Sonntag, 30. Januar 2011
Großes Finale Süd-Ost-Asien
Alle guten Dinge sind Drei, müssen wir uns im Unterbewußtsein gedacht haben, als wir die letzten Tage in Süd-Ost-Asien geplant haben. Denn nach Kuala Lumpur hatten wir jetzt weitere tolle Tage in den zwei großen Metropolen Singapur und Hong Kong. Diese bedeuten das Ende und den Beginn einer neuen Etappe unserer Reise.

Obwohl wir schon den halben Weg aus Kuala-Lumpur nach Singapur gereist waren, entschieden wir uns noch einmal, eine Nacht dort zu verbringen. Auch hätten wir am Tage per Bus in 5 Stunden fahren können, aber wir hatten bereits den Nachtzug gebucht. Wer weiß warum? Vielleicht war es Bestimmung? Daher hatten wir am Abreisetag sehr viel Zeit totzuschlagen. Wir gingen noch einmal in den Park der Petronas Tower und schauten uns nach langer Zeit mal wieder einen Kinofilm an. Gullivers Reisen mit Jack Black war genau die richtige, leichte Unterhaltung, die wir brauchten, und zusätzlich passte das Thema ja zu unseren Abenteuer. Danach ging es aber zum Bahnhof und wir konnten die Abfahrt bzw. vielmehr die Ankunft unseres Nachtzuges kaum erwarten. Natürlich freuten wir uns, dass es für uns die letzte Fahrt durch die Nacht sein würde. Ein bisschen bedeutete es aber auch Abschiednehmen und das Ende der wilden Fahrten durch Süd-Ost-Asien.

In Singapur angekommen, wurden wir relativ schnell von den Grenzern abgefertigt, und standen am Bahnhof im Zentrum dieses Stadtstaates. Wir entschieden uns, zu unserem Hostel zu laufen, da es nicht weit entfernt war. Uns vielen sofort die vielen Geschäftsleute auf, die wir Perlen an einer Schnur gezogen in ihre Büros gingen. Wir wussten das Singapur sehr organisiert, konservativ und strukturiert ist und sahen es an den Leuten und am Strassenbild. Wir wurden ein bisschen argwöhnisch angeschaut, da wir mit unseren Taschen durch die Stadt rollten und bekamen sogar ein Augenrollen zugeworfen, als wir kurzzeitig auf der falschen Seite des Fußweges liefen. Das war uns dann doch ein bisschen zu konservativ. Wir durften noch nicht ins Hostel einchecken, da wir wieder sehr früh drann waren. Daher machten wir uns gleich auf den Weg, Singapur zu erkunden. Wir hatten geplant, nur einen Tag bzw. Nacht dort zu bleiben, daher wollten wir keine Zeit verschwenden.

Eine der neuesten Attraktionen in Singapur, neben der Formel 1 Strecke mitten in der Stadt, ist der Marin Bay Sand Komplex. Dies ist eine Luxusanlage inkl. Einkaufszentrum, Theater, Messehallen und Casino. Zusätzlich gehören drei gläserne Hoteltürme dazu, die 200m in die Luft ragen. Das absolute Highlight allerdings ist die Dachterasse, die einem Schiffskörper ähnelt und quer über den drei Türmen thront. Das Dach ist länger als der Eifelturm hoch ist und stellt eine Konstruktion der Superlative dar. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, auf die Aussichtsplattform zu fahren und die Stadt von oben aus zu bewundern. Doch das war noch nicht genug. Dort oben bestaunten wir nicht nur die Aussicht sondern auch einen 150 m langen Freipool, der zum Hotel gehörte, sowie weitere Restaurants und Bars. Das Gebäude war der Beweis dafür, dass Singapur im Rausch der Superbauten auf dieser Welt mitmischen will. Abends lüsterten wir wieder deutschen Gaumenfreuden, als wir im Paulaner Brauhaus zu Abend assen. Das Bier schmeckte uns vorzüglich. Allerdings lagen uns das halbe Hähnchen bzw. das Schnitzel schwer im Magen, welche wir nach den letzten Wochen leichter asiatischer Kost gar nicht mehr verarbeiten konnten.

Am nächsten Mittag flogen wir bereits weiter nach Hong Kong. Interessanter Weise flogen wir noch einmal entlang aller Länder und Städte, die wir in Süd-Ost-Asien besucht hatten. Wir wurden an unsere Zeit hier erinnert und konnten noch einmal über die vergangenen schönen Wochen reflektieren. Wir haben viel Geschichte erlebt, neue Kulturen kennen gelernt, sind auf interessante Menschen getroffen, haben uns an schönen Stränden erholt, sind auf grüne Hügel geklettert und haben nicht zu letzt eine neue Welt unter Wasser lieben gelernt.

In Hong Kong begrüßte uns als eine Stadt eingehüllt im dichten Smog. Zusätzlich hatte sich die Lufttemperatur auf Werte um 15 Grad abgekühlt, was wir nicht mehr gewohnt waren und auch nicht sofort die passenden Klamotten parat hatten. Allerdings bot uns die Stadt ein grandioses Finale. Wir nutzten wieder die Punkte unserer Lieblingshotelkette und durften ein Zimmer mit Blick in den Hafen dieser pulsierenden Stadt beziehen. Das Zentrum Hong Kongs liegt auf einer Insel, was zu den letzten Wochen passte.

Am nächsten Morgen ließen wir nicht viel Zeit verstreichen, um in dieses Gewusel aus Menschen, die wie Ameisen durch die engen Gassen der unendlich vielen Wolkenkratzer rennen, einzutauchen. Uns viel sofort auf, dass die Zeit hier schneller verstreicht und jeder in Eile ist. Irgendwie erinnerte uns die Stadt mit ihrer Hektik an New York, wären da nicht die chinesischen Geschäfte mit ihren unentzifferbaren Schriftzügen und unvorstellbaren Produkten. Wir entdeckten einen Laden, der die unterschiedlichsten Köperteile von Krokodilen zum Verkauf anbot. Zu unserem Entsetzen liefen wir durch eine Geschäftsstrasse, in der Haiflossen in allen Größen angeboten wurden. Vor einer Woche hatten wir diese majestätischen Tiere zum ersten Mal unter Wasser gesehen. Hier wurden sie als Potenzmittel oder Medizin gehandelt. Wie grausam der Mensch doch sein kann.

Weiter ging es durch die Einkaufstrassen. Als wir auf ein paar Läden unserer Wahl stießen, ließen wir es uns nicht nehmen, nach langer Zeit mal wieder etwas zu shoppen. Besonders lange Hosen und warme Strumpfhosen standen hoch im Kurs. Durch die Strassen krochen Doppeldeckerstrassenbahen, grunzten Doppeldeckerbusse und flitzten die rot-weissen Taxis. Wir entdeckten die letzten Überbleibsel an Kolonialbauten im Meer der Wolkenkratzer. Einige von den Riesen ragten durch ihr Design hervor, wie zum Beispiel das HSBC Bankgebäude, das Bank of China Gebäude oder der Turm der Finanzcenters. Wir gingen weiter durch eine der wenigen Grünflächen in dieser Stadt, dem Hong Kong Park. Wir genossen den Tag, da die Sonne schien, doch fröstelten wir auch ein bisschen, da wir die frischen Temperaturen nicht mehr gewöhnt waren.

Besonders hat uns gefreut, dass wir in Hong Kong unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" wieder gerecht werden konnten. Am Abend hatten wir uns nämlich mit Dodo und Sebastian verabredet, welche ich aus Melbourner Zeiten kenne und die hier in Hong Kong leben und arbeiten. Es war schön, die beiden hier zu treffen und ein köstliches Mahl aus mehreren kleinen asiatischen Leckereien zu uns zu nehmen.

Gestern waren wir auf dem "Peak", einem Berggipfel, um die Aussicht über die Stadt zu genießen. Wir hatten Glück, denn die Sonne kam heraus und der Smog ermöglichte eine halbwegs gute Aussicht. Weiter ging es auf die Insel Lantau, wo wir mit einer fünf kilomterlangen Seilbahn zu einem 37m hohen Buddha fuhren. Auf dem Rückweg machten wir in Kowloon, welches gegenüber des Zentrums liegt, und genossen die Aussicht, auf die beleuchtete Skyline dieser atemberaubenden Stadt.

Heute ist unser letzter Tag in Asien und wir haben uns einen Ruhetag gegönnt. Die kühlen Tage und die vielen Klimaanlagen in Hong Kong haben uns ein paar laufende Nasen beschert, so dass wir nichts riskieren wollen. Wir hatten wunderschöne Tage in Süd-Ost-Asien, jedoch freuen wir uns auf Neuseeland und teilweise etwas mehr Freiheiten. In einigen Ländern sind wir sehr oft von Händlern angesprochen wurden, so dass wir uns manchmal wie herumlaufende Euro-Scheine fühlten. Ab nächster Woche werden wir auch hoffentlich ein eigenes Gefährt haben, um Neuseeland zu erkunden, und nicht mehr von Nachtbussen und -zügen abhängig sein. Anja und ich genießen weiterhin unsere Zweisamkeit, standen uns bei den Nachtfahrten bei und freuen uns, die Erlebnisse gemeinsam teilen zu können.

Aus Neuseeland melden wir uns beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Dienstag, 25. Januar 2011
Big City Lights - Großstadtlichter
Hallo Ihr Lieben,

heute melden wir uns, wie angekündigt, aus Kuala Lumpur. Unsere letzte Bootsüberfahrt zurück von den Perhentian Inseln nach Kuala Besut war widererwartend gar nicht so schlimm. Wie schön! Allerdings war die Abfahrt gegen 8:00 Uhr, so dass wir für unsere Verhältnisse relativ zeitig aufstehen mussten. Daher entwickelte sich ein kleines Grummeln in unserem Gemüt, was sich bei der sanften Fahrt aber beruhigte. Wieder an Land hatten wir den ganzen Tag Zeit, denn unser Nachtbus fuhr erst um 20:30 Uhr ab. Wir wussten ja nicht, dass wir so früh zurück sein würden. Da wir wenig vom verträumten Kuala Besut erwarteten, waren wir überrascht, als wir einen wuselnden Wochenmarkt entdeckten, der in dem Dörfchen sogar einen Verkehrsstau verursachte. Eingedeckt mit genügend Früchten gingen wir bis zum Abend an den Strand und tranken noch einen Kaffee. In dem Imbiss wurden wir, oder besser gesagt Anja, von Vivi angesprochen. Eine Aufgabe ihres Studiums war, ein Interview mit internationalen Reisenden durchzuführen. Wir waren natürlich die richtige Zielgruppe. Vivi war sehr überrascht, dass wir unverheiratet durch die Welt tingeln und Anja sogar noch arbeiten gehen wird, wenn wir zurück sind. Das gibt es in der moslemischen Welt wohl nicht, da die Frau nach einer Hochzeit ins Heim verdammt wird. Wir wurden wieder daran erinnert, welch Glück wir doch mit unserer Geburt in Deutschland hatten. Unser Nachtbus fuhr pünktlich ab. Wir freuten uns sehr, dass wir bis auf ein Mädchen die einzigen Fahrgäste waren. Es war wohl die ruhigste Busfahrt, die wir bis dahin erlebt hatten. Allerdings hatten wir uns ein bisschen in der Fahrzeit verkalkuliert und wunderten uns, als wir bereits um 4:30 Uhr morgens in Kuala Lumpur ankamen.

Die Lichter dieser atemberaubenden Großstadt leuchteten verheißungsvoll. Da wir die Leute unserer Herberge um diese Uhrzeit noch nicht wach klingeln wollten, ließen wir uns in der Nähe absetzen und tranken erst einmal einen Kaffee in einem indischen Restaurant, dass 24 Stunden offen hatte. So was waren wir in der Vergangenheit gar nicht mehr gewöhnt. Gegen 6 Uhr klingelten wir dann doch und wurden erst verschlafen mürrisch dann aber doch freundlich empfangen. Allerdings konnten wir erst nach 12 Uhr ins Zimmer, so dass wir uns nach einer kleinen Pause auf den Weg in die Stadt machten. Kuala Lumpur ist herrlich kosmopolitisch und man trifft auf Menschen aus allen Ländern. Es strahlt trotz seiner Größe eine gewisse Ruhe aus und auch die Lautstärke des Verkehrs war erträglich. Wir vermissten die vielen Mopeds, die uns in den letzten Monaten die Ohren vollknatterten, nicht wirklich. Auch merkten wir, dass eine gewisse Energie in uns zurückkehrte.

Eine Hauptattraktion in Kuala Lumpur sind die Petronas Zwillingstürme, die zu einem gewissen Zeitpunkt mal die höchsten Bürogebäude der Welt gewesen sind. Sie waren unser erster Anlaufpunkt und eigentlich wollten wir auf die Aussichtsplattform. Allerdings schreckte uns eine wahnsinnige Schlange ab, die sich bereits um 8 Uhr morgens angesammelt hatte, obwohl die Türme erst um 9 Uhr öffneten. Unsere Erkundungstour führte uns weiter zu einigen schönen Parks der Stadt. Natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen, Wuschel, den schönen Vogelpark zu besuchen. Das Schöne an diesem Gelände ist, dass die meisten Freigehege mit äusserst großzügigen Netzen überspannt sind, so dass sich viele Tiere frei bewegen können. Allerdings gab es auch genügend Käfige, in denen einige traurige Vögel saßen. Am beeindruckendsten fanden wir die indischen Pfaue. Es muss wohl an dem Unterangebot an Weibchen vorherrschen, denn eine Vielzahl der männlichen Exemplare präsentierte pausenlos ihre wunderbare Federpracht, um ein Mädchen für sich zu interessieren. Leider klappte es für die Pfaus selten, aber für die Gäste war es sehr schön anzuschauen.

Nach dem Vogelpark konnten wir in unserer Unterkunft einchecken. Wir schliefen zum ersten Mal unserer Reise in einem Hostel, eine Art günstige Jugendherberge. Es war sehr sauber und wir hatten auch kein Problem, Dusche und Toilette mit den anderen Gästen zu teilen. Wir bekamen auch ein Zimmer in der Nähe der Waschräume, so dass wir kurze Wege hatten. Allerdings hörten wir sämtliche Geräusche, wenn sich jemand duschte bzw. erleichterte. Das Einzige was besonders mich störte, war eine Wasserpumpe, die alle drei Sekunden den Druck testete. Es waren wirklich drei Sekunden, denn ich habe es häufig nachgezählt. Wir mussten uns also an dieses rhythmische Brummen, dass irgendwo aus dem Haus kam, gewöhnen. Ein Vorteil unseres Hostels war, dass es in einem beliebten Kneipenviertel lag. Wir brauchten nur eine Straße weiter gehen und schon tobte das Leben. Natürlich ließen wir uns es nicht nehmen, im ersten Irish Pub ein paar kühle Biere zu trinken. Wir waren sehr stolz auf uns, dass wir nach den letzten Wochen in der Natur, noch nicht entzivilisiert wurden. Wir genossen die Vibrationen der Großstadt und unsere Lebensgeister tanzten ein wenig vor Freude. Wir schafften es Dank dieses Angebotes, mal wieder nach 24 Uhr ins Bett zu gehen.

Am zweiten Tag in Kuala Lumpur ging unsere Erkundungstour weiter. Wir besuchten noch einmal die Parkanlagen rund um die Petronas Türme und konnten ein paar schöne Aufnahmen machen. Weiter ging es in den etwas historischeren Teil der Stadt. Obwohl der Islam die Hauptreligion in Malaysia ist, trifft man durch die vielen Kolonialherrscher und Einwanderer auch auf die Gebetsstätten der anderen Religionen. So mischen sich Moscheen, Buddhisten-, Hinduisten- und chinesische Tempel sowie christliche Kirchen ins moderne Stadtbild. Zentrum ist dabei die Anlage eines der letzten Sultane aus dem 19. Jahrhundert. Allerdings werden diese Bauten von den Bürotürmen der vielen Banken überragt, so dass der Besucher unschwer erkennen kann, wer die Macht in diesem Land übernommen hat. Nach dem Sonnenuntergang mussten wir noch einmal zurück zu den Petronas Türmen, um diese angeleuchtet bei Dunkelheit zu bewundern. Sie sind unglaublich! Des Weiteren hatten wir gehört, dass man vom gegenüberliegenden Hotel einen wunderbaren Ausblick auf die Türme hätte. Wir waren nicht enttäuscht, dass sich im 33. Stock des Traders Hotel eine Bar befand und wir unseren Absacker in der Skybar am Pool mit Blick auf die Türme zu uns nehmen konnten.

Da wir in letzter Zeit ja wenig unterwegs waren, Scherz lass nach, entschieden wir uns gestern, in das zwei-Stunden entfernte Melaka zu fahren. Yves, du hattest Recht, denn dieser Ort wurde 2008 zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. Es war die frühere Hauptstadt Malaysias mit Sitz des Sultans, sowie die östlichste Kolonie Hollands. So befinden sich eine Windmühle und ein holländisches Viertel, das bizarrer Weise heute von Chinesen bewohnt ist, in dieser herrlichen kleinen Stadt. Man trifft aber auch auf portugisiesche und englische Krichen, die vor bzw. nach den Holländern hier regierten. Melaka erinnerte uns sehr stark an das niedliche Hoi An in Vietnam durch seine niedlichen Lädchen, Handwerkern und Kaffees. Leider ist es nicht ganz so gemütlich, da der Verkehr noch nicht beruhigt wurde und sich dadurch unzählige Autos und Busse durch die kleinen Gassen quälen. Zurück in Kuala Lumpur möge man uns verzeihen, dass wir der amerikanischen Küche frönten und uns eine Pizza von Papa John's und Krispy n Kremes Doughnuts gönnten.

Jetzt sitzen wir in einem Kaffee und schreiben diese Zeilen. Heute Abend geht es per Nachtzug nach Singapur. Obwohl Melaka schon auf halbem Weg in diese nächste Metropole war, sind wir gestern wieder zurückgekehrt und fahren noch einmal durch die Nacht. Vielleicht war unsere Planung ein wenig blöd, doch genossen wir sehr, mal ohne unsere Taschen unterwegs zu sein. Es war gestern für uns die letzte Busfahrt und wird für uns heute die letzte Zugfahrt werden, denn ab Singapur geht es per Flugzeug für vier Tage in die dritte Großstadt nacheinander Hong Kong, bevor wir nächste Woche nach Neuseeland fliegen. Es ist unglaublich, dass sich unsere Zeit in Süd-Ost-Asien dem Ende neigt und wir bald in einer neuen Welt sein werden. Dazu aber beim nächsten Mal mehr.

Kuala Lumpur war eine großzügige und entspannte Stadt für uns. Wir haben es genossen, langsam wieder in die Zivilisation und westliche Welt einzutauchen. Danke!

Bis bald aus Hong Kong

Anja und Patrice


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Donnerstag, 20. Januar 2011
Hai in Sicht und Nemo auch
Letztes Wochenende hieß es, von der schönen Tanote Bucht auf Koh Tao Abschied zu nehmen. Ich nutzte den Samstag noch einmal, um Schnorcheln zu gehen, da es Schwarzspitzenriffhaie an unserem Hausriff gab. Leider zeigten sich die Burschen nicht. Anja und ich genossen am Nachmittag noch einmal die Aussicht von einem höheren Punkt bei ein paar kühlen Getränken.

Das Schöne an Inseln sind vor allem das omnipräsente, klare Wasser und die tollen Strände. Der Nachteil ist, dass man sie wenn nicht fliegend dann nur über diesem Wasser per Boot erreichen kann. Unsere Hinfahrt hatten wir ja schon geschildert. Nunja, die Rückfahrt war nicht weniger schlimm, nur dauerte sie nicht so lange. Wir bestiegen unsere etwas kleinere Fähre und schon konnte es losgehen. Der Wellengang war wie beim ersten Mal, so dass wir hin und her geschaukelt wurden. Gott sei Dank gab es kein Gewitter, allerdings hatten wir eine Eintrittskarte zum Wettbewerb "Wer übergibt sich als Erstes" gelöst. Nach einer halben Stunde hielten sich die Mägen der ersten Mitstreiter nicht mehr zurück. Eine kleine Irin, die neben uns saß, musste sage und schreibe drei Mal hintereinander ihre Tüte benutzen. Den internen Wettstreit "Wer blasser um die Nase im Vergleich zum Ausgangszustand ist?" hatte ich von uns beiden gewonnen. Nach eineinhalb Stunden kamen die Einschläge immer näher, doch plötzlich hatten sich unsere Mägen an das Schaukeln gewöhnt und wir brachten die Fahrt, ohne eine Tüte begrauchen zu müssen, zu Ende. Ob wir damit wohl in die nächste Runde eingezogen waren?

Jedenfalls wurden wir in Chumphon zum Bahnhof gebracht und warteten auf unseren Nachtzug. Wir fanden ein kleines Restaurant in der Nähe, in dem es ein gutes Schweineschnitzel gab. Es war zwar blöd, dass wir an unserem letzten Abend ein deutsches Gericht in Thailand aßen, aber wir hatten in den letzten Wochen ausreichend thailändisch gespeist. Der Nachtzug brachte uns dann auch sicher in den Süden nach Sungai Kolok. Diese Region gilt im Allgemeinen als etwas unsicher, da dort muslimische Thais auf die vornehmlich in Thailand lebenden Buddhisten treffen. Oft gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen, welche durch Schießstände an den Strassen sichtbar waren. Wir bekamen allerdings davon nichts mit und nahmen uns am Bahnhof ein Tuk-Tuk, dass uns an die Grenze brachte.
Die Ausreise aus Thailand dauerte etwas, da die Grenzer erstmal die richtigen Stempel suchen mussten. Danach liefen wir aber total entspannt über die Grenze in Richtung Malaysia. Wie einfach doch ein Landeswechsel funktionieren kann. Auf malaysischer Seite wurden wir freundlich von einem Grenzer emfangen und durften die Einreisepapiere ausfüllen. Er drückte uns ein Aufenthaltsvisum für 90 Tage in unsere Pässe und hieß uns freundlich Willkommen. In Thailand hatten wir für eine Verlängerung von 7 Tagen unglaubliche 50€ pro Nase bezahlen müssen. Da zeigte sich wieder der Unterschied, wie unterschiedlich Touristen behandelt werden.

Hinter der Grenze trafen wir auf einen Taxifahrer, der uns für das Geld Nach Kuala Besut brachte, von dem wir auch gelesen hatten. Wir brauchten nicht zu verhandeln, sondern bezahlten das, was normalerweise üblich ist. In Kuala Besut wollten wir auf die Perhentian Inseln übersetzen, wussten aber nicht, ob diese überhaupt angesteuert werden, da die Saison erst im Feburar beginnt. Wir hatten Glück, denn einige Resorts hatten angeblich auf den Inseln geöffnet. Welche konnte uns aber niemand sagen. Allerdings hatten wir auch Pech, denn an diesem Tag fuhr kein Boot mehr. So kamen wir in den Genuss, im besten Hotel der Stadt zu übernachten, dass uns allerdings in alte Zeiten versetzte. Es war seit Jahren nicht mehr renoviert worden.

Kuala Besut wird in unserem Reiseführer während der Hauptsaison als verschlafenes Fischerdörfchen beschrieben. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was dort los war, da wir ja vor der Vorsaison dort waren. Nichts! Die meisten Rolläden waren unter, so dass auch die meisten Reisebüros bzw. Resortbüros auch geschlossen hatten. Telefonisch erreichten wir auf den Inseln auch niemanden. Ein Reisebüro war dann doch noch geöffnet und die Dame war so nett, bei einem Resort anzurufen und nach den Preisen zu fragen. So hätten wir wenigstens eine Anlaufstelle. Abends waren wir die einzigen Touristen, die wir sahen. Am Morgen trafen wir auf zwei Paare, die wohl gerade von den Inseln kamen. Es ging also doch etwas. An der Fährstation warteten wir dann geduldig, bis wir endlich auf ein kleines Boot gebracht wurden, welches die Inseln ansteuern würde. Die Inselgruppe besteht aus zwei Hauptinseln. Während wir auf der größeren angerufen hatten, meinte der Bootsmann, dass er nur die Kleinere ansteuern würde. OK, wir mussten also unser Glück dort probieren.

Ein bisschen hatten wir vergessen, dass wieder eine Bootsfahrt bevorstand. Dieses Mal sollte es aber nur 1h Stunde dauern. Als wir den Hafen verließen, wurde unser Kapitän dann doch etwas von den Wellen überrascht. Da Anja und ich relativ weit vor saßen, bekamen wir natürlich davon am meisten mit. Eine Welle war so groß, dass Anja neben mir im Boot schwebte. Wir knallten auf das Wasser, als ob wir mit einer Euro-Palette von einer Garage gesprungen wären. Anja schmerzte der Rücken. So langsam hatten wir von den Bootsfahrten genug.

Als wir auf der kleineren Insel angekommen waren, die übrigens Perhentian Kecil heisst, sind wir gleich in das erste Resort rein und haben nach einer freien Hütte gefragt. Natürlich hatten sie genug freie ihre 99 Hütten. Ein großer Vorteil ist, wenn man vor der Vorsaison kommt. Da sind die Preise im Keller. So bekamen wir 66% Rabatt und zogen freudestrahlend ein. Es war schon ein wenig komisch, als wir durch die gespenstig allein gelassene Anlage liefen. Wir sahen nur, dass eine weitere Hütte belegt war. Dies sollte sich im Laufe der Tage auf weitere 5 erhöhen, für den Anfang war das aber sensationell.

Ein weiter Vorteil dieses Zeitpunktes war, dass auch die Strände unbesucht sind. Anja und ich konnten es kaum erwarten, uns unter die Palmen zu legen. Die Perhentian Inseln sind auch ein Mekka für Taucher, also versprachen die Riffs vor der Küste einiges. Wir entschieden uns allerdings gegen das Tauchen, da die Sicht noch nicht sehr gut sein sollte. Ich lieh mir etwas Schnorchelzeug aus und ging ins Wasser, um die Riffs vor der Küste zu sichten. Es dauerte auch nicht lange und ich sah die üblichen verdächtigen Fische herumschwimmen. Plötzlich erspähte ich in meinem Augenwinkel einen relativ großen Genossen. Ich erkannte die schwarze Spitze seiner Flosse und mir wurde klar, dass es ein Schwarzspitzriffhai war. Er hatte sich allerdings genau so erschrocken, mich zu sehen, und brauste davon. Mein Herz schlug höher und ich musste mir einreden, dass diese Art von Haie nicht gefährlich ist. Das hatte ich ja im Tauchkurs gelernt. Ich beruhigte mich und schnorchelte weiter. Da sah ich, wie mich ein kleiner Anemonenfisch ala Nemo aus derselbigen anschaute. Natürlich sind sie niedlich, besonders da wir erst vor ein paar Wochen den Film gesehen hatten. Ich sah noch weitere und berichtete Anja stolz von meinen Erkundungen. Beim zweiten Schorchelgang traf ich dann allerdings auf einen etwas größeren Riffhai, der mir ruhig entgegenkreuzte. Da die Sicht nur drei Meter betrug, wusste ich, wie nah er mir gekommen war. Das war mir dann fürs erste Mal doch ein wenig zu nah und ich machte, dass ich näher an die Küste kam.

Hier auf Kecil hatten wir es endlich geschafft, mal wieder an einer schönen Westküste einer Insel unterzukommen. So konnten wir abends herrliche Sonnenuntergänge beobachten. Obwohl es Anjas Rücken noch nicht blendend ging, sind wir gestern mit dem Boot auf die größere Insel, namens Besar, übergesetzt und haben uns dort umgeschaut. Wir besuchten auch das Resort, dass wir angerufen hatten und aßen zumindest dort. Wir bestellten wohl die erste Pizza der Saison und der Ofen war wohl bisher noch nicht befeuert worden, jedenfalls war unsere Bestellung über 45 min in der Röhre. Trotzdem war sie nicht ganz durch. Wir aßen sie aber trotzdem.

Heute wollten wir einen Ruhetag einlegen, aber es kam nicht ganz dazu. Obwohl wir ausreichend ausgeschlafen hatten, erkundeten wir ein bisschen die Insel . Manchmal erschraken die Warane, die sich am Wegesrand sonnten und flüchteten ins Unterholz, so dass wir auch einen Schreck bekamen. Wir liefen um die Südspitze bis zum Hauptanlegepunkt und einem Dörfchen. Das dauerte allerdings geschlagene zwei Stunden. Dort angekommen wollten wir eine andere Route gehen und es kam, wie es kommen musste. Nach einem Drittel des neuen Weges hatte ein Erdrutsch sämtliche Markierungen weggerissen. Da wir nicht umkehren und den ganzen Weg zurückgehen wollten, fingen wir an, über das Geröll, die Erdmassen, Palmenblättern und Kokosnüssen zu klettern. Die Spinnen und ihre Netze waren dabei das kleinere Übel. Schlimmer waren die Mücken, die sich vor allem auf Anja stürzten. Nach einer Weile erkannten wir, dass es keinen Zweck hatte. Wir sahen das Ende des Erdrutsches und die Weiterführung des Weges nicht und mussten uns geschlagen geben. Wir kehrten um und trampelten die ganze Strecke zurück. Obwohl es ein schöner Gang und Abenteuer war, hätte er für unseren Ruhetag etwas entspannter sein können.

Morgen werden wir zurück ans Festland fahren und vorerst unsere letzte Bootsfahrt hinter uns bringen. Abends geht es dann weiter mit dem Nachtbus in die Hauptstadt Malaysias nach Kuala Lumpur, worüber wir beim nächsten Mal berichten.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Freitag, 14. Januar 2011
Anja im Jahr 2554
Wir schreiben das Jahr 2554. Um uns besteht die Welt aus grünblauer Materie. Ein bizarrer Niederschlag fällt. Eine unsichtbare Kraft schiebt uns hin und her. Ulkige bunte Lebewesen schweben um uns herum. Unsere Anwesenheit scheint einigen nicht zu gefallen. Der Boden ist von Hirschgeweihen, pilzähnlichen sowie schaumstoffartigen Pflanzen bewachsen. Um sehen zu können, benutzen wir schwarze Masken. Die schwarzen sind nämlich besser, als die durchsichtigen. Atmen können wir nur durch ein spezielles Gerät. Die Luft ist trocken. Ein Tank ist uns auf den Rücken geschnallt.

Falls sich das wie Science Fiction anhört, wir haben es so erlebt. Alles begann letzte Woche. Die Zeitrechnung in Thailand ist 543 Jahre vor unserer. Ehrlich! Daher feierten die Thais am 1. Januar den Beginn des Jahres 2554. Nachdem uns Koh Phi Phi und Koh Lanta ein paar schöne Tage beschert hatte, wechselten wir, wie angekündigt, letzte Woche an die Ostküste und damit an den Golf von Thailand. Die Fahrt bot wieder ein paar Highlights, dauerte insgesamt unglaubliche 17 Stunden und bestand aus 5 Etappen, so dass wir 4-mal das Transportmittel wechseln durften. Ab 12:30 Uhr ging es zuerst per Minivan und 2 Fährüberfahrten aufs Festland nach Krabi, wo wir zu einem kleinen Reisebüro gebracht wurden. Von dort fuhren wir zu einer Busstation. Ein großer Reisbus brachte uns dann an die Ostküste. Dort angekommen wurden wir zum Hafen transportiert, wo wir gegen 22 Uhr die Nachtfähre nach Koh Tao nahmen.

Mit einem Schmunzeln im Gesicht begutachteten wir den Frachtraum des Bootes, der mit Matten ausgelegt war und unser Schlaflager darstellte. Die einzelnen Plätze waren mit Nummern an der Boardwand gekennzeichnet, jedoch hielt sich nicht jeder daran. Als wir uns gebettet hatten, füllte sich der Saal und erreichte ziemlich seine Kapazität von 100 Leuten. Da der Platzanspruch wohl mit thailändischen Körpermaßen berechnet wurden war, lagen wir wie die Ölsardinen auf unseren Matten. Nicht selten spürten wir so einen Fuß oder Ellenbogen unserer Schlafnachbarn. Neben Anja bettete sich Sophie aus Frankreich. Ich schlief neben einer Spanierin, macht mich aber nicht besonders mit ihr bekannt. Wir fühlten uns wie illegale Einwanderer, die es nachts über die gefährliches Gewässer versuchen, nach Europa zu flüchten. Nichtdestotrotz hatten wir es weitaus komfortabler im Vergleich zu den afrikanischen Flüchtlingsbooten.

Kurz nach 23 Uhr legte die Fähre ab und was danach folgte, wird sicherlich eine der schlimmsten Fahrten unserer Reise gewesen sein. Anja und ich lasen im Boot noch ein bisschen, schliefen dann aber bald durch das ständige Schunkeln friedlich ein. Wir hatten uns mit unseren Nachbarn auf die terretorialischen Hoheitsgebiete geeinigt, so dass es keine vorhersehbaren Komplikationen gab. Irgendwann wurde das Schunkeln allerdings heftiger und ich wurde wach. Der Wellengang hatte zugelegt, was durch die Entfernung zur Küste keine Überraschung war. Allerdings sah ich, wie draußen Blitze am Nachthimmel zuckten. Ein Gewitter war aufgezogen, jedoch befand es sich in einem sicheren Abstand. Ich hoffte, dass Anja noch lange schlief und der Wellengang nicht noch extremer werden würde, da sie bekanntlich kein Fan von den Brüdern Blitz und Donner ist. Nach einer halben Stunde kam es aber viel schlimmer. Unser Boot kämpfte mit den Wellen und wurde nicht nur nach oben und nach unten gehoben, sondern auch nach links und rechts geworfen. Die Blitze waren jetzt über uns und der Donner knallte, so dass niemand mehr schlafen konnte. Ein Sturzregen peitschte gegen die Scheiben. Einige Leute, deren Fenster noch offen waren, bemühten sich, diese schnell zu schließen. Die Situation war fürchterlich. Wir schipperten mitten in der Nacht durch ein schlimmes Gewitter und waren gerade auf halber Strecke. An Schlaf war natürlich jetzt nicht zu denken. Jeder sah etwas ängstlich aus den Fenstern und in die Gesichter der anderen und hoffte, dass die Überfahrt schnell vorbei wäre. Nach bedrückten 40 min, in denen einige wahrscheinlich Stoßgebete Richtung Himmel schickten, flachte das Gewitter endlich ab. Allerdings ging es dann bald in eine zweite Front, bevor wir mit fast 2 Stunden Verspätung endlich am Morgen den Hafen von Koh Tao erreichten. Man spürte, dass jeder Passagier und ich glaube auch die Crew froh waren, dass wir diese fürchterliche Überfahrt heil überstanden hatten.

Koh Tao begrüßte uns um 6:30 Uhr morgens mit einem fürchterlichen Dauerregen. Eigentlich hatten wir uns das anders vorgestellt. Da um diese Uhrzeit noch alle Geschäfte geschlossen hatte, flüchteten wir unter ein Dach eines Shops. Anja besorgte frischen Kaffee, da wenigstens ein kleiner Supermarkt die Neuankömmlinge versorgte. Wir beobachteten, wie die Sturzfluten des Regens in Richtung Meer flossen und die Strassen überspülten. Ein paar mutige Einheimische waren mit ihren täglichen Aufgaben beschäftigt, transportierten die Lebensmittel von Bord oder schlossen langsam ihre Läden auf. Irgendwann öffnete dann ein französisches Café und wärmten uns erstmal mit einem schönen Kaffee und stärkten uns mit Kuchen. Die Aufgaben des Tages waren, eine passende Unterkunft zu finden und uns für einen Tauchkurs anzumelden. Da das Café Internetzugang hatte, konnten wir uns hervorragend auf unser Tageswerk stürzen. Leider mussten wir feststellen, dass das Angebot an günstigen Unterkünften sehr mangelhaft war. Viele waren ausgebucht. Des Weiteren ist auch das Preisniveau extrem angestiegen, was wir bereits auf der anderen Seite gemerkt hatten. Wir waren ein bisschen enttäuscht, doch ließen wir den Kopf nicht hängen. Ein Versuch, ein Guesthouse in der Umgebung des Cafés zu finden, blieb leider erfolglos. Es nützte alles nichts und wir organisierten uns ein Moped, um einen größeren Radius der Insel auszukundschaften. Zuerst fuhren wir in die beliebteste Gegend namens Sairee Beach. Obwohl es dort Unterkunft neben Unterkunft gab und der Strand völlig zugepflastert ist, war alles voll oder überteuert. Ein bisschen waren wir froh, da uns die Ecke überhaupt nicht gefiel. Danach versuchten wir es in die entgegengesetzte Richtung der Pier in der Nähe des Chalok Strandes. Dort wurde es schon etwas entspannter und schon bald fanden wir auch etwas in unserer Preisklasse. Es lag zwar nicht am Strand, aber dafür war es ein Guesthouse aus Stein gemauert, was wir bei dem immer noch anhaltenden Regen besser als eine klamme Holzhütte fanden. Wir zogen ein und waren erleichtert, dass wir diese Unterkunft gefunden hatten. Wir entschieden uns, dort zwei Tage zu bleiben, bevor wir weiterziehen wollten. Wir hatten nämlich auch die Wettervorhersage gecheckt und gesehen, dass sich auch der Dauerregen entschied, noch zwei Tage über Koh Tao zu bleiben.

Nachdem wir unsere erste Aufgabe erledigt hatten, beschäftigten wir uns mit der zweiten. Auch hier wurden wir bald fündig. Koh Tao ist für seine Tauchplätze und seine zahlreichen Tauchschulen berühmt. Deswegen waren wir ja auch hier. Allerdings herrscht im Gegensatz zu den Unterkünften hier ein Überangebot und der gemeine Tauchanfänger ist mit der Auswahl schier überfordert. Wir hatten schnelle Kriterien gefunden, die uns die Entscheidung einfacher machen sollten. Zum Einen wollten wir eine rein deutschsprachige Tauchbasis haben. Zum Anderen hatten wir keine Lust auf eine Massenabfertigung. Zusätzlich wollten wir den Kurs an einem ruhigen Strand absolvieren. Im Internet wurden wir schnell fündig und riefen bei Calypso Diving an. Dennis, der Chef, war am Telefon und gab uns die Details. Die Schule liegt an der schönen Tanote Bucht, die sich abgelegen auf der anderen Seite der Hauptstrände befindet. Anja und ich erholten uns kurz, machten uns danach gleich auf den Weg und besprachen bald unseren Kursstart. Die Jungs von Calypso waren alle sehr entspannt und machten einen freundlichen Eindruck auf uns. Das Tolle an Calypso war, dass sie ein Riff mit direkten Zugang vom Strand hatten, so dass man es schwimmend und ohne ein Boot zu benutzen erreichen konnte. Als Anja und ich abends im Bett lagen, ließen wir diesen wilden Tag noch einmal Revue passieren, waren aber glücklich, dass wir die Herausforderungen so gut gemeistert hatten.

Während ich sehnsüchtig den Beginn des Tauchkurses kaum erwarten konnte, beschlich Anja ein immer stärker werdendes mulmiges Gefühl. Ich weiß und muss betonen, dass es Anjas größte Ängste sind, im Wasser zu sein, ohne zu wissen, was sich unter ihr befindet. Ihr Schlaf wurde unruhig, was eigentlich nie passiert und sie wurde immer nervöser. Nach zwei Tagen war es so weit, dass wir unser Nachtlager in die Tanotebucht verlegten. Durch den Tauchkurs erhielten wir Rabatt im anliegenden Resort und bezogen unseren einfachen Holzbungalow mit einer tollen Aussicht. Allein dieser Bungalow war schon den Umzug Wert gewesen und wir freuten uns, dass wir hier für eine komplette Woche bleiben würden. Das bedeutete, dass wir unsere Klamotten komplett ausbreiten und lüften konnten. Wir brauchten nicht aus dem Koffer zu leben und ich konnte meine Unterhosen ohne zu wühlen von einem kleinen Tischchen nehmen. Welch ein Luxus! Eigentlich war der Start des Kurses auf den Samstag gelegt, an dem wir eingezogen waren, doch verschoben es die Jungs auf Sonntag, da auch die See vom Regen noch sehr unruhig war. Anja war das ganz recht, da sie sich so noch einen Tag seelisch und moralisch auf den Kurs vorbereiten konnten. Wir sprachen über ihre Ängste und ich war gespannt, wie gut sie sich schlagen würde. Ich wusste, dass sie alles geben würde, aber jeder Mensch hat seine Grenzen.

Am nächsten Morgen (Sonntag) war es dann soweit. Nobbi, ungefähr mein Alter, begrüßte uns und stellte sich als unser Tauchlehrer vor. Er bat uns in unseren Klassenraum für die nächsten Tage, der im Freien unter einem Dach aus Blättern der umstehenden Bäume war. Wie geil! Unsere Gruppe war schön klein und bestand aus insgesamt 4 Tauschschülern. Man muss sagen, dass die Tanotebucht in einem bekannten deutschen Reiseführer angepriesen wird, so dass ungefähr 70% der Touristen Deutsche sind. Wir hatten damit kein Problem und fühlten uns dadurch sogar der Heimat sehr nah. Daher waren die anderen beiden auch Deutsche. Sarah aus Darmstadt und Kathrin aus Würzburg waren unsere Mitschüler und wir wurden schnell warm miteinander. Nach 3h Theorieunterricht folgte der erste Gang ins Wasser. Wir bauten unsere Geräte zusammen, gingen ins Wasser und tauchten ab. Es war ein ulkiges Gefühl, seinen Atem so spüren und zu hören. Anja hatte anfangs kleine Problemchen, war dann aber auch abgetaucht. Dort unten begannen wir mit den Übungen. Die schwierigste war, sich die Maske komplett zu fluten und dann durch Ausatmen durch die Nase wieder freizupusten. Ich wusste, dass Anja diese nicht mochte, doch war ich überrascht, als sie es schnell durchführte. Nach weiteren Übungen ging es dann 5m in die Tiefe, da dort ein Seil das Trainingsgelände markierte. Hände haltend schwommen Anja und ich nach draußen, da ich ihre Ängste beruhigen wollte. Allerdings war Nobbi davon nicht begeistert, da jeder selbst und ohne Unterstützung das Tauchen lernen sollte. Anja hatte Probleme in die Tiefe zu tauchen und mühte sich redlich. Es dauerte eine Weile, bis wir vier unten angekommen waren, hielten uns dann am Seil fest und führten wieder Übungen durch. Diese klappten auch recht gut. Zum Abschluss drehten wir eine Abschlussrunde, wobei Anja Probleme hatte, Kurs zu halten und am Boden zu bleiben. Ich sah, wie sie versuchte, nicht aufzutauchen, doch schaffte sie es nicht ganz und trieb immer Richtung Wasseroberfläche. Ich spürte ihre Verzweiflung doch durfte ich ihr nicht helfen. Sie musste allein klar kommen, um es besser zu lernen. Da der erste Tag als Schnuppertauchgang zählte, fragte uns Nobbi, wer weiter machen würde, um den Tauschschein zu erhalten. Ein bisschen mulmig wartete ich auf Anjas Reaktion, da ich ihre Ängste und Probleme kannte, schaute ihr aber nicht in die Augen. Sie sagte nichts, was hieß, dass sie es weiter versuchen würde. Ich wollte sie ja auch nicht zwingen und hätte verstanden, wenn sie abgebrochen hätte. Zu unserer Verwunderung meldete sich aber Kathrin, dass sie aussteigen würde, da Tauchen nichts für sie sei und sie sich die ganze Zeit nicht wohlfühlte. Wir schauten sie überrascht an, versuchten aber auch nicht sie umzustimmen. Nobbi gab ihr auch noch einmal Bedenkzeit, aber sie kam nicht wieder. So blieben nur Sarah und wir beide übrig. Kathrin sahen wir noch ein paar Mal im Resort und berichteten ihr, was wir alles erlebten. Sie war aber zufrieden mit ihrer Entscheidung, was ja das Wichtigste war. Abends sprachen Anja und ich über ihre Probleme unter Wasser zu bleiben. Ich war gespannt, wie sie das in den nächsten Tagen angehen würde.

Jetzt möchte ich nicht jeden einzelnen Tauchgang beschreiben, da dies zu viel werden würde sondern die letzten Tage zusammen fassen. Nur der erste war mir wichtig, um die Ausgangssituation zu beschreiben. Ich wusste, dass ich mit einer Kämpferin auf Reisen bin, aber was eine kleine Jungfrau (vom Sternzeichen her ;-) ) für ein Löwenherz bewiesen hat, damit hätte ich nie gerechnet. Anja mich sehr beeindruckt und ich glaube, sich auch. Als Mensch ist es immer schwierig, über seine eigenen Grenzen zu gehen, aber Anja hat das mit Bravour gemeistert. Sie kann verdammt stolz auf sich und die letzten Tage sein und ich bin es ganz besonders. Wie gesagt, wusste ich, dass sie Angst vor dem tiefen Wasser hatte und die Tage vor dem Kurs der blanke Horror für sie waren. Doch dies ist jetzt alles Teil der Geschichte.

Nobbi unser Tauchlehrer erklärte ihr noch einmal, wie sie besser atmen müsste, um tiefer abtauchen zu können. Dies beherzigte Anja und schwebte bald problemlos mit in unserer Gruppe. Des Weiteren waren Tauchübungen mit dem Schnorchel teil der Ausbildung, in denen sie ihren Dickkopf einsetzte und unter Wasser kämpfte. Ich kann euch sagen, dass ich mächtigt erstaunt war, was für einen Willen sie entwickeln kann. Die Übungen der folgenden Tage, wie Tauchweste unter Wasser aus- und anziehen oder bewusstlose Taucher retten, meisterten wir dann alle ohne große Probleme. Auch die theoritische Prüfung, die aus 40 Fragen bestand, erledigten wir nur mit einem Fehler. Wir hätten nicht gedacht, dass wir eine theoretische Prüfung auf dieser Reise hätten ablegen müssen. Aber es war eine willkommene Abwechslung, seine grauen Zellen mal wieder wenn auch wenig zu strapazieren. Anja hatte mittlerweile keine Probleme mehr und wir gingen bis auf 18m in die Tiefe!

Den krönenden Abschluss bildeten vorgestern zwei Tauchgänge von Boot Calypso 1 aus. Wenn es sowas beim Tauchen gibt, dann hatten wir Kaiserwetter. Die Sonne wärmte die Luft auf 35°C. Die Wassertemparatur lag bei 28°C. Es herrschte kein Wellengang und die Sicht unter Wasser lag bei mehr als 15 Meter. Vom Boot aus konnten wir den Grund sehen. Beim Abtauchen bestaunten wir dann die volle Pracht der umliegenden Riffe. Wir schwebten an den Felsformationen und Korallenwäldchen vorbei und genossen die vielen bunten Fische. Leider verzogen sich die Schwarzspitzen-Riffhaie, da wir mit unseren Tauchgeräten zu laute Geräusche machten. Dafür sahen wir ein paar Stachelrochen, die sich unter verschiedenen Steinen versteckten. Als wir zu unserem Trainingsgelände gelangten, formten wir mit unseren Fingern einen Stern und Nobbi gratulierte uns zur bestandenen Prüfung. Anja und ich sind jetzt CMAS 1 Stern Taucher! Was für ein Titel! Es hätte für die Zeremonie keinen schöneren Ort als unser Trainingsgelände gegeben, da wir dort so viele komplizierte Übungen absolvieren mussten.

Vom Tauchen nicht genug, sind wir gestern mit den Jungs gleich noch zu zwei anderen Tauchplätzen gefahren. Ich bin immer noch beeindruckt, wie Anja ihre Ängste und Bedenken in den letzten Tagen bewältigt hat. Ich für meinen Teil, habe das Medium Wasser für mich wieder entdeckt und kann kaum erwarten, weitere Tauchplätze auf unserer Reise anzusteuern.

Jetzt bleiben uns noch zwei weitere Tage hier in der Tanote Bucht, bevor wir weiter ziehen, um Thailand zu verlassen. Sie war uns für 8 wunderschöne Tage eine Heimat, in der wir Tolles erlebt haben. Wir fühlten uns wie in eine andere Welt und ins Jahr 2554 versetzt. Am Sonntag werden wir mit dem Nachtzug an die Grenze zu Malaysia fahren, von wo aus wir uns dann nächste Woche melden werden.

Es grüßen euch eure glücklichen CMAS 1 Stern Taucher

Anja und Patrice


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Mittwoch, 5. Januar 2011
Willkommen in 2011!
Ein frohes neues Jahr wünschen wir Euch!! Wir hoffen, ihr habt es an Silvester ordentlich krachen lassen und seid gut in 2011 angekommen!

An Silvester folgten wir dem Strom der Inselflüchtlinge. Es legten nämlich einige Boote vom Hafen in Phuket ab und flohen aus der Stadt auf die Inseln der Westküste Thailands. Wir hatten uns ja, wie bereits geschrieben, mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi verabredet. Die Einfahrt in die Bucht versprach schon ein paar tolle erholsame Tage. Im Hafen angekommen, wartete schon jemand des Phi Phi Hill Resorts auf uns. Danke M&M, dass ihr euch darum gekümmert habt. Das Witzige an Ko Phi Phi ist, dass es nur einen Versorgungsweg für die Resorts gibt und man hauptsächlich Boote als Taxis und Transportmittel nutzt. So wurden wir also per Boot zum Resort gebracht und konnten auf dieser Fahrt bereits das klare Wasser bestaunen. Von unserer Reisegruppe waren wir die Ersten und bezogen einen der Bungalows, die einen hervorragenden Blick auf die Bucht, die gegenüberliegenden Berge und den abendlichen Sonnenuntergang boten. Anja und ich organisierten uns schleunigst ein Schnorchelset und vertrieben uns bis zur Ankunft der Anderen die Zeit damit, die Unterwasserwelt von unserem Strand aus zu begutachten.

Im Laufe des Nachmittages trafen erst Reschi und Wiesi und dann bald auch Mandy und Micha ein. Wir begossen unser Wiedersehen und hatten uns einiges von unseren Reiseerlebnissen zu berichten. Unser Abendessen nahmen wir auf der Restaurantterasse ein, während im Hintergrund unserer drei Mädels langsam die Sonne unterging. Was für ein wunderschöner Anblick! Den Silvesterabend wollten wir aber nicht dort oben verbringen und so suchten wir nach Unterhaltung am Strand. Wir wurden auch bald fündig. Ein schnuckelige Bar bot uns Plätze direkt neben einem grooßen Resort, in dem ein üppiges Silvesterprogramm lief. Da wir dafür keinen Eintritt zahlen wollten, konnten wir es nun von der Seite miterleben und hatten beste Plätze. Auch die Betreiber unserer Bar sorgten mit einer Feuershow für genug Entertainment. Man munkelt, das es sich einige von uns nicht nehmen lassen konnten, auch mal unter einer brennenden Limbostange so gut es ging durchzutanzen bzw. durch einen Feuerring zu springen. Als es 0 Uhr schlug, bekam jedes Pärchen ein chinesisches Licht in die Hand gedrückt, welches wir mit unseren besten Wünschen gen Himmel schicken konnten. So stiegen dutzende Lichter flackernd auf und wurden von einem tollen Feuerwerk beim Aufstieg begleitet.

Während der erste Januar relativ ruhig verlief, organisierten wir uns für den zweiten einen Schnorcheltrip zu den nahegelegenen Inseln. Da die See etwas unruhig war, blieben wir in unserem Boot nicht lange trocken und schaukelten durch die Wellen wie bei einer Achterbahnfahrt. Kurz vor der ersten Insel wurden wir von einer Gruppe Delphine begrüßt. Der erste Schnorchelspot war total überlaufen, was sich im Laufe der anderen nicht sehr ändern sollten. Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass sämtliche Korellen abgestorben waren und so das erwartete prächtige Farbenstpiel ausblieb. Wir vermuteten, dass entweder die Tsunami 2004 oder aber der zunehmende Tourismus der zerstörende Faktor waren. Nichtdestotrotz sahen wir genügend bunte Fische nach Futter suchen. Am zweiten Spot, der etwas tiefer war, konnten wir dann die einstmalige Schönheit der Unterwasserwelt besser erahnen. Das Wasser war so klar und warm, dass wir am liebsten den ganzen Tag dort verbracht hätten. Zum Abschluss ging es dann zur Phi Phi Ley Insel mit dem berühmten Maya Strand, auf der der Film Beach mit Leonardo di Caprio gedreht wurde. Auch dieser war heilos überfüllt, jedoch genossen wir es noch einmal zu Schnorcheln. Wir hatten bereits ausprobiert, dass die Fische super auf Bananen reagierten und konnten unseren bunten Unterwasserimbiss bestaunen. Die Rückfahrt war nicht minder trocken, doch hatten wir den ersten tollen Tag des neuen Jahres erlebt. Am Abend gingen wir alle noch einmal zusammen Essen, denn es hieß bereits wieder Abschiednehmen. Währen Mandy und Micha noch eine Nacht auf Ko Phi Phi dranhängten, Reschi und Wiesi an die Küste nach Krabi fuhren, schlug es uns auf die nächste Insel nach Ko Lanta.

Da die Bandbreite der Unterkünfte sehr groß ist, diese weit auseinander liegen und wir dem Ansturm der Resortbetreiber bei der Ankunft auf Ko Lanta entgehen wollten, organisierten wir uns bereits auf Ko Phi Phi ein Nachtlager. Nachdem wir uns im Pool der Anlage abgekühlt hatten, wollten wir die Insel erkunden und mieteten uns ein Moped. Wir waren überrascht, wie groß Ko Lanta im Vergleich zu Ko Phi Phi ist und das es mehrere Strassen und Gebiete zum Erkunden gibt. Wir fuhren auf die andere Seite der Insel und schauten uns die Altstadt an. Auf der Fahrt kamen wir an einigen Moscheen vorbei, denn der Hauptteil der Einwohner ist muslimisch, was uns bereits die Anderen erzählt hatten. An der Südspitze in einem abgelegenem Resort nahmen wir ein paar kühle Getränke zu uns, bevor wir uns wieder auf die Heimreise machen "wollten".

Richtig, die Betonung liegt auf "wollten", denn wir hatten einen Platten! Natürlich war klar, dass uns das am entferntesten Punkt von unserem Resort passieren musste. Unsere Improvisierungskünste waren nun gefragt. Im Resort konnte uns keiner helfen, also schoben wir unser Moped zwei Kilometer bis zu den nächsten Häusern. Bis dorthin konnte uns niemand helfen und wir wurden ein wenig belächelt, wie wir so mit unserem Zweirad unterwegs waren. An den Häusern fragten wir wieder um Hilfe und wurden weitere zwei Kilometer weitergeschickt. Bald folgten uns aber zwei junge Burschen, die uns ihre Unterstützung anboten. Wir wussten zuerst nicht, ob wir ihnen trauen konnten, aber das ist vielleicht normal, und folgten dann doch ihren Vorschlägen. Einer von ihnen sprach nur gebrochenes Englisch und Anja und ich nahmen auf seinem Moped Platz. So fuhren wir zu dritt los, während uns der Zweit mit unserem Platten folgte. Wir bogen in eine Seitenstrasse ab und waren nun mitten in einer Siedlung angekommen. Dort sahen wir zwar keine Werkstatt oder ähnliches, jedoch sollten wir warten, bis jemand mit einer Pumpe kam. Wir wurden von den Kids und Frauen begutachtet, konnten aber mit niemanden reden. Das es langsam dunkel wurde, half der Situation nicht wirklich. Ich schloss mich einer Gruppe Männern an, die ein Boot über Baumstämmen ins Wasser rollten, um unsere guten Absichten zu demonstrieren. Nach einer guten Stunde kam dann ein freundlicher Mann, der Werkzeug, eine Pumpe und Flickzeug dabei hatte. Er fing an, an unserem Moped herumzuwerkeln und ich hatte meine Bedenken. Allerdings löste er nicht das Rad sondern nur den Schlauch vom Mantel, um nach Löchern zu suchen. Er fand auch zwei, die er flickte. Ich glaube alle Beteiligten hofften, dass diese Flickung einiges abhalten würde, da wir noch 20km zurückfahren mussten. Wir bedankten uns beim Mechaniker, der nur 3 Euro für seine Leistung verlangte, die wir aber auf 5 aufrundeten. Als wir den Jungs auch noch einen kleinen Obulus für ihre Unterstützung geben wollten, lehnten diese sie höflich ab und buchten es als gute Tat ab. Anja und ich waren froh, dass wir die Hilfe der freundlichen Jungs erhalten hatten. Wir wären gern noch länger geblieben, doch wollten wir zurück in unser Resort. Der Reifen hielt allerdings nur 10 km, so dass wir bald wieder am Strassenrand mit einem Platten standen. Allerdings hatten wir es bis in den Nachbarort von unserem geschafft. Nach kurzen Überlegungen und dem vergeblichen Versuch, in unserem Hotel anzurufen, stellten wir das Moped dort ab und fuhren mit einem Tuk-Tuk zurück. Wir holten den Mopedbesitzer und fuhren noch einmal zurück, um das Moped auf einen Pick-Up zu laden. Wir brachten es gleich zu einem Mechaniker, der es innerhalb von 30 Minuten noch einmal reparierte und uns es dann für den nächsten Tag zur Verfügung stellte, da wir das Moped für 24 Stunden gemietet und erst 4 Stunden genutzt hatten.

Obwohl wir keine richtige Lust hatten, noch einmal Moped zu fahren, oder besser gesagt, liegen zu bleiben, machten wir uns gestern trotzdem noch einmal auf den Weg. Um es vorweg zu nehmen, es lief alles gut. Allerdings sahen wir mit unseren Helmen etwas ulkig aus. Anja hätte in der Komödienreihe "Police Acadamy" mitspielen können, während ich ins Outfit der Village People gepasst hätte. Wir erkundeten die Strände der Westküste Ko Lantas und sprangen einige Male ins Wasser. Die Inseln sind echt traumhafte Urlaubsziele. Für uns war es der Beginn einer neuen Reisephase, da wir ab jetzt weniger Städte, Tempel und Paläste besuchen werden, sondern viel am Meer und in der Natur sein werden. Am liebsten wären wir heute nicht mehr aus dem Wasser gekommen, da es kristallklar und angenehm warm war. Wir beobachteten das Spiel der Gezeiten, dass zwischenzeitelich von der Ebbe dominiert wurde. Das Meer zog sich langsam zurück und hinterließ einige kleine Minibiotope, in denen sich Krabben und kleine Fischchen sammelten. Eine Krabbe durfte ich in ihrem Lager stören und sie in die Hand nehmen. Mit einem Auge schaute sie mich etwas verdutzt an.

Heute werden wir Ko Lanta sowie die Westküste verlassen und per Bus und Nachtfähre nach Ko Tao in den Osten und somit in den Golf von Thailand wechseln. Es ist ein wenig schade, dass wir die anderen kleineren Inseln hier nicht erkunden können, da wir uns nicht mehr Zeit nehmen und weiter wollen. Auf Ko Tao möchten wir nämlich unseren Tauchschein machen und sind schon richtig gespannt. Von dort melden wir uns dann beim nächsten Mal.

Liebe Grüße und ein gesunden Neues wünschen Euch

Anja und Patrice


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Donnerstag, 30. Dezember 2010
Guten Rutsch und Alles Gute für 2011
Hallo Ihr Lieben,

ein letztes Mal schreiben wir Euch in diesem Jahr. Sicher habt ihr die Feiertage gut überstanden und genießt die Ruhe vor dem Silvestersturm. Wir wünschen Euch für 2011 ein aufregendes, spannendes und ereignisreiches Jahr und das wir uns gesund und munter wiedersehen. Wie einige wissen, werden wir das Jahresende auf der Insel Ko Phi Phi vor der Westküste Thailands mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi begehen. Wir freuen uns schon darauf, dass wir hier in der Fremde mit Freunden feiern können.

Heiligabend und den ersten Weihnachtsfeiertag haben wir sehr ruhig im schönen Luang Prabang verlebt. Im Nachhinein stellen wir fest, dass es bisher der friedlichste und zugleich schönste Ort bisher auf unserer Reise war. Es ist vielleicht kein Zufall, dass wir genau zu den Feiertagen dort waren. Am 24. telefonierten wir mit unseren Familien und es war sehr schön, nicht nur ihre Stimmen zu hören, sondern Dank Skype auch ihre Gesichter zu sehen. Dadurch waren wir ihnen trotz der Entfernung so nah. Es ist unglaublich, was heutzutage durch die Technologie alles möglich ist. Am 25. lebten faul in den Tag hinein. Das muss auch mal sein und gehört auch zu den Feiertagen dazu. Außerdem wollten wir ein bisschen Energie sparen, da wir in den Folgetagen eine Marathonfahrtstrecke zu bewältigen hatten.

Um pünktlich zu Silvester auf Ko Phi Phi zu sein, entschlossen wir uns, komplett Nordthailand und den Süden Laos nicht zu bereisen. Auf der einen Seite ist es schade, dass wir diese Regionen nicht besuchen konnten. Auf der anderen Seite kann man auf so einer Reise auch nicht alles erleben und muss Abstriche machen. Des Weiteren wollen wir auch unseren Gesamtzeitplan nicht verändern, da sonst weniger Zeit für die weiteren Ziele bleibt. Also entschlossen wir uns für eine vier-phasige Anreise. Die erste Etappe war eine 11-stüdnige Busfahrt durch Laos bis in die Hauptstadt Vientiane, wo wir eine Nacht blieben. Die zweite Etappe ging dann 14 Stunden lang mit dem Nachtzug nach Bangkok. Von dort ging es ohne Übernachtung 12 Stunden im Nachtbus nach Phuket, wo wir zwei Tage Pause machen, um dann morgen die vierte Etappe per Fähre anzutreten. Falls es sich alles recht anstrengend anhört, können wir bestätigen, dass es das auch war.

Die Fahrt durch Laos ging durch die wundersamsten Landschaften. Die bewaldeten Berge, die sich auf zweitausend Meter und darüber hinaus auftürmten, säumten unseren Weg. Obwohl die Strecke nur 350 km betrug, brauchten wir, wie gesagt, unglaubliche 11 Stunden, da es nur Serpentinen hinauf und Serpentinen hinab ging. Teilweise konnten wir die Mehrfachkurven nur im Schrittempo emporklettern, da unser Bus nicht mehr Leistung hatte. Da wir eine Nacht in Vientiane blieben und erst am nächsten Abend weiterreisten, nutzten wir den freien Vormittag, um uns die Hauptstadt Laos anzuschauen. Passend zum ganzen Land ging es dort sehr gemächlich zu und es ist wohl eine der entspannendsten Hauptstädte auf diesem Planeten. Wir schauten uns noch zwei Buddhatempel an, liefen zum Mekong und schlenderten entlang der Hauptgeschäftsmeile in Richtung Patu Xay Tor, einem Wahrzeichen der Stadt. Am Mekong hatte die Stadtverwaltung ein paar Fitnessgeräte aufgestellt und Anjas Studiozeiten flackerten kurz auf.

Abends wurden wir auf ein Tuk-Tuk mit weiteren 10 Leuten verfrachtet und zum Grenzzug gebracht, der uns nach Nong Khai auf die thailändische Seite brachte. Dort wartete bereits der Nachtzug nach Bangkok auf uns. Anja und ich waren froh, dass wir uns für den Nachtzug entschieden hatten, da er ausreichend Platz zum Schlafen bot. Wir bemerkten sofort, dass wir wieder in Thailand waren, da unser Abendessen von einem umoperierten Ladyboy serviert wurde. Wir waren also wieder in bekannten Gefilden.
In Bangkok organisierten wir uns einen Nachtbus nach Phuket. Da Silvester die Hauptreisezeit Richtung Süden und Inseln ist, war die Stadt voll und sämtliche Verkehrsmittel ausgeschöpft. Allerdings hatten wir Glück und ein neuer Bus wurde eingesetzt, der uns am Abend nach Phuket bringen würde. Das größte Problem war aber, dass sich zu einer bestimmten Zeit am Nachmittag alle Taxifahrer geeinigt haben, dass sie nur für überteuerte Preise und ohne Taxameter zum Busbahnhof fahren. Als Gast hat man keine Chance. Wir wollten uns trotzdem nicht auf diese Schweinerei einlassen und nahmen uns ein Tuk-Tuk. Obwohl wir etwas weniger als für ein Taxi bezahlten, wäre ein geschlossenes Gefährt vielleicht besser gewesen, da die Abgase der vielen Fahrzeuge unzumutbar waren. Jetzt wussten wir, warum viele Thais einen Mundschutz tragen, wenn sie durch die Stadt laufen.

Der Nachtbus brachte uns sicher nach Phuket und wir genossen die 12-stündige Fahrt in diesem komfortablen Gefährt. Wir waren froh, dass es im Gegensatz zu Laos Highways gab und die Strecke keine Serpentinen beinhaltete. Zum anderen hatten die Strassen kaum bis keine Schlaglöcher, so dass die Fahrt sehr entspannt ablief. Wir merkten allein an dieser Infrastruktur, dass Thailand seinen Nachbarländern voraus ist. In Phuket kamen wir gegen 5:30 an und tranken bis zum Sonnenaufgang erstmal einen Kaffee.

Nach dieser verrückten Anreise wollten wir uns ein wenig verwöhnen, bevor es weiter nach Ko Phi Phi geht. Wir freuten uns daher sehr, dass wir bei meiner Lieblingshotelkette Bonuspunkte einlösen konnten, da ich durch meinen Job oft in einem der Hotels übernachtet habe. Also können wir hier zwei enspannte Nächte verbringen. Allerdings liegt das Hotel am Patong Beach, welcher sich als das Mallorca Thailands entpuppte und gar nicht unser Geschmack ist. Die Region inkl. dem Patong Beach wurde 2004 von der Tsunamiwelle zerstört und bot daher viel Platz für Neubauten. Das wurde ausgenutzt und so ist ein Hotelklotz neben dem anderen enstanden. Das Übermaß an Touristen, Restaurants, Bars, Tuk-Tuks, Strandliegen, Sonnenschirmen, McDonalds, Souvenirläden und vor allem Abzockern ist einfach ekelerregend. Nach den entspannten Tagen in Laos ist das hier zu viel für uns. Wir uns im Hotel vor der Außenwelt und können so den letzten Bericht schreiben. Umso mehr freuen wir uns, dass wir morgen die Fähre nach Ko Phi Phi nehmen werden, wo es hoffentlich enstpannter zu geht.

So langsam neigt sich unsere Zeit hier in Südostasien dem Ende. Nach Ko Phi Phi werden wir noch Ko Lanta hier an der Westküste besuchen und dann noch einmal an die Ostküste nach Ko Tao und Ko Phangan wechseln. Danach geht es dann über Malaysia und Kuala Lumpur nach Singapur, wo unsere Flieger am 27. Januar nach Hong Kong und dann weiter nach Neuseeland starten. In den nächsten Tagen freuen wir uns auf die gemeinsamen Silvestertage mit unseren Freunden und das die weiteren Strände und Inseln hier in Thailand entspannter als Patong Beach sind.

Somit verabschieden wir uns für 2010, wünschen Euch das Beste und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Anja und Patrice


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Freitag, 24. Dezember 2010
Fröhliche Weihnachten!
Hallo Ihr Lieben,

wir wünschen Euch eine schöne Weihnachtszeit aus Luang Prabang in Laos. Wir hoffen, dass ihr Euch erholen und füllen könnt, ohne dabei viel Stress zu erleben. Wie geschrieben, begehen Anja und ich die Weihnachtszeit im lauschigen Luang Prabang. Gestern Abend haben wir die Feiertage sogar mit einem Glühwein und einer ordentlichen Bratwurst eingeläutet. Unglaublicherweise haben wir den Stand eines deutschen Reiseanbieters auf dem Nachtmarkt gefunden, der von einem deutschen Metzger beliefert wird. Was für ein Auftakt!

Vor einer Woche sind wir hier in Laos und in Luang Prabang angekommen. Uns war dieser Ort von Anfang an sehr sympathisch, da alles etwas langsamer abläuft und ruhiger ist. Im Gegensatz zum hektischen Vietnam, wo wir ein schlechtes Gewissen hatten, wenn wir gegen 8:30 zum Frühstück schlenderten, fängt hier in Laos nichts vor 9 Uhr an. Schön! Die Altstadt Luang Prabangs ist Weltkulturerbe, da viele französische und vietnamesische Kolonialbauten erhalten blieben. Zum Anderen war es der Sitz des laotischen Königs und Zentrum des hiesigen Buddhismus, so dass es neben dem Königspalast unzählige Tempel gibt. Ein Highlight dieses Ortes ist der tägliche Sonnenuntergang über dem großen Fluß Mekong umrahmt von bewaldeten Hügeln, zu dem wir Touristen auf den heiligen Berg Phousi mit seinem Tempel pilgern, um von dort die beste Aussicht zu genießen. Ansonsten gibt es wieder viele süße Restaurants, Handwerkerlädchen und tolle Villen, die eine Unterkunft bieten. Ein weiteres Highlight ist der täglich stattfindende Nachtmarkt, auf dem die lokalen Frauen handwerkliche Produkte wie Taschen, Kleider, Bettzeug, Stofftiere, selbstgebastelte Lampen, Ringe, Ketten und viele andere Sachen, um die eigenen vier Wände zu verschönen, anbieten. Dieser Nachtmarkt war für uns der Weihnachtsmarktersatz. Umso mehr freuten wir uns, als wir den bereits beschriebenen Glühweinstand entdeckten.

Unser Plan für Laos war, ein Trekking zu einem der Bergvölker zu machen, da es hier im Vergleich zu den Nachbarländern etwas ursprünglicher sein soll. Obwohl solche Wanderungen auch in Luang Prabang angeboten werden, entschieden wir uns, in das 260 km entfernte Luang Nam Tha zu fahren. Dort sollte die Landschaft des Nationalparks schöner sein und die Treks nicht so überlaufen. Dies bedeutete allerdings, dass wir uns nach zwei Nächten hier in einen Minibus quetschten, um 10 Stunden durch Laos in den Norden zu fahren. Die Landschaft auf dieser Fahrt war schon verheißungsvoll, jedoch war die Länge der Strecke und die Baustellen bzw. Schlaglöcher anstrengend. Wir erhielten aber einen Eindruck von dem Land und sahen, dass es in seiner Entwicklung einige Jahre hinter seinen süd-asiatischen Nachbarn liegt. Dadurch sind die Menschen vielleicht auch noch nicht so hinter dem Geld der Touristen her und erscheinen dadurch entspannter. Angekommen in Luang Nam Tha, das nur aus einigen unspektakulären Strassen besteht, buchten wir eine zweitägige Tour mit Übernachtung im Bergdorf Nam Lai, in dem der Stamm der Akahs lebt.

Am nächsten Morgen begrüßte uns gegen 9 Uhr unser Tourguide "Äe". Wir haben keine Ahnung, wie wir ihn sonst schreiben sollen, aber das war sein Name. Zur Gruppe gehörten weiterhin zwei Italienerinnen aus der Toscana, Giulia und Perla, und ein weiterer Tourhelfer "Lo". Wie bereits beschrieben, läuft alles entspannter ab und wir waren froh, dass die Tour erst 9 Uhr begann. Auch freuten wir uns darüber, dass die Gruppe nur 6 Leute umfasste und damit recht klein war. Auf dem Weg in den Nationalpark fröstelten wir auf unserem Tuk-Tuk ein wenig, da es morgens hier immer frisch, wolkenverhangen und regnerisch war. Jedoch wussten wir, dass sich die Sonne spätestens bis zum Mittag durch die Wolken kämpfen und uns dann wärmen würde. Vormittags dominierte die hohe Luftfeuchtigkeit, welche die bewaldeten Berge mit mystischen Nebelschwaden umhüllte. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt nahmen wir noch ein junges Mädchen "Fo" aus einem Dorf mit, das die Guides beim Mittagessen unterstützte.

An einer Stelle vor dichtem Regenwald machte unser Tuk-Tuk halt und unsere kleine Caravane setzte sich nach dem Aussteigen in Bewegung. Angführt von "Äe" liefen wir zuerst über Reisfelder vorbei an grasenden Kühen und Büffel hinein in den dichten Wald. Dort wurden wir von den hiesigen Vögeln begrüßt, welche durch das Pfeifen von "Lo" zum Antworten annimiert wurden. Wir mussten einige Flüsse über Bambusbrücken oder angereihte Steinbrocken überwinden. Ein paar steilere Anstiege waren auch dabei, die bei dem feuchten Verhältnissen etwas rutschig waren. Der lustige Kommentar unseres "Äe" war, dass diese Abhänge in der Regenzeit die besten Voraussetzungen bieten, um dort die Sportart "Jungleskiing" (Dschungelskifahren) auszuüben. Von uns probierte das aber niemand aus. Auf einer Bergspitze machten wir nach 3h Wandern halt und unsere Führer breiteten Bananen- und Palmenblätter vor uns aus, um darauf das Mittagessen zu servieren. Es gab gekochten Wirsing, gemischtes Gemüse, geräucherten Fisch und in Bananenblättern eingewickelten Klebereis. Es war sehr lecker und wir sehr hungrig, so dass nicht mehr viel übrig blieb. Pünktlich zum Nachmittag hatte sich dann auch die Sonne dazugesellt und schien durch den dichten Regenwald. Wir folgten einem Flusslauf bergab, bis wir auf einen einsamen Wasserfall stießen. Dort ließen es sich unsere italienischen Mädels, mit denen wir uns gut verstanden nicht nehmen, ein frische Abkühlung zu genießen. Weiter ging es dem Strom entlang, bis wir auf die ersten Zeichen menschlicher Einwohner durch Reisfelder und einfachen Hütten mitten im Wald trafen.

Gegen 17 Uhr erreichten wir dann das Bergdorf Nam Lai und unsere geräumige Strohunterkunft. Dort wohnte der Stamm der Akha. "Äe" erzählte uns, dass es ungefähr 350 Leute in 70 Familien sind. Die Akha sprechen ihre eigene Sprache, die selbst "Äe" nicht konnte. Also hatten wir keine Chance mit ihnen zu kommunizieren. Nachdem wir unsere geräumige Strohhütte inspiziert hatten, die "Lo" amüsanterweise als 5-Sternehotel beschrieb, hatten wir die Gelegenheit, im Dorf herumzuschlendern. Bereits nach wenigen Minuten wurden wir von den ersten Kindern begrüßt, die neugierig ihre temporären Nachbarn beäugten. Nach dem sie öfter "Mokoto" zu mir gerufen hatten, verstand ich die Aufforderung, dass ich von ihnen ein Foto machen sollte. Das tat ich wie bestellt, natürlich inkl. dem Zeigen des Bildes auf dem Display der Kamera. Die Kinder beömmelten sich und posierten danach nach Lust und Laune. Neben den Kindern zeigten sich die Großmütter des Ortes sehr offen und präsentierten stolz ihre Enkelkinder. Ansonsten besteht das Dörfchen aus einfachen Basthütten. Allerdings haben einige Einwohner Traktoren, Mopeds und auch Trucks, so dass ein gewisser Fortschritt eingezogen ist. Allerdings sahen wir auch einige Frauen oben im Ort oder waren gerade dabei, ihre Babys zu stillen. Toll fanden wir, dass die laotische Regierung kleine Solaranlagen für elektrisches Licht zur Verfügung gestellt hat, welche die Einwohner jährlich durch 10 Euro über 10 Jahre abzahlen können. Ansonsten wuselten Hühner, Schweine und Hunde durchs Dorf und wir sahen auch einige dösende Büffel und Kühe. Traurig fand besonders Anja, dass leider auch Hundefleisch auf dem Speisezettel der Laoten steht, so dass manche der süßen Vierbeiner nicht als Wachhund dienten. Während wir durchs Dorf gingen, bereiteten unsere Jungs das Abendessen vor, welches wir dann bei einem romantischen Kerzenschein zu uns nahmen. Zum Essen gesellte sich der Chef des Dorfes, der auch gleichzeitig der Lehrer für die Grundschüler war. Wir wussten von ihm und hatten einige Stifte und zwei Zeichenblöcke für die Kinder dabei. Der Ausklang des Abends war eine Massage von Frauen aus dem Dorf für uns und unsere Guides. Draußen vor unserer Hütte ging langsam der Vollmond auf und wir unterhielten uns noch ein wenig mit Giulia und Perla, bevor wir uns in unsere Schlafsäcke kuschelten.

So richtig konnten wir in der Nacht nicht schlafen, da es vor allem regnete und wir eins zweimal ein paar Tropfen ins Gesicht bekamen. Das war aber nicht so schlimm, da wir uns von den Tropfen einfach auf die andere Seite drehen konnten. Der Morgen begann wieder mit einem mystischen Sonnenaufgang, der sich mit dem Nebel über dem Dorf auseinandersetzte. Nach einem Frühstück, es gab wieder Reis, machten wir uns auf den Heimweg. Der Abstieg dauerte mit Pausen auch 7 Stunden und führte auf einer anderen Strecke wieder durch den Regenwald. Dieses Mal probierte ich das Jungelskiing unfreiweillig aus, konnte mich aber abfangen. Allerdings sahen meine Hose und mein Rucksack danach schrecklich aus. Wir aßen wieder Mittag mitten im Wald. Uns wurde dabei bewusst, dass wir wohl noch nie an so weit entfernt von einem Ort gegessen hatten. Kurz bevor wir unser Tuk-Tuk erreichten, mussten wir noch einen kleinen Fluss als letztes Hindernis durchqueren. Am Ende kamen wir erfüllt und kaputt wieder in Luang Nam Tha an und hatten eine sehr schöne Wanderung und Begegnung mit den Akhas erlebt.

Gestern sind wir dann wieder 10 Stunden mit einem Mini-Bus zurück nach Luang Prabang gefahren. Ein bisschen problematisch war dann unser Beginn der Weihnachtszeit. Die Villa, die wir uns ausgesucht hatte, konnte uns gestern kein freies Zimmer anbieten. Die Strapazen des Treks und der Fahrt zeigten ihre Wirkung. Zu allem Übel brachte uns das Tuk-Tuk nicht dahin, wo wir hin wollten und der Fahrer täuschte eine Panne vor, so dass wir mit unserem kompletten Gepäck über den Nachtmarkt mussten. Wir waren gereizt, da auch die Alternativvillen durch die Feiertage voll waren. Letztendlich nahmen wir uns eine günstigere Unterkunft und beruhigten unsere Nerven mit der bereits erwähnten Bratwurst und einem schönen heißen Glühwein. Dieser schmeckte auch bei den gestrigen 20 Grad.

Heute scheint allerdings schon wieder die Sonne in unseren Gemütern. Wir leben mit dem Motto "Genießen, Verwöhnen, Entspannen" und haben uns bereits eine Massage mit heißem Öl gegönnt. Auch sind wir in unsere Wunschvilla umgezogen, die wir uns für die Feiertage leisten. Gleich ist Bescherung und danach werden wir sehr schön Essen gehen.

Übermorgen wird es dann für uns recht unspektakulär weitergehen. Da Silvester mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi feiern werden, fahren wir über Vientienne (Hauptstadt Laos) und Bangkok nach Phuket, wo wir am 29. Dezember ankommen werden. Es wird sicherlich nicht viel zu berichten geben, aber wir werden uns in diesem Jahr noch einmal von unserer Erkundungsreise Projekt 101010 melden.

Wir denken an Euch und wünschen Euch auch ein paar entspannte, verwöhnte und genussreiche Feiertage!

Anja und Patrice


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Freitag, 17. Dezember 2010
Halong Bucht - Du Festschmaus für die Augen
Hallo Ihr Lieben,

Ui, jetzt ist es schon eine ganze Woche her, dass wir uns gemeldet haben. Ein Grund war das regnerische Wetter in Hanoi, dass uns nicht wirklich motiviert hat. Der zweite Grund war der Ausflug in die wunderschöne Halong Bucht, die wir erst beenden wollten, bevor wir uns wieder melden.

Aber nun erstmal zum Anfang. Letzte Woche sind wir in Hanoi per Flugzeug angekommen und waren froh, dass wir uns gegen eine erneute Fahrt mit einem Nachtbus entschieden haben. Wir konnten es kaum erwarten, dass der Bus uns in die Stadt brachte, so dass wir uns mit Kumpel Wiesi treffen konnten. Nachdem wir in der Altstadt in der Nähe einer Kathedrale eingecheckt hatten, war es dann soweit und wir standen uns gegenüber. Wir umarmten uns und hatten dann in einem Restaurant viel zu erzählen. Selbst der Besuch zweier Ratten konnte unseren Austauschdrang nicht stoppen. Letztendlich waren wir von der Situation begeistert, dass wir uns einfach so in Hanoi, so fern der Heimat auf einem anderen Kontinent und in einem fremden Land treffen konnten. Es ist schon toll, dass es 1989 den politischen Wandel gab. Denn nur diese Veränderung hat uns so viele Möglichkeiten eröffnet.

Am nächsten Tag erkundschafteten wir ein bisschen Hanoi und liefen durch die Strassen. Da die Stadt noch eine Altstadt hat und im Gegenteil zu Saigon nicht so sehr zerstört wurde, gefiel es uns sehr gut. Auch war der Verkehr weit weniger als in der Riesenmetropole im Süden. Wiesi hatte uns Tickets für das berühmte Wasserpuppentheater besorgt, so dass wir abends diesen kulturellen Höhepunkt erleben konnten. Danach besuchten wir eine Bia Hoi Ha Noi Bar, in der es frisches Bier ohne Konservierungsstoffe für 25 Cent pro Glas gab und mischten uns unter die Vietnamesen. Wiesi entschied sich, den nächsten Tag eine Pagode, vietnamesischen Tempel, im Umland zu besuchen. Anja und ich gingen ins Ho-Chi-Minh-Mausoleum, um dem einbalsamierten Herrscher unsere Ehre zu erweisen. Da das Wetter an diesem Tag echt miserabel war, gingen wir schnell wieder in unser Hotel, und genossen es, mal nichts zu tun.

Die Wettervorhersage für die weiteren Tage war schlecht. Es sollte regnen und kalt sein. Da wir drei eigentlich eine Segeltour durch die wunderbare Halong Bucht machen wollten, fiel uns die Entscheidung sehr schwer, 100 bis 200 Dollar für solch eine Drei-Tages-Tour auszugeben. Wir zögerten und entwickelten schon Alternativpläne. Jedoch kam alles etwas anders. Wiesi hatte in seinem Reiseführer gelesen, dass man auch per Bus und Fähre für umgerechnet 7 Euro auf die Cat Ba Insel fahren konnte, welche ein Zentrum der Halong Bucht ist. Wir hatten eine ähnliche Idee und wollten dann vor Ort nach Touren schauen. Gesagt, getan. Nach dem Frühstück ließen wir uns zum Busbahnhof bringen und nach 5 Stunden, drei Busfahrten und einer Fährstrecke waren wir in Cat Ba Stadt angekommen. Allein die Landschaft während der Busfahrt auf der Insel ließ uns vor Staunen schweigen. Die Mischung aus Hügeln, Wäldern und dem Wasser beeindruckten uns schon jetzt und steigerte unsere Erwartungen für eine Bootstour.

Am Morgen des ersten Tages auf Cat Ba mieteten wir uns Mopeds und erkundeten erstmal die Insel und fuhren Richtung Norden. Wir fuhren durch wahnsinnige Täler umringt von bewaldeten Kalkfelsen und trauten unseren Augen kaum. Bei einem kurzen Ausflug in den Nationalpark liefen wir eine kleine Runde, um den Regenwald zu entdecken. Als wir zu unseren Mopeds zurückkehrten wartete dort bereits ein kleiner Vietnamese, der sich als Ranger ausgab. Zumindestens wollte er Eintrittsgeld von uns. Da er eine ganz schöne Fahne hatte, nahmen wir ihn nicht wirklich ernst und wollten ohne zu bezahlen abhauen. Letztendlich bezahlten wir doch, obwohl ich am liebsten gefahren wäre. Meiner Vermutung nach machte der vermeintliche Ranger sich sofort auf, dass nächste Bier zu holen, aber vielleicht sollte ich nicht so denken. Als wir den Norden der Insel erreichten, waren wir drei sprachlos, als wir die Inseln vor der Küste sahen. In diesem Moment konnten wir kaum unsere eigene Bootstour erwarten, die am nächsten Tag starten sollte.

Wir entschieden uns für eine Ein-Tages-Tour in die Lan Ha Bucht, die nicht von den Touristenbooten gefüllt ist. Auf dem Boot war auch eine Gruppe Kletterer, die wir an einem Felsen absetzten. Anja, Wiesi und ich fuhren weiter und machten dann eine Kanutour durch die tollen Felsen. Wir waren beflügelt von der Umgebung und paddelten durch eine Lagune und um einige Karstfelsen. Nachdem sich die anderen wieder zu uns gesellten, gab es Mittag und danach fuhren wir zu einem kleinen Strand, um ein bisschen schwimmen zu gehen. Die Kletterer wetteiferten in einem Sprungwettbewerb die beste Arschbombe aus, während wir genüsslich noch einmal zu den Paddeln griffen. Als Höhepunkt unseres Tripps ließen wir uns in einer dieser kleinen Buchten absetzen und übernachteten im schönen Nam Cat Resort. Als wir in dieser niedlichen Idylle ankamen, entschieden wir uns sofort, zwei Nächte dort zu verbringen. Die Aussicht auf die Karstfelsen in der Bucht war atemberaubend und die kleinen Strohhütten boten besten Komfort und hatten sogar heißes Wasser im Angebot. Einziger Wehmutstropfen war, dass wir in der Nacht Besucher in der Hütte hatten. Einer davon lief mir durchs Gesicht, während ein zweiter im Bad Nagezähne und einen ganz schön langen Schwanz hatte. Ich hoffe, dass beide nicht ein und dieselbe Kreatur waren. Unsere Pläne, am Tag auf dem Inselchen faulenzend zu verbringen, konnten wir bestens umsetzen, da es regnete und sehr kalt war. So blieben wir in unseren Hütten, lasen oder schlummerten nach dem Frühstück bzw. Mittagessen noch ein bisschen.

Zurück auf Cat Ba hieß es für uns drei dann erstmal Abschiednehmen, welches wir auf Einladung Wiesis bei einem zünftigen Abendessen zelebrierten. Da wir alle schön unsere Portionen aufgegessen hatten, belohnte uns das Wetter heute endlich wieder mit Sonnenschein und Wärme. Nach eineinhalb Wochen mit Regen und Kälte, genossen wir durchgefroren von unserem Inselaufenthalt, jeden einzigen Strahl. Wir drei hatten ein paar tolle Tage zusammen. Wiesi musste in dieser Zeit einiges aushalten, da er sowohl von männlichen als auch von weiblichen Vietnamesen bewundert wurde. Allerdings artete dies das Ein oder Andere mal aus, als er von Fremden umarmt, auf die waden und sogar auf den Hintern geklatscht bekam. Wiesi entschied sich für heute, eine weitere Bootsrundfahrt zu machen, um noch einmal die magische Szenerie zu genießen, bevor er morgen nach Siagon fliegt. Uns bescherte der heutige Tag ein großartiges Finale. Wir hatten uns einen Boottransfer ans Festland und dann per Bus nach Hanoi organisiert, so dass wir komplett von der Cat Ba Insel durch die Halong Bucht bis Halong Stadt shippern konnten. So tuckerten wir wieder an den wundervollen Karstfelsen vorbei und wurden sogar auf eine Luxusdschunke transferiert, auf der wir das Sonnendeck genießen konnten. Die Sonne strahlte und präsentierte die ganze Schönheit der Halongbucht.

Es war ein grandioser Tag für uns, welcher auch unser letzter hier in Vietnam ist. Die Halongbucht war ein Festschmaus für die Augen und das noch vor den Feiertagen. Wir konnten uns nicht satt sehen und bekamen von ihr nicht genug. Mittlerweile sind wir drei Wochen in Veitnam und es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, da wir so viel erleben konnten und gesehen haben. Morgen früh fliegen wir nach Luang Prabang in Laos und können dieses neue Land kaum erwarten. Dort wollen wir trekken und vielleicht auch ein paar Bergvölker besuchen. Des Weiteren werden wir in Luang Prabang auch Weihnachten feiern, was dieses Jahr komplett anders ablaufen wird, als wir es kennen. Wir werden die Zeit mit unseren Familien und Freunden schon vermissen, nichtdestotrotz werden die nächsten zwei Wochen ganz besondere Tage werden.

Liebe Grüße und einen schönen vierten Advent wünschen Euch

Anja und Patrice


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Donnerstag, 9. Dezember 2010
Der Weg ist das Ziel
An diesen Spruch mussten wir in den letzten Tagen des Öfteren denken, denn nicht das Ende sondern die Erlebnisse während einer Reise sind das Spannende. Auch wenn diese Erlebnisse nicht immer die Besten sind, gehören sie doch dazu. Ein anderer Spruch war: "It's all part of the adventure! (Es ist alles Teil des Abenteuers)", der uns aber ziemlich auf die Nerven ging.

Bevor wir aber zu den Details kommen, möchten wir noch bemerken, dass Anja und ich jetzt zwei Monate unterwegs sind. In dieser Zeit haben wir schon Vieles erlebt und freuen uns auf das Kommende. Besonders freuen wir uns aber, dass der Blog viel Interesse geweckt hat. Wir haben monatlich durchschnittlich 1000 Besucher, was für uns eine wahnsinnige Zahl ist. Neben dem Blog haben wir noch Tagebücher geführt, welche mehr Details beinhalteten. Allerdings war das sehr mühsam und wir nicht diszipliniert genug, so dass wir dies mittlerweile aufgegeben haben. Daher hat sich der Blog als die Hauptdokumentation unserer Reise heraus kristallisiert, da wir die Berichte auch separat auf unserem Rechner speichern. Ein bisschen müssen wir uns für die Qualität der Berichte entschuldigen, da sie manche Rechtschreib- und Grammatikfehlerchen aufweisen. Wir schreiben sie aber meistens recht schnell zusammen und lesen sie uns dann nur ein bis zweimal aus Zeitmangel durch. Auch haben wir Word noch nicht installiert, so dass wir keine automatische Korrektur enstellen können. Ansonsten haben wir festgestellt, dass die Zeit trotz des Jahres äusserst knapp ist. Das wussten wir vorher schon, doch besonders in den letzten Tage haben wir gemerkt, dass wir nicht richtig in die Kulturen eintauchen können und dem normalen Touristenstrom folgen. So bewegen wir uns aber an der Oberfläche der Nationen und bekommen einen Eindruck.

Jetzt aber zu den vergangenen Tagen. Ein bisschen traurig haben wir uns aus unserem Hotel und der kleinen Gasse in Saigon verabschiedet. Dieser Ort bot alles, was wir benötigten. Das Hotel war, wie bereits geschrieben, sehr komfortabel. In der Gasse war kaum Verkehr, so dass es äusserst ruhig war. Es gab ausreichend Restaurant und die nächste Bar gleich gegenüber unserem Hotel. Schräg gegenüber war eine Wäscherei, in der wir unsere Klamotten mal wieder richtig reinigen lassen konnten. Neben der Wäscherei war dann gleich ein kleines Reisebüro, in dem wir den Ausflug zu den Tunneln und unsere Bustour an der Küste buchen konnten.

Die Tour an der Küste bestand aus vier Etappen. Zwei längere Strecken von ungefähr 11h für 450 km absolvierten wir per Nachtbus, da wir uns auch so die Unterkunft sparen konnten. Für eine kürzere Etappe von 4,5h für 140km entschieden wir uns, am Tage zu fahren. Die letzte Etappe erledigen wir heute Nachmittag mit dem Flugzeug, da wir uns beim Buchen schon denken konnten, dass wir nach drei Busstrecken keine Lust mehr darauf haben werden und die letzte längere Etappe nach Hanoi komfortabler hinter uns bringen möchten. Es war schade, dass wir so viel Strecke in der Nacht zurückgelegt haben und dadurch kaum Landschaften sehen sowie Vietnams kleinere Orte erleben konnten. Ein bisschen sahen wir doch und lachten, als wir die alten W-50 LKW aus DDR-Zeiten hier im normalen Straßenbild entdeckten.

Die erste Etappe brachte uns nach Nah Trang. Wir dachten uns schon, dass die Bustour nicht sehr entspannt ablaufen würde und all unsere Erwartungen wurden erfüllt. Eingepfercht in Schlafbuchten konnten wir die Rückenschmerzen kaum erwarten. Die Füße eines Litauers trennten den Blick zu Anja. Die Jungs aus England oder Australien begossen die Fahrt mit ein paar Bierchen, so dass die Toilette schon unbenutzbar war, bevor wir Saigon überhaupt verlassen hatten. Eine amerikanische Plaudertasche quasselte sich wegen der ganzen Aufregung den Mund fusselig. Doch konnte es dann endlich losgehen, nachdem wir die letzten freien Plätze im Bus mit schwarzfahrenden Vietnamesen gefüllt hatten. Anja und ich lagen über der Hinterachse, die den Bus durch jedes Schlagloch hochschaukeln ließ. Das es davon viele gab, bekamen wir natürlich am Besten mit.

In Nah Trang kamen wir gegen 8 Uhr morgens an. Es regnete in Strömen. Wir fanden ein annehmbares Hotel in der Nähe des Meeres, doch konnten wir die Vorzüge dieses touristischen Strandortes durch den Regen nicht ausnutzen. Wir entschieden uns daher, den Schlaf im Hotel nachzuholen. Dies war aber nicht unsere Beste Idee, da wir uns nur im Halbschlaf hin und her wälzten. Wir wollten daher die Stadt erkunden und liefen wie Zombies durch die Strassen. Die Stadt ist voll auf Strand- und Tauchtouristen eingerichtet und so voller Restaurants, Bars und Souvenirläden. Plötzlich hatten Anja und ich eine fantastische Idee und ließen uns die Strapazen der letzten Nacht eine Stunde lang aus unseren Körpern massieren. Etwas lebendiger konnte es weiter gehen. Abends folgten wir den Spuren der Backpacker in die vollsten Bars. Als wir mitten auf dem Weg zu einer zweiten Kneipe waren, die nur 200m entfernt war, wurden wir von einem weiteren heftigen Regenschauer überrascht. Wir mussten uns sogar in einen Hauseingang retten, da die Gullis das Wasser nicht mehr aufnehmen konnten und die Bürgersteige überschwemmt wurden. Letztendlich entschieden wir uns, unsere Schuhe auszuziehen, durch das knöcheltiefe Wasser zu waten, um halb durchnässt in der Bar anzukommen. Ins Hotel kamen wir an diesem Abend nur rennend und völlig durchnässt, da wir die Nacht nicht in der Kneipe verbringen wollten. Am nächsten Tag blieben wir im Bett und gingen nur zum Essen nach draußen, da am Abend die nächste Nachtbusfahrt bevorstand.

Die zweite Etappe nach Hoi An (noch nicht Hanoi) ist in unserem Reiseführer als "Höllenfahrt" beschrieben. Also waren unsere Erwartungen wieder begrenzt. Dieses Mal wurden uns vordere Plätze zugewiesen, so dass wir über der Vorderachse lagen und jedes Schlagloch durch lautes Knallen mitbekamen. Im Gegenteil zu den Hinterachsen müssen die Stoßdämpfer vorn also völlig runter gewesen sein. Das Problem war, dass man nicht zu sehr mit dem Gesicht am Fenster oder dem Gestänge liegen sollte, da man sich ansonsten beim nächsten Schlagloch eine blaue Nase oder Zahnschmerzen hätte zuziehen können. Anja und ich hatten unsere Problemchen, jedoch arrangierten wir uns mit der Situation. Ein bisschen erschrocken reagierte Anja, als sie in der Nacht einen der Busfahrer im Gang neben sich schlafend entdeckte und sie Tüten einer Frau ins Gesicht bekam, die über sie drüber steigen musste, da der Gang ja belegt war. Genervt stiegen wir wieder gegen 8 Uhr in Hoi An aus. Als wir unsere Taschen nahmen, erschraken wir beide plötzlich, da meine Tasche auf der Rückseite aufgerissen war. Total aufgebracht wollten wir unsere Frustration an den Busfahrern auslassen. Dies ist allerdings nicht möglich, da die Fahrer wie die meisten Vietnamesen kaum Englisch sprechen und jegliche Diskussionen zu nichts führen. Man steigert sich selber nur weiter und regt sich noch mehr auf, ohne ein adequates Ergebnis zu erreichen. Als tapfere Reisende mussten wir also diese Pille schlucken, auch wenn sie äusserst bitter war. Letztendlich ist der Schaden auch nur materiell und Anja konnte den Riss halbwegs wieder nähen. Es ist aber verdammt ärgerlich!! Die Hauptsache ist aber, dass keiner verletzt oder krank ist. Mit solchen Ereignissen mussten wir rechnen.

Allerdings wurden wir entschädigt, als wir die Altstadt Hoi An's betraten. Sie ist eine Mischung aus chinesischer, japanischer und französischer Architektur mit kleinen Gassen, chinesichen Holzhäusern und Tempeln, japanischen Brücken und französischen Kolonialbauten. Beim letzten Mal hätte es heißen sollen, dass wir die Hotelsuche weiter optimieren, denn in Hoi An hatten wir kleinere Problemchen. Das erste Hotel wurde gerade umgebaut, während unsere zweite Wahl geschlossen war. Letztendlich wurden wir in der Altstadt fündig, ohne unser Budget zu überschreiten. Es gab nämlich auch richtig tolle Hotels mit europäischen Preisen, die wir jedoch nicht zahlen wollten. Unser Hotel war auch eines dieser Kolonialbauten, jedoch hatte es die Innenausstattung unseres Zimmers wenigstens bis in die siebziger Jahre geschafft. Es muchelte etwas, aber ansonsten war es annehmbar. Dieses Mal holten wir den Schlaf nicht nach, sondern stürzten uns gleich in die Gassen. Wir waren sofort von diesem kleinen, schönen und ruhigen Örtchen begeistert. Überall gab es kleine Handwerkerlädchen, unzählige Schneidereien, in denen man sich günstige Kleider und Anzüge machen lassen kann, Cafés und Kunstgallerien. Wir hatten gelesen und können nur bestätigen, dass Hoi An der schönste Ort Vietnams ist. Allerdings könnte er durch den französischen Kolonialstil auch irgendwo am Mittelmeer liegen. Abends wurden die Häuser und Brücken durch viele Lampions beleuchtet, die dort hergestellt werden, was dem Ort einen unglaublich romantischen Flair gab. Wir suchten uns ein kleines Restaurant und konnten es uns nicht nehmen lassen, den Abend mit ein paar Absackern in den niedlichen Bars ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen stand unsere letzte Busetappe nach Hue an. Wir entschieden uns für ein anderes Busunternehmen, jedoch war das Ergebnis ähnlich der anderen Firma. Dieses Mal lagen wir wieder hinten. Da der Bus von einer Nachttour kamen, gingen die verbliebenen Vietnamesen ihrem Morgengeschäft nach. Irgendwann musste ich mich dann umlegen, da ich genau vor der Toilette lag und die Düfte nicht mehr ertragen wollte. Zwei der Jungs zündeten sich dann auch noch Zigaretten an, was den Morgen perfekt machte. Allerdings konnten wir beobachten, was die Vietnames so in diesen Bussen transportieren. Ein bisschen überrascht war ich dann allerdings schon, als aus einem der Ladeöffnungen ungefähr 200 Kokosnüsse purzelten. Auf dem Weg nach Hue fuhren wir an Danang vorbei, was wohl bei der internationalen Hotelunternehmen als Zielort Nummer 1 in Vietnam auserkohren wurde. Jedenfalls entstehen momentan dort großflächige Resorts und Hotelanlagen der obersten Luxusklasse. Kommunistisch ist das sicher nicht.

Während das Wetter in Hoi An etwas besser war, war der Himmel über Hue verhangen und es regnete wieder. Hue ist die ehemalige Haupstadt Vietnams, da hier die letzte Kaiserdynastie der Nguyen lebte. Wir besuchten die ehemalige Kaiserstadt, die leider durch die Bombardements im Vietnamkrieg sehr stark zerstört ist. Ähnlich wie in der verbotenen Stadt in Peking, lebte hier der Kaiser bis ins Jahr 1945. Auf dem Gelände befinden sich u.a. zwei große Wasserbecken, in denen Coys gefüttert werden können. Als Anja die Fische fütterte, drehten diese teilweise durch und drängelten sich in einem unglaublichen Spektakel, um einen Bissen abzubekommen. Gestern organisierten wir uns dann eine individuelle Bootsfahrt zu den Gräbern der Kaiser, was ein weiteres Highlight hier in Hue ist. Das wir ein bisschen abgezockt wurden, ist ärgerlich aber so ist es manchmal hier. Das Boot fuhr nämlich nur bis zu einer gewissen Stelle, von der aus wir noch mal extra wartende Mopedfahrer bezahlen mussten, die uns dann zu den Gräbern brachten. Wir hätten wieder diskutieren können, aber wozu? Da es regnete, war der Ausflug nicht sehr entspannt und wir am Ende ganz schön nass. Allerdings passte diese gewisse mystische Stimmung zu den Gräbern. Diese Anlagen glichen dann auch Tempeln, die zu Lebzeiten der Kaiser gebaut und von ihnen genutzt wurden und nicht nur als Grabstätten dienen sollten. In einem befindet sich u.a. auch das älteste Theater Vietnams.

Da wir nach unserem Ausflug nichts Weiteres unternehmen wollten, entschieden wir uns, den Nachmittag im Hotel zu verbringen. Das war eine sehr gute Idee, denn Anja's Pfannkuchen vom Morgen war wohl mit altem Öl frittiert worden, so dass ihr Magen verrücktspielte. Gut, dass wir im Hotel waren, denn er suchte bald wieder die Freiheit. Zweimal! Heute geht es ihr aber schon wieder besser.

Momentan bereiten wir unsere Abreise nach Ha Noi vor. Wie geschrieben, werden wir fliegen, denn wir haben einige Erlebnisse in den Bussen gehabt. Wiesi ist bereits angekommen, so dass wir heute Abend ein gemütliches Wiedersehen begehen können.
Aus Hanoi berichten wir dann beim nächsten Mal.

Liebe Grüße

Anja und Pat


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Samstag, 4. Dezember 2010
Saigon - modern, lebhaft, freundlich
Hallo Ihr Lieben,

Wie bereits im letzten Bericht geschrieben, sind wir unfreiweilig etwas früher in Saigon, das eigentlich Ho-Chi-Minh-Stadt heisst, gelandet. Zum Einen ärgerte uns, dass wir nicht richtig vorbereitet waren, zum Anderen wollten wir noch nicht in die Großstadt. Nichtdestotrotz perfektionieren Anja und ich unsere Hotelsuche immer mehr und werden schneller fündig. Nach unserer Ankunft auf dem Busbahnhof haben wir uns von einem Taxi in der Mini-Hotel-Gasse absetzen lassen. Das ist eine kleine Strasse zwischen zwei Hauptachsen, in der es ungefähr 30 kleine Hotels gibt. Da das Angebot weit über der Nachfrage liegt, sind die Preise moderat und man kann sich seine Unterkunft in Ruhe aussuchen. Diese Chance ließen wir uns nicht nehmen und klapperten ein Hotel nach dem anderen ab. Die gefühlte Nummer 17 erhielt dann unseren Zuschlag und wir waren äusserst froh über unsere Entscheidung und freuten uns mittlerweile doch auf die nächsten Tage in dieser Metropole.

Saigon wird von unserem Reisführer wie folgt beschrieben: "Auch wenn zunächst das blanke Chaos herrscht, strahlt Saigon auf die Besucher doch eine magische Ruhe aus, die in starkem Gegensatz zum alltäglichen Tempo steht." Diese Aussage mussten wir uns ein paar Mal durchlesen, da wir damit nicht so richtig etwas anfangen konnten und auch die magische Ruhe gesucht haben. OK, Saigon war grüner und bepflanzter als andere Städte bisher und irgendwie lief alles einen gewohnten Gang ab. Jedoch war dieser extrem hoch und auf den Strassen war durch die vielen Mopeds der Wahnsinn los. Hier erlebten wir zum ersten Mal, dass ein Stau nur durch Mopeds verursacht wurde. Nichtdestotrotz gefiel uns Saigon, auf seine irgendwie eigene Art. Die Stadt ist sehr modern und die Menschen sind super freundlich, was gar nicht so typisch für eine Großstadt ist.

Beim Stadterkunden sind Anja und ich auf ein deutsches Restaurant gestoßen und konnten nicht vorbeigehen. Nach so vielen Tagen ohne deutsches Essen, wollten wir die Chance nicht auslassen. Wir bestellten uns des Metzger's Schlachteplatte für zwei und genossen unsere Rouladen, Bratwürste und Schnitzel mit Sauer- und Rotkraut und dazu gab es Knödel, Bratkartoffeln und Spätzle. Dick und rundgefuttert schlossen wir das Mahl standesgemäß mit einem Jägermeister ab. Auch beim Spaziergang durch einen Park entdeckten wir etwas Spannendes. Eine Gruppe Schüler war gerade dabei, ihre Leibesübungen nach bekanntem sozialistischen Muster durchzuführen, als wir den Aufdruck auf den T-Shirts entzifferten. Die Schule der Kinder muss wohl Ernst Thälmann gewidmet worden sein, da es groß auf dem Rücken zu lesen war. Wir mussten schmunzeln und dies natürlich festhalten.

Jedenfalls unternahmen wir noch, was wohl jeder Saigonbesucher hier in der Stadt macht. Am ersten Tag besuchten wir das Kriegsrestemuseum und betrachteten uns die schrecklichen Zeitzeugen der amerikanischen Grausamkeiten. Uns war klar, dass das Museum eine bestimmte Aussage verfolgen würde, doch brauchten die Bilder keine Erklärung. Der Krieg war, wie so viele sinnlose Auseinandersetzungen, ein Machtspiel von Systemen. Die Vietnamesen nutzten die Chance des zweiten Weltkrieges, um sich von seiner Kolonialmacht Frankreich zu befreien, das durch den Einmarsch der NS-Wehrmacht seine Interesse nicht verfolgen konnte. Nach dem Krieg wollte Frankreich seinen Anspruch wieder etablieren und wurde dabei von den Amerikanern unterstützt, die eine größere Präsenz im Pazifikraum und auch mehr Einfluss gegenüber den sozialistischen Ländern China und der Sowjetunion verfolgten. Das Ergebnis dieser ersten Kriege war die Aufteilung Vietnams in Nord und Süd, wobei der Norden an China ging und der Süden an die Briten. Ähnlich wie in Deutschland wurde eine künstliche Grenze gezogen. Im Norden entwickelte sich die kommunistische Befreiungsarmee Viet-Cong um Ho Chi Minh, der den Süden in einem Guerilla-Krieg von den westlichen Mächten befreien wollte. Der Viet-Cong wurde von den sozialistischen Mächten beliefert während die Armee des Süden ihre Waffen von den westlichen Mächten erhielt. Da der kommunistische Viet-Cong mit seiner Guerilla-Kriegsart immer erfolgreicher gegenüber den militärisch überlegenem Westens, entschied sich die USA mit einem Großaufgebot erst an finanziellen Mitteln dann an Soldaten einzugreifen. Das Ergebnis dieses kalten Krieges, der im Gegensatz zu Deutschland von den Großmächten militärisch ausgefochten wurde, war besonders unter der Zivilbevölkerung verherend. Da sich immer mehr Vietnamesen gegen den Westen und den Krieg auflehnten, gaben die USA letztendlich den unsinnigen Befehl, alle Verdächtigen umzubringen. Es wurden Napalm- und Phosphorbomben eingesetzt, die größte Verbrennungen verursachten, aber auch die fürchterlichsten Foltermethoden und chemischen Waffen angewendet. Allerdings setzte sich die vietnamesische Bevölkerung geschickt gegen die Großmacht ein und zwang die USA nach 15 Jahren Krieg und großem internationalen und nationalen Druck zum Rückzug. Saigon, sowie der gesamte Süden Veitnams, wurde von den Kommunisten übernommen und die Stadt nach Ho-Chi-Minh benannt, was aber von der Bevölkerung noch nicht akzeptiert ist. Nichtdestotrotz ist es bewundernswert, dass es keine Spannungen innerhalb der Bevölkerung gibt. Des Weiteren weht auch nur die kommunistische Flagge und die Politik verfolgt sozialistische Ansätze, während auf den Strassen und im Leben der Vietnamesen die pure Marktwirtschaft herrscht. Sicherlich gibt es noch weitere Details, die wir nicht bedacht haben, aber ich hoffe, dass wir die Geschichte halbwegs richtig dargestellt bzw. verstanden haben. Im Museum waren neben den vielen Fotos und Reportagen, die Resultate der chemischen Waffen an Babylaichen und die Protestaktionen der Welt ausgestellt. Dabei stießen wir auf mehrere Poster der DDR-Regierung, die natürlich die kommunistischen Einheiten unterstützten.

Am nächsten Tag schauten wir uns die Tunnelanlagen der Region Cu Chi an. Dort hatte die kommunistische Armee ein Tunnelnetz von über 200 km und drei Etagen tief angelegt, um sich so gegen die amerikanischen Einheiten erfolgreich durchzusetzen. Neben den Tunnelanlagen sahen wir die Menschenfallen, die eigentlich zum Jagen von Tieren genutzt wurden, Krater von B-52-Bomben und zerstörte Panzer der amerikanischen Armee. Die Tunnel waren echt beeindruckend und so eng und versteckt, dass die Amis nicht eindringen konnten. Während Anja nur gebückt durch die Gänge laufen konnte, watschelte ich im Entenschritt hinterher wobei ich den Tunnel komplett ausfüllte. Auf der Anlage kann man auch mit übrig geblieben Waffen Schießübungen machen, was auf Grund der Historie sehr merkwürdig ist. Es war schön zu sehen, dass niemand unserer Gruppe Lust auf das Rumballern hatte. Im Großen und Ganzen ist es schrecklich, diese Bilder des Krieges zu sehen und wir stellen uns immer wieder die Frage, warum der Mensch nicht fähig ist, friedlich miteinander zu leben.

Da wir nach Saigon in Richtung Norden nach Hanoi wollen, haben wir uns entschieden die Strecke von über 1500 km an der Küste entlang innerhalb einer Woche teilweise mit dem Bus zu meistern. Mittlerweile sind wir auch schon in Nah Trang angekommen und berichten von unserer abenteuerlichen Fahrt mit dem Nachtbus aber beim nächsten Mal. In Hanoi werden wir Kumpel Wiesi treffen, worauf wir uns jetzt schon freuen. Das liegt aber nicht nur an DEN Packungen Toffifee für Anja. ;-)

Seid gegrüßt

Anja und Pat


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