Montag, 4. April 2011
Bitter-süßer Abschied zur Halbzeit
Der 2. April, welcher am Samstag gewesen ist, war der rechnerische Mittelpunkt unserer Reise. Das bedeutet, dass wir Bergfest feiern konnten sowie dass wir uns zeitlich auf der Rückreise befinden. Unglaublich, dass so viel schon vorbei ist. Aber wir haben ja noch einiges vor uns. Unsere Zeit in Neuseeland ist allerdings abgelaufen. Anja und ich hatten unvergessliche Wochen in diesem schönen Land. Wir werden sicher noch lange an die atemberaubenden Landschaften denken, durch die wir gewandert sind und an die lieben Menschen, die wir hier getroffen haben. Dank Paul konnten wir viele wunderschöne Orte erleben, haben uns aber noch einiges für einen nächsten Besuch offen gelassen. Obwohl wir gut unterwegs waren, konnten wir nicht alles, wie z.B. die Ostküste und den Norden der Nordinsel sowie den Osten der Südinsel mitnehmen. Es gibt noch viel zu sehen und wir freuen uns schon auf eine Wiederkehr.

Nachdem wir sowohl den neuen TÜV erhalten sowie die Registrierung für Paul verlängert hatten, boten wir ihn zum Verkauf im Internet an. Die Webseite TradMe ist vergleichbar mit ebay bei uns, wo gebrauchte Gegenstände von privaten Händlern über das Internet verkauft werden. Wir hatten die schönsten Bilder, die wir von und mit Paulo geschossen hatten ausgesucht. Auch sind wir mit dem Preis runter gegangen, da wir auf dem Automarkt gemerkt hatten, das Interessenten nicht mehr viel für Campervans zahlen wollten. Allerdings versprachen wir uns nicht sehr viel von dieser Möglichkeit. Daher entschieden wir uns, noch einmal unsere Sachen zu packen und unsere Vorräte aufzufüllen, um in Richtung Norden aufzubrechen, da wir unsere Zeit nicht in Auckland absitzen wollten.

Da es schon spät war, fuhren wir nur 1,5 Stunden bis zum Rodney Kap, welcher ein beliebter Ort zum Schnorcheln ist. Wir checkten in einen Campingplatz ein und parkten Paul mit einer herrlichen Aussicht zum Meer. Als wir gerade beim Abendessen waren, klingelte das Telefon und wir hatten den ersten Interessenten. Total aber freudig überrascht, verabredeten wir uns mit Ryan, einem Amerikaner auf Entdeckungstour, für den nächsten Tag in Auckland, um Paulo vorzuführen. Wir waren unglaublich froh, dass unser Wagen doch einen gewissen Reiz hatte. Dies bedeutet allerdings, dass wir unseren Trip sofort wieder abbrechen mussten und was viel schlimmer war, wir unsere wahrscheinlich letzte Nacht in Paul vor uns hatten. Ein mulmiges Gefühl kam über uns, da wir uns wahrscheinlich doch so schnell von Paulo trennen müssten. Jedoch waren Anja und ich froh, dass wir überhaupt die Möglichkeit erhalten hatten, noch einmal im Herzen unseres geliebten Wagens Karten zu spielen und zu schlafen. Wir genossen die Nacht sehr und schliefen behütet und beschützt schnell ein.

Am Mittwoch genossen wir unser Frühstück und hatten mittlerweile weitere Anrufe. Ed aus Nelson war sehr interessiert und bot uns eine Anzahlung an. Danach meldete sich allerdings Jeremy aus Christchurch und bekundete sein Interesse. Er erzählte, dass das Erdbeben sie hart getroffen hatte und dass die Familie nach Auckland umsiedeln wollte und einen Ort zum Schlafen brauchte. Seine Geschichte weckte unseren Helferinstinkt, allerdings wollten wir Ryan nicht vor den Kopf stoßen, da er der Erste war. Also fuhren wir zurück nach Auckland und räumten Paulo wieder aus. Das Telefon klingelte noch einmal und es war wieder Jeremy, der uns zusätzliches Geld bot, wenn wir das Auto an sie verkaufen würden. Er berichtete weiter, dass er beim Erdbeben im letzten Monat all sein Hab und Gut inklusive Haus, Auto und Geschäft verloren hatte. Als ich Anja davon erzählte, wussten wir ohne groß darüber zu reden, was wir zu tun hatten. Ich rief Ryan an und erklärte ihm die Situation. Er war verständlicher Weise nicht froh darüber, musste es aber akzeptieren. Wir hatten uns für Jeremy entschieden und wollten ihnen helfen. Dieser war natürlich über glücklich, als er von unserer Entscheidung erfuhr. Da die Familie so viel durchgemacht hatte, verzichteten Anja und ich auch auf das Extrageld, da wir uns sicher waren, dass sie jeden extra Cent gut gebrauchen könnten und akzeptierten nur die Summe, die wir ins Internet gestellt hatten.

Da wir nun einen Käufer hatten, mussten wir uns über die Geld- und Fahrzeugübergabe einig werden. Wir entschieden uns für eine Postanweisung und ein paar Minuten später hatten Anja und ich die Summe in der Hand und waren froh, dass wir einen Käufer gefunden hatten. Jeremy entschied sich, am Montag nach Auckland zu fliegen, um verschiedene Leute zu treffen und natürlich seinen neuen alten Delica abzuholen. Das tolle an dieser Vereinbarung war, dass wir Paulo so noch weitere Tage inklusive dem Wochenende nutzen konnten. Es war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Erleichtert, dass wir Paulo verkauft hatten, gingen wir dann auch die letzten Tage an. Wir hatten keine Lust, noch einmal alles zu packen und in den Norden aufzubrechen. Des Weiteren wollten wir Paulo auch keine weiteren Kilometer aufzwingen. Wir verbrachten die Tage in Auckland und trieben ein bisschen Sport. Glücklicher Weise hatte sich auch das Wetter extrem gebessert und wir konnten bei 20 Grad und Sonnenschein in den Park gehen. Uns wurde vom Joggen ein bisschen langweilig und Anja hatte die glorreiche Idee, Fußball spielen zu gehen. Da hatte sie in mir natürlich neue Lebensgeister geweckt und so habe ich in den letzten Tagen einen Crashkurs in Fußballtechniken gegeben. Meine Schülering lernte sehr schnell. Zusammen hatten wir viel Spass und genossen die Freiheiten auf den Spielfeldern, die nur 5 Minuten von Dans Haus entfernt sind.

Des Weiteren nutzten wir die letzten Tage, um ein paar Bekannte zu besuchen. Am Mittwoch Abend waren wir auf einem Konzert eines Fussballkumpels. Obwohl die Musik harter Heavy Metal und ein bisschen anstrengend war, freute ich mich, Adam und Band zu sehen. Am Freitag waren wir noch einmal kurz in der Stadt und trafen uns mit meinem Kollegen Walt Marsters. Ich habe für ihn die Abrechnung seiner Projekte gemacht, als ich damals in Neuseeland war. Es war grandios, ihn wieder zu sehen, da er mich damals auch zum Rugby eingeladen hatte. Er bot uns an, bei seiner Schwester auf Rarotonga, einer Insel im Südpazifik, zu übernachten, wohin wir nach Australien reisen werden. Wiesi weiß davon ein Liedchen zu singen. Samstag hatten wir Dans Freundeskreis zu einem Grillabend im Haus. Diese Jungs kennen wir von einigen Trinkspielabenden und es war super, dass wir noch einmal die Chance hatten, sie zu sehen und uns verabschieden zu können. Gestern am Sonntag waren wir bei meinem ehemaligen Fussballtrainer, der uns zum Abendessen eingeladen hatte. Es war eine fröhliche Runde, in die Anja aufs Herzlichste aufgenommen wurde.

Heute war der große Tag der Autoübergabe gekommen und ich holte Jeremy vom Flughafen ab. Als er Paulo sah, wer er total begeistert. Wir können nur hoffen, dass diese Begeisterung genauso lange anhält wie bei uns. Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns und ich erfuhr mehr über seine tragische Situation. Als die Erde bebte, parkte er gerade sein Auto am Straßenrand. Da die Erschütterungen sehr heftig waren, verkroch er sich im Sitz seines Wagens. In diesem Moment fiel das Haus neben ihm zusammen und auf das Dach seines Autos. Er hatte Glück, dass er sich in seinen Sitz verkrümelt hatte und konnte unverletzt aus dem Auto klettern. Seiner Freundin und der 8-Monate alten Tochter ist glücklicher Weise auch nichts passiert. Allerdings ist das Gebiet, in dem seine Kunstgalerie und Musikräume sind, sehr stark zerstört. Gestern war er unter Aufsicht zum ersten Mal in seinem Büro. Die Nachbargebäude sind eingestürzt bzw. müssen demoliert werden. Die Gegend soll einer Geisterstadt geglichen haben, da niemand offiziell in diesen Straßen erlaubt ist. All das hörte sich wie eine Schaudergeschichte an und mir lief es manchmal eiskalt über den Rücken. Nichtsdestotrotz war der Moment gekommen, dass wir den Schlüssel und damit auch Paulo übergeben mussten. Auf der einen Seite waren wir traurig, ihn jetzt nicht mehr zu haben, allerdings auch über die Befreiung der Last froh. Nun konnten wir unbeschwert die Vorbereitungen für unseren Abflug starten.

Heute Abend waren wir mit Dan und seiner Freunden Jennifer noch einmal Essen. Wir bedankten uns bei Ihnen, dass sie uns Unterschlupf gewährt und so lange ausgehalten haben. Es ist einfach toll, solche Freunde zu haben und wir genossen unseren letzten Abend zusammen. Davon sind wir jetzt auch gerade zurück gekehrt.

Morgen geht unser Flieger nach Australien und wir werden schon sehnsüchtig in Melbourne erwartet und freuen uns riesig auf Isa, Ryan, Susi, Henni, Sally und Cormac. Sal holt uns vom Flughafen ab. Wir wissen, dass wir total verwöhnt werden, schätzen diese Gesten aber auch sehr.

Beim nächsten Mal melden wir uns dann aus einem neuen Land, auf das wir uns schon wahnsinnig freuen.

Beste Grüße

Anja und Pat


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Dienstag, 29. März 2011
Zurück in Auckland
Es ist einige Tage her, dass wir uns gemeldet haben. Die Fahrt mit der Nachtfähre erinnerte uns an unsere Zeiten in Asien. Die Abfahrt verzögerte sich auf kurz vor Mitternacht und wir saßen mit Augenringen vorm Fernseher bzw. nutzten die Überfahrt, um zu telefonieren. Während andere Fahrgäste auf den Bänken versuchten, etwas zu schlafen, hielten Anja und ich wacker durch. Gegen 3 Uhr erreichten wir Wellington und besuchten wieder den gleichen Schlafplatz mitten in der Stadt. Obwohl es verboten war, dort zu übernachten, hatten wir keine Lust, großartig weiter zu suchen und blieben dort. Wir konnten kein richtiges Auge zu machen und tankten gegen 7 Uhr Paulo voll, bevor wir uns total übernächtigt auf den Weg weiter in Richtung Norden machten.

Unser Ziel war, in der Nähe Napiers zu übernachten. Nach fast 400 km kamen wir dort gegen Mittag an. Während uns die Südinsel mit ein paar sonnigen Tagen verabschiedet hatte, setzt in Napier ein herbstlicher Regen ein, der uns für die nächsten 48 Stunden pausenlos begleiten sollte. Die Wettervorhersage versprach keine Besserung und Niederschlag in ganz Neuseeland bis zum Wochenende. Wir ließen uns durch dieses miesepetrige Situation allerdings nicht die Laune verderben. Wir schauten uns Napier kurz an, dass für seine Art-Deco Gebäude berühmt ist.

Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, fuhren wir auf einen Campingplatz in der Nähe Napiers. Da es vom Himmel goss, konnten wir leider unsere durch die letzte Nacht steifen Gliedmaßen nicht bei einer kurzen Wanderung bewegen. Ein Zelt bezeichnet als Speisekabine, die wir mit Paulo erworben hatten, konnten wir endlich mal aufbauen und uns so beim Kochen und Essen etwas vom Regen schützen. Wir machten uns ein Chili con Carne und waren über dessen gute Qualität überrascht. Total müde vielen wir nach dem Essen in unser Bett.

Am Dienstag wollten wir eigentlich in den Te Urewera Nationalpark, den noch einzig existierenden Primärwald (Urregendwald) in Neuseeland. Das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete immer noch. Obwohl wir die feste Absicht hatten, eine Wanderung auch im Regen zu machen, änderten wir unsere Pläne kurz vor Erreichen des Nationalparks. Wir wussten nicht, wie der Zustand des 100 km langen Feldweges durch den Regenwald war und wollten uns und Paulo diese Strapazen nicht aufzwängen.

Durch unsere neuen Pläne fuhren wir weiter in Richtung Gisborne, wo der Regen nur noch stärker wurde. Paulos Scheibenwischer hatten einiges zu tun, während wir nur graue Wolken und verregnete Landschaften sahen. Anja und ich entschieden uns, nach den 400 km weitere 400 km in Richtung Nordosten in Richtung Bay of Plenty (Bucht des Überflusses) zu fahren, welches eine wichtige Anbauregion ist. Wir quälten uns durch die Berge und hatten keine Hoffnung auf eine Wetterbesserung. Als wir allerdings das Tal auf der anderen Seite der Berggipfel erreichten, glaubten wir unseren Augen nicht. Zuerst hörte der Regen auf und dann erhellten sich die Wolken. Irgendwann rissen diese dann auf und die Sonne lugte hindurch. Anja und ich wären über eine Regenpause froh gewesen. Aber das sogar die Sonne schien, konnten wir gar nicht richtig fassen. Voller Überschwänglichkeit erreichten wir die Küste der Bucht und genossen das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Wir übernachteten auf einem Campingplatz hinter Dünen und konnten uns endlich bei einem Strandlauf frei bewegen.

Unser Ziel für den Mittwoch war klar gewesen. Wir wollten zu Dans Campingwagen, der auf der Coromandel Halbinsel, einem beliebten Wochenendziel der Aucklander, steht. Er hatte uns den Schlüssel dafür gegeben. Im Ort Mt. Manganui, welcher ein beliebtes Urlaubsziel ist, da er einen tollen Strand hat, füllten wir wieder unsere Vorräte auf. Auf dem Parkplatz sah ich, dass ein Reifen bedenklich wenig Luftdruck hatte. Da wir auch Tanken mussten, füllte ich diesen sowie die anderen drei Reifen nochmals, so dass wir sorgenfrei weiter fahren konnten.

Wir hatten kein Obst für das Früchtemonster unter uns im Supermarkt besorgt, so dass wir außerorts im nächst besten Geschäft noch einmal anhielten. Beim Aussteigen hörten wir ein Zischen und wussten sofort, woher dieses kam. Wir brauchten auch nicht lange nach dem Übeltäter zu suchen, denn ein metallener Nagelkopf schaute uns frech aus unserem Reifen an. Die Frau im Obstgeschäft verwies uns an Ted, dessen Werkstatt glücklicher Weise nur 3 Minuten entfernt war. Ted, etwa 60, empfing uns freundlich und beauftragte seinen vermutlichen Bruder oder Nachbarn Chris, mit der Reparatur zu beginnen. Er lud uns zu einer Tasse Tee im Mechanikerraum ein, aber wir verneinten dankbar, da wir die unerwartet scheinende Sonne genießen wollten. Es dauerte nicht lange und Chris präsentierte uns einen etwa 8 cm langen Bolzen mit Mutter, der sich in unseren Reifen gerammt hatte. Nach ungefähr 20 Minuten war der Reifen wieder drauf. Da wir mit Ted noch ein nettes Pläuschchen hatten, schenkte er uns als Andenken nicht nur den Bolzen sondern auch den Firmenkalender der Werkstatt. Wie schon so oft, waren wir über die Freundlichkeit der Kiwis beeindruckt.

Am Nachmittag erreichten wir Pauanui, wo der Campingwagen stand. Hier hatten wir endlich wieder eine Toilette und eine heiße Dusche für uns ganz allein und merkten, dass das ein ganz schöner Luxus war. Das Wetter war noch so gut, dass wir einen kurzen Strandspaziergang machen konnten. Letztendlich waren wir über 200 km gefahren, so dass wir 1000 km nach der nächtlichen Fährfahrt in drei Tagen voll gemacht hatten. Das bedeutete, dass wir uns am Donnerstag einfach nur ausruhen wollten. Diese Entscheidung fiel uns nicht schwer, da es auch wieder angefangen hatte zu nieseln. Wir spazierten vormittags noch einmal kurz durchs Dorf und kauften uns ein Eis jeder und eine Zeitung im kleinen Supermarkt. Bis auf einen Lauf am Nachmittag war dann aber auch schon genug getan für den Tag.

Wir wollten allerdings die Coromandel Halbinsel nicht verlassen, ohne noch zwei vermeintliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Leider regnete es am Freitag wieder. Während ich wohl noch ein paar längere Minuten im Campingwagen ausgehalten hätte, musste sich die Husche bewegen. Wir fuhren zuerst zu Cathedral Cove, welche eine Sandbucht ist, dessen Sandstein vom Meer gezeichnet worden ist. Wir genossen den Spaziergang, mussten etwas durch den Busch klettern, da der Hauptweg beschädigt war, bevor wir den höhlenähnlichen Felsendurchbruch zwischen zwei Buchten erreichten. Während der ganzen Zeit waren natürlich auch andere Touristen dort unterwegs. Als allerdings eine Busladung Jugendlicher ankam, war es Zeit für uns zu gehen. Den zweiten Stopp machten wir am Hot Water Beach. Dort fließt aus einer unterirdischen Quelle kochend heißes Wasser ins Meer. Die Quelle kann aber nur bei Ebbe besucht werde. Obwohl diese gerade erst eingesetzt hatte und die besten Stellen erst spürbar wurden, hatte sich bereits eine wilde Gruppe mit Schaufeln bewaffnete, besessene Touristen versammelt. Diese buddelten sich Pools, in die sie sich setzen wollten, welche aber von den immer noch hohen Wellen weggespült wurden. Dies stoppte sie aber keinen Moment, so dass sie alle fünf Minuten mit neuen Pools begannen. Wir fühlten die Hitze im Sand und konnten kaum auf den Quellen stehen. Da es aber wieder begann zu regnen, verabschiedeten wir uns und kuschelten uns bei Keksen und Kaffee zurück in unseren Campingwagen.

Am Samstag fuhren wir dann zurück nach Auckland. Erholt von den letzten Tagen, hatten wir nun die undankbare Aufgabe, Paul verkaufen zu müssen. Wir wussten, dass das Ende der Saison angekommen ist und dass das Verkaufen unmöglich sein könnte. So fuhren wir am Sonntagmorgen zum Automarkt und waren kaum überrascht, dort dutzende Camper in unserer Situation vor zu finden. Wir wussten das Paulo sehr alt im Vergleich zu den anderen Autos ist, hatten ihn aber gekauft, da er sich durch seinen 4-Rad-Antrieb und die Bodenfreiheit von den meisten unterscheidet. Obwohl sich ein paar Leute Paul anschauten und einige sich nach ihm umdrehten, hatten wir keinen Erfolg. Es war der erste Versuch und wir hätten ihn wahrscheinlich auch nicht gekauft, da sein neuseeländischer TÜV Mitte Mai sowie seine Registrierung Ende April auslaufen.

Mit dem TÜV beschäftigten wir uns dann gestern. Es war ein bisschen unfair, dass sich genau gestern das Wetter wieder auf 20 Grad und Sonnenschein verbessert hat und wir nicht mehr am Strand sein konnten. Als Erstes fuhren wir zu einer offiziellen TÜV-Abnahmestelle. Wie wir vermutet aber nicht gehofft hatten, schaffte Paul diese Prüfung leider nicht. Allerdings waren die Gründe nicht die Schlimmsten. Ein Vorderreifen und ein Frontlicht mussten ersetzt werden. Wir machten uns gleich daran und telefonierten ein paar Läden nach Reifen aus zweiter Hand ab. Wir erfuhren das unser Modell kaum noch hergestellt wird, was uns beim Alter nicht wunderte. Allerdings wurden wir im Süden Aucklands fündig und machten uns sofort auf den Weg. Sie hatten zwei Reifen und wir entschieden uns, gleiche beide Frontreifen auswechseln zu lassen. Als der Reifenhändler unseren Wagen sah, meinte er auch sofort, dass wir mit einem Panzer unterwegs sind und dieser eigentlich im Irak sein sollte. Er empfahl uns auch gleich eine Werkstatt, die unser Licht reparierte. Im Gegensatz zu einem Austausch einer Glühbirne musste das ganze Licht ausgewechselt werden. Das hätten wir wahrscheinlich auch selbst hinbekommen, aber da die Jungs freundlich und schnell bei der Hand waren, ließen wir es von ihnen erledigen.

Heute sind wir dann noch einmal zum TÜV gefahren und haben die Plakette für die nächsten 6 Monate erhalten. Juchhuu! Wir ließen auch gleich die Registrierung um weitere 3 Monate verlängern. Jetzt haben wir unsere Hausaufgaben erledigt. Obwohl die Ausgaben sich in Grenzen gehalten haben und sie nicht zu kompliziert zu organisieren waren, läppern sie sich doch zusammen. Leider müssen wir auch noch mit dem Preis runter, um bessere Chancen zu haben. Wir hätten uns unsere letzten Tage in Neuseeland entspannter vorgestellt, wussten aber, welches Risiko wir mit Paul eingegangen sind. Wir überlegen uns auch noch ein paar andere Lösung, falls wir diese Woche nicht erfolgreich sein sollten, da im September in Neuseeland die Rugby WM statt findet und der Markt für Campervans ein ganz anderer ist als jetzt.

Am Wochenende werden wir euch dann berichten, zu welchem Ergebnis unsere Versuche geführt haben. Bis dahin grüßen Euch

Anja und Patrice


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Sonntag, 20. März 2011
Auf Wiedersehen Südinsel
Heute ist unser letzter Tag auf der Südinsel Neuseelands und wir verabschieden uns mit wunderschönen Erinnerungen. Dabei denken wir an die unterschiedlichsten Landschaften, interessanten Begegnungen und spannenden Wanderungen.

Im Mt. Cook Tal machten Anja und ich eine drei Stunden Wanderung zum Hooker Gletscher durch das nach ihm benannte Tal. Leider hatte sich das Wetter im Vergleich zum Vortag dahingegehend verschlechtert, dass ein steifer Wind blies, der die Berge mit Wolken verdeckte und die Temperaturen etwas sinken ließ. Daher hatten wir keinen Ausblick auf den Mt Cook, der normaler Weise das Tal dominiert. Als wir den Hooker See und Gletscher erreichten, pfiff uns der Wind dermaßen um die Ohren, dass ich Anja schon wegfliegen sah. Sie blieb aber standhaft. Nach dem Hooker Gletscher fuhren wir noch zum Tasman Geltscher, der der größte seiner Art in Neuseeland ist. Man kann Bootstouren zur Zunge machen und wir sahen, wie ein kleines dieser Boote sich wie eine Ameise einem Elefanten näherte. Die Größe und vor allem das ausgeschürfte Tal waren im Vergleich zu den Mitstreitern sehr imposant. An diesem Abend fuhren wir nicht weit und übernachteten am See Tekapo.

Nach einem guten Frühstück entschieden wir uns am Dienstag, so schnell wie möglich an die Nordküste der Insel zu kommen. Wir wollten noch ein paar entspannte Tage im Norden genießen und bis zu unserer Fährfahrt den Druck aus den letzten Tagen rausnehmen. So fuhren wir auch etwas zügiger durch die Region Christchurch, wo immer noch mit Nachbeben gerechnet wird. Durch unseren Kilometerrausch passierten wir andere Nationalparks, die wir bei etwas mehr Zeit wohl besucht hätten, waren aber nicht traurig, da wir die wichtigsten besucht hatten.

Am Mittwoch erreichten wir die Mauria Springs und sprangen in die von geo-thermalen Wasser gefüllten Felsenpools. Anja und ich genossen das heisse Bad zwischen den wolkenverhangenen Bergen, obwohl die blutrünstigen Sandfliegen uns zu stechen versuchten. Mit ihnen hatten wir bereits auf der ganzen Südinsel zu kämpfen und auch an den Pools wollten sie uns nicht in Ruhe lassen. So retteten wir uns in das japanische Badehaus, in dem man geschützt ins heiße Wasser steigen konnte. Allerdings waren die Becken nach japanischer Tradition zwischen Männlein und Weiblein getrennt, was uns nicht wirklich gefiel.

Weiter ging es in Richtung Norden und bald erreichten wir die Tasman Region. Dieses Gebiet ist für seine Plantagen bekannt und wir fuhren an Apfel-, Birnen-, Kiwi- und Weinfeldern vorbei. Jetzt wussten wir, wie Kiwipflanzen aussahen und wie diese ehemalige chinesische Stachelbeeren an Büschen ähnlich wie Weinstöcke wachsen. An der Küste angekommen, stellten wir sofort fest, dass wir uns weiter nördlich befanden. Wir hatten die Uhr der Jahreszeiten zurück gedreht, hatten den Herbstanfang hinter uns gelassen und befanden uns bei angenehmen warmen Temperaturen wieder in einem schönen, spätsommerlichen Wetter. Wir suchten einen schönen Campingplatz und genossen die Aussicht aufs Meer. Die letzten Tage hatten auch kulinarische Höhepunkte für, die nicht zu kurz kommen sollen. An diesem Abend kochten Anja und ich uns einen leckeren Kartoffelbrei, mit Buttererbsen und paniertem Rinderschnitzel.

Da wir den Druck und notwendige Kilometer zur Fähre von uns genommen hatten, die Paul übrigens in bester Manier gemeistert hatte, genossen wir es, einfach so in den Tag hinein zu leben. Nachdem wir ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt hatten, fuhren wir nach Motuika und buchten uns ein Wassertaxi. Wir hatten vor, einen Tag durch den Abel-Tasman-Nationalpark zu wandern und benötigten dafür eine Fahrt in eine der hunderten Buchten. Beim Buchen wurden wir darauf aufmerksam, dass es St. Patricks Day war, der Nationaltag der Iren. Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, suchten und fanden wir dann auch gleich ein Irish Pub, um diesen Tag mit den Iren zu begehen. Dort war einiges los und die meisten Gäste im traditionellen Grün gekleidet. Obwohl es erst kurz nach 13 Uhr war, tranken wir ein Bier auf die Iren. Leider gab es noch kein grünes Bier, welches erst später ausgeschenkt wurde. Auch hatten wir bei einer Tombola noch kein Glück.

Obwohl es sehr verlockend war, wollten wir den Rest des Nachmittages nicht im Pub verbringen und fuhren in das Dorf Marahau, in dem der Abel-Tasman-Track beginnt und das Wassertaxi startet. An der Goldsandy Bay beobachteten wir, wie mehrere Leute nach Muscheln suchen. Wir erinnerten uns an Olli und Chrissi und wie wir mit ihnen Muscheln auf der Nordinsel gegessen hatten. Bestückt mit einer Tüte zogen wir los, um unser Glück zu suchen. Dabei hätten wir gar kein Glück gebraucht, denn es gab Muscheln, soweit das Auge reichte. Entweder brauchten wir sie nur aufsammeln oder ein bisschen nach ihnen wenige Zentimeter zu graben. Am Auto zurückgekehrt, erhielten wir von freundlichen Kiwis, die gleichzeitig nach Muscheln gesucht hatten und diese sofort an der Bucht zubereiteten, ein paar Scharlotten, Knoblauch und Weißwein für die Zubereitung geschenkt. Allerdings verschoben wir das Kochen auf den Abend, da ich noch etwas an dem Regal in unserem Paul herumwerkelte, während Anja die Sonne bei einer schönen Tasse Tee genoss. Auf dem Campingplatz gab es dann den nächsten kulinarischen Genuss nach dem Tag zuvor. Als Vorspeise gab es Muscheln und Brot mit Avocado Cremé und als Hauptgericht dann ein schönes Lachsfilet in Knoblauch und Butter gebraten. Leider hatten wir uns im Supermarkt schon frische Muscheln gekauft, so dass wir unsere gefundenen nur teilweise dazumischten und den größeren Teil am nächsten Tag essen wollten. Nach ein paar Verkostungen fanden wir, dass unsere gefundenen besser als die gekauften Muscheln schmeckten. Dazu tranken wir eine schöne Flasche Weißwein und beendeten etwas untypisch denn nicht in der Kneipe und mit einem grünen Bier in der Hand diesen St. Patricks Day.

Am Freitag hieß es dann wieder zeitig aufstehen, denn unser Wassertaxi fuhr um 9 Uhr los. Etwas gehetzt, da es etwas knapp war, starteten wir unseren nächsten Wandertag. Unser Bootsman zeigte uns ein paar Sehenswürdigkeiten, wie den gespaltenen Stein, und erzählte die Geschichte der Region. Dies war sehr interessant aber viel spannender waren die vielen Buchten und goldenen Strände, die wir während der Fahrt entdeckten. Die Berge im Hintergrund waren wieder mit einem wilden Wald bewachsen, durch den unser Track führen würde. An der Bark Bucht wurden Anja und ich und weiter Wandergesellen abgesetzt und der Track konnte losgehen. Wir hatten bestes Wetter, denn es war herrlich warm und keine Wolke zeigte sich am Himmel. Das bedeutete, dass unsere letzte Wanderung auf der Südinsel noch einmal ein entspannter Höhepunkt werden konnte. Nach zwei Stunden erreichten wir ein große Bucht, in der wir uns ausruhten, unsere Müsliriegel und Äpfel aßen und ich in ins Wasser sprang. Dabei warteten wir auf die Ebbe, da wir so durch eine Bucht abkürzen konnten, die sonst bei Flut überspült ist. Nachdem sich das Wasser gehörig zurück gezogen hatte, ging es weiter. Dabei störten wir ein paar Austernfischer, die sich Dank der Ebbe an den freiliegenden Muscheln verköstigen konnten. Anja und ich meisterten den Marsch nach weiteren 4 Stunden an wunderschönen Stränden und Buchten vorbei und erreichten etwas fußlahm Paulo. An diesem Abend wollten wir den Rest unserer Muscheln essen, mussten allerdings durch einen ungenießbares Duft feststellen, dass der Sonnenschein des Tages die Muscheln in Paulos so aufgehitzt hatte, dass uns beim Geruch fast schlecht wurde. Auf dem Campingplatz konnten wir sie leider nur noch entsorgen.

Gestern (Samstag) sind wir dann entspannt Richtung Fährort Picton aufgebrochen. Wir stoppten im größten Ort hier oben namens Nelson und entdeckten zu unserer Freude einen deutschen Metzger in seinem "Wurstladen". Wir entschieden uns sofort, an unserem letzten Abend auf der Südinsel Bratwürst imt Nudelsalat zu essen. Da wir durch die Weinregion Malborough mussten, welche für erstklassige Weißweine bekannt ist, entschieden wir uns, zum Abschluss noch eine Verkostung mitzumachen. Man kann von Gut zu Gut tingeln und die besten Weine kosten. Wir hielten einfach bei Framington an und da uns der Pinot Gris sehr gut schmeckte und die Damen sowie die Verkostung sehr angenehm waren, nahmen wir gleich eine Flasche für den Abend mit. Etwas ungwöhnlich, gab es gestern Abend dann Thüringer Bratwürste mit Nudelsalat und einer selbst ausgesuchten und verkosteten Flasche 2008 Pinot Gris von Framingtons.

Heute hatten wir dann nur noch 18 km zu fahren und entspannen mittlerweile in Picton. Die Sonne scheint, der Wind bläst eine frische Brise und wir schwelgen in den Erinnergunen unserer wunderschönen Erlebnisse auf der Südinsel. Unsere Fähre geht um 23 Uhr und wir werden morgens um 2 Uhr Wellington erreichen, wo wir uns erstmal ausruhen werden. Nächste Woche fahren wir dann über Napier die Ostküste der Nordinsel entlang und freuen uns auf ein paar entspannte Tage in Dans Bungalow bevor es erstmal zurück nach Auckland geht.

Bis dahin senden wir euch die besten Grüße

Anja und Patrice

PS: Die Geschehnisse in der Welt bekommen wir natürlich auch mit und sind mit sorgenvollen Gedanken betroffen. Unsere Freunde in Japan sind bisher vom Erdbeben und seinen Folgen verschont geblieben und wohlauf. Was in Lybien passiert ist natürlich auch schrecklich und wir können nur hoffen, dass dort bald wieder ein friedliches Miteinander einzieht.


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Montag, 14. März 2011
Die Leiden des Paul P.
Heute ist der Geburtstag eines unserer Schutzengel. Omi Erika wäre heute 91 Jahre alt geworden, überwacht uns allerdings seit 19 Jahren aus einer höheren Sphäre. Alles Gute und vielen lieben Dank, dass du uns die ganzen Jahre beschützt hast!

Nachdem wir uns letztes Wochenende von unserer Wanderung erholt hatten, fuhren wir am Montag an die Mavora Lakes, die herrlich von Bergen umrahmt sind. Diese wunderebare Landschaft nutzte Peter Jackson wieder für den Herr der Ringe Film. Dort wurden zum Beispiel der Abschied Frodos und Sams von den Gefährten gedreht, aber auch das Massaker and den Orks und die Flucht von Merrie und Pippin sowie das Wiedersehen mit Gandalf in Fangorn. Es gab also einiges für uns zu entdecken. Wir entschieden uns für eine Jogging-Wanderung zu einer Hütte, die letztendlich doch 20 km lang war. Obwohl es nicht mehr regnete, mekelten wir ein bisschen über die kalten Temperaturen. Sie lagen bei fünf Grad in der Nacht, so dass wir uns wieder in unserem Bett vergruben.

Am nächsten Tag quälten wir uns den Feldweg zurück und fuhren zu einem weiteren See namens Monowai. Dort genossen wir die Ruhe und einen herrlichen Ausblick übers Wasser. Wir übernachteten auf dem kleinen Campingplatz im Wald und kamen abends mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Sie hießen Gabriel und Uwe und waren zwei junge Burschen aus Freiberg in Sachsen. Sie reisen ein Jahr lang durch Neuseeland und haben bereits 8 Monate hier verbracht. Als wir von unserer Reise erzählten, merkten wir, wie unterschiedlich wir doch unterwegs waren.

Mittwoch begaben wir uns auf den südlichen Landschaftshighway Richtung Invercargill, der südlichsten Stadt Neuseelands. Das Brummen, das Paul stöhnend seit ein paar Tagen von sich gab, verschlimmerte sich auf dieser Fahrt so sehr, dass wir es kaum noch aushalten konnten. Anja bekam Kopfschmerzen und ich merkte, wie sehr er sich ab 70 km/h aufschaukelte. Er gab bereits seit der Nordinsel ein Schleifgeräusch im Zweirad-Antriebsmodus von sich, welches wir eigentlich in Taupo repariert haben wollten, aber die Mechaniker nichts fanden. Jetzt brummte es im Vierradantrieb, so dass uns die Schädel platzten. In Invercargill waren wir froh, dass wir gemäßigt durch den Ort fahren konnten und verdrängten die Geräusche der Fahrt. Wir luden unsere Vorräte auf, tankten Paulo noch einmal voll und wollten nur noch schnell einen Kaffee trinken und ins Internet. Beim Parken sahen wir voller Entsetzen, dass Paulo Wasser verlor. Es tropfte nicht, nein es floss aus dem Motorraum. Das war das eindeutigste Zeichen, dass er mechanische Zuneigung brauchte.

Wir fuhren sofort zu einer Werkstatt an einer BP-Tankstelle, die aber leider ausgebucht war uns aber zu John McKenzie Automitve schickte. John schaute unter den Wagen, konnte das Leck aber nicht finden. Er vertröstete uns auf den nächsten Tag und wollte Paul dann etwas genauer untersuchen. Wir mussten umplanen, da wir eigentlich nicht in Invercargill bleiben sondern weiter fahren wollten. Wir schliefen auf einem Campingplatz in der Nähe der Werkstatt, so dass Paulo ohne Flüssigkeit und völlig dehydriert nicht überhitzen konnte.

Donnerstagmorgen sahen wir, dass dicke Tränen von Paul hingen. Er schämte sich und hatte wohl doch ein bisschen Schiss vor der Untersuchung. Allerdings könnten es auch Tropfen des nächtlichen Regens gewesen sein. Wir fuhren zurück zur Werkstatt und übergaben mit einem etwas mulmigen Gefühl unseren geliebten Wagen. Johns Jungs wollten Paulo durchchecken, das Leck suchen und uns dann eine Kostenschätzung für die Reparatur geben.

Das Gute an dieser Situation war, dass wir uns ein wenig in Invercargill umschauten, was wir sonst nicht gemacht hätten. Nach einem kleinen Frühstück gingen wir in das örtliche Museum. Während die Gemäldegalerie etwas langweilig war, gab es doch ein paar Highlights zu entdecken. Zum Beispiel erfuhren wir die Geschichte von Burt Munro, der mit dem Motoradtyp "Flying Indian" Geschwindigkeitsrekorde seit den 1920ern bis in die 70er aufstellte und weltbrühmt wurde. Es wurde sogar ein Film über ihn gedreht und er durch Anthony Hopkins verkörpert. Des Weiteren wurde in dem Museum eine einzigartige Echsenart gezüchtet, die Tuataras, die es nur auf gewissen neuseeländischen Inseln gibt. Diese sind so alt wie Dinosaurier und haben seit dieser Zeit kaum eine genetische Veränderung erlebt, da sie abgeschottet leben. Das Alter des männlichen Exemplars wird auf über 110 Jahre geschätzt und wir schauten uns einen Bericht über seine Fortpflanzungs-schwierigkeiten an. Es war wahnsinnig spannend! Seitdem ein krebsartiger Tumor entfernt wurde, klappt es mit seiner Partnerin und beide konnten schon einigen Nachwuchs zeugen, welcher auch wieder ausgewildert wird. Es gab auch Informationen über die rauhen Verhätlnisse auf den diversen neuseeländischen Inseln, die in Richtung Antarktis liegen, und nicht besiedelt werden konnten.

Allerdings holte uns John aus diesen anderen Welten schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Er berichtete uns, dass die Wasserpumpe am Motor für das Leck verantwortlich war und ausgewechselt werden müsste. Zusätzlich gab er uns die Kostenschätzung und das der Eingriff wohl über 6 Stunden dauern würde. Anja und ich waren geschockt, hatten aber keine großen Alternativen, so dass wir der Reparatur zustimmten. Wir einigten uns darauf, dass wir Paul am Freitag in die Werkstatt bringen würden, so dass wir in der Nacht in ihm schlafen konnten. Als wir ihn abholten, waren wir alle ein bisschen betröppelt von der Situation. Das Verhältnis zwischen der Budgetverantwortlichen und dem Transportmittel war deutlich abgekühlt. Wir entschieden uns, an den Strand zu fahren und erstmal tief Luft zu holen. Nach einem Lauf und ein paar Luftsprüngen ging es uns wieder besser und unsere Laune hatte sich erholt. Wir mussten in den sauren Apfel beißen und die bitter Pille der Reparatur schlucken. Dies bedeutete aber, dass wir eine weitere Nacht auf dem Campingplatz in Invercargill, wo nicht viel los war, verbringen mussten. In der Stadt legten wir uns ein Kartenspiel zu, so dass wir abends jetzt des Öfteren Zocken konnten. Auch holten wir uns eine Kaffeemaschine, mit der wir richtigen Kaffee filtern und uns morgens verwöhnen können, und sagten endlich dem löslichen Pulver Adé.

Freitagmorgen waren wir alle gerüstet und brachten Paul zu seiner OP. Eigentlich hatten Anja und ich vor, einen Tagestrip zu machen, blieben aber letztendlich in der Stadt und der Nähe zum Auto. Wir vertrieben uns die Zeit mit Kaffeetrinken und Internetsurfen im südlichsten Starbucks und McDonalds der Welt. Es hatte auch was Positives, dass wir die Zeit hatten, denn ich konnte ein paar Hausaufgaben erledigen und den Newsletter über meine Jungs in Uganda schreiben. Anja entwickelte sich zu einem Bücherwurm und verschlang die Seiten ihres aktuellen Romanes. Nach über acht Stunden warten, rief John bei uns an und hatte gute Nachrichten. Der Eingriff war geglückt und die Wasserpumpe ausgewechselt. Des Weiteren hatten sich seine Mechaniker die Antriebe von Paul angeschaut, was ich ihm noch schnell gesagt hatte, und auch dort Reparaturen vorgenommen. Die beste Nachricht war jedoch, das dies weniger Kosten als veranschlagt verursacht hatte. Anja und ich waren darüber natürlich froh, obwohl wir das Geld für schönere Dinge hätten ausgeben können. Nichtdestotrotz stürmten wir zur Werkstatt und nahmen Paul wieder in unseren Besitz.
Wir ließen keine Zeit verstreichen und machten uns auf den Weg. Die Fahrt war ein Traum, denn Paulo surrte über den Highway. Er brummte nicht und es klapperte auch nicht mehr im Zweiradantrieb. Anja und ich waren super zufrieden. Johns Mechaniker hatten ganze Arbeit geleistet. Nach Invercargill wollten wir an die Südspitze der Südinsel, welche wir dann auch endlich am Abend erreichten. Bei einem herrlichen Sonnenuntergang, kochten wir unser Abendessen an den südlichsten Klippen mit Blick über den Ozean.

Am Samstag ging es dann weiter die Küste entlang und an bizarren Bäumen mit witzigen Sturmfrisuren vorbei. Wir fuhren durch den Catlins Nationalpark und machten an der Curio Bay halt. Diese ist bekannt für seine Gelb-Augen-Pinguine, die wir leider nicht sahen. Dafür erspähten wir die Rückenflossen einer Gruppe Hektordelfine, die wie kleine Zipfelmützen aus dem Meer schauten. Es schien, als ob sich die Delfine auch gerade ihre Morgenmahlzeit organisierten, denn sie kurvten vor der Küste hin und her. An dieser Stelle leben auch Seelöwen. Wir fanden ein Exemplar, dass sich in der Sonne ahlte und es sich gut gehen ließ. Viel berühmter ist die Bucht allerdings für seinen Fossilien-Wald. Ein 170 Mio. Jahre alter Wald wurde damals von einem Vulkanascheregen überschüttet und durch den starken Silikongehalt so konserviert, dass er später versteinerte. Wir konnten es nicht glauben, als wir über die alten Baumstämme und an Stümpfen vorbei gingen, die aussahen wie Holz, aber echtes Gestein waren. Es war unglaublich und einfach faszinierend. Des Weiteren besuchten wir auch noch ein paar Wasserfälle. Während die Niagara Fälle Neuseelands eine lustig-gemeinte Attraktion waren, boten die McLean Fälle einen weitaus schöneren und beieindruckenderen Anblick.

Da wir durch die Reparatur und den Aufenthalt in Invercargill zwei Tage verloren hatten, entschieden wir uns schweren Herzens, einen Bogen um Dunedin zu machen. Diese Stadt hat einen sehr starken schottischen Einschlag, das einzige Schloss Neuseelands, eine Albatrosskolonie und weitere Attraktionen zu bieten. Wir hätten sie wohl irgendwie in den Streckenplan quetschen können, aber wir bogen in die Region Otago ab. Central Otago ist berühmt für seine kargen und rauhen Landschaften, die wir auch bald erspähten. Die nackten bzw. mit Grasland bedeckten Berge boten uns den absoluten Kontrast zu den vom Regenwald bewachsenen Fjordland im Westen und den bewaldeten Hügeln der Südküste.

Es wird sich bizarr für euch in Deutschland/Europa anhören, aber wir merkten an der Färbung der Bäume, wie stark sich der Herbst hier anmeldet. Überall wird frisches Obst angeboten, da die Haupterntezeit eingesetzt hat. Für mich konnten wir Pfirsiche, Pflaumen und Birnen kaufen, während es Kirschen für die Kirsche gab. Wir übernachteten in St. Bathans, einem ehemaligen Goldgräberort und besuchten die ehemalige Mine, ohne dabei Glück zu haben. Das rauhe Klima der Gäste und des Barkeepers im Vulcan Hotel heute Kneipe und Hotel, welches 1863 eröffnet wurde, passten bestens zur Umgebung.

Die Landschaften Otagos wurden natürlich auch von Peter Jackson für die Herr der Ringe Trilogie genutzt. Vor allem die Szenen im Königreich Rohan wurden hier gedreht. Gestern am Sonntag fuhren wir durch das Ida Tal, welches der Hauptdrehort gewesen war.
Wir schlängelten uns weiter durch Otago und Waitaki durch herrliche Hügellandschaften und an Stauseen vorbei in Richtung Norden. Wir wollten zum Mt. Cook und schon bald erspähten wir diesen höchsten Berg Neuseelands. Mit 3754 m überragt und dominiert er das Panorama der südlichen Alpen. Auf dem Camping Platz angekommen, machten wir noch eine kurze Wanderung, um einen prächtigen Ausblick zu haben. Beim Sonnenuntergang, der den Berg in einem hellen Rot erleuchten ließ, genossen wir unser Abendessen und dachten noch einmal über die vergangene Woche nach.

Nächste Woche fahren wir weiter in Richtung Norden und werden noch den Abel-Tasman-Nationalpark besuchen, bevor wir Sonntagnacht wieder auf die Nordinsel übersetzen werden. Dann ist unsere Zeit auf der Südinsel leider schon vorbei. Vom Abel-Tasman und den nächsten Tagen berichten wir euch dann.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Sonntag, 6. März 2011
Du verwunschener Milfordsound Track
Hallo Ihr Lieben,

wir sind zurück in der Zivilisation mit dicken Waden und unvergesslichen Eindrücke des neuseeländischen Fjordlandes. Bevor wir jedoch zu unserer 4-tägigen Wanderung aufgebrochen sind, verlebten wir noch zwei ruhige Tage in Queenstown. Dieser Ort, im Südwesten der Südinsel, ist bekannt für seine Wasser- und Freizeitaktivitäten, wie Bungeejumping, Speedbootfahren oder Fallschirmspringen, die leider alle nicht in unser Budget passten. Queenstown ist der Hauptdrehort der "Herr der Ringe" Reihe. Wir entschieden uns, einige dieser Plätze abzufahren und sahen den Ort, an dem Isengard stand und seine Armee losschickte, an dem Boromir starb und Pippin und Merry von den Orchs entführt wurden. Wir besuchten den Anduin Fluss, den Ort, an dem Sam die Oliphanten erspähte und sahen die Fläche, die für einige Szenen in Mittelerde genutzt wurde. Als wir diese ganzen Szenen abfuhren, fühlten wir uns manchmal, als ob wir in jedem Moment auf eine Herde Orks oder Gruppe Hobbits treffen würden, was wir als recht lustig empfanden.

In Queenstown erledigten wir auch die letzten Vorbereitungen für unsere Wanderung. Wir kauften uns ein paar wärmere Schlafsäcke, da sich die Temperaturen in den Bergen in Richtung 0 Grad in der Nacht entwickelten. Des Weiteren besorgten wir uns neue Regenjacken, da im Fjordland immer mit Regen zu rechnen ist. Während der Wanderung wird in den Hütten keine Verpflegung angeboten. Daher deckten wir uns noch mit Fertiggerichten, Wasserflaschen, Müsliriegeln, Keksen und Äpfeln ein, damit wir ausreichend Nahrung für die nächsten Tage hatten. Wir fühlten uns bestens vorbereitet und machten uns auf den Weg zu unserer Wanderung nach Te Anau ins Fjordland.

Der Milford Sound Track ist angeblich einer der schönsten Wanderungen der Welt. Er ist auf 40 Leute limitiert und zeitig ausgebucht. Daher hatten Anja und ich auch bereits im Juli 2010 unsere Tickets für den Track gebucht. Umso mehr freuten wir uns, dass wir ihn jetzt laufen konnten. Man wird mit einem Boot über den See Te Anau geschippert und wandert dann von der Zivilisation ausgeschlossen durch Bergschluchten, um am anderen Ende über den wunderschönen Milford Sound Fjord transportiert zu werden. Es gibt weder Strassen noch Strom und man läuft durch den Regenwald des Fjordlandes.

In Te Anau holten wir unsere Tickets für die Boottransfers, Hütten und dem Rücktransport ab. Zusätzlich erhielten wir die letzten Informationen über die Wanderung. Die Strecke ist 53,5 km lang und auf 4 Tage mit 3 Übernachtungen verteilt. Das Höhenprofil versprach mit nur einem größeren Anstieg keine große Komplexität. Der Pass, den wir am 3. Tag zu überqueren hatten, lag auf 1154 m Höhe. Das sind ein paar Zentimeter mehr als das, was gewissen Brockenhexchen aus Zerbst einmal im Monat im Harz meistern. Das herausfordernde am Milford Track ist allerdings immer das Wetter, das kaum vorhersagbar ist. Ständig ist mit heftigen Niederschlägen zu rechnen, welche Überschwemmungen oder Erdrutsche verursachen. Des Weiteren kann es auf dem Pass jederzeit zu Hagel- oder Schneeschauern kommen.
Die Vorhersage für unsere Tage holte uns auch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Das Wetteramt hatte eine Sturmwarnung mit heftigen Niederschlägen und starken Winden herausgegeben. Uns wurde ein bisschen mulmig und auch das Touristenbüro konnte nicht bestätigen, ob die Wanderung stattfinden würde. Eine Absage wäre natürlich super ärgerlich gewesen, aber wir wollten erstmal abwarten. Wir hatten extra im Sommer gebucht, um schlechtem Wetter aus dem Weg zu gehen. Allerdings regnet es immer mindestens 200 Tage im Jahr, so dass die Chancen eher gering sind, keinen Regentag zu haben.

Wir suchten uns mit Paul einen schönen Platz am See Te Anau und hatten einen wunderbaren Sonnenuntergang. Dies war allerdings nur die Ruhe vor dem Sturm, denn um 0 Uhr war die Nacht vorbei und ein starker Wind setzte ein. Unser armer Paulo wurde in dieser Nacht erst stark gefönt, dann gewaschen, um dann noch mal gefönt zu werden. Er wurde hin und her geschaukelt, was auf der einen Seite an den starken Winden lag, auf der anderen allerdings an den Wurzeln der umstehenden Bäume, die das lockere Erdreich hoch und runterdrückten. Paulo beschützte uns tapfer und wir lagen warm in seiner Mitte. Allerdings bekam er als dank auch noch einen Ast auf den Kopf. Anja und ich konnten nicht schlafen und hofften nur, dass wir die Nacht heil überstehen würden. An unsere Wanderung dachten wir in diesem Moment nicht wirklich.

Nachdem der Sturm am Morgen nachgelassen hatte und wir noch ein wenig schlafen konnten, weckte uns unser Alarm viel zu früh. Es regnete in Strömen. In der Information erhielten wir die Auskunft, dass wir erstmal zum Boot fahren sollten, es aber immer noch nicht feststand, ob die Wanderung stattfinden würde. Mit einem etwas dünnen Nervenkostüm bereiteten wir unsere Schlaf- und Rucksäcke auf den schlimmsten Regen vor. Wir wickelten sie in Müllsäcke ein, da wir unseren angeblich wasserfesten Überziehern nicht vertrauten. Bestückt mit unseren Müllrucksäcken bestiegen wir die Fähre und setzten über. Jeder an Bord hoffte auf eine Wetterbesserung, doch diese kam nicht.

Am ersten Tag (Mittwoch) hatten wir nur eine Strecke von 5 km zu absolvieren. Wir liefen durch den Regen und tauchten in die Natur ein. Diese wilde Schönheit versprach einiges und war das, was man im Leben braucht. Das "Wilde" um neue interessante Dinge zu sehen. "Schönheit" ist immer gut für das Wohlbefinden und Gemüt. Die Kombination lässt die Herzen höher schlagen und die Seele tanzen. Auf der Strecke begrüßten uns die ersten Anwohner, welche kleine Robins, süße Singvögel, waren. Wir überquerten die ersten Flussläufe und balancierten uns über lange Hängebrücken. Majestätisch beobachteten die Bergspitzen aus dem Nebel, wie wir jeden Kilometer vorwärts kamen. Irgendwann hörten wir auf, die Wasserfälle zu zählen, da sich zu viele von ihnen die Wände herunterstürzten. Wilde Moose bewucherten die Bäume, die teilweise mit riesigen Stämmen in das grüne Dach des Regenwaldes ragten.
Bald erreichten wir die erste Hütte und konnten aus unseren durchnässten Schuhen und Klamotten raus. In der Hütte gab es Gas, so dass wir uns eine schöne warme Suppe und einen Tee kochen konnten. Auch wurde ein Feuer im Ofen angemacht und langsam kehrte die Wärme wieder. Wir machten uns mit den Mitreisenden bekannt, die für die nächsten Tage unsere Mitstreiter waren. Sie kamen aus Holland, Tschechien, Kanada, USA, Israel und Australien. Natürlich wurden wir nicht mit allen schnell warm, was sich allerdings über die nächsten Tage ändern sollte.

Unsere Ranger, Peter, hatte uns informiert, dass die Sturmwarnung immer noch bestand und wir mit Überschwemmungen zu rechnen hatten. Wir hatten am nächsten Morgen zeitig aufzustehen, so dass Anja und ich zeitig in den Schlafraum gingen und uns in unsere Schlafsäcke im Doppelstockbett kuschelten. Es war gut, dass wir uns neue Schlafsäcke gekauft hatten, denn die Temperatur sank auf 5 Grad. Ausserdem wurde das Fenster offen Gelassen, um dem sogenannten "Sockengas" entgegen zu wirken.
Am nächsten Morgen (Donnerstag) machte uns Peter bereits um 7 Uhr wach und gegen 7:45 Uhr waren wir auf der Strecke. Der Regen hatte nicht aufgehört, so dass wir die anstehenden 16,5 km wieder voll eingepackt angingen. Leider konnten wir wieder nur bedingt die Umgebung genießen, doch hatte sie im Regen und mit tiefhängenden Wolken ihren eigenen Scharm. Allerdings war der Regen nicht so stark wie erwartet, so dass die vorhergesagten Überschwemmungen ausblieben. Da wir so zeitig gestartet waren, erreichten wir die zweite Hütte sehr früh. Dort gab es allerdings ein Waschbecken und wir konnten uns mit sehr kaltem Wasser ein wenig Waschen. Die Rangerin, Keri, hatte immer noch keine guten Wetternachrichten für uns. Es war nicht klar, ob die Wanderung weiter gingen würde, da mit äusserst starken Winden besonders auf dem Pass zu rechnen war.

Tag Drei (Freitag) begann wieder gegen 7 Uhr, doch ließen wir uns nicht durch die Hektik anderer Wanderer anstecken und starteten erst kurz vor 9 Uhr. Vor uns lag der Anstieg auf 1154 m, was ungefähr 500 Höhenmeter für die ersten 2 Stunden bedeutete. Allerding war der Wind nicht so stark und es zeigten sich ein paar blaue Himmelsfetzen am grauen Wolkenhimmel, was uns froh stimmte. Der Anstieg war schwer, was hauptsächlich an unserem Gepäck lag, aber machbar. Nach zwei Stunden erreichten wir dann auch die Spitze und die Gedenkstätte, die an den ersten Entdecker erinnert. Der Wind war nicht sehr stark. Wir gingen an eine Felskante, die "12-Sekunde-Fall" heisst. Allerdings hatte uns Keri gewarnt, dass wir nicht zu nah an die Kante gehen sollten, da wir nicht herausfinden sollten, warum sie "12-Sekunden-Fall" genannt wurde. Die Wolken waren grau und dicht und boten uns keinen Ausblick. In diesem Moment jedoch öffneten sie sich plötzlich und erlaubten uns eine fantastische Aussicht. Anja und ich wussten sofort, dass es dieser Moment war, für den wir die Wanderung gemacht hatten. Wir waren unseren Schutzengeln dankbar, dass sie uns diesen Moment gegönnt hatten.

Nach einer kurzen Pause in der Passhütte, begann für uns der Abstieg, der über Wasserfälle und an Felskanten vorbeiführte. Der Wind hatte weiter nachgelassen und bald erreichten wir wieder die Baumgrenze und tauchten in den Regenwald ein. Diese eigentümliche Wildnis erinnerte uns daran, an welch besonderen Ort wir uns befanden. Es kam noch besser für uns, denn die Wolkendecke riss jetzt komplett auf und die Sonne schickte uns ihre Wärme ins wilde Dickicht. Die Wekas, nichtfliegende und hühnerähnliche Vögel, nutzten den Sonnenschein, um sich im Gras zu trocknen und zu wärmen. An diesem Tag hatten wir nur eine Strecke von 14 km zu absolvieren, allerdings bot sie einen Abstecher zu den höchsten Wasserfällen Neuseelands. Diese wollten wir natürlich nicht verpassen und machten den 1,5 Stunden Schlenker zum 580 m hohen Sutherland Wasserfall. Seine Wassermassen rauschten die Felsen herunter und dröhnten wie eine Düsenmaschine über unseren Köpfen. Bald erreichten wir dann die letzte Hütte unserer Wanderung und tauschten unsere Erlebnisse mit unseren Mitreisenden aus. Unterdessen hatte es wieder angefangen wie wild zu regnen. Der Ranger, Ian, versprach keine Wetterbesserung, doch hob er hervor, dass die Wettervorhersage der letzten Tage nie richtig eingetroffen war. Sehr beruhigt gingen wir ins Bett und schauten unserem letzten Tag entgegen.

Obwohl es die komplette Nacht durchgeregnet hatte, war der letzte Tag (Sonnabend) der erwartete Höhepunkt. Die Sonne schien und die Berge der Umgebung präsentierten ihr bestes Panorama. Die Strecke war mit 18 km die Längste, jedoch waren keine Höhenmeter mehr zu erklimmen. Wir genossen die Wanderung und liefen entspannt den Weg entlang. Nach 6 Stunden hatten wir das Ende der 53,5 km am Sandfly Point erreicht und noch einmal wunderschöne Ausblicke eingesammelt.

Das Beste sollte allerdings noch kommen. Das Transferboot brachte uns über den Milford Sound Fjord und wir konnten die atemraubende Landschaft zum Abschluss genießen. Der Track verlief für uns wie ein Film. Wir starteten mit Regen und den schlimmsten Befürchtungen und beendeten die Wanderung bei herrlichstem Wetter. Nach all den Strapazen haben wir die kleinen Dinge, wie trockene Füße, eine heiße Tasse Tee oder ein warmer Ofen, schätzen gelernt. Allerdings waren wir uns auch der großen Dinge bewusst, wie zum Beispiel der Möglichkeit, diese Wanderung überhaupt zu machen, sich mit Leuten aus der ganzen Welt auszutauschen und dieses Erlebniss mit einem PartnerIn zu teilen.

Heute verleben wir einen faulen Sonntag und erholen uns von den letzten Tagen. Wir sind in einen Camperpark gefahren, was 4 heiße Duschen hintereinander für uns bedeutet. In diesen Tagen ist das der absolute Luxus! Morgen fahren wir dann weiter und werden die Südspitze der Südinsel erkunden. Davon berichten wir dann beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice

PS: Das Erdbeben haben wir natürlich nicht vergessen. Leider ist die Zahl der Toten auf 148 gestiegen und es werden immer noch Personen vermisst. Teilweise sind die zerstörten Vororte wieder für den Verkehr freigegeben und Anwohner holen die wichtigsten Sachen aus ihren Häusern bzw. sind mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.


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Samstag, 26. Februar 2011
Der Osten bebt
Hallo,

Diese Woche steht im Schatten des schweren Erdbebens in Christchurch an der Ostküste der Südinsel, dass am Dienstag gegen Mittag stattgefunden hat. Das ganze Land ist geschockt, da es solche Tragödien nicht gewöhnt ist. Über 300 Leute werden noch vermisst und bisher wurden 98 Leichen gefunden. Wir verfolgen die Fortschritte jeden Tag und sind genauso traurig, wie alle anderen. Dieses Erdbeben hatte eine Stärke von 6,3 und obwohl es letzten September ein stärkeres von 7.1 gab, war es dieses Mal viel gravierender. Das Epizentrum lag in einem Vorort unweit der Stadtmitte und nur 5 km unter der Erde, während das andere 40 km entfernt und 10 km unter der Erde passierte. Dadurch wurden viel Gebäude in der Innenstadt in Mitleidenschaft gezogen. Das Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale, oder besser gesagt deren Turm und Teile des Daches sind eingestürzt, auf der sich um die 20 Touristen befanden. Viel schlimmer hat es allerdings einige Geschäftshäuser getroffen. Das Gebäude des Fernsehenkanals in Christchurch hat schätzungsweise bis zu 120 Leute unter sich begraben. Mit diesen Toten muss man noch rechnen. Unter anderem war dort eine Sprachschule für ausländische Studenten angesiedelt. Eine japanische Gruppe hatte gerade erst am Montag mit einem neuen Kurs begonnen.

Alle hier in Neuseeland sprechen seit Dienstag nur noch über ein Thema. Die Kiwis sind total geschockt und einige Touristen erzählen uns, dass sie teilweise ein paar Tage vorher selbst auf dem Kathedralenturm gestanden haben oder nur zwei Stunden vorher die Stadt verlassen hatten. Anja und ich haben vom Erdbeben erst am Nachmittag erfahren. Zum Zeitpunkt des Erdstoßes saßen wir im Auto und haben beim Kaffeetrinken in einem kleinen Ort die schrecklichen Bilder im TV gesehen. Wir waren geschockt und haben gespürt, wie es jedem an die Nieren ging. Glücklicherweise hatten wir uns entschieden, die Westküste entlang zu fahren.

Bevor wir jedoch auf die Südinsel übergsetzt sind, hatten wir noch einen entspannten Tag in Wellington. Am Samstag besuchten wir wie gesagt das Te Papa Nationalmuseum, in dem wir uns eine Fotoausstellung eines berühmten neuseeländischen Fotografen, die Anfänge der Besiedlung Neuseelands und die Exponate der hiesigen Tierwelt angeschaut hatten. Sonntags machten wir eine kleine Stadttour, liefen am Regierungsviertel vorbei und machten einen kleinen Ausflug mit der historischen Seilbahn. Diese fährt zum botanischen Garten auf einen Hügel der Stadt, von dem wir einen herrlichen Ausblick über die Bucht hatten. Abends genehmigten wir uns ein paar Biere in der Innenstadt, bevor wir hinter dem Museum in unserem Paul schliefen. Das war wohl der urbanste Schlafplatz, den wir auf unserer Reise haben werden, da er mitten in der Innenstadt lag. Allerdings waren wir überrascht, dass wir dort Internet hatten und dieses dort frei angeboten wurde.

Am Montagmorgen ging unser Interislander, die Fähre auf die Südinsel relativ früh, und wir standen mit Paul beim Sonnenaufgang in der Schlange. Es war einiges los und wir beeindruckt, wie viele Fahrzeuge auf die Fähre passten. Da momentan die Hauptreisezeit ist, war es weniger überraschend, dass es so viele waren. Irgendwann legte die Fähre dann ab und wir verließen den Hafen Wellington. Die Südinsel begrüßte uns bei bestem Wetter mit ihren Marlborough Sounds. Diese Region zeichnet sich durch ihre weichen grünen Hügel mit vielen Inseln und Halbinseln sowie kleinen Stränden aus. Es ist ein Paradies für Bootsführer, von denen einige unterwegs waren.

Wir gingen in Picton von Bord, freuten uns über den tollen Sonnenschein, füllten unsere Vorräte auf und fuhren in die Sounds. Wir entschieden uns die Nacht auf einem entlegenen Campingplatz in einer einsamen Bucht zu verbringen. Nachdem wir allerdings über 2 Stunden kurvige Serpentinen die Küste entlang gefahren waren, entschieden wir uns für einen nicht so entlegenen Ort. Wir fühlten uns wie nach einer Karusselfahrt und brauchten eine Pause. Da wir so zeitig unseren Paul parkten, konnten wir noch unser neues Angelset, das allerdings nur aus einer Rolle, einem Stück Blei und einem Haken bestand, ausprobieren. Leider hatten wir keinen Köder parat und suchten den Strand nach etwas Braubaren ab. Wir fanden zwei Muscheln und sogar eine frische Auster und meinten, dass dies für den ersten Versuch ausreichen müsste. Das tat es allerdings nicht und mehr als ein paar lächerliche Muschelbadeaktionen kamen dabei nicht heraus. Gut, dass wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, so konnten wir unsere Steaks grillen.

In der Nacht zum Dienstag regnete es sehr stark und auch der Morgen versprach keine Besserung. Nach einem kurzen Frühstück ging unsere Reise zurück über die kurvige Küstenstrasse bis zum Highway ins Landesinnere. Dort fuhren wir durch die Weinregion Marlborough und bestaunten die vielen Felder. Wir wissen, dass der Wein dort erstklassig ist, verschoben aber eine etwaige Verkostung auf unsere Rücktour. Da wir einige Kilometer hinter uns bringen wollten, bestand der Tag hauptsächlich aus Fahren. Wie bereits geschrieben, tranken wir im kleinen Örtchen Murchison einen Kaffee und erfuhren dort vom schrecklichen Erdbeben. Danach waren wir ziemlich kaputt und suchten uns ein stilles Plätzchen in einem Waldstück und spielten zur Abwechslung noch einmal Federball. Die Qualität der Bälle ließ immer noch zu wünschen übrig, aber wir hatten unseren Spass.

Am Mittwoch ging es weiter an die Küste und wir hielten in Westport an, da wir wieder unsere Vorräte auffüllen mussten. Wir ließen eine unserer Gasflaschen für unglaubliche $4,50 füllen, was mindestens drei Wochen Kochen bedeutet, und freuten uns über den Preis. Die Zeitungen waren voll vom Erdbeben und wir mussten uns erstmal einen Überblick verschaffen. In einem Cafe nutzten wir das Internet, um auch ein Lebenszeichen von uns abzugeben. Das Wetter hatte sich verbessert, so dass wir uns einen schönen Schlafplatz an der Küste suchten. Wir liefen eine Runde und während wir unser Abendessen zubereiteten, kamen wir mit Greg und Dan ins Gespräch, die ihren Arbeitstag bei ein paar Bier und Würstchen im Sonnenuntergang am Strand ausklingen ließen. Natürlich hatten sie nur ein Thema, da vor allem Dan Geologie studiert und gerade aus Christchurch kam und das Beben unverletzt miterlebt hatte.

Am Donnerstag ging es weiter die Westküste hinunter und wir besuchten die Pancake Rocks. Das sind zusammengepresste Felsen, die wie mehrere Lagen von Eierkuchen aussehen. Es ist eine besonderes Highlight an der Küste, so dass wir nicht die Einzigen dort waren. Da die Westküste der Südinsel im Allgemeinen als besonderes Erlebnis beschrieben ist, wimmelte der Highway nur so von Campern, Mietautos und Busreisenden. Auch für uns ging es danach weiter, da wir bei Abend die Gletscher erreichen wollten, die ein weiterer Höhepunkt auf der Strecke sind. Am späten Nachmittag erreichten wir dann auch den Franz-Josef-Gletscher und machten eine Wanderung zu dessem Ende. Er war imposant, jedoch wurde gezeigt, dass er sich sehr stark in den letzten Jahren zurück entwickelt hat. Dies erinnerte uns an die Vergänglichkeit unseres Planeten und machte uns ein wenig nachdenklich.

Da es Richtung Abend ging, suchten wir uns einen weiteren Schlafplatz und wurden an einer Brücke fündig. Dies machte auch uns nachdenklich, da wir zum ersten Mal unter einer Brücke schliefen und total kaputt waren. Die letzten Tage forderten irgendwie ihren Tribut. Wir waren müde, hetzten von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und fraßen Kilometer mit unserem Paul. Entspannt Reisen hatten wir uns anders vorgestellt. Daher entschieden wir uns, nicht mehr bis 18 Uhr zu fahren, was unser eigentlicher Plan war, sondern in den nächsten Tagen schon gegen 15 Uhr nach einem Schlafplatz zu suchen und Paul früher abzustellen. Wir erhofften uns ein bisschen mehr Gelassenheit dadurch, etwas bessere Laune, da diese schon gelitten hatte und uns die Möglichkeit, etwas mehr von den Orten zu sehen, als nur kurz zu Abend was zu Essen und dann in unserem Wagen zu verschwinden.

Mit frischen Lebensgeistern ging es dann gestern weiter und wir besuchten den zweiten Gletscher namens Fox. Warum die Gletscher so heißen, müssen wir in einer ruhigen Minute auch erst noch einmal nachlesen. Jedenfalls ist auch dieser rückläufig, jedoch schlängelte er sich auch imposant mit türkisem Eis durch die Felsschlucht. Weiter ging es für uns Richtung Haast. Da in den ganzen letzten Tagen, dicke Wolke in den Bergen hingen, blieb uns das fantastische Panorama der neuseeländischen Alpen verborgen. Wir konnten diese nur manchmal erahnen, wenn ein Wolkenfetzen eine Felskannte freigab. In Haast machten wir dann ein Bild, auf dem sowohl Strand als auch Berge zu sehen sind. Das ist wohl das besondere an Neuseeland, dass diese unterschiedlichen Regionen, so nah beieinander liegen. Auch beeindruckt dadurch die ständig welchsende Vegetation, die nach mehreren Kilometern immer neue Eindrücke vermittelt.

In Haast bogen wir in die Bergwelt ab und blieben unserem neuen Motto treu, Paul schon früher abzustellen. Es war erst kurz nach 15 Uhr und wir hatten endlich viel Zeit für einen schönen Spaziergang in der Umgebung. Wir liefen entlang eines Flusslaufes und bewunderten das Alpenpanorama des Mt. Hooker in der Ferne. Die Sonne schien und wir fühlten uns an einen herrlichen Spätsommertag erinnert und genossen die Ruhe und Umgebung. Zum ersten Mal an der Westküste drängelten wir uns nicht mit anderen Touristenschwärmen zu einer Sehenswürdigkeit, sondern entdeckten dieses Flusstal für uns ganz allein. Dabei fanden wir einen hervorragenden Platz für Paul, parkten unseren Liebling um und brauchten nicht unter einer Brücke schlafen. Da meine Angelfähigkeiten unbrauchbar waren, hatten wir uns einen frischen Lachs auf einer Farm gekauft und grillten ihn am Abend inmitten einer fantastischen Bergkulisse, die vom Sonnenuntergang angestrahlt wurde. So hatten wir uns das vorgestellt. Anja bereitete den Fisch mit Knobi und Butter vor und servierte als Vorspeise ein paar Brote mit leckerer Guacamole. Allerdings waren die Briquettes in unserem Grill zu heiß, so dass der Lachs ein wenig verbrannte. Für unseren ersten gegrillten Fisch waren wir aber echt zufrieden und ließen uns den Prachtburschen schmecken. Beim nächsten Mal versuchen wir dann, einen selbstgefangenen Fisch zu zubereiten.

Heute fuhren wir dann weitaus enstpannter in die Berge zu den Seen Hawea und Wanaka. Nach einem schönen Frühstück am See Hawea, entschieden wir uns für eine Wanderung auf einen der Berge in der Umgebung. Von dort oben hatten wir einen wunderbaren 360° Ausblick auf den See Wanaka und die Bergwelt. Dazu gehört der Mount Aspiring, der mit seinen 3027 m der höchste der Region und auch deren Namensgeber ist. Im Ort musste ich mir erstmal den Schweiß vom Körper schwimmen, obwohl das Wasser fast zu frisch gewesen ist. Nach diesem entspannteren Tag und dem schönen Track sind wir heute noch nach Cardrona gefahren. Hier steht eines der ältesten Hotels Neuseelands, dass 1863 seine Türen geöffnet hat, zu Zeiten der Goldgräber erbaut wurde und uns heute mit seinem eigenen Ale verwöhnte.

Morgen geht es weiter nach Queenstown, dass nur weinige Kilometer entfernt ist. Nach den ungefähr 1000 km der letzten Woche, wirkt diese kleine Etappe wie ein Katzensprung. Dort bereiten wir uns auf unseren 4-Tages Track zum Milford Sound vor, welcher ein weiterer Höhepunkt unserer Reise sein wird. Davon berichten wir euch beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Mittwoch, 23. Februar 2011
Erdbeben in Christchurch
Hallo Ihr,

sicher haben einige von dem tragischen Erdbeben in Christchurch gehört gestern. Über 100 Menschen sind getötet wurden und die Zahl steigt immer noch.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,746952,00.html

Wir hatten es gegen Mittag in den News vernommen, konnten allerdings nichts im Internet schreiben. Uns geht es gut, da wir im Nordwesten unterwegs sind. Eigentlich wollten wir in 3 Wochen nach Christchurch, werden uns das aber noch mal überlegen, da die Gefahr von Nachbeben besteht.

Momentan schauen wir geschockt in die Zeitung und lesen über die tragischen Ereignisse.

Bis bald

Anja und Patrice

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Sonntag, 20. Februar 2011
Auf den Spuren Frodos durch Mordor
Oh, was für eine Woche liegt hinter uns. Ich entschuldige mich jetzt schon, falls der Artikel sehr lang werden sollte. Die Beiträge dienen unter anderem ja unserer Dokumentation, aber ich versuche mich kurz zu halten, was wahrscheinlich nicht klappen wird. Diese Woche war voller Drama, Abenteuer, Genuß und Freude.

Wie geschrieben, besuchten wir letztes Wochenende meinen ehemaligen Manager Marcel, dessen Frau Rebecca und die Jungs Kees und Izaac. Die Freude war riesengroß, da wir uns seit 2005 nicht mehr gesehen hatten. Kees war damals gerade ein Jahr alt und Izaac noch gar nicht geboren. Anja wurde von den beiden sofort ins Herz geschlossen. Wir hatten uns viel zu erzählen und schnatterten. Bevor Marcel den Grill anschmiss und wir später das BBQ genossen, gingen wir noch einmal schwimmen, da das Haus der Familie nur 5 Geh-Minuten vom Taupo See entfernt ist.

Am Sonntag machten wir Marcels ganzen Stolz klar und fuhren mit seinem Boot auf den See hinaus. Was für ein Luxus das war. Es dauerte nicht lange und wir schipperten bei herrlichestem Sonnenschein an großen Maori-Schnitzereien vorbei. Für seine Jungs hatte der Papa eine aufblasbare Schlange gekauft, die er hinter dem Boot her ziehen kann, so dass die Jungs darauf reiten können. Natürlich waren die beiden Knirpse total ungeduldig und bald schossen sie über den See. Es war eine unglaubliche Freude, sie dabei zu beobachten. Allerdings reichte das Marcel nicht, so dass als nächstes ein großer brauner Junge zwischen den beiden kleineren Platz nehmen durfte. Wir meisterten die Geschwindigkeit super, da ich Bedenken hatte, die Jungs eventuell zu verletzen, falls es mich in einer Kurve rausgetragen hätte. Das war Marcel aber immer noch nicht genug, da er meinte, dass jeder Gast auf der Schlangen reiten sollte. Also gesellte sich Anja zu mir und nun schossen wir beide über den See. Was für ein Gaudi. Anja war das Ganze nicht so ganz geheuer, aber wir hatten trotzdem eine Menge Spass.

Nachdem wir das Boot zurückgebracht und ein paar Sandwiches verdrückt hatten, fuhren wir mit der Familie zu den Huka Fällen in der Nähe Taupos. Dort zwängt sich der Waikato Fluss, der längste Neuseelands, durch eine Felsenspalte, die er über die Jahre selbst ausgewaschen hat. Es ist eine der Sehenswürdigkeiten Taupos und es war ein schöner Ausflug. Nach diesem ereignisreichen Tag ließen wir den Abend mit dem Film Madagaskar, den die Jungs unbedingt gucken wollten, und für die Erwachsenen ein paar Gläser Wein ausklingen. Leider war dieses Wochenende so schnell vorüber gegangen und wir mussten uns schon wieder bei Marcel und Familie verabschieden.

Am Montag besorgten wir uns ein paar Lebensmittel und machten uns auf den Weg in den Tongariro Nationalpark. Dort wollten wir am Dienstag das Tongariro Crossing machen. Dies ist eine fast 20 km lange Wanderung über die Vulkanlandschaft, die geschätzte 8 Stunden dauert, und soll Neuseelands schönster 1-Tages Trek sein. Wir informierten uns im Besucherzentrum und suchten uns einen wilden Schlafplatz. Eigentlich wollten wir mal auf einem offiziellen Campingplatz übernachten, aber einer kostete 38 Dollar, was uns zu teuer war, und ein anderer war hoffnungslos überfüllt. So stellten wir Paul wieder in eine Nische an der Hauptstrasse. Dieser Schlafplatz bot uns aber ein tolles Panorama der wichtigsten Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Letzterer ist der höchste Berg der Nordinsel und Ngauruhoe wurde als Kulisse der Trilogie "Herr der Ringe" genutzt. Da er einen stereotypischen Vulkankegel besitzt, diente er als Mt Doom, Zentrum der schwarzen Macht des Herrschers Sauron. Während wir unser Abendessen zubereiteten, bot das Abendprogramm die vom Sonnenuntergang beleuchteten Vulkane. Es war ein wunderbarer Anblick, der nicht von Werbung unterbrochen wurde.

Zu unserer Überraschung waren die Berge am Dienstagmorgen nicht zu sehen, da ein dichter Nebel nur eine Aussicht von 100 m erlaubte. Eigentlich waren das nicht die besten Voraussetzungen, um unseren Trek zu machen, jedoch ließen wir uns davon nicht abschrecken. Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Parkpklatz des Ausgangspunktes. Wir hatten uns dafür entschieden, die komplette Strecke bis zu einem festen Endpunkt durchzulaufen. Von dort hatten wir uns für 17 Uhr einen Rücktransport zum Ausgangspunkt organisiert. Ein bisschen mulmig war uns, Paul auf dem Parkplatz stehen zu lassen, da es angeblich Einbrüche gegeben haben soll. Wir vertrauten aber der Situation und hofften auf das Beste. Ausserdem hatte er Gesellschaft anderer Fahrzeuge und war nicht der einzige Wagen auf dem Parkplatz.

Wir starteten kurz nach 9 Uhr und hatten somit genau 8 Stunden Zeit, bis zum Parkplatz auf der anderen seite der Berge zu gelangen. Das Profil zeigte, das der Ausganspunkt auf 1100 m, der höchste Punkt bei 1900 m und der Endpunkt bei 700 m lag. Wir hatten also 800 Höhenmeter nach oben und 1200 nach unten zu bewältigen. Zu unserem Glück klarte es auf und die Sonne kam durch, als wir mit der Wanderung begannen, so dass dem diesem herrlichen Tag nichts mehr im Wege stand. Die Strecke führte über vulkanisches Gestein und wir erlebten förmlich, wie Frodo sich über die Felsen schleppte, um den Ring im Mt Doom zu versenken.
Der Aufstieg klappte recht gut, so dass wir die Aussicht auf die Krater in der Umgebung genießen konnten. Oben angekommen erinnerte das Plateau an eine Mondlandschaft, da fast keine Vegetation mehr zu finden war. Da diese Strecke, wie gesagt, kein Geheimtipp ist und überall angepriesen wird, war sie voller anderer Wanderer. An diesem Tag waren zusätzlich mehrere Jugendgruppen unterwegs, die wie Armeen wilder Orks die Berge hinaufkletterten. Da wir gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns noch einen Abstecher auf den Gipfel des Tongariro zu machen, was eine zusätzliche Schleife von 1,5 Stunden und den Tageshöchstewert von 1967 m bedeutete. Auf der Spitze begann sich das Wetter wieder zuzuziehen und sich große Wolkenverbände zu bilden.

Der Abstieg führte am roten Krater vorbei, der aus eisenhaltigem Vulkangestein bestand. Weiter ging es an den Emerald Seen vorbei, die auf dieser höhe thronten und durch ihre schwefelhaltigen Ablagerung geblich-grün schimmerten und dem entsprechend rochen. Mittlerweile hatten sich die Wolken so stark gebildet, dass wir nur noch durch einen mystischen Nebel liefen und eine Sicht von vielleicht 50 Metern hatten. Die Erlebnisse der zweite Tageshälfte waren dadurch total anders. Irgendwann verließen wir aber die Wolken und konnten die Aussicht ins Tal und über den Taupo See genießen. Auf dem Weg nacht unten kamen wir Fabian ins Gespräch. Er war Österreicher, wollte die Berge von der anderen Seite besteigen, hatte aber am Tag zuvor zu viel getrunken, war ohne Wasser und was zu Essen gestartet, musste unterwegs aufgeben und befand sich mittlerweile wieder auf dem Rückweg. Dies machte den Abstieg unterhaltsamer, da sich die letzten Kilometer ganz schön hinzogen. Im Tal angekommen waren Anja und ich natürlich überglücklich, dass wir den Trek und die über 20 km lange Strecke erfolgreich gemeistert hatten. Nachdem auch unsere Abholung problemlos funktionierte, hofften wir nur, dass unser Paul unversehrt auf dem Parkplatz wartete.

Als wir den Parkplatz fast erreicht hatten, kam uns allerdings ein grüner Minibus entgegen. Uns schoss ein großer Schrecken durch den Rücken, jedoch erkannten wir, das es nicht Paul war. Freudestrahlend erspähten wir ihn kurz danach auf dem Parkplatz. Als ich die Tür öffnete, klapperte die Uhr im Wagen total aufgeregt, was bei mir sämtliche Alarmglocken läuten ließ. Da wir am Morgen im Nebel gestartet waren, hatte ich das Licht angemacht und vergessen, es wieder auszuschalten. Da der Wagen ein älteres Semester ist, hat er noch kein Warnsystem, wie wir es in den heutigen Modellen gewöhnt sind.

Natürlich war die Batterie leer, da Paul mittlerweile fast 9 Stunden mit Licht angeschaltet stand. Ich konnte es nicht fassen. Es war total ärgerlich, da die Zündung und das Anspringen zu 100% an Paul funktionierten und dies nun nicht klappte. Allerdings konnten wir es nicht ändern und mussten uns irgendwie aus dieser Situation helfen. Das Schöne ist, dass auch Anja in solchen Momenten an Lösungen denkt und mir in keinster Weise Vorwürfe macht. Als Erstes fragten wir ein neuseeländisches Ehepaar, dass uns leider nicht helfen konnte, allerdings auch nicht mehr von unserer Seite wich. Neben uns parkte ein Campervan, der einem Ehepaar aus Bautzen gehörte. Diese bauten die Zweitbatterie für Mikrowelle und Kocher aus, jedoch reichte diese nicht, um Paul zu starten. Da uns auch weitere Familien nicht helfen konnten, entschied sich das neuseeländische Ehepaar, ins nächste Dorf zu fahren und Starterkabel oder Hilfe zu organisieren. Anja und ich waren von dieser Hilfsbereitschaft total überwältigt und hatten ein schlechtes Gewissen, diese anzunehmen. Nach einer Weile kam das Ehepaar zurück und hatte sich unfassbarer Weise ein neues Set Starterkabel gekauft, um uns zu helfen. Wir wollten es ihnen abkaufen, doch sie lehnten dies ab. Allerdings waren die Batterie ihres PKWs und die Starterkabel zu schwach, um unseren Dieselpaul zu starten. In diesem Moment fuhr ein Jeep auf den Parkplatz, der auch Allradantrieb hatte. Ich fragte den neuseeländischen Fahrer, der selbstverständlich sofort seine Hilfe anbot. Nachdem wir die Batterie ein bisschen aufgeladen hatten, sprang Paul an und brummte in bekannter Manier. Alle Beteiligten waren total glücklich, dass wir wieder fahrtüchtig waren. Wir bedankten uns aufs Herzlichste bei dem neuseeländischen Paar, dass auch noch eine Fahrt von 3 Stunden vor sich hatte. Erleichtert stiegen wir ein und fuhren mit Paul los, da wir die Batterie wieder aufladen wollten. Mittlerweile war es nach 20 Uhr und der Trek schon seit drei Stunden Geschichte.

Da wir müde und sehr unsicher waren, ob Paul am nächsten Morgen wieder anspringen würde, entschieden wir uns, in den "teureren" Campingpark zu fahren. Es war eine gute Entscheidung, denn wir konnten nach unserer Wanderung heiß duschen, was äusserst nötig war. Obwohl der Campingplatz auch eine riesengroße Küche hatte, kochten wir auf unseren Apparaturen, da wir wahrscheinlich nicht genug Energie zum Nachdenken hatten. Total kaputt fielen wir dann in unser Bett und ließen diesen unglaublichen Tag mit so vielen Eindrücken und dem Happy End Revue passieren.

Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück, sprang Paul tatsächlich nicht sofort an. Glücklicherweise hatte das Camp einen tragbaren Selbststarter, der unserem geliebten Fahrzeug wieder Leben einhauchte. Dieses Mal drehten wir eine größere Runde, kehrten jedoch nach gut 1,5 Stunden wieder zurück. Das Camp lag nämlich im Zentrum des Nationalparks, von dem mehrere kürzere Wanderungen losgingen. Wir hatten wohl von den 20 km des Vortages noch nicht genug und wollten den Park weiter erkunden. Daher entschieden wir uns, ein 4 bis 5 Stunden Wanderung zu machen. Diese war am Berg Ruapehu, der als Kulisse für die Schlachten um Helms Clum diente und in dem auch die Szenen im Moor Mordors gedreht wurden.

Anja und ich wechselten das Schuhwerk, was im Nachhinein nicht die beste Idee war, da unsere Füße am Ende ganz schön schmerzten. Nichtdestotrotz liefen wir durch die wildesten Wälder und kletterten über kleiner Bäche. Der Weg führte über einzigartiges Buschland, dass für die Moore Mordors genutzt wurden. Wir sahen die Wasserlöcher, in denen die Leichen der großen Schlacht lagen und konnten uns diese bildlich vorstellen. Allerdings merkten wir, dass wir an diesem Tag nicht so schnell unterwegs und vom Vortag doch sehr erschöpft waren. Auf dieser Strecke mussten wir auch einen Fluss überqueren. Es wurde allerdings empfohlen, dies nach starkem Regen gar nicht erst zu versuchen. Glücklicherweise hatte es in den letzten Tagen nicht geregnet, jedoch waren wir ein wenig überrascht, als wir vor dem Flussbett voller Geröll standen, wir die zwei Flussarme dadurch fließen sahen und der Weg am anderen Ufer weiterging. Wir suchten uns eine passende Stelle heraus und ich sprang als Erster von Stein zu Stein, bis ich auf der anderen Seite war. Als Anja es versuchte, rutschte sie allerdings ab und der Stein knallte ihr auf den Fuss. Tapfer aber mit ein paar Tränchen in den Augen kämpfte sie sich jedoch weiter.

Nach fast drei Stunden hatten wir eine Hütte erreicht und sahen, dass sich die Wolken wieder zusammen zogen. Es war aussichtslos, dass wir weiter bergauf gehen würden, um die Schlachplätze aus dem Film zu sehen. Daher entschlossen wir uns, wieder umzukehren und den gleichen Weg zurück zu gehen. Das bedeutete aber, dass wir noch einmal über den Fluss mussten, was wir das zweite Mal dann ohne Probleme meisterten. Besonders Anjas Füße schmerzten auf der Rücktour und wir waren unglaublich froh, als wir nach insgesamt fast 6 Stunden den Parkplatz erreichten. Nach den 20 km vom Vortag hatten wir weitere 13 km drauf gepackt. Dieses Mal sprang Paul mit ein bisschen Stottern an, aber er fuhr. Wir entschieden uns, nach Taupo zurück zu fahren, da wir auch einen Arzttermin für unseren Untersatz organisiert hatten.

Mit einem unsicheren Gefühl brachten wir unseren Großen am nächsten Morgen in die Werkstatt. Zum Einen wollten wir ihn mal auf Herz und Nieren prüfen lassen, bevor es für uns weiterging,. Zum Anderen sollten die Mechaniker die Verlässlichkeit der Batterie testen. Während unser Liebster untersucht wurde, gingen Anja und ich in ein nahegelegenes Schwimmbad. Dort gab es wieder private Jacuzzis, die mit Geothermal-Wasser gefüllt waren. Wir genossen das heiße Bad bei 41 Grad und verwöhnten unsere strapzierten Gliedmaßen. Im Schwimmbad konnte ich auch ein paar Bahnen ziehen, während sich Anja im Ausruhpool bei 35 Grad ausruhte. Was für ein Kontrastprogramm zu den Vortagen. Zu unserer großen Überraschung riefen die Mechaniker gegen Mittag an und bestätigten, dass Paul nichts fehlte und er für sein Alter relativ gut in Schuss ist. Das freute uns sehr und wir konnten ihn bald abholen.

Nachdem wir kurz noch unsere Wäsche gewaschen und unsere Vorräte aufgestockt hatten, verließen wir Taupo in Richtung Süden. Wir fuhren auf der Rückseite des Tongariro Nationalparkes vorbei. Dort sah die Landschaft wie eine dürre Savanne aus. Irgendwann bogen wir aber von der Hauptverbindung zwischen Norden und Süden ab und widmeten uns wieder den Nebenstrassen. Wir waren überrascht, wie schnell sich die Landschaft und die Vegetation änderte. Auf der neuen Strecke fanden wir wieder die grünen Hügel, die von Schafen, Rindern und Pferden bevölkert werden. Eine schöne Sache an Neuseeland ist, das Grün in allen Tönen vorkommt und die Landschaften ein reiner Genuß sind. Wir sahen wunderbare Flußtäler oder begutachteten Wasserfälle, die so zahlreich verstreut sind. Als es gegen Abend ging, hielten wir auf einem Hügel an und entschlossen uns bei einer herrlichen Aussicht und einem schönen Sonnenuntergang, dort unsere Nacht zu verbringen.

Am nächsten Morgen, es war mittlerweile Freitag, fuhren wir weiter nach Wanganui. Dort überschauten wir die Stadt von einem Ausguck und konnten endlich wieder das Meer sehen. Die Stadt selbst hatte eine schöne viktorianische Hauptstrasse, die zufälliger Weise auch Viktoria Street hieß. In einem traditionellen Restaurants genossen wir einen herrlichen Blaubeerkuchen und eine Tasse Kaffee bevor es weiter Richtung Küste ging.

Diese Nacht wollten wir unbedingt in der Nähe des Wassers schlafen und wurden in Levin oder besser gesagt Hokio Beach bald fündig. Da gerade Ebbe war, hatte sich das Meer über 100 m weit zurück gezogen. Deshalb kann man den Leuten ja nicht zumuten, soweit zum Schwimmen oder Angeln zu laufen, weswegen dort Autos am Strand erlaubt sind, um die Wege zu verkürzen. Auch wir ließen es uns nicht nehmen, mit Paul ein paar Runden am Strand zu drehen. Des Weiteren konnten wir endlich unser Badminton Set ausprobieren, dass wir uns zugelegt haben. Wir spielten in der untergehenden Sonne und hetzten uns gegenseitig über den Strand. Da wir nicht sehr viel Geld für das Set ausgegeben hatten, war die Qualität vor allem der Bälle miserabel und wir hatten einige Ausfälle zu beklagen. Nach unserem Match kühlte ich mich ein bisschen in den Fluten des Meeres ab und spielte ein wenig mit den Wellen.

Ein Wagen hielt neben unserem an und wir kamen mit Olli und Chrissi aus Gießen ins Gespräch. Da wir alle Hunger hatten und die Sonne bald am Horizont verschwand, entschieden wir uns, gemeinsam zu Essen und dann am Strand in unseren Autos zu übernachten. Die beiden hatten gerade frische Muscheln aus dem Boden gesammelt und bereitete diese mit Öl, Butter und Knoblauch in ihrer Pfanne zu. Sie waren unglaublich köstlich und es war unvorstellbar, dass sie diese gerade am Strand gefunden hatten. Wir schmissen unseren Grill an und hatten ein paar Burger hinzuzusteuern. So verbrachten wir unseren Abend mit neuen Bekanntschaften so fern der Heimat. Irgendwann setzte jedoch die Flut ein und gut, dass wir relativ nah an den Dünen geparkt hatten, denn das Wasser war plötzlich bis auf wenige Meter (6m) an unsere Autos herangekommen.

Nachdem Anja und ich einen Strandlauf als Morgensport absolviert hatten, frühstückten wir mit den beiden Anderen, bevor jedes Pärchen in seine eigene Richtung aufgebrach. Mittlerweile sind wir in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen und waren bereits im Nationalmuseum Te Papa.

Am Montag haben wir die Fähre auf die Südinsel gebucht. Wir freuen uns schon riesig, diese zu erkunden. Davon berichten wir dann beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Samstag, 12. Februar 2011
A, P & P - Die Ritter der Nebenstrassen
Nachdem wir am Montag Paul auf unsere Namen umgeschrieben und die letzten Besorgungen gemacht hatten, verließen wir am Dienstag Auckland in Richtung Süden. Ein Freund meinte, dass das A-Team angerufen hätten und sie ihren Wagen zurückverlangen würden. B.A. wird allerdings nichts dagegen haben, wenn wir ihn in den nächsten 8 Wochen nutzen. Neben Lebensmitteln hatten wir auch ein paar weitere Utensilien eingekauft, wie z.B. einen kleinen Transformator, so dass wir per Zigarettenanzünder sogar Computer und Fotoaparat unterwegs aufladen können. Auf der Autobahn brummte unser Paulo so vor sich hin, jedoch strapazierten wir den älteren Herrn nicht über 90 Stundenkilometer. Wir haben ja Zeit.

Unser erster Stop war der Ort Raglan an der Westküste, dessen Brandung weltberühmt bei Surfern ist. Begeistert beobachteten wir die Wasserfanatiker von einem Hügel aus, die stecknadelgroß im Wasser schwammen und auf die perfekte Welle warteten. Dort wollten wir übernachten, jedoch verbaten uns mehrere Schilder, auf den Parkplätzen zu bleiben. Da der dortige Campingplatz zu überteuert war und wir dort sowieso nicht übernachten wollten, fuhren wir weiter. Aus der Teerstrasse wurde ein Feldweg, worauf sich unser Allrad-Paulo richtig wohlfühlte. Der Weg schlängelte sich an der Küste entlang und bot fantastische Ausblicke auf die tasmanische See. Eine Stelle schien uns sehr gut geeignet, so dass wir dort anhielten und unseren Schlafplatz gefunden hatten. Ein bisschen mulmig war uns schon, da wir so wild übernachten wollten. Aber das war das Abenteuer und die Freiheit, die wir gesucht hatten. Wir dachten uns, wenn es jemanden nicht gefiel, dass wir dort bleiben würden, dann würde sich derjenige schon melden.

Da sowohl ein Gaskocher sowie ein Grill zu unserer Ausstattung gehören, haben wir Essens-technisch eine großzügige Auswahl. An diesem Abend entschieden wir uns fürs Grillen, da wir Hühnchenspieße und Würstchen in unserer Kühlbox hatten. Während ich die Briketts anfeuerte, bereitete Anja Gemüse und ein paar Brote zu. Trotz einer windigen Umgebung genossen wir unser erstes Abendbrot als Camper mit einem schönen Ausblick über das Meer. Bis auf zwei Autos war der Feldweg nicht befahren. Eines davon, gehörte dem hiesigen Bauern, der uns nur zuwinkte und somit verständlich machte, dass er kein Problem mit unserer Anwesenheit hatte. Nichtdestotrotz schliefen wir in der ersten Nacht ein wenig unruhig, obwohl wir uns gemütlich in das weiche Bett gekuschelt hatten. Zum einen lag es sicher an der ungewohnten Umgebung und zum anderen trugen der Wind und unbekannte Geräusche ihr Übriges dazu bei.

Am nächsten Morgen ging es weiter an Feldern vorbei, auf denen mächtige Kühe und Schafe weideten. Wir mussten unweigerlich an die armen Geschöpfe in Indien denken, die hauptsächlich aus Haut und Knochen bestanden. Hier standen ihre Verwandten mit einem kräftig glänzenden Fell auf saftigen Weiden. Wir dachten uns, welch tolle Umgebung und Bedingungen es hier für diese Tiere doch gibt. Wir frühstückten an einem verlassenen Strand, der wie alle Strände an der Westküste aus schwarzem Sand bestand. Es ist ein ungewohnter Anblick, da wir schwarzen Sand mit Dreck in Verbindung bringen. Der Grund für die Farbe ist allerdings das vulkanische Gestein, dass überall in Neuseeland zu finden ist. Eigentlich sind die kompletten Inseln vulkanischen Ursprungs und für Geologen und Fossiliensammler ein Paradies. Über die Jahre hat Mutter Natur durch ihre Vegetation, Erd- und Wasserbewegungen die Landschaft gestaltet und wir können jetzt ihre Ergebnisse bestaunen. Zum Beispiel besuchten wir den Bridal Veil Wasserfall, der sich 55 Meter über das Ende einer Lavazunge in die Tiefe stürzt. Ihm passiert allerdings nichts, da er am Fuße in einem Pool mündet und dann als Fluss weiter talabwärts fließt.

Weiter ging es an der Küste in den kleinen Ort Kawhia. Dieser ist wunderbar an einer Bucht gelegen und überzeugte uns durch seinen Sonnenschein und entspanntes Gemüt. Von der Tankstellendame bekamen wir die Auskunft, dass es dort sehr ruhig wäre. Um ehrlich zu sein, hätten wir uns auch nichts anderes vorstellen können. Wir entdeckten am Ufer ein Holzhaus mit der Aufschrift Museum und ließen uns die Gelegenheit nicht nehmen, etwas lokale Kultur aufzunehmen. Wir waren überrascht, dass sich der Ort ein Wochenende im Januar in ein Mekka von über 100.000 Besuchern verwandelt, da dort dann eine traditionelle Regatta mit Walfangbooten stattfindet. Diese geht in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Die Boote werden allerdings nur noch für Rennzwecke verwendet, da Neuseeland seit Jahren nicht mehr zu den Walfangnationen gehört.

Unser zweiter Übernachtungsplatz war komplett anders als der erste. Dieser war nämlich in einem Wald und an einem Bach in den Bergen versteckt. Wir hatten Glück, dass wir dieses paradiesische Fleckchen entdeckten. Allerdings war es wohl kein Geheimtipp, da wir relativ frische Autospuren vorfanden. Diese machten den Schlafplatz für uns zumindestens semi-offziell. Auch fanden wir keine Verbotszeichen, dass wir dort nicht hätten schlafen dürfen. Wir bauten wieder unsere kleine Küche auf und kochten uns ein paar Nudeln. An diesem Ort fiel uns besonders auf, dass es sehr gut ist, dass es in Neuseeland keine wilden Tiere, wie Bären, Tiger oder Elefanten gibt. Zum Einen können wir ungestört in der Wildnis hausen. Zum Anderen erschrecken sich die armen Tiere nicht, falls sie uns dort bei der abendlichen Toilette überrascht hätten. Bilder gibt es davon auch nicht, da wir auch euch nicht erschrecken wollen.

Unser Frühstück nahmen wir am nächsten Morgen wieder an einem Strand zu uns. Dieses Mal war es allerdings in einem Ort und die "No Camping"-Schilder wiesen ausdrücklich darauf hin, dass Nachtgäste nicht so sehr erwünscht waren. Da wir allerdings nur eine Stunde dort blieben, hatten wir nur kleine Bedenken. Unsere Zweifel waren aber total unbegründet, denn jeder Kiwi (Neuseeländer), der an uns vorbeikam, grüßte freundlich. Ein Pärchen war sogar von unserer Ausstattung äusserst begeistert und wünschte uns eine tolle Zeit. So eine Gastfreundschaft nahmen wir gern an und freuten uns über die warmen Gesten.

An diesem Tag (Donnerstag) war unser Ziel New Plymouth, eine Stadt im westlichsten Zipfel der Nordinsel. Dort gingen wir mal wieder shoppen und füllten unsere Vorräte auf. Da wir allerdings nicht nur im Auto durch Neuseeland reisen sondern auch die Natur erleben wollten, fuhren wir zum Berg Taranaki. Dieser Vulkan trohnt mit seinen über 2500 m über allem an der Westküste und ist der Grund, warum die Nordinsel auf der Landkarte dort eine Beule hat. Wir entschieden uns für eine 2 Stunden lange Wanderung und konnten in die bizarre Bergvegetation eintauchen. Wir waren fasziniert, wie die Bäume von Mosen bewachsen waren und wie unwirklich sie uns beeindruckten. Leider sahen wir die Spitze des Berges dort oben nicht, da sie wolkenverhangen war.

Wir fuhren zurück an die Küste und fanden im kleinen Örtchen Waitara einen hervorragenden Schlafplatz. Es war der hiesige Park mit Spiel- und Angelplätzen, der von den Surfern als Basis genutzt wurde. Wir waren überrascht, dass es dort keine Verbotsschilder gab, da auch ein Campingplatz ganz in der Nähe war. Wieder waren unsere etwaigen Zweifel völlig unbegründet, da wir von so vielen Anwohnern freundlich gegrüßt wurden. Selbst die örtliche Dorfjugend, die ein paar Getränke im Abendlicht bei lauter Musik vernichtete, grüßte freundlich rüber. Es war ein gutes Gefühl und wir konnten beruhigt in der Zivilisation übernachten. Wir grillten uns ein schönes Steak, freuten uns über die jetzt sichtbare Spitze des Taranaki in der Ferne und genossen den Sonnenuntergang bei einem schönen Abendspaziergang. Ein paar Angler blieben über Nacht, so dass wir dieses Mal nicht allein und überraschenderweise noch ruhiger schlafen konnten.

Gestern haben wir uns wieder Richtung Landesinnere auf den Weg gemacht und sind den "Vergessenen Highway" entlang gefahren. Dieser kurvt idyllisch über grüne Hügel und durch bewaldete Schluchten an kleinen Orten vorbei. Einer dieser Orte ist Whangamomona. Das Lustige an diesem Dorf ist, dass die Bewohner 1989 mit einer Gebietsreform der Regierung nicht einverstanden gewesen sind und daraufhin die Unabhängigkeit und eine eigene Republik erklärt haben. Zwar leben dort nur 170 Leute, aber im lokalen Pub, dem Whangamomona Hotel, bekommen Touristen einen offiziellen Stempel für den Reisepass. Selbstverständlich haben auch wir uns unseren Stempel abgeholt.

Da wir es bis zum See Taupo geschafft hatten, übernachteten wir dort an seinen Ufern. Leider nieselte es ein wenig, was uns aber nicht abschreckte, da sowohl eine Zeltplane als auch ein Pavillion zu unserer Ausstattung gehört. Erstere konnten wir dieses Mal zum Einsatz bringen und unser Abendmahl im Trockenen mit Blick zum See zubereiten. Es gab übrigens leckere Bratkartoffeln. Wieder wurden wir von Anglern freundlich gegrüßt, die zufällig aus Italien und Norwegen stammten.

Nach einem kleinen Lauf heute Morgen, ließ ich mir es nicht nehmen, in den See zu springen. Das Wasser war frisch aber unglaublich klar und eine willkommene Abkühlung. Nach unserem Frühstück fuhren wir nach Tokaanu, wo es durch die vulkanischen Aktivitäten heiße Thermalquellen gibt. Wir genossen das 40 Grad warme Wasser und fühlten uns wie in unserer eigenen Badewanne. Beim Rundgang um die Anlage entdeckten wir neben den ursprünglichen heißen Quellen auch Schlammlöcher, die ständig vor sich hin gluckerten.

An diesem Wochenende besuchen wir meinen ehemaligen Manager Marcel und dessen Familie, worauf ich mich wahnsinnig freue. Als wir uns damals kennen gelernt hatten, entwickelte sich sofort mehr als nur ein kollegiales Verhältnis. Als ich das zweite Mal in Neuseeland war, durfte ich mit ihm und seiner Familie Weihnachten verbringen. Ich freue mich sehr, ihn nach so vielen Jahren wieder zu sehen und besonders, dass Anja ihn nun endlich kennen lernen kann.

Unsere erste Woche hat uns schon einige schöne Orte in Neuseeland beschert. Paul lief ohne Probleme, jedoch werden wir ihn vorsichtshalber mal durchchecken lassen. Er ist ein besonderer Teil von uns geworden, da er uns von A nach B bringt, unsere Nahrung beherbergt und uns ein gemütliches Nachtlager bietet. Wir sind sehr dankbar darüber. In dieser Woche erlebten wir sehr diverse Schlafplätze, die uns alle eine besondere Unterkunft boten. Das Schönste dabei ist, dass wir, egal wo wir anhielten, auf freundliche Kiwis trafen, die uns eine gute Reise wünschte. Jede unsere Bedenken waren unnötig gewesen, was dieses Land so traumhaft und entspannt zum Reisen für uns macht.

Nächste Woche werden wir in den Tongario Nationalpark fahren und dort mehrere Wanderungen machen, bevor wir am Wochenende in Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, sein werden.

Bis dahin wünschen wir Euch Alles Gute und senden beste Grüße

Anja und Patrice


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Sonntag, 6. Februar 2011
Mit Paul Panzer durch Neuseeland
Letzten Montag haben wir voller Vorfreude Hong Kong in Richtung Neuseeland verlassen. Allerdings waren wir nicht ganz fit, da vor allem ich, Patrice, mir eine schöne erkältung zugezogen hatte. In Auckland warteten unsere Freunde Dan und Rob am Flughafen, um uns herzlich zu begrüßen. Mit den beiden Jungs hatte ich 2003 eine tolle Fussballsaison hier gespielt und eine enge Freundschaft entwickelt. Diese hatte einen ihrer Höhepunkte, als sie 2006 zur Weltmeisterschaft in Deutschland waren und wir einige unvergessliche Nächte hatte. Jetzt standen wir uns am Flughafen wieder gegenüber. Dabei hatten wir Glück, dass Rob gerade in Neuseeland war, da er im Moment eigentlich in London wohnt. Wir alle fuhren in Dans Haus am Northshore in den nördlichen Vororten.

Vor allem die Abende waren in dieser Woche alle sehr abwechslungsreich. Am ersten Abend ging es gleich erstmal in eine Kneipe, wo wir Robs Eltern trafen. Dort war zufällig ein Quizabend und es dauerte nicht lange, dass wir auch ein Team angemeldet hatten. Obwohl wir letztendlich irgendwo im Mittelfeld der Teilnehmer landeten, gewannen wir eine Sonderrunde Getränke für 20 NZ Dollar.

Am Tag darauf erkundeten Anja und ich ein bisschen Auckland, die auch die Stadt der Segel genannt wird. Viel hat sich seit damals nicht verändert, was gut war, da wir uns schnell wieder zurecht fanden. Wir gingen auf den Skytour, welcher das höchste Gebäude in der südlichen Hemisphäre ist. Von dort hatten wir einen herrlichen Ausblick über die Stadt, den Hauraki Golf und die vulkanischen Hügel, auf denen die Häuser der Einwohner verstreut sind. Am Abend hatte Rob seine Freunde zu einem Grillabend eingeladen, so dass er sich von ihnen verabschieden konnte. So hatten wir das Haus voller Leute, die wir kennen lernen bzw. nach all den Jahren wieder sehen konnten. Es war ein schönes Treffen, denn bei einigen hat sich in den letzten Jahren manches verändert.

Am Donnerstag ruhten wir uns ersteinmal aus, denn die letzten Tage hatten doch ihre Spuren hinterlassen. Anja und ich hatten uns an das angenehme Klima hier in Neuseeland gewöhnt. Bei unseren Spaziergängen viel uns auf, wie sportlich aktiv die Kiwis nach der Arbeit sind. Dans Fussballteam, dass in einer Sommerliga spielt, brauchte an diesem Tag noch einen Auswechselspieler. Ich konnte dem Angebot nicht widerstehen und schnürrte die Schuhe. Nunja, meine Fitness erlaubte natürlich keine ansprechende Leistung. Allerdings gewannen wir gegen eine Gruppe übermotivierter Engländer 2:0. Es war toll, wieder auf dem Platz zu stehen.

Die Abendgestaltung begann dann wieder in einem Pub, da es Robs letzter Abend war, bevor er am Freitag wieder zurückflog. Ein paar seiner Freunde waren gekommen und wir genehmigten uns ein paar kühle Getränke. Später entschieden wir uns, in Dans Haus zu fahren und dort ein paar ruhige Gespräche führen. Daraus wurde leider nichts, denn die Jungs starteten ihre legendären Trinkspielchen. Wir hatten eine Menge Spass zusammen und Anja konnte sich bei einigen Spielen vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten. Gegen 2 Uhr holten die Jungs ihre Gitarren und spielten ein paar Lieder. Es war super, diesen Abend so zu verbringen und den Klängen der Songs zu lauschen. Man munkelt, dass die letzten gegen halb fünf ins Bett gegangen sind. Beweise gibt es natürlich nicht.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Rob. Dan war so nett, uns ein bisschen herumzufahren. Anja konnte sehen, wo ich vor 8 Jahren Fussball gespielt habe, wo das Büro war, wo die Jungs wohnten und an welchen Stränden wir baden gegangen sind. Der Ausflug war eine schöne Reise in die Vergangenheit.

Gestern hatten Anja und ich die tolle Idee, per Fähre nach Waiheke Island zu fahren. Auf der Insel angekommen, mieteten wir uns zwei Räder und begannen eine schöne Rundfahrt. Die Aussichten auf die Strände waren herrlich, allerdings mussten wir auch einige Hügel erklimmen. Leider wurden wir dabei sehr an unsere Unfitness erinnert. Auf der Rückfahrt bekam ich Krämpfe in beiden Oberschenkeln, aber wir schafften es zurück. Den Abend ließen wir dann etwas ruhiger ausklingen, aßen Fisch und Chips am Strand und schauten dem Untergang der Sonne über Auckland zu.

Da wir die nächsten zwei Monate nicht in Auckland verbringen wollten, hielten wir in den letzten Tagen Ausschau nach Campervans im Internet. Allerdings erschieden wir uns, heute auf den Automarkt zu fahren, wo gebrauchte Wagen ihre Besitzer wechseln. Es dauerte auch nicht lang und wir hatten das Objekt unserer Wahl gefunden. Es war ein dunkelgrüner Mitsubishi, der Allradantrieb, ein komfortables Bett und sämtliche Gegenstände besaß, die ein ordentlicher Camper benötigen kann. Nach einer Testfahrt kauften wir den Wagen. Nigel und Annie, ein englisches Ehepaar, überreichten uns den Schlüssel und die notwendigen Papiere. Ja, seit heute vormittag, sind wir stolze Besitzer eines eigenen Wagens. Nigel und Annie hatten den Wagen "Pedro" getauft, was wir gut fanden. Da er sich allerdings, wie ein kleiner Truck fährt, nannten wir ihn Panzer. Welcher Vorname passt besser zu Panzer als Paul. Daher tauften wir ihn Paul Panzer alias Pedro. Die nächsten Wochen werden uns eine neue Reisequalität bieten, wenn wir unsere Abenteuer mit Paul in Neuseeland erleben.

Davon berichten wir euch in den nächsten Wochen.

Beste Grüße

Anja und Pat


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