Dienstag, 29. März 2011
Zurück in Auckland
anjapat, 06:53h
Es ist einige Tage her, dass wir uns gemeldet haben. Die Fahrt mit der Nachtfähre erinnerte uns an unsere Zeiten in Asien. Die Abfahrt verzögerte sich auf kurz vor Mitternacht und wir saßen mit Augenringen vorm Fernseher bzw. nutzten die Überfahrt, um zu telefonieren. Während andere Fahrgäste auf den Bänken versuchten, etwas zu schlafen, hielten Anja und ich wacker durch. Gegen 3 Uhr erreichten wir Wellington und besuchten wieder den gleichen Schlafplatz mitten in der Stadt. Obwohl es verboten war, dort zu übernachten, hatten wir keine Lust, großartig weiter zu suchen und blieben dort. Wir konnten kein richtiges Auge zu machen und tankten gegen 7 Uhr Paulo voll, bevor wir uns total übernächtigt auf den Weg weiter in Richtung Norden machten.
Unser Ziel war, in der Nähe Napiers zu übernachten. Nach fast 400 km kamen wir dort gegen Mittag an. Während uns die Südinsel mit ein paar sonnigen Tagen verabschiedet hatte, setzt in Napier ein herbstlicher Regen ein, der uns für die nächsten 48 Stunden pausenlos begleiten sollte. Die Wettervorhersage versprach keine Besserung und Niederschlag in ganz Neuseeland bis zum Wochenende. Wir ließen uns durch dieses miesepetrige Situation allerdings nicht die Laune verderben. Wir schauten uns Napier kurz an, dass für seine Art-Deco Gebäude berühmt ist.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, fuhren wir auf einen Campingplatz in der Nähe Napiers. Da es vom Himmel goss, konnten wir leider unsere durch die letzte Nacht steifen Gliedmaßen nicht bei einer kurzen Wanderung bewegen. Ein Zelt bezeichnet als Speisekabine, die wir mit Paulo erworben hatten, konnten wir endlich mal aufbauen und uns so beim Kochen und Essen etwas vom Regen schützen. Wir machten uns ein Chili con Carne und waren über dessen gute Qualität überrascht. Total müde vielen wir nach dem Essen in unser Bett.
Am Dienstag wollten wir eigentlich in den Te Urewera Nationalpark, den noch einzig existierenden Primärwald (Urregendwald) in Neuseeland. Das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete immer noch. Obwohl wir die feste Absicht hatten, eine Wanderung auch im Regen zu machen, änderten wir unsere Pläne kurz vor Erreichen des Nationalparks. Wir wussten nicht, wie der Zustand des 100 km langen Feldweges durch den Regenwald war und wollten uns und Paulo diese Strapazen nicht aufzwängen.
Durch unsere neuen Pläne fuhren wir weiter in Richtung Gisborne, wo der Regen nur noch stärker wurde. Paulos Scheibenwischer hatten einiges zu tun, während wir nur graue Wolken und verregnete Landschaften sahen. Anja und ich entschieden uns, nach den 400 km weitere 400 km in Richtung Nordosten in Richtung Bay of Plenty (Bucht des Überflusses) zu fahren, welches eine wichtige Anbauregion ist. Wir quälten uns durch die Berge und hatten keine Hoffnung auf eine Wetterbesserung. Als wir allerdings das Tal auf der anderen Seite der Berggipfel erreichten, glaubten wir unseren Augen nicht. Zuerst hörte der Regen auf und dann erhellten sich die Wolken. Irgendwann rissen diese dann auf und die Sonne lugte hindurch. Anja und ich wären über eine Regenpause froh gewesen. Aber das sogar die Sonne schien, konnten wir gar nicht richtig fassen. Voller Überschwänglichkeit erreichten wir die Küste der Bucht und genossen das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Wir übernachteten auf einem Campingplatz hinter Dünen und konnten uns endlich bei einem Strandlauf frei bewegen.
Unser Ziel für den Mittwoch war klar gewesen. Wir wollten zu Dans Campingwagen, der auf der Coromandel Halbinsel, einem beliebten Wochenendziel der Aucklander, steht. Er hatte uns den Schlüssel dafür gegeben. Im Ort Mt. Manganui, welcher ein beliebtes Urlaubsziel ist, da er einen tollen Strand hat, füllten wir wieder unsere Vorräte auf. Auf dem Parkplatz sah ich, dass ein Reifen bedenklich wenig Luftdruck hatte. Da wir auch Tanken mussten, füllte ich diesen sowie die anderen drei Reifen nochmals, so dass wir sorgenfrei weiter fahren konnten.
Wir hatten kein Obst für das Früchtemonster unter uns im Supermarkt besorgt, so dass wir außerorts im nächst besten Geschäft noch einmal anhielten. Beim Aussteigen hörten wir ein Zischen und wussten sofort, woher dieses kam. Wir brauchten auch nicht lange nach dem Übeltäter zu suchen, denn ein metallener Nagelkopf schaute uns frech aus unserem Reifen an. Die Frau im Obstgeschäft verwies uns an Ted, dessen Werkstatt glücklicher Weise nur 3 Minuten entfernt war. Ted, etwa 60, empfing uns freundlich und beauftragte seinen vermutlichen Bruder oder Nachbarn Chris, mit der Reparatur zu beginnen. Er lud uns zu einer Tasse Tee im Mechanikerraum ein, aber wir verneinten dankbar, da wir die unerwartet scheinende Sonne genießen wollten. Es dauerte nicht lange und Chris präsentierte uns einen etwa 8 cm langen Bolzen mit Mutter, der sich in unseren Reifen gerammt hatte. Nach ungefähr 20 Minuten war der Reifen wieder drauf. Da wir mit Ted noch ein nettes Pläuschchen hatten, schenkte er uns als Andenken nicht nur den Bolzen sondern auch den Firmenkalender der Werkstatt. Wie schon so oft, waren wir über die Freundlichkeit der Kiwis beeindruckt.
Am Nachmittag erreichten wir Pauanui, wo der Campingwagen stand. Hier hatten wir endlich wieder eine Toilette und eine heiße Dusche für uns ganz allein und merkten, dass das ein ganz schöner Luxus war. Das Wetter war noch so gut, dass wir einen kurzen Strandspaziergang machen konnten. Letztendlich waren wir über 200 km gefahren, so dass wir 1000 km nach der nächtlichen Fährfahrt in drei Tagen voll gemacht hatten. Das bedeutete, dass wir uns am Donnerstag einfach nur ausruhen wollten. Diese Entscheidung fiel uns nicht schwer, da es auch wieder angefangen hatte zu nieseln. Wir spazierten vormittags noch einmal kurz durchs Dorf und kauften uns ein Eis jeder und eine Zeitung im kleinen Supermarkt. Bis auf einen Lauf am Nachmittag war dann aber auch schon genug getan für den Tag.
Wir wollten allerdings die Coromandel Halbinsel nicht verlassen, ohne noch zwei vermeintliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Leider regnete es am Freitag wieder. Während ich wohl noch ein paar längere Minuten im Campingwagen ausgehalten hätte, musste sich die Husche bewegen. Wir fuhren zuerst zu Cathedral Cove, welche eine Sandbucht ist, dessen Sandstein vom Meer gezeichnet worden ist. Wir genossen den Spaziergang, mussten etwas durch den Busch klettern, da der Hauptweg beschädigt war, bevor wir den höhlenähnlichen Felsendurchbruch zwischen zwei Buchten erreichten. Während der ganzen Zeit waren natürlich auch andere Touristen dort unterwegs. Als allerdings eine Busladung Jugendlicher ankam, war es Zeit für uns zu gehen. Den zweiten Stopp machten wir am Hot Water Beach. Dort fließt aus einer unterirdischen Quelle kochend heißes Wasser ins Meer. Die Quelle kann aber nur bei Ebbe besucht werde. Obwohl diese gerade erst eingesetzt hatte und die besten Stellen erst spürbar wurden, hatte sich bereits eine wilde Gruppe mit Schaufeln bewaffnete, besessene Touristen versammelt. Diese buddelten sich Pools, in die sie sich setzen wollten, welche aber von den immer noch hohen Wellen weggespült wurden. Dies stoppte sie aber keinen Moment, so dass sie alle fünf Minuten mit neuen Pools begannen. Wir fühlten die Hitze im Sand und konnten kaum auf den Quellen stehen. Da es aber wieder begann zu regnen, verabschiedeten wir uns und kuschelten uns bei Keksen und Kaffee zurück in unseren Campingwagen.
Am Samstag fuhren wir dann zurück nach Auckland. Erholt von den letzten Tagen, hatten wir nun die undankbare Aufgabe, Paul verkaufen zu müssen. Wir wussten, dass das Ende der Saison angekommen ist und dass das Verkaufen unmöglich sein könnte. So fuhren wir am Sonntagmorgen zum Automarkt und waren kaum überrascht, dort dutzende Camper in unserer Situation vor zu finden. Wir wussten das Paulo sehr alt im Vergleich zu den anderen Autos ist, hatten ihn aber gekauft, da er sich durch seinen 4-Rad-Antrieb und die Bodenfreiheit von den meisten unterscheidet. Obwohl sich ein paar Leute Paul anschauten und einige sich nach ihm umdrehten, hatten wir keinen Erfolg. Es war der erste Versuch und wir hätten ihn wahrscheinlich auch nicht gekauft, da sein neuseeländischer TÜV Mitte Mai sowie seine Registrierung Ende April auslaufen.
Mit dem TÜV beschäftigten wir uns dann gestern. Es war ein bisschen unfair, dass sich genau gestern das Wetter wieder auf 20 Grad und Sonnenschein verbessert hat und wir nicht mehr am Strand sein konnten. Als Erstes fuhren wir zu einer offiziellen TÜV-Abnahmestelle. Wie wir vermutet aber nicht gehofft hatten, schaffte Paul diese Prüfung leider nicht. Allerdings waren die Gründe nicht die Schlimmsten. Ein Vorderreifen und ein Frontlicht mussten ersetzt werden. Wir machten uns gleich daran und telefonierten ein paar Läden nach Reifen aus zweiter Hand ab. Wir erfuhren das unser Modell kaum noch hergestellt wird, was uns beim Alter nicht wunderte. Allerdings wurden wir im Süden Aucklands fündig und machten uns sofort auf den Weg. Sie hatten zwei Reifen und wir entschieden uns, gleiche beide Frontreifen auswechseln zu lassen. Als der Reifenhändler unseren Wagen sah, meinte er auch sofort, dass wir mit einem Panzer unterwegs sind und dieser eigentlich im Irak sein sollte. Er empfahl uns auch gleich eine Werkstatt, die unser Licht reparierte. Im Gegensatz zu einem Austausch einer Glühbirne musste das ganze Licht ausgewechselt werden. Das hätten wir wahrscheinlich auch selbst hinbekommen, aber da die Jungs freundlich und schnell bei der Hand waren, ließen wir es von ihnen erledigen.
Heute sind wir dann noch einmal zum TÜV gefahren und haben die Plakette für die nächsten 6 Monate erhalten. Juchhuu! Wir ließen auch gleich die Registrierung um weitere 3 Monate verlängern. Jetzt haben wir unsere Hausaufgaben erledigt. Obwohl die Ausgaben sich in Grenzen gehalten haben und sie nicht zu kompliziert zu organisieren waren, läppern sie sich doch zusammen. Leider müssen wir auch noch mit dem Preis runter, um bessere Chancen zu haben. Wir hätten uns unsere letzten Tage in Neuseeland entspannter vorgestellt, wussten aber, welches Risiko wir mit Paul eingegangen sind. Wir überlegen uns auch noch ein paar andere Lösung, falls wir diese Woche nicht erfolgreich sein sollten, da im September in Neuseeland die Rugby WM statt findet und der Markt für Campervans ein ganz anderer ist als jetzt.
Am Wochenende werden wir euch dann berichten, zu welchem Ergebnis unsere Versuche geführt haben. Bis dahin grüßen Euch
Anja und Patrice
Unser Ziel war, in der Nähe Napiers zu übernachten. Nach fast 400 km kamen wir dort gegen Mittag an. Während uns die Südinsel mit ein paar sonnigen Tagen verabschiedet hatte, setzt in Napier ein herbstlicher Regen ein, der uns für die nächsten 48 Stunden pausenlos begleiten sollte. Die Wettervorhersage versprach keine Besserung und Niederschlag in ganz Neuseeland bis zum Wochenende. Wir ließen uns durch dieses miesepetrige Situation allerdings nicht die Laune verderben. Wir schauten uns Napier kurz an, dass für seine Art-Deco Gebäude berühmt ist.
Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten, fuhren wir auf einen Campingplatz in der Nähe Napiers. Da es vom Himmel goss, konnten wir leider unsere durch die letzte Nacht steifen Gliedmaßen nicht bei einer kurzen Wanderung bewegen. Ein Zelt bezeichnet als Speisekabine, die wir mit Paulo erworben hatten, konnten wir endlich mal aufbauen und uns so beim Kochen und Essen etwas vom Regen schützen. Wir machten uns ein Chili con Carne und waren über dessen gute Qualität überrascht. Total müde vielen wir nach dem Essen in unser Bett.
Am Dienstag wollten wir eigentlich in den Te Urewera Nationalpark, den noch einzig existierenden Primärwald (Urregendwald) in Neuseeland. Das Wetter machte uns aber einen Strich durch die Rechnung, denn es regnete immer noch. Obwohl wir die feste Absicht hatten, eine Wanderung auch im Regen zu machen, änderten wir unsere Pläne kurz vor Erreichen des Nationalparks. Wir wussten nicht, wie der Zustand des 100 km langen Feldweges durch den Regenwald war und wollten uns und Paulo diese Strapazen nicht aufzwängen.
Durch unsere neuen Pläne fuhren wir weiter in Richtung Gisborne, wo der Regen nur noch stärker wurde. Paulos Scheibenwischer hatten einiges zu tun, während wir nur graue Wolken und verregnete Landschaften sahen. Anja und ich entschieden uns, nach den 400 km weitere 400 km in Richtung Nordosten in Richtung Bay of Plenty (Bucht des Überflusses) zu fahren, welches eine wichtige Anbauregion ist. Wir quälten uns durch die Berge und hatten keine Hoffnung auf eine Wetterbesserung. Als wir allerdings das Tal auf der anderen Seite der Berggipfel erreichten, glaubten wir unseren Augen nicht. Zuerst hörte der Regen auf und dann erhellten sich die Wolken. Irgendwann rissen diese dann auf und die Sonne lugte hindurch. Anja und ich wären über eine Regenpause froh gewesen. Aber das sogar die Sonne schien, konnten wir gar nicht richtig fassen. Voller Überschwänglichkeit erreichten wir die Küste der Bucht und genossen das Kitzeln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Wir übernachteten auf einem Campingplatz hinter Dünen und konnten uns endlich bei einem Strandlauf frei bewegen.
Unser Ziel für den Mittwoch war klar gewesen. Wir wollten zu Dans Campingwagen, der auf der Coromandel Halbinsel, einem beliebten Wochenendziel der Aucklander, steht. Er hatte uns den Schlüssel dafür gegeben. Im Ort Mt. Manganui, welcher ein beliebtes Urlaubsziel ist, da er einen tollen Strand hat, füllten wir wieder unsere Vorräte auf. Auf dem Parkplatz sah ich, dass ein Reifen bedenklich wenig Luftdruck hatte. Da wir auch Tanken mussten, füllte ich diesen sowie die anderen drei Reifen nochmals, so dass wir sorgenfrei weiter fahren konnten.
Wir hatten kein Obst für das Früchtemonster unter uns im Supermarkt besorgt, so dass wir außerorts im nächst besten Geschäft noch einmal anhielten. Beim Aussteigen hörten wir ein Zischen und wussten sofort, woher dieses kam. Wir brauchten auch nicht lange nach dem Übeltäter zu suchen, denn ein metallener Nagelkopf schaute uns frech aus unserem Reifen an. Die Frau im Obstgeschäft verwies uns an Ted, dessen Werkstatt glücklicher Weise nur 3 Minuten entfernt war. Ted, etwa 60, empfing uns freundlich und beauftragte seinen vermutlichen Bruder oder Nachbarn Chris, mit der Reparatur zu beginnen. Er lud uns zu einer Tasse Tee im Mechanikerraum ein, aber wir verneinten dankbar, da wir die unerwartet scheinende Sonne genießen wollten. Es dauerte nicht lange und Chris präsentierte uns einen etwa 8 cm langen Bolzen mit Mutter, der sich in unseren Reifen gerammt hatte. Nach ungefähr 20 Minuten war der Reifen wieder drauf. Da wir mit Ted noch ein nettes Pläuschchen hatten, schenkte er uns als Andenken nicht nur den Bolzen sondern auch den Firmenkalender der Werkstatt. Wie schon so oft, waren wir über die Freundlichkeit der Kiwis beeindruckt.
Am Nachmittag erreichten wir Pauanui, wo der Campingwagen stand. Hier hatten wir endlich wieder eine Toilette und eine heiße Dusche für uns ganz allein und merkten, dass das ein ganz schöner Luxus war. Das Wetter war noch so gut, dass wir einen kurzen Strandspaziergang machen konnten. Letztendlich waren wir über 200 km gefahren, so dass wir 1000 km nach der nächtlichen Fährfahrt in drei Tagen voll gemacht hatten. Das bedeutete, dass wir uns am Donnerstag einfach nur ausruhen wollten. Diese Entscheidung fiel uns nicht schwer, da es auch wieder angefangen hatte zu nieseln. Wir spazierten vormittags noch einmal kurz durchs Dorf und kauften uns ein Eis jeder und eine Zeitung im kleinen Supermarkt. Bis auf einen Lauf am Nachmittag war dann aber auch schon genug getan für den Tag.
Wir wollten allerdings die Coromandel Halbinsel nicht verlassen, ohne noch zwei vermeintliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Leider regnete es am Freitag wieder. Während ich wohl noch ein paar längere Minuten im Campingwagen ausgehalten hätte, musste sich die Husche bewegen. Wir fuhren zuerst zu Cathedral Cove, welche eine Sandbucht ist, dessen Sandstein vom Meer gezeichnet worden ist. Wir genossen den Spaziergang, mussten etwas durch den Busch klettern, da der Hauptweg beschädigt war, bevor wir den höhlenähnlichen Felsendurchbruch zwischen zwei Buchten erreichten. Während der ganzen Zeit waren natürlich auch andere Touristen dort unterwegs. Als allerdings eine Busladung Jugendlicher ankam, war es Zeit für uns zu gehen. Den zweiten Stopp machten wir am Hot Water Beach. Dort fließt aus einer unterirdischen Quelle kochend heißes Wasser ins Meer. Die Quelle kann aber nur bei Ebbe besucht werde. Obwohl diese gerade erst eingesetzt hatte und die besten Stellen erst spürbar wurden, hatte sich bereits eine wilde Gruppe mit Schaufeln bewaffnete, besessene Touristen versammelt. Diese buddelten sich Pools, in die sie sich setzen wollten, welche aber von den immer noch hohen Wellen weggespült wurden. Dies stoppte sie aber keinen Moment, so dass sie alle fünf Minuten mit neuen Pools begannen. Wir fühlten die Hitze im Sand und konnten kaum auf den Quellen stehen. Da es aber wieder begann zu regnen, verabschiedeten wir uns und kuschelten uns bei Keksen und Kaffee zurück in unseren Campingwagen.
Am Samstag fuhren wir dann zurück nach Auckland. Erholt von den letzten Tagen, hatten wir nun die undankbare Aufgabe, Paul verkaufen zu müssen. Wir wussten, dass das Ende der Saison angekommen ist und dass das Verkaufen unmöglich sein könnte. So fuhren wir am Sonntagmorgen zum Automarkt und waren kaum überrascht, dort dutzende Camper in unserer Situation vor zu finden. Wir wussten das Paulo sehr alt im Vergleich zu den anderen Autos ist, hatten ihn aber gekauft, da er sich durch seinen 4-Rad-Antrieb und die Bodenfreiheit von den meisten unterscheidet. Obwohl sich ein paar Leute Paul anschauten und einige sich nach ihm umdrehten, hatten wir keinen Erfolg. Es war der erste Versuch und wir hätten ihn wahrscheinlich auch nicht gekauft, da sein neuseeländischer TÜV Mitte Mai sowie seine Registrierung Ende April auslaufen.
Mit dem TÜV beschäftigten wir uns dann gestern. Es war ein bisschen unfair, dass sich genau gestern das Wetter wieder auf 20 Grad und Sonnenschein verbessert hat und wir nicht mehr am Strand sein konnten. Als Erstes fuhren wir zu einer offiziellen TÜV-Abnahmestelle. Wie wir vermutet aber nicht gehofft hatten, schaffte Paul diese Prüfung leider nicht. Allerdings waren die Gründe nicht die Schlimmsten. Ein Vorderreifen und ein Frontlicht mussten ersetzt werden. Wir machten uns gleich daran und telefonierten ein paar Läden nach Reifen aus zweiter Hand ab. Wir erfuhren das unser Modell kaum noch hergestellt wird, was uns beim Alter nicht wunderte. Allerdings wurden wir im Süden Aucklands fündig und machten uns sofort auf den Weg. Sie hatten zwei Reifen und wir entschieden uns, gleiche beide Frontreifen auswechseln zu lassen. Als der Reifenhändler unseren Wagen sah, meinte er auch sofort, dass wir mit einem Panzer unterwegs sind und dieser eigentlich im Irak sein sollte. Er empfahl uns auch gleich eine Werkstatt, die unser Licht reparierte. Im Gegensatz zu einem Austausch einer Glühbirne musste das ganze Licht ausgewechselt werden. Das hätten wir wahrscheinlich auch selbst hinbekommen, aber da die Jungs freundlich und schnell bei der Hand waren, ließen wir es von ihnen erledigen.
Heute sind wir dann noch einmal zum TÜV gefahren und haben die Plakette für die nächsten 6 Monate erhalten. Juchhuu! Wir ließen auch gleich die Registrierung um weitere 3 Monate verlängern. Jetzt haben wir unsere Hausaufgaben erledigt. Obwohl die Ausgaben sich in Grenzen gehalten haben und sie nicht zu kompliziert zu organisieren waren, läppern sie sich doch zusammen. Leider müssen wir auch noch mit dem Preis runter, um bessere Chancen zu haben. Wir hätten uns unsere letzten Tage in Neuseeland entspannter vorgestellt, wussten aber, welches Risiko wir mit Paul eingegangen sind. Wir überlegen uns auch noch ein paar andere Lösung, falls wir diese Woche nicht erfolgreich sein sollten, da im September in Neuseeland die Rugby WM statt findet und der Markt für Campervans ein ganz anderer ist als jetzt.
Am Wochenende werden wir euch dann berichten, zu welchem Ergebnis unsere Versuche geführt haben. Bis dahin grüßen Euch
Anja und Patrice
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