Ahnung, wie wir ihn sonst schreiben sollen, aber das war sein Name. Zur Gruppe gehörten weiterhin zwei Italienerinnen aus der Toscana, Giulia und Perla, und ein weiterer Tourhelfer "Lo". Wie bereits beschrieben, läuft alles entspannter ab und wir waren froh, dass die Tour erst 9 Uhr begann. Auch freuten wir uns darüber, dass die Gruppe nur 6 Leute umfasste und damit recht klein war. Auf dem Weg in den Nationalpark fröstelten wir auf unserem Tuk-Tuk ein wenig, da es morgens hier immer frisch, wolkenverhangen und regnerisch war. Jedoch wussten wir, dass sich die Sonne spätestens bis zum Mittag durch die Wolken kämpfen und uns dann wärmen würde. Vormittags dominierte die hohe Luftfeuchtigkeit, welche die bewaldeten Berge mit mystischen Nebelschwaden umhüllte. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt nahmen wir noch ein junges Mädchen "Fo" aus einem Dorf mit, das die Guides beim Mittagessen unterstützte.

An einer Stelle vor dichtem Regenwald machte unser Tuk-Tuk halt und unsere kleine Caravane setzte sich nach dem Aussteigen in Bewegung. Angführt von "Äe" liefen wir zuerst über Reisfelder vorbei an grasenden Kühen und Büffel hinein in den dichten Wald. Dort wurden wir von den hiesigen Vögeln begrüßt, welche durch das Pfeifen von "Lo" zum Antworten annimiert wurden. Wir mussten einige Flüsse über Bambusbrücken oder angereihte Steinbrocken überwinden. Ein paar steilere Anstiege waren auch dabei, die bei dem feuchten Verhältnissen etwas rutschig waren. Der lustige Kommentar unseres "Äe" war, dass diese Abhänge in der Regenzeit die besten Voraussetzungen bieten, um dort die Sportart "Jungleskiing" (Dschungelskifahren) auszuüben. Von uns probierte das aber niemand aus. Auf einer Bergspitze machten wir nach 3h Wandern halt und unsere Führer breiteten Bananen- und Palmenblätter vor uns aus, um darauf das Mittagessen zu servieren. Es gab gekochten Wirsing, gemischtes Gemüse, geräucherten Fisch und in Bananenblättern eingewickelten Klebereis. Es war sehr lecker und wir sehr hungrig, so dass nicht mehr viel übrig blieb. Pünktlich zum Nachmittag hatte sich dann auch die Sonne dazugesellt und schien durch den dichten Regenwald. Wir folgten einem Flusslauf bergab, bis wir auf einen einsamen Wasserfall stießen. Dort ließen es sich unsere italienischen Mädels, mit denen wir uns gut verstanden nicht nehmen, ein frische Abkühlung zu genießen. Weiter ging es dem Strom entlang, bis wir auf die ersten Zeichen menschlicher Einwohner durch Reisfelder und einfachen Hütten mitten im Wald trafen.

Gegen 17 Uhr erreichten wir dann das Bergdorf Nam Lai und unsere geräumige Strohunterkunft. Dort wohnte der Stamm der Akha. "Äe" erzählte uns, dass es ungefähr 350 Leute in 70 Familien sind. Die Akha sprechen ihre eigene Sprache, die selbst "Äe" nicht konnte. Also hatten wir keine Chance mit ihnen zu kommunizieren. Nachdem wir unsere geräumige Strohhütte inspiziert hatten, die "Lo" amüsanterweise als 5-Sternehotel beschrieb, hatten wir die Gelegenheit, im Dorf herumzuschlendern. Bereits nach wenigen Minuten wurden wir von den ersten Kindern begrüßt, die neugierig ihre temporären Nachbarn beäugten. Nach dem sie öfter "Mokoto" zu mir gerufen hatten, verstand ich die Aufforderung, dass ich von ihnen ein Foto machen sollte. Das tat ich wie bestellt, natürlich inkl. dem Zeigen des Bildes auf dem Display der Kamera. Die Kinder beömmelten sich und posierten danach nach Lust und Laune. Neben den Kindern zeigten sich die Großmütter des Ortes sehr offen und präsentierten stolz ihre Enkelkinder. Ansonsten besteht das Dörfchen aus einfachen Basthütten. Allerdings haben einige Einwohner Traktoren, Mopeds und auch Trucks, so dass ein gewisser Fortschritt eingezogen ist. Allerdings sahen wir auch einige Frauen oben im Ort oder waren gerade dabei, ihre Babys zu stillen. Toll fanden wir, dass die laotische Regierung kleine Solaranlagen für elektrisches Licht zur Verfügung gestellt hat, welche die Einwohner jährlich durch 10 Euro über 10 Jahre abzahlen können. Ansonsten wuselten Hühner, Schweine und Hunde durchs Dorf und wir sahen auch einige dösende Büffel und Kühe. Traurig fand besonders Anja, dass leider auch Hundefleisch auf dem Speisezettel der Laoten steht, so dass manche der süßen Vierbeiner nicht als Wachhund dienten. Während wir durchs Dorf gingen, bereiteten unsere Jungs das Abendessen vor, welches wir dann bei einem romantischen Kerzenschein zu uns nahmen. Zum Essen gesellte sich der Chef des Dorfes, der auch gleichzeitig der Lehrer für die Grundschüler war. Wir wussten von ihm und hatten einige Stifte und zwei Zeichenblöcke für die Kinder dabei. Der Ausklang des Abends war eine Massage von Frauen aus dem Dorf für uns und unsere Guides. Draußen vor unserer Hütte ging langsam der Vollmond auf und wir unterhielten uns noch ein wenig mit Giulia und Perla, bevor wir uns in unsere Schlafsäcke kuschelten.

So richtig konnten wir in der Nacht nicht schlafen, da es vor allem regnete und wir eins zweimal ein paar Tropfen ins Gesicht bekamen. Das war aber nicht so schlimm, da wir uns von den Tropfen einfach auf die andere Seite drehen konnten. Der Morgen begann wieder mit einem mystischen Sonnenaufgang, der sich mit dem Nebel über dem Dorf auseinandersetzte. Nach einem Frühstück, es gab wieder Reis, machten wir uns auf den Heimweg. Der Abstieg dauerte mit Pausen auch 7 Stunden und führte auf einer anderen Strecke wieder durch den Regenwald. Dieses Mal probierte ich das Jungelskiing unfreiweillig aus, konnte mich aber abfangen. Allerdings sahen meine Hose und mein Rucksack danach schrecklich aus. Wir aßen wieder Mittag mitten im Wald. Uns wurde dabei bewusst, dass wir wohl noch nie an so weit entfernt von einem Ort gegessen hatten. Kurz bevor wir unser Tuk-Tuk erreichten, mussten wir noch einen kleinen Fluss als letztes Hindernis durchqueren. Am Ende kamen wir erfüllt und kaputt wieder in Luang Nam Tha an und hatten eine sehr schöne Wanderung und Begegnung mit den Akhas erlebt.

Gestern sind wir dann wieder 10 Stunden mit einem Mini-Bus zurück nach Luang Prabang gefahren. Ein bisschen problematisch war dann unser Beginn der Weihnachtszeit. Die Villa, die wir uns ausgesucht hatte, konnte uns gestern kein freies Zimmer anbieten. Die Strapazen des Treks und der Fahrt zeigten ihre Wirkung. Zu allem Übel brachte uns das Tuk-Tuk nicht dahin, wo wir hin wollten und der Fahrer täuschte eine Panne vor, so dass wir mit unserem kompletten Gepäck über den Nachtmarkt mussten. Wir waren gereizt, da auch die Alternativvillen durch die Feiertage voll waren. Letztendlich nahmen wir uns eine günstigere Unterkunft und beruhigten unsere Nerven mit der bereits erwähnten Bratwurst und einem schönen heißen Glühwein. Dieser schmeckte auch bei den gestrigen 20 Grad.

Heute scheint allerdings schon wieder die Sonne in unseren Gemütern. Wir leben mit dem Motto "Genießen, Verwöhnen, Entspannen" und haben uns bereits eine Massage mit heißem Öl gegönnt. Auch sind wir in unsere Wunschvilla umgezogen, die wir uns für die Feiertage leisten. Gleich ist Bescherung und danach werden wir sehr schön Essen gehen.

Übermorgen wird es dann für uns recht unspektakulär weitergehen. Da Silvester mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi feiern werden, fahren wir über Vientienne (Hauptstadt Laos) und Bangkok nach Phuket, wo wir am 29. Dezember ankommen werden. Es wird sicherlich nicht viel zu berichten geben, aber wir werden uns in diesem Jahr noch einmal von unserer Erkundungsreise Projekt 101010 melden.

Wir denken an Euch und wünschen Euch auch ein paar entspannte, verwöhnte und genussreiche Feiertage!

Anja und Patrice


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Freitag, 17. Dezember 2010
Halong Bucht - Du Festschmaus für die Augen
Hallo Ihr Lieben,

Ui, jetzt ist es schon eine ganze Woche her, dass wir uns gemeldet haben. Ein Grund war das regnerische Wetter in Hanoi, dass uns nicht wirklich motiviert hat. Der zweite Grund war der Ausflug in die wunderschöne Halong Bucht, die wir erst beenden wollten, bevor wir uns wieder melden.

Aber nun erstmal zum Anfang. Letzte Woche sind wir in Hanoi per Flugzeug angekommen und waren froh, dass wir uns gegen eine erneute Fahrt mit einem Nachtbus entschieden haben. Wir konnten es kaum erwarten, dass der Bus uns in die Stadt brachte, so dass wir uns mit Kumpel Wiesi treffen konnten. Nachdem wir in der Altstadt in der Nähe einer Kathedrale eingecheckt hatten, war es dann soweit und wir standen uns gegenüber. Wir umarmten uns und hatten dann in einem Restaurant viel zu erzählen. Selbst der Besuch zweier Ratten konnte unseren Austauschdrang nicht stoppen. Letztendlich waren wir von der Situation begeistert, dass wir uns einfach so in Hanoi, so fern der Heimat auf einem anderen Kontinent und in einem fremden Land treffen konnten. Es ist schon toll, dass es 1989 den politischen Wandel gab. Denn nur diese Veränderung hat uns so viele Möglichkeiten eröffnet.

Am nächsten Tag erkundschafteten wir ein bisschen Hanoi und liefen durch die Strassen. Da die Stadt noch eine Altstadt hat und im Gegenteil zu Saigon nicht so sehr zerstört wurde, gefiel es uns sehr gut. Auch war der Verkehr weit weniger als in der Riesenmetropole im Süden. Wiesi hatte uns Tickets für das berühmte Wasserpuppentheater besorgt, so dass wir abends diesen kulturellen Höhepunkt erleben konnten. Danach besuchten wir eine Bia Hoi Ha Noi Bar, in der es frisches Bier ohne Konservierungsstoffe für 25 Cent pro Glas gab und mischten uns unter die Vietnamesen. Wiesi entschied sich, den nächsten Tag eine Pagode, vietnamesischen Tempel, im Umland zu besuchen. Anja und ich gingen ins Ho-Chi-Minh-Mausoleum, um dem einbalsamierten Herrscher unsere Ehre zu erweisen. Da das Wetter an diesem Tag echt miserabel war, gingen wir schnell wieder in unser Hotel, und genossen es, mal nichts zu tun.

Die Wettervorhersage für die weiteren Tage war schlecht. Es sollte regnen und kalt sein. Da wir drei eigentlich eine Segeltour durch die wunderbare Halong Bucht machen wollten, fiel uns die Entscheidung sehr schwer, 100 bis 200 Dollar für solch eine Drei-Tages-Tour auszugeben. Wir zögerten und entwickelten schon Alternativpläne. Jedoch kam alles etwas anders. Wiesi hatte in seinem Reiseführer gelesen, dass man auch per Bus und Fähre für umgerechnet 7 Euro auf die Cat Ba Insel fahren konnte, welche ein Zentrum der Halong Bucht ist. Wir hatten eine ähnliche Idee und wollten dann vor Ort nach Touren schauen. Gesagt, getan. Nach dem Frühstück ließen wir uns zum Busbahnhof bringen und nach 5 Stunden, drei Busfahrten und einer Fährstrecke waren wir in Cat Ba Stadt angekommen. Allein die Landschaft während der Busfahrt auf der Insel ließ uns vor Staunen schweigen. Die Mischung aus Hügeln, Wäldern und dem Wasser beeindruckten uns schon jetzt und steigerte unsere Erwartungen für eine Bootstour.

Am Morgen des ersten Tages auf Cat Ba mieteten wir uns Mopeds und erkundeten erstmal die Insel und fuhren Richtung Norden. Wir fuhren durch wahnsinnige Täler umringt von bewaldeten Kalkfelsen und trauten unseren Augen kaum. Bei einem kurzen Ausflug in den Nationalpark liefen wir eine kleine Runde, um den Regenwald zu entdecken. Als wir zu unseren Mopeds zurückkehrten wartete dort bereits ein kleiner Vietnamese, der sich als Ranger ausgab. Zumindestens wollte er Eintrittsgeld von uns. Da er eine ganz schöne Fahne hatte, nahmen wir ihn nicht wirklich ernst und wollten ohne zu bezahlen abhauen. Letztendlich bezahlten wir doch, obwohl ich am liebsten gefahren wäre. Meiner Vermutung nach machte der vermeintliche Ranger sich sofort auf, dass nächste Bier zu holen, aber vielleicht sollte ich nicht so denken. Als wir den Norden der Insel erreichten, waren wir drei sprachlos, als wir die Inseln vor der Küste sahen. In diesem Moment konnten wir kaum unsere eigene Bootstour erwarten, die am nächsten Tag starten sollte.

Wir entschieden uns für eine Ein-Tages-Tour in die Lan Ha Bucht, die nicht von den Touristenbooten gefüllt ist. Auf dem Boot war auch eine Gruppe Kletterer, die wir an einem Felsen absetzten. Anja, Wiesi und ich fuhren weiter und machten dann eine Kanutour durch die tollen Felsen. Wir waren beflügelt von der Umgebung und paddelten durch eine Lagune und um einige Karstfelsen. Nachdem sich die anderen wieder zu uns gesellten, gab es Mittag und danach fuhren wir zu einem kleinen Strand, um ein bisschen schwimmen zu gehen. Die Kletterer wetteiferten in einem Sprungwettbewerb die beste Arschbombe aus, während wir genüsslich noch einmal zu den Paddeln griffen. Als Höhepunkt unseres Tripps ließen wir uns in einer dieser kleinen Buchten absetzen und übernachteten im schönen Nam Cat Resort. Als wir in dieser niedlichen Idylle ankamen, entschieden wir uns sofort, zwei Nächte dort zu verbringen. Die Aussicht auf die Karstfelsen in der Bucht war atemberaubend und die kleinen Strohhütten boten besten Komfort und hatten sogar heißes Wasser im Angebot. Einziger Wehmutstropfen war, dass wir in der Nacht Besucher in der Hütte hatten. Einer davon lief mir durchs Gesicht, während ein zweiter im Bad Nagezähne und einen ganz schön langen Schwanz hatte. Ich hoffe, dass beide nicht ein und dieselbe Kreatur waren. Unsere Pläne, am Tag auf dem Inselchen faulenzend zu verbringen, konnten wir bestens umsetzen, da es regnete und sehr kalt war. So blieben wir in unseren Hütten, lasen oder schlummerten nach dem Frühstück bzw. Mittagessen noch ein bisschen.

Zurück auf Cat Ba hieß es für uns drei dann erstmal Abschiednehmen, welches wir auf Einladung Wiesis bei einem zünftigen Abendessen zelebrierten. Da wir alle schön unsere Portionen aufgegessen hatten, belohnte uns das Wetter heute endlich wieder mit Sonnenschein und Wärme. Nach eineinhalb Wochen mit Regen und Kälte, genossen wir durchgefroren von unserem Inselaufenthalt, jeden einzigen Strahl. Wir drei hatten ein paar tolle Tage zusammen. Wiesi musste in dieser Zeit einiges aushalten, da er sowohl von männlichen als auch von weiblichen Vietnamesen bewundert wurde. Allerdings artete dies das Ein oder Andere mal aus, als er von Fremden umarmt, auf die waden und sogar auf den Hintern geklatscht bekam. Wiesi entschied sich für heute, eine weitere Bootsrundfahrt zu machen, um noch einmal die magische Szenerie zu genießen, bevor er morgen nach Siagon fliegt. Uns bescherte der heutige Tag ein großartiges Finale. Wir hatten uns einen Boottransfer ans Festland und dann per Bus nach Hanoi organisiert, so dass wir komplett von der Cat Ba Insel durch die Halong Bucht bis Halong Stadt shippern konnten. So tuckerten wir wieder an den wundervollen Karstfelsen vorbei und wurden sogar auf eine Luxusdschunke transferiert, auf der wir das Sonnendeck genießen konnten. Die Sonne strahlte und präsentierte die ganze Schönheit der Halongbucht.

Es war ein grandioser Tag für uns, welcher auch unser letzter hier in Vietnam ist. Die Halongbucht war ein Festschmaus für die Augen und das noch vor den Feiertagen. Wir konnten uns nicht satt sehen und bekamen von ihr nicht genug. Mittlerweile sind wir drei Wochen in Veitnam und es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, da wir so viel erleben konnten und gesehen haben. Morgen früh fliegen wir nach Luang Prabang in Laos und können dieses neue Land kaum erwarten. Dort wollen wir trekken und vielleicht auch ein paar Bergvölker besuchen. Des Weiteren werden wir in Luang Prabang auch Weihnachten feiern, was dieses Jahr komplett anders ablaufen wird, als wir es kennen. Wir werden die Zeit mit unseren Familien und Freunden schon vermissen, nichtdestotrotz werden die nächsten zwei Wochen ganz besondere Tage werden.

Liebe Grüße und einen schönen vierten Advent wünschen Euch

Anja und Patrice


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