Montag, 1. November 2010
Panaji und Old Goa
Hi,

eine entspannte und erholsame Woche Goa liegt hinter uns. Der ein oder andere von uns beiden konnte etwas für seinen Teint tun und wir hatten Spass bei den Ausflügen in die Umgebung.

So waren wir vorgestern in Panaji, der Haupstadt des Bundesstaates Goa. Wir entschieden uns, mit dem Bus zu fahren. Leider konnte uns niemand die genaue Abfahrtszeit und die Kosten verraten. Ein wenig verunsichert gingen wir zur Hauptkreuzung in Benaulim. Hier kamen uns aber unsere Erfahrungen aus Uganda zu Gute, wo man sich einfach an die Hauptstrasse stellt und auf den nächsten Bus in die Stadt wartet. Wir brauchten noch nicht einmal zu warten, denn als wir auf die Hauptkreuzung zugingen, stand dort schon ein Bus, der uns in den nächst größeren Ort, Margao, mitnahm. Wir konnten auch im Bus zahlen, also ähnlich wie in Uganda. Auf dem Busbahnhof in Margao fanden wir sofort den Schalter für den Non-Stop-Shuttle-Service nach Panaji und so waren wir nach insgesamt 1,5 h Stunden angekommen.

Dort waren wir etwas überrascht, als sich die Altstadt Panajis als kleines portugiesisches Dorf entpuppte. Sie hatte kleine Gassen, versteckte Kirchen und niedliche bunte zweistöckige Häuser. Es gab viele bunte Blumenkästen und wir schauten etwas verdutzt, als dann auch die Bewohner portugiesisch miteinander sprachen. Uns wurde bewusst, dass die Kolonialzeit bzw. der Einfluß noch nicht lange zurück liegen konnte. Das neuere Panaji war durch Einkaufsstraßen mit vielen Shops, lautem Verkehr und kleinen Parks entlang des Mandovi Rivers gekennzeichnet.

Nur 10 km von Panaji entfernt, liegt Old Goa, welches die ehemalige Hauptstadt Goas und dadurch historischer ist. Wir nahmen uns ein Taxi, um uns die vielen Kirchen im Ort anzuschauen. Old Goa war das Zentrum der katholischen Bekehrung mit all seinen Glaubenshäusern aber auch Inquisitionen und Anprangerungen von Ketzern und Hexen. Wir besuchten die Basilica de Bom Jesus, die die sterblichen Überreste von Franz Xaver, dem Schutzheiligen Goas, birgt, der 1542 als Missionar vom portugiesischen König nach Indien entsandt wurde. Des Weiteren waren wir in der Sé Cathedral, die die größte Kirche Asiens sein soll. Es war sehr spannend diese Bauten mit ihren tollen hölzernen teils vergoldeten Altaren zu besuchen und zu sehen, dass auch der katholische Glaube eine wichtige Rolle in Indien spielt. Wir fanden, dass sich der Ausflug nach Panaji und Old Goa sehr gelohnt hatte, doch waren wir auch froh, als wir am Ende des Tages wieder in Benaulim ankamen.

Die Tage und Abende hier in Goa genossen wir am Strand und auf unserer kleinen Terasse. Wir hatten Zeit, uns zu entspannen, unsere Tagebüche zu aktualisieren, ein bisschen zu lesen und eines unserer Hörbücher anzufangen. Den Strand teilten wir uns mit streunenden Hunden und heiligen Kühen, die die freie Liebe praktizierten, was irgendwie zu Goa passte. Morgen müssen wir uns leider von Benaulim Beach verabschieden und fahren weiter nach Hospet, wo wir uns die Tempelanlagen in Hampi anschauen werden. Danach freuen wir uns schon riesig auf den Besuch bei Joo-Sie in Bangalore.

Bis bald

Anja und Pat


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Freitag, 29. Oktober 2010
Goa und Benaulim
Hi,

vielen lieben Dank für die vielen Kommentare. Anja freut sich immer wie eine Schneekönigin, von euch zu lesen. Ich natürlich auch. Schön Timo, dass du auch unseren Blog verfolgst. Willkommen! Hallo Stefan, in unseren zwei Wochen haben wir schon die ruhigen Orte zu schätzen gelernt. Hi Theo, Rezepte gibt es bei unserer Rückkehr. Joo-Sie, wir sehen uns nächte Woche. Hi Yves, vielleicht können wir irgendwo ein Ersatzäffchen organisieren. Wuschel, Wiesi, Sandra B., Sandra W. und alle anderen sowie Partner und Kids vielen lieben Dank für eure Kommentare. Sie bedeuten uns viel!

Mittlerweile sind wir im Goa angekommen und genießen es in vollen Zügen!!! Nach den Städten und den vielen Menschen freuen wir uns über die Ruhe, die Wärme und das Meeresrauschen. Goa ist eine ehemalige portugiesische Enklave, was man an allen Ecken merkt. In jedem Ort sehen wir katholische Kirchen und die Unterkünfte bzw. Restaurants haben meistens portugisiesche Namen wie Fernandos, Xavier Bar, da Silva Residenz, usw.

Wir sind in Benaulim abgestiegen und haben uns eine Hütte mit kleiner Terasse hinter den Dünen im L'Amour Beach Resort gebucht. Na wenn hier der Name nicht Programm ist. Wir bleiben eine Woche und können uns richtig runterfahren. Da Goa an der Westküste Indiens liegt, können wir jeden Abend einen tollen Sonnenuntergang genießen. Benaulim ist ein kleines süßes Dörfchen, dass nicht zu sehr besucht ist, aber auch ausreichende Shops bietet. Wir haben eine "deutsche" Bäckerei entdeckt und können für unser Abendessen auf der Terasse dort Brot, im Supermarkt nebenan Butter und im Liquorshop gegenüber eine Flasche Wein kaufen.

Allerdings liegen wir nicht nur faul am Strand herum, sondern kundschaften auch die Dörfer und Nachbarstrände aus. So haben wir uns ein Moped geliehen und sind mal die Küste Richtung Süden gefahren. Dort gibt es wunderschöne Buchten und persönlich fanden wir Agonda Beach am Schönsten. Es ist ein kleiner Strand, an dem kaum etwas los ist. Allerdings waren wir ein wenig verdutzt, als eine Herde heiliger Kühe an uns wie selbstverständlich vorbei marschiert ist. Wir müssen uns immer noch ein wenig an diese freilebenden Tiere gewöhnen, die bei uns in Ställen leben. Eigentlich hätten wir auch in Agonda übernachten können, doch ist es etwas zu weit, um entspannt zur Hauptstadt Panaji und unserer nächsten Bahnstation zu gelangen. Eine weitere Bucht war Palolem, die allerdings von Touristen und den dazugehörigen Shops und Verkäufern übervölkert ist. Hier sind wir nicht lange geblieben, sondern noch einmal nach Agonda zurückgekehrt.

Morgen wollen wir uns die Hauptstadt Goas, Panaji, anschauen und mit dem Bus dorthin fahren. Das wird sicherlich wieder etwas abenteuerlicher und wir berichten dann beim nächten Mal. Eigentlich gibt es auch noch die Nordstrände, die früher erschlossen worden, allerdings sollen diese Orte auch von Besuchern überrannt sein, so dass wir uns dies lieber ersparen und die Ruhe im Süden genießen. Der Vollständigkeit könnten wir dorthin, aber wir haben uns gefragt warum, und alles müssen wir ja auch nicht mitnehmen.

Goa ist schon ein tolles Fleckchen Erde, mit tollen Stränden, vielen Palmen und kleinen Dörfern. Wir genießen unsere Zeit und die Ruhe hier und wissen, dass das Leben uns im Moment richtig doll verwöhnt.

Bis bald

Anja und Pat


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Montag, 25. Oktober 2010
Mumbai and Vora Family
Hallo,

obwohl wir ein wenig traurig waren, dass wir Udaipur nicht besuchen konnten, waren wir auch froh, die lange Distanz nach Mumbai mit dem Flieger zurückzulegen. Wir genossen es, im klimatisierten Flughafen in Jaipur zu sitzen und auf unseren Flieger zu warten.

In Mumbai angekommen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zu unserem ersten Hotel, da unser eigentliches für die Nacht ausgebucht war. Wir waren erschrocken, als wir die Häuser und Lebensverhältnisse auf dem Weg in die Stadt sahen. Es war uns ein wenig mulmig und wir hatten düstere Vorstellungen über die nächsten Tage. Obwohl wir für das erste Hotel ein bisschen mehr Geld ausgeben mussten, hatten wir es im ersten Moment nicht erkannt, da das Bild im Internet sehr stark von der Realität abwich.

Am nächsten Morgen wechselten wir dann in die Innenstadt, wo wir wieder ein relativ günstiges Hotel hatten und wir unsere Erwartungen sehr nach unten schraubten. Das Hotel war dann äusserst einfach, aber es war zum Aushalten, so dass wir diesbezüglich entspannter waren. Auch präsentierte sich Mumbai nicht all zu schrecklich im Vergleich zu den Slums, die wir auf dem Weg in die Stadt gesehen hatten. Das Problem in Mumbai ist die ständige Feuchtigkeit, die durch die Nähe zum Meer herrscht, so dass die ganze Stadt modrig und faulig riecht und die Gebäude von Schimmel befallen sind. Zusätzlich werden Abwasser wieder einfach in die Spalten zwischen den Gebäuden abgelassen, so dass sich dort eigene Biotope bilden.
Nichtdestotrotz genossen wir Mumbai und konnten uns wieder freier zu den Sehenswürdigkeiten bewegen. Mumbai ist die finanzielle und wirtschaftliche Hauptstadt Indiens, so dass hier viele Geschäftsleute zu sehen sind. Des Weiteren merkten wir die Anzahl der Universitäten und Colleges an der Anzahl von Studenten. Internationale Besucher gibt es natürlich auch genügend, nur stürzen sich die Händler nicht zu sehr auf sie. Das war eine willkomme Abwechslung für uns im Vergleich zu den Tagen in Jaipur und Agra. So liefen wir durch die Stadt, schauten uns die viktorianischen Bauten aus der englischen Kolonialzeit an und waren natürlich auch am India Gateway, dem Tor im Hafen Mumbai's, dass das Tor zu Indien bzw. in die weite Welt bedeutet. Anja und ich hatten auch Lust, mal wieder abends vor die Tür zu gehen und so freuten wir uns nach zwei Wochen Abstinenz über ein paar alkoholische Getränke in einer Sportsbar. Kurz vor unserem Hotel wurden wir durch laute Musik neugierig. Eine Strasse war gesperrt und eine Live-Band spielte lokale Musik. Zu dieser tanzten einige Dutzend Kinder und Erwachsene einen Stocktanz und wir waren von den tollen Bewegungen, Rhythmen und Kostümen begeistert. Es stellte sich heraus, dass dies die Abschlußveranstaltung eines Jugendfestivals war. Mumbai ist viel internationaler als die bisherigen Städte, die wir besucht haben und wir merkten, wie sehr wir das in den letzten zwei Woche vermisst hatten.

Gestern haben wir dann auch den ersten Freund besucht, mit dem ich in Australien studiert habe. Es war toll, dass wir Dhaval treffen und ich ihn nach so langer Zeit wieder sehen konnte. Er holte uns vom Hotel ab, zeigte uns seine kleine Firma und lud uns zum Essen mit seiner Familie ein. Da Onkel und Tanten dazu kamen, waren wir letztendlich 15 Leute und wir gingen in eines der Lieblingsrestaurants der Familie. Wir bekamen kleine Schälchen, die ständig mit den unterschiedlichsten Speisen gefüllt wurden. Da die Familie einem bestimmten Hinduistischen Glauben folgt, bekamen wir nur vegetarische Speisen serviert. Anja und ich waren ein bisschen vorsicht, da wir uns erstens geschmacklich nicht immer so sicher waren und wir zweitens unsere Mägen nicht überstrapazieren wollten. Dhaval und sein Vater verlangten aber von mir, dass ich ordentlich reinhaue, allerdings konnte ich ihren Wünschen nur bedingt folgen.

Nach einer Pause in deren Haus, sind wir mit Dhaval und seiner Frau Pooja abends noch in einem Einkaufszentrum gewesen und konnten die aufstrebende indische Mittelschicht beim Shoppen erleben. Man merkt, dass sich was in Indien bewegt und der Wohlstand einzieht. Die Slums, die wir am ersten Abend gesehen hatten, waren in diesem Moment vergessen. Danach trafen wir uns noch mit einem befreundeten Päarchen der beiden und hatten einen schönen Abend zu sechst. Es war einfach toll, dass wir in Mumbai mit Freunden unterwegs waren und wir über alte, momentane und zukünftige Zeiten reden konnten. Natürlich schliefen wir in der Wohnung der Vora Familie, in der die Großmutter, die Eltern, die Schwester sowie Dhaval mit seiner Frau in 4 Zimmern wohnen. Das ist wahrscheinlich kaum vorstellbar bei uns, hier aber Tradition, da sich die Kinder bis ins hohe Alter um ihre Eltern kümmern. Beeindruckend war die Einstellung des Vaters, der mir seine ganzen Spendenquittungen und seine Kleidersammlung für die Obdachlosen zeigte. Auch gingen wir vor dem Frühstück auf das Dach, denn erst bekamen die Tauben und Krähen zu Essen, bevor die Menschen dran waren. Ihre Relegion verzichtet auf jegliche Gewalt an irgendeinem Lebewesen. Des Wegen kaufen sie auch Kühe aus Schlachthäusern frei und geben Geld, so dass diese auf friedliche Weise in dafür einigerichteten Kuhplantagen ihren Lebensabend verbringen können. Der Sonntag bei Dhaval's Familie war sehr inspirierend und hat einen weiteren Blickwinkel auf das Geschehen in dieser Welt geworfen.

Wir freuten uns sehr über das Treffen mit Dhaval und das wir unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" zum ersten Mal gerecht werden konnten. Mittlerweile sitzen wir auf dem Flughafen und warten auf unseren Flug nach Goa.

Liebe Grüße

Anja & Pat


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