... newer stories
Sonntag, 6. Februar 2011
Mit Paul Panzer durch Neuseeland
anjapat, 13:41h
Letzten Montag haben wir voller Vorfreude Hong Kong in Richtung Neuseeland verlassen. Allerdings waren wir nicht ganz fit, da vor allem ich, Patrice, mir eine schöne erkältung zugezogen hatte. In Auckland warteten unsere Freunde Dan und Rob am Flughafen, um uns herzlich zu begrüßen. Mit den beiden Jungs hatte ich 2003 eine tolle Fussballsaison hier gespielt und eine enge Freundschaft entwickelt. Diese hatte einen ihrer Höhepunkte, als sie 2006 zur Weltmeisterschaft in Deutschland waren und wir einige unvergessliche Nächte hatte. Jetzt standen wir uns am Flughafen wieder gegenüber. Dabei hatten wir Glück, dass Rob gerade in Neuseeland war, da er im Moment eigentlich in London wohnt. Wir alle fuhren in Dans Haus am Northshore in den nördlichen Vororten.
Vor allem die Abende waren in dieser Woche alle sehr abwechslungsreich. Am ersten Abend ging es gleich erstmal in eine Kneipe, wo wir Robs Eltern trafen. Dort war zufällig ein Quizabend und es dauerte nicht lange, dass wir auch ein Team angemeldet hatten. Obwohl wir letztendlich irgendwo im Mittelfeld der Teilnehmer landeten, gewannen wir eine Sonderrunde Getränke für 20 NZ Dollar.
Am Tag darauf erkundeten Anja und ich ein bisschen Auckland, die auch die Stadt der Segel genannt wird. Viel hat sich seit damals nicht verändert, was gut war, da wir uns schnell wieder zurecht fanden. Wir gingen auf den Skytour, welcher das höchste Gebäude in der südlichen Hemisphäre ist. Von dort hatten wir einen herrlichen Ausblick über die Stadt, den Hauraki Golf und die vulkanischen Hügel, auf denen die Häuser der Einwohner verstreut sind. Am Abend hatte Rob seine Freunde zu einem Grillabend eingeladen, so dass er sich von ihnen verabschieden konnte. So hatten wir das Haus voller Leute, die wir kennen lernen bzw. nach all den Jahren wieder sehen konnten. Es war ein schönes Treffen, denn bei einigen hat sich in den letzten Jahren manches verändert.
Am Donnerstag ruhten wir uns ersteinmal aus, denn die letzten Tage hatten doch ihre Spuren hinterlassen. Anja und ich hatten uns an das angenehme Klima hier in Neuseeland gewöhnt. Bei unseren Spaziergängen viel uns auf, wie sportlich aktiv die Kiwis nach der Arbeit sind. Dans Fussballteam, dass in einer Sommerliga spielt, brauchte an diesem Tag noch einen Auswechselspieler. Ich konnte dem Angebot nicht widerstehen und schnürrte die Schuhe. Nunja, meine Fitness erlaubte natürlich keine ansprechende Leistung. Allerdings gewannen wir gegen eine Gruppe übermotivierter Engländer 2:0. Es war toll, wieder auf dem Platz zu stehen.
Die Abendgestaltung begann dann wieder in einem Pub, da es Robs letzter Abend war, bevor er am Freitag wieder zurückflog. Ein paar seiner Freunde waren gekommen und wir genehmigten uns ein paar kühle Getränke. Später entschieden wir uns, in Dans Haus zu fahren und dort ein paar ruhige Gespräche führen. Daraus wurde leider nichts, denn die Jungs starteten ihre legendären Trinkspielchen. Wir hatten eine Menge Spass zusammen und Anja konnte sich bei einigen Spielen vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten. Gegen 2 Uhr holten die Jungs ihre Gitarren und spielten ein paar Lieder. Es war super, diesen Abend so zu verbringen und den Klängen der Songs zu lauschen. Man munkelt, dass die letzten gegen halb fünf ins Bett gegangen sind. Beweise gibt es natürlich nicht.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Rob. Dan war so nett, uns ein bisschen herumzufahren. Anja konnte sehen, wo ich vor 8 Jahren Fussball gespielt habe, wo das Büro war, wo die Jungs wohnten und an welchen Stränden wir baden gegangen sind. Der Ausflug war eine schöne Reise in die Vergangenheit.
Gestern hatten Anja und ich die tolle Idee, per Fähre nach Waiheke Island zu fahren. Auf der Insel angekommen, mieteten wir uns zwei Räder und begannen eine schöne Rundfahrt. Die Aussichten auf die Strände waren herrlich, allerdings mussten wir auch einige Hügel erklimmen. Leider wurden wir dabei sehr an unsere Unfitness erinnert. Auf der Rückfahrt bekam ich Krämpfe in beiden Oberschenkeln, aber wir schafften es zurück. Den Abend ließen wir dann etwas ruhiger ausklingen, aßen Fisch und Chips am Strand und schauten dem Untergang der Sonne über Auckland zu.
Da wir die nächsten zwei Monate nicht in Auckland verbringen wollten, hielten wir in den letzten Tagen Ausschau nach Campervans im Internet. Allerdings erschieden wir uns, heute auf den Automarkt zu fahren, wo gebrauchte Wagen ihre Besitzer wechseln. Es dauerte auch nicht lang und wir hatten das Objekt unserer Wahl gefunden. Es war ein dunkelgrüner Mitsubishi, der Allradantrieb, ein komfortables Bett und sämtliche Gegenstände besaß, die ein ordentlicher Camper benötigen kann. Nach einer Testfahrt kauften wir den Wagen. Nigel und Annie, ein englisches Ehepaar, überreichten uns den Schlüssel und die notwendigen Papiere. Ja, seit heute vormittag, sind wir stolze Besitzer eines eigenen Wagens. Nigel und Annie hatten den Wagen "Pedro" getauft, was wir gut fanden. Da er sich allerdings, wie ein kleiner Truck fährt, nannten wir ihn Panzer. Welcher Vorname passt besser zu Panzer als Paul. Daher tauften wir ihn Paul Panzer alias Pedro. Die nächsten Wochen werden uns eine neue Reisequalität bieten, wenn wir unsere Abenteuer mit Paul in Neuseeland erleben.
Davon berichten wir euch in den nächsten Wochen.
Beste Grüße
Anja und Pat
Vor allem die Abende waren in dieser Woche alle sehr abwechslungsreich. Am ersten Abend ging es gleich erstmal in eine Kneipe, wo wir Robs Eltern trafen. Dort war zufällig ein Quizabend und es dauerte nicht lange, dass wir auch ein Team angemeldet hatten. Obwohl wir letztendlich irgendwo im Mittelfeld der Teilnehmer landeten, gewannen wir eine Sonderrunde Getränke für 20 NZ Dollar.
Am Tag darauf erkundeten Anja und ich ein bisschen Auckland, die auch die Stadt der Segel genannt wird. Viel hat sich seit damals nicht verändert, was gut war, da wir uns schnell wieder zurecht fanden. Wir gingen auf den Skytour, welcher das höchste Gebäude in der südlichen Hemisphäre ist. Von dort hatten wir einen herrlichen Ausblick über die Stadt, den Hauraki Golf und die vulkanischen Hügel, auf denen die Häuser der Einwohner verstreut sind. Am Abend hatte Rob seine Freunde zu einem Grillabend eingeladen, so dass er sich von ihnen verabschieden konnte. So hatten wir das Haus voller Leute, die wir kennen lernen bzw. nach all den Jahren wieder sehen konnten. Es war ein schönes Treffen, denn bei einigen hat sich in den letzten Jahren manches verändert.
Am Donnerstag ruhten wir uns ersteinmal aus, denn die letzten Tage hatten doch ihre Spuren hinterlassen. Anja und ich hatten uns an das angenehme Klima hier in Neuseeland gewöhnt. Bei unseren Spaziergängen viel uns auf, wie sportlich aktiv die Kiwis nach der Arbeit sind. Dans Fussballteam, dass in einer Sommerliga spielt, brauchte an diesem Tag noch einen Auswechselspieler. Ich konnte dem Angebot nicht widerstehen und schnürrte die Schuhe. Nunja, meine Fitness erlaubte natürlich keine ansprechende Leistung. Allerdings gewannen wir gegen eine Gruppe übermotivierter Engländer 2:0. Es war toll, wieder auf dem Platz zu stehen.
Die Abendgestaltung begann dann wieder in einem Pub, da es Robs letzter Abend war, bevor er am Freitag wieder zurückflog. Ein paar seiner Freunde waren gekommen und wir genehmigten uns ein paar kühle Getränke. Später entschieden wir uns, in Dans Haus zu fahren und dort ein paar ruhige Gespräche führen. Daraus wurde leider nichts, denn die Jungs starteten ihre legendären Trinkspielchen. Wir hatten eine Menge Spass zusammen und Anja konnte sich bei einigen Spielen vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten. Gegen 2 Uhr holten die Jungs ihre Gitarren und spielten ein paar Lieder. Es war super, diesen Abend so zu verbringen und den Klängen der Songs zu lauschen. Man munkelt, dass die letzten gegen halb fünf ins Bett gegangen sind. Beweise gibt es natürlich nicht.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Rob. Dan war so nett, uns ein bisschen herumzufahren. Anja konnte sehen, wo ich vor 8 Jahren Fussball gespielt habe, wo das Büro war, wo die Jungs wohnten und an welchen Stränden wir baden gegangen sind. Der Ausflug war eine schöne Reise in die Vergangenheit.
Gestern hatten Anja und ich die tolle Idee, per Fähre nach Waiheke Island zu fahren. Auf der Insel angekommen, mieteten wir uns zwei Räder und begannen eine schöne Rundfahrt. Die Aussichten auf die Strände waren herrlich, allerdings mussten wir auch einige Hügel erklimmen. Leider wurden wir dabei sehr an unsere Unfitness erinnert. Auf der Rückfahrt bekam ich Krämpfe in beiden Oberschenkeln, aber wir schafften es zurück. Den Abend ließen wir dann etwas ruhiger ausklingen, aßen Fisch und Chips am Strand und schauten dem Untergang der Sonne über Auckland zu.
Da wir die nächsten zwei Monate nicht in Auckland verbringen wollten, hielten wir in den letzten Tagen Ausschau nach Campervans im Internet. Allerdings erschieden wir uns, heute auf den Automarkt zu fahren, wo gebrauchte Wagen ihre Besitzer wechseln. Es dauerte auch nicht lang und wir hatten das Objekt unserer Wahl gefunden. Es war ein dunkelgrüner Mitsubishi, der Allradantrieb, ein komfortables Bett und sämtliche Gegenstände besaß, die ein ordentlicher Camper benötigen kann. Nach einer Testfahrt kauften wir den Wagen. Nigel und Annie, ein englisches Ehepaar, überreichten uns den Schlüssel und die notwendigen Papiere. Ja, seit heute vormittag, sind wir stolze Besitzer eines eigenen Wagens. Nigel und Annie hatten den Wagen "Pedro" getauft, was wir gut fanden. Da er sich allerdings, wie ein kleiner Truck fährt, nannten wir ihn Panzer. Welcher Vorname passt besser zu Panzer als Paul. Daher tauften wir ihn Paul Panzer alias Pedro. Die nächsten Wochen werden uns eine neue Reisequalität bieten, wenn wir unsere Abenteuer mit Paul in Neuseeland erleben.
Davon berichten wir euch in den nächsten Wochen.
Beste Grüße
Anja und Pat
... link (7 Kommentare) ... comment
Sonntag, 30. Januar 2011
Großes Finale Süd-Ost-Asien
anjapat, 12:27h
Alle guten Dinge sind Drei, müssen wir uns im Unterbewußtsein gedacht haben, als wir die letzten Tage in Süd-Ost-Asien geplant haben. Denn nach Kuala Lumpur hatten wir jetzt weitere tolle Tage in den zwei großen Metropolen Singapur und Hong Kong. Diese bedeuten das Ende und den Beginn einer neuen Etappe unserer Reise.
Obwohl wir schon den halben Weg aus Kuala-Lumpur nach Singapur gereist waren, entschieden wir uns noch einmal, eine Nacht dort zu verbringen. Auch hätten wir am Tage per Bus in 5 Stunden fahren können, aber wir hatten bereits den Nachtzug gebucht. Wer weiß warum? Vielleicht war es Bestimmung? Daher hatten wir am Abreisetag sehr viel Zeit totzuschlagen. Wir gingen noch einmal in den Park der Petronas Tower und schauten uns nach langer Zeit mal wieder einen Kinofilm an. Gullivers Reisen mit Jack Black war genau die richtige, leichte Unterhaltung, die wir brauchten, und zusätzlich passte das Thema ja zu unseren Abenteuer. Danach ging es aber zum Bahnhof und wir konnten die Abfahrt bzw. vielmehr die Ankunft unseres Nachtzuges kaum erwarten. Natürlich freuten wir uns, dass es für uns die letzte Fahrt durch die Nacht sein würde. Ein bisschen bedeutete es aber auch Abschiednehmen und das Ende der wilden Fahrten durch Süd-Ost-Asien.
In Singapur angekommen, wurden wir relativ schnell von den Grenzern abgefertigt, und standen am Bahnhof im Zentrum dieses Stadtstaates. Wir entschieden uns, zu unserem Hostel zu laufen, da es nicht weit entfernt war. Uns vielen sofort die vielen Geschäftsleute auf, die wir Perlen an einer Schnur gezogen in ihre Büros gingen. Wir wussten das Singapur sehr organisiert, konservativ und strukturiert ist und sahen es an den Leuten und am Strassenbild. Wir wurden ein bisschen argwöhnisch angeschaut, da wir mit unseren Taschen durch die Stadt rollten und bekamen sogar ein Augenrollen zugeworfen, als wir kurzzeitig auf der falschen Seite des Fußweges liefen. Das war uns dann doch ein bisschen zu konservativ. Wir durften noch nicht ins Hostel einchecken, da wir wieder sehr früh drann waren. Daher machten wir uns gleich auf den Weg, Singapur zu erkunden. Wir hatten geplant, nur einen Tag bzw. Nacht dort zu bleiben, daher wollten wir keine Zeit verschwenden.
Eine der neuesten Attraktionen in Singapur, neben der Formel 1 Strecke mitten in der Stadt, ist der Marin Bay Sand Komplex. Dies ist eine Luxusanlage inkl. Einkaufszentrum, Theater, Messehallen und Casino. Zusätzlich gehören drei gläserne Hoteltürme dazu, die 200m in die Luft ragen. Das absolute Highlight allerdings ist die Dachterasse, die einem Schiffskörper ähnelt und quer über den drei Türmen thront. Das Dach ist länger als der Eifelturm hoch ist und stellt eine Konstruktion der Superlative dar. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, auf die Aussichtsplattform zu fahren und die Stadt von oben aus zu bewundern. Doch das war noch nicht genug. Dort oben bestaunten wir nicht nur die Aussicht sondern auch einen 150 m langen Freipool, der zum Hotel gehörte, sowie weitere Restaurants und Bars. Das Gebäude war der Beweis dafür, dass Singapur im Rausch der Superbauten auf dieser Welt mitmischen will. Abends lüsterten wir wieder deutschen Gaumenfreuden, als wir im Paulaner Brauhaus zu Abend assen. Das Bier schmeckte uns vorzüglich. Allerdings lagen uns das halbe Hähnchen bzw. das Schnitzel schwer im Magen, welche wir nach den letzten Wochen leichter asiatischer Kost gar nicht mehr verarbeiten konnten.
Am nächsten Mittag flogen wir bereits weiter nach Hong Kong. Interessanter Weise flogen wir noch einmal entlang aller Länder und Städte, die wir in Süd-Ost-Asien besucht hatten. Wir wurden an unsere Zeit hier erinnert und konnten noch einmal über die vergangenen schönen Wochen reflektieren. Wir haben viel Geschichte erlebt, neue Kulturen kennen gelernt, sind auf interessante Menschen getroffen, haben uns an schönen Stränden erholt, sind auf grüne Hügel geklettert und haben nicht zu letzt eine neue Welt unter Wasser lieben gelernt.
In Hong Kong begrüßte uns als eine Stadt eingehüllt im dichten Smog. Zusätzlich hatte sich die Lufttemperatur auf Werte um 15 Grad abgekühlt, was wir nicht mehr gewohnt waren und auch nicht sofort die passenden Klamotten parat hatten. Allerdings bot uns die Stadt ein grandioses Finale. Wir nutzten wieder die Punkte unserer Lieblingshotelkette und durften ein Zimmer mit Blick in den Hafen dieser pulsierenden Stadt beziehen. Das Zentrum Hong Kongs liegt auf einer Insel, was zu den letzten Wochen passte.
Am nächsten Morgen ließen wir nicht viel Zeit verstreichen, um in dieses Gewusel aus Menschen, die wie Ameisen durch die engen Gassen der unendlich vielen Wolkenkratzer rennen, einzutauchen. Uns viel sofort auf, dass die Zeit hier schneller verstreicht und jeder in Eile ist. Irgendwie erinnerte uns die Stadt mit ihrer Hektik an New York, wären da nicht die chinesischen Geschäfte mit ihren unentzifferbaren Schriftzügen und unvorstellbaren Produkten. Wir entdeckten einen Laden, der die unterschiedlichsten Köperteile von Krokodilen zum Verkauf anbot. Zu unserem Entsetzen liefen wir durch eine Geschäftsstrasse, in der Haiflossen in allen Größen angeboten wurden. Vor einer Woche hatten wir diese majestätischen Tiere zum ersten Mal unter Wasser gesehen. Hier wurden sie als Potenzmittel oder Medizin gehandelt. Wie grausam der Mensch doch sein kann.
Weiter ging es durch die Einkaufstrassen. Als wir auf ein paar Läden unserer Wahl stießen, ließen wir es uns nicht nehmen, nach langer Zeit mal wieder etwas zu shoppen. Besonders lange Hosen und warme Strumpfhosen standen hoch im Kurs. Durch die Strassen krochen Doppeldeckerstrassenbahen, grunzten Doppeldeckerbusse und flitzten die rot-weissen Taxis. Wir entdeckten die letzten Überbleibsel an Kolonialbauten im Meer der Wolkenkratzer. Einige von den Riesen ragten durch ihr Design hervor, wie zum Beispiel das HSBC Bankgebäude, das Bank of China Gebäude oder der Turm der Finanzcenters. Wir gingen weiter durch eine der wenigen Grünflächen in dieser Stadt, dem Hong Kong Park. Wir genossen den Tag, da die Sonne schien, doch fröstelten wir auch ein bisschen, da wir die frischen Temperaturen nicht mehr gewöhnt waren.
Besonders hat uns gefreut, dass wir in Hong Kong unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" wieder gerecht werden konnten. Am Abend hatten wir uns nämlich mit Dodo und Sebastian verabredet, welche ich aus Melbourner Zeiten kenne und die hier in Hong Kong leben und arbeiten. Es war schön, die beiden hier zu treffen und ein köstliches Mahl aus mehreren kleinen asiatischen Leckereien zu uns zu nehmen.
Gestern waren wir auf dem "Peak", einem Berggipfel, um die Aussicht über die Stadt zu genießen. Wir hatten Glück, denn die Sonne kam heraus und der Smog ermöglichte eine halbwegs gute Aussicht. Weiter ging es auf die Insel Lantau, wo wir mit einer fünf kilomterlangen Seilbahn zu einem 37m hohen Buddha fuhren. Auf dem Rückweg machten wir in Kowloon, welches gegenüber des Zentrums liegt, und genossen die Aussicht, auf die beleuchtete Skyline dieser atemberaubenden Stadt.
Heute ist unser letzter Tag in Asien und wir haben uns einen Ruhetag gegönnt. Die kühlen Tage und die vielen Klimaanlagen in Hong Kong haben uns ein paar laufende Nasen beschert, so dass wir nichts riskieren wollen. Wir hatten wunderschöne Tage in Süd-Ost-Asien, jedoch freuen wir uns auf Neuseeland und teilweise etwas mehr Freiheiten. In einigen Ländern sind wir sehr oft von Händlern angesprochen wurden, so dass wir uns manchmal wie herumlaufende Euro-Scheine fühlten. Ab nächster Woche werden wir auch hoffentlich ein eigenes Gefährt haben, um Neuseeland zu erkunden, und nicht mehr von Nachtbussen und -zügen abhängig sein. Anja und ich genießen weiterhin unsere Zweisamkeit, standen uns bei den Nachtfahrten bei und freuen uns, die Erlebnisse gemeinsam teilen zu können.
Aus Neuseeland melden wir uns beim nächsten Mal.
Beste Grüße
Anja und Patrice
Obwohl wir schon den halben Weg aus Kuala-Lumpur nach Singapur gereist waren, entschieden wir uns noch einmal, eine Nacht dort zu verbringen. Auch hätten wir am Tage per Bus in 5 Stunden fahren können, aber wir hatten bereits den Nachtzug gebucht. Wer weiß warum? Vielleicht war es Bestimmung? Daher hatten wir am Abreisetag sehr viel Zeit totzuschlagen. Wir gingen noch einmal in den Park der Petronas Tower und schauten uns nach langer Zeit mal wieder einen Kinofilm an. Gullivers Reisen mit Jack Black war genau die richtige, leichte Unterhaltung, die wir brauchten, und zusätzlich passte das Thema ja zu unseren Abenteuer. Danach ging es aber zum Bahnhof und wir konnten die Abfahrt bzw. vielmehr die Ankunft unseres Nachtzuges kaum erwarten. Natürlich freuten wir uns, dass es für uns die letzte Fahrt durch die Nacht sein würde. Ein bisschen bedeutete es aber auch Abschiednehmen und das Ende der wilden Fahrten durch Süd-Ost-Asien.
In Singapur angekommen, wurden wir relativ schnell von den Grenzern abgefertigt, und standen am Bahnhof im Zentrum dieses Stadtstaates. Wir entschieden uns, zu unserem Hostel zu laufen, da es nicht weit entfernt war. Uns vielen sofort die vielen Geschäftsleute auf, die wir Perlen an einer Schnur gezogen in ihre Büros gingen. Wir wussten das Singapur sehr organisiert, konservativ und strukturiert ist und sahen es an den Leuten und am Strassenbild. Wir wurden ein bisschen argwöhnisch angeschaut, da wir mit unseren Taschen durch die Stadt rollten und bekamen sogar ein Augenrollen zugeworfen, als wir kurzzeitig auf der falschen Seite des Fußweges liefen. Das war uns dann doch ein bisschen zu konservativ. Wir durften noch nicht ins Hostel einchecken, da wir wieder sehr früh drann waren. Daher machten wir uns gleich auf den Weg, Singapur zu erkunden. Wir hatten geplant, nur einen Tag bzw. Nacht dort zu bleiben, daher wollten wir keine Zeit verschwenden.
Eine der neuesten Attraktionen in Singapur, neben der Formel 1 Strecke mitten in der Stadt, ist der Marin Bay Sand Komplex. Dies ist eine Luxusanlage inkl. Einkaufszentrum, Theater, Messehallen und Casino. Zusätzlich gehören drei gläserne Hoteltürme dazu, die 200m in die Luft ragen. Das absolute Highlight allerdings ist die Dachterasse, die einem Schiffskörper ähnelt und quer über den drei Türmen thront. Das Dach ist länger als der Eifelturm hoch ist und stellt eine Konstruktion der Superlative dar. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, auf die Aussichtsplattform zu fahren und die Stadt von oben aus zu bewundern. Doch das war noch nicht genug. Dort oben bestaunten wir nicht nur die Aussicht sondern auch einen 150 m langen Freipool, der zum Hotel gehörte, sowie weitere Restaurants und Bars. Das Gebäude war der Beweis dafür, dass Singapur im Rausch der Superbauten auf dieser Welt mitmischen will. Abends lüsterten wir wieder deutschen Gaumenfreuden, als wir im Paulaner Brauhaus zu Abend assen. Das Bier schmeckte uns vorzüglich. Allerdings lagen uns das halbe Hähnchen bzw. das Schnitzel schwer im Magen, welche wir nach den letzten Wochen leichter asiatischer Kost gar nicht mehr verarbeiten konnten.
Am nächsten Mittag flogen wir bereits weiter nach Hong Kong. Interessanter Weise flogen wir noch einmal entlang aller Länder und Städte, die wir in Süd-Ost-Asien besucht hatten. Wir wurden an unsere Zeit hier erinnert und konnten noch einmal über die vergangenen schönen Wochen reflektieren. Wir haben viel Geschichte erlebt, neue Kulturen kennen gelernt, sind auf interessante Menschen getroffen, haben uns an schönen Stränden erholt, sind auf grüne Hügel geklettert und haben nicht zu letzt eine neue Welt unter Wasser lieben gelernt.
In Hong Kong begrüßte uns als eine Stadt eingehüllt im dichten Smog. Zusätzlich hatte sich die Lufttemperatur auf Werte um 15 Grad abgekühlt, was wir nicht mehr gewohnt waren und auch nicht sofort die passenden Klamotten parat hatten. Allerdings bot uns die Stadt ein grandioses Finale. Wir nutzten wieder die Punkte unserer Lieblingshotelkette und durften ein Zimmer mit Blick in den Hafen dieser pulsierenden Stadt beziehen. Das Zentrum Hong Kongs liegt auf einer Insel, was zu den letzten Wochen passte.
Am nächsten Morgen ließen wir nicht viel Zeit verstreichen, um in dieses Gewusel aus Menschen, die wie Ameisen durch die engen Gassen der unendlich vielen Wolkenkratzer rennen, einzutauchen. Uns viel sofort auf, dass die Zeit hier schneller verstreicht und jeder in Eile ist. Irgendwie erinnerte uns die Stadt mit ihrer Hektik an New York, wären da nicht die chinesischen Geschäfte mit ihren unentzifferbaren Schriftzügen und unvorstellbaren Produkten. Wir entdeckten einen Laden, der die unterschiedlichsten Köperteile von Krokodilen zum Verkauf anbot. Zu unserem Entsetzen liefen wir durch eine Geschäftsstrasse, in der Haiflossen in allen Größen angeboten wurden. Vor einer Woche hatten wir diese majestätischen Tiere zum ersten Mal unter Wasser gesehen. Hier wurden sie als Potenzmittel oder Medizin gehandelt. Wie grausam der Mensch doch sein kann.
Weiter ging es durch die Einkaufstrassen. Als wir auf ein paar Läden unserer Wahl stießen, ließen wir es uns nicht nehmen, nach langer Zeit mal wieder etwas zu shoppen. Besonders lange Hosen und warme Strumpfhosen standen hoch im Kurs. Durch die Strassen krochen Doppeldeckerstrassenbahen, grunzten Doppeldeckerbusse und flitzten die rot-weissen Taxis. Wir entdeckten die letzten Überbleibsel an Kolonialbauten im Meer der Wolkenkratzer. Einige von den Riesen ragten durch ihr Design hervor, wie zum Beispiel das HSBC Bankgebäude, das Bank of China Gebäude oder der Turm der Finanzcenters. Wir gingen weiter durch eine der wenigen Grünflächen in dieser Stadt, dem Hong Kong Park. Wir genossen den Tag, da die Sonne schien, doch fröstelten wir auch ein bisschen, da wir die frischen Temperaturen nicht mehr gewöhnt waren.
Besonders hat uns gefreut, dass wir in Hong Kong unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" wieder gerecht werden konnten. Am Abend hatten wir uns nämlich mit Dodo und Sebastian verabredet, welche ich aus Melbourner Zeiten kenne und die hier in Hong Kong leben und arbeiten. Es war schön, die beiden hier zu treffen und ein köstliches Mahl aus mehreren kleinen asiatischen Leckereien zu uns zu nehmen.
Gestern waren wir auf dem "Peak", einem Berggipfel, um die Aussicht über die Stadt zu genießen. Wir hatten Glück, denn die Sonne kam heraus und der Smog ermöglichte eine halbwegs gute Aussicht. Weiter ging es auf die Insel Lantau, wo wir mit einer fünf kilomterlangen Seilbahn zu einem 37m hohen Buddha fuhren. Auf dem Rückweg machten wir in Kowloon, welches gegenüber des Zentrums liegt, und genossen die Aussicht, auf die beleuchtete Skyline dieser atemberaubenden Stadt.
Heute ist unser letzter Tag in Asien und wir haben uns einen Ruhetag gegönnt. Die kühlen Tage und die vielen Klimaanlagen in Hong Kong haben uns ein paar laufende Nasen beschert, so dass wir nichts riskieren wollen. Wir hatten wunderschöne Tage in Süd-Ost-Asien, jedoch freuen wir uns auf Neuseeland und teilweise etwas mehr Freiheiten. In einigen Ländern sind wir sehr oft von Händlern angesprochen wurden, so dass wir uns manchmal wie herumlaufende Euro-Scheine fühlten. Ab nächster Woche werden wir auch hoffentlich ein eigenes Gefährt haben, um Neuseeland zu erkunden, und nicht mehr von Nachtbussen und -zügen abhängig sein. Anja und ich genießen weiterhin unsere Zweisamkeit, standen uns bei den Nachtfahrten bei und freuen uns, die Erlebnisse gemeinsam teilen zu können.
Aus Neuseeland melden wir uns beim nächsten Mal.
Beste Grüße
Anja und Patrice
... link (2 Kommentare) ... comment
Dienstag, 25. Januar 2011
Big City Lights - Großstadtlichter
anjapat, 08:17h
Hallo Ihr Lieben,
heute melden wir uns, wie angekündigt, aus Kuala Lumpur. Unsere letzte Bootsüberfahrt zurück von den Perhentian Inseln nach Kuala Besut war widererwartend gar nicht so schlimm. Wie schön! Allerdings war die Abfahrt gegen 8:00 Uhr, so dass wir für unsere Verhältnisse relativ zeitig aufstehen mussten. Daher entwickelte sich ein kleines Grummeln in unserem Gemüt, was sich bei der sanften Fahrt aber beruhigte. Wieder an Land hatten wir den ganzen Tag Zeit, denn unser Nachtbus fuhr erst um 20:30 Uhr ab. Wir wussten ja nicht, dass wir so früh zurück sein würden. Da wir wenig vom verträumten Kuala Besut erwarteten, waren wir überrascht, als wir einen wuselnden Wochenmarkt entdeckten, der in dem Dörfchen sogar einen Verkehrsstau verursachte. Eingedeckt mit genügend Früchten gingen wir bis zum Abend an den Strand und tranken noch einen Kaffee. In dem Imbiss wurden wir, oder besser gesagt Anja, von Vivi angesprochen. Eine Aufgabe ihres Studiums war, ein Interview mit internationalen Reisenden durchzuführen. Wir waren natürlich die richtige Zielgruppe. Vivi war sehr überrascht, dass wir unverheiratet durch die Welt tingeln und Anja sogar noch arbeiten gehen wird, wenn wir zurück sind. Das gibt es in der moslemischen Welt wohl nicht, da die Frau nach einer Hochzeit ins Heim verdammt wird. Wir wurden wieder daran erinnert, welch Glück wir doch mit unserer Geburt in Deutschland hatten. Unser Nachtbus fuhr pünktlich ab. Wir freuten uns sehr, dass wir bis auf ein Mädchen die einzigen Fahrgäste waren. Es war wohl die ruhigste Busfahrt, die wir bis dahin erlebt hatten. Allerdings hatten wir uns ein bisschen in der Fahrzeit verkalkuliert und wunderten uns, als wir bereits um 4:30 Uhr morgens in Kuala Lumpur ankamen.
Die Lichter dieser atemberaubenden Großstadt leuchteten verheißungsvoll. Da wir die Leute unserer Herberge um diese Uhrzeit noch nicht wach klingeln wollten, ließen wir uns in der Nähe absetzen und tranken erst einmal einen Kaffee in einem indischen Restaurant, dass 24 Stunden offen hatte. So was waren wir in der Vergangenheit gar nicht mehr gewöhnt. Gegen 6 Uhr klingelten wir dann doch und wurden erst verschlafen mürrisch dann aber doch freundlich empfangen. Allerdings konnten wir erst nach 12 Uhr ins Zimmer, so dass wir uns nach einer kleinen Pause auf den Weg in die Stadt machten. Kuala Lumpur ist herrlich kosmopolitisch und man trifft auf Menschen aus allen Ländern. Es strahlt trotz seiner Größe eine gewisse Ruhe aus und auch die Lautstärke des Verkehrs war erträglich. Wir vermissten die vielen Mopeds, die uns in den letzten Monaten die Ohren vollknatterten, nicht wirklich. Auch merkten wir, dass eine gewisse Energie in uns zurückkehrte.
Eine Hauptattraktion in Kuala Lumpur sind die Petronas Zwillingstürme, die zu einem gewissen Zeitpunkt mal die höchsten Bürogebäude der Welt gewesen sind. Sie waren unser erster Anlaufpunkt und eigentlich wollten wir auf die Aussichtsplattform. Allerdings schreckte uns eine wahnsinnige Schlange ab, die sich bereits um 8 Uhr morgens angesammelt hatte, obwohl die Türme erst um 9 Uhr öffneten. Unsere Erkundungstour führte uns weiter zu einigen schönen Parks der Stadt. Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, Wuschel, den schönen Vogelpark zu besuchen. Das Schöne an diesem Gelände ist, dass die meisten Freigehege mit äusserst großzügigen Netzen überspannt sind, so dass sich viele Tiere frei bewegen können. Allerdings gab es auch genügend Käfige, in denen einige traurige Vögel saßen. Am beeindruckendsten fanden wir die indischen Pfaue. Es muss wohl an dem Unterangebot an Weibchen vorherrschen, denn eine Vielzahl der männlichen Exemplare präsentierte pausenlos ihre wunderbare Federpracht, um ein Mädchen für sich zu interessieren. Leider klappte es für die Pfaus selten, aber für die Gäste war es sehr schön anzuschauen.
Nach dem Vogelpark konnten wir in unserer Unterkunft einchecken. Wir schliefen zum ersten Mal unserer Reise in einem Hostel, eine Art günstige Jugendherberge. Es war sehr sauber und wir hatten auch kein Problem, Dusche und Toilette mit den anderen Gästen zu teilen. Wir bekamen auch ein Zimmer in der Nähe der Waschräume, so dass wir kurze Wege hatten. Allerdings hörten wir sämtliche Geräusche, wenn sich jemand duschte bzw. erleichterte. Das Einzige was besonders mich störte, war eine Wasserpumpe, die alle drei Sekunden den Druck testete. Es waren wirklich drei Sekunden, denn ich habe es häufig nachgezählt. Wir mussten uns also an dieses rhythmische Brummen, dass irgendwo aus dem Haus kam, gewöhnen. Ein Vorteil unseres Hostels war, dass es in einem beliebten Kneipenviertel lag. Wir brauchten nur eine Straße weiter gehen und schon tobte das Leben. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, im ersten Irish Pub ein paar kühle Biere zu trinken. Wir waren sehr stolz auf uns, dass wir nach den letzten Wochen in der Natur, noch nicht entzivilisiert wurden. Wir genossen die Vibrationen der Großstadt und unsere Lebensgeister tanzten ein wenig vor Freude. Wir schafften es Dank dieses Angebotes, mal wieder nach 24 Uhr ins Bett zu gehen.
Am zweiten Tag in Kuala Lumpur ging unsere Erkundungstour weiter. Wir besuchten noch einmal die Parkanlagen rund um die Petronas Türme und konnten ein paar schöne Aufnahmen machen. Weiter ging es in den etwas historischeren Teil der Stadt. Obwohl der Islam die Hauptreligion in Malaysia ist, trifft man durch die vielen Kolonialherrscher und Einwanderer auch auf die Gebetsstätten der anderen Religionen. So mischen sich Moscheen, Buddhisten-, Hinduisten- und chinesische Tempel sowie christliche Kirchen ins moderne Stadtbild. Zentrum ist dabei die Anlage eines der letzten Sultane aus dem 19. Jahrhundert. Allerdings werden diese Bauten von den Bürotürmen der vielen Banken überragt, so dass der Besucher unschwer erkennen kann, wer die Macht in diesem Land übernommen hat. Nach dem Sonnenuntergang mussten wir noch einmal zurück zu den Petronas Türmen, um diese angeleuchtet bei Dunkelheit zu bewundern. Sie sind unglaublich! Des Weiteren hatten wir gehört, dass man vom gegenüberliegenden Hotel einen wunderbaren Ausblick auf die Türme hätte. Wir waren nicht enttäuscht, dass sich im 33. Stock des Traders Hotel eine Bar befand und wir unseren Absacker in der Skybar am Pool mit Blick auf die Türme zu uns nehmen konnten.
Da wir in letzter Zeit ja wenig unterwegs waren, Scherz lass nach, entschieden wir uns gestern, in das zwei-Stunden entfernte Melaka zu fahren. Yves, du hattest Recht, denn dieser Ort wurde 2008 zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Es war die frühere Hauptstadt Malaysias mit Sitz des Sultans, sowie die östlichste Kolonie Hollands. So befinden sich eine Windmühle und ein holländisches Viertel, das bizarrer Weise heute von Chinesen bewohnt ist, in dieser herrlichen kleinen Stadt. Man trifft aber auch auf portugisiesche und englische Krichen, die vor bzw. nach den Holländern hier regierten. Melaka erinnerte uns sehr stark an das niedliche Hoi An in Vietnam durch seine niedlichen Lädchen, Handwerkern und Kaffees. Leider ist es nicht ganz so gemütlich, da der Verkehr noch nicht beruhigt wurde und sich dadurch unzählige Autos und Busse durch die kleinen Gassen quälen. Zurück in Kuala Lumpur möge man uns verzeihen, dass wir der amerikanischen Küche frönten und uns eine Pizza von Papa John's und Krispy n Kremes Doughnuts gönnten.
Jetzt sitzen wir in einem Kaffee und schreiben diese Zeilen. Heute Abend geht es per Nachtzug nach Singapur. Obwohl Melaka schon auf halbem Weg in diese nächste Metropole war, sind wir gestern wieder zurückgekehrt und fahren noch einmal durch die Nacht. Vielleicht war unsere Planung ein wenig blöd, doch genossen wir sehr, mal ohne unsere Taschen unterwegs zu sein. Es war gestern für uns die letzte Busfahrt und wird für uns heute die letzte Zugfahrt werden, denn ab Singapur geht es per Flugzeug für vier Tage in die dritte Großstadt nacheinander Hong Kong, bevor wir nächste Woche nach Neuseeland fliegen. Es ist unglaublich, dass sich unsere Zeit in Süd-Ost-Asien dem Ende neigt und wir bald in einer neuen Welt sein werden. Dazu aber beim nächsten Mal mehr.
Kuala Lumpur war eine großzügige und entspannte Stadt für uns. Wir haben es genossen, langsam wieder in die Zivilisation und westliche Welt einzutauchen. Danke!
Bis bald aus Hong Kong
Anja und Patrice
heute melden wir uns, wie angekündigt, aus Kuala Lumpur. Unsere letzte Bootsüberfahrt zurück von den Perhentian Inseln nach Kuala Besut war widererwartend gar nicht so schlimm. Wie schön! Allerdings war die Abfahrt gegen 8:00 Uhr, so dass wir für unsere Verhältnisse relativ zeitig aufstehen mussten. Daher entwickelte sich ein kleines Grummeln in unserem Gemüt, was sich bei der sanften Fahrt aber beruhigte. Wieder an Land hatten wir den ganzen Tag Zeit, denn unser Nachtbus fuhr erst um 20:30 Uhr ab. Wir wussten ja nicht, dass wir so früh zurück sein würden. Da wir wenig vom verträumten Kuala Besut erwarteten, waren wir überrascht, als wir einen wuselnden Wochenmarkt entdeckten, der in dem Dörfchen sogar einen Verkehrsstau verursachte. Eingedeckt mit genügend Früchten gingen wir bis zum Abend an den Strand und tranken noch einen Kaffee. In dem Imbiss wurden wir, oder besser gesagt Anja, von Vivi angesprochen. Eine Aufgabe ihres Studiums war, ein Interview mit internationalen Reisenden durchzuführen. Wir waren natürlich die richtige Zielgruppe. Vivi war sehr überrascht, dass wir unverheiratet durch die Welt tingeln und Anja sogar noch arbeiten gehen wird, wenn wir zurück sind. Das gibt es in der moslemischen Welt wohl nicht, da die Frau nach einer Hochzeit ins Heim verdammt wird. Wir wurden wieder daran erinnert, welch Glück wir doch mit unserer Geburt in Deutschland hatten. Unser Nachtbus fuhr pünktlich ab. Wir freuten uns sehr, dass wir bis auf ein Mädchen die einzigen Fahrgäste waren. Es war wohl die ruhigste Busfahrt, die wir bis dahin erlebt hatten. Allerdings hatten wir uns ein bisschen in der Fahrzeit verkalkuliert und wunderten uns, als wir bereits um 4:30 Uhr morgens in Kuala Lumpur ankamen.
Die Lichter dieser atemberaubenden Großstadt leuchteten verheißungsvoll. Da wir die Leute unserer Herberge um diese Uhrzeit noch nicht wach klingeln wollten, ließen wir uns in der Nähe absetzen und tranken erst einmal einen Kaffee in einem indischen Restaurant, dass 24 Stunden offen hatte. So was waren wir in der Vergangenheit gar nicht mehr gewöhnt. Gegen 6 Uhr klingelten wir dann doch und wurden erst verschlafen mürrisch dann aber doch freundlich empfangen. Allerdings konnten wir erst nach 12 Uhr ins Zimmer, so dass wir uns nach einer kleinen Pause auf den Weg in die Stadt machten. Kuala Lumpur ist herrlich kosmopolitisch und man trifft auf Menschen aus allen Ländern. Es strahlt trotz seiner Größe eine gewisse Ruhe aus und auch die Lautstärke des Verkehrs war erträglich. Wir vermissten die vielen Mopeds, die uns in den letzten Monaten die Ohren vollknatterten, nicht wirklich. Auch merkten wir, dass eine gewisse Energie in uns zurückkehrte.
Eine Hauptattraktion in Kuala Lumpur sind die Petronas Zwillingstürme, die zu einem gewissen Zeitpunkt mal die höchsten Bürogebäude der Welt gewesen sind. Sie waren unser erster Anlaufpunkt und eigentlich wollten wir auf die Aussichtsplattform. Allerdings schreckte uns eine wahnsinnige Schlange ab, die sich bereits um 8 Uhr morgens angesammelt hatte, obwohl die Türme erst um 9 Uhr öffneten. Unsere Erkundungstour führte uns weiter zu einigen schönen Parks der Stadt. Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, Wuschel, den schönen Vogelpark zu besuchen. Das Schöne an diesem Gelände ist, dass die meisten Freigehege mit äusserst großzügigen Netzen überspannt sind, so dass sich viele Tiere frei bewegen können. Allerdings gab es auch genügend Käfige, in denen einige traurige Vögel saßen. Am beeindruckendsten fanden wir die indischen Pfaue. Es muss wohl an dem Unterangebot an Weibchen vorherrschen, denn eine Vielzahl der männlichen Exemplare präsentierte pausenlos ihre wunderbare Federpracht, um ein Mädchen für sich zu interessieren. Leider klappte es für die Pfaus selten, aber für die Gäste war es sehr schön anzuschauen.
Nach dem Vogelpark konnten wir in unserer Unterkunft einchecken. Wir schliefen zum ersten Mal unserer Reise in einem Hostel, eine Art günstige Jugendherberge. Es war sehr sauber und wir hatten auch kein Problem, Dusche und Toilette mit den anderen Gästen zu teilen. Wir bekamen auch ein Zimmer in der Nähe der Waschräume, so dass wir kurze Wege hatten. Allerdings hörten wir sämtliche Geräusche, wenn sich jemand duschte bzw. erleichterte. Das Einzige was besonders mich störte, war eine Wasserpumpe, die alle drei Sekunden den Druck testete. Es waren wirklich drei Sekunden, denn ich habe es häufig nachgezählt. Wir mussten uns also an dieses rhythmische Brummen, dass irgendwo aus dem Haus kam, gewöhnen. Ein Vorteil unseres Hostels war, dass es in einem beliebten Kneipenviertel lag. Wir brauchten nur eine Straße weiter gehen und schon tobte das Leben. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, im ersten Irish Pub ein paar kühle Biere zu trinken. Wir waren sehr stolz auf uns, dass wir nach den letzten Wochen in der Natur, noch nicht entzivilisiert wurden. Wir genossen die Vibrationen der Großstadt und unsere Lebensgeister tanzten ein wenig vor Freude. Wir schafften es Dank dieses Angebotes, mal wieder nach 24 Uhr ins Bett zu gehen.
Am zweiten Tag in Kuala Lumpur ging unsere Erkundungstour weiter. Wir besuchten noch einmal die Parkanlagen rund um die Petronas Türme und konnten ein paar schöne Aufnahmen machen. Weiter ging es in den etwas historischeren Teil der Stadt. Obwohl der Islam die Hauptreligion in Malaysia ist, trifft man durch die vielen Kolonialherrscher und Einwanderer auch auf die Gebetsstätten der anderen Religionen. So mischen sich Moscheen, Buddhisten-, Hinduisten- und chinesische Tempel sowie christliche Kirchen ins moderne Stadtbild. Zentrum ist dabei die Anlage eines der letzten Sultane aus dem 19. Jahrhundert. Allerdings werden diese Bauten von den Bürotürmen der vielen Banken überragt, so dass der Besucher unschwer erkennen kann, wer die Macht in diesem Land übernommen hat. Nach dem Sonnenuntergang mussten wir noch einmal zurück zu den Petronas Türmen, um diese angeleuchtet bei Dunkelheit zu bewundern. Sie sind unglaublich! Des Weiteren hatten wir gehört, dass man vom gegenüberliegenden Hotel einen wunderbaren Ausblick auf die Türme hätte. Wir waren nicht enttäuscht, dass sich im 33. Stock des Traders Hotel eine Bar befand und wir unseren Absacker in der Skybar am Pool mit Blick auf die Türme zu uns nehmen konnten.
Da wir in letzter Zeit ja wenig unterwegs waren, Scherz lass nach, entschieden wir uns gestern, in das zwei-Stunden entfernte Melaka zu fahren. Yves, du hattest Recht, denn dieser Ort wurde 2008 zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Es war die frühere Hauptstadt Malaysias mit Sitz des Sultans, sowie die östlichste Kolonie Hollands. So befinden sich eine Windmühle und ein holländisches Viertel, das bizarrer Weise heute von Chinesen bewohnt ist, in dieser herrlichen kleinen Stadt. Man trifft aber auch auf portugisiesche und englische Krichen, die vor bzw. nach den Holländern hier regierten. Melaka erinnerte uns sehr stark an das niedliche Hoi An in Vietnam durch seine niedlichen Lädchen, Handwerkern und Kaffees. Leider ist es nicht ganz so gemütlich, da der Verkehr noch nicht beruhigt wurde und sich dadurch unzählige Autos und Busse durch die kleinen Gassen quälen. Zurück in Kuala Lumpur möge man uns verzeihen, dass wir der amerikanischen Küche frönten und uns eine Pizza von Papa John's und Krispy n Kremes Doughnuts gönnten.
Jetzt sitzen wir in einem Kaffee und schreiben diese Zeilen. Heute Abend geht es per Nachtzug nach Singapur. Obwohl Melaka schon auf halbem Weg in diese nächste Metropole war, sind wir gestern wieder zurückgekehrt und fahren noch einmal durch die Nacht. Vielleicht war unsere Planung ein wenig blöd, doch genossen wir sehr, mal ohne unsere Taschen unterwegs zu sein. Es war gestern für uns die letzte Busfahrt und wird für uns heute die letzte Zugfahrt werden, denn ab Singapur geht es per Flugzeug für vier Tage in die dritte Großstadt nacheinander Hong Kong, bevor wir nächste Woche nach Neuseeland fliegen. Es ist unglaublich, dass sich unsere Zeit in Süd-Ost-Asien dem Ende neigt und wir bald in einer neuen Welt sein werden. Dazu aber beim nächsten Mal mehr.
Kuala Lumpur war eine großzügige und entspannte Stadt für uns. Wir haben es genossen, langsam wieder in die Zivilisation und westliche Welt einzutauchen. Danke!
Bis bald aus Hong Kong
Anja und Patrice
... link (5 Kommentare) ... comment
... older stories




