Mittwoch, 1. Dezember 2010
Liebe Vietnamesen,
vielen Dank für die erlebten Ereignisse und schönen Momente der letzten drei Tage. Wir sind sehr glücklich, dass wir ein bisschen Euer wahres Leben kennen gelernt haben und etwas hinter die Kulissen schauen durften. Besonders beeindruckt sind wir von Eurer Freundlichkeit, die uns überall entgegen strahlte und die Offenheit, überall willkommen zu sein. Wir haben uns überall sehr wohl und geborgen gefühlt und sind dafür sehr dankbar. Das nicht alles so laufen kann, wie wir uns das vorgestellt haben, ist ärgerlich, aber dazu später mehr.

Alles begann an der Grenze zwischen Kambodscha und Eurem schönen Land. Wir hatten uns ein Ticket von Sihanoukville nach Chau Doc organisiert. Da der Grenzübergang bei Ha Tien erst vor 1 oder 2 Jahren geöffnet wurde, mussten wir schmunzeln, als wir auf kambodschanischer Seite auf einem Feldweg anreisten. Auch der Posten selbst war der einfachste, den wir bis dato gesehen hatten. Auf kambodschanischer Seite gab es nur ein paar Holzbaracken bei den Schlagbäumen, während es auf vietnamesischer Seite etwas formaler ablief. Es dauerte eine Weile, bis die Kontrolle des Visums durchgeführt wurde, doch waren wir bald im Büro unseres Busunternehmens auf vietnamesischer Seite angekommen. Da wir die einzigen waren, die weiter nach Chau Doc wollten, wurden wir zu einem lokalen Bus gebracht und tuckelten inmitten unterschiedlichster Mitfahrer die 120 km von Dorf zu Dorf. Das dauerte natürlich etwas länger, als wir gedacht hatten. Für uns war es aber trotzdem eine interessante Erfahrung, da wir nicht in einem Touribus durch Euer schönes Land rasten.

In Chau Doc wollten natürlich mehrere Mopedfahrer unser Gepäck transportieren, doch mussten wir uns erstmal orientieren. Dabei kristallisierte sich Vang aus der Gruppe heraus, da er uns auch gleich ein Hotel empfahl. Wir hatten mal wieder keines im Voraus gebucht, was wir seit Bangkok auch noch nicht bereut haben. Allerdings sind wir diesen Situationen immer etwas misstrauisch gegenüber, was wahrscheinlich ganz normal ist. Jedenfalls akzeptierten wir Vangs Hotelvorschlag, da es sehr sauber und gemütlich war und unseren preislichen Erwartungen entsprach. Vang lud uns ein, am nächsten Tag die Umgebung zu erkunden, so dass wir nicht die normalen Touristentouren machen würden. Zwar war das seine Masche und es war auch etwas teurer, doch wollten wir die vietnamesische Kultur individueller erleben. Am nächsten Morgen stand er dann auch schon mit einem Fahrer auf einem zweiten Moped bereit und nahm uns auf eine wunderbare Fahrt durch die Reisfelder mit. Wir gingen zu den Erntehelfern auf die Felder, sahen die Reismaschinen und natürlich, wie das wichtige Gut am Strassenrand getrocknet und verladen wurde. Vang erzählte uns, dass sich die nicht-staatlichen Bauern momentan eine goldene Nase verdienen, da die Lebensmittelpreise durch das Bevölkerungswachstum weltweit steigen und besonders Südafrika und Indonesien den vietnamesischen Reis nachfragen. Ein Exportschlager seien daher auch vietnamesische Landwirtschaftsexperten, die in den anderen Ländern den Reisanbau vermitteln sollen. An einer Stelle machten wir eine Pause, kletterten über eine kleine Brücke aus Baumstämmen, genannt Monkeybridge (Affenbrücke) und gesellten uns zu den Erntehelfen, die gerade ihr Mittagessen zu sich nahmen. Natürlich ist uns aufgefallen, wie stolz die Familie und besonderes die Kids am Imbiss waren. Während dieser Fahrt trafen wir mehrere Eurer vietnamesischen Landsleute, die freudestrahlend in unsere Kameras schauten. Zum Abschluss fuhren wir dann auf den Sam Mountain, der durch seine Tempel und heiligen Höhlen ein Ort für viele Pilger ist. Es war ein wunderbarer Ausflug mit unvergesslichen Eindrücken von den Reisfeldern. Nach dem wir uns auf dem lokalen Markt gestärkt hatten, brachte uns Vang und sein Kollege dankenswerter Weise noch zum Bus nach Can Tho, der auch nur von Euch Vietnamesen genutzt wurde, aber als Express direkt und damit schneller fuhr.

Der Bus war ein neues Modell von Mercedes und zischte über die Strassen. Er war sehr komfortabel und wir fanden noch Platz in der letzten Reihe, obwohl er eigentlich schon voll besetzt war. Wir wussten, dass die Route von der Grenzstadt Chau Doc nach Can Tho die Hauptschmuggelroute ins Mekong Delta war. Daher waren wir nicht sehr überrascht, als wir bei einem der Busleute eine doppelte Kleidung entdeckten unter der eine Weste und zweite Hose aus Zigarettenschachteln versteckt waren. Ein wenig verdutzt staunten wir dann allerdings, als die Mutter, mit deren kleiner Tochter Anja die ganze Zeit spielte, ihrerseits ihre Kleidung lüftete und versteckte Zigaretten zum Vorschein brachte. So ist dies halt, dachten wir uns, und bekamen die Bestätigung, dass Ihr Vietnamesen euch schon zu helfen wisst.

Generell sahen wir einige Dinge, die uns stark an unsere eigene Vergangenheit erinnerte. Da Vietnam eine sozialistische Republik ist, sind uns Hammer und Sichel, Pioniere und Propaganda-Poster im Straßenbild gut bekannt. Im Gegensatz zur DDR haben jedoch viele internationale Firmen und Marken Einzug gehalten, auch wenn viele billige Kopien sind, und es fehlt an nichts. Die Läden sind voll und auf den Märkten herrscht ein reges Treiben. Des Weiteren ist uns positiv aufgefallen, dass es eine Müllabfuhr gibt, die sich in Kambodscha noch in einem gefühlten Versuchsstatus befindet. Internet ist, wie bisher fast überall, frei zugänglich, so dass eine gewisse Informationsfreiheit besteht. Allerdings habt ihr die Seiten von Facebook gesperrt, so dass wir unsere Freunde auf diesem Wege in der nächsten Zeit nicht erreichen können.

Da es in unserem Hotel auch Internet gab, nutzten wir die Chance, mal wieder mit unseren Lieben in der Heimat zu telefonieren. Dank Skype konnten wir sogar eine Videokonferenz mit Anjas Eltern abhalten. Es ist schon unglaublich, wie einfach es heute ist, mit seinen Leuten in Kontakt zu bleiben. Gestern hatte nämlich auch mein kleiner Bruder Paul in Uganda Geburtstag und wir konnten ihm telefonisch gratulieren. Das Schuljahr ist für ihn genauso wie für seine Brüder beendet und sie sind mittlerweile alle zu Hause. Die Mutter Jane hat somit wieder das Haus voll und kann sich um die Burschen kümmern. Ihnen geht es gut, obwohl alle gesundheitlich ein bisschen angeschlagen waren. Bei dem straffen Schulprogramm zeigen die Körper irgendwann Ermüdungserscheinungen. Es war nach langer Zeit schön, alle ihre Stimmen zu hören. Gerade in der Ferienzeit vermisse ich die Jungs sehr, besonders da ich sie im letzten Jahr um diese Zeit für 4 Wochen besucht hatte.

Angekommen in Can Tho blieb der Ansturm der Mopedfahrer aus, so dass wir uns ein Taxi zu einem Hotel nahmen. Mr. Sang empfang uns freundlich und las in unseren Augen ab, dass wir Lust auf eine private Fahrt im erweiterten Mekong-Delta hatten. Am nächsten Morgen ging es dafür bereits um 5:30 Uhr los. In der Hotellobby wartete bereits Cong, der uns sogleich zu seinem Boot brachte, so dass Anja und ich noch vor Sonnenaufgang mit einem kleinen Holzboot im Mekong Delta herumshipperten. Wir waren nicht die einzigen Touristen, die sich für eine private Fahrt entschieden hatten, und grüßten uns gegenseitig. Die ersten Stationen waren die schwimmenden Märkte von Can Tho. Da wir keine große Vorstellung hatten, schauten wir den Verhandlungen der Kaufleute auf den unterschiedlichen Schiffen zu. Viele Gemüse, wie Zwiebeln, Salate, Kartoffeln und Obst wechselten die Besitzer. Zusätzlich gab es aber auch viele Dinge des täglichen Bedarfs, die von Board zu Board gereicht wurden. Plötzlich tauchte neben uns ein kleines Boot auf, auf dem ein kleiner Junge mit mehreren Bananen saß und uns seine Mutter frisch gekochten Kaffee und andere Getränke anbot. Wir waren also auf einmal Teil des Geschehens und des Markttreibens, denn die Frau hatte sich wie ein Imbißstand auf die Versorgung der Touristen spezialisiert. Anja und ich waren von der Idee begeistert, um diese Uhrzeit einen Kaffee zu trinken, und kauften gleich noch eine Getränk für Cong. Nach diesem ersten Markttreiben besuchten wir eine Fabrik, in der Glasnudeln hergestellt wurde. Wieder durften wir Zeugen sein, wie das Leben in Vietnam abläuft. Auf dem zweiten Markt ging es dann etwas ruhiger zu. Dort waren die Frauen damit beschäftigt, kleinere Mengen an Gemüse, Obst und Reis zu vertreiben, um die kleineren lokalen Märkte bzw. Gemüsestände zu versorgen. Immernoch begeistert vom Kaffeebötchen, fragten wir Cong, ob er uns von einer Marktfrau ein paar Baby-Ananas als Frühstück organisieren könnte. Freundlich willigte er ein und schnitt uns unsere beiden Früchte dann auch gleich zurecht.

Der Vorteil von den kleinen Booten und den privaten Touren ist, dass wir auch in die Kanäle und damit ins wahre Mekongdelta eindringen konnten. Dort erwartete uns eine ganz andere Welt, als das Treiben auf dem breiten Fluss. Nach den Marktbesuchen bog Cong mit unserem Kahn ab und zeigte uns das Leben dort. Wir besuchten kleine Reisfelder, bestaunten wie üppig Mutter Natur bewachsen war, gingen durch die Siedlungen auf den von Kanälen umgebenen Inseln und konnte in die Häuser der dort lebenden Menschen schauen. Überall wurden wir freudig begrüßt und die Kinder der Bewohner winkten uns zu und präsentierten uns stolz ihr "Hello!" Bei den kleineren war es manchmal etwas schwieriger und Mama und Papa bzw Opa mussten ein wenig nachhelfen. Wir fragten uns, ob daher die Freundlichkeit von Euch Vietnamesen kommt, da ihr schon im Babyalter uns Touristen freundlich grüßt und manchmal durch Eure Eltern auch müsst. Egal, wir freuten uns, genossen die Aufmerksamkeit und winkten immer fröhlich zurück. Nach all diesen Erlebnissen und Begegnungen fuhren wir nach einem kurzen Mittagssnack zurück ins Hotel und bereiteten uns auf unsere Abfahrt vor.

Anja und ich entschieden, noch ein bisschen Zeit im Mekong Delta zu verbringen und wollten dafür My Tho und Ben Tre ansteuern. Wir hatten uns dazu ein Busticket organisiert. Die Menschen in Can Tho waren ganz stolz, dass wir mit ihrem neuen Service, der direkt bis nach Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt) verkehrt, fahren würden. Wir besprachen mit dem Busunternehmen, dass wir nur bis My Tho fahren würden, und buchten unser Ticket dementsprechend. Uns wurde versichert, dass dies kein Problem sei und der Busfahrer dies auch wüsste. Beim Beladen fragte ich explizit noch einmal nach, und unser Vorhaben wurde nochmals bestätigt. Nun könnt Ihr Euch sicherlich vorstellen, dass Anja und ich extrem frustiert und aufgebracht waren, als wir den Bus nach dreieinhalb Stunden Fahrt und einer komischen Pause verlassen musste, um festzustellen, dass wir doch nach Saigon gebracht wurden. Sowohl der Busfahrer und sein Begleiter wollten nicht auf unsere Fragen antworten, in welcher Stadt wir uns befänden. Unsere Vorahnung wurde bestätigt und wir waren ausser uns, da wir noch nicht nach Saigon wollten und unvorbereitet waren. Eine Fahrt mit einem lokalen Bus zurück nach My Tho hätte zusätzlich Geld gekostet, nochmal zwei Stunden gedauert und wäre in die verkehrte Richtung gewesen. Darauf hatten wir keine Lust, da es mittlerweile auch abends 19 Uhr war. Nach der anfänglichen Aufregung konnten wir uns allerdings gegenseitig beruhigen und die Situation analyisieren. Da wir bereits tolle Erlebnisse im Mekong-Delta an diesem Tag erfahren hatten und wir sowieso nach Saigon gewollt hätten, war es vielleicht ein Wink des Schicksals.

Jetzt sind wir also zwei Tage früher als geplant hier und kämpfen uns durch die Großstadt, was wir eigentlich noch ein bisschen vermeiden wollten. Allerdings haben wir das beste aus der Situation gemacht, ein kleines sauberes, günstiges, ruhiges und gemütliches Hotel gefunden und unseren Reiseplan angepasst. Jedoch werden wir unseren Freund Wiesi trotzdem erst am 10. in Hanoi treffen. ;-) Heute waren wir bereits unterwegs, werden aber darüber und die kommenden Tage erst beim nächsten Mal berichten.

Liebe Vietnamesen, wir danken nochmals für die tollen Erlebnisse der letzten Tage und freuen uns jetzt auf Saigon und unsere Weiterreise an der Küste Vietnams in Richtung Norden und nach Hanoi.

Beste Grüße

Anja und Patrice


... link (3 Kommentare)   ... comment


Samstag, 27. November 2010
Koh Rong - Du kleines Paradies
Hallo,

Entschuldigt bitte, dass wir uns erst heute melden, aber in den letzten Tagen hatten wir kein Internet verfügbar. Vielleicht haben einige gehört, dass sich am letzten Tag auf dem Wasserfest eine Massenpanik in Phnom Penh ereignet hat. Das sind sehr traurige Nachrichten, da an die 350 Menschen ums Leben gekommen sind. Uns geht es gut, da wir wie angekündigt den Bus nach Sihanoukville am Montag genommen haben und somit nicht in der Nähe des Unglücks waren. Die 4-stündige Fahrt war nicht sehr anstrengend und wir genossen die schöne Landschaft mit palmenbewachten Reisfeldern vor grün-bewachsenen Hügeln. Von der Panik haben wir erst am Dienstagmorgen erfahren, als wir bereits auf dem Boot nach Koh Rong waren. Erst heute werden wir uns des Ausmaßes bewusst, da wir wieder ins Netz schauen können. Wir sind geschockt und trauern mit den Opfern.

Bevor wir jedoch über unsere Faulenztage auf der Insel vor der Küste Kambodschas berichten, möchten wir noch einmal auf Phnom Penh eingehen. Falls ihr geschockt von den Bildern der Genozide gewesen seid, war das ein bisschen unsere Absicht. Wir wollten euch an unseren Emotionen teilhaben lassen, so dass ihr in etwa nachempfinden könnt, was wir fühlten, als wir die eingeschlagenen Schädel gesehen haben. Das geht ja bekanntlich mit Bildern sehr gut.

Zwei andere Dinge haben uns in Phnom Penh noch Schmunzeln lassen, von denen wir euch auch berichten möchten. Zum einen sind gerade Hausanzüge, die wie Schlafpyjamas aussehen, bei den Kambodschanerinnen in Mode. Dadurch läuft jede vierte Frau im Schlafanzug durch die Stadt und geht zum Einkaufen, Abendessen und auch beim Wasserfest haben wir einige in ihren Anzügen gesehen. Es war absolut komisch für uns, dies zu beobachten, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Eine zweite Sache hat uns auch noch überrascht. Als wir zufällig durch die Kinderbuchabteilung einer Bücherhandlung gingen, staunten wir sehr, als wir Adolf Hitlers "Mein Kampf" im Regal entdeckten. Entweder sollte das Buch lächerlich gemacht werden, oder die Kambodschaner verstanden den Inhalt nicht so wirklich. Wir haben nicht weiter nachgefragt.

Am Montag sind wir, wie bereits erwähnt, nach Sihanoukville an die Küste Kambodschas gefahren. Eigentlich wollten wir gleich auf eine der Inseln übersetzen, jedoch fuhr an diesem Tag kein Schiff mehr und wir hätten eins privat chartern müssen. Also entschieden wir uns in einem Reisebüro, in dem die kambodschanische Besitzerin Deutsch sprach, dass wir am nächsten Tag für vier Nächte nach Koh Rong schippern würden. In dem Reisebüro sprachen wir noch kurz mit einem anderen deutschen Pärchen und freuten uns tierisch, dass wir die nächsten Tage am Meer verbringen würden. Michi, leider ist es nicht Lazy Beach geworden, da es nicht ganz in unser Budget gepasst hat und es günstigere Alternativen gab. So verbrachten wir den Tag in Sihanoukville und genossen unser Abendessen bei Kerzenschein an dessen überlaufenen Strand.

Am nächsten Morgen wurden wir abgeholt und freuten uns, dass wir im Tucktuck das Pärchen vom Vortag wiedertrafen. Ute und Achim aus NRW würden auch eine Nacht auf der Insel verbringen und wir kamen schnell ins Gespräch. Die Überfahrt dauerte 2,5 Stunden und schien endlos zu sein. Jedoch hatte sich die Fahrt gelohnt, als wir auf Koh Rong anlegten und den schneeweißen Strand und das türkise Wasser sahen. So hatten wir uns das vorgestellt. Die Holzhütten waren sehr einfach, standen aber nur 10m vom Wasser entfernt. Wir konnten es kaum erwarten, vom Boot zu kommen und ins Wasser zu springen, was wir auch bald taten. Anja und ich wussten, dass wir uns in den nächsten Tagen hier sehr erholen würden. Das Abendessen genossen wir mit Ute und Achim bei der untergehenden Sonne. Danach wurde uns ein kleines Feuer am Strand angezündet und wir unterhielten uns lange bei ein paar Bier und einer Flasche Wein.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von den beiden, da sie weiter nach Thailand reisten. Unsere Tage verbrachten wir danach sehr ähnlich. Wir schliefen lange, genossen am Morgen den Blick aus unserem Fenster, frühstückten auf unserer kleinen Terrasse, gingen häufig schwimmen, schnorchelten ein bisschen, lasen viel, hörten etwas Musik und faulenzten richtig schön in den Korksesseln. Einmal schauten wir uns das benachbarte Dörfchen hier an, grüßten die freundlichen Leute und sahen, wie einfach diese hier vom Fischfang und unserem Camp lebten. Das Camp bestand aus 13 Bungalows und einer kleinen Küche an einem 4km langen Strand. Mehr gab es hier nicht. Der Strom wurde nur zwischen 18 und 22 Uhr angestellt, der Handyempfang war miserabel und es gab weder Fernsehen noch Internet. Schön! Natürlich pisakten uns einige Insekten und wir hatten ulkige Mitbewohner. Duschen und die Toilette spülen erledigte man per Schöpfkelle und dem Wasser in einer Tonne, die gefüllt werden konnte. Doch das alles störte uns nur wenig. Abends gingen wir spazieren und beobachteten, wie die Sonne hinterm Horizont verschwand. Dabei wunderten wir uns, als der Strand lebendig wurde, da sich dutzende Sandkrabben auf Nahrungssuche begaben und sich wie kleine Wirbelwinde bewegten. Wir hatten eine unglaublich entspannte Zeit auf dieser paradiesischen Insel und freuten uns über unser Glück, dies erleben zu können. Das Zusammenspiel des hellen Sandes, des klaren Wassers, der grünen Hügel, der Wärme der Sonne und des milden Rauschens der Wellen ließ unsere Seelen baumeln. Wir vergaßen all unsere Vorhaben und das wir bald weiterreisen mussten.

Mittlerweile sind wird wieder an Land und werden uns morgen auf den Weg nach Vietnam begeben. Wir versuchen, über kleine Städte im Süden Kambodschas nach Vietnam einzureisen und dann gleich zum Mekong-Delta zu gelangen. Die einfachere Strecke wäre über Phnom Penh und Ho-Chi-Minh Stadt gewesen, aber wir wollten die großen Städte meiden und es abenteuerlicher erleben.

Bis bald aus dem Mekong-Delta oder vielleicht schon Ho-Chi-Minh, wo wir danach hinfahren werden.

Anja und Pat

PS: Übrigens Achim, hat es nach eurer Abfahrt nicht wieder geregnet. ;-)


... link (3 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 21. November 2010
Geburtstag und Phnom Penh
Hallo Ihr Lieben,

ersteinmal bedanke ich mich für die vielen lieben Nachrichten, die auf diesem Blog, GMX und auf Facebook eingegangen sind. Es ist immer schön, viele Glückwünsche zu bekommen und zu wissen, dass so viele Leute an einen denken. Besonders gefreut habe ich mich über die Mail von Anja's Großeltern, die sich mit 84 einen Internetanschluß zugelegt haben, um unserem Blog besser folgen zu können. Auf diesem Weg möchte ich Omi und Opi Simon ganz herzlich hier begrüßen und schreiben, wie toll Anja und ich das finden. Prima!! Als Geschenke fuhren wir per Boot nach Phnom Penh und haben uns gestern ein Weitwinkelobjektiv für unsere Kamera gekauft, um die kommenden Landschaften noch besser einfangen zu können. Darüber hab ich wie ein kleiner Junge gestrahlt.

Der Geburtstag begann mit 5:30 Uhr recht früh, da wir das Boot nach Phnom Penh erreichen wollten. Wir wurden ein bisschen an unsere deutsche Mentalität erinnert, als die Abholung sich verspätete und wir befürchteten, die Abfahrt zu verpassen. Mit etwas Puls erreichten wir das Express-Boot noch rechtzeitig, da es auf uns wartete und wir wieder erfuhren, dass es nicht immer so pünktlich abläuft, wie wir es manchmal erwarten. Als wir vom Steg ablegten, knallte auch schon der Korken unserer Sektflasche, die wir mit an Board gebracht hatten. Anja und ich stossen an und genossen, meinen Tag so zu beginnen. Wir waren sehr seelig und erfreuten uns an den Landschaften und schwimmenden Dörfern, an denen wir vorbeifuhren.

In Phnom Phen angekommen, organisierten wir uns eine ruhige Unterkunft und fuhren gleich zur vietnamesichen Botschaft, um uns ein Visum zu besorgen. Wir freuten uns sehr, dass keine Schlange in der Botschaft war und wir das Visum bereits am nächsten Tag abholen konnten. Da wir unsere administrativen Aufgaben für den Tag so schnell erledigt hatten, ließen wir uns zum Flußufer und in die Restaurant- bzw. Kneipenmeile von Phnom Penh bringen. Auf der Fahrt zur Unterkunft hatte ich ein Irish Pub mit dem Namen "Paddy Rice" entdeckt. Um 15 Uhr saßen wir dort und fingen an, den Tag mit einem frisch gezapften Angkor Draught zu begießen. Wir entschieden uns, eine Kneipentour zu machen und so ein bisschen die Stadt zu erkunden. Das nächste Lokal hatte einen tollen Balkon in der zweiten Etage und wir beobachteten das Geschehen auf der Strasse von dort oben. Allerdings fiel uns auf, dass wir die einzigen Gäste waren, was so früh nicht verwunderlich war, aber dass ausser uns viele einzelne kambodschanische Frauen die Tische besetzten. Als wir das Lokal verließen, schauten wir noch einmal auf die Leuchtreklame und erkannten, dass wir in einem Meeting Place, einer Kneipe um lokale Kambodschanerinnen kennen zu lernen, getrunken hatten. Wir mussten darüber sehr schmunzeln, obwohl es für die Frauen sicherlich nicht zum Schmunzeln war, da ich u.a. mit Anja da war. Da wir so zeitig angefangen hatten, ging es abends nicht zu lang, aber wir beendeten meinen Geburtstag mit einer obligatorischen Runde Jägermeister.

Am nächsten Tag hatten wir uns ein Kontrastprogramm organisiert, da wir die Killingfields (Massengräber) des kommunistischen Rote-Khmer-Regimes besuchten. Die damalige Regierung um Pol Pot versuchte ihre Ansätze ohne Kompromisse umzusetzen und brachte Intelektuelle, Regimegegner und auch eigene Leute auf brutalste Weise per Hand mit Macheten, Messern und Äxten um. Auch Kinder und Babies waren unter den Opfern, da die Regierung Racheakte befürchtete und daher die Nachkömmlinge der Opfer gleich miterledigte. Die Babies wurden z.B. an den Füßen gefasst und die Schädel an einem Baum zerschlagen. Als die Regierung 1979 entmachtet wurde, fand man die 129 Massengräber und die Überreste der Menschen vor den Toren Phnom Penh's. Die Überreste sind in einer Stupa, dem Gedenkturm, aufgebahrt, um den Opfern dieser Greueltaten zu gedenken. Während in den Killingfields an die 20.000 Menschen umgebracht wurden, fielen über 3 Millionen im ganzen Land der Regierung zum Opfer.

Nach den Killingfields besuchten wir das Tuol-Sleng Museum in der Stadt. Diese ehemalige Schule wurde bei der Machtübernahme der Roten Khmer zum zentralen Gefängnis umfunktioniert. Die damalige Regierung versuchte das Land in einen Bauernstaat mit einfacher Bevölkerung umzuwandeln, zerstörte Schulen und Universitäten und zwang seine Einwohner zur Arbeit in der Landwirtschaft aus den Städten in die Dörfer. Des Weiteren sollte die Khmer Kultur komplett zerstört werden. Daher wurden Tempel verwüstet und auch die meisten Buddha-Statuen in den Angkor Tempeln enthauptet. Das Tuol-Sleng, auch S-21 genannt, dokumentiert, wie die Häftlinge untergebracht, gefoltert und getötet wurden. In den Räumen sind zahlreiche Tafeln mit den Bildern der inhaftierten Kambodschaner aufgestellt. Es war sehr ergreifend dort durchzulaufen und in den Augen und Gesichtern der Menschen die Angst, Wut, Enttäuschung, Zorn und Unschuld zu sehen. Wie so oft, kann man nur hoffen, dass solche schrecklichen Dinge nicht noch einmal auf dieser Welt geschehen.

Der gestrige Tag hatte erfreulichere Erlebnisse für uns zu bieten. Zufälligerweise ist an diesem Wochenende das Wasser und Mondfest in Kambodscha. Es werden die frühen Bootskämpfe mit den Nachbarländern durch Wettfahrten mit Ruderbooten, auf denen über 50 Leute sind, nachgestellt. Anja und ich putzten uns ein wenig heraus und wollten natürlich auch Teil dieses großen Spektakels sein. Das Fest ist eines der größten Volksfeierlichkeiten in Kambodscha und es fühlte sich an, als ob die ganze Stadt am Flußufer war, um den Wettkämpfen beizuwohnen. Das kambodschanische Tourismusministerium hatte für die internationalen Gäste eine eigene Bühne mit gold-überzogenen Stühlen gleich neben dem König organisiert, welche ohne Eintritt zu verlangen zum Sitzen einluden. Wir fanden das als große und sympathische Geste dieses Landes, nahmen diese Einladung auch dankend an, fühlten uns aber gegenüber der kambodschanichen Bevölkerung doch sehr privilegiert. Allerdings sahen wir nur den Sonnenschirm des Königs und konnten keinen direkten Blick auf ihn werfen. Das Volksfest wurde mit einem tollen Feuerwerk und dem Ablegen von Booten abgeschlossen, auf denen Heiligtümer des Landes aus beleuchteten Glühbirnen aufgestellt waren. Wir waren sehr beeindruckt von diesem Erlebnis, beendeten den Tag in einem Club und konnten zur Feier des Tages auch mal wieder das Tanzbein schwingen.

Heute ist Ruhetag angesagt, an dem wir die vergangenen Tage reflektieren können. Morgen fahren wir weiter an die Küste Kambodscha's und hoffen, dass dort gutes Wetter ist. In den letzten Tagen regierte eine Regenfront vor Vietnam das Wetter an den Küsten, doch ist diese hoffentlich weitergezogen.

Liebe Grüße von uns und bis bald

Anja und Pat


... link (4 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 17. November 2010
Die verwunschenen Tempel von Angkor
Der Club nebenan in Bangkok schloss am Sonntagmorgen um 5 Uhr, so dass wir noch eine Stunde Schlaf hatten, bevor unser Wecker klingelte. Prima, dachte ich, wir sind auf Erkundungsreise und stehen sonntags um 6 Uhr auf. Jedoch wollten wir einen frühen Bus zur Grenze zwischen Thailand und Kambodscha nehmen, damit wir zeitiger in Siem Reap und somit in der Nähe der Tempel von Angkor ankommen würden. Unser Vorhaben hat auch super geklappt, da wir direkt in einen Bus einsteigen konnten, als wir auf dem zentralen Busbahnhof von Bangkok ankamen. Vier Stunden danach organisierten wir uns an der Grenze ein Visum und bereits eine Stunde später, saßen wir auf kambodschanischer Seite in einem Taxi. Wiesi, der Highway Number 6 ist mittlerweile eine frisch asphaltierte Strasse, so dass wir nur 2 Stunden von der Grenze bis nach Siem Reap brauchten. Wir suchten uns eine günstige Unterkunft und fanden auch etwas halbwegs ruhiges.

Wir hatten im Hotel einen Fahrer organisiert, der uns mit seinem Moped und Anhänger für zwei auf eine wunderbare Tour mitnahm. Wie einige uns schon vorhergesagt haben, waren die Tempel atemberaubend und haben uns richtig gut gefallen. Diese verwunschenen Anlagen, die von der Khmer Dynastie im 12. Jahrhundert erbaut worden und mittlerweile vom Dschungel zurückerobert waren, sind unglaubliche Beispiele, wozu Menschen fähig sind. Die Khmer sagen, dass die Tempel von den Göttern erbaut wurden, und oft möchte man ihnen glauben. Wir konnten vom ersten Tag nicht genug bekommen und sind deshalb gestern mit dem Fahrrad noch einmal dorthin gefahren. Obwohl wir diese Idee fantastisch fanden, waren unsere Hinterteile von den klapprigen Rädern am Abend dann nicht so begeistert.

Nach all den Informationen, die wir über Kambodscha erhalten haben, sind wir positiv überrascht, wie gut die Infrastruktur ist und wie freundlich die Menschen sind. Vielleicht liegt es daran, dass wir den Vergleich mit Indien und Uganda haben, wo auch viel Armut herrscht. Wir sehen hier viele Landminenopfer und die Kinder an den Tempeln, die kleine Dinge verkaufen, tun uns auch oft Leid. Ein paar Ansichtskarten und Magneten haben wir daher von ihnen auch schon erworben. Wenn man das historische Leid der Kambodschaner betrachtet, ist es doch erstaunlich, wie viel sich in diesem Land entwickelt hat. Zwar sind wir bisher nur im touristischen Zentrum unterwegs, doch sehen auch die Seitenstrassen und Hinterhöfe annehmbarer aus, als das was wir in anderen Ländern gesehen haben.

Am Sonntagabend haben wir witzigerweise noch Christian, mit dem ich letztes Jahr bei der SAP zusammengearbeitet habe, und seine Freundin Nina zufällig getroffen. Darüber haben wir uns alle köstlich amüsiert und waren am Montag was Essen, um unsere Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen. Es war ein schöner Abend und wir hatten festgestellt, wie klein doch diese Welt ist.

Heute ruhen wir uns aus, bevor wir morgen weiter fahren. Als Burtseltagsgeschenk habe ich mir eine Bootsfahrt nach Phnom Penh gewünscht, so dass wir die Strecke in die Hauptstadt auf dem Wasser zurücklegen werden. Wir freuen uns schon, obwohl die Tour sehr touristisch sein und es nicht viel zu sehen geben soll. Wir werden trotzdem viel Freude haben und das ein oder andere Mal anstossen.

Anbei haben wir wieder ein paar Bilder für euch. Bei der Angkortour habe ich auch eine kleine Macke entwickelt und verschiedenste Säulen der Tempel fotografiert. Wer Lust darauf hat, kann sich die Aufnahmen gern unter folgendem Link anschauen. Aber es sind wirklich nur Säulen. Anja denkt schon, dass ich durchdrehe.
Angkor's Säulen 17.11.2010

Liebe Grüße und wir melden uns dann wieder aus Phnom Penh

Anja und Pat


... link (26 Kommentare)   ... comment


Samstag, 13. November 2010
Bangkok - Wat'n hier los!
Wat Phra Kaeo, Wat Pho und Wat Arun waren die ersten Tempel, die wir uns hier in Bangkok angeschaut haben. Selbstverständlich waren wir beeindruckt, von den vergoldeten Gebäuden und Dachzipfeln, den vielen Details der Architektur und den vielen unterschiedlichen Buddhastatuen. Besonders überwältigt haben uns der Smaragdbuddha im Wat Phra Kaeo, der das Nationalheiligtum Thailands ist, und der 15 m hoch und unglaubliche 46 m lang liegende und vergoldete Buddha, der in einem Schrein des Wat Pho's zu finden ist. Auch setzten wir mit der Fähre über den Chao-Phraya-Fluss und erkletterten einen Tempel des Wat Arun, um die Aussicht über Bangkok zu erleben.

In Bangkok genießen wir es, uns wieder etwas freier bewegen zu können. Des Weiteren sind wir darüber erstaunt, dass es trotz des vielen Verkehrs keine Hupkonzerte gibt. Das dies möglich ist, hatten wir in den Wochen in Indien schon fast vergessen. Hier sind wir mal wieder mit öffentlichen Bussen unterwegs gewesen, um die Stadt zu erkunden. Es gefällt uns sehr, dass wir dadurch auch ein paar dunklere Nebenstrassen erkunden und weniger überlaufene Orte entdecken konnten. Auf einem kleinen Markt genossen wir lecker gefülltes Eierkuchengebäck, dass frisch auf einer Moped Küche zubereitet wurde. Es gibt an jeder Strassenecke mobile Stände, an denen man gebratene Nudeln, Suppen aber auch frische Obstsäfte und -salate bekommen kann. Wir können viel ausprobieren und brauchen uns nicht so große Gedanken über unsere Magen-Darm-Systeme machen. In Bangkok gibt es viel zu entdecken.

Allerdings sind wir in der Khao San Road abgestiegen und haben verpasst, uns genauer über diese Strasse zu informieren. Sie ist eine Mischung aus Ballermann und der Großen Freiheit in Hamburg, so dass ihr euch vielleicht vorstellen könnt, was hier los ist. Die Touristenanzahl hat sich vertausendfach und dementsprechend auch Partylaune und nicht nur der Alkoholkonsum. Das wäre eigentlich nicht problematisch, wenn unser Zimmer nicht auf der Rückseite eines Clubs liegen würde. Die Wände unseres Zimmer vibrieren und wir möchten nicht beschreiben, was gestern bei unseren irischen Zimmernachbarn nach Sperrstunde abging. Wir warten bis der Club schließt, was bisher zwischen halb drei und halb fünf war. Früher wären wir vielleicht auch durch die Nacht gezogen, aber wir sind wohl zu alt geworden, um das jeden Abend zu überstehen. Klar könnten wir uns beschweren oder die Unterkunft wechseln, aber irgendwie beißen wir uns die paar Nächte durch. Für unsere Augenringen ist dies nicht besonders förderlich, wir nehmen es aber mit Humor.

Des Weiteren ist es erstaunlich, auf welche Gedanken Menschen kommen, wenn sie auf engem Raum mit viel Alkohol und Drogen leben. Uns ist extrem aufgefallen, dass mindestens jede zweite Kellnerin einmal ein Mann gewesen ist, der sich umoperieren hat lassen. Auch sehen wir einige Sex-Touristen, haben aber keine Lust, sie in anderen Stadtteilen zu beobachten, wie es in unserem Reiseführer als Highlight empfohlen ist. Zusätzlich fragen uns die Rikschawfahrer zu später Stunde jedes Mal, ob wir eine Ping-Pong-Tour machen möchten. Da wir um 23 Uhr keine Lust auf Tischtennis haben, lehnen wir aber dankend ab. Natürlich wissen wir, dass damit die Gogo-, Sex- und Ladyboy-Shows gemeint sind, die nicht unbedingt Hochkultur sind und bei denen man meistens abgezockt wird. Hier rennen einige Typen herum, die geschwollene Gesichter und blaue Augen haben, die von den Erlebnissen der letzten Nächte zeugen.

Anja und ich versuchen daher, so oft wie möglich weg von der Khao San zu kommen. Zwei Kreuzungen weiter, befinden sich kleine Gassen, welche Oasen für uns darstellen. Wir haben auf unserer Tour bereits festgestellt, dass wir solche ruhigeren Plätze brauchen, um dem Lärm zu entfliehen und ein bisschen runter zu kommen. In Indien war es eine westliche Café-Kette und hier in Bangkok sind es diese Gassen. In diesen Oasen gehen wir meistens Essen und haben eine kleine verträumte Kneipe entdeckt, die von einer charismatischen jungen Thai geführt und hauptsächlich von jungen Locals besucht wird. Dort haben wir uns gestern dann auch für einen kleinen Eimer Whiskey-Cola als Getränk ala Ballermann entschieden, dafür hat die Chefin uns ihre kleine Gitarre gebracht, auf der wir uns probieren konnten.

Heute haben wir dort ein weiteres Highlight unserer Reise erlebt. Ich konnte Anja überreden, eine Fish-Spa zu machen. Man steckt seine Füße in ein Aquarium, die sofort von dutzenden Putzerfischen attackiert werden. Die ersten Minuten sind schrecklich, da das kribbelnde Gefühl so ungewöhnlich ist und man nicht weiss, ob man vor Kitzeln lachen oder vor Unwohlsein fliehen möchte. Für Anja war es die Hölle und sie gestand, dass es das Ekeligste in ihrem Leben wäre. So richtig kann man sich an das Gefühl auch nicht gewöhnen, da die kleinen Fische sich auch in die Zehenzwischenräume drängen, um dort nachzuschauen. Gründlich sind sie ja bei der Entfernung von alten Hautresten schon. Überraschender Weise war das Gewusel an unseren Füßen sehr stark und wir fragten uns, ob die Fische den ganzen Tag nichts zu fressen bekommen hatten, oder ob es wirklich so viel für sie zu tun gab. Jedenfalls dauerte das Bad 15 min und Anja war begeistert, dass ihre Haut so weich war. Sie wollte gleich ins Hotel zurück und ihre Beine eincremen.

Dies war heute nochmal ein gelungener Abschluß für unseren ersten Aufenthalt in Bangkok. Vielleicht kommen wir in den nächsten Wochen noch einmal zurück, da wir auf unserer Süd-Ost-Asien-Tour noch einmal vom Norden in den Süden Thailands wollen. Morgen fahren wir nach Kambodscha. Wir haben eine Ahnung, wie das funktionieren soll, haben aber weder ein Bus-Ticket noch eine Unterkunft. An der Grenze brauchen wir dann noch ein Visum, was wir bei der Einreise erhalten sollen. Wir sind gespannt und wissen jetzt schon, dass wir den morgigen Tag nicht so schnell vergessen werden. Nebenan ist schon wieder Halli-Galli, jedoch versuchen wir, noch ein bisschen Schlaf zu bekommen.

Beste Grüße und bis bald

Anja und Pat


... link (4 Kommentare)   ... comment