Dienstag, 9. November 2010
Joo-Sie in Bangalore
anjapat, 19:53h
Hallo.
Krebsis, wir hoffen, dass sich das Wetter gebessert hat und ihr euren Fackelumzug machen konntet. Hi Wiesi, Relegion spielt schon eine Rolle, doch ist sie Teil des Ganzen. Auch sind Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus gefühlt gleich verbreitet, so dass es keine Hauptreligion gibt. Hey Ulli, schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. China war sicher spannend. Leider schaffen wir einen Abstecher auf unserer Reise nicht, heben es uns aber für später auf.
Am Samstag ist mein Bruder Mark 18 Jahre alt geworden. Welch ein Tag! Ich hatte die Gelegenheit, morgens mit ihm zu telefonieren. Es war 5 Uhr in Uganda und er hat sich mit seinen Kameraden auf den Morgenunterricht, der um 5:30 Uhr am SAMSTAG begann, vorbereitet. Unglaublich!! Er hat sich riesig über meinen Anruf gefreut und ich hab Grüße von allen bestellt. In den nächsten Tagen schreibt er sein Abitur und wir müssen ihm ganz fest die Daumen drücken. Es war schön, seine Stimme und die Freude zu hören und ich war froh, dass es den Jungs gut geht.
Heute ist unser letzter Tag in Indien und wir sitzen gerade auf dem Flughafen Mumbai und warten auf unseren Flieger, der erst in 8 Stunden geht. Als großes Finale hatten wir noch einmal ein paar sehr schöne Tage bei Joo-Sie in Bangalore. Er ist ein Freund aus Deutschland und arbeitet seit zwei Jahren für Bosch in Indien. Wir genossen die Gastfreundschaft in seinem Haus, die weichen Betten, Duschen mit warmen Wasser, dass unsere Klamotten einmal komplett gewaschen wurden und dass sein Fahrer uns manchmal durch die Stadt kutschierte. Besonders freuten wir uns auch über die Salami und den Käse in seinem Kühlschrank, so dass wir uns ein paar normale Schnitten schmieren konnten. Wir müssen gestehen, dass wir ein paar deutsche Gerichte in den Tagen hier schon vermisst haben. Dieser Apetit kulminierte in einem fürstlichen Frühstück, bei dem es Rüherei, Nutella-Toasts und Pancakes gab. Auch verwöhnte uns Joo-Sie mit seinen koreanischen Kochkünsten.
Allerdings haben wir nicht nur gefuttert und uns verwöhnen lassen, sondern haben auch einen Ausflug nach Mysore gemacht. Die Stadt war bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 Sitz einer Königsfamilie, deren Palast heute für die Bevölkerung zugänglich ist. Joo-Sie organisierte uns ein Taxi, so dass wir die 150 km entfernte Stadt besuchen konnten. Der Palast ist natürlich sehr beeindruckend. Besonders ist uns aber aufgefallen, dass westliche, hinduistische und auch moslemische Designelemente in den Bau eingeflossen sind. Es spricht für die Offenheit der Könige und wie sie bereits zur damaligen Zeit versuchten, alle Religionen friedlich miteinander zu verbinden. Das schaffen wir Menschen heutzutage leider nicht mehr. Der Versuch, unterschiedliche Relegionen miteinander zu verbinden, ist uns bereits bei einem König in Rajasthan aufgefallen, der dies allerdings auf eine andere Art auslebte, indem er eine moslemische, hinduistische und eine christliche Frau heiratete.
In Indien ist momentan das Happy Diwahli Fest, welche die Hauptfeiertage sind, und den Status unserer Weihnachtstage und des chinesischen Neujahrs haben. An den Abenden und manchmal den ganzen Tag über, ließen die Menschen auf den Strassen ihre Feuerwerkskörper knallen und nicht selten mussten wir auf den Strassen irgendwelchen brennenden bengalischen Feuern ausweichen. Manche Knaller kamen uns so vor, als ob sie selbst gebastelt bzw. vom Militär entwendet worden waren, da sie Explosionen von Granaten glichen. Auch möchten wir nicht wissen, wie viele Leute im Krankenhaus gelandet sind. Es war ein ganz schönes Spektakel. Samstagbabend ließen wir es dann auch ein wenig krachen und waren mit Joo-Sie, seiner Freundin Anitha und deren Freundin Sima was Essen und dann bei einer Diwahli Party. Bei der Kombination von lauter Musik, dem Knallen von Feuerwerken und das Trommeln einer Percussionband konnten wir nicht ruhig stehen und zappelten auch ein wenig auf der Tanzfläche. Den Abend ließen wir dann schön entspannt, auf der Dachterasse mit ein paar Getränken, einer Wasserpfeife und Musik ausklingen. Die Tage in Bangalore waren ein besonderer Abschluß unserer Zeit in Indien und wir danken Joo-sie, dass wir eine super Zeit zusammen hatten.
Unser erster Monat ist somit bereits vorbei und Indien hat uns viele Eindrücke geboten. Es ist ein Land, in dem unsere Sinne überstrapaziert wurden. Sei es der Lärm auf den Strassen, die Gerüche in den Seitenstrassen und auf den Märkten, die schönen und auch elendigen Dinge, die wir gesehen haben, aber besonders auch die Geschmäcker der unterschiedlichen Speisen haben uns vor einige Herausforderungen gestellt. Auch mussten wir teilweise sehr tolerant und entspannt sein, wenn wir von den vielen Händlern angesprochen wurden, die Rikschawfahrer uns unbedingt mitnehmen wollten, oder als wir den Nachtzug nach Udaipur nicht bekommen haben. Als weiteres Fazit können wir sagen, dass wir eindrucksvolle aber nur kleine Teile Indiens gesehen haben, wie Delhi, Agra und das Taj Mahal, Jaipur für das historische Rajasthan, Mumbai, die Süd-Strände Goas und nicht zuletzt Hampi und Bangalore. Indien ist so vielseitig wie ein Kontinent, nur ist es genauso so unmöglich wie in Europa, alles innerhalb einer kurzen Zeit zu sehen. Wir werden sicherlich zurückkehren, wissen aber noch nicht wann.
Jetzt freuen wir uns auf Südost-Asien und die dortigen Kulturen und Sehenswürdigkeiten. Wir landen am Mittwoch in Bangkok, werden aber nach vier Tagen gleich weiter nach Kambodia reisen und uns die Tempelanlagen von Angkor-Watt anschauen.
Bis bald
Anja und Patrice
Krebsis, wir hoffen, dass sich das Wetter gebessert hat und ihr euren Fackelumzug machen konntet. Hi Wiesi, Relegion spielt schon eine Rolle, doch ist sie Teil des Ganzen. Auch sind Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus gefühlt gleich verbreitet, so dass es keine Hauptreligion gibt. Hey Ulli, schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. China war sicher spannend. Leider schaffen wir einen Abstecher auf unserer Reise nicht, heben es uns aber für später auf.
Am Samstag ist mein Bruder Mark 18 Jahre alt geworden. Welch ein Tag! Ich hatte die Gelegenheit, morgens mit ihm zu telefonieren. Es war 5 Uhr in Uganda und er hat sich mit seinen Kameraden auf den Morgenunterricht, der um 5:30 Uhr am SAMSTAG begann, vorbereitet. Unglaublich!! Er hat sich riesig über meinen Anruf gefreut und ich hab Grüße von allen bestellt. In den nächsten Tagen schreibt er sein Abitur und wir müssen ihm ganz fest die Daumen drücken. Es war schön, seine Stimme und die Freude zu hören und ich war froh, dass es den Jungs gut geht.
Heute ist unser letzter Tag in Indien und wir sitzen gerade auf dem Flughafen Mumbai und warten auf unseren Flieger, der erst in 8 Stunden geht. Als großes Finale hatten wir noch einmal ein paar sehr schöne Tage bei Joo-Sie in Bangalore. Er ist ein Freund aus Deutschland und arbeitet seit zwei Jahren für Bosch in Indien. Wir genossen die Gastfreundschaft in seinem Haus, die weichen Betten, Duschen mit warmen Wasser, dass unsere Klamotten einmal komplett gewaschen wurden und dass sein Fahrer uns manchmal durch die Stadt kutschierte. Besonders freuten wir uns auch über die Salami und den Käse in seinem Kühlschrank, so dass wir uns ein paar normale Schnitten schmieren konnten. Wir müssen gestehen, dass wir ein paar deutsche Gerichte in den Tagen hier schon vermisst haben. Dieser Apetit kulminierte in einem fürstlichen Frühstück, bei dem es Rüherei, Nutella-Toasts und Pancakes gab. Auch verwöhnte uns Joo-Sie mit seinen koreanischen Kochkünsten.
Allerdings haben wir nicht nur gefuttert und uns verwöhnen lassen, sondern haben auch einen Ausflug nach Mysore gemacht. Die Stadt war bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 Sitz einer Königsfamilie, deren Palast heute für die Bevölkerung zugänglich ist. Joo-Sie organisierte uns ein Taxi, so dass wir die 150 km entfernte Stadt besuchen konnten. Der Palast ist natürlich sehr beeindruckend. Besonders ist uns aber aufgefallen, dass westliche, hinduistische und auch moslemische Designelemente in den Bau eingeflossen sind. Es spricht für die Offenheit der Könige und wie sie bereits zur damaligen Zeit versuchten, alle Religionen friedlich miteinander zu verbinden. Das schaffen wir Menschen heutzutage leider nicht mehr. Der Versuch, unterschiedliche Relegionen miteinander zu verbinden, ist uns bereits bei einem König in Rajasthan aufgefallen, der dies allerdings auf eine andere Art auslebte, indem er eine moslemische, hinduistische und eine christliche Frau heiratete.
In Indien ist momentan das Happy Diwahli Fest, welche die Hauptfeiertage sind, und den Status unserer Weihnachtstage und des chinesischen Neujahrs haben. An den Abenden und manchmal den ganzen Tag über, ließen die Menschen auf den Strassen ihre Feuerwerkskörper knallen und nicht selten mussten wir auf den Strassen irgendwelchen brennenden bengalischen Feuern ausweichen. Manche Knaller kamen uns so vor, als ob sie selbst gebastelt bzw. vom Militär entwendet worden waren, da sie Explosionen von Granaten glichen. Auch möchten wir nicht wissen, wie viele Leute im Krankenhaus gelandet sind. Es war ein ganz schönes Spektakel. Samstagbabend ließen wir es dann auch ein wenig krachen und waren mit Joo-Sie, seiner Freundin Anitha und deren Freundin Sima was Essen und dann bei einer Diwahli Party. Bei der Kombination von lauter Musik, dem Knallen von Feuerwerken und das Trommeln einer Percussionband konnten wir nicht ruhig stehen und zappelten auch ein wenig auf der Tanzfläche. Den Abend ließen wir dann schön entspannt, auf der Dachterasse mit ein paar Getränken, einer Wasserpfeife und Musik ausklingen. Die Tage in Bangalore waren ein besonderer Abschluß unserer Zeit in Indien und wir danken Joo-sie, dass wir eine super Zeit zusammen hatten.
Unser erster Monat ist somit bereits vorbei und Indien hat uns viele Eindrücke geboten. Es ist ein Land, in dem unsere Sinne überstrapaziert wurden. Sei es der Lärm auf den Strassen, die Gerüche in den Seitenstrassen und auf den Märkten, die schönen und auch elendigen Dinge, die wir gesehen haben, aber besonders auch die Geschmäcker der unterschiedlichen Speisen haben uns vor einige Herausforderungen gestellt. Auch mussten wir teilweise sehr tolerant und entspannt sein, wenn wir von den vielen Händlern angesprochen wurden, die Rikschawfahrer uns unbedingt mitnehmen wollten, oder als wir den Nachtzug nach Udaipur nicht bekommen haben. Als weiteres Fazit können wir sagen, dass wir eindrucksvolle aber nur kleine Teile Indiens gesehen haben, wie Delhi, Agra und das Taj Mahal, Jaipur für das historische Rajasthan, Mumbai, die Süd-Strände Goas und nicht zuletzt Hampi und Bangalore. Indien ist so vielseitig wie ein Kontinent, nur ist es genauso so unmöglich wie in Europa, alles innerhalb einer kurzen Zeit zu sehen. Wir werden sicherlich zurückkehren, wissen aber noch nicht wann.
Jetzt freuen wir uns auf Südost-Asien und die dortigen Kulturen und Sehenswürdigkeiten. Wir landen am Mittwoch in Bangkok, werden aber nach vier Tagen gleich weiter nach Kambodia reisen und uns die Tempelanlagen von Angkor-Watt anschauen.
Bis bald
Anja und Patrice
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Donnerstag, 4. November 2010
Hampi, Hampi und nochmals Hampi
anjapat, 19:33h
Hallo Ihr Lieben,
nachdem wir uns leider aus Goa verbaschieden mussten, sind wir vorgestern mit dem Zug weiter nach Hampi gefahren. Auf dem Bahnsteig lernten wir vier tolle Frauen aus Deutschland kennen, die wir sofort sehr sympathisch fanden. Da sie im Abteil neben uns saßen und wir das gleiche Reiseziel hatten, kamen wir schnell ins Gespräch und hatten genug auszutauschen. Die vier Freundinnen erkunden alle zwei Jahre neue Länder und sind neugierig auf tolle Erlebnisse und neue Begegnungen. Nach Vietnam und Chile war dieses Mal Indien an der Reihe. Wir erzählten von unserer Weltreise und gegenseitig waren wir von unseren ähnlichen aber auch unterschiedlichen Unternehmungen begeistert. Eine der vier wohnt mit ihrer Familie in San Jose in Kalifornien und hat uns liebenswerter Weise zu sich eingeladen, wenn wir im nächsten Jahr in der USA sein werden. Wir freuen uns, dass wir auf unserer Reise auch neue Begegnungen machen und Bekanntschaften schließen.
Total beigestert schwelgen wir immer noch in den Erinnerungen an den gestrigen Tag und die Tempelanlagen in Hampi. Das Dorf ist von wahnsinnigen Felslandschaften umgeben und es scheint, als ob die Götter mit den Gesteinsbrocken Murmeln gespielt und diese dort einfachen liegen gelassen haben. Diese Felsen haben die herrschenden Königshäuser im 15. bzw. 16. Jahrhundert genutzt, um hinduistische Tempelanlagen bauen zu lassen. Dazu gehören Steinstatuen ihrer Gottheiten, die aus einzelnen Monolithen gemeißelt wurden und teilweise über 4 m hoch sind. Zu den Gottheiten gehören zwei Ganesh Statuen, was Wiesi sicherlich freuen wird, die jeweils 4,5m bzw 2,5m hoch sind. Dazu gab es andere Gottheiten wie Vishnu und ein heiliger Bulle, die über den Köpfen der Menschen ragen. Wir nahmen uns eine Rikscha und fuhren sämtliche Tempelanlagen ab, die gar kein Ende nehmen wollten.
Es gab so viele schöne Gravuren, Steinsäulenarbeiten und Besonderheiten zu erkunden, dass Hampi zu Recht zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Wir besuchten die Bäder der Könige, die durch ein ausgeklügeltes Wasserleitsystem gefüllt wurden, ehemalige Elefantenställe und Schreine wie den Lotustempel oder den Steinwagen. Zentraler Höhepunkt war sicherlich der Virupaksha Tempel in der Mitte Hampis, der voller gemeißelter Figuren über dem Dörfchen thront. Wir haben so viele Bilder geschossen, dass diese ein einziges Buch füllen könnten, die wir aber niemanden aufzwingen möchten. Hampi hat wieder bewiesen, wie viel Indien zu bieten hat. Wir haben nach den moslemischen Bauten, wie dem Taj Mahal, den christlichen Kirchen in Goa nun mit den hinduistischen Tempeln in Hampi weitere Facetten dieses unglaublich kulturhistorisch reichen Landes gesehen.
Nach diesem tollen Tag sind wir gestern mit dem Nachtzug nach Bangalore gefahren. Es war ein Abenteuer, die Nacht in dem fahrenden Hostel zu verbringen, doch sind wir gut und relativ erholt in der 8 Millionen Metropole angekommen. Wir freuen uns, dass wir hier Joo-Sie, einen Freund aus Deutschland, besuchen und bei ihm bleiben können. Wie er uns verwöhnt und was wir hier und bei einem Ausflug nach Mysore erleben, dass berichten wir dann beim nächsten Mal.
Wir wünschen Euch ein tolles Wochenende!
Liebe Grüße
Anja und Pat
nachdem wir uns leider aus Goa verbaschieden mussten, sind wir vorgestern mit dem Zug weiter nach Hampi gefahren. Auf dem Bahnsteig lernten wir vier tolle Frauen aus Deutschland kennen, die wir sofort sehr sympathisch fanden. Da sie im Abteil neben uns saßen und wir das gleiche Reiseziel hatten, kamen wir schnell ins Gespräch und hatten genug auszutauschen. Die vier Freundinnen erkunden alle zwei Jahre neue Länder und sind neugierig auf tolle Erlebnisse und neue Begegnungen. Nach Vietnam und Chile war dieses Mal Indien an der Reihe. Wir erzählten von unserer Weltreise und gegenseitig waren wir von unseren ähnlichen aber auch unterschiedlichen Unternehmungen begeistert. Eine der vier wohnt mit ihrer Familie in San Jose in Kalifornien und hat uns liebenswerter Weise zu sich eingeladen, wenn wir im nächsten Jahr in der USA sein werden. Wir freuen uns, dass wir auf unserer Reise auch neue Begegnungen machen und Bekanntschaften schließen.
Total beigestert schwelgen wir immer noch in den Erinnerungen an den gestrigen Tag und die Tempelanlagen in Hampi. Das Dorf ist von wahnsinnigen Felslandschaften umgeben und es scheint, als ob die Götter mit den Gesteinsbrocken Murmeln gespielt und diese dort einfachen liegen gelassen haben. Diese Felsen haben die herrschenden Königshäuser im 15. bzw. 16. Jahrhundert genutzt, um hinduistische Tempelanlagen bauen zu lassen. Dazu gehören Steinstatuen ihrer Gottheiten, die aus einzelnen Monolithen gemeißelt wurden und teilweise über 4 m hoch sind. Zu den Gottheiten gehören zwei Ganesh Statuen, was Wiesi sicherlich freuen wird, die jeweils 4,5m bzw 2,5m hoch sind. Dazu gab es andere Gottheiten wie Vishnu und ein heiliger Bulle, die über den Köpfen der Menschen ragen. Wir nahmen uns eine Rikscha und fuhren sämtliche Tempelanlagen ab, die gar kein Ende nehmen wollten.
Es gab so viele schöne Gravuren, Steinsäulenarbeiten und Besonderheiten zu erkunden, dass Hampi zu Recht zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Wir besuchten die Bäder der Könige, die durch ein ausgeklügeltes Wasserleitsystem gefüllt wurden, ehemalige Elefantenställe und Schreine wie den Lotustempel oder den Steinwagen. Zentraler Höhepunkt war sicherlich der Virupaksha Tempel in der Mitte Hampis, der voller gemeißelter Figuren über dem Dörfchen thront. Wir haben so viele Bilder geschossen, dass diese ein einziges Buch füllen könnten, die wir aber niemanden aufzwingen möchten. Hampi hat wieder bewiesen, wie viel Indien zu bieten hat. Wir haben nach den moslemischen Bauten, wie dem Taj Mahal, den christlichen Kirchen in Goa nun mit den hinduistischen Tempeln in Hampi weitere Facetten dieses unglaublich kulturhistorisch reichen Landes gesehen.
Nach diesem tollen Tag sind wir gestern mit dem Nachtzug nach Bangalore gefahren. Es war ein Abenteuer, die Nacht in dem fahrenden Hostel zu verbringen, doch sind wir gut und relativ erholt in der 8 Millionen Metropole angekommen. Wir freuen uns, dass wir hier Joo-Sie, einen Freund aus Deutschland, besuchen und bei ihm bleiben können. Wie er uns verwöhnt und was wir hier und bei einem Ausflug nach Mysore erleben, dass berichten wir dann beim nächsten Mal.
Wir wünschen Euch ein tolles Wochenende!
Liebe Grüße
Anja und Pat
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Montag, 1. November 2010
Panaji und Old Goa
anjapat, 09:10h
Hi,
eine entspannte und erholsame Woche Goa liegt hinter uns. Der ein oder andere von uns beiden konnte etwas für seinen Teint tun und wir hatten Spass bei den Ausflügen in die Umgebung.
So waren wir vorgestern in Panaji, der Haupstadt des Bundesstaates Goa. Wir entschieden uns, mit dem Bus zu fahren. Leider konnte uns niemand die genaue Abfahrtszeit und die Kosten verraten. Ein wenig verunsichert gingen wir zur Hauptkreuzung in Benaulim. Hier kamen uns aber unsere Erfahrungen aus Uganda zu Gute, wo man sich einfach an die Hauptstrasse stellt und auf den nächsten Bus in die Stadt wartet. Wir brauchten noch nicht einmal zu warten, denn als wir auf die Hauptkreuzung zugingen, stand dort schon ein Bus, der uns in den nächst größeren Ort, Margao, mitnahm. Wir konnten auch im Bus zahlen, also ähnlich wie in Uganda. Auf dem Busbahnhof in Margao fanden wir sofort den Schalter für den Non-Stop-Shuttle-Service nach Panaji und so waren wir nach insgesamt 1,5 h Stunden angekommen.
Dort waren wir etwas überrascht, als sich die Altstadt Panajis als kleines portugiesisches Dorf entpuppte. Sie hatte kleine Gassen, versteckte Kirchen und niedliche bunte zweistöckige Häuser. Es gab viele bunte Blumenkästen und wir schauten etwas verdutzt, als dann auch die Bewohner portugiesisch miteinander sprachen. Uns wurde bewusst, dass die Kolonialzeit bzw. der Einfluß noch nicht lange zurück liegen konnte. Das neuere Panaji war durch Einkaufsstraßen mit vielen Shops, lautem Verkehr und kleinen Parks entlang des Mandovi Rivers gekennzeichnet.
Nur 10 km von Panaji entfernt, liegt Old Goa, welches die ehemalige Hauptstadt Goas und dadurch historischer ist. Wir nahmen uns ein Taxi, um uns die vielen Kirchen im Ort anzuschauen. Old Goa war das Zentrum der katholischen Bekehrung mit all seinen Glaubenshäusern aber auch Inquisitionen und Anprangerungen von Ketzern und Hexen. Wir besuchten die Basilica de Bom Jesus, die die sterblichen Überreste von Franz Xaver, dem Schutzheiligen Goas, birgt, der 1542 als Missionar vom portugiesischen König nach Indien entsandt wurde. Des Weiteren waren wir in der Sé Cathedral, die die größte Kirche Asiens sein soll. Es war sehr spannend diese Bauten mit ihren tollen hölzernen teils vergoldeten Altaren zu besuchen und zu sehen, dass auch der katholische Glaube eine wichtige Rolle in Indien spielt. Wir fanden, dass sich der Ausflug nach Panaji und Old Goa sehr gelohnt hatte, doch waren wir auch froh, als wir am Ende des Tages wieder in Benaulim ankamen.
Die Tage und Abende hier in Goa genossen wir am Strand und auf unserer kleinen Terasse. Wir hatten Zeit, uns zu entspannen, unsere Tagebüche zu aktualisieren, ein bisschen zu lesen und eines unserer Hörbücher anzufangen. Den Strand teilten wir uns mit streunenden Hunden und heiligen Kühen, die die freie Liebe praktizierten, was irgendwie zu Goa passte. Morgen müssen wir uns leider von Benaulim Beach verabschieden und fahren weiter nach Hospet, wo wir uns die Tempelanlagen in Hampi anschauen werden. Danach freuen wir uns schon riesig auf den Besuch bei Joo-Sie in Bangalore.
Bis bald
Anja und Pat
eine entspannte und erholsame Woche Goa liegt hinter uns. Der ein oder andere von uns beiden konnte etwas für seinen Teint tun und wir hatten Spass bei den Ausflügen in die Umgebung.
So waren wir vorgestern in Panaji, der Haupstadt des Bundesstaates Goa. Wir entschieden uns, mit dem Bus zu fahren. Leider konnte uns niemand die genaue Abfahrtszeit und die Kosten verraten. Ein wenig verunsichert gingen wir zur Hauptkreuzung in Benaulim. Hier kamen uns aber unsere Erfahrungen aus Uganda zu Gute, wo man sich einfach an die Hauptstrasse stellt und auf den nächsten Bus in die Stadt wartet. Wir brauchten noch nicht einmal zu warten, denn als wir auf die Hauptkreuzung zugingen, stand dort schon ein Bus, der uns in den nächst größeren Ort, Margao, mitnahm. Wir konnten auch im Bus zahlen, also ähnlich wie in Uganda. Auf dem Busbahnhof in Margao fanden wir sofort den Schalter für den Non-Stop-Shuttle-Service nach Panaji und so waren wir nach insgesamt 1,5 h Stunden angekommen.
Dort waren wir etwas überrascht, als sich die Altstadt Panajis als kleines portugiesisches Dorf entpuppte. Sie hatte kleine Gassen, versteckte Kirchen und niedliche bunte zweistöckige Häuser. Es gab viele bunte Blumenkästen und wir schauten etwas verdutzt, als dann auch die Bewohner portugiesisch miteinander sprachen. Uns wurde bewusst, dass die Kolonialzeit bzw. der Einfluß noch nicht lange zurück liegen konnte. Das neuere Panaji war durch Einkaufsstraßen mit vielen Shops, lautem Verkehr und kleinen Parks entlang des Mandovi Rivers gekennzeichnet.
Nur 10 km von Panaji entfernt, liegt Old Goa, welches die ehemalige Hauptstadt Goas und dadurch historischer ist. Wir nahmen uns ein Taxi, um uns die vielen Kirchen im Ort anzuschauen. Old Goa war das Zentrum der katholischen Bekehrung mit all seinen Glaubenshäusern aber auch Inquisitionen und Anprangerungen von Ketzern und Hexen. Wir besuchten die Basilica de Bom Jesus, die die sterblichen Überreste von Franz Xaver, dem Schutzheiligen Goas, birgt, der 1542 als Missionar vom portugiesischen König nach Indien entsandt wurde. Des Weiteren waren wir in der Sé Cathedral, die die größte Kirche Asiens sein soll. Es war sehr spannend diese Bauten mit ihren tollen hölzernen teils vergoldeten Altaren zu besuchen und zu sehen, dass auch der katholische Glaube eine wichtige Rolle in Indien spielt. Wir fanden, dass sich der Ausflug nach Panaji und Old Goa sehr gelohnt hatte, doch waren wir auch froh, als wir am Ende des Tages wieder in Benaulim ankamen.
Die Tage und Abende hier in Goa genossen wir am Strand und auf unserer kleinen Terasse. Wir hatten Zeit, uns zu entspannen, unsere Tagebüche zu aktualisieren, ein bisschen zu lesen und eines unserer Hörbücher anzufangen. Den Strand teilten wir uns mit streunenden Hunden und heiligen Kühen, die die freie Liebe praktizierten, was irgendwie zu Goa passte. Morgen müssen wir uns leider von Benaulim Beach verabschieden und fahren weiter nach Hospet, wo wir uns die Tempelanlagen in Hampi anschauen werden. Danach freuen wir uns schon riesig auf den Besuch bei Joo-Sie in Bangalore.
Bis bald
Anja und Pat
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Freitag, 29. Oktober 2010
Goa und Benaulim
anjapat, 11:06h
Hi,
vielen lieben Dank für die vielen Kommentare. Anja freut sich immer wie eine Schneekönigin, von euch zu lesen. Ich natürlich auch. Schön Timo, dass du auch unseren Blog verfolgst. Willkommen! Hallo Stefan, in unseren zwei Wochen haben wir schon die ruhigen Orte zu schätzen gelernt. Hi Theo, Rezepte gibt es bei unserer Rückkehr. Joo-Sie, wir sehen uns nächte Woche. Hi Yves, vielleicht können wir irgendwo ein Ersatzäffchen organisieren. Wuschel, Wiesi, Sandra B., Sandra W. und alle anderen sowie Partner und Kids vielen lieben Dank für eure Kommentare. Sie bedeuten uns viel!
Mittlerweile sind wir im Goa angekommen und genießen es in vollen Zügen!!! Nach den Städten und den vielen Menschen freuen wir uns über die Ruhe, die Wärme und das Meeresrauschen. Goa ist eine ehemalige portugiesische Enklave, was man an allen Ecken merkt. In jedem Ort sehen wir katholische Kirchen und die Unterkünfte bzw. Restaurants haben meistens portugisiesche Namen wie Fernandos, Xavier Bar, da Silva Residenz, usw.
Wir sind in Benaulim abgestiegen und haben uns eine Hütte mit kleiner Terasse hinter den Dünen im L'Amour Beach Resort gebucht. Na wenn hier der Name nicht Programm ist. Wir bleiben eine Woche und können uns richtig runterfahren. Da Goa an der Westküste Indiens liegt, können wir jeden Abend einen tollen Sonnenuntergang genießen. Benaulim ist ein kleines süßes Dörfchen, dass nicht zu sehr besucht ist, aber auch ausreichende Shops bietet. Wir haben eine "deutsche" Bäckerei entdeckt und können für unser Abendessen auf der Terasse dort Brot, im Supermarkt nebenan Butter und im Liquorshop gegenüber eine Flasche Wein kaufen.
Allerdings liegen wir nicht nur faul am Strand herum, sondern kundschaften auch die Dörfer und Nachbarstrände aus. So haben wir uns ein Moped geliehen und sind mal die Küste Richtung Süden gefahren. Dort gibt es wunderschöne Buchten und persönlich fanden wir Agonda Beach am Schönsten. Es ist ein kleiner Strand, an dem kaum etwas los ist. Allerdings waren wir ein wenig verdutzt, als eine Herde heiliger Kühe an uns wie selbstverständlich vorbei marschiert ist. Wir müssen uns immer noch ein wenig an diese freilebenden Tiere gewöhnen, die bei uns in Ställen leben. Eigentlich hätten wir auch in Agonda übernachten können, doch ist es etwas zu weit, um entspannt zur Hauptstadt Panaji und unserer nächsten Bahnstation zu gelangen. Eine weitere Bucht war Palolem, die allerdings von Touristen und den dazugehörigen Shops und Verkäufern übervölkert ist. Hier sind wir nicht lange geblieben, sondern noch einmal nach Agonda zurückgekehrt.
Morgen wollen wir uns die Hauptstadt Goas, Panaji, anschauen und mit dem Bus dorthin fahren. Das wird sicherlich wieder etwas abenteuerlicher und wir berichten dann beim nächten Mal. Eigentlich gibt es auch noch die Nordstrände, die früher erschlossen worden, allerdings sollen diese Orte auch von Besuchern überrannt sein, so dass wir uns dies lieber ersparen und die Ruhe im Süden genießen. Der Vollständigkeit könnten wir dorthin, aber wir haben uns gefragt warum, und alles müssen wir ja auch nicht mitnehmen.
Goa ist schon ein tolles Fleckchen Erde, mit tollen Stränden, vielen Palmen und kleinen Dörfern. Wir genießen unsere Zeit und die Ruhe hier und wissen, dass das Leben uns im Moment richtig doll verwöhnt.
Bis bald
Anja und Pat
vielen lieben Dank für die vielen Kommentare. Anja freut sich immer wie eine Schneekönigin, von euch zu lesen. Ich natürlich auch. Schön Timo, dass du auch unseren Blog verfolgst. Willkommen! Hallo Stefan, in unseren zwei Wochen haben wir schon die ruhigen Orte zu schätzen gelernt. Hi Theo, Rezepte gibt es bei unserer Rückkehr. Joo-Sie, wir sehen uns nächte Woche. Hi Yves, vielleicht können wir irgendwo ein Ersatzäffchen organisieren. Wuschel, Wiesi, Sandra B., Sandra W. und alle anderen sowie Partner und Kids vielen lieben Dank für eure Kommentare. Sie bedeuten uns viel!
Mittlerweile sind wir im Goa angekommen und genießen es in vollen Zügen!!! Nach den Städten und den vielen Menschen freuen wir uns über die Ruhe, die Wärme und das Meeresrauschen. Goa ist eine ehemalige portugiesische Enklave, was man an allen Ecken merkt. In jedem Ort sehen wir katholische Kirchen und die Unterkünfte bzw. Restaurants haben meistens portugisiesche Namen wie Fernandos, Xavier Bar, da Silva Residenz, usw.
Wir sind in Benaulim abgestiegen und haben uns eine Hütte mit kleiner Terasse hinter den Dünen im L'Amour Beach Resort gebucht. Na wenn hier der Name nicht Programm ist. Wir bleiben eine Woche und können uns richtig runterfahren. Da Goa an der Westküste Indiens liegt, können wir jeden Abend einen tollen Sonnenuntergang genießen. Benaulim ist ein kleines süßes Dörfchen, dass nicht zu sehr besucht ist, aber auch ausreichende Shops bietet. Wir haben eine "deutsche" Bäckerei entdeckt und können für unser Abendessen auf der Terasse dort Brot, im Supermarkt nebenan Butter und im Liquorshop gegenüber eine Flasche Wein kaufen.
Allerdings liegen wir nicht nur faul am Strand herum, sondern kundschaften auch die Dörfer und Nachbarstrände aus. So haben wir uns ein Moped geliehen und sind mal die Küste Richtung Süden gefahren. Dort gibt es wunderschöne Buchten und persönlich fanden wir Agonda Beach am Schönsten. Es ist ein kleiner Strand, an dem kaum etwas los ist. Allerdings waren wir ein wenig verdutzt, als eine Herde heiliger Kühe an uns wie selbstverständlich vorbei marschiert ist. Wir müssen uns immer noch ein wenig an diese freilebenden Tiere gewöhnen, die bei uns in Ställen leben. Eigentlich hätten wir auch in Agonda übernachten können, doch ist es etwas zu weit, um entspannt zur Hauptstadt Panaji und unserer nächsten Bahnstation zu gelangen. Eine weitere Bucht war Palolem, die allerdings von Touristen und den dazugehörigen Shops und Verkäufern übervölkert ist. Hier sind wir nicht lange geblieben, sondern noch einmal nach Agonda zurückgekehrt.
Morgen wollen wir uns die Hauptstadt Goas, Panaji, anschauen und mit dem Bus dorthin fahren. Das wird sicherlich wieder etwas abenteuerlicher und wir berichten dann beim nächten Mal. Eigentlich gibt es auch noch die Nordstrände, die früher erschlossen worden, allerdings sollen diese Orte auch von Besuchern überrannt sein, so dass wir uns dies lieber ersparen und die Ruhe im Süden genießen. Der Vollständigkeit könnten wir dorthin, aber wir haben uns gefragt warum, und alles müssen wir ja auch nicht mitnehmen.
Goa ist schon ein tolles Fleckchen Erde, mit tollen Stränden, vielen Palmen und kleinen Dörfern. Wir genießen unsere Zeit und die Ruhe hier und wissen, dass das Leben uns im Moment richtig doll verwöhnt.
Bis bald
Anja und Pat
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Montag, 25. Oktober 2010
Mumbai and Vora Family
anjapat, 16:16h
Hallo,
obwohl wir ein wenig traurig waren, dass wir Udaipur nicht besuchen konnten, waren wir auch froh, die lange Distanz nach Mumbai mit dem Flieger zurückzulegen. Wir genossen es, im klimatisierten Flughafen in Jaipur zu sitzen und auf unseren Flieger zu warten.
In Mumbai angekommen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zu unserem ersten Hotel, da unser eigentliches für die Nacht ausgebucht war. Wir waren erschrocken, als wir die Häuser und Lebensverhältnisse auf dem Weg in die Stadt sahen. Es war uns ein wenig mulmig und wir hatten düstere Vorstellungen über die nächsten Tage. Obwohl wir für das erste Hotel ein bisschen mehr Geld ausgeben mussten, hatten wir es im ersten Moment nicht erkannt, da das Bild im Internet sehr stark von der Realität abwich.
Am nächsten Morgen wechselten wir dann in die Innenstadt, wo wir wieder ein relativ günstiges Hotel hatten und wir unsere Erwartungen sehr nach unten schraubten. Das Hotel war dann äusserst einfach, aber es war zum Aushalten, so dass wir diesbezüglich entspannter waren. Auch präsentierte sich Mumbai nicht all zu schrecklich im Vergleich zu den Slums, die wir auf dem Weg in die Stadt gesehen hatten. Das Problem in Mumbai ist die ständige Feuchtigkeit, die durch die Nähe zum Meer herrscht, so dass die ganze Stadt modrig und faulig riecht und die Gebäude von Schimmel befallen sind. Zusätzlich werden Abwasser wieder einfach in die Spalten zwischen den Gebäuden abgelassen, so dass sich dort eigene Biotope bilden.
Nichtdestotrotz genossen wir Mumbai und konnten uns wieder freier zu den Sehenswürdigkeiten bewegen. Mumbai ist die finanzielle und wirtschaftliche Hauptstadt Indiens, so dass hier viele Geschäftsleute zu sehen sind. Des Weiteren merkten wir die Anzahl der Universitäten und Colleges an der Anzahl von Studenten. Internationale Besucher gibt es natürlich auch genügend, nur stürzen sich die Händler nicht zu sehr auf sie. Das war eine willkomme Abwechslung für uns im Vergleich zu den Tagen in Jaipur und Agra. So liefen wir durch die Stadt, schauten uns die viktorianischen Bauten aus der englischen Kolonialzeit an und waren natürlich auch am India Gateway, dem Tor im Hafen Mumbai's, dass das Tor zu Indien bzw. in die weite Welt bedeutet. Anja und ich hatten auch Lust, mal wieder abends vor die Tür zu gehen und so freuten wir uns nach zwei Wochen Abstinenz über ein paar alkoholische Getränke in einer Sportsbar. Kurz vor unserem Hotel wurden wir durch laute Musik neugierig. Eine Strasse war gesperrt und eine Live-Band spielte lokale Musik. Zu dieser tanzten einige Dutzend Kinder und Erwachsene einen Stocktanz und wir waren von den tollen Bewegungen, Rhythmen und Kostümen begeistert. Es stellte sich heraus, dass dies die Abschlußveranstaltung eines Jugendfestivals war. Mumbai ist viel internationaler als die bisherigen Städte, die wir besucht haben und wir merkten, wie sehr wir das in den letzten zwei Woche vermisst hatten.
Gestern haben wir dann auch den ersten Freund besucht, mit dem ich in Australien studiert habe. Es war toll, dass wir Dhaval treffen und ich ihn nach so langer Zeit wieder sehen konnte. Er holte uns vom Hotel ab, zeigte uns seine kleine Firma und lud uns zum Essen mit seiner Familie ein. Da Onkel und Tanten dazu kamen, waren wir letztendlich 15 Leute und wir gingen in eines der Lieblingsrestaurants der Familie. Wir bekamen kleine Schälchen, die ständig mit den unterschiedlichsten Speisen gefüllt wurden. Da die Familie einem bestimmten Hinduistischen Glauben folgt, bekamen wir nur vegetarische Speisen serviert. Anja und ich waren ein bisschen vorsicht, da wir uns erstens geschmacklich nicht immer so sicher waren und wir zweitens unsere Mägen nicht überstrapazieren wollten. Dhaval und sein Vater verlangten aber von mir, dass ich ordentlich reinhaue, allerdings konnte ich ihren Wünschen nur bedingt folgen.
Nach einer Pause in deren Haus, sind wir mit Dhaval und seiner Frau Pooja abends noch in einem Einkaufszentrum gewesen und konnten die aufstrebende indische Mittelschicht beim Shoppen erleben. Man merkt, dass sich was in Indien bewegt und der Wohlstand einzieht. Die Slums, die wir am ersten Abend gesehen hatten, waren in diesem Moment vergessen. Danach trafen wir uns noch mit einem befreundeten Päarchen der beiden und hatten einen schönen Abend zu sechst. Es war einfach toll, dass wir in Mumbai mit Freunden unterwegs waren und wir über alte, momentane und zukünftige Zeiten reden konnten. Natürlich schliefen wir in der Wohnung der Vora Familie, in der die Großmutter, die Eltern, die Schwester sowie Dhaval mit seiner Frau in 4 Zimmern wohnen. Das ist wahrscheinlich kaum vorstellbar bei uns, hier aber Tradition, da sich die Kinder bis ins hohe Alter um ihre Eltern kümmern. Beeindruckend war die Einstellung des Vaters, der mir seine ganzen Spendenquittungen und seine Kleidersammlung für die Obdachlosen zeigte. Auch gingen wir vor dem Frühstück auf das Dach, denn erst bekamen die Tauben und Krähen zu Essen, bevor die Menschen dran waren. Ihre Relegion verzichtet auf jegliche Gewalt an irgendeinem Lebewesen. Des Wegen kaufen sie auch Kühe aus Schlachthäusern frei und geben Geld, so dass diese auf friedliche Weise in dafür einigerichteten Kuhplantagen ihren Lebensabend verbringen können. Der Sonntag bei Dhaval's Familie war sehr inspirierend und hat einen weiteren Blickwinkel auf das Geschehen in dieser Welt geworfen.
Wir freuten uns sehr über das Treffen mit Dhaval und das wir unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" zum ersten Mal gerecht werden konnten. Mittlerweile sitzen wir auf dem Flughafen und warten auf unseren Flug nach Goa.
Liebe Grüße
Anja & Pat
obwohl wir ein wenig traurig waren, dass wir Udaipur nicht besuchen konnten, waren wir auch froh, die lange Distanz nach Mumbai mit dem Flieger zurückzulegen. Wir genossen es, im klimatisierten Flughafen in Jaipur zu sitzen und auf unseren Flieger zu warten.
In Mumbai angekommen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zu unserem ersten Hotel, da unser eigentliches für die Nacht ausgebucht war. Wir waren erschrocken, als wir die Häuser und Lebensverhältnisse auf dem Weg in die Stadt sahen. Es war uns ein wenig mulmig und wir hatten düstere Vorstellungen über die nächsten Tage. Obwohl wir für das erste Hotel ein bisschen mehr Geld ausgeben mussten, hatten wir es im ersten Moment nicht erkannt, da das Bild im Internet sehr stark von der Realität abwich.
Am nächsten Morgen wechselten wir dann in die Innenstadt, wo wir wieder ein relativ günstiges Hotel hatten und wir unsere Erwartungen sehr nach unten schraubten. Das Hotel war dann äusserst einfach, aber es war zum Aushalten, so dass wir diesbezüglich entspannter waren. Auch präsentierte sich Mumbai nicht all zu schrecklich im Vergleich zu den Slums, die wir auf dem Weg in die Stadt gesehen hatten. Das Problem in Mumbai ist die ständige Feuchtigkeit, die durch die Nähe zum Meer herrscht, so dass die ganze Stadt modrig und faulig riecht und die Gebäude von Schimmel befallen sind. Zusätzlich werden Abwasser wieder einfach in die Spalten zwischen den Gebäuden abgelassen, so dass sich dort eigene Biotope bilden.
Nichtdestotrotz genossen wir Mumbai und konnten uns wieder freier zu den Sehenswürdigkeiten bewegen. Mumbai ist die finanzielle und wirtschaftliche Hauptstadt Indiens, so dass hier viele Geschäftsleute zu sehen sind. Des Weiteren merkten wir die Anzahl der Universitäten und Colleges an der Anzahl von Studenten. Internationale Besucher gibt es natürlich auch genügend, nur stürzen sich die Händler nicht zu sehr auf sie. Das war eine willkomme Abwechslung für uns im Vergleich zu den Tagen in Jaipur und Agra. So liefen wir durch die Stadt, schauten uns die viktorianischen Bauten aus der englischen Kolonialzeit an und waren natürlich auch am India Gateway, dem Tor im Hafen Mumbai's, dass das Tor zu Indien bzw. in die weite Welt bedeutet. Anja und ich hatten auch Lust, mal wieder abends vor die Tür zu gehen und so freuten wir uns nach zwei Wochen Abstinenz über ein paar alkoholische Getränke in einer Sportsbar. Kurz vor unserem Hotel wurden wir durch laute Musik neugierig. Eine Strasse war gesperrt und eine Live-Band spielte lokale Musik. Zu dieser tanzten einige Dutzend Kinder und Erwachsene einen Stocktanz und wir waren von den tollen Bewegungen, Rhythmen und Kostümen begeistert. Es stellte sich heraus, dass dies die Abschlußveranstaltung eines Jugendfestivals war. Mumbai ist viel internationaler als die bisherigen Städte, die wir besucht haben und wir merkten, wie sehr wir das in den letzten zwei Woche vermisst hatten.
Gestern haben wir dann auch den ersten Freund besucht, mit dem ich in Australien studiert habe. Es war toll, dass wir Dhaval treffen und ich ihn nach so langer Zeit wieder sehen konnte. Er holte uns vom Hotel ab, zeigte uns seine kleine Firma und lud uns zum Essen mit seiner Familie ein. Da Onkel und Tanten dazu kamen, waren wir letztendlich 15 Leute und wir gingen in eines der Lieblingsrestaurants der Familie. Wir bekamen kleine Schälchen, die ständig mit den unterschiedlichsten Speisen gefüllt wurden. Da die Familie einem bestimmten Hinduistischen Glauben folgt, bekamen wir nur vegetarische Speisen serviert. Anja und ich waren ein bisschen vorsicht, da wir uns erstens geschmacklich nicht immer so sicher waren und wir zweitens unsere Mägen nicht überstrapazieren wollten. Dhaval und sein Vater verlangten aber von mir, dass ich ordentlich reinhaue, allerdings konnte ich ihren Wünschen nur bedingt folgen.
Nach einer Pause in deren Haus, sind wir mit Dhaval und seiner Frau Pooja abends noch in einem Einkaufszentrum gewesen und konnten die aufstrebende indische Mittelschicht beim Shoppen erleben. Man merkt, dass sich was in Indien bewegt und der Wohlstand einzieht. Die Slums, die wir am ersten Abend gesehen hatten, waren in diesem Moment vergessen. Danach trafen wir uns noch mit einem befreundeten Päarchen der beiden und hatten einen schönen Abend zu sechst. Es war einfach toll, dass wir in Mumbai mit Freunden unterwegs waren und wir über alte, momentane und zukünftige Zeiten reden konnten. Natürlich schliefen wir in der Wohnung der Vora Familie, in der die Großmutter, die Eltern, die Schwester sowie Dhaval mit seiner Frau in 4 Zimmern wohnen. Das ist wahrscheinlich kaum vorstellbar bei uns, hier aber Tradition, da sich die Kinder bis ins hohe Alter um ihre Eltern kümmern. Beeindruckend war die Einstellung des Vaters, der mir seine ganzen Spendenquittungen und seine Kleidersammlung für die Obdachlosen zeigte. Auch gingen wir vor dem Frühstück auf das Dach, denn erst bekamen die Tauben und Krähen zu Essen, bevor die Menschen dran waren. Ihre Relegion verzichtet auf jegliche Gewalt an irgendeinem Lebewesen. Des Wegen kaufen sie auch Kühe aus Schlachthäusern frei und geben Geld, so dass diese auf friedliche Weise in dafür einigerichteten Kuhplantagen ihren Lebensabend verbringen können. Der Sonntag bei Dhaval's Familie war sehr inspirierend und hat einen weiteren Blickwinkel auf das Geschehen in dieser Welt geworfen.
Wir freuten uns sehr über das Treffen mit Dhaval und das wir unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" zum ersten Mal gerecht werden konnten. Mittlerweile sitzen wir auf dem Flughafen und warten auf unseren Flug nach Goa.
Liebe Grüße
Anja & Pat
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Freitag, 22. Oktober 2010
Nachts in Jaipur
anjapat, 15:45h
Hi,
ersteinmal moechten wir uns fuer die vielen lieben Kommentare bedanken. Wir freuen uns immer darueber, diese zu lesen und zu wissen, dass ihr an uns denkt.
Bevor wir mit dem Nachtzug nach Udaipur fahren wollten, haben wir es doch noch einmal gewagt und uns eigenständig auf den Weg zu einem verlassen Tempel gemacht. Dieser heißt Galta Tempel und wird mittlerweile von Affen als Behausung benutzt, was ihm den Spitznamen "Monkeytempel" für uns Touristen eingbracht hat. Jedenfalls sind wir mit der Autorikscha an den Rand Jaipiurs gefahren.
Die Tempelanlage war in die Berge gebaut, beeindruckend groß und überall sprangen dessen kleine neue Bewohner herum. Die Äffchen spielten miteindaner, suchten sich gegenseitig nach Läusen ab, genossen es rumzuliegen, fraßen die Bananen oder Nüsse, die Besucher mitbrachten und nicht selten gab es auch ein paar Zwistigkeiten zu klären. Es war ein buntes Treiben und tolles Schauspiel für die Besucher und deren Kameras. Die Anlage bestand aus vielen Gebäuden aber auch Springbrunnen, Schreinen und einigen Hindutempeln. Ein paar übergebliebene Tempelbewohner, so hatten wir den Eindruck, halfen den indischen Besuchern, die ein reinigendes Bad nehmen wollten. So sind einige Jugendliche in kompletter Kleidung (Jeans, Shirt oder Sari) in die Poolanlage geklettert. Für die jüngeren Burschen aus der Umgebung waren die Pool- und Tempelanlage ein hervorragender Spielplatz und ich musste an meine Kindertage zurückdenken. Die Affen hatten natürlich ihren eigenen Pool etwas weiter oben, indem sie herumtollen und miteinander spielen konnten. Dieser Ausflug war ein toller Abschluss für unseren Jaipur Aufenthalt, denn die nächste Herausforderung wartete schon auf uns.
Da wir bei all den Aktivitäten der letzten Wochen unsere Züge etwas spät buchen konnten, hatten wir für den einzigen Nachtzug von Jaipur nach Udaipur nur Plätze auf der Warteliste bekommen. Auch die folgenden Tage waren ausgebucht und wir wollten nicht Geld für weitere Warteplätze ausgeben. So fuhren wir abends zum Bahnhof und wussten nicht, ob wir es in den Zug schaffen würden. In Udaipur gab es einen tollen Wasserpalast, den wir besuchen wollten. Wir hatten bereits eine Unterkunft organisiert, also mussten wir den Zug irgendwie schaffen. Auf dem Bahnhof suchten wir uns in der Wartehalle eine Ecke, in der wir halbwegs zurückgezogen sein konnten, da wir noch 3h Zeit hatten, und wir nicht die Aufmerksamkeit auf uns ziehen wollten. Dies schafften wir allerdings nur bedingt. Jedenfalls musste ich Anja bei unserem Gepäck lassen, während ich nach dem passenden Schalter suchte, der mir eventuell Auskunft über unseren Status geben konnte. Mittlerweile wussten wir zwar, das wir auf der Warteliste nach oben auf Platz 2 und 3 gerutscht waren, allerdings bedeutete es, dass wir immer noch nicht mitfahren konnten. Der Mann am Schalter bestätigte unseren Status, wurde dann allerdings etwas aufbrausend, als ich weiterbohrte, wie wir es in den Zug schaffen könnten. Er sagte, ihm seien die Hände gebunden und er könnte nichts machen. Prima!
Mit dieser Nachricht kehrte ich zu Anja zurück, die mittlerweile wieder einige Blicke auf sich gezogen hatte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass unsere Laune nicht gerade besonders war. Wir munterten uns aber gegenseitig auf und ließen die Dinge geschehen. Wir erkannten, dass wir nur noch eine Chance hatten. Der Schaffner im Zug hatte die aktuellsten Listen und könnte uns sicher einen Platz zuweisen. Die Zeit bis zur Ankunft des Zuges wollte nicht vergehen. Allerdings lief in der Wartehalle Peter Jackson's "King Kong" und wir schauten gebannt aber auch schmunzelnd den Kampf zwischen King Kong und den 3 Tyrannus Rex mit unseren Indischen Sitznachbarn an.
Als unser Zug nicht planmäßig ankam, spannten sich unsere Geduldsfäden. Mit einer Verspätung von über 30 min traf er dann kurz vor 23 Uhr ein und das wilde Rennen begann, denn wir waren nicht die einzigen Wartegelisteten auf dem Bahnsteig. Wieder ließ ich Anja beim Gepäck und lief die klimatisierten Reisewagen ab. Überall stiegen die Leute ein und drängelten sich mit ihren Gepäckstücken in die Waggons. Vom Schaffner war weit und breit keine Spur. Dabei bemerkte ich, dass es pro Klasse nur einen Waggon gab, was äusserst wenig ist, wenn man bedenkt, dass dies die Haupttouristenzeit und der einzige Zug nach Udaipur war. Es half aber alles nichts. Als ich in einem Waggon ein freies Bett sah, blieb ich davor stehen. Ich sprach einen Zugassistenten an, der mir zuzwinkerte, dass es frei wäre und wir eine Chance hätten. Meine Hoffnung blühte auf. Ich müsste nur mit dem Schaffner sprechen, der genau in diesem Moment aus dem Zug stieg. Er war ein untersetzter Mann mit breitem Scheitel und sein Jacket strahlte Autorität aus. Sofort stürzten sich die Wartenden inkl. mir auf den Mann mit den wichtigen Listen. Alle redeten auf ihn ein und wollten einen Platz erhaschen. Als ich an der Reihe war, nahm er unser Ticket, schaute kurz in seine Liste und schüttelte nur den Kopf. Wir waren nicht bestätigt wurden, womit das Ticket nicht gültig war und wir dürften den Zug auf keinen Fall betreten. Das war alles, was er zu sagen hatte? Ich stand fassungslos da, wollte mich aber nicht geschlagen geben. Wir mussten ja nach Udaipur. So lief ich hinter ihm her und suchte weiter das Gespräch. Er empfahl mir in der einfachsten Klasse nach einem Platz zu fragen, gestand mir aber auch, dass wir in den nächsten Tagen mit dem Zug nicht nach Udaipur kommen würden. Als ich abdrehte, um in der einfachsten Klasse nach Plätzen zu fragen, setzte sich der Zug in Bewegung. Die letzten Fahrgäste sprangen auf. Anja und ich standen nachts in Jaipur auf dem Bahnhof und hatten unseren Zug nach Udaipur nicht bekommen.
Total enttäuscht schauten wir uns an und überlegten, wie wir aus dieser Situation wieder rauskommen würden. Da Vijay, unser Hotelvater, überaus freundlich war und ständig seine Hilfe anbot, riefen wir ihn an und wir konnten eine weitere Nacht in seinem Hotel schlafen. Am Morgen schauten wir nach Optionen. Mit dem Bus würde eine Fahrt über 10 Stunden dauern und wir wären erst in der Nacht gegen 2 Uhr in Udaipur gewesen. Dies hätte wenig Zeit für die Erkundung gelassen, da wir am nächsten Tag weiter nach Mumbai geflogen wären. Auch waren wir nicht sicher, ob es noch freie Plätze gab. Eine weitere Option wäre ein privates Fahrzeug/Taxi gewesen, welches uns die 450 km in 8h Stunden für teures Geld nach Udaipur gebracht hätte. Daher entschieden wir uns, Udaipur komplett außen vor zu lassen und früher nach Mumbai zu fliegen. Es war zwar schade, Udaipur nicht zu sehen, aber die Fahrt dorthin war einfach zu komplex. Wir hätten uns vielleicht ein anders Ziel in Rajasthan aussuchen sollen, aber das konnten wir vorher alles nicht verbereiten. Es gab noch günstige Flüge für den Tag und so brachen wir am Nachmittag auf. Um ehrlich zu sein, genossen wir die Zeit auf dem Flughafen und dann im Flieger. Daher sind wir mittlerweile in Mumbai angekommen. Mit einer Unterkunft hat es hier auch geklappt. Über Mumbai berichten wir dann in den nächsten Tagen, bevor wir nach Goa fliegen und uns von all den Eindrücken und Staedten eine Woche lang am Meer erholen koennen.
Beste Grüße
Anja und Pat
ersteinmal moechten wir uns fuer die vielen lieben Kommentare bedanken. Wir freuen uns immer darueber, diese zu lesen und zu wissen, dass ihr an uns denkt.
Bevor wir mit dem Nachtzug nach Udaipur fahren wollten, haben wir es doch noch einmal gewagt und uns eigenständig auf den Weg zu einem verlassen Tempel gemacht. Dieser heißt Galta Tempel und wird mittlerweile von Affen als Behausung benutzt, was ihm den Spitznamen "Monkeytempel" für uns Touristen eingbracht hat. Jedenfalls sind wir mit der Autorikscha an den Rand Jaipiurs gefahren.
Die Tempelanlage war in die Berge gebaut, beeindruckend groß und überall sprangen dessen kleine neue Bewohner herum. Die Äffchen spielten miteindaner, suchten sich gegenseitig nach Läusen ab, genossen es rumzuliegen, fraßen die Bananen oder Nüsse, die Besucher mitbrachten und nicht selten gab es auch ein paar Zwistigkeiten zu klären. Es war ein buntes Treiben und tolles Schauspiel für die Besucher und deren Kameras. Die Anlage bestand aus vielen Gebäuden aber auch Springbrunnen, Schreinen und einigen Hindutempeln. Ein paar übergebliebene Tempelbewohner, so hatten wir den Eindruck, halfen den indischen Besuchern, die ein reinigendes Bad nehmen wollten. So sind einige Jugendliche in kompletter Kleidung (Jeans, Shirt oder Sari) in die Poolanlage geklettert. Für die jüngeren Burschen aus der Umgebung waren die Pool- und Tempelanlage ein hervorragender Spielplatz und ich musste an meine Kindertage zurückdenken. Die Affen hatten natürlich ihren eigenen Pool etwas weiter oben, indem sie herumtollen und miteinander spielen konnten. Dieser Ausflug war ein toller Abschluss für unseren Jaipur Aufenthalt, denn die nächste Herausforderung wartete schon auf uns.
Da wir bei all den Aktivitäten der letzten Wochen unsere Züge etwas spät buchen konnten, hatten wir für den einzigen Nachtzug von Jaipur nach Udaipur nur Plätze auf der Warteliste bekommen. Auch die folgenden Tage waren ausgebucht und wir wollten nicht Geld für weitere Warteplätze ausgeben. So fuhren wir abends zum Bahnhof und wussten nicht, ob wir es in den Zug schaffen würden. In Udaipur gab es einen tollen Wasserpalast, den wir besuchen wollten. Wir hatten bereits eine Unterkunft organisiert, also mussten wir den Zug irgendwie schaffen. Auf dem Bahnhof suchten wir uns in der Wartehalle eine Ecke, in der wir halbwegs zurückgezogen sein konnten, da wir noch 3h Zeit hatten, und wir nicht die Aufmerksamkeit auf uns ziehen wollten. Dies schafften wir allerdings nur bedingt. Jedenfalls musste ich Anja bei unserem Gepäck lassen, während ich nach dem passenden Schalter suchte, der mir eventuell Auskunft über unseren Status geben konnte. Mittlerweile wussten wir zwar, das wir auf der Warteliste nach oben auf Platz 2 und 3 gerutscht waren, allerdings bedeutete es, dass wir immer noch nicht mitfahren konnten. Der Mann am Schalter bestätigte unseren Status, wurde dann allerdings etwas aufbrausend, als ich weiterbohrte, wie wir es in den Zug schaffen könnten. Er sagte, ihm seien die Hände gebunden und er könnte nichts machen. Prima!
Mit dieser Nachricht kehrte ich zu Anja zurück, die mittlerweile wieder einige Blicke auf sich gezogen hatte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass unsere Laune nicht gerade besonders war. Wir munterten uns aber gegenseitig auf und ließen die Dinge geschehen. Wir erkannten, dass wir nur noch eine Chance hatten. Der Schaffner im Zug hatte die aktuellsten Listen und könnte uns sicher einen Platz zuweisen. Die Zeit bis zur Ankunft des Zuges wollte nicht vergehen. Allerdings lief in der Wartehalle Peter Jackson's "King Kong" und wir schauten gebannt aber auch schmunzelnd den Kampf zwischen King Kong und den 3 Tyrannus Rex mit unseren Indischen Sitznachbarn an.
Als unser Zug nicht planmäßig ankam, spannten sich unsere Geduldsfäden. Mit einer Verspätung von über 30 min traf er dann kurz vor 23 Uhr ein und das wilde Rennen begann, denn wir waren nicht die einzigen Wartegelisteten auf dem Bahnsteig. Wieder ließ ich Anja beim Gepäck und lief die klimatisierten Reisewagen ab. Überall stiegen die Leute ein und drängelten sich mit ihren Gepäckstücken in die Waggons. Vom Schaffner war weit und breit keine Spur. Dabei bemerkte ich, dass es pro Klasse nur einen Waggon gab, was äusserst wenig ist, wenn man bedenkt, dass dies die Haupttouristenzeit und der einzige Zug nach Udaipur war. Es half aber alles nichts. Als ich in einem Waggon ein freies Bett sah, blieb ich davor stehen. Ich sprach einen Zugassistenten an, der mir zuzwinkerte, dass es frei wäre und wir eine Chance hätten. Meine Hoffnung blühte auf. Ich müsste nur mit dem Schaffner sprechen, der genau in diesem Moment aus dem Zug stieg. Er war ein untersetzter Mann mit breitem Scheitel und sein Jacket strahlte Autorität aus. Sofort stürzten sich die Wartenden inkl. mir auf den Mann mit den wichtigen Listen. Alle redeten auf ihn ein und wollten einen Platz erhaschen. Als ich an der Reihe war, nahm er unser Ticket, schaute kurz in seine Liste und schüttelte nur den Kopf. Wir waren nicht bestätigt wurden, womit das Ticket nicht gültig war und wir dürften den Zug auf keinen Fall betreten. Das war alles, was er zu sagen hatte? Ich stand fassungslos da, wollte mich aber nicht geschlagen geben. Wir mussten ja nach Udaipur. So lief ich hinter ihm her und suchte weiter das Gespräch. Er empfahl mir in der einfachsten Klasse nach einem Platz zu fragen, gestand mir aber auch, dass wir in den nächsten Tagen mit dem Zug nicht nach Udaipur kommen würden. Als ich abdrehte, um in der einfachsten Klasse nach Plätzen zu fragen, setzte sich der Zug in Bewegung. Die letzten Fahrgäste sprangen auf. Anja und ich standen nachts in Jaipur auf dem Bahnhof und hatten unseren Zug nach Udaipur nicht bekommen.
Total enttäuscht schauten wir uns an und überlegten, wie wir aus dieser Situation wieder rauskommen würden. Da Vijay, unser Hotelvater, überaus freundlich war und ständig seine Hilfe anbot, riefen wir ihn an und wir konnten eine weitere Nacht in seinem Hotel schlafen. Am Morgen schauten wir nach Optionen. Mit dem Bus würde eine Fahrt über 10 Stunden dauern und wir wären erst in der Nacht gegen 2 Uhr in Udaipur gewesen. Dies hätte wenig Zeit für die Erkundung gelassen, da wir am nächsten Tag weiter nach Mumbai geflogen wären. Auch waren wir nicht sicher, ob es noch freie Plätze gab. Eine weitere Option wäre ein privates Fahrzeug/Taxi gewesen, welches uns die 450 km in 8h Stunden für teures Geld nach Udaipur gebracht hätte. Daher entschieden wir uns, Udaipur komplett außen vor zu lassen und früher nach Mumbai zu fliegen. Es war zwar schade, Udaipur nicht zu sehen, aber die Fahrt dorthin war einfach zu komplex. Wir hätten uns vielleicht ein anders Ziel in Rajasthan aussuchen sollen, aber das konnten wir vorher alles nicht verbereiten. Es gab noch günstige Flüge für den Tag und so brachen wir am Nachmittag auf. Um ehrlich zu sein, genossen wir die Zeit auf dem Flughafen und dann im Flieger. Daher sind wir mittlerweile in Mumbai angekommen. Mit einer Unterkunft hat es hier auch geklappt. Über Mumbai berichten wir dann in den nächsten Tagen, bevor wir nach Goa fliegen und uns von all den Eindrücken und Staedten eine Woche lang am Meer erholen koennen.
Beste Grüße
Anja und Pat
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Dienstag, 19. Oktober 2010
Jaipur und Amber Palace
anjapat, 10:02h
Hallo,
da sind wir wieder. Wie geht es euch? Anja geht es bestens und mein Magen hat sich auch stabilisiert. So gut es geht. Mein Apetit hält sich aber noch in Grenzen. Eine Banane am Tag muss schon mal reichen. Ich bin aber guter Dinge.
Wir waren in den letzten Tagen in Jaipur und haben weitere Erlebnisse gehabt und Eindrücke gesammelt.
Mittlerweile haben wir uns dagegen entschieden, in den Altstädten aus Hygiene und Lautstärkegründen zu übernachten. In Jaipur wurde uns dann selbst die Erkundung zu Fuss zu viel. Obwohl die Basare und die dort verkauften Gewürze, Textilien und andere Kleinigkeiten wahnsinnig interessant sind, können wir vor diesen Läden nicht stehen bleiben. Wir werden aus allen Ecken angesprochen, dass es nicht mehr auszuhalten ist. Vor den Sehenswürdigkeiten ist es am Schlimmsten. Wir verstehen es, dass jeder einen Euro verdienen möchte, doch geht es mittlerweile über unsere Toleranzgrenze. Auch fließen in der Altstadt die Abwässer dirket an den Shops vorbei und die Kühe, Schweine und Hunde wälzen sich darin und in den vielen Müllbergen. In Jaipur war es soweit, dass wir uns in eine Sehenswürdigkeit "gerettet" haben, damit wir einen Moment der Ruhe hatten. Auch haben wir uns dann entschieden, eine Fahrradrikscha zu nehmen, damit uns wenigstens nur einer anquatscht. Der ältere Herr tat mir Leid, doch war er dann mit dem etwas großzügigerem Tinkgeld auch nicht zufrieden. Des Weiterem ist uns aufgefallen, dass kaum Touristen auf den Strassen zu sehen sind. Sie werden wohl alle zu den Sehenswürdigkeiten gefahren, dort rausgelassen und dann weiter transportiert.
So haben wir uns gestern entschieden, auch mit einem Touristentaxi, zum Amberpalace 11km vor den Toren Jaipurs zu fahren. Es war zwar voll dekadent, dafür aber äusserst entspannt und mit einer Autorikscha hätten wir es kaum in die Berge geschafft. Jedenfalls tut es uns Leid, dass wir so abgeschotten reisen müssen, allerdings ist es anders in Ruhe nicht möglich. Auch sind wir nicht glücklich, dass wir nicht frei über unsere Schritte entscheiden können und von privaten Transporten abhängig sind.
Nichtdestotrotz hat der Amber Palace wieder gezeigt, warum Indien ein tolles Land mit viel Geschichte ist. Es war der Haupsitz des Maharajas Singh II im 17. Jhd. und ist eine Riesenanlage in den Bergen. Besonders beeindruckend waren der Spiegel-Palast mit vielen Spiegeln in Blumenform und die vielen Tore, wie das Ganesh-Pol. Wir haben genossen, wieder ein wenig in die Geschichte Rajasthan's, so heisst dieser wichtige Bundesstaat im Norden, eintauchen zu können.
Ansonsten ist uns aufgefallen, dass die meisten Touristen nur eine Nacht an einem Ort bleiben und dann weiter reisen. Wir können uns das gar nicht vorstellen und sind mit unserem Rhythmus von zwei bis drei Nächten pro Ort zufrieden. Wir sind relativ entspannt. Auch verbringen wir mittlerweile viel Zeit in unseren Zimmern, um erstens den oben genannten Gründen aber auch den teilweise 35 Grad zu entfliehen , die draußen herrschen. Es ist sehr heiß, doch nichts gegen die bis zu 50 Grad im Sommer (Juni/Juli). Ausserdem können wir besser unseren Blog füttern.
Heute fahren wir nach Udaipur und müssen erstmal schauen, ob wir mitkönnen, da wir bisher nur auf der Warteliste stehen. Drückt uns die Daumen und bis bald.
Liebe Grüße
Anja und Patrice
da sind wir wieder. Wie geht es euch? Anja geht es bestens und mein Magen hat sich auch stabilisiert. So gut es geht. Mein Apetit hält sich aber noch in Grenzen. Eine Banane am Tag muss schon mal reichen. Ich bin aber guter Dinge.
Wir waren in den letzten Tagen in Jaipur und haben weitere Erlebnisse gehabt und Eindrücke gesammelt.
Mittlerweile haben wir uns dagegen entschieden, in den Altstädten aus Hygiene und Lautstärkegründen zu übernachten. In Jaipur wurde uns dann selbst die Erkundung zu Fuss zu viel. Obwohl die Basare und die dort verkauften Gewürze, Textilien und andere Kleinigkeiten wahnsinnig interessant sind, können wir vor diesen Läden nicht stehen bleiben. Wir werden aus allen Ecken angesprochen, dass es nicht mehr auszuhalten ist. Vor den Sehenswürdigkeiten ist es am Schlimmsten. Wir verstehen es, dass jeder einen Euro verdienen möchte, doch geht es mittlerweile über unsere Toleranzgrenze. Auch fließen in der Altstadt die Abwässer dirket an den Shops vorbei und die Kühe, Schweine und Hunde wälzen sich darin und in den vielen Müllbergen. In Jaipur war es soweit, dass wir uns in eine Sehenswürdigkeit "gerettet" haben, damit wir einen Moment der Ruhe hatten. Auch haben wir uns dann entschieden, eine Fahrradrikscha zu nehmen, damit uns wenigstens nur einer anquatscht. Der ältere Herr tat mir Leid, doch war er dann mit dem etwas großzügigerem Tinkgeld auch nicht zufrieden. Des Weiterem ist uns aufgefallen, dass kaum Touristen auf den Strassen zu sehen sind. Sie werden wohl alle zu den Sehenswürdigkeiten gefahren, dort rausgelassen und dann weiter transportiert.
So haben wir uns gestern entschieden, auch mit einem Touristentaxi, zum Amberpalace 11km vor den Toren Jaipurs zu fahren. Es war zwar voll dekadent, dafür aber äusserst entspannt und mit einer Autorikscha hätten wir es kaum in die Berge geschafft. Jedenfalls tut es uns Leid, dass wir so abgeschotten reisen müssen, allerdings ist es anders in Ruhe nicht möglich. Auch sind wir nicht glücklich, dass wir nicht frei über unsere Schritte entscheiden können und von privaten Transporten abhängig sind.
Nichtdestotrotz hat der Amber Palace wieder gezeigt, warum Indien ein tolles Land mit viel Geschichte ist. Es war der Haupsitz des Maharajas Singh II im 17. Jhd. und ist eine Riesenanlage in den Bergen. Besonders beeindruckend waren der Spiegel-Palast mit vielen Spiegeln in Blumenform und die vielen Tore, wie das Ganesh-Pol. Wir haben genossen, wieder ein wenig in die Geschichte Rajasthan's, so heisst dieser wichtige Bundesstaat im Norden, eintauchen zu können.
Ansonsten ist uns aufgefallen, dass die meisten Touristen nur eine Nacht an einem Ort bleiben und dann weiter reisen. Wir können uns das gar nicht vorstellen und sind mit unserem Rhythmus von zwei bis drei Nächten pro Ort zufrieden. Wir sind relativ entspannt. Auch verbringen wir mittlerweile viel Zeit in unseren Zimmern, um erstens den oben genannten Gründen aber auch den teilweise 35 Grad zu entfliehen , die draußen herrschen. Es ist sehr heiß, doch nichts gegen die bis zu 50 Grad im Sommer (Juni/Juli). Ausserdem können wir besser unseren Blog füttern.
Heute fahren wir nach Udaipur und müssen erstmal schauen, ob wir mitkönnen, da wir bisher nur auf der Warteliste stehen. Drückt uns die Daumen und bis bald.
Liebe Grüße
Anja und Patrice
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Mittwoch, 13. Oktober 2010
Auf Wiedersehen Delhi
anjapat, 19:53h
Hallo,
Heute schreiben wir ein letztes Mal aus Delhi, da wir morgen Vormittag nach Agra aufbrechen. Ich bin gespannt, ob unsere vorgebuchten Zugtickets akzeptiert werden, aber ich bin guter Dinge. Wenn es genauso gut klappt, wie mit unserem Hostel hier, dann reisen wir entspannt weiter. Wir haben naemlich einen Rabatt zu der Rate im Internet bekommen, was uns natuerlich sehr froehlich stimmt und wir sehr dankbar sind.
Der Besuch in Mahatma Gandhis Haus hat schon sehr nachdenklich gemacht. Es ist beeindruckend, wie dieser bescheidene Rechtsanwalt seine erfolgreiche Praxis in Suedafrika, nebenbei gesagt die einzig indische dort, aufgegeben hat, um fuer die Menschenrechte und gegen die Unterdrueckung und Diskriminierung der Inder friedlich zu kaempfen. Seine 11 Ansichten, zu denen Wahrheit, Kampf ohne Waffen, harte Arbeit und Bescheidenheit gehoeren, sind fantastische Leitbilder fuer die Menschheit. In seinem Haus, dass vollgestopft mit tollen elektronischen Exponaten ist, konnten wir seine letzten Schritte folgen. Auf dem Weg zum taeglichen Gebet wurde er dann von einem fanatischen Hindu erschossen. Welche Tragik.
Neben den touristischen Highlights moechten wir auch von den alltaeglichen Dingen berichten und auch Bilder zeigen. Als wir das erste Mal von der Main Bazaar Road abbogen und in unsere kleine Gasse zum Hostel gingen, wurde uns schon mulmig. Mittlerweile kennen wir uns bestens aus und gruessen bereits die ersten Shopbesitzer. Das geht echt schnell. Auch haben wir den Grund fuer den Uringeruch entdeckt, da am Anfang der Gasse immerhin zwei oeffentliche Urinale haengen. Ich betone das immerhin, da die Herren sich sonst einfach in irgendwelche Ecken oder Rinnen verewigen und wir froh sind, dass dies hier halbwegs wenn auch kaum zumutbar geregelt ist.
Des Weiteren haben wir uns an die vielen Hundebanden gewoehnt, die durch Delhi streifen. Sie sind taegliche Begleiter und haben gestern auch die Ueberreste meines Huehnchens bekommen. Die Leute leben hier mit ihnen in Einklang. Es ist wahrscheinlich auch sehr gut, dass es diese Hunde gibt, da sonst anderes Getier in der Nacht die Stadt uebernehmen wuerde.
An den Verkehr haben wir uns mittlerweile gewoehnt. Wir laufen quer durch die Strassen und passen schon wie alte Hasen auf die Mopeds und Autos auf. Die Rikshafahrer nehmen wir nicht mehr ganz so ernst, da sie ruhig um Touristen einen Bogen machen koennen. Nichtdestotrotz sind wir jedes Mal froh und fuehlen uns heimisch, wenn wir unsere Main Bazaar Road erreichen. Diese ist naemlich durch Polizeisperren verkehrsberuhigt, was wir zuerst nicht mitbekommen haben, und uns sind die Laeden vertraut. Auch essen wir in Laeden, die wir moegen, und brauchen so nicht in Delhi und in anderen Vierteln zu suchen.
Morgen geht es wie gesagt nach Agra und wir werden uns dort das grosse Taj Mahal und Red Fort anschauen. Wann wir das naechste Mal in den Blog schreiben, wissen wir nicht, aber es wird hoffentlich wieder spannend fuer alle.
Beste Gruesse
Anja und Pat
Heute schreiben wir ein letztes Mal aus Delhi, da wir morgen Vormittag nach Agra aufbrechen. Ich bin gespannt, ob unsere vorgebuchten Zugtickets akzeptiert werden, aber ich bin guter Dinge. Wenn es genauso gut klappt, wie mit unserem Hostel hier, dann reisen wir entspannt weiter. Wir haben naemlich einen Rabatt zu der Rate im Internet bekommen, was uns natuerlich sehr froehlich stimmt und wir sehr dankbar sind.
Der Besuch in Mahatma Gandhis Haus hat schon sehr nachdenklich gemacht. Es ist beeindruckend, wie dieser bescheidene Rechtsanwalt seine erfolgreiche Praxis in Suedafrika, nebenbei gesagt die einzig indische dort, aufgegeben hat, um fuer die Menschenrechte und gegen die Unterdrueckung und Diskriminierung der Inder friedlich zu kaempfen. Seine 11 Ansichten, zu denen Wahrheit, Kampf ohne Waffen, harte Arbeit und Bescheidenheit gehoeren, sind fantastische Leitbilder fuer die Menschheit. In seinem Haus, dass vollgestopft mit tollen elektronischen Exponaten ist, konnten wir seine letzten Schritte folgen. Auf dem Weg zum taeglichen Gebet wurde er dann von einem fanatischen Hindu erschossen. Welche Tragik.
Neben den touristischen Highlights moechten wir auch von den alltaeglichen Dingen berichten und auch Bilder zeigen. Als wir das erste Mal von der Main Bazaar Road abbogen und in unsere kleine Gasse zum Hostel gingen, wurde uns schon mulmig. Mittlerweile kennen wir uns bestens aus und gruessen bereits die ersten Shopbesitzer. Das geht echt schnell. Auch haben wir den Grund fuer den Uringeruch entdeckt, da am Anfang der Gasse immerhin zwei oeffentliche Urinale haengen. Ich betone das immerhin, da die Herren sich sonst einfach in irgendwelche Ecken oder Rinnen verewigen und wir froh sind, dass dies hier halbwegs wenn auch kaum zumutbar geregelt ist.
Des Weiteren haben wir uns an die vielen Hundebanden gewoehnt, die durch Delhi streifen. Sie sind taegliche Begleiter und haben gestern auch die Ueberreste meines Huehnchens bekommen. Die Leute leben hier mit ihnen in Einklang. Es ist wahrscheinlich auch sehr gut, dass es diese Hunde gibt, da sonst anderes Getier in der Nacht die Stadt uebernehmen wuerde.
An den Verkehr haben wir uns mittlerweile gewoehnt. Wir laufen quer durch die Strassen und passen schon wie alte Hasen auf die Mopeds und Autos auf. Die Rikshafahrer nehmen wir nicht mehr ganz so ernst, da sie ruhig um Touristen einen Bogen machen koennen. Nichtdestotrotz sind wir jedes Mal froh und fuehlen uns heimisch, wenn wir unsere Main Bazaar Road erreichen. Diese ist naemlich durch Polizeisperren verkehrsberuhigt, was wir zuerst nicht mitbekommen haben, und uns sind die Laeden vertraut. Auch essen wir in Laeden, die wir moegen, und brauchen so nicht in Delhi und in anderen Vierteln zu suchen.
Morgen geht es wie gesagt nach Agra und wir werden uns dort das grosse Taj Mahal und Red Fort anschauen. Wann wir das naechste Mal in den Blog schreiben, wissen wir nicht, aber es wird hoffentlich wieder spannend fuer alle.
Beste Gruesse
Anja und Pat
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Dienstag, 12. Oktober 2010
2. Tag in Delhi
anjapat, 17:51h
Unseren zweiten Tag in Delhi haben wir sehr gut ueberstanden. Gestern Abend waren wir noch sehr schoen und gut Essen. Das Restaurant befand sich auf der Dachterrasse eines 3 stoeckigen Hauses an einer sehr belebten Marktstrasse.
Heute Morgen sind wir gegen 08:30 Uhr zu einer grossen Erkunkundungstour druch Delhi aufgestanden. Es war super!!! Wir hatten uns einen Fahrer organisiert, welcher uns zu fast allen groesseren Sehnswuerdigkeiten fuhr. Wie gestern schon geschrieben, ist der Verkehr wahnsinn und die Menschen scheinen mir manchmal doch etwas lebensmuede, weil sie umittelbar an der Strasse laufen oder diese versuchen zu ueberqueren. Wir haben heute zwei moslemische Grabtempel besucht und es war sehr schoen, dass diese noch so gut erhalten waren. Der eine war aus dem 18. und der andere aus dem 15-16. Jahrhundert. Eine weitere Sehnswuerdigkeit war der Lotustempel. Er ist frei fuer alle Relegionen, ob Christen, Hindus oder Moslems. Die Menschen koennen alle frei in diesen Tempel kommen und beten. Wir waren natuerlich auch drin und mussten voher aber unsere Schuhe ausziehen, was ich nicht so toll fand. So liefen wir barfuss mit hunderten von Indern und natuerlich Leuten aus anderen Nationen einen kleinen Weg bis zum Tempel. Zum Ende unserer Erkundungstour, waren wir noch beim India-Gate. Dieses wurde fuer die vielen toten Soldaten waehrend des Krieges erbaut.
Es war ein wunderschoener Tag in Delhi, obwohl es zeitweise ganz schoen heiss ist. Uns geht es sehr gut, meine Augen haben sich nach der Dreckattacke von gestern gut erholt und Patrice ueberfahrenden Fuss geht es bestens. Wir werden jetzt noch was gutes Essen gehen und morgen Dehli weiter erkunden. Schaut Euch mal die Bilder in der Galerie an.
Bis bald
Anja
Heute Morgen sind wir gegen 08:30 Uhr zu einer grossen Erkunkundungstour druch Delhi aufgestanden. Es war super!!! Wir hatten uns einen Fahrer organisiert, welcher uns zu fast allen groesseren Sehnswuerdigkeiten fuhr. Wie gestern schon geschrieben, ist der Verkehr wahnsinn und die Menschen scheinen mir manchmal doch etwas lebensmuede, weil sie umittelbar an der Strasse laufen oder diese versuchen zu ueberqueren. Wir haben heute zwei moslemische Grabtempel besucht und es war sehr schoen, dass diese noch so gut erhalten waren. Der eine war aus dem 18. und der andere aus dem 15-16. Jahrhundert. Eine weitere Sehnswuerdigkeit war der Lotustempel. Er ist frei fuer alle Relegionen, ob Christen, Hindus oder Moslems. Die Menschen koennen alle frei in diesen Tempel kommen und beten. Wir waren natuerlich auch drin und mussten voher aber unsere Schuhe ausziehen, was ich nicht so toll fand. So liefen wir barfuss mit hunderten von Indern und natuerlich Leuten aus anderen Nationen einen kleinen Weg bis zum Tempel. Zum Ende unserer Erkundungstour, waren wir noch beim India-Gate. Dieses wurde fuer die vielen toten Soldaten waehrend des Krieges erbaut.
Es war ein wunderschoener Tag in Delhi, obwohl es zeitweise ganz schoen heiss ist. Uns geht es sehr gut, meine Augen haben sich nach der Dreckattacke von gestern gut erholt und Patrice ueberfahrenden Fuss geht es bestens. Wir werden jetzt noch was gutes Essen gehen und morgen Dehli weiter erkunden. Schaut Euch mal die Bilder in der Galerie an.
Bis bald
Anja
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Montag, 11. Oktober 2010
Namaskar India
anjapat, 17:43h
Hey,
wir sind angekommen und muessen uns erstmal wieder an eine gewisse Laustaerke und Waerme gewoehnen!
Nachdem wir unsere Wohnungen uebergeben haben, konnten wir die Vorbereitungen in den letzten Tagen ein wenig gelassener angehen. Obwohl das Packen der Rucksaecke zu einer Herausforderung wurde und wir festellen mussten, dass 80 Liter nicht viel waren, haben wir auch das gemeistert. Anja war kurz davor, auf ihre Klamotten zu springen, so dass alles reinpasste, doch konnte ich sie beruhigen. Auch haben wir den Maikaefertest ueberstanden. Er bedeutet, dass wir die Rucksaecke umschnallen aber nicht umkippen duerfen. So erinnert er stark an den Elch-Test fuer Autos.
Auf den Flughaefen lief auch alles mit den gewohnten Problemen ab. Die erste Maschine ab Berlin hatte eine Stunde Verspaetung, so dass es in London knapp wurde. Fuer den zweiten Flug hatten wir dann erst getrennte Sitzplaetze, doch konnten die Damen von Virgin Atlantic noch etwas drehen, so dass wir nebeneinander unsere grosse Reise antreten durften.
So sind wir heute Mittag in unserem Hostel mitten in New Delhi angekommen. Es ist sehr gut mit einem kleinen aber feinen Bad und hat sogar eine Klimaanlage sowie einen Flatscreen im Zimmer. Fuer 10 Euro die Nacht also echt passabel. Bisher haben wir auch noch keine Kakerlakies gesehen, da es recht sauber ist.
http://www.smyleinn.com/
Allerdings liegt es in der Main Bazaar Road und ihr koennt euch vielleicht vorstellen, was fuer ein Verkehr hier vor der Tuer ist. Nachdem wir uns kurz frisch gemachten hatten, konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen, uns gleich mal ins Getuemmel zu stuerzen. Es war der pure Wahnsinn auf den Strassen los. Die Fahrradrikschas kaempfen mit den Moped-Taxis, welche von den PKWs hupend zur Seite gedraengt werden, weil von hinten die Linienbusse Platz brauchen. Wir erinnerten uns an die letzten beschaulichen Tage in Meinsdorf und Steckby, als mit eine Fahrradrikscha ueber den Fuss fuhr bzw. ein Moped vor Anja Gas gab, so dass ihr der ganze Dreck ins Gesicht geblasen wurde und ihr die Augen traenten. Nach zewi Stunden und mit hochrotem Kopf, da die Temperaturen ihr Ubriges dazu gaben, haben wir es dann mit der ersten Erkundung sein lassen und sind erschoepft in unser Zimmer zurueck gekehrt. Morgen wollen wir dann mit frischen Kraeften in das alte bzw. neue Delhi eintauchen und sind auf unsere Erlebnisse gespannt. Dann werden auch sicher die ersten Bilder folgen.
Beste Gruesse
Anja & Pat
wir sind angekommen und muessen uns erstmal wieder an eine gewisse Laustaerke und Waerme gewoehnen!
Nachdem wir unsere Wohnungen uebergeben haben, konnten wir die Vorbereitungen in den letzten Tagen ein wenig gelassener angehen. Obwohl das Packen der Rucksaecke zu einer Herausforderung wurde und wir festellen mussten, dass 80 Liter nicht viel waren, haben wir auch das gemeistert. Anja war kurz davor, auf ihre Klamotten zu springen, so dass alles reinpasste, doch konnte ich sie beruhigen. Auch haben wir den Maikaefertest ueberstanden. Er bedeutet, dass wir die Rucksaecke umschnallen aber nicht umkippen duerfen. So erinnert er stark an den Elch-Test fuer Autos.
Auf den Flughaefen lief auch alles mit den gewohnten Problemen ab. Die erste Maschine ab Berlin hatte eine Stunde Verspaetung, so dass es in London knapp wurde. Fuer den zweiten Flug hatten wir dann erst getrennte Sitzplaetze, doch konnten die Damen von Virgin Atlantic noch etwas drehen, so dass wir nebeneinander unsere grosse Reise antreten durften.
So sind wir heute Mittag in unserem Hostel mitten in New Delhi angekommen. Es ist sehr gut mit einem kleinen aber feinen Bad und hat sogar eine Klimaanlage sowie einen Flatscreen im Zimmer. Fuer 10 Euro die Nacht also echt passabel. Bisher haben wir auch noch keine Kakerlakies gesehen, da es recht sauber ist.
http://www.smyleinn.com/
Allerdings liegt es in der Main Bazaar Road und ihr koennt euch vielleicht vorstellen, was fuer ein Verkehr hier vor der Tuer ist. Nachdem wir uns kurz frisch gemachten hatten, konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen, uns gleich mal ins Getuemmel zu stuerzen. Es war der pure Wahnsinn auf den Strassen los. Die Fahrradrikschas kaempfen mit den Moped-Taxis, welche von den PKWs hupend zur Seite gedraengt werden, weil von hinten die Linienbusse Platz brauchen. Wir erinnerten uns an die letzten beschaulichen Tage in Meinsdorf und Steckby, als mit eine Fahrradrikscha ueber den Fuss fuhr bzw. ein Moped vor Anja Gas gab, so dass ihr der ganze Dreck ins Gesicht geblasen wurde und ihr die Augen traenten. Nach zewi Stunden und mit hochrotem Kopf, da die Temperaturen ihr Ubriges dazu gaben, haben wir es dann mit der ersten Erkundung sein lassen und sind erschoepft in unser Zimmer zurueck gekehrt. Morgen wollen wir dann mit frischen Kraeften in das alte bzw. neue Delhi eintauchen und sind auf unsere Erlebnisse gespannt. Dann werden auch sicher die ersten Bilder folgen.
Beste Gruesse
Anja & Pat
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