Mittwoch, 13. Oktober 2010
Auf Wiedersehen Delhi
Hallo,

Heute schreiben wir ein letztes Mal aus Delhi, da wir morgen Vormittag nach Agra aufbrechen. Ich bin gespannt, ob unsere vorgebuchten Zugtickets akzeptiert werden, aber ich bin guter Dinge. Wenn es genauso gut klappt, wie mit unserem Hostel hier, dann reisen wir entspannt weiter. Wir haben naemlich einen Rabatt zu der Rate im Internet bekommen, was uns natuerlich sehr froehlich stimmt und wir sehr dankbar sind.

Der Besuch in Mahatma Gandhis Haus hat schon sehr nachdenklich gemacht. Es ist beeindruckend, wie dieser bescheidene Rechtsanwalt seine erfolgreiche Praxis in Suedafrika, nebenbei gesagt die einzig indische dort, aufgegeben hat, um fuer die Menschenrechte und gegen die Unterdrueckung und Diskriminierung der Inder friedlich zu kaempfen. Seine 11 Ansichten, zu denen Wahrheit, Kampf ohne Waffen, harte Arbeit und Bescheidenheit gehoeren, sind fantastische Leitbilder fuer die Menschheit. In seinem Haus, dass vollgestopft mit tollen elektronischen Exponaten ist, konnten wir seine letzten Schritte folgen. Auf dem Weg zum taeglichen Gebet wurde er dann von einem fanatischen Hindu erschossen. Welche Tragik.

Neben den touristischen Highlights moechten wir auch von den alltaeglichen Dingen berichten und auch Bilder zeigen. Als wir das erste Mal von der Main Bazaar Road abbogen und in unsere kleine Gasse zum Hostel gingen, wurde uns schon mulmig. Mittlerweile kennen wir uns bestens aus und gruessen bereits die ersten Shopbesitzer. Das geht echt schnell. Auch haben wir den Grund fuer den Uringeruch entdeckt, da am Anfang der Gasse immerhin zwei oeffentliche Urinale haengen. Ich betone das immerhin, da die Herren sich sonst einfach in irgendwelche Ecken oder Rinnen verewigen und wir froh sind, dass dies hier halbwegs wenn auch kaum zumutbar geregelt ist.

Des Weiteren haben wir uns an die vielen Hundebanden gewoehnt, die durch Delhi streifen. Sie sind taegliche Begleiter und haben gestern auch die Ueberreste meines Huehnchens bekommen. Die Leute leben hier mit ihnen in Einklang. Es ist wahrscheinlich auch sehr gut, dass es diese Hunde gibt, da sonst anderes Getier in der Nacht die Stadt uebernehmen wuerde.

An den Verkehr haben wir uns mittlerweile gewoehnt. Wir laufen quer durch die Strassen und passen schon wie alte Hasen auf die Mopeds und Autos auf. Die Rikshafahrer nehmen wir nicht mehr ganz so ernst, da sie ruhig um Touristen einen Bogen machen koennen. Nichtdestotrotz sind wir jedes Mal froh und fuehlen uns heimisch, wenn wir unsere Main Bazaar Road erreichen. Diese ist naemlich durch Polizeisperren verkehrsberuhigt, was wir zuerst nicht mitbekommen haben, und uns sind die Laeden vertraut. Auch essen wir in Laeden, die wir moegen, und brauchen so nicht in Delhi und in anderen Vierteln zu suchen.

Morgen geht es wie gesagt nach Agra und wir werden uns dort das grosse Taj Mahal und Red Fort anschauen. Wann wir das naechste Mal in den Blog schreiben, wissen wir nicht, aber es wird hoffentlich wieder spannend fuer alle.

Beste Gruesse

Anja und Pat


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Dienstag, 12. Oktober 2010
2. Tag in Delhi
Unseren zweiten Tag in Delhi haben wir sehr gut ueberstanden. Gestern Abend waren wir noch sehr schoen und gut Essen. Das Restaurant befand sich auf der Dachterrasse eines 3 stoeckigen Hauses an einer sehr belebten Marktstrasse.

Heute Morgen sind wir gegen 08:30 Uhr zu einer grossen Erkunkundungstour druch Delhi aufgestanden. Es war super!!! Wir hatten uns einen Fahrer organisiert, welcher uns zu fast allen groesseren Sehnswuerdigkeiten fuhr. Wie gestern schon geschrieben, ist der Verkehr wahnsinn und die Menschen scheinen mir manchmal doch etwas lebensmuede, weil sie umittelbar an der Strasse laufen oder diese versuchen zu ueberqueren. Wir haben heute zwei moslemische Grabtempel besucht und es war sehr schoen, dass diese noch so gut erhalten waren. Der eine war aus dem 18. und der andere aus dem 15-16. Jahrhundert. Eine weitere Sehnswuerdigkeit war der Lotustempel. Er ist frei fuer alle Relegionen, ob Christen, Hindus oder Moslems. Die Menschen koennen alle frei in diesen Tempel kommen und beten. Wir waren natuerlich auch drin und mussten voher aber unsere Schuhe ausziehen, was ich nicht so toll fand. So liefen wir barfuss mit hunderten von Indern und natuerlich Leuten aus anderen Nationen einen kleinen Weg bis zum Tempel. Zum Ende unserer Erkundungstour, waren wir noch beim India-Gate. Dieses wurde fuer die vielen toten Soldaten waehrend des Krieges erbaut.

Es war ein wunderschoener Tag in Delhi, obwohl es zeitweise ganz schoen heiss ist. Uns geht es sehr gut, meine Augen haben sich nach der Dreckattacke von gestern gut erholt und Patrice ueberfahrenden Fuss geht es bestens. Wir werden jetzt noch was gutes Essen gehen und morgen Dehli weiter erkunden. Schaut Euch mal die Bilder in der Galerie an.

Bis bald
Anja


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Montag, 11. Oktober 2010
Namaskar India
Hey,

wir sind angekommen und muessen uns erstmal wieder an eine gewisse Laustaerke und Waerme gewoehnen!

Nachdem wir unsere Wohnungen uebergeben haben, konnten wir die Vorbereitungen in den letzten Tagen ein wenig gelassener angehen. Obwohl das Packen der Rucksaecke zu einer Herausforderung wurde und wir festellen mussten, dass 80 Liter nicht viel waren, haben wir auch das gemeistert. Anja war kurz davor, auf ihre Klamotten zu springen, so dass alles reinpasste, doch konnte ich sie beruhigen. Auch haben wir den Maikaefertest ueberstanden. Er bedeutet, dass wir die Rucksaecke umschnallen aber nicht umkippen duerfen. So erinnert er stark an den Elch-Test fuer Autos.

Auf den Flughaefen lief auch alles mit den gewohnten Problemen ab. Die erste Maschine ab Berlin hatte eine Stunde Verspaetung, so dass es in London knapp wurde. Fuer den zweiten Flug hatten wir dann erst getrennte Sitzplaetze, doch konnten die Damen von Virgin Atlantic noch etwas drehen, so dass wir nebeneinander unsere grosse Reise antreten durften.

So sind wir heute Mittag in unserem Hostel mitten in New Delhi angekommen. Es ist sehr gut mit einem kleinen aber feinen Bad und hat sogar eine Klimaanlage sowie einen Flatscreen im Zimmer. Fuer 10 Euro die Nacht also echt passabel. Bisher haben wir auch noch keine Kakerlakies gesehen, da es recht sauber ist.

http://www.smyleinn.com/

Allerdings liegt es in der Main Bazaar Road und ihr koennt euch vielleicht vorstellen, was fuer ein Verkehr hier vor der Tuer ist. Nachdem wir uns kurz frisch gemachten hatten, konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen, uns gleich mal ins Getuemmel zu stuerzen. Es war der pure Wahnsinn auf den Strassen los. Die Fahrradrikschas kaempfen mit den Moped-Taxis, welche von den PKWs hupend zur Seite gedraengt werden, weil von hinten die Linienbusse Platz brauchen. Wir erinnerten uns an die letzten beschaulichen Tage in Meinsdorf und Steckby, als mit eine Fahrradrikscha ueber den Fuss fuhr bzw. ein Moped vor Anja Gas gab, so dass ihr der ganze Dreck ins Gesicht geblasen wurde und ihr die Augen traenten. Nach zewi Stunden und mit hochrotem Kopf, da die Temperaturen ihr Ubriges dazu gaben, haben wir es dann mit der ersten Erkundung sein lassen und sind erschoepft in unser Zimmer zurueck gekehrt. Morgen wollen wir dann mit frischen Kraeften in das alte bzw. neue Delhi eintauchen und sind auf unsere Erlebnisse gespannt. Dann werden auch sicher die ersten Bilder folgen.

Beste Gruesse

Anja & Pat

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