... newer stories
Freitag, 22. Oktober 2010
Nachts in Jaipur
anjapat, 15:45h
Hi,
ersteinmal moechten wir uns fuer die vielen lieben Kommentare bedanken. Wir freuen uns immer darueber, diese zu lesen und zu wissen, dass ihr an uns denkt.
Bevor wir mit dem Nachtzug nach Udaipur fahren wollten, haben wir es doch noch einmal gewagt und uns eigenständig auf den Weg zu einem verlassen Tempel gemacht. Dieser heißt Galta Tempel und wird mittlerweile von Affen als Behausung benutzt, was ihm den Spitznamen "Monkeytempel" für uns Touristen eingbracht hat. Jedenfalls sind wir mit der Autorikscha an den Rand Jaipiurs gefahren.
Die Tempelanlage war in die Berge gebaut, beeindruckend groß und überall sprangen dessen kleine neue Bewohner herum. Die Äffchen spielten miteindaner, suchten sich gegenseitig nach Läusen ab, genossen es rumzuliegen, fraßen die Bananen oder Nüsse, die Besucher mitbrachten und nicht selten gab es auch ein paar Zwistigkeiten zu klären. Es war ein buntes Treiben und tolles Schauspiel für die Besucher und deren Kameras. Die Anlage bestand aus vielen Gebäuden aber auch Springbrunnen, Schreinen und einigen Hindutempeln. Ein paar übergebliebene Tempelbewohner, so hatten wir den Eindruck, halfen den indischen Besuchern, die ein reinigendes Bad nehmen wollten. So sind einige Jugendliche in kompletter Kleidung (Jeans, Shirt oder Sari) in die Poolanlage geklettert. Für die jüngeren Burschen aus der Umgebung waren die Pool- und Tempelanlage ein hervorragender Spielplatz und ich musste an meine Kindertage zurückdenken. Die Affen hatten natürlich ihren eigenen Pool etwas weiter oben, indem sie herumtollen und miteinander spielen konnten. Dieser Ausflug war ein toller Abschluss für unseren Jaipur Aufenthalt, denn die nächste Herausforderung wartete schon auf uns.
Da wir bei all den Aktivitäten der letzten Wochen unsere Züge etwas spät buchen konnten, hatten wir für den einzigen Nachtzug von Jaipur nach Udaipur nur Plätze auf der Warteliste bekommen. Auch die folgenden Tage waren ausgebucht und wir wollten nicht Geld für weitere Warteplätze ausgeben. So fuhren wir abends zum Bahnhof und wussten nicht, ob wir es in den Zug schaffen würden. In Udaipur gab es einen tollen Wasserpalast, den wir besuchen wollten. Wir hatten bereits eine Unterkunft organisiert, also mussten wir den Zug irgendwie schaffen. Auf dem Bahnhof suchten wir uns in der Wartehalle eine Ecke, in der wir halbwegs zurückgezogen sein konnten, da wir noch 3h Zeit hatten, und wir nicht die Aufmerksamkeit auf uns ziehen wollten. Dies schafften wir allerdings nur bedingt. Jedenfalls musste ich Anja bei unserem Gepäck lassen, während ich nach dem passenden Schalter suchte, der mir eventuell Auskunft über unseren Status geben konnte. Mittlerweile wussten wir zwar, das wir auf der Warteliste nach oben auf Platz 2 und 3 gerutscht waren, allerdings bedeutete es, dass wir immer noch nicht mitfahren konnten. Der Mann am Schalter bestätigte unseren Status, wurde dann allerdings etwas aufbrausend, als ich weiterbohrte, wie wir es in den Zug schaffen könnten. Er sagte, ihm seien die Hände gebunden und er könnte nichts machen. Prima!
Mit dieser Nachricht kehrte ich zu Anja zurück, die mittlerweile wieder einige Blicke auf sich gezogen hatte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass unsere Laune nicht gerade besonders war. Wir munterten uns aber gegenseitig auf und ließen die Dinge geschehen. Wir erkannten, dass wir nur noch eine Chance hatten. Der Schaffner im Zug hatte die aktuellsten Listen und könnte uns sicher einen Platz zuweisen. Die Zeit bis zur Ankunft des Zuges wollte nicht vergehen. Allerdings lief in der Wartehalle Peter Jackson's "King Kong" und wir schauten gebannt aber auch schmunzelnd den Kampf zwischen King Kong und den 3 Tyrannus Rex mit unseren Indischen Sitznachbarn an.
Als unser Zug nicht planmäßig ankam, spannten sich unsere Geduldsfäden. Mit einer Verspätung von über 30 min traf er dann kurz vor 23 Uhr ein und das wilde Rennen begann, denn wir waren nicht die einzigen Wartegelisteten auf dem Bahnsteig. Wieder ließ ich Anja beim Gepäck und lief die klimatisierten Reisewagen ab. Überall stiegen die Leute ein und drängelten sich mit ihren Gepäckstücken in die Waggons. Vom Schaffner war weit und breit keine Spur. Dabei bemerkte ich, dass es pro Klasse nur einen Waggon gab, was äusserst wenig ist, wenn man bedenkt, dass dies die Haupttouristenzeit und der einzige Zug nach Udaipur war. Es half aber alles nichts. Als ich in einem Waggon ein freies Bett sah, blieb ich davor stehen. Ich sprach einen Zugassistenten an, der mir zuzwinkerte, dass es frei wäre und wir eine Chance hätten. Meine Hoffnung blühte auf. Ich müsste nur mit dem Schaffner sprechen, der genau in diesem Moment aus dem Zug stieg. Er war ein untersetzter Mann mit breitem Scheitel und sein Jacket strahlte Autorität aus. Sofort stürzten sich die Wartenden inkl. mir auf den Mann mit den wichtigen Listen. Alle redeten auf ihn ein und wollten einen Platz erhaschen. Als ich an der Reihe war, nahm er unser Ticket, schaute kurz in seine Liste und schüttelte nur den Kopf. Wir waren nicht bestätigt wurden, womit das Ticket nicht gültig war und wir dürften den Zug auf keinen Fall betreten. Das war alles, was er zu sagen hatte? Ich stand fassungslos da, wollte mich aber nicht geschlagen geben. Wir mussten ja nach Udaipur. So lief ich hinter ihm her und suchte weiter das Gespräch. Er empfahl mir in der einfachsten Klasse nach einem Platz zu fragen, gestand mir aber auch, dass wir in den nächsten Tagen mit dem Zug nicht nach Udaipur kommen würden. Als ich abdrehte, um in der einfachsten Klasse nach Plätzen zu fragen, setzte sich der Zug in Bewegung. Die letzten Fahrgäste sprangen auf. Anja und ich standen nachts in Jaipur auf dem Bahnhof und hatten unseren Zug nach Udaipur nicht bekommen.
Total enttäuscht schauten wir uns an und überlegten, wie wir aus dieser Situation wieder rauskommen würden. Da Vijay, unser Hotelvater, überaus freundlich war und ständig seine Hilfe anbot, riefen wir ihn an und wir konnten eine weitere Nacht in seinem Hotel schlafen. Am Morgen schauten wir nach Optionen. Mit dem Bus würde eine Fahrt über 10 Stunden dauern und wir wären erst in der Nacht gegen 2 Uhr in Udaipur gewesen. Dies hätte wenig Zeit für die Erkundung gelassen, da wir am nächsten Tag weiter nach Mumbai geflogen wären. Auch waren wir nicht sicher, ob es noch freie Plätze gab. Eine weitere Option wäre ein privates Fahrzeug/Taxi gewesen, welches uns die 450 km in 8h Stunden für teures Geld nach Udaipur gebracht hätte. Daher entschieden wir uns, Udaipur komplett außen vor zu lassen und früher nach Mumbai zu fliegen. Es war zwar schade, Udaipur nicht zu sehen, aber die Fahrt dorthin war einfach zu komplex. Wir hätten uns vielleicht ein anders Ziel in Rajasthan aussuchen sollen, aber das konnten wir vorher alles nicht verbereiten. Es gab noch günstige Flüge für den Tag und so brachen wir am Nachmittag auf. Um ehrlich zu sein, genossen wir die Zeit auf dem Flughafen und dann im Flieger. Daher sind wir mittlerweile in Mumbai angekommen. Mit einer Unterkunft hat es hier auch geklappt. Über Mumbai berichten wir dann in den nächsten Tagen, bevor wir nach Goa fliegen und uns von all den Eindrücken und Staedten eine Woche lang am Meer erholen koennen.
Beste Grüße
Anja und Pat
ersteinmal moechten wir uns fuer die vielen lieben Kommentare bedanken. Wir freuen uns immer darueber, diese zu lesen und zu wissen, dass ihr an uns denkt.
Bevor wir mit dem Nachtzug nach Udaipur fahren wollten, haben wir es doch noch einmal gewagt und uns eigenständig auf den Weg zu einem verlassen Tempel gemacht. Dieser heißt Galta Tempel und wird mittlerweile von Affen als Behausung benutzt, was ihm den Spitznamen "Monkeytempel" für uns Touristen eingbracht hat. Jedenfalls sind wir mit der Autorikscha an den Rand Jaipiurs gefahren.
Die Tempelanlage war in die Berge gebaut, beeindruckend groß und überall sprangen dessen kleine neue Bewohner herum. Die Äffchen spielten miteindaner, suchten sich gegenseitig nach Läusen ab, genossen es rumzuliegen, fraßen die Bananen oder Nüsse, die Besucher mitbrachten und nicht selten gab es auch ein paar Zwistigkeiten zu klären. Es war ein buntes Treiben und tolles Schauspiel für die Besucher und deren Kameras. Die Anlage bestand aus vielen Gebäuden aber auch Springbrunnen, Schreinen und einigen Hindutempeln. Ein paar übergebliebene Tempelbewohner, so hatten wir den Eindruck, halfen den indischen Besuchern, die ein reinigendes Bad nehmen wollten. So sind einige Jugendliche in kompletter Kleidung (Jeans, Shirt oder Sari) in die Poolanlage geklettert. Für die jüngeren Burschen aus der Umgebung waren die Pool- und Tempelanlage ein hervorragender Spielplatz und ich musste an meine Kindertage zurückdenken. Die Affen hatten natürlich ihren eigenen Pool etwas weiter oben, indem sie herumtollen und miteinander spielen konnten. Dieser Ausflug war ein toller Abschluss für unseren Jaipur Aufenthalt, denn die nächste Herausforderung wartete schon auf uns.
Da wir bei all den Aktivitäten der letzten Wochen unsere Züge etwas spät buchen konnten, hatten wir für den einzigen Nachtzug von Jaipur nach Udaipur nur Plätze auf der Warteliste bekommen. Auch die folgenden Tage waren ausgebucht und wir wollten nicht Geld für weitere Warteplätze ausgeben. So fuhren wir abends zum Bahnhof und wussten nicht, ob wir es in den Zug schaffen würden. In Udaipur gab es einen tollen Wasserpalast, den wir besuchen wollten. Wir hatten bereits eine Unterkunft organisiert, also mussten wir den Zug irgendwie schaffen. Auf dem Bahnhof suchten wir uns in der Wartehalle eine Ecke, in der wir halbwegs zurückgezogen sein konnten, da wir noch 3h Zeit hatten, und wir nicht die Aufmerksamkeit auf uns ziehen wollten. Dies schafften wir allerdings nur bedingt. Jedenfalls musste ich Anja bei unserem Gepäck lassen, während ich nach dem passenden Schalter suchte, der mir eventuell Auskunft über unseren Status geben konnte. Mittlerweile wussten wir zwar, das wir auf der Warteliste nach oben auf Platz 2 und 3 gerutscht waren, allerdings bedeutete es, dass wir immer noch nicht mitfahren konnten. Der Mann am Schalter bestätigte unseren Status, wurde dann allerdings etwas aufbrausend, als ich weiterbohrte, wie wir es in den Zug schaffen könnten. Er sagte, ihm seien die Hände gebunden und er könnte nichts machen. Prima!
Mit dieser Nachricht kehrte ich zu Anja zurück, die mittlerweile wieder einige Blicke auf sich gezogen hatte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass unsere Laune nicht gerade besonders war. Wir munterten uns aber gegenseitig auf und ließen die Dinge geschehen. Wir erkannten, dass wir nur noch eine Chance hatten. Der Schaffner im Zug hatte die aktuellsten Listen und könnte uns sicher einen Platz zuweisen. Die Zeit bis zur Ankunft des Zuges wollte nicht vergehen. Allerdings lief in der Wartehalle Peter Jackson's "King Kong" und wir schauten gebannt aber auch schmunzelnd den Kampf zwischen King Kong und den 3 Tyrannus Rex mit unseren Indischen Sitznachbarn an.
Als unser Zug nicht planmäßig ankam, spannten sich unsere Geduldsfäden. Mit einer Verspätung von über 30 min traf er dann kurz vor 23 Uhr ein und das wilde Rennen begann, denn wir waren nicht die einzigen Wartegelisteten auf dem Bahnsteig. Wieder ließ ich Anja beim Gepäck und lief die klimatisierten Reisewagen ab. Überall stiegen die Leute ein und drängelten sich mit ihren Gepäckstücken in die Waggons. Vom Schaffner war weit und breit keine Spur. Dabei bemerkte ich, dass es pro Klasse nur einen Waggon gab, was äusserst wenig ist, wenn man bedenkt, dass dies die Haupttouristenzeit und der einzige Zug nach Udaipur war. Es half aber alles nichts. Als ich in einem Waggon ein freies Bett sah, blieb ich davor stehen. Ich sprach einen Zugassistenten an, der mir zuzwinkerte, dass es frei wäre und wir eine Chance hätten. Meine Hoffnung blühte auf. Ich müsste nur mit dem Schaffner sprechen, der genau in diesem Moment aus dem Zug stieg. Er war ein untersetzter Mann mit breitem Scheitel und sein Jacket strahlte Autorität aus. Sofort stürzten sich die Wartenden inkl. mir auf den Mann mit den wichtigen Listen. Alle redeten auf ihn ein und wollten einen Platz erhaschen. Als ich an der Reihe war, nahm er unser Ticket, schaute kurz in seine Liste und schüttelte nur den Kopf. Wir waren nicht bestätigt wurden, womit das Ticket nicht gültig war und wir dürften den Zug auf keinen Fall betreten. Das war alles, was er zu sagen hatte? Ich stand fassungslos da, wollte mich aber nicht geschlagen geben. Wir mussten ja nach Udaipur. So lief ich hinter ihm her und suchte weiter das Gespräch. Er empfahl mir in der einfachsten Klasse nach einem Platz zu fragen, gestand mir aber auch, dass wir in den nächsten Tagen mit dem Zug nicht nach Udaipur kommen würden. Als ich abdrehte, um in der einfachsten Klasse nach Plätzen zu fragen, setzte sich der Zug in Bewegung. Die letzten Fahrgäste sprangen auf. Anja und ich standen nachts in Jaipur auf dem Bahnhof und hatten unseren Zug nach Udaipur nicht bekommen.
Total enttäuscht schauten wir uns an und überlegten, wie wir aus dieser Situation wieder rauskommen würden. Da Vijay, unser Hotelvater, überaus freundlich war und ständig seine Hilfe anbot, riefen wir ihn an und wir konnten eine weitere Nacht in seinem Hotel schlafen. Am Morgen schauten wir nach Optionen. Mit dem Bus würde eine Fahrt über 10 Stunden dauern und wir wären erst in der Nacht gegen 2 Uhr in Udaipur gewesen. Dies hätte wenig Zeit für die Erkundung gelassen, da wir am nächsten Tag weiter nach Mumbai geflogen wären. Auch waren wir nicht sicher, ob es noch freie Plätze gab. Eine weitere Option wäre ein privates Fahrzeug/Taxi gewesen, welches uns die 450 km in 8h Stunden für teures Geld nach Udaipur gebracht hätte. Daher entschieden wir uns, Udaipur komplett außen vor zu lassen und früher nach Mumbai zu fliegen. Es war zwar schade, Udaipur nicht zu sehen, aber die Fahrt dorthin war einfach zu komplex. Wir hätten uns vielleicht ein anders Ziel in Rajasthan aussuchen sollen, aber das konnten wir vorher alles nicht verbereiten. Es gab noch günstige Flüge für den Tag und so brachen wir am Nachmittag auf. Um ehrlich zu sein, genossen wir die Zeit auf dem Flughafen und dann im Flieger. Daher sind wir mittlerweile in Mumbai angekommen. Mit einer Unterkunft hat es hier auch geklappt. Über Mumbai berichten wir dann in den nächsten Tagen, bevor wir nach Goa fliegen und uns von all den Eindrücken und Staedten eine Woche lang am Meer erholen koennen.
Beste Grüße
Anja und Pat
... link (1 Kommentar) ... comment
Dienstag, 19. Oktober 2010
Jaipur und Amber Palace
anjapat, 10:02h
Hallo,
da sind wir wieder. Wie geht es euch? Anja geht es bestens und mein Magen hat sich auch stabilisiert. So gut es geht. Mein Apetit hält sich aber noch in Grenzen. Eine Banane am Tag muss schon mal reichen. Ich bin aber guter Dinge.
Wir waren in den letzten Tagen in Jaipur und haben weitere Erlebnisse gehabt und Eindrücke gesammelt.
Mittlerweile haben wir uns dagegen entschieden, in den Altstädten aus Hygiene und Lautstärkegründen zu übernachten. In Jaipur wurde uns dann selbst die Erkundung zu Fuss zu viel. Obwohl die Basare und die dort verkauften Gewürze, Textilien und andere Kleinigkeiten wahnsinnig interessant sind, können wir vor diesen Läden nicht stehen bleiben. Wir werden aus allen Ecken angesprochen, dass es nicht mehr auszuhalten ist. Vor den Sehenswürdigkeiten ist es am Schlimmsten. Wir verstehen es, dass jeder einen Euro verdienen möchte, doch geht es mittlerweile über unsere Toleranzgrenze. Auch fließen in der Altstadt die Abwässer dirket an den Shops vorbei und die Kühe, Schweine und Hunde wälzen sich darin und in den vielen Müllbergen. In Jaipur war es soweit, dass wir uns in eine Sehenswürdigkeit "gerettet" haben, damit wir einen Moment der Ruhe hatten. Auch haben wir uns dann entschieden, eine Fahrradrikscha zu nehmen, damit uns wenigstens nur einer anquatscht. Der ältere Herr tat mir Leid, doch war er dann mit dem etwas großzügigerem Tinkgeld auch nicht zufrieden. Des Weiterem ist uns aufgefallen, dass kaum Touristen auf den Strassen zu sehen sind. Sie werden wohl alle zu den Sehenswürdigkeiten gefahren, dort rausgelassen und dann weiter transportiert.
So haben wir uns gestern entschieden, auch mit einem Touristentaxi, zum Amberpalace 11km vor den Toren Jaipurs zu fahren. Es war zwar voll dekadent, dafür aber äusserst entspannt und mit einer Autorikscha hätten wir es kaum in die Berge geschafft. Jedenfalls tut es uns Leid, dass wir so abgeschotten reisen müssen, allerdings ist es anders in Ruhe nicht möglich. Auch sind wir nicht glücklich, dass wir nicht frei über unsere Schritte entscheiden können und von privaten Transporten abhängig sind.
Nichtdestotrotz hat der Amber Palace wieder gezeigt, warum Indien ein tolles Land mit viel Geschichte ist. Es war der Haupsitz des Maharajas Singh II im 17. Jhd. und ist eine Riesenanlage in den Bergen. Besonders beeindruckend waren der Spiegel-Palast mit vielen Spiegeln in Blumenform und die vielen Tore, wie das Ganesh-Pol. Wir haben genossen, wieder ein wenig in die Geschichte Rajasthan's, so heisst dieser wichtige Bundesstaat im Norden, eintauchen zu können.
Ansonsten ist uns aufgefallen, dass die meisten Touristen nur eine Nacht an einem Ort bleiben und dann weiter reisen. Wir können uns das gar nicht vorstellen und sind mit unserem Rhythmus von zwei bis drei Nächten pro Ort zufrieden. Wir sind relativ entspannt. Auch verbringen wir mittlerweile viel Zeit in unseren Zimmern, um erstens den oben genannten Gründen aber auch den teilweise 35 Grad zu entfliehen , die draußen herrschen. Es ist sehr heiß, doch nichts gegen die bis zu 50 Grad im Sommer (Juni/Juli). Ausserdem können wir besser unseren Blog füttern.
Heute fahren wir nach Udaipur und müssen erstmal schauen, ob wir mitkönnen, da wir bisher nur auf der Warteliste stehen. Drückt uns die Daumen und bis bald.
Liebe Grüße
Anja und Patrice
da sind wir wieder. Wie geht es euch? Anja geht es bestens und mein Magen hat sich auch stabilisiert. So gut es geht. Mein Apetit hält sich aber noch in Grenzen. Eine Banane am Tag muss schon mal reichen. Ich bin aber guter Dinge.
Wir waren in den letzten Tagen in Jaipur und haben weitere Erlebnisse gehabt und Eindrücke gesammelt.
Mittlerweile haben wir uns dagegen entschieden, in den Altstädten aus Hygiene und Lautstärkegründen zu übernachten. In Jaipur wurde uns dann selbst die Erkundung zu Fuss zu viel. Obwohl die Basare und die dort verkauften Gewürze, Textilien und andere Kleinigkeiten wahnsinnig interessant sind, können wir vor diesen Läden nicht stehen bleiben. Wir werden aus allen Ecken angesprochen, dass es nicht mehr auszuhalten ist. Vor den Sehenswürdigkeiten ist es am Schlimmsten. Wir verstehen es, dass jeder einen Euro verdienen möchte, doch geht es mittlerweile über unsere Toleranzgrenze. Auch fließen in der Altstadt die Abwässer dirket an den Shops vorbei und die Kühe, Schweine und Hunde wälzen sich darin und in den vielen Müllbergen. In Jaipur war es soweit, dass wir uns in eine Sehenswürdigkeit "gerettet" haben, damit wir einen Moment der Ruhe hatten. Auch haben wir uns dann entschieden, eine Fahrradrikscha zu nehmen, damit uns wenigstens nur einer anquatscht. Der ältere Herr tat mir Leid, doch war er dann mit dem etwas großzügigerem Tinkgeld auch nicht zufrieden. Des Weiterem ist uns aufgefallen, dass kaum Touristen auf den Strassen zu sehen sind. Sie werden wohl alle zu den Sehenswürdigkeiten gefahren, dort rausgelassen und dann weiter transportiert.
So haben wir uns gestern entschieden, auch mit einem Touristentaxi, zum Amberpalace 11km vor den Toren Jaipurs zu fahren. Es war zwar voll dekadent, dafür aber äusserst entspannt und mit einer Autorikscha hätten wir es kaum in die Berge geschafft. Jedenfalls tut es uns Leid, dass wir so abgeschotten reisen müssen, allerdings ist es anders in Ruhe nicht möglich. Auch sind wir nicht glücklich, dass wir nicht frei über unsere Schritte entscheiden können und von privaten Transporten abhängig sind.
Nichtdestotrotz hat der Amber Palace wieder gezeigt, warum Indien ein tolles Land mit viel Geschichte ist. Es war der Haupsitz des Maharajas Singh II im 17. Jhd. und ist eine Riesenanlage in den Bergen. Besonders beeindruckend waren der Spiegel-Palast mit vielen Spiegeln in Blumenform und die vielen Tore, wie das Ganesh-Pol. Wir haben genossen, wieder ein wenig in die Geschichte Rajasthan's, so heisst dieser wichtige Bundesstaat im Norden, eintauchen zu können.
Ansonsten ist uns aufgefallen, dass die meisten Touristen nur eine Nacht an einem Ort bleiben und dann weiter reisen. Wir können uns das gar nicht vorstellen und sind mit unserem Rhythmus von zwei bis drei Nächten pro Ort zufrieden. Wir sind relativ entspannt. Auch verbringen wir mittlerweile viel Zeit in unseren Zimmern, um erstens den oben genannten Gründen aber auch den teilweise 35 Grad zu entfliehen , die draußen herrschen. Es ist sehr heiß, doch nichts gegen die bis zu 50 Grad im Sommer (Juni/Juli). Ausserdem können wir besser unseren Blog füttern.
Heute fahren wir nach Udaipur und müssen erstmal schauen, ob wir mitkönnen, da wir bisher nur auf der Warteliste stehen. Drückt uns die Daumen und bis bald.
Liebe Grüße
Anja und Patrice
... link (5 Kommentare) ... comment
Sonntag, 17. Oktober 2010
Agra und Taj Mahal
anjapat, 16:05h
Hallo,
Wir haben es ohne Probleme nach Agra geschafft. Es war ein schöner Moment, als wir unsere Namen auf Ausdrucken draußen an unserem Wagen hängen sahen. Da die Main Bazaar Road genau in den Bahnhof mündete, konnten wir zu Fuss zur Station laufen. Während Anja ihren Rucksack schulterte, wollte ich meinen nicht schleppen und rollte ihn hinterher. Unser Waggon war klimatisiert und wir saßen mit jungen Indern in einem Abteil. Gott sei Dank hatten wir nicht die günstigste Klasse gewählt, da dort kaum zumutbare Zustände herrschten. Wir hatten eine entspannte 3,5 stündige Zugfahrt.
Allerdings waren die letzten Tage nicht ganz so prickelnd, da ich mir am letzten Abend in Delhi mein Magen-Darm-System verdorben habe. Ich hoffe, dass es an den Gewürzen lag, die hier ja intensiver eingesetzt werden. So wurde jede größere Erkundung zu einem kürzeren Intermezzo und feste Nahrung konnte ich aus Appetitsmangel nicht zu mir nehmen. Wie Phil und Baschdi schon richtig erkannt haben, tat es mir aber gut, ein bisschen Gewicht zu verlieren. Hab ja genug. Anja hat sich ganz lieb um mich gekümmert und ich danke ihr dafür sehr.
Des Weiteren war die Unterkunft, die wir hier in Agra gebucht haben, eine echte Herausforderung. Sie hatten unsere Reservierung nicht erhalten und so mussten wir für die erste Nacht in ein einfaches Zimmer ziehen. Die Sauberkeit der Bettlaken war grenzwertig und das Bad war kaum begehbar. Wir akzeptierten dies aber, da wir für das Zimmer nicht so viel zahlen brauchten und wir nur 50m vom Eingang zum Taj Mahal hatten, was wirklich eine gute Lage war. Allerdings lag das Hotel in der Altstadt Agra's und die engen Gassen waren übervölkert mit Auto-Rikschas und Menschen, daher wollte es einfach nicht ruhig werden. Als in unserem Hotel gegen Abend dann noch unsere indischen Nachbarn anfingen, sich zu streiten, irgendwelche bis 3 Uhr Musik hörten und die ersten gegen 5 Uhr wieder aufstanden und sich wuschen und ihre Rachen reinigten, war unsere Geduld auf dem Nullpunkt angelangt. Mir ging es immer noch nicht besser, doch eine saubere Toilette wäre schön gewesen. Anja hatte tiefe Augenringe, da sie die ganze Nacht nicht schlafen konnte. So gingen wir als erstes in ein Internet-Cafe und suchten uns eine neue Unterkunft. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich wir über diese Entscheidung waren, als wir in unsere neue Bleibe in einer ruhigen Strasse, mit schönem Bad und sauberen Zimmer gezogen sind. Ich glaube, wir haben unseren Standard gefunden. Es ist zwar ein bisschen teurer, aber im Vergleich zu westlichen Preisen immer noch ein Schnäppchen. Ausserdem wollen wir unseren Start ja auch nicht zu stressig gestalten.
Nachdem wir in unserer neuen Bleibe angekommen waren und es mir auch wieder besser ging, sind wir gestern ins Agra Fort gefahren. Es ist das größte Fort Indiens und die Mogule hier in Nordindien haben es lange Jahren als ihren Regierungssitz genutzt. Es ist schon beieindruckend, wie viel roter Sandstein hier verarbeitet wurde. Die einzelne Räume und Moscheen bieten einen tollen Blick über den Fluss und hin zum später gebauten Taj Mahal.
Dort waren wir heute. Das Taj Mahal ist ein wunderschöner Bau aus weißem Marmor und kaum vorstellbar, dass es eine Grabstätte für die Frau und später selbst für den Mogul Shah Jahan ist. Die Inder lieben dieses Denkmal und strömen in Scharen genauso wie wir Touristen zu diesem einmaligen Ort.
Obwohl wir noch weitere Sehenswürdigkeiten hätten besuchen können, genießen wir es, wenn wir aus dem Trubel der Strassen raus sind. Auf jedem Schritt und Tritt folgen uns mindestens 10 Verkäufer, Riksha-Fahrer und Führer, die uns all ihre Produkte und Services anbieten. Uns ist das nach einer Weile einfach zu viel, so dass wir auf die weniger grossen Highlights gern verzichten können. So fallen wir nicht totmüden abends ins Bett sondern sind relativ entspannt, was unsere Reise ja auch sein soll.
Ausserdem nerven die jungen Burschen ein wenig, die vom blonden Engel, der neben mir läuft, ständig heimliche Fotos mit ihren Telefonen machen. Einige sind wenigstens so mutig und fragen nach Erlaubnis. Bei anderen versuche ich mich so gut es geht in den Weg zu stellen, aber das ist nicht immer machbar.
Mittlerweile sind wir auch gut in Jaipur angekommen, hatten aber nicht die Moeglichkeit, frueher zu schreiben, da wir keinen Internetzugang hatten. Wir waren total ueberrascht, als der Zug heute morgen um 5 Uhr schon auf uns wartete und puenktlich auf die Minute in Jaipur ankam. Wir versuchen bald von hier oder aus Udaipur zu berichten.
Beste Grüße
Anja & Pat
Wir haben es ohne Probleme nach Agra geschafft. Es war ein schöner Moment, als wir unsere Namen auf Ausdrucken draußen an unserem Wagen hängen sahen. Da die Main Bazaar Road genau in den Bahnhof mündete, konnten wir zu Fuss zur Station laufen. Während Anja ihren Rucksack schulterte, wollte ich meinen nicht schleppen und rollte ihn hinterher. Unser Waggon war klimatisiert und wir saßen mit jungen Indern in einem Abteil. Gott sei Dank hatten wir nicht die günstigste Klasse gewählt, da dort kaum zumutbare Zustände herrschten. Wir hatten eine entspannte 3,5 stündige Zugfahrt.
Allerdings waren die letzten Tage nicht ganz so prickelnd, da ich mir am letzten Abend in Delhi mein Magen-Darm-System verdorben habe. Ich hoffe, dass es an den Gewürzen lag, die hier ja intensiver eingesetzt werden. So wurde jede größere Erkundung zu einem kürzeren Intermezzo und feste Nahrung konnte ich aus Appetitsmangel nicht zu mir nehmen. Wie Phil und Baschdi schon richtig erkannt haben, tat es mir aber gut, ein bisschen Gewicht zu verlieren. Hab ja genug. Anja hat sich ganz lieb um mich gekümmert und ich danke ihr dafür sehr.
Des Weiteren war die Unterkunft, die wir hier in Agra gebucht haben, eine echte Herausforderung. Sie hatten unsere Reservierung nicht erhalten und so mussten wir für die erste Nacht in ein einfaches Zimmer ziehen. Die Sauberkeit der Bettlaken war grenzwertig und das Bad war kaum begehbar. Wir akzeptierten dies aber, da wir für das Zimmer nicht so viel zahlen brauchten und wir nur 50m vom Eingang zum Taj Mahal hatten, was wirklich eine gute Lage war. Allerdings lag das Hotel in der Altstadt Agra's und die engen Gassen waren übervölkert mit Auto-Rikschas und Menschen, daher wollte es einfach nicht ruhig werden. Als in unserem Hotel gegen Abend dann noch unsere indischen Nachbarn anfingen, sich zu streiten, irgendwelche bis 3 Uhr Musik hörten und die ersten gegen 5 Uhr wieder aufstanden und sich wuschen und ihre Rachen reinigten, war unsere Geduld auf dem Nullpunkt angelangt. Mir ging es immer noch nicht besser, doch eine saubere Toilette wäre schön gewesen. Anja hatte tiefe Augenringe, da sie die ganze Nacht nicht schlafen konnte. So gingen wir als erstes in ein Internet-Cafe und suchten uns eine neue Unterkunft. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich wir über diese Entscheidung waren, als wir in unsere neue Bleibe in einer ruhigen Strasse, mit schönem Bad und sauberen Zimmer gezogen sind. Ich glaube, wir haben unseren Standard gefunden. Es ist zwar ein bisschen teurer, aber im Vergleich zu westlichen Preisen immer noch ein Schnäppchen. Ausserdem wollen wir unseren Start ja auch nicht zu stressig gestalten.
Nachdem wir in unserer neuen Bleibe angekommen waren und es mir auch wieder besser ging, sind wir gestern ins Agra Fort gefahren. Es ist das größte Fort Indiens und die Mogule hier in Nordindien haben es lange Jahren als ihren Regierungssitz genutzt. Es ist schon beieindruckend, wie viel roter Sandstein hier verarbeitet wurde. Die einzelne Räume und Moscheen bieten einen tollen Blick über den Fluss und hin zum später gebauten Taj Mahal.
Dort waren wir heute. Das Taj Mahal ist ein wunderschöner Bau aus weißem Marmor und kaum vorstellbar, dass es eine Grabstätte für die Frau und später selbst für den Mogul Shah Jahan ist. Die Inder lieben dieses Denkmal und strömen in Scharen genauso wie wir Touristen zu diesem einmaligen Ort.
Obwohl wir noch weitere Sehenswürdigkeiten hätten besuchen können, genießen wir es, wenn wir aus dem Trubel der Strassen raus sind. Auf jedem Schritt und Tritt folgen uns mindestens 10 Verkäufer, Riksha-Fahrer und Führer, die uns all ihre Produkte und Services anbieten. Uns ist das nach einer Weile einfach zu viel, so dass wir auf die weniger grossen Highlights gern verzichten können. So fallen wir nicht totmüden abends ins Bett sondern sind relativ entspannt, was unsere Reise ja auch sein soll.
Ausserdem nerven die jungen Burschen ein wenig, die vom blonden Engel, der neben mir läuft, ständig heimliche Fotos mit ihren Telefonen machen. Einige sind wenigstens so mutig und fragen nach Erlaubnis. Bei anderen versuche ich mich so gut es geht in den Weg zu stellen, aber das ist nicht immer machbar.
Mittlerweile sind wir auch gut in Jaipur angekommen, hatten aber nicht die Moeglichkeit, frueher zu schreiben, da wir keinen Internetzugang hatten. Wir waren total ueberrascht, als der Zug heute morgen um 5 Uhr schon auf uns wartete und puenktlich auf die Minute in Jaipur ankam. Wir versuchen bald von hier oder aus Udaipur zu berichten.
Beste Grüße
Anja & Pat
... link (1 Kommentar) ... comment
... older stories




