Montag, 20. Juni 2011
Auf Wiedersehen Australien
Die Zeit ist gekommen, dass wir uns langsam von Australien verabschieden müssen. Anja und ich hatten tolle 2,5 Monate in diesem Land bzw. auf diesem Kontinent. Australien ist riesig und wir haben einiges dieses schönen Landes gesehen. Insgesamt sind wir 18.800 km gefahren bis der Motor unseres Markos überlastet war. Den Verlust unseres Wagens haben wir relativ schnell verkraftet. Wie geschrieben, waren wir auch ein wenig erleichtert, da wir nicht mehr fahren brauchten. In den letzten Tagen war es doch ein bisschen viel gewesen.

Ohne Auto erlebten wir eine neue Freiheit. Wir genossen es, im Gästezimmer der Spataros auszuschlafen, ohne an die Straße zu denken und in den Morgen zu eilen. Jaz, die Tochter, hatte sich schnell an die neuen Mitbewohner gewöhnt. Vor allem stand Anja in ihrer Gunst. Jaz wich keinen Meter von ihr und so spielten die beiden miteinander und sprangen sogar wie wild auf dem Trampolin im Garten herum. Auch Marly, der kleine Hund, war von unserer Anwesenheit begeistert, besonders da er viele Streicheleinheiten von uns erhielt.

Anja und ich fuhren am Dienstag nach Brisbane in die Stadt und liefen entspannt durch die Straßen. Wir wollten in kein Museum, sondern einfach die Zeit genießen. Es war total ungewohnt für uns, so viel Zeit zu haben und keine Kilometer fahren zu müssen. Wir ließen uns am Flußufer des Brisbane River nieder und genossen die Sonne bei einer schönen Tasse Kaffee. Wir liefen durch den Botanischen Garten und kehrten am frühen Abend in ein kleines Restaurant ein, um ein schönes Glas Weißwein zu trinken. Am Abend hatten wir uns mit Roland und seiner Freundin Kate zum Abendessen verabredet. Mit Roland hatte ich damals in Australien studiert. Er ist ein äußerst lustiger Kerl und hat eine reizende Freundin, so dass wir einen sehr schönen Abend verlebten.

Für Mittwoch hatten wir einen Flug nach Sydney gebucht, der allerdings erst am Abend ging. Wir konnten noch einmal laufen gehen, bevor wir unsere Taschen packen mussten. Nach langer Zeit war es das erste Mal wieder, dass wir uns auf unser eigentliches Reisegepäck konzentrieren mussten. Marko mussten wir ja überfallartig verlassen, so dass wir einige Sachen in Ikea- und andere Tüten stecken mussten. Jetzt hieß es aber wieder, jeden überflüssigen Ballast abzuwerfen, was anfangs gar nicht so einfach war. Irgendwann konnten wir aber die Reißverschlüsse unserer Taschen schließen und hatten alles verstaut. Wir verabschiedeten uns von Holly, Jaz und Marly, die uns nicht gehen lassen wollten. Joe brachte uns dankenswerter Weise zum Flughafen und wir verabredeten uns auf ein nächstes Treffen in Deutschland.

Kurz vor Mitternacht erreichten wir unser Hostel in der Innenstadt von Sydney. Wir merkten, dass wir wieder in einer Weltmetropole waren, da viele Nationalitäten um diese Uhrzeit noch auf den Straßen unterwegs waren. Ein Grund war sicherlich das Rugby Spiel zwischen den Bundesstaaten New South Wales und Queensland. Da das Hostel unsere Buchung für ein Doppelzimmer nicht erreicht hatte und alle Zimmer belegt waren, brachten sie uns netter Weise in einem Familienraum unter. Dieses hatte zwei Doppelstockbetten und bot etwas mehr Platz. Allerdings wurden wir dort auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn das Hostel hatte seine besten Zeiten schon lange hinter sich, was an den schimmligen Gardinen deutlich wurde. Dies ist allerdings oft der Fall in den großen Städten, so dass uns das nicht wirklich störte. Wir freuten uns über ein eigenes Bad mit Dusche, was wir ja immer mehr zu schätzen wissen. Unsere erste Nacht ließen wir in einem Pub auf der gegenüberliegenden Straße ausklingen.

Das Wetter am Donnerstag war schlecht. Es war kalt, regnete und von der Sonne war nichts zu sehen. Dies motivierte uns nicht wirklich, viel anschauen zu wollen. Außerdem wollten wir uns sowieso nicht so viel anschauen, da die Eintrittspreise bei den meisten Sehenswürdigkeiten bei 30 Dollar aufwärts liegen. Anja und ich entschieden uns, ins Aquarium zu gehen. Unser junges Taucherherz schlug des Öfteren höher und wir erfreuten uns an der Artenvielfalt, die wir aus dem Meer kannten. Höhepunkte des Aquariums sind riesige Becken, unter die man durchlaufen kann. In ihnen befinden sich die Größen der australischen Wasserwelt. Ein Dugong, Seekuh, bewegte ihren massigen Körper elegant im Wasser und verschlang die Salate, die im Becken versenkt worden. In diesem ersten Becken befanden sich auch riesige Rochen, die mit ihren flügelhähnlichen Flossen gemächlich wie Urzeitvögel über unseren Köpfen kreisten. Es war ein tolles Schauspiel. Im zweiten Becken präsentierte sich die Crémè de la Crémè der Haifischzunft. Sie hatten dort den großen grauen Nurse Hai, Schwarz- und Weißspitzen Riffehaie, Leoparden- und Lemonhaie sowie eine Vielzahl anderer kleinerer Haie. Die ruhige Musik die in den Gängen unter den Becken gespielt wurde, versetzte uns in eine Traumwelt und wir schwelgten in den Erinnerungen unserer Tauchgänge. Nach fast 4 Stunden lächelte uns Nemo in zig-facher Ausführung aus Plüsch am Ausgang des Aquariums an. Wir waren begeistert.

Mittlerweile hatte sich das Wetter dahingehend gebessert, dass es nicht mehr regnete. Wir gingen zum Wahrzeichen Sydneys und tranken einen kühlen Weißwein am Fuße des Opernhauses mit Blick auf die berühmte Hafenbrücke. Wir fanden ein kleines, schnuckeliges, italienisches Restaurant und verschlangen die leckere Pasta und Pizza. Wir erinnerten uns daran, dass wir normaler Weise unsere Mahlzeiten auf unserem Kocher zubereitet hätten, was wir jetzt nicht mehr brauchten. Auf dem Rückweg zu unserem Hostel schlenderten wir durch schöne Passagen, was uns sehr an Leipzig erinnerte. Es gab tolle Läden und wir glotzten in die schönen Schaufensterauslagen. In einer Schokolateria besorgten wir uns dann unseren Nachtisch und nahmen ein paar Marzipanstangen sowie Schokopralinen mit. Es war herrlich so entspannt unterwegs zu sein und die Stadt auf diese Weise zu erleben.

Wunderbarer Weise schien am Freitag die Sonne und lachte uns entgegen. Wir genossen jeden wärmenden Strahl, denn der Wind zog ganz schön durch die Stadt und ließ uns frösteln. Kleidungstechnisch sind wir auf sehr kühle Temperaturen nicht vorbereitet, was wir in Sydney spürten. Wir liefen durch den Botanischen Garten, welcher herrlich angelegt ist. Anja rümpfte jedoch ihre Nase, da einige Fledermäuse von den Palmen hingen, die wie ein Paviankäfig rochen. Da die Oper solch eine tolles Gebäude ist, beschlossen wir eine Tour zu machen. Wir wurden in das Innere geführt, schauten uns ein Studio, den Backstagebereich sowie die zwei Konzertsäle an. Es war sehr spannend, hinter die Kulisse schauen zu dürfen. Am Nachmittag trafen wir uns mit einer ehemaligen Praktikanten-Kollegin aus Neuseeland zum Kaffee, bevor wir die Abendgestaltung einleiteten. Wir aßen in einem schönen Thai-Restaurant, dass uns für einen kurzen Moment in die verrückte Khao-San-Road nach Bangkok versetzte, da es so hieß. Danach schauten wir uns den vierten Teil von Fluch der Karibik im Kino an, der recht unterhaltsam war.

Am Samstag ging dann schon unser Flieger wieder nach Melbourne. Natürlich hätte es noch mehrere Ort in Sydney zum Anschauen gegeben, aber wir müssen Dinge einfach auslassen. Wir konnten wieder bei Isa und Ryan schlafen. Wir freuten uns, dass dieses Mal Isa in Melbourne war, da sie gerade von einem Urlaub aus Thailand zurück kam. Allerdings war Ryan in Thailand geblieben, so dass wir beide nicht gemeinsam erleben konnten. Es ist einfach schwierig, diese beiden Energiebündel gemeinsam an einem Ort zu erleben.

Angekommen in Melbourne wartete schon ein Party auf uns. Sally hatte anlässlich ihres Geburtstag eingeladen und das Motto „Aprés Ski“ ausgerufen. Die Temperaturen taten ihr übriges dazu, so dass sich Anja und ich in dicke Klamotten einmummelten. Isa unterstützte uns mit Mützen und Schals, obwohl ich meine Pudelmütze endlich in der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Wir hatten eine Menge Spaß, trafen Cormac, Alice und andere Freunde. Isa hatte ordentliche Apré Ski Musik organisiert, so dass wir zum „Roten Pferd“ und anderen Krachern tanzen konnten. Es gab Glühwein und ausreichend Schnäpse, so dass wir die Temperaturen bald vergaßen. Sally hatte ihren Garten mit Bettlaken als Schnee dekoriert, einen Feuerkorb aufgestellt und in der Stube versetzte uns ein Video in die Schneewelten Alaskas. Anja und ich feierten nachträglich die Weihnachtszeit und fühlten, dass wir wieder in der Zivilisation angekommen waren.

Gestern und den heutigen Montag haben wir dann entspannt verbracht. Wir haben alle Zeit der Welt und brauchen nichts für Marko organisieren. In den nächsten Tagen werden wir uns von unseren Leuten hier verabschieden und noch einmal über unsere tolle Zeit in Australien reflektieren.

Am Mittwoch fliegen wir dann nach Rarotonga in der Südsee und hoffen auf wärmeres Wetter. Eine Tauchschule haben wir auch schon gefunden und werden dort sicherlich vorsprechen.

Wir senden Euch die besten Grüße und melden uns dann aus Raro!

Anja und Patrice



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Montag, 13. Juni 2011
Der Supergau
Hallo Ihr Lieben,

wir wünschen Euch ein schönes Pfingstfest!

Es kam, wie es kommen musste. Markos Herz hat am Freitag aufgehört zu schlagen. Wir hatten einen langen Fahrtag fast beendet, da wir uns mit Freunden in Brisbane verabredet hatten. Marko war den ganzen Tag etwas sensibel gewesen. Der Gasantrieb wollte nicht funktionieren und die Sicherung des Zigarettenanzünders, mit dem wir Telefon und iPod laden wollten, brannte durch. Obwohl die Benzinpumpe repariert wurde, schluckte der Motor in den letzten Tagen unglaublich viel Öl.

Bei einem Tankstopp wechselten wir die Sicherung für den Zigarettenanzünder aus und dieser funktionierte wieder tadellos. Jedoch 20 km vor Gympie, unserem nächsten Stopp, gab Marko's Motor fürchterliche Klappergeräusche von sich. Wir wussten sofort, was das bedeutete. Wir versuchten noch einmal weiter zu fahren, da wir eine Tankstelle 300 m entfernt sahen. Doch bei dem Versuch hatte sich ein Kolben festgefressen und der Motor gab nichts mehr von sich. Gympie liegt 150 km nördlich von Brisbane und nach weiteren zwei Stunden hätten wir es bis dorthin geschafft.

Der Moment war sehr traurig. Wir waren insgesamt 18.800 km weit gekommen und enttäuscht, dass dies das Ende unserer Rundreise im Auto bedeutete. Ohne es auszusprechen, waren wir uns einig, dass wir kein weiteres Geld für Reparaturen ausgeben wollten. Eine Motorrekonstruktion hätte womöglich weitere tausend Dollar gekostet.

Zuerst organisierten wir uns einen Abschleppdienst, da wir genau am Straßenrand des Highways liegengeblieben waren. Dieser brachte uns die letzten 20 km zu einem Rastplatz bis an den Stadtrand. Das Wetter am Samstagmorgen passte zur gesamten Situation. Es war kalt, regnerisch und wirklich ungemütlich. Es hätte auch ein Tag Ende Oktober sein können. Marko ging es besch . . . , da wir genau unter einem Taubennest gestanden hatten und die ganze Familie ihre Haufen auf unsere neue Windschutzscheibe klatschen haben lassen. Wir liefen in die Stadt und riefen bei einem Ersatzteilhändler an. Dieser hatte Interesse an Marko und schickte gleich einen Wagen los. Wir hatten keine zehn Minuten um unsere Sachen zu packen. Alles ging ganz schnell. Marko wurde aufgeladen, der Fahrer gab uns einen Check und brachte uns zu McDonalds zurück in die Stadt. Ich hatte meinen ehemaligen Kollegen Joe angerufen, der sich auf den Weg machte, um uns abzuholen.

Die Woche hatte eigentlich äußerst gut begonnen. Wir hatten uns einen Segeltrip gebucht und freuten uns auf zwei Tage auf einem Boot. Auf dem Weg in den Hafen brach die Wolkendecke auf und ein blauer Himmel blinzelte durch das Grau der vergangenen Tage. Entspannt checkten wir ein und wurden von Chris und Natalie begrüßt, die unsere Crew waren. Unser Boot war ein Katamaran mit insgesamt 14 Leuten an Bord. Die anderen Passagiere kamen aus unterschiedlichen Ländern. Wir waren insgesamt 6 Leute aus Deutschland, 2 aus Holland, ein chinesisches Pärchen, eine Koreanerin, eine Kanadierin sowie unsere australische Crew. Während der Ausfahrt machten sich alle miteinander bekannt, um das Eis gleich am Anfang zu brechen. An Bord befand sich auch ein Whirlpool mit warmen Wasser, in den die Mädels bald ihre Füße steckten, um nicht zu frösteln. Durch den Wind war es doch recht frisch.

Der Segelausflug hielt alles, was er versprach und war einfach fantastisch. Das Wetter verbesserte sich, so dass wir tolle Tage hatten. Am ersten Abend verwöhnte uns die Sonne mit einem herrlichen Sonnenuntergang. Auch der darauffolgende Sonnenaufgang war atemberaubend. Wir entschieden uns für einen Tauchgang, damit wir unsere Fähigkeiten nicht verlernten. Allerdings war dieser nicht so prickelnd, da wir ein bisschen mit der Ausrüstung haderten, die Tauchgruppe auseinanderfiel und die Sichtweite an diesem Tag nicht die Beste war. Daher beließen wir es für den Rest des Trips beim Schnorcheln. Wir schwebten über tolle Korallenwälder und staunten über die unterschiedlichsten Formen. Die Anzahl der Fische war auch größer als sonst, jedoch hatten wir eine größere Artenvielfalt erwartet. Leider sahen wir keine Schildkröten, da heftige Zyklon-Stürme am Jahresanfang die ganze Tierwelt beeinflusst hatte.

Höhepunkt dieses Ausfluges war der Besuch des Whitehaven Beaches. Dort wir Silizium-Sand aus den Tiefen einer Erdspalte an die Strände gespült, der diese in pulver-weiße Oasen verwandelt. Die Kombination mit dem türkisen Wasser macht daraus einen magischen Ort. Es war ein herrlicher Ausflug, da uns die Sonne anstrahlte. Zurück an Bord genossen wir den Nachmittag mit ein paar Bier und Bacardi-Ginger-Ale, während die Sonne hinter den Inseln verschwand. Anja und ich konnten den Segeltrip richtig genießen. Wir hatten eine private Kabine gebucht, die sogar mehr Platz als unser Marko bot.

Auf dem Rückweg zum Hafen machten wir noch einmal bei einem Ressort halt und besuchten das künstliche Riff der Anlage. Obwohl es künstlich angelegt war, wurde jedoch die tatsächliche Umgebung der Whitsundayinseln kopiert. Sie hatten Riffhaie, mehrere Rochenarten und sogar ein paar Anemonenfische ala Nemo. Im Hafen verabschiedeten wir uns herzlich von Natalie und Chris, die uns auch kulinarisch verwöhnt hatten. Marko wartete bereits auf uns und nachdem wir geduscht hatten, verließen wir diesen wunderschönen Ort. Allerdings schafften wir es, wie geschrieben, nicht bis nach Brisbane.

Joe holte uns, wie verabredet, in Gympie ab und gemeinsam fuhren wir die zwei Stunden nach Brisbane. Hier haben wir jetzt die letzten Tage seit Samstag mit seiner Frau Holly und Tochter Jaz verbracht. Auf der einen Seite sind wir natürlich über den Verlust von Marko auch finanziell traurig, jedoch sind wir auch ein wenig erleichtert, da wir jetzt nicht mehr Fahren brauchen. Es war wohl doch ein bisschen viel.

Samstag haben wir gegrillt. Gestern sind wir zum Kaffee unterwegs gewesen und hatten ein tolles Fisch-Abendessen. Heute ist in Australien wegen dem Geburtstag der englischen Königin ein Feiertag. Das Wetter hat sich gebessert und die Sonne hat alle Wolken vertrieben. Heute morgen konnten wir das amerikanische Basketballfinale anschauen und mit Dirk Nowitzki mitfiebern. Es ist grandios, dass seine Mannschaft, die Dallas Mavericks, gewonnen haben und Dirk zum besten Spieler der Finalserie gewählt wurde. Eine unglaubliche Leistung und tolles Ergebnis seiner jahrelangen harten Arbeit.

Ohne Marko mussten wir natürlich unsere nächsten Reiseziele etwas anpassen. In Australien wollten wir uns nur noch auf Brisbane und Sydney konzentrieren, da das Herbstwetter keine tollen Strandausflüge erlaubt. Jetzt werden wir fliegen, anstatt lange Zeit auf der Straße zu verbringen. Am Mittwoch landen wir in Sydney und bleiben bis zum Samstag. Dann geht es nach Melbourne, wo wir die letzten Tage in Australien verbringen werden.

Da wir ein wenig müde vom Fahren sind, werden wir auch unseren Aufenthalt in Nordamerika anpassen. Wir hatten seit längerem mit dem Gedanken gespielt, Kanada auszulassen. Sofern uns der Flugverkehr in Richtung Osten, durch einen Vulkanausbruch in Chile, keinen Strich durch die Rechnung macht, werden wir jetzt erst einmal nach Rarotonga und dann nach Kalifornien fliegen. Dort werden wir einen Monat verbringen und mal schauen, wo es uns im August verschlägt. Wir haben Lust, Zeit an einem Ort zu verbringen, ohne großartig herumreisen zu müssen. Wir schauen gerade nach Optionen in Mittelamerika. Olé!

Wir senden euch die besten Grüße und melden uns dann nächste Woche aus Melbourne.

Anja und Pat


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Montag, 6. Juni 2011
Cairns, Marko und eine Menge Wasserfälle
Hallo Ihr Lieben,

Diese Woche wird der Bericht wahrscheinlich noch kürzer, als der von letzter Woche. Das hat aber nichts mit unserer Schreiblust zu tun, sondern eher mit dem Erlebten. Wie angekündigt haben wir uns letzte Woche mit dem TÜV für Marko beschäftigt. Leider hat das ganze eine komplette Woche in Anspruch genommen und unseren restlichen Reiseplan für Australien natürlich komprimiert. Die gute Nachricht ist, dass wir einen neuen TÜV haben und auch Markos Registrierung verlängern konnten. Irgendwie war das alles ganz schön bürokratisch und ging uns ein wenig auf die Nerven. Mit guter Laune und viel sportlicher Betätigung konnten wir aber die Tage füllen. Ein weiterer positiver Aspekt war auch, dass wir nicht fahren brauchten, viel lasen und uns an der Lagune in Cairns mal so richtig entspannen konnten. Das Wetter war fantastisch und die Sonne schien so ähnlich viel, wie sie es momentan auch in Deutschland macht.

Hier eine Kurzzusammenfassung unserer Aktivitäten, um den TÜV für Marko zu bekommen:

Montag:
- Angebot für neue Windschutzscheibe geholt und fast aus allen Wolken gefallen
- Erste Werkstatt hatte keine gebrauchten Reifen gab uns aber Tipps für Reifenhändler
- Reifenhändler hatte keine gebrauchten Reifen und so haben wir neue gekauft
- Reifenhändler gab uns Tipp für günstigen Windschutzscheibenwerkstatt
- Windschutzscheibe für die Hälfte des ersten Angebotes auswechseln lassen
- TÜV Termin vereinbart, da wir zu einem speziellen Mechaniker wegen Gas mussten

Dienstag:
- Marko für TÜV abgegeben
- Am Nachmittag Ergebnis abgeholt, was ein wenig erschütternd war
- Benzinpumpe (wussten wir), Auspuffleck, Riss in Karosse, Plus noch ein bisschen Kleinkram
- Versuch der Registrierung mit 6 Monate altem TÜV, welcher aber leider scheiterte
- Beim Reifenhändler vom Montag Tipp für Werkstatt bekommen
- Termin mit Werkstatt vereinbart

Mittwoch:
- Marko bei Werkstatt abgegeben
- Benzinpumpe ausgewechselt und Kleinkram repariert
- Abends hatten wir Marko wieder
- Termin bei TÜV/Gas Mechaniker vereinbart
- Leider musste alles aus Marko inkl. Küche und Bett raus
- Im Campingpark Marko bis auf Küche leergeräumt und in eine Kabine eingezogen

Donnerstag:
- Marko zum TÜV/Gas Mechaniker gebracht
- Nein, die Küche muss komplett raus
- Zurück im Campingpark Küche nicht rausbekommen
- Küche konnte nur angehoben werden, was reichen musste
- Kumpel Theo hätte die Küche in ihre Einzelteile zerlegt
- Mechaniker war mit Küche zufrieden und hat Marko behalten
- Gastank musste abgebaut und Karosse geschweißt werden

Freitag:
- Marko mit neuem TÜV und allen Reparaturen um 16 Uhr abgeholt
- Schnell zur Zulassungsstelle gefahren, da sie um 16:30 Uhr schließt
- Um 16:29 Uhr waren wir dran und haben um 16:35 Uhr neue Registrierung bekommen
- Zurück zum Campingpark gefahren und alles wieder in Marko eingeräumt

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, das manche Momente nicht sehr entspannt waren. Natürlich wurde uns vor Augen geführt, dass wir für das Geld und die Zeit, die wir ins Auto gesteckt haben, auch schön am Strand sitzen und Tauchen hätten gehen können. Wir hatten uns aber für den Roadtrip entschieden. Es war spannend auf unser Gefühlskostüm zu achten. Obwohl die Gewissheit über die Reparaturen und deren Preis vom Ergebnis her schlimmer als ein bestimmter Optimismus in der Ungewissheit war, konnten wir die Gewissheit besser verarbeiten. Das liegt wahrscheinlich an dem unbestimmbaren pessimistischen Teil der Ungewissheit. Jedenfalls versuchten wir uns, so gut wie möglich abzulenken.

Am Montag besuchten wir die Crystal Cascades, welche ein kleinerer Wasserfall in den Regenwäldern nördlich von Cairns ist. 2005 hatten Wiesi und ich diesen Ort „Happy Place“ getauft, als wir damals ein auffrischendes Bad nahmen. Dieses positive Omen konnte uns nur weiterhelfen und ich genoss das kühle Nass. Die Nacht verbrachten wir in Palm Cove und entdeckten, warum der Ort diesen Namen trug. Der schöne Strand wurde von hohen Kokospalmen gesäumt. Am Dienstag genossen wir die Morgensonne bei einem schönen Strandspaziergang, bevor wir wieder in die Stadt aufbrachen.

Wie bereits geschrieben, hatten wir durch Markos Aufenthalten bei den diversen Werkstätten, ausreichen Zeit zum Erholen. Wir verschlangen unsere Bücher und sind richtige Leseratten geworden. Des Weiteren konnte ich endlich mal unsere Musik sortieren und auch weitere Interpreten auf unseren iPod laden.

Am Mittwoch wurde Anja Opfer einer meiner weiteren Ideen. Ich konnte sie dazu überreden, einen kleinen gelb-grünen Filzball über ein gespanntes Netz zu jagen. Zuerst wollte sie mich am Platz vorbei lotsen, doch standen wir uns wenig später mit geliehenen Tennisschlägern gegenüber. Unsere Überkopfbälle, die Rückhand Slice und die Volleyschläge brauchen noch etwas Training, aber ansonsten . . . . Nee, Spass beiseite. Wir waren froh, dass wir ein paar halbwegs ordentliche Ballwechsel hinbekamen. Das Spielen machte uns aber äußerst viel Spaß und wir genossen mal einen anderen Sport.

Des Weiteren genossen wir, in einer Kabine auf dem Campingplatz zu übernachten. Obwohl der kleine Raum mit unseren Klamotten vollgemüllt war, hatten wir doch ausreichend Platz und konnten sogar im Raum stehen. Was für ein Gefühl. Wir hatten auch einen Fernseher und schauten ein paar Serien. Die Werbepausen waren aber zu anstrengend. Daher bevorzugten wir, uns in unsere Bücherwelt zurück zu ziehen.

Am Samstag konnten wir dann endlich weiter. Obwohl Marko schon immer gut gelaufen ist, fährt er sich jetzt wie Butter. Wir sind stolz auf unsere neue Windschutzscheibe und haben jetzt auch eine funktionierende Scheibenwaschanlage. Unsere Ziele für den Samstag waren die vielen Wasserfälle in den von Regenwald bewachsenen Wäldern. Sie nahmen kein Ende und wir besuchten die Josephine, Ellinjaa, Zillii, Milla Milla und die Millstream Fälle. Am Abend übernachteten wir in einem Nationalpark und mussten uns erst einmal wieder daran gewöhnen, in Marko zu schlafen. Judith und Michael aus Bayern gesellten sich zu uns und wir leerten gemeinsam einen Karton Rotwein. Das es nicht der beste war, merkten wir schon an dem Abend.

Gestern am Sonntag sind wir weiter in Richtung Süden gefahren und haben Airlie Beach erreicht. Dieses kleine Urlaubsörtchen ist Ausgangspunkt für Segeltrips zum Great Barrier Reef und den wunderschönen Whitsunday Islands. Letztere haben weiße Strände aus Silikonsand, die ein tolles Bild mit dem türkisen Wasser abgeben. Leider mussten wir auch zum ersten Mal unsere Scheibenwaschanlage einsetzen, da es in Strömen regnete. Gut, dass wir sie repariert haben lassen. Der Ort gab einen miserablen Eindruck ab. Allerdings verspricht die Vorhersage, dass das Wetter sich in den nächsten Tagen verbessert. Daher haben wir einen Segel- und Schnorchelausflug gebucht und freuen uns schon auf den Trip.

Am Wochenende möchten wir Freunde in Brisbane besuchen, bevor wir weiter nach Sydney fahren.

Wir grüßen Euch, wünschen einen tollen Vorsommer und melden uns nächste Woche wieder.

Anja und Patrice


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Sonntag, 29. Mai 2011
Queensland
Hallo Ihr Lieben,

Heute melden wir uns aus Cairns im Norden Queensland. Das bedeutet zum Einen, dass wir das Outback und damit das Northern Territory verlassen haben. Zum Anderen sind wir in diesem neuen Bundesstaat und wieder am Meer angekommen. Dieser Bericht ist teilweise an Yves gerichtet, da er etwas kürzer wird. Na ja, mal schauen.

Nachdem wir am Montag aufgestanden und unsere Weiterfahrt vorbereitet hatten, stand der Umrundung des Uluru nichts mehr im Wege. Die 10 km um diesen Felsen war eine sehr spannende Strecke. Uns boten sich die unterschiedlichsten Ausblicke, da sich der Stein je nach Sonneneinstrahlung verfärbte. Teilweise war er rot, blass grau aber auch leuchtend orange. Der Uluru strahlte eine unbeschreibliche Magie aus. Es war nicht verwunderlich, warum die Aborigines ihn als heiligen Felsen für die unterschiedlichsten Rituale nutzten. Einige Stellen waren nicht zugänglich oder durften nicht fotografiert werden, da sie heute noch als zeremonielle Orte genutzt werden bzw. heilig sind. An diesem Tag zogen Schleierwolken über unseren Köpfen hinweg, die die Stimmung zusätzlich verzauberte.

Nach dieser Runde fuhren wir weiter zu den Kata Tjuta auch Olgas genannt, die 50 km entfernt sind. Sie bestehen aus dem gleichen Material, wie der Uluru, jedoch bilden 36 runde Berge diese Felsengruppe. Wir wanderten noch einmal 7 km durch das sogenannte Tal des Windes, welcher uns auch frisch auf einer Kuppe ins Gesicht blies. Diese Strecke war sehr schön und abwechslungsreich und bot uns tolle Ausblicke in die Schluchten und über die karg bewachsenen Berge. Wir hatten den Eindruck, als ob sich jemand eine riesige Eisenbahnplatte gebastelt hatte. Da sich auch die Olgas beim Sonnenuntergang verfärben, blieben wir zum Abendessen und genossen im Abendrot die leuchtenden Berge. Da es mittlerweile im Outback nach Sonnenuntergang mit teilweise unter 5°C schnell kalt wurde, verzogen wir uns in unseren Marko. Meine Pudelmütze kam wieder zum Einsatz, da es mir sonst am Kopf zu kalt geworden wäre.

Der nächste Morgen bedeutete für uns, dass wir 4 bis 5 lange Fahrtage zwischen 600 bis 700 km vor uns hatten, welche 8 Stunden reine Fahrtzeit bedeuteten. Wieder ließen wir uns morgens nicht hetzen, obwohl wir wussten, dass wir einiges schaffen wollten. Unser Ziel war die Ostküste und Queensland. Wir wusste, dass die Sonne gegen 18 Uhr unterging und wollten bis dahin fahren. Daher sahen wir oft die Sonnenuntergänge nur noch im Rückspiegel und wussten, dass wir Richtung Osten unterwegs waren. In Alice investierten wir in eine neue CD Packung, da wir sowohl die Lieder auf unserem iPod und die bereits gekauften CDs auswendig kennen. Wir entschieden uns für eine Sammlung der Dance Klassiker aus den 90er Jahren, welche uns an unsere frühe Sturm- und Drangzeit erinnerte. Es war herrlich witzig zu Größen wie Culture Beat, Captain Hollywood, Dr. Alban und natürlich DJ Bobo unterwegs zu sein. Gedanklich wurden wir in unsere Diskozeiten zurückversetzt.

Am Donnerstag erreichten wir freudig Queensland. Wir machten in Richmond halt, welcher ein kleiner Ort im artesischen Becken ist. Dieses Becken war vor Millionen Jahren noch überflutet und bildete ein riesiges Binnenmeer, bevor sich das Wasser zurückzog und das mehr oder wenige heutige Australien freigelegt wurde. In diesem Meer lebten Dinosaurier, deren versteinerte Knochen in den letzten Jahren entdeckt wurden und in einer Fossiliensammlung ausgestellt. Wir bestaunten die teilweise gut erhaltenen Skelette und informierten uns über den Kronosaurus, der der größte und gefährlichste Unterwassersaurier war. Er war dreimal so groß wie ein Terranus Rex und hatte wohl eine über drei Meter großen Kopf. Leider hatten wir keine Zeit, selber noch nach Fossilien zu graben, was in der Region angeboten wird.

Am Freitagabend erreichten wir dann erleichtert Townsville am pazifischen Ozean. Anja und ich hatten die längsten Fahrten hinter uns. Die Temperaturen waren wieder sommerlich, worüber wir uns sehr freuten. Der Anblick des Meeres wirkte wie ein warmer Balsam. Da wir sehr unter Bewegungsmangel litten, genossen wir einen kurzen Spaziergang. Anja hatte schon Rückenschmerzen, da wir während den Fahrtagen saßen oder lagen und nur wenige Schritte laufen brauchten.

Unser Ziel war allerdings Cairns im Norden Queensland. Auf der Fahrt bemerkten wir, wie wir die kargen Landschaften des Outbacks gegen Regenwald bedeckte Hügel eingetauscht hatten. Dazu sahen wir jetzt keine Grassavannen mehr, sondern entdeckten üppige Zuckerrohr-, Ananas-, Mango- und Bananenplantagen. Unsere bereits entspannte Stimmung erleichterte sich noch mehr.

Animiert von unserer neuen CD und dem Sachverhalt, wieder in einer Stadt zu sein, haben wir uns gestern gleich ins Nachtleben gestürzt. Nach einem schönen Abendessen in einer Pizzeria rief die Tanzflächer des Woolshed, einer Backpackerdisko. Wir waren ganz schön gut unterwegs und fanden die Götterspeise mit Vodka äußerst lecker.

Heute am Sonntag haben wir zum ersten Mal seit Tagen bzw. Wochen Marko nicht bewegt. Wir hoffen, dass er morgen wieder anspringt. Wir genossen den Tag, lebten in ihn hinein und schlenderten am Nachmittag an die Promenade. Dort wurde eine künstliche Lagune angelegt, in die Badegäste springen können, da das Meer sich bei Ebbe weit zurückzieht und es generell kein Badestrand ist. Es war herrlich mal wieder zu Laufen und nicht den ganzen Tag im Auto zu sitzen.

In den nächsten Wochen werden wir uns in Richtung Süden der Ostküste bewegen. Wir haben noch drei Wochen in Australien, bevor wir weiterfliegen werden. Morgen müssen wir erst einmal die Anmeldung von Marko verlängern und ein paar kleinere Reparaturen vornehmen. Er braucht neue Vorderreifen und die Windschutzscheibe müssen wir auch auswechseln. Das ist allerdings alles geplant und wir waren uns dessen beim Kauf schon bewusst.

Wir grüßen euch und bis bald!

Anja und Patrice

PS: Von Micky haben wir nach zwei Tagen nichts mehr gehört. Es wurde ihr warscheinlich zu kalt.


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Sonntag, 22. Mai 2011
The Red Centre - Das rote Zentrum
Hallo Ihr Lieben,

Dieses Mal hatten wir kleinere Schwierigkeiten, einen Namen für den Blog zu finden, da wir verschiedene Ereignisse wie wunderschöne Sonnenuntergänge aber auch interessante Tiergeschichten erlebt haben. Letztendlich haben wir uns für die bildliche Beschreibung unseres Zieles entschieden, denn wir sind ins Outback, das rote Zentrum Australiens, aufgebrochen.

Bevor Anja und ich jedoch Darwin verließen, bekam Marko ein ordentliches Seifbad. Nach all den Kilometern hatte er eine Wäsche verdient, worüber er sich sehr freute. Danach füllten wir wie immer unsere Vorräte und kauften neue Bücher, da wir am Ende unserer momentan Lektüre waren.

Unser erstes Ziel war der Kakadu Nationalpark, der unter anderen Kulisse für den Film „Crocodile Dundee“ gewesen ist. Sein Gelände wird während der Regenzeit sehr stark geflutet. Da wir erst im Übergang zur Trockenzeit sind, waren noch viele Strecken und Wanderwege gesperrt. Ein Grund sind sicher die Flutungen ein anderer sind aber die gefährlichen Salzwasserkrokodile, die sich durch die Wassermassen im ganzen Park verteilten. An einer Wasserfläche sollten eigentlich eine Menge Wasservögel zu sehen sein, doch waren diese wohl noch unterwegs bzw. hatten sich an anderen Stellen niedergelassen. Eigentlich gehört der Park noch den australischen Ureinwohnern, den Aborigines, die aber Besucher erlaubt haben. Daher können viele heilige Stätte besucht werden, an den bis zu 20.000 Jahre alte Wandmalereien zu finden sind. Am Abend erreichten wir den Berg Ubirr, der eine wichtige Bedeutung hat und zusätzlich einen wunderbaren Blick über den Park während des Sonnenunterganges bietet. Wir genossen die Aussicht und träumten uns in die Welt der Aborigines. Auf dem Campingplatz bereiteten wir unser Abendessen zu, wurden aber von tausenden Mücken attackiert. Es war kein Wunder, dass es so viele von diesen Beissern gab, da wir uns in einem riesigen, überschwemmten Gebiet befanden. Dutzende von ihnen müssen an unserer Fensterscheiben gewartet haben, als wir in der Nacht die Tür öffnen mussten, da es zu heiß war und wir nach frischer Luft schnappen mussten. Die Invasion der Blutsauger eröffnete eine Schlacht und wir versprühten erfolgreich die letzten Inhalte unserer Insektenschutzflasche. Gesundheitlich war es wohl wie einer chemischen Explosion beizuwohnen. Wir waren aber froh, dass wir nur Opfer und keine Überlebenden zu vermelden hatten.

Am Dienstag sind wir dann weiter durch den Park gezogen. Einige Strecken waren wie gesagt noch überschwemmt, so dass Marko ein paar weitere Spritzer Wasser abbekam. Auch stand an einer Stelle ein Wildpferd und schaute uns genauso überrascht wie wir es an. Wir schauten uns weitere sehr gut erhaltene Wandmalereien an. Sie erzählten vom Schaffer der Welt und seiner Frau, die für die Fruchtbarkeit auf der Erde sorgt. Zusätzlich sahen wir aber auch menschliche Malereien, wie eine Tanzgruppe oder Leute bei der Kängurujagd. Im Infocenter erhielten wir dann ausführliche Informationen über das Leben der Ureinwohner. Die meisten wohnen immer noch in ihrer ursprünglichen Lebensweise. Die zwanghafte Zivilisierung der letzten 150 Jahre ist bei manchen Stämmen noch nicht angekommen. Es ist eine schwierige Situation, da die Integration meistens auf fehlgeschlagen ist. In manchen Städten haben wir viele Aborigines betrunken auf der Straße erlebt, da sie sich dem Gift des weißen Mannes hingegeben haben. Am Abend fanden wir ein ruhiges Plätzchen und sammelten Holz für ein schönes Lagerfeuer. Das Leben und die Geschichten hatten uns wohl inspiriert. Allerdings gingen wir nicht auf die Jagd, sondern aßen den Fisch, den wir einen Tag vor gekauft hatten. Das spannende an dieser Woche war auch, dass wir nicht nur tolle Sonnenuntergänge sondern auch sehr schöne Mondaufgänge beobachten konnten. Da es Vollmond war, zeigte er sich in seiner vollsten Pracht.

Am Mittwoch verabschiedeten wir uns vom Kakadunationalpark und fuhren in Richtung Süden. Es war ein Fahrtag für uns, so dass wir nicht viel erlebten. Am Nachmittag stoppten wir am kristallklaren Thermalpool der Mataranka Quelle und nahmen ein Bad im 34°C warmen Wasser. Es war ein bisschen komisch, bei den warmen Außentemperaturen in einem Thermalbad zu schwimmen, aber vor allem Anja genoss die Wärme sehr. Dort konnte man auch im naheliegenden Fluss ein Bad nehmen, allerdings hielten uns zwei Augen und ein gezackter Rücken davon ab. Wir wollten auch nicht herausfinden, ob der stille Beobachter ein Salz- oder Süßwasserkrokodil war, und gingen daher nicht in dem Fluss schwimmen. Auf der Fahrt zum Rastplatz bemerkte Anja im Augenwinkel, wie sich etwas in Kopfhöhe einen Weg nach vorn bahnte. Es entpuppte sich als eine riesige Spinne, deren Körper etwas größer als ein zwei Eurostück war und deren beharrten Füße sie handtellergroß machte. Durch den Schreck hüpfte Anja auf die Mittelkonsole und bat mich sehr deutlich, sofort anzuhalten. Da ich kein Fan von Spinnen bin, brauchte Anja mich nicht lange zu bitten. Glücklicher Weise entschied sich unsere Mitfahrerin sofort auszusteigen, als ich das Fenster runter kurbelte, während wir anhielten. Wir hatten sie wohl an der letzten Tankstelle aufgegabelt. Beweisfotos gibt es von ihr nicht, da wir in dem Moment andere Gedanken hatten.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter und erreichten am frühen Nachmittag die Devils Marbels. Übersetzt heißen sie die Murmeln des Teufels. Die Felsbrocken sehen nämlich aus wie riesige rund gelutschte Steine, die der Meister nach seinem letzten Spiel wohl vergessen hat. Es sind tatsächlich Granitfelsen, die über Jahrtausende von den Erdkräften bearbeitet wurden. Im Sonnenuntergang leuchten sie rot und verzaubern die komplette Umgebung. Uns boten sie eine tolle Kulisse für ein paar Luftsprünge und andere Blödeleien. Ihr seht, uns geht es richtig gut. Als wir Marko erreichten, krabbelte etwas an seiner Außenwand hoch. Wir waren erleichtert, dass es sich nur um einen Frosch und nicht wieder um eine langbeinige Spinne handelte. Allerdings sind auch manche Frösche eine Pest in Australien und wir machten dem Gesellen deutlich, dass er nicht mit uns weiterreisen dürfte.

Da die Devils Marbles auch am Morgen einen tolles Farbenspiel zum Sonnenaufgang bieten, entschieden wir uns, zeitig aufzustehen und das Spektakel anzuschauen. Anja und ich saßen kurz nach 6 Uhr auf einem Felsen, da sich der Horizont verfärbte. Allerdings wussten wir nicht, dass die Sonne erst nach 7 Uhr aufging, so dass wir etwas Zeit mitgebracht hatten. Es war aber trotzdem ein wunderbares Erlebnis. Auch wenn es nicht äußerst frisch war, genossen wir den Ausblick. So intensiv hatten wir bisher auch noch keinen Sonnenaufgang erlebt, was diesen Moment sehr besonders machte.

Gegen Mittag erreichten wir Alice Springs, welche die größte Stadt im Zentrum ist. Wir füllten uns Vorräte wieder auf und genossen eine kleine Kaffeepause an einem ausgetrockneten Flussbed. Da wir zeitig aufgebrochen waren, konnten wir den Nachmittag etwas entspannter angehen. Allerdings fuhren wir später weiter und erreichten bei einem schönen Sonnenuntergang unseren Rastplatz. Als wir unser Abendessen kochten, bemerkten wir, wie sich unzählige Mäuse neugierig näherten. Wir haben nichts gegen Mäuse, aber um die 20 waren dann doch etwas zu viele. Sie waren überall und schwirrten um uns herum. Während Anja mit dem Abwasch beschäftigt war, patrouillierte ich um sie herum, um sie zu beschützen. Obwohl wir die Türen von Marko geschlossen hatten, hatten wir sie für einen Moment wohl zu lange offen gehabt. Jedenfalls haben wir seit diesem Abend eine Untermieterin. Eine Maus hat es in unseren Wagen geschafft. Sie ist nicht sehr groß und wir hören sie nur manchmal, was die Sache halbwegs erträglich macht. Allerdings haben wir in der ersten Nacht doch etwas unruhig geschlafen.

Am nächsten Tag erfuhren wir an einer Tankstelle, dass momentan eine Mäuseplage herrscht und niemand Herr der Lage wird. Auch waren sämtliche Mausfallen ausverkauft. Da wir bisher noch nicht die Muße gefunden haben, unser komplettes Auto nach der Maus abzusuchen, keine Falle kaufen konnten und sie bisher noch keinen Schaden angerichtet hat, haben wir unseren blinden Passagier akzeptiert. Wir haben sie übrigens Michael mit dem Spitznamen „Mickey“ getauft.

Gestern sind wir dann am Kings Canyon angekommen. Diese Schlucht ist einer der Höhepunkte der Region. Als wir gerade auf den letzten Metern zum Parkplatz waren, schreckten wir eine Gruppe kleiner Vögel auf, die ungefähr so groß wie junge Spatzen waren. Wir hatten keine Chance abzubremsen oder auszuweichen und so knallten 5 oder 6 von ihnen gegen die Windschutzscheibe und kullerten auf die Straße. Einer von ihnen blieb sogar am Scheibenwischer hängen und baumelte, während wir stoppten. Ich konnte den leblosen Körper nur noch entfernen. Uns taten die kleinen Kerle unendlich leid und wir hatten langsam genug von unseren Tiererlebnissen.

Die 6 km Wanderung um den Canyon herum war ein grandioses Erlebnis. Der rote Felsen leuchtete und die Bruchstellen gaben bizarre Bilder wieder. Es war magischer Ort mit fantastischen Felsformen, bewaldeten Schluchten, die Wasserlöcher beherbergten um die Palmen wuchsen. Wir liefen am Grad des Canyons entlang und schauten direkt von der Felskante in den Abgrund. Unser Abendessen konnten wir dieses Mal direkt am Fuße der Felsen kochen, wo die Nationalparkverwaltung tolle Kochgelegenheiten zur Verfügung gestellt hatte. Diese wurden mit Gas betrieben und wir aßen unser Hünchen süß-sauer, während sich im Hintergrund wieder die Sonne senkte. Ein paar Wolken verzauberten den Untergang, während die Sonne die rot leuchtenden Felsen anstrahlte. Es war ein tolles Abendessen und wir sehr glücklich, wieder einen wunderbaren Tag und diesen schönen Ort erlebt zu haben.

Heute morgen haben wir den Kings Canyon verlassen und einen für uns relativ entspannten Tag vor uns. Wir standen um 8:30 Uhr auf, fuhren „nur“ 300 km nach unserem Früchstück und erreichten gegen Mittag unser Ziel. Wir konnten am Nachmittag Wäsche waschen, tranken Kaffee mit Keksen und sind dann zum Sonnenuntergang aufgebrochen.

Dieses Mal hatten wir aber ein besonderes Ziel. Wir haben nämlich den sagenumwobenen Uluru hauptsächlich bekannt als Ayers Rock erreicht. Dies ist einer der wichtigsten Ort der Aborigines und wahrscheinlich eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens. Er strahlt eine mystische Macht aus und beeindruckt sehr, wie er da so allein mitten im Outback steht. Heute waren wir nur für den Sonnenuntergang gekommen. Dieser war, wie wohl jeden Tag, wunderschön. Der Felsen verfärbt sich erst orange und dann rot und lässt all seiner Betrachter verstummen.

Morgen werden wir den Uluru umrunden und dann auch die benachbarten Olga-Berge besuchen, die noch interessanter aus der Landschaft herausragen. Dann liegen wieder ein paar Fahrtage vor uns, da wir das Outback verlassen werden und am Wochenende die Ostküste erreichen wollen. In Cairnes wird dann auch unsere letzte Etappe zurück nach Melbourne starten. Mittlerweile haben wir fast 14.000 km erfahren und Marko rollt weiter wie eine Eins.

Von unseren morgigen Wanderungen, unserer Untermieterin Mickey und den ersten Eindrücken von der Ostküste berichten wir dann beim nächsten Mal.

Beste Grüße

Anja und Patrice

PS: Momentan jagen sich die Hasen hier auf dem Campingplatz. Gut das unseren Türen geschlossen sind.



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Sonntag, 15. Mai 2011
Good bye Western Australia, Hello Northern Territory
Hallo Ihr Lieben,

wieder liegt eine spannende Woche mit interessanten Erlebnissen aber auch viel Fahreinheiten hinter uns.

Nachdem wir Exmouth und das schöne Ningaloo-Riff verlassen hatten, machten wir einen Abstecher Richtung Landesinnere. Obwohl es nicht das Outback war, wurde die Erde roter. Uns umringten hügelige Berglandschaften, die von Bäumen und Büschen bewachsen waren. Unser Ziel war der Ort Tom Price, der nach einem Geologen benannt ist, welcher in der Gegend ausreichende Erzvorkommen vorhergesagt hatte. Da er Recht behalten sollte, gibt es jetzt ein Vielzahl von Abbaugebieten. Wir besuchten eine der größten Eisenerzminen der Firma Rio Tinto, welche eine der größten Bergbauunternehmen der Welt ist. Die eineinhalbstündige Rundfahrt zur Hauptmine und den Erzgewinnungsanlagen war sehr spannend und wir hätten nicht gedacht, dass wir auf unserer Reise solch eine Exkursion erleben werden. Die riesigen Trucks und Bagger waren gigantisch und erinnerten uns ein wenig an Ferropolis, wo die vielen Braunkohlebagger rumstehen. Es gab so viele Daten der Superlative und ich konnte mir nur merken, dass der Reifen eines Trucks 3,5 Tonnen wiegt und ein LKW 4,5 Million Dollar kostet. Ok, um ehrlich zu sein, haben wir die Tour nur gemacht, damit wir tolle Fotos mit den Schutzhelmen machen konnten.

Von Tom Price fuhren wir weiter in den nahegelegenen Karijini Nationalpark, von dem wir tolle Bilder seiner Täler und Schluchten (Gorges) gesehen hatten. Der Park ist altes Bergbaugebiet, welches von der Natur zurück erobert wurde. Anja und ich machten eine Wanderung durch die Dales Gorge und schauten uns den schönen Fortscue Wasserfall und den märchenhaften Fernpool an. Auf dem Weg durchs Tal starteten wir einen Wettstreit, wer schneller von uns beiden eine kleine Wand erklimmen würde. Wir sagen mal, es ging Unentschieden aus. Am anderen Ende der Schlucht wurde der Circular Pool von Bergwänden umringt, in dem ich nach unserem Klettern eine Abkühlung brauchte. Am Abend erreichten wir die Mirijuna Schlucht, über die wir einen herrlichen Ausblick hatten.

Dort frühstückten wir und genossen noch einmal die Aussicht. Durch das Tal quälten sich zu dieser Zeit bereits einige Road-Trains der Minen. Diese riesigen LKWs, die teilweise bis zu vier Anhänger haben, beeindrucken einfach durch ihre Größe. Besonders wenn sie uns entgegen kamen oder gar überholten. Die Augen meiner Reisepartnerin wurden immer größer, wenn sich einer dieser Kolosse nährte, da durch ihre berufliche Vergangenheit auch ein Truckerherz in ihr schlägt. Ein bisschen fühle ich mich ja bei diesen vielen Kilometern auch wie ein großer LKW-Fahrer, obwohl wir in unserem Marko wohl eher von den großen Jungs belächelt werden. Aber unser Gefühl zählt.

Wir machten aber auch andere Begegnungen auf der Strecke. Die Weidegebiete für Kühe, zum Beispiel, sind riesig in Australien. Manche besitzen über 1000e von Quadratkilometern. Da durch einigen die Highways verlaufen und die Felder nicht umzäunt sind, standen des Öfteren Kühe auf der Straße und blockierten unseren Weg. Ein weißer Stier war freudig erregt, als wir uns in unserem großen, brummenden, weißen Etwas näherten. Glücklicher Weise akzeptierte er uns nicht als eine verlockende Verehrerin, sondern ließ uns nach ein paar Überlegungen passieren. So unfallfrei verlief es mit den Libellen aber vor allem den Heuschrecken nicht. Letztere flogen in unzähligen Schwärmen wie Tiefflieger über dem Highway und knallten wie Kugeln aus einem Maschinengewehr gegen die Front unseres armen Markos. Gut das Kühe und Kängurus nicht fliegen können.

Wir erreichten wieder die Westküste, von der wir uns verabschieden mussten, da wir in Richtung Osten unterwegs waren. Am 80 Mile Beach und in Broome konnten wir aber noch einmal traumhafte Sonnenuntergänge erleben. Wir hatten eine tolle Zeit an den Stränden und in den Nationalparks erlebt. Allerdings war die Zeit viel zu kurz und wir werden sicher zurückkehren.

Längere Strecken Fahrt standen vor uns. Leider mussten wir dabei die sagenhaften Kimberly und Purnululu Nationalparks auslassen, da diese nur für Allradfahrzeuge empfohlen sind. Zeitlich wäre es eh knapp für uns geworden. Obwohl wir über 1000 km (+12 Stunden Fahrt) an zwei Tagen absolvierten, ließen wir uns durch die Strecken nicht stressen. Es war wichtig für uns, dass wir in Ruhe ausschliefen und ein schönes Frühstück zu uns nahmen. Oft saßen wir an den Rastplätzen allein, während sich die meisten schon auf den Weg gemacht hatten. Manchmal scheint es ein täglicher Wettstreit zu sein. Wer fährt als erster los? Wie weit schaffen wir es heute? Anja und ich wollen uns daran nicht beteiligen, da wir viel zu viele Kilometer hinter aber auch noch vor uns haben. Wir genießen daher die Momente der Ruhe vor allem zu den Mahlzeiten. Allgemein übernachten wir auch nie ohne Nachbarn auf den freien Rastplätzen. Es sind wahnsinnig viele Leute unterwegs. Vor allem sind es junge Europäer, die genauso wie wir in ihren Klapperkisten durch Australien touren, aber auch viele australische Rentner und Ehepaare sind mit ihren Caravan Wagen auf der Straße.

Am Straßenrand beeindruckten Anja und mich vor allem die Boabbäume, die mit ihren dicken Bäuchen wir riesige Portweinflaschen aussehen. Endlich hatte mal jemand anderes als ich den dicksten Bauch. Des Weiteren fuhren wir in die Regionen der Termiten. Diese kleinen Ameisen ähnlichen Gesellen hatten ihre Schlösser wie Kleckerburgen auf den Wiesen verteilt. Es gab tausende dieser Schlösser, so dass es einem Märchenland glich. Auch sahen wir, wie viele Blumen und Bäume zu blühen begannen. Während im Süden der Herbst anfängt, scheint es im Norden Frühling zu werden. Hier beginnt jetzt die Trockenzeit und die Regenzeit hat viele Gebiete wie jedes Jahr überschwemmt, was wir an den Straßenschäden merken. Einige Bäche sind bereits ausgetrocknet, während manche Flüsse übervoll noch einige Ufer überspülen. Es ist auch wärmer als im Süden, was für uns sehr angenehm ist. Ich bin eine Strecke auch ohne T-Shirt gefahren, um die Pudelmütze in der Nacht im Süden vergessen zu machen. Ob es gewirkt hat, wird aber nicht verraten.

Am Ende des zweiten Fahrtages erreichten wir unser letztes Ziel in Western Australien. Es war der See Argyle, der durch einen Damm mit Wasserkraftwerk gestaut wird und 18-mal so viel Wasser wie die Bucht von Sydney fasst. Er ist riesig, hat unzählige Inseln und die umliegenden Berge leuchteten im Rot des Sonnenuntergangs. Am nächsten Morgen hatten wir uns eine Fahrpause verordnet und lümmelten uns in den Tag. Nach einem Lauf fuhren wir zu einem Picknickplatz und genossen unser ausgiebiges Frühstück. Wir stellten die Stühle in die Sonne und lasen unsere Bücher bei einer schönen Tasse Kaffee. Es war herrlich! Ich holte mir eine Matte raus und konnte auch ein bisschen dösen. Allerdings kribbelte es gegen Mittag und wir wollten doch noch ein paar Kilometer hinter uns bringen.

An der Landesgrenze verabschiedeten wir uns von Western Australien und begrüßten das Northern Territory mit ein paar Luftsprüngen. Wir hatten die Strecken jetzt so geplant, dass sie kürzer (nur 100 bis 300 km) als die vorhergehenden waren und freuten uns darüber. So erreichten wir nach kurzer Zeit einen Campingplatz zum Abend. Dort patrouillierten die Kakadus über den Neuankömmlingen und schnatterten kräftig in das Abendrot. In der Nähe des Campingplatzes errichtete im 19. Jahrhundert die erste Expedition in den Norden Australiens ihr Basislager. Der führende Forscher ließ das Datum der ersten Ankunft am 2. Juli 1855 in einen Boabbaum schnitzen, welches heute noch sichtbar ist. Das Lager aus Strohhütten hat es allerdings nicht überlebt. Es ist unglaublich, dass das noch gar nicht so lang her ist. Vor 200 Jahren war die Region sowie das gesamte Land noch nicht erforscht und total unberührt gewesen.

Am Freitag erreichten wir im Laufe des Tages Katherine, welcher ein zentraler Ort im Northern Territory ist. Wir wollten eine Rundfahrt durch die Schluchten des Nitimiluk Nationalparks (Katherine Gorges) am Samstag machen. Als Nachtlager entschieden wir uns für einen Campingplatz beim ältesten Farmhaus Nordaustraliens. Dort gab es ein schattiges Billabong, so eine Art Dorfteich, an dem wir Marko abstellten. Die freundliche Platzwächterin informierte uns, dass es Fütterzeit für die Bewohner des Billabongs wäre. Als unsere Nachbarn kristallisierten sich mehrere Schildkröten, Barrakudafische aber auch ein Süßwasserkrokodil namens Elvis heraus. Die Platzwächterin brachte uns Toastbrot für die Kröten und Steak für Elvis. Während die Schildkröten und Fische bereits warteten, war der größte Bewohner noch nicht zu sehen. Anja ließ keine Minute verstreichen und verteilte das Brot an die Hunger leidenden Schildkröten. So stürzten sie sich jedenfalls ins Wasser, nachdem sie sich schüchtern einen Bissen geschnappt hatten. Ein bisschen war uns mulmig, so nah am Billabong zu stehen, aber da Elvis nicht sichtbar war, ging das schon in Ordnung. Nach einem Spaziergang zum alten Farmhaus, schauten wir noch einmal nach unseren schildigen Freunden, die genüsslich die Reste aufschnappten. Plötzlich stiegen Luftblasen am Uferrand auf. Zwei Augen schauten uns wartend an. Elvis hatte den Weg zurück gefunden und war jetzt neugierig, was die Schildkröten auf dem Speiseplan hatten. Dieses Mal durfte ich ran und holte mir schnell den Beutel mit dem Steak. Wir schmissen die Stücken ans Ufer und staunten nicht schlecht, als sich Elvis aus dem Wasser bewegte. Das Gute an Süßwasserkrokodilen ist, dass sie vor Menschen Angst und nur eine schmale Schnauze haben, in die kein Stück Mensch passt. Elvis war nämlich ein ganz schön großes Krokodil und maß mit Schwanz an die 1,70 m. Es war der Wahnsinn, dass wir in diesem einfachen Campingplatz solche Tiere füttern durften. Wir vertrauten darauf, dass Elvis uns in der Nacht in Ruhe lassen würde, da wir uns unserer Meinung nach angefreundet hatten. Am Morgen haben wir ihn dann auch nicht wieder gesehen.

Gestern sind wir dann nach einem entspannten Frühstück, immer noch sehr wichtig für uns, zu den Katherine Gorges gefahren und haben eine Bootsrundfahrt gemacht. Sie war herrlich ruhig und wir konnten die Schluchten und ihre Felsen begutachten. Wir genossen es, genüsslich in der Gegend herum zu schippern und diesen schönen Ort erleben zu können. Nach der Fahrt sind wir dann weiter in Richtung Norden aufgebrochen und am Abend im Litchfield Nationalpark angekommen. Dort besuchten wir magnetischen Termiten. Diese haben nämlich ihre Hügel oder besser gesagt Quader nach dem Magnetfeld der Erde in eine Ost-West-Richtung aufgebaut, so dass die Behausungen wie ein Feld ordentlich gepflanzter Grabsteine aussehen. Es war schon faszinierend, wie sich diese kleinen Tierchen orientieren können. Daneben haben andere Termiten ihre Schlösser hingesetzt, die wie Kathedralen in der Gegend herumstehen. Sie sind zwischen drei bis vier Meter hoch und Anja und ich sahen daneben wie kleine Zwerge aus.

Heute, am Sonntagmorgen, genossen wir die paradiesischen Felsenpools des Florence Creek im Litchfield Nationalpark. Das Wasser war herrlich und wir fühlten uns in den Strömen wie in einer anderen Welt. Danach fuhren wir zu den Florence Wasserfällen und sprangen auch dort in die Fluten.

Mittlerweile sind wir in Darwin angekommen,welche die größte Stadt im Norden ist. Gefühlt haben wir die Hälfte unseres Australientour rum. Wir haben fast 11000 km hinter uns und ungefähr das Gleiche noch mal vor uns. Morgen geht es dann in den Kakadu Nationalpark und wir werden uns auf die Spuren der australischen Ureinwohner, den Aborigines, und vieler Zugvögel begeben. Nächste Woche fahren wir dann zum Uluru (Ayers Rock) und melden uns dann aus Alice Springs.

Beste Grüße

Anja und Patrice


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Freitag, 6. Mai 2011
Der größte Fisch der Welt
Hallo Ihr Lieben,

Wir möchten ganz herzlich die kleine Maja Weigel in unserer Welt begrüßen. Wir freuen uns mit der Kleinen und ihren Eltern natürlich auch!

Eine verrückte Woche liegt hinter uns. Wir fuhren einer emotionalen Achterbahn. Nachdem wir am Mittwoch unsere Vorräte in Perth aufgefüllt hatten, setzten wir unsere Fahrt in Richtung Norden fort. Da wir erst spät losgekommen waren, erreichten wir unseren Rastplatz erst in der Dämmerung.

Am Donnerstag besuchten wir den Nambung Nationalpark und waren von der Pinnacle Wüste begeistert. Dort stehen tausende Steinmonolithen in einer gelben Sandwüste und keiner weiß genau, wie sie entstanden sind. Es gibt dafür zwei Theorien. Entweder sind es Kalkgebilde, die geformt worden, als Salzwasser des Ozeans mit kalkhaltigen Frischwasser der Flüsse zusammentraf, oder überspülte Regenwälder, die über die Jahrmillionen versteinert sind. Uns waren diese Fakten aber egal und wir nutzten diese unwirkliche Kulisse um einige Bilder zu schießen. Fragt uns bitte nicht, wonach wir Ausschau hielten. Wir fühlten uns aber in einem Meer aus Steinen und suchten wohl nach dem rettenden Ufer. Toll war an dieser Wüste auch, dass im Hintergrund Dünen aus purem weißen Sand und das Blau des Ozeans die Kulisse bildeten. Es war ein herrlicher Ort.

Weiter ging es Richtung Norden und wir machten unseren nächsten Stopp an eben genannten Wüsten. In Marokko hatten wir die goldenen Dünen der Sahara bestaunt und waren nun von diesen weißen Sandbergen fasziniert. Beim Meditieren kam uns zwar nicht die Erleuchtung, doch waren wir dank dieser Erlebnisse und fantastischen Landschaften gelassen und zufrieden.

Am Freitag wollten wir Denham und die Shark Bucht erreichen und hatten am Morgen fast die ganze Strecke absolviert. An der Overlander Raststation tankten wir noch einmal voll und bogen dann auf die letzte Etappe von 130 km für diesen Tag ab. Wir hatten uns schon ausgemalt, dass wir am frühen Nachmittag ins Meer springen wollten. Doch es kam alles anders. Beim Starten und Losfahren merkte ich, dass der Gasdruck vom Pedal nachließ und der Motor zu stottern anfing. Sofort schaltete ich auf Benzinantrieb um und der Wagen erholte sich. Allerdings hatten wir uns zu früh gefreut, denn nach 800m lief nichts mehr und wir mussten Marko am Straßenrand abstellen. Obwohl wir es noch ein paar mal versuchten, wollte er nicht mehr anspringen. Da hatten wir den Salat und wohl zu früh Lorbeeren für sein gutes Verhalten verteilt. Wir hatten keine andere Wahl, als zurück zur Raststation zu laufen und um Hilfe zu bitten. Leider hatte die Station keinen mechanischen Service, so dass sich von dort niemand um Marko hätte kümmern können. Wir mussten mit einem Abschleppdienst in Denham telefonieren. Glücklicher Weise war ein Abschleppwagen gerade auf dem Weg zurück und konnte uns nach 4 Stunden Warten aufladen. So standen wir die ganze Zeit in der brütenden Mittagssonne am Straßenrand, spielten ein wenig Karten, lasen etwas und freuten uns erlöst, als der Wagen uns endlich aufgabelte. Die letzten 130km nach Denham verbrachten wir im Fahrerhaus des Truckers und unterhielten uns mit Will. Er machte uns keine Hoffnung, dass wir in den nächsten Tagen weiterfahren könnten, da das Wochenende bevor stand und eventuelle Ersatzteile frühestens am Dienstag eintreffen würden. Er versprach uns aber, dass am Samstag wenigstens ein Mechaniker vorbeikommen würde, um sich Marko kurz anzuschauen. Wir waren für diesen Tag bedient, als Will uns auf einem sehr öden Campingplatz an einem Zaun ablud und wir unseren unfreiwilligen Rastplatz begutachteten.

Auf dem Campingplatz begrüßten uns vier junge Deutsche, deren ein ähnliches Schicksal widerfahren war. Sie waren auch mit ihrem Wagen liegen geblieben, hatten eine saftige Abschlepprechnung bekommen, kampierten in Zelten seit 4 Tagen auf dieser öden Stelle und warteten vergebens auf ihr Auto. Der Zaun war wohl das Mekka der Gestrandeten, da ein Stück weiter ein weiteres kaputtes Auto und ganz vorn ein englisches Pärchen zeltete, das bereits eine ganze Woche auf seinen Wagen wartete. Die Werkstatt war angeblich mit den Reparaturen über die Osterfeiertage so ausgebucht gewesen. Des Weiteren hatten sie wohl nur einen oder zwei Mechaniker, was den Verzug bei den Autos erklärte. Unsere Stimmung senkte sich immer weiter, jedoch wollten wir erst einmal den Samstag und eine erste Prognose abwarten, bevor wir uns unnötig verrückt machten.

Am Samstagmorgen gesellte sich zu unserem Frühstück eines der Mädels aus der deutschen Gruppe, da der Rest noch schlief. Sie hieß Laura und war uns irgendwie gleich sympathisch, da sie ihre Schnute an der richtigen Stelle hatte und wir uns alle von unseren Gedanken ablenken und etwas Hoffnung machen konnten. Der Vormittag verging so recht schnell und wir merkten gar nicht, dass sich die Sonne ungeschützt über uns aufgestellt hatte. Es war keine Wolke am Himmel und sie brannte auf uns hinab. Will hatte uns am Vortag erzählt, dass es bis zu 40 Grad in Denham werden, während das Thermometer an der Overlander Raststation schon mal auf 60 Grad klettern kann. Da waren wir beruhigt, dass wir zur jetzigen Zeit liegen geblieben waren und es nur um die 30 Grad waren. Allerdings warteten wir vergebens auf einen Mechaniker. Obwohl die deutschen Jungs es per Telefon versucht hatten, erreichten sie niemanden. In uns wurden die trüben Gedanken stärker. Wir wussten, dass die Benzinpumpe ein Ölleck hat und nahmen an, dass diese ausgewechselt werden müsste. Was wäre aber, wenn doch etwas mit dem Motor ist und wir eine größere Reparatur vor uns hätten? Würden die Ersatzteile am Dienstag geliefert werden? Wie lange würden wir dort festhängen? Was wird aus unserem Reiseplan? Sollen wir die Rundreise durch Australien abbrechen?

Damit uns die schlimmsten Befürchtungen nicht zermürbten, gingen Anja und ich am Nachmittag in den Ort, um uns ein wenig umzuschauen und abzulenken. Außer einer Tankstelle, zwei Supermärkten, einem Bäcker, einem Metzger, ein paar weiteren Shops und Hotels hatte Denham nicht viel zu bieten. Wir entschieden uns, eine Flasche Bacardi zu kaufen. Sie kostete 42 Dollar, was umgerechnet 35 Euro sind. An diesem Beispiel fiel uns wieder auf, wie kostspielig doch vieles in Australien ist. Uns war es egal. Wir versuchten noch einmal beim Abschleppservice anzurufen und erreichten auch Paul, mit dem ich am Vortag telefoniert hatte. Er entschuldigte sich, dass kein Mechaniker gekommen war, aber sie hatten den ganzen Tag zu tun. Er versprach uns aber, dass jemand am Montagmorgen vorbeischauen würde. Wir waren ein wenig erleichtert, dass wir Paul erreicht und wir endlich eine kleine Information erhalten hatten. Am Abend genossen wir unsere Mixgetränke, als wir uns vor unser kaputtes Auto setzten.

Da uns am Sonntag niemand aufsuchen würde, hatten wir den ganzen Tag zur Verfügung. Es war schon ein wenig komisch, dass wir nichts geplant hatten uns aber auch leider keine großartigen Sehenswürdigkeiten anschauen konnten, da wir dorthin fahren müssten. Im Nachbarort werden nämlich jeden Tag mehrere wilde Delphine gefüttert, die dort den Strand besuchen. Das war ein Grund gewesen, warum wir in diese Region gekommen waren. Als wir aber von den Massen gehört hatten, die jeden Tag dorthin aufbrechen, war uns die Lust vergangen. Auch konnten wir ja nicht hinfahren, was diese Fütterung weiter so unattraktiv für uns gemacht hat. Ein bisschen glaubten wir daran, dass unsere Schutzengel uns ein paar Tage Ruhe ohne Fahren verordnen wollten und deshalb Marko haben aufgeben lassen. Naja, jedenfalls gingen wir an den Strand von Denham. Auf dem Weg dorthin, sahen wir die kleine Dorfkirche. Das Spannende an dieser Kirche ist ihre Bauweise. Die Mauersteine bestehen nämlich aus tausenden kleinen Muscheln, die durch eine Sandzementmischung zusammen gehalten werden. Das war die Bauweise der Region über viele Jahre. Es gibt sogar einen Strand, der mehre Kilometer lang, mehrere Meter breit und teilweise über 10 m tief ist, der nur aus diesen kleinen Muscheln besteht. Er heißt auch Muschelstrand und sieht von weitem wie ein normaler Sandstrand aus. Jedenfalls faulenzten wir ein bisschen am Wasser und ließen so den Tag verstreichen, was auch eine willkommene Abwechslung war. Lieber hätten wir natürlich ein funktionierendes Auto gehabt und wären unserer geplanten Reiseroute gefolgt.

Da am Montag der Mechaniker kommen wollte, bereiteten wir uns auf seinen Besuch und ein mögliches Abschleppen vor. Wir bauten das Zelt auf, dass wir mit Marko gekauft hatten und luden die wichtigsten Klamotten und Vorräte aus. Wir fühlten uns ein wenig wie Obdachlose, die mit ihrem Hab und Gut auf die Straße gesetzt werden und möchten nie in eine ähnliche Situation kommen. Auch fanden wir es schrecklich, dass viele Menschen so leben müssen und keine richtige Bleibe haben. Dieses Gefühl änderte sich auch nicht, als wir unsere Matratze ins Zelt packten, die Millimeter genau hinein passte. Zwar lagen wir leicht und waren wohl Edelcamper, jedoch war es für uns eine ungewohnte Situation und wir sehnten uns in unseren Wagen zurück. Jedes Geräusch hätte ein kleines Mäuschen oder eine Ratte sein können, dass sich über unsere Vorräte hermacht, die draußen vor dem Zelt lagen. Wir waren froh, als wir diese Nacht überstanden hatten.

Am Montagmorgen frühstückten wir wieder mit Laura, als plötzlich ein weißer Pickup-Truck auf dem Campingplatz fuhr. Es war der Mechaniker und wir freuten uns, dass sie ihr Wort gehalten hatten und wir endlich einen Schritt weiter kommen würden. Ich erklärte ihm die Situation und unsere Vermutung, dass wir eine defekte Benzinpumpe hätten. Als er versuchte den Motor zu starten, meinte er, dass er vielleicht keine Zündung erhalten würde. Er überprüfte die Zündkerzen, doch diese waren in Ordnung. Als er jedoch den Schalter von Benzin- auf Gasantrieb betätigte, hörte er kein erwartetes Klicken. Er vermutete, dass die Sicherung durchgebrannt sei und Marko deswegen nicht anspringen würde. Das wäre doch zu einfach, dachte ich mir. Der Mechaniker suchte nach der Sicherung und fand sie kurz darauf unter dem Lenkrad. Als er sie sich anschaute, sah ich auch sofort, dass nur ein Draht an ihr befestigt war. Er grinste mich und meinte, dass ich das zweite beim Gasgeben oder Kuppeln losgerissen haben muss. Er überbrückte die Sicherung und siehe da, Marko sprang beim ersten Versuch sofort an. Anja und ich hätten in die Luft springen können, als wir das gewohnte Brummen hörten. Allerdings hätten wir auch früher losfahren können, wenn sie diesen Fehler früher festgestellt hätten. Das war jedoch egal, da Marko endlich wieder lief. Wir hatten auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen unserem Wagen gegenüber, da wir schon das Schlimmste vermuteten und ein wenig sauer auf ihn waren. Jetzt lief er aber wieder und wir konnten unsere Reise fortsetzen.

Da Laura eigentlich nicht zur deutschen Gruppe gehörte und sie auch weiter wollte, da sie in ein paar Tagen einen neuen Job antreten würde, fragte sie uns, ob sie mit uns mitfahren könnte. Wir hatten nichts dagegen, nur musste sie sich hinten aufs Bett legen. Das war kein Problem für sie und so fuhren wir zu dritt weiter. Wir hatten einen Reisegast, was auch mal eine andere Situation war. Unser aller Ziel war Exmouth, dass wir am Dienstagabend erreichten, wo wir uns von Laura verabschiedeten. Dort befindet sich das Ningaloo-Riff, dass sich 260 km vor der Küste entlang streckt. Obwohl es nicht so groß wie das Great Barrier Reef ist, ist es doch für seine Korallen und viele Fischarten bekannt. Die Highlights sind jedoch, die Schildkröten, die Manta-Rochen sowie der Besuch von Buckelwalen. Der absolute Höhepunkt jedoch, sind das Schwimmen mit Walhaien. Diese sind die größten Fische der Welt, die bis zu 18 m lang werden können. Exmouth ist einer der wenigen Orte, wo man zu ihnen ins Wasser steigen kann. Wir wollten uns diese Chance nicht nehmen lassen und buchten eine Tour für den Donnerst. Dabei möchten wir uns bei allen Osterhasen herzlichst bedanken, denn wir haben deren Überraschungen für diesen Trip genutzt.

Am Mittwoch ließen wir es sehr entspannt angehen und erholten uns im Cape Range Nationalpark. Dort befindet sich das Ningaloo-Riff und man kann in dessen Korallenlagunen hervorragend Schnorcheln. Wir packten unsere Schnorchelsachen in unsere IKEA-Tüte und ließen keine Minute verstreichen. Ich sprang als erster ins Wasser und war von der Unterwasserwelt begeistert. Es erinnerte mich sofort an unsere Zeit in Thailand und unseren Tauchkurs auf Ko Tao. Da das Wasser echt warm war und so viele Fische zu sehen waren, brauchte ich Anja nicht lange zu überzeugen, auch ins Wasser zu kommen. Es war herrlich und wir freuten uns, als wir mit einer Schildkröte schwimmen konnten. Das war der Höhepunkt des Tages für uns. Am Abend saßen wir dann auf einer großen Sanddüne bei unserem Campingplatz und genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang. Dieser Tag war so verlaufen, wie wir sie uns in Westaustralien vorgestellt hatten.

In der Nacht zum Donnerstag schliefen wir etwas unruhig, da das Schwimmen mit den Walhaien bevorstand. Wir waren total aufgeregt. Von der Crew hatten wir erfahren, dass am Vortag niemand rausgefahren war, da die See zu unruhig und es zu windig gewesen war. Obwohl ein ordentlicher Wellengang herrschte, fuhren wir raus. Nach einem kurzen Schnorcheltest, indem die Firma unsere Schwimmfähigkeiten testete, warteten wir auf das Signal, des über uns kreisenden Flugzeuges. Was ich Anja nicht verraten hatte war, dass wir hinaus auf den Ozean fahren würden und in 200 m tiefes Wasser schwimmen würden. Der Moment war gekommen, ihr die Wahrheit zu sagen und sie war etwas sauer auf mich. Das sich Walhaie das Wasser mit anderen Haien, wie dem Weißen oder den aggressiven Tigerhaien teilen, trug nicht unbedingt zu einer Verbesserung ihrer Stimmung bei. Allerdings konnten wir die Situation nicht mehr ändern und sie akzeptierte ihre Lage. Wir konnten nur der Firma vertrauen, die einen 100 % unfallfreien Rekord hatte. Leider kam kein Zeichen vom Piloten des Suchflugzeuges. Ein Walhai war wieder abgetaucht, so dass wir lange auf dem Wasser kreisten.

Plötzlich hieß es jedoch, dass wir uns fertig machen sollten. Ein befreundetes Tourunternehmen wollte uns ihren Walhai abgeben. Und plötzlich sahen wir den riesigen Rücken des Tieres hinter unserem Boot. Er war gigantisch! Als das Kommando ertönte, sprangen wir ins Wasser, das überraschend sehr warm war, und suchten das Blau unter uns nach dem Riesen ab. Aus dem Dunkel näherte sich eine gemächlich daher schwimmende Gestalt. Wir konnten nicht einschätzen, wie groß er war, doch er war das größte, mit dem wir bisher schwimmen gewesen waren. Langsam zog er an uns vorbei und wir konnten einen herrlichen Blick genießen. Da er kein Eile hatte, schwammen wir langsam hinterher. Als er abtauchte, hatten wir die Befürchtung, dass wir ihn verloren hätten, doch kam er noch einmal an die Oberfläche zurück. Es waren unglaubliche Momente, bis unser Guide den Schnorchelgang abbrach, um die nächste Gruppe dran zu lassen. Wir hatten mehrere Minuten mit dem Walhai schwimmen können. Wieder an Bord hofften wir vergebens, noch einmal ins Wasser springen zu können. Doch leider zeigte sich an diesem Tag kein weiteres Exemplar und wir mussten Mutter Natur ihren Willen lassen. Wir waren ein bisschen enttäuscht, dass wir keine weitere Chance erhielten und versuchten jeden Moment des Schwimmens in unser Gedächtnis einzubrennen. Die Guides schätzten die Länge des Tieres auf 7 m. Anja hatte sich bestens im Wasser gemeistert und alle ihre Bedenken waren unbegründet. Wieder einmal war ich sehr stolz auf sie, dass sie dieses Mal in 200 m tiefer Wasser gesprungen war, ohne zu wissen, was sich unter ihr befindet.

Mittlerweile haben wir Exmouth schon wieder verlassen und sind ein wenig ins Landesinnere gefahren. Morgen wollen wir uns den Karijini Nationalpark anschauen und vielleicht eine Eisenerzmine besuchen. Auch befinden wir uns geographisch wieder auf der Rückreise, da es ab jetzt nur noch in Richtung Osten gehen wird. Unser Tachostand zeigt 7500 km, was ungefähr die Hälfte der Kilometer in Australien sein wird.

Bis zum nächsten Mal

Anja und Patrice


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Mittwoch, 27. April 2011
Go West!
Hallo Ihr Lieben,

Hui, jetzt ist schon wieder so viel Zeit vergangen, seitdem wir uns das letzte Mal gemeldet haben. Wir hoffen, ihr hattet ein paar angenehme Ostertage und konntet ein wenig entspannen. Wir sind mittlerweile an der Westküste Australiens angekommen und sitzen gerade in einem Café in Fremantle nahe Perth und frühstücken. Seit der Übernahme Markos vor fast 14 Tagen haben wir schon unglaubliche 5000 km hinter uns gebracht.

Beim letzten Bericht waren wir gerade auf dem Weg nach Kangaroo Island. Diese Insel ist für seine vielen Tiere und schönen Strände bekannt. Wir hatten uns ein Fährticket ergattert und setzten mit der Sealink auf die Insel über. Da es schon etwas spät war und wir noch etwas Strecke vor uns hatten, kürzten wir über eine holprige Piste ab, die unser Wagen super überstand. Im Dunkeln erreichten wir unseren Campingplatz und machten noch einen Spaziergang zum Strand, nachdem wir gegessen hatten. Plötzlich wurden unsere Nachbarn ganz aufgeragt, denn der Platzwärter hatte sich angemeldet. Ein Koalabär lief an uns vorbei und war auf dem Weg zu seinem Eukalyptusbaum, der zentral in der Mitte der Anlage stand. Er steuerte nur wenige Zentimeter an Anja vorbei und sie hätte ihn anfassen können. Diese Begegnung war schon ein toller Auftakt für unseren Aufenthalt auf der Insel.

Am nächsten Morgen ging unsere Erkundungsrunde los. Unser erster Halt war ein Koala-Walk, auf dem wir noch weitere Bären wie reife Früchte in den Bäumen hängen sahen. Dort frühstückte auch eine Familie der Insel Kängurus, die etwas kleiner als ihre Artverwandten auf dem Festland sind. Dieses mal ließ sich Anja die Gelegenheit nicht nehmen und streichelte das fluffig weiche Hoppsetier. Des Weiteren gab es dort einige Vögel zu beobachten, wie die rosafarbenen Galahs, die bunten Rainbow Lorkies und die roten Rosellas. Im Flinders National Park fuhren wir zur Arch, einer höhlenartigen Brücke, die vom Meer ausgewaschen wurde. Eine Menge Fellrobben und Seelöwen trockneten sich dort in der Sonne. Dabei kam es bei den Männchen zu zwischenzeitlichen Auseinandersetzungen, während sich einige Babys frische Nahrung bei ihren Müttern organisierten. Weiter ging es zu den Remarkable Rocks. Diese Granitsteine wurden durch vulkanische Bewegungen an die Oberfläche gedrückt und werden seitdem von den irdischen Kräften bearbeitet. Dabei entstanden die ulkigsten Formen, die sich in den letzten Jahren kaum verändert haben. Zum Abschluss machten wir noch einen Stopp in Pauls Tiersanatorium und wollten eigentlich ein paar Koalas in den Arm nehmen. Allerdings waren wir nicht die richtige Zielgruppe, da die Tour auf ein jüngeres Publikum abzielte. Daher liefen wir nicht lange mit den Knirpsen auf der Farm herum und mussten auch wieder zur Fähre. Am Abend erreichten wir wieder das Festland und grillten auf einem Campingplatz in der schönen Rapid Bay direkt am Strand.

Am Mittwoch hatten wir wieder mal einen Termin bei einem Automechaniker organisiert. Er schaute sich den Gasantrieb an und konnte ihn auch reparieren. Wir füllten unsere Vorräte auf und tankten den Wagen auch noch einmal voll. Jetzt konnten wir die lange Fahrt nach Perth antreten. Obwohl wir schon über 1000 km hinter uns gebracht hatten, fühlte es sich an, als ob unsere Fahrt jetzt erst starten würde. Endlich konnten wir auch den Gasantrieb nutzen und wir sind echt froh, dass wir ihn haben. Er lässt wirklich unsere Benzinrechnungen nicht durch die Decke schießen. Es lagen mehrere Tage reine Autofahrt vor uns, die wir auf drei bis vier Etappen aufteilten.

In Vietnam haben wir noch gesagt, der Weg ist das Ziel. Hier in Australien war das anderes. Hier war das Ziel wirklich das Ziel. Obwohl die Landschaften zwar immer spannend waren, war die Abwechslung doch eher gering. Die langen Strecken gaben uns aber die Zeit, uns ausführlich zu unterhalten aber auch mal mit unseren Gedanken allein zu sein und dahin zu träumen. Wir fühlten uns frei, als wir über den Highway flogen. Marko leistete fantastische Arbeit, obwohl er auch ein bisschen durstig nach Gas bzw. Benzin ist. Das ist aber kein Wunder, da er auch voll beladen ist und auch zwei Ersatzreifen und die vollen Wassertanks mit sich schleppen muss. Paulo war mit seinem Allradantrieb ideal für die Strände und Feldwege in Neuseeland. In Australien brauchen wir aber ein Auto, mit dem wir eine größere Strecke fahren können. Da wäre er nicht der Richtige und wir sind sehr froh, dass wir Marko haben. Wir hatten schon von Anfang an das Gefühl, dass er hart daran arbeitet, uns von sich zu überzeugen. Marko hat seine Probezeit bestens genutzt und mit dem Gasantrieb unsere Herzen für sich gewonnen. Er bietet auch andere Dinge, die wir zu schätzen wissen, wie z.B. überall funktionierende Innenlampen, einen Gaskocher mit zwei Flammen und eine Ablage, auf der wir Gemüse schnippeln und Abwaschen können.

Unterwegs fuhren wir durch mehrere kleinere Orte und jeder versuchte auf sich aufmerksam zu machen. Port Germain zum Beispiel hatte den längsten hölzernen Bootsteg Australiens, der über 1500 m lang war. Wir konnten gar nicht richtig erkennen, wo er endete und sahen ihn irgendwo im Meer verschwinden. Auch wollten wir nicht wirklich nachprüfen, ob er wirklich so lang war. Andere Orte hatten einen riesigen Karnarienvogel oder eine Granitstatue aufgebaut, die typisch für ihre Region waren. Dies interessierte uns aber nur bedingt, da wir Kilometer hinter uns bringen wollten. Wir beschäftigten uns vielmehr mit uns selbst und entdeckten im linken Rückspiegel tolle Fotomotive. Es kann sein, dass wir ein paar zu viele Fotos davon geschossen haben, aber es war eine lange Strecke. Um so spannender fanden wir, dass einige Leute die Strecke mit dem Fahrrad befuhren, und waren von ihren Energieleistungen beeindruckt. Am Tag schafften wir zwischen 700 und 800 Kilometer und beendeten unsere Fahrten kurz vor Sonnenuntergang.

Wir schliefen meistens auf Rastplätzen, die hervorragend für Reisende hergerichtet waren und nichts kosteten. Dort konnten wir grillen, kochen und jeden Abend einen herrlichen Sonnenuntergang über dem Land bewundern. Oft konnten wir unseren Müll abladen, doch leider hatten sie keine Toiletten. Das machte uns aber nicht viel aus, da wir des Öfteren eh an Tankstellen anhielten. Diese waren teilweise mehrere Kilometer auseinander und wir mussten kalkulieren, wo wir am besten auftankten. Auch gingen die Benzinpreise in diesen entlegenen Gegenden in die Höhe und wir waren echt froh, das der Gaspreis weit unter den Benzinpreisen lag. Auch war die Versorgung mit Gas sehr gut, da wir am äußeren Ring Australiens unterwegs sind.

Kurz vor der Grenze zu Westaustralien erreichten wir den Nullabor Nationalpark. Dieser bietet karge Buschlandschaften aber auch atemberaubende Steilküsten. Wir bestaunten die Klippen und das türkis Meer, dass sich unaufhörlich gegen die Felswände schmiss. An der Grenze entdeckten wir einen Richtungsweiser und erschraken ein bisschen, dass Berlin 16000 km Luftlinie entfernt war. Das wird nämlich eine ähnliche Distanz sein, die wir jetzt in Australien zurücklegen werden. Beim Grenzübergang gibt es einen Quarantäne Checkpoint, da man keine Früchte oder Gemüse in den jeweils anderen Bundesstaat mitnehmen darf. Hauptsächlich soll dies vor Obstfliegen schützen, aber vielleicht auch ein bisschen die einheimische Landwirtschaft schützen. Wir mussten unsere Kartoffeln und Zwiebeln abgeben und durften auch unseren Honig nicht behalten.

In Westaustralien änderte sich die Landschaft dahingehend, dass sie wieder bewaldeter wurde. Anja und mich erinnerte die Gegend sehr stark an Afrika, da die Bäume sehr wie Zypressen aussahen und Erde rot schimmerte. Wir konnten erahnen, dass die Welt einmal aus einer Erdmasse bestand und irgendwann auseinander gebrochen war. Auf diesen Strecken entdeckten wir auch viele unterschiedliche Hinweisschilder. So wurden wir immer daran erinnert, dass wilde Tiere unseren Weg kreuzen könnten. Neben Kängurus, Emus und Wombats mussten wir schmunzeln, dass auch Kamele dazu gehörten. Diese wurden vor Jahren in Australien ausgewildert. Mittlerweile gibt es wohl über 200.000 wilder Tiere von ihnen. An einer anderen Raststätte wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass sich wegen des warmen Wetters eventuell Schlangen auf der Toilette befinden könnten. Beim nächsten Nachtlager waren wir daher ein bisschen aufmerksamer als sonst, bevor wir unseren Wagen verließen. Eine Strecke war dann auch die längste gerade Straße mit 146,6 km in Australien, die wir meistern mussten. Die anderen waren zwar auch oft gerade, aber vielleicht nur 100 km oder so. Für die Gerade hatte ich unseren Benzinverbrauch so ausgerechnet, dass es gerade so reichen müsste. Allerdings mussten wir etwas früher von Gas auf Benzinbetrieb umstellen, da ich ein wenig schneller gefahren war. Es wurde knapp und die Tanknadel bewegte sich unaufhaltsam in Richtung Leer. Auf den letzten 10 km freute ich mich über jedes Lebenszeichen der Nadel, dass noch etwas Sprit signalisierte. Als endlich die Tankstelle auftauchte, fuhren wir glücklich und erleichtert an die Zapfsäulen.

Da wir wussten, dass wir es bis Ostern nicht nach Perth schaffen würden, wurde Esperance unser Zielort für die Feiertage. Dieses kleine Städtchen liegt an der Südküste Westaustraliens und ist für seine weißen Strände berühmt. Angeblich hat es sogar den Vergleich mit den weißen Stränden in Queensland, einem anderen australischen Bundesstaat bestanden. Als wir in einen Nationalpark zu einem Campingplatz fahren wollten, wurden wir darauf hingewiesen, dass es keine freien Stellplätze mehr gab. Wir hatten vergessen, dass es Ostern war und vielleicht viele die Möglichkeit auf einen kurzen Urlaub nutzen wollten. Da sämtliche anderen Campingplätze auch voll waren, blieb uns nichts anderes übrig, als irgendwo wild zu übernachten. Das wird in Stadtnähe nicht gern gesehen, aber wir gingen trotzdem das Risiko ein. So übernachteten wir einmal an einem tollen Surfbeach und einmal im Hafen von Esperance, was im Nachhinein auch niemanden störte. Wir konnten in Ruhe schlafen und wurden auch nicht verscheucht.

Allerdings waren unsere inneren Uhren noch nicht auf die westaustralische Zeit umgestellt, die zwei Stunden hinter Melbourne und der Ostküste liegt. Dies resultierte darin, dass wir sehr zeitig wach waren und auch mal den Sonnenaufgang bewundern konnten. Der Hafen von Esperance wurde auch unsere kleine Heimat, da er erstaunlicher Weise einen eigenen Strand, klares Wasser und den Blick gen Osten und Morgensonne bot. Wir kamen mit einigen Einheimischen ins Gespräch, die sich wohl über die neuen Gäste wunderten. Das örtliche Tierarztpärchen brach zur Morgengymnastik auf, zwei ältere Damen drehten ihre Runden und mit einer älteren Frau redeten wir eine ganze Weile. Wir fühlten uns sehr Willkommen und herzlich aufgenommen. Einer Familie halfen wir auch ihren kleinen Hund zu finden, der ihnen kurzzeitig entlaufen war. Der Kleine hatte sich nur einer anderen Familien beim Morgenspaziergang angeschlossen und seine Herrchen wohl verwechselt.

Nachdem wir am Ostersonntag mal wieder unsere Wäsche gewaschen hatten, hielt uns nichts mehr zurück, endlich in den Nationalpark zumindest für einen Tag zu fahren und die weißen Strände in Augenschein zu nehmen. Wir staunten, als wir die Buchten entdeckten. Der Sand glänzte in einem puren Weiß und das türkisblaue Wasser schäumte in weißen Wellen an den Strand. Es war ein herrlicher Anblick. Um so entsetzter waren wir, dass man in der Lucky Bucht mit seinem Auto direkt an den Strand fahren durfte. Es war dort wunderschön, allerdings hätten wir unsere Handtücher zwischen den Allradfahrzeugen der anderen Besucher ausbreiten müssen. Nachdem ich kurz Schnorcheln gegangen war, machten wir uns von dort schnell aus dem Staub. An der Westseite der Bucht, die felsig war, sprang ich dann noch einmal ins Wasser. Dort konnte ich Tintenfische, Clownbarsche und andere Fische beobachten. Als Anja und ich dann zum Thistle Cove Strand fuhren, hatten wir unser Paradies für den Tag gefunden. Es waren kaum Leute vor Ort und wir konnten uns ungestört ausbreiten. Ich sprang sofort in die Fluten und wurde von einer Schule kleiner Fische auf meinem Schnorcheltripp begleitet. Ich nehme an, sie mochten meine blauen Flossen, denn sie wichen mir nicht von der Seite. Das Wasser war so klar, dass wir durch die Wellen hindurchschauen konnten. Ab und zu sahen wir eine Gruppe silberner Fische, die in den Welle surften und sich Richtung Strand spülen ließen. Wir entspannten uns und wussten, warum wir die Fahrt auf uns genommen hatten. Am Abend genossen wir ein schönes Rumpsteak an unserem Lieblingsplatz im Hafen und ließen diesen schönen Tag mit ein paar Telefonaten ausklingen.

Am Ostermontag sind wir dann in Richtung Perth aufgebrochen. Da wir jetzt in Westaustralien sind, werden die Strecken kürzer für uns. Wir fuhren bis 200 km vor die Stadt, um Rast zu machen. Auf dem Weg besuchten wir den Wave Rock, welcher ein Felsen ist, der wie eine riesige Welle aussieht. Es war sehr beeindruckend, diese riesige Locke zu sehen und wir konnten die Brandung hören.

Gestern sind wir dann in Perth angekommen und haben eine kurze Runde durch diese schöne Stadt gedreht. In Australien war gestern noch Feiertag, da der Veteranentag dieses Jahr genau auf Ostern gefallen ist und sie ihn verlegt haben. Nichtsdestotrotz waren die Geschäfte offen und allerlei Leute unterwegs. Bei unserer kurzen Stippvisite beeindrucke uns am meisten der London Court, welche eine kleine Einkaufstrasse mit alten Fachwerkbauten ist, die einer mittelalterlichen Stadt nachgebaut ist.

Als Übernachtungsort hatten wir uns für Freemantle entschieden, welches nur 20 min außerhalb der Stadt an der Küste ist. Dort war gestern der letzte Tag eines Kunstfestivals und wir konnten noch ein paar Straßenkünstler bei ihren Aufführungen zusehen. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung.

Jetzt freuen wir uns wahnsinnig auf die Westküste und sind gespannt, was auf uns wartet. Es soll tolle Strände und Nationalparks geben und wir werden relativ viel Zeit hier verbringen. Die Strecken werden nur noch 200 bis 400 km am Tag betragen, welche wir mittlerweile recht schnell hinter uns bringen. Marko geht es bestens und wir haben ihn auch gewaschen, bevor wir in die Stadt gefahren sind.

Wir werden jetzt unser Vorräte wieder auffüllen und noch einmal volltanken, bevor es losgeht.

Bis zum nächsten Mal verabschieden wir uns mit entspannten und vor-freudigen Grüßen.

Anja und Patrice


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Montag, 18. April 2011
Mit Marko Polo endlich wieder auf der Straße
Schön, dass wir solche Freunde haben. Da Ryan bei General Motors arbeitet und Isa gerade nicht in Melbourne ist, konnten wir ihren nagelneuen Holden nutzen, um weiter nach einem geeigneten Auto für uns zu suchen. Ohne diese Möglichkeit wäre es noch viel schwerer geworden. Nachdem wir uns ein bisschen mit dem Markt auseinander gesetzt und mit Paulo gute Erfahrungen gemacht hatten, wollten wir uns eigentlich einen Reisebegleiter mit Allradantrieb organisieren. Wir schauten uns mehrere Jeeps an, doch keiner konnte uns überzeugen. Wir wurden unsicher, was die Kosten und mögliche Reparaturen anging, da dies mit Allradfahrzeugen erheblich teuer werden kann. Des Weiteren zweifelten wir, dass wir in diesem Wagen genug Platz haben würden. Daher schwenkten wir um und hielten auch nach Minibussen Ausschau. Davon gab es mehrere, allerdings hatten diese auch meistens viele Kilometer runter.

Am Dienstagabend hatten wir noch eine Verabredung mit Benoir aus Frankreich. Sein Mitsubishi L300 hatte angeblich nur 146.000 km auf der Uhr. Obwohl es regnete und wir nicht viel sahen, machte der Wagen den bisher besten Eindruck auf uns. Er hatte einen kleinen Küchenschrank im Heck und bot viel Platz unter dem Bett. Anja und ich waren müde vom Suchen und entschieden uns ohne Probefahrt, dass wir den Wagen übernehmen würden. Freudig fuhren wir nach Hause, da die Suche endlich ein Ende gefunden hatte.

Wir trafen uns mit Benoir am nächsten Mittag und übernahmen unser neues Mobil. Das Auto fuhr sowohl mit Benzin als auch mit Gas, was uns bei der weiteren Reise kostentechnisch sehr von Nutzen sein kann. Allerdings haben wir den Gasantrieb noch nicht zum Laufen gebracht.Kommt noch. Jedenfalls waren wir mit der Grundausstattung zufrieden, allerdings auch durch Paulo ein wenig verwöhnt. Daher fuhren wir sofort zu Ikea, das es neben Aldi und anderen europäischen Marken in Melbourne gibt, und kauften alle Utensilien, die wir noch vermissten. Vor allem fehlte uns eine anständige Matratze, da uns die vorhandene Schaumstoffmatte als viel zu dünn erschien. Stolz, richteten wir uns unser neues zu Hause ein und stellten uns vor, dass es eine richtige Wohnung sei.

Mittwochabend verabschiedeten wir uns von unseren Freunden und gingen mit Katja, Sally und Ryan noch mal etwas trinken. Die Kneipen in Melbourne haben es uns echt angetan und es ist unglaublich, wie viele neue Ecken wir noch entdecken konnten. Zugleich begossen wir unser neues Auto, was wir nach dem reisenden Entdecker „Marko Polo“ genannt haben. Wir haben bewusst Marko mit k geschrieben, bevor sich kritische Stimmen regen.

Am Donnerstag konnte unser großes Australien Abenteuer dann endlich losgehen. Wir haben vor, in den nächsten Wochen einmal um dieses riesige Land zu fahren. Das bedeutet an die 15.000 Kilometer und wir sind uns noch nicht so sicher, wie wir das erledigen wollen. Jedenfalls waren wir aber überrascht, wie gut die Mechanismen beim Lebensmitteleinkauf funktionierten. Irgendwie waren wir wieder in unserer Routine und fühlten uns gut darüber. Es ist schon interessant, dass es auch beim Reisen eine gewisse Routine gibt.

Unser erstes Ziel war die Great Ocean Road, die sich an der Küste des Bundesstaates Victoria entlang schlängelt. Obwohl es schon Abend wurde, genossen wir die Aussichten entlang des Ozeans. Wir wollten in Apollo Bay übernachten, da es zu meinen Studententagen ein guter Schlafplatz gewesen ist. Allerdings ist dieses verschlafene Örtchen komplett kommerzialisiert worden. Wir konnten weder am Strand noch hinter den Dünen stehen, da uns überall Verbotsschilder davor warnten. Wiesi, die Düne, auf der wir damals übernachtet hatten, ist mit Holzpfählen komplett abgeriegelt. Wir fuhren daher ein wenig außerhalb des Ortes und fanden ein nettes Plätzchen mit Sicht über die Bucht.

Bevor wir Freitag weiterfuhren, organisierten wir erst einmal Marko so um, dass wir besser an unsere Sachen heran kamen. Paulo hatte uns mit seinem Platz verwöhnt und so ähnlich wollten wir uns jetzt auch einrichten. Wir fühlten uns wie beim Spiel Tetris, wo die Steine auf eine bestimmte Art und Weise gestapelt werden müssen. Es war das gleiche Spiel nur auf einem anderen Feld, das wir spielten, worüber wir sehr schmunzeln mussten.

Entlang der Great Ocean Road trafen wir bald auf die Höhepunkte der Strecke. Die Küste ist für seine Sandsteinfelsen berühmt, die vom Meer ausgewaschen wurden. Einige dieser Felsen ragen mittlerweile aus dem Ozean heraus und bieten träumerische Ausblicke. Wir kletterten die Gibson Steps hinunter, um uns zwei der Giganten von Nahen anzuschauen. Den nächsten Stop machten wir dann bei den wunderbaren 12 Apostel Felsen. Anja konnte nur stumm staunen und erinnerte mich an meinen ersten Besuch. Obwohl ich mittlerweile zum fünften Mal an dieser Stelle gewesen bin, war ich wieder überwältigt. Weiter ging es zur Arch und der sogenannten London Bridge, bevor wir uns an der Bucht der Märtyrer von der tollen Great Ocean Road verabschiedeten.

Zum Sonnenuntergang erreichten wir die Grampians. Dieses Mittelgebirge ist eine wunderbare Region zum Wandern, in der viele Tiere heimisch sind. Dorthin hatte ich mich aus Melbourne nach meinem ersten Semester in Australien zurückgezogen, da ich mich inmitten der Natur erst einmal vom Trubel der Großstadt erholen wollte. Uns verzauberte bei unserer Ankunft die Sonne, die sich langsam hinter den Bergen senkte.

Anja und ich wollten auch eine Wanderung machen. Leider mussten wir feststellen, dass die meisten durch Erdrutsche bis aufs Weitere unzugänglich waren. Dies traf auch für die meisten Sehenswürdigkeiten zu. Das bedeutet für alle Grampianskenner, dass wir folgende Highlights nicht erreichen konnten: Pinnacles, Borouka Lookout, Balconies, McKenzie Falls, Silverband Falls, Mt Wellington. Wir entschieden uns, die Wanderung auf den Boronia Gipfel zu machen und konnten wenigstens so, in die Natur eintauchen. Auf dem Weg dorthin trafen wir die ersten Emus und Kängurus, die eifrig Grashalme auf den Rasen zupften. Es war schon komisch, diese Tiere hier frei herumlaufen zu sehen. Auf dem Gipfel hatten wir nichtsdestotrotz eine tolle Aussicht über die Grampians und konnten auch weit ins Flachland schauen. Die Sonnenstrahlen wärmten uns und wir genossen den Frieden in der luftigen Höh.

Wieder am Boden besuchten wir die Kängurufamilien. Die meisten Tiere begutachteten uns etwas argwöhnisch, doch ließen sie sich nicht beim Fressen stören. Teilweise rekelten sie sich in der Sonne und streckten ihre Sprungfedern von sich. Über uns kreischten die Kakadus, Magpies und Kokobarrus, die ihre abendlichen Runden drehten. Wir kochten uns unser Abendessen auf dem Campingplatz und verzogen uns bald in unseren Wagen, da es erheblich kalt wurde. Es kühlte sich in Marko soweit runter, dass ich mit Pudelmütze ins Bett ging, worüber sich Anja köstlich amüsierte. Vielleicht war der Anblick nicht sehr erotisch, aber da ich keine Haare auf dem Kopf habe, zog es mir an den Ohren.

Das Ergebnis der Nacht waren zwei verstopfte Nasen und etwas raue Hälse. Dicke Nebelwolken verdeckten heute Morgen die Sicht auf die Berge. Rau glitzerte auf dem Rasen. Erst als die Sonne über die Berge schaute, verzogen sich die Wolken und gaben die Gipfel wieder Preis. Beim Frühstück gesellte sich ein Kakadu zu uns, der wohl nach dem Rechten geschaut hat. Ich gab ihm seinen Anteil, worauf er friedlich wieder abzog. Vor uns lag unsere erste etwas längere Strecke von 500 km nach Adelaide.

Eines der australischen Tiere, dass wir noch nicht gesehen hatten, ragte über 12m groß am Highway. Der riesige Koala war Attraktion für den Raststopp aber auch den angegliederten Minizoo. Wir dachten uns, wo es große gibt, sind sicherlich die kleinen auch nicht weit. In einem Gehege schaute uns dann auch einer dieser knuddeligen Bärchen etwas müde an. Der Koala muss wohl Fotomodel gewesen sein, denn er schaute brav in unsere Kamera. Etwas hässlicher sahen dagegen die Truthähne aus. Während Anja sich hauptsächlich mit dem Koala beschäftigte, schenkte ich den Hähnen wenigstens mit ein paar Fotos etwas Aufmerksamkeit.

Das Ende der gestrigen Fahrt war das letzte deutsche Dörfchen in Australien namens Hahndorf in den Bergen vor Adelaide, dass 1839 gegründet wurde. Dort liefen wir durch die Hauptstraße und schauten uns die niedlichen kleinen Fachwerkhäuser an. Da es Sonntagspätnachmittag war, wimmelte es noch gut von Touristen, die hauptsächlich aus Asien stammten. Bei einem deutschen Metzger holten wir uns dann unser Abendessen für den nächsten Tag, bestehend aus Knödeln, Bockwürsten und Sauerkraut. Die grobe Leberwurst gab es bereits schon und die Marzipankartoffeln haben natürlich auch nicht lange überlebt.

In den nächsten Tagen wollen wir auf die Känguru Insel bevor die große Etappe nach Perth ansteht, wo wir zu Ostern ankommen wollen.

Bis dahin senden Euch die besten Grüße

Anja und Patrice


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Dienstag, 12. April 2011
Melbourne
Jetzt sind wir schon wieder eine Woche in Melbourne und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass wir schon wieder einiges erlebt haben. Auf dem Flughafen angekommen, stand Sally wie verabredet in der Ankunftshalle und bildete das Empfangskomitee für uns. Flink, wie sie ist, fuhren wir in die Stadt. Wir konnten bei Isa, einer Studikollegin von mir, und ihrem Mann Ryan übernachten. Witziger Weise tauschten wir mit Susi, auch einer Studikollegin, und ihrem Freund Heni die Hausschlüssel. Sie waren gerade im Aufbruch und hatten ihre Sachen gepackt, so dass wir das Zimmer übernehmen konnten. Susi befindet sich ebenfalls auf Weltreise und war in Richtung Südamerika unterwegs. Zusammen mit Heni hatte sie die Ostküste Australiens bereist. Isa, Susi und ich haben sowohl in Deutschland als auch in Melbourne studiert. Leider war Isa auf Geschäftsreise, so dass wir nur eine kleine Wiedersehensfeier machen konnten. Cormac, ein weiterer Freund, und Katja, die momentan auch bei Isa und Ryan übernachtet, komplettierten die Gruppe an unserem ersten Abend. Zusammen gingen wir etwas Essen und tauchten schon mal in das Nachtleben der Stadt ein. Es war schön, so zusammen zu sein und vor allem Cormac und Sally wieder zu sehen. Nun ja, im vergangen September hatten Anja und ich sie zu der Hochzeit von Isa und Ryan in Deutschland getroffen, so dass die Zeit des letzten Wiedersehens nicht zu weit zurück liegt.

Am Mittwoch konnte ich es kaum erwarten, Anja die Stadt zu zeigen. Melbourne ist für seine fantastische Kaffeekultur bekannt, was nicht zuletzt an den vielen italienischen Einwanderern liegt. Nach einer Stärkung konnte unsere Runde losgehen. Wir drehten mit einer der alten Straßenbahnen eine Runde um die Innenstadt, so dass wir einen guten Überblick bekamen. Danach tauchten wir in die City Mall und die vielen kleinen Gassen ein. Die Passagen erinnerten uns sehr an Leipzig, während wir an Berlin dachten, als wir die vielen unterschiedlichen Geschäfte sahen. Auf dem Eureka Turm, einem neuen Hochhaus mit Aussichtsplattform, hatten wir einen fantastischen Blick über die Stadt. Wir schauten zum Albert Park rüber, in dem die Formel 1 stattfindet, sahen aber auch das Gelände der Australian Open sowie natürlich die Innenstadt. Am Yarra Fluss schlenderten wir dann zur Rod Laver Arena und den Tennisanlagen der Australian Open. Weiter ging es durch den Botanischen Garten und am Gebäude des englischen Gouvaneurs vorbei zum Anzac Denkmal für die australischen Kriegsopfer. Wir liefen viel. Anja war von der Stadt begeistert, während es für mich einfach toll war, nach so langer Zeit wieder durch die Straßen zu laufen. Ich war überrascht, was ich noch alles erkannte.

Nach einer kurzen Pause gingen wir dann in Richtung St. Kilda, meinem geliebten Stadtviertel, in dem ich damals gewohnt hatte. Dieser Teil Melbournes ist für seinen Strand, viele Cafés und Bars bekannt. Zuerst erreichten wir den Albert Park, in dem gerade die letzten Zeugen des Formel 1 Rennens abgebaut wurden. Schade, dass wir dieses Ereignis verpasst hatten. Der See in der Mitte war unsere Laufstrecke und die Palmen sieht man immer im Fernsehen. Wir liefen die Fitzroy Street entlang und erreichten bald den Strand. Von hier aus kann man jeden Abend einen schönen Sonnenuntergang bewundern, so lange es natürlich nicht bewölkt ist. Am Lunapark, einem Vergnügungspark, bogen wir in die Ackland Street mit ihren vielen Cafés und Geschäften ab. Zuerst begrüßte und das Vineyard, auch ein Lieblingslokal von mir. Wir bestaunten die Schaufenstern der Kuchenläden und eines Fischgeschäftes, welche für ihre wundervollen Aufmachungen bekannt sind. Natürlich zeigte ich Anja, wo ich damals gewohnt hatte, was nur ein paar Meter vom Geschehen gewesen ist. Es war ein komisches Gefühl, vor meinem ehemaligen Haus zu stehen und viele Erinnerungen flogen mir im Kopf herum. So langsam senkte sich die Sonne, was bedeutete, schnell ins Espy zu gehen. Eine riesige Orange verzauberte die Palmen und den Strand. Das Espy war und ist meine Lieblingskneipe gewesen. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang. Jeden Abend kann man Live-Musik erleben. Es dauerte nicht lange und die erste Band baute auf und begann zu spielen. Die Musik war herrlich. Zwei Akustikgitarristen wurden von einem Schlagzeuger begleitet. Wir genossen die Klänge und ließen diesen ereignisreichen Tag noch einmal Revue passieren.

Am Donnerstag ließen wir es etwas entspannter angehen, da wir doch einige Kilometer am Vortag hinter uns gebracht hatten. Wir fuhren am Nachmittag zu meiner ehemaligen Uni. Im Gebäude hatte sich wenig verändert und an den Briefkästen der Professoren, konnte ich allerdings nur noch wenige Namen erkennen. Nichtsdestotrotz war es ein wunderschönes Gefühl, durch die Gänge zu laufen und in die Räume zu schauen. Da Anja so begeistert von St. Kilda war, fuhren wir zum Abend noch einmal dorthin. Wir fanden eine Bank, neben der ein Gitarrist spielte, und badeten noch einmal im Licht der untergehenden Sonne. Wir trafen uns mit Katja, Sally und Ryan im Vineyard zum Abendessen und nahmen noch einen Absacker im Veludo, einer weiteren guten Kneipe mit Livemusik. Melbourne hat so viel zu bieten, was wir in den ersten beiden Tagen sofort bemerkten.

Cormac hatte uns in sein Haus, das er sich mit anderen teilt, an die Küste nach Torquay eingeladen. Dort entspannen sich unsere Freunde nach einer harten Woche. Des Weiteren ist dort der Bells Beach, welcher einer der weltbesten Surfplätze ist. An Ostern findet ein Weltcup statt und es wird einiges los sein. Sally holte uns ab und wir flogen über die Autobahn in Richtung Küste. Auf den Feldern in Torquay sahen wir dann unsere ersten Kängurus. Allerdings waren sie sehr weit entfernt, so dass wir sie nicht richtig ausmachen konnten. Es war trotzdem witzig, diese besondere Tierart herum hüpfen zu sehen. Falls wir irgendwann etwas näher an die Tiere herankommen sollten, muss ich wohl etwas auf Anja aufpassen, so dass sie die Tiere nicht zu sehr knuddelt. Nachdem wir Cormac aus seinem Büro abgeholt hatten, schmissen wir den Grill an seinem Haus an. Er ist Photojournalist und berichtet gerade über einen Bekannten, der mit seinem Surfbrett durch Australien läuft. Dieser Dan kam auch zum Grillen und es war spannend, seine Geschichten zu hören. Abends gingen wir dann in die lokale Kneipe, wo Ryan und Katja zu uns stießen. Die Truppe hatte sich also wieder versammelt.

Leider zogen am Samstag Wolken auf, so dass wir nicht an den Strand konnten. Auch gab es kaum Wellen, so dass unsere Surferfreunde nicht aufs Wasser hinaus wollten. Sally, Anja und ich klapperten ein paar der Surferoutlets in Torquay ab und gingen ein wenig shoppen, bevor wir zurück nach Melbourne fuhren. Anja und ich gingen einen Kaffee trinken, kochten zum Abendessen und verbrachten mit Katja und Ryan einen entspannten Abend auf der Couch vorm Fernseher.

Für uns wurde es dann langsam Zeit, dass wir uns um ein Auto kümmerten, da wir in den nächsten Tagen auf unsere Rundreise durch Australien starten wollten. Leider mussten wir feststellen, dass es weder einen Sonntagsmarkt sowie einen Backpackermarkt für gebrauchte Autos gibt. Das bedeutet für uns, dass wir erst einmal die Hostel abklappern und an den schwarzen Bretter nach möglichen Autos suchen mussten. Glücklicher Weise konnten wir Isas Auto nutzen. Es gab wenige Kandidaten, die wir anriefen. Um es vorweg zu nehmen, haben wir noch kein adäquates Mobil gefunden. Zwei junge deutsche Mädels hatten ein Wagen, den sie verzweifelt los werden wollten, den wir allerdings selbst wieder schwer hätten verkaufen können.

Gestern schauten wir uns drei weitere Fahrzeuge an, die uns allerdings auch nicht überzeugten. Im Vergleich zu Neuseeland waren wir überrascht, wie schlecht die Qualität der Autos war und um wie viel sie hier teurer sind. Die günstigsten haben selten TÜV, Zulassung und über 300.000 km runter, während die teureren das dreifache des neuseeländischen Preises kosten. Das überrascht uns schon, da wir auch annahmen, dass hier die Saison schon Richtung Ende geht. Natürlich denken wir in diesen Tagen an unseren Paulo und wie er uns beim ersten Anblick schon überzeugt hatte und wir ihn liebend gern jetzt bei uns hätten. Wir werden unsere Suche jetzt intensivieren und hoffentlich bald Erfolg vermelden können.

Sonntagabend waren wir im Stadion, um Australian Football zu schauen. Dies ist eine eigene Sportart und eine Mischung aus Fussball, Handball und Rugby. Es wird in einem ovalen Stadion gespielt. Meine Mannschaft sind die St. Kilda Saints, die allerdings gegen Essendon keine Chance hatten. Es war sehr traurig, sie verlieren zu sehen. Der Glanz der Tage als ich hier wohnte scheint vorbei. Nachdem Spiel sind wir mit unseren Freunden daher noch mal ins Black und ins Night Cat, um bei der Musik einer Salsaband auf andere Gedanken zu kommen. Es war schon unglaublich, dass die Kneipen an einem Sonntagabend voll waren. Aber so ist Melbourne.

Bis dahin senden wir die besten Grüße

Anja und Patrice


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