Samstag, 12. Februar 2011
A, P & P - Die Ritter der Nebenstrassen
anjapat, 04:55h
Nachdem wir am Montag Paul auf unsere Namen umgeschrieben und die letzten Besorgungen gemacht hatten, verließen wir am Dienstag Auckland in Richtung Süden. Ein Freund meinte, dass das A-Team angerufen hätten und sie ihren Wagen zurückverlangen würden. B.A. wird allerdings nichts dagegen haben, wenn wir ihn in den nächsten 8 Wochen nutzen. Neben Lebensmitteln hatten wir auch ein paar weitere Utensilien eingekauft, wie z.B. einen kleinen Transformator, so dass wir per Zigarettenanzünder sogar Computer und Fotoaparat unterwegs aufladen können. Auf der Autobahn brummte unser Paulo so vor sich hin, jedoch strapazierten wir den älteren Herrn nicht über 90 Stundenkilometer. Wir haben ja Zeit.
Unser erster Stop war der Ort Raglan an der Westküste, dessen Brandung weltberühmt bei Surfern ist. Begeistert beobachteten wir die Wasserfanatiker von einem Hügel aus, die stecknadelgroß im Wasser schwammen und auf die perfekte Welle warteten. Dort wollten wir übernachten, jedoch verbaten uns mehrere Schilder, auf den Parkplätzen zu bleiben. Da der dortige Campingplatz zu überteuert war und wir dort sowieso nicht übernachten wollten, fuhren wir weiter. Aus der Teerstrasse wurde ein Feldweg, worauf sich unser Allrad-Paulo richtig wohlfühlte. Der Weg schlängelte sich an der Küste entlang und bot fantastische Ausblicke auf die tasmanische See. Eine Stelle schien uns sehr gut geeignet, so dass wir dort anhielten und unseren Schlafplatz gefunden hatten. Ein bisschen mulmig war uns schon, da wir so wild übernachten wollten. Aber das war das Abenteuer und die Freiheit, die wir gesucht hatten. Wir dachten uns, wenn es jemanden nicht gefiel, dass wir dort bleiben würden, dann würde sich derjenige schon melden.
Da sowohl ein Gaskocher sowie ein Grill zu unserer Ausstattung gehören, haben wir Essens-technisch eine großzügige Auswahl. An diesem Abend entschieden wir uns fürs Grillen, da wir Hühnchenspieße und Würstchen in unserer Kühlbox hatten. Während ich die Briketts anfeuerte, bereitete Anja Gemüse und ein paar Brote zu. Trotz einer windigen Umgebung genossen wir unser erstes Abendbrot als Camper mit einem schönen Ausblick über das Meer. Bis auf zwei Autos war der Feldweg nicht befahren. Eines davon, gehörte dem hiesigen Bauern, der uns nur zuwinkte und somit verständlich machte, dass er kein Problem mit unserer Anwesenheit hatte. Nichtdestotrotz schliefen wir in der ersten Nacht ein wenig unruhig, obwohl wir uns gemütlich in das weiche Bett gekuschelt hatten. Zum einen lag es sicher an der ungewohnten Umgebung und zum anderen trugen der Wind und unbekannte Geräusche ihr Übriges dazu bei.
Am nächsten Morgen ging es weiter an Feldern vorbei, auf denen mächtige Kühe und Schafe weideten. Wir mussten unweigerlich an die armen Geschöpfe in Indien denken, die hauptsächlich aus Haut und Knochen bestanden. Hier standen ihre Verwandten mit einem kräftig glänzenden Fell auf saftigen Weiden. Wir dachten uns, welch tolle Umgebung und Bedingungen es hier für diese Tiere doch gibt. Wir frühstückten an einem verlassenen Strand, der wie alle Strände an der Westküste aus schwarzem Sand bestand. Es ist ein ungewohnter Anblick, da wir schwarzen Sand mit Dreck in Verbindung bringen. Der Grund für die Farbe ist allerdings das vulkanische Gestein, dass überall in Neuseeland zu finden ist. Eigentlich sind die kompletten Inseln vulkanischen Ursprungs und für Geologen und Fossiliensammler ein Paradies. Über die Jahre hat Mutter Natur durch ihre Vegetation, Erd- und Wasserbewegungen die Landschaft gestaltet und wir können jetzt ihre Ergebnisse bestaunen. Zum Beispiel besuchten wir den Bridal Veil Wasserfall, der sich 55 Meter über das Ende einer Lavazunge in die Tiefe stürzt. Ihm passiert allerdings nichts, da er am Fuße in einem Pool mündet und dann als Fluss weiter talabwärts fließt.
Weiter ging es an der Küste in den kleinen Ort Kawhia. Dieser ist wunderbar an einer Bucht gelegen und überzeugte uns durch seinen Sonnenschein und entspanntes Gemüt. Von der Tankstellendame bekamen wir die Auskunft, dass es dort sehr ruhig wäre. Um ehrlich zu sein, hätten wir uns auch nichts anderes vorstellen können. Wir entdeckten am Ufer ein Holzhaus mit der Aufschrift Museum und ließen uns die Gelegenheit nicht nehmen, etwas lokale Kultur aufzunehmen. Wir waren überrascht, dass sich der Ort ein Wochenende im Januar in ein Mekka von über 100.000 Besuchern verwandelt, da dort dann eine traditionelle Regatta mit Walfangbooten stattfindet. Diese geht in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Die Boote werden allerdings nur noch für Rennzwecke verwendet, da Neuseeland seit Jahren nicht mehr zu den Walfangnationen gehört.
Unser zweiter Übernachtungsplatz war komplett anders als der erste. Dieser war nämlich in einem Wald und an einem Bach in den Bergen versteckt. Wir hatten Glück, dass wir dieses paradiesische Fleckchen entdeckten. Allerdings war es wohl kein Geheimtipp, da wir relativ frische Autospuren vorfanden. Diese machten den Schlafplatz für uns zumindestens semi-offziell. Auch fanden wir keine Verbotszeichen, dass wir dort nicht hätten schlafen dürfen. Wir bauten wieder unsere kleine Küche auf und kochten uns ein paar Nudeln. An diesem Ort fiel uns besonders auf, dass es sehr gut ist, dass es in Neuseeland keine wilden Tiere, wie Bären, Tiger oder Elefanten gibt. Zum Einen können wir ungestört in der Wildnis hausen. Zum Anderen erschrecken sich die armen Tiere nicht, falls sie uns dort bei der abendlichen Toilette überrascht hätten. Bilder gibt es davon auch nicht, da wir auch euch nicht erschrecken wollen.
Unser Frühstück nahmen wir am nächsten Morgen wieder an einem Strand zu uns. Dieses Mal war es allerdings in einem Ort und die "No Camping"-Schilder wiesen ausdrücklich darauf hin, dass Nachtgäste nicht so sehr erwünscht waren. Da wir allerdings nur eine Stunde dort blieben, hatten wir nur kleine Bedenken. Unsere Zweifel waren aber total unbegründet, denn jeder Kiwi (Neuseeländer), der an uns vorbeikam, grüßte freundlich. Ein Pärchen war sogar von unserer Ausstattung äusserst begeistert und wünschte uns eine tolle Zeit. So eine Gastfreundschaft nahmen wir gern an und freuten uns über die warmen Gesten.
An diesem Tag (Donnerstag) war unser Ziel New Plymouth, eine Stadt im westlichsten Zipfel der Nordinsel. Dort gingen wir mal wieder shoppen und füllten unsere Vorräte auf. Da wir allerdings nicht nur im Auto durch Neuseeland reisen sondern auch die Natur erleben wollten, fuhren wir zum Berg Taranaki. Dieser Vulkan trohnt mit seinen über 2500 m über allem an der Westküste und ist der Grund, warum die Nordinsel auf der Landkarte dort eine Beule hat. Wir entschieden uns für eine 2 Stunden lange Wanderung und konnten in die bizarre Bergvegetation eintauchen. Wir waren fasziniert, wie die Bäume von Mosen bewachsen waren und wie unwirklich sie uns beeindruckten. Leider sahen wir die Spitze des Berges dort oben nicht, da sie wolkenverhangen war.
Wir fuhren zurück an die Küste und fanden im kleinen Örtchen Waitara einen hervorragenden Schlafplatz. Es war der hiesige Park mit Spiel- und Angelplätzen, der von den Surfern als Basis genutzt wurde. Wir waren überrascht, dass es dort keine Verbotsschilder gab, da auch ein Campingplatz ganz in der Nähe war. Wieder waren unsere etwaigen Zweifel völlig unbegründet, da wir von so vielen Anwohnern freundlich gegrüßt wurden. Selbst die örtliche Dorfjugend, die ein paar Getränke im Abendlicht bei lauter Musik vernichtete, grüßte freundlich rüber. Es war ein gutes Gefühl und wir konnten beruhigt in der Zivilisation übernachten. Wir grillten uns ein schönes Steak, freuten uns über die jetzt sichtbare Spitze des Taranaki in der Ferne und genossen den Sonnenuntergang bei einem schönen Abendspaziergang. Ein paar Angler blieben über Nacht, so dass wir dieses Mal nicht allein und überraschenderweise noch ruhiger schlafen konnten.
Gestern haben wir uns wieder Richtung Landesinnere auf den Weg gemacht und sind den "Vergessenen Highway" entlang gefahren. Dieser kurvt idyllisch über grüne Hügel und durch bewaldete Schluchten an kleinen Orten vorbei. Einer dieser Orte ist Whangamomona. Das Lustige an diesem Dorf ist, dass die Bewohner 1989 mit einer Gebietsreform der Regierung nicht einverstanden gewesen sind und daraufhin die Unabhängigkeit und eine eigene Republik erklärt haben. Zwar leben dort nur 170 Leute, aber im lokalen Pub, dem Whangamomona Hotel, bekommen Touristen einen offiziellen Stempel für den Reisepass. Selbstverständlich haben auch wir uns unseren Stempel abgeholt.
Da wir es bis zum See Taupo geschafft hatten, übernachteten wir dort an seinen Ufern. Leider nieselte es ein wenig, was uns aber nicht abschreckte, da sowohl eine Zeltplane als auch ein Pavillion zu unserer Ausstattung gehört. Erstere konnten wir dieses Mal zum Einsatz bringen und unser Abendmahl im Trockenen mit Blick zum See zubereiten. Es gab übrigens leckere Bratkartoffeln. Wieder wurden wir von Anglern freundlich gegrüßt, die zufällig aus Italien und Norwegen stammten.
Nach einem kleinen Lauf heute Morgen, ließ ich mir es nicht nehmen, in den See zu springen. Das Wasser war frisch aber unglaublich klar und eine willkommene Abkühlung. Nach unserem Frühstück fuhren wir nach Tokaanu, wo es durch die vulkanischen Aktivitäten heiße Thermalquellen gibt. Wir genossen das 40 Grad warme Wasser und fühlten uns wie in unserer eigenen Badewanne. Beim Rundgang um die Anlage entdeckten wir neben den ursprünglichen heißen Quellen auch Schlammlöcher, die ständig vor sich hin gluckerten.
An diesem Wochenende besuchen wir meinen ehemaligen Manager Marcel und dessen Familie, worauf ich mich wahnsinnig freue. Als wir uns damals kennen gelernt hatten, entwickelte sich sofort mehr als nur ein kollegiales Verhältnis. Als ich das zweite Mal in Neuseeland war, durfte ich mit ihm und seiner Familie Weihnachten verbringen. Ich freue mich sehr, ihn nach so vielen Jahren wieder zu sehen und besonders, dass Anja ihn nun endlich kennen lernen kann.
Unsere erste Woche hat uns schon einige schöne Orte in Neuseeland beschert. Paul lief ohne Probleme, jedoch werden wir ihn vorsichtshalber mal durchchecken lassen. Er ist ein besonderer Teil von uns geworden, da er uns von A nach B bringt, unsere Nahrung beherbergt und uns ein gemütliches Nachtlager bietet. Wir sind sehr dankbar darüber. In dieser Woche erlebten wir sehr diverse Schlafplätze, die uns alle eine besondere Unterkunft boten. Das Schönste dabei ist, dass wir, egal wo wir anhielten, auf freundliche Kiwis trafen, die uns eine gute Reise wünschte. Jede unsere Bedenken waren unnötig gewesen, was dieses Land so traumhaft und entspannt zum Reisen für uns macht.
Nächste Woche werden wir in den Tongario Nationalpark fahren und dort mehrere Wanderungen machen, bevor wir am Wochenende in Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, sein werden.
Bis dahin wünschen wir Euch Alles Gute und senden beste Grüße
Anja und Patrice
Unser erster Stop war der Ort Raglan an der Westküste, dessen Brandung weltberühmt bei Surfern ist. Begeistert beobachteten wir die Wasserfanatiker von einem Hügel aus, die stecknadelgroß im Wasser schwammen und auf die perfekte Welle warteten. Dort wollten wir übernachten, jedoch verbaten uns mehrere Schilder, auf den Parkplätzen zu bleiben. Da der dortige Campingplatz zu überteuert war und wir dort sowieso nicht übernachten wollten, fuhren wir weiter. Aus der Teerstrasse wurde ein Feldweg, worauf sich unser Allrad-Paulo richtig wohlfühlte. Der Weg schlängelte sich an der Küste entlang und bot fantastische Ausblicke auf die tasmanische See. Eine Stelle schien uns sehr gut geeignet, so dass wir dort anhielten und unseren Schlafplatz gefunden hatten. Ein bisschen mulmig war uns schon, da wir so wild übernachten wollten. Aber das war das Abenteuer und die Freiheit, die wir gesucht hatten. Wir dachten uns, wenn es jemanden nicht gefiel, dass wir dort bleiben würden, dann würde sich derjenige schon melden.
Da sowohl ein Gaskocher sowie ein Grill zu unserer Ausstattung gehören, haben wir Essens-technisch eine großzügige Auswahl. An diesem Abend entschieden wir uns fürs Grillen, da wir Hühnchenspieße und Würstchen in unserer Kühlbox hatten. Während ich die Briketts anfeuerte, bereitete Anja Gemüse und ein paar Brote zu. Trotz einer windigen Umgebung genossen wir unser erstes Abendbrot als Camper mit einem schönen Ausblick über das Meer. Bis auf zwei Autos war der Feldweg nicht befahren. Eines davon, gehörte dem hiesigen Bauern, der uns nur zuwinkte und somit verständlich machte, dass er kein Problem mit unserer Anwesenheit hatte. Nichtdestotrotz schliefen wir in der ersten Nacht ein wenig unruhig, obwohl wir uns gemütlich in das weiche Bett gekuschelt hatten. Zum einen lag es sicher an der ungewohnten Umgebung und zum anderen trugen der Wind und unbekannte Geräusche ihr Übriges dazu bei.
Am nächsten Morgen ging es weiter an Feldern vorbei, auf denen mächtige Kühe und Schafe weideten. Wir mussten unweigerlich an die armen Geschöpfe in Indien denken, die hauptsächlich aus Haut und Knochen bestanden. Hier standen ihre Verwandten mit einem kräftig glänzenden Fell auf saftigen Weiden. Wir dachten uns, welch tolle Umgebung und Bedingungen es hier für diese Tiere doch gibt. Wir frühstückten an einem verlassenen Strand, der wie alle Strände an der Westküste aus schwarzem Sand bestand. Es ist ein ungewohnter Anblick, da wir schwarzen Sand mit Dreck in Verbindung bringen. Der Grund für die Farbe ist allerdings das vulkanische Gestein, dass überall in Neuseeland zu finden ist. Eigentlich sind die kompletten Inseln vulkanischen Ursprungs und für Geologen und Fossiliensammler ein Paradies. Über die Jahre hat Mutter Natur durch ihre Vegetation, Erd- und Wasserbewegungen die Landschaft gestaltet und wir können jetzt ihre Ergebnisse bestaunen. Zum Beispiel besuchten wir den Bridal Veil Wasserfall, der sich 55 Meter über das Ende einer Lavazunge in die Tiefe stürzt. Ihm passiert allerdings nichts, da er am Fuße in einem Pool mündet und dann als Fluss weiter talabwärts fließt.
Weiter ging es an der Küste in den kleinen Ort Kawhia. Dieser ist wunderbar an einer Bucht gelegen und überzeugte uns durch seinen Sonnenschein und entspanntes Gemüt. Von der Tankstellendame bekamen wir die Auskunft, dass es dort sehr ruhig wäre. Um ehrlich zu sein, hätten wir uns auch nichts anderes vorstellen können. Wir entdeckten am Ufer ein Holzhaus mit der Aufschrift Museum und ließen uns die Gelegenheit nicht nehmen, etwas lokale Kultur aufzunehmen. Wir waren überrascht, dass sich der Ort ein Wochenende im Januar in ein Mekka von über 100.000 Besuchern verwandelt, da dort dann eine traditionelle Regatta mit Walfangbooten stattfindet. Diese geht in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Die Boote werden allerdings nur noch für Rennzwecke verwendet, da Neuseeland seit Jahren nicht mehr zu den Walfangnationen gehört.
Unser zweiter Übernachtungsplatz war komplett anders als der erste. Dieser war nämlich in einem Wald und an einem Bach in den Bergen versteckt. Wir hatten Glück, dass wir dieses paradiesische Fleckchen entdeckten. Allerdings war es wohl kein Geheimtipp, da wir relativ frische Autospuren vorfanden. Diese machten den Schlafplatz für uns zumindestens semi-offziell. Auch fanden wir keine Verbotszeichen, dass wir dort nicht hätten schlafen dürfen. Wir bauten wieder unsere kleine Küche auf und kochten uns ein paar Nudeln. An diesem Ort fiel uns besonders auf, dass es sehr gut ist, dass es in Neuseeland keine wilden Tiere, wie Bären, Tiger oder Elefanten gibt. Zum Einen können wir ungestört in der Wildnis hausen. Zum Anderen erschrecken sich die armen Tiere nicht, falls sie uns dort bei der abendlichen Toilette überrascht hätten. Bilder gibt es davon auch nicht, da wir auch euch nicht erschrecken wollen.
Unser Frühstück nahmen wir am nächsten Morgen wieder an einem Strand zu uns. Dieses Mal war es allerdings in einem Ort und die "No Camping"-Schilder wiesen ausdrücklich darauf hin, dass Nachtgäste nicht so sehr erwünscht waren. Da wir allerdings nur eine Stunde dort blieben, hatten wir nur kleine Bedenken. Unsere Zweifel waren aber total unbegründet, denn jeder Kiwi (Neuseeländer), der an uns vorbeikam, grüßte freundlich. Ein Pärchen war sogar von unserer Ausstattung äusserst begeistert und wünschte uns eine tolle Zeit. So eine Gastfreundschaft nahmen wir gern an und freuten uns über die warmen Gesten.
An diesem Tag (Donnerstag) war unser Ziel New Plymouth, eine Stadt im westlichsten Zipfel der Nordinsel. Dort gingen wir mal wieder shoppen und füllten unsere Vorräte auf. Da wir allerdings nicht nur im Auto durch Neuseeland reisen sondern auch die Natur erleben wollten, fuhren wir zum Berg Taranaki. Dieser Vulkan trohnt mit seinen über 2500 m über allem an der Westküste und ist der Grund, warum die Nordinsel auf der Landkarte dort eine Beule hat. Wir entschieden uns für eine 2 Stunden lange Wanderung und konnten in die bizarre Bergvegetation eintauchen. Wir waren fasziniert, wie die Bäume von Mosen bewachsen waren und wie unwirklich sie uns beeindruckten. Leider sahen wir die Spitze des Berges dort oben nicht, da sie wolkenverhangen war.
Wir fuhren zurück an die Küste und fanden im kleinen Örtchen Waitara einen hervorragenden Schlafplatz. Es war der hiesige Park mit Spiel- und Angelplätzen, der von den Surfern als Basis genutzt wurde. Wir waren überrascht, dass es dort keine Verbotsschilder gab, da auch ein Campingplatz ganz in der Nähe war. Wieder waren unsere etwaigen Zweifel völlig unbegründet, da wir von so vielen Anwohnern freundlich gegrüßt wurden. Selbst die örtliche Dorfjugend, die ein paar Getränke im Abendlicht bei lauter Musik vernichtete, grüßte freundlich rüber. Es war ein gutes Gefühl und wir konnten beruhigt in der Zivilisation übernachten. Wir grillten uns ein schönes Steak, freuten uns über die jetzt sichtbare Spitze des Taranaki in der Ferne und genossen den Sonnenuntergang bei einem schönen Abendspaziergang. Ein paar Angler blieben über Nacht, so dass wir dieses Mal nicht allein und überraschenderweise noch ruhiger schlafen konnten.
Gestern haben wir uns wieder Richtung Landesinnere auf den Weg gemacht und sind den "Vergessenen Highway" entlang gefahren. Dieser kurvt idyllisch über grüne Hügel und durch bewaldete Schluchten an kleinen Orten vorbei. Einer dieser Orte ist Whangamomona. Das Lustige an diesem Dorf ist, dass die Bewohner 1989 mit einer Gebietsreform der Regierung nicht einverstanden gewesen sind und daraufhin die Unabhängigkeit und eine eigene Republik erklärt haben. Zwar leben dort nur 170 Leute, aber im lokalen Pub, dem Whangamomona Hotel, bekommen Touristen einen offiziellen Stempel für den Reisepass. Selbstverständlich haben auch wir uns unseren Stempel abgeholt.
Da wir es bis zum See Taupo geschafft hatten, übernachteten wir dort an seinen Ufern. Leider nieselte es ein wenig, was uns aber nicht abschreckte, da sowohl eine Zeltplane als auch ein Pavillion zu unserer Ausstattung gehört. Erstere konnten wir dieses Mal zum Einsatz bringen und unser Abendmahl im Trockenen mit Blick zum See zubereiten. Es gab übrigens leckere Bratkartoffeln. Wieder wurden wir von Anglern freundlich gegrüßt, die zufällig aus Italien und Norwegen stammten.
Nach einem kleinen Lauf heute Morgen, ließ ich mir es nicht nehmen, in den See zu springen. Das Wasser war frisch aber unglaublich klar und eine willkommene Abkühlung. Nach unserem Frühstück fuhren wir nach Tokaanu, wo es durch die vulkanischen Aktivitäten heiße Thermalquellen gibt. Wir genossen das 40 Grad warme Wasser und fühlten uns wie in unserer eigenen Badewanne. Beim Rundgang um die Anlage entdeckten wir neben den ursprünglichen heißen Quellen auch Schlammlöcher, die ständig vor sich hin gluckerten.
An diesem Wochenende besuchen wir meinen ehemaligen Manager Marcel und dessen Familie, worauf ich mich wahnsinnig freue. Als wir uns damals kennen gelernt hatten, entwickelte sich sofort mehr als nur ein kollegiales Verhältnis. Als ich das zweite Mal in Neuseeland war, durfte ich mit ihm und seiner Familie Weihnachten verbringen. Ich freue mich sehr, ihn nach so vielen Jahren wieder zu sehen und besonders, dass Anja ihn nun endlich kennen lernen kann.
Unsere erste Woche hat uns schon einige schöne Orte in Neuseeland beschert. Paul lief ohne Probleme, jedoch werden wir ihn vorsichtshalber mal durchchecken lassen. Er ist ein besonderer Teil von uns geworden, da er uns von A nach B bringt, unsere Nahrung beherbergt und uns ein gemütliches Nachtlager bietet. Wir sind sehr dankbar darüber. In dieser Woche erlebten wir sehr diverse Schlafplätze, die uns alle eine besondere Unterkunft boten. Das Schönste dabei ist, dass wir, egal wo wir anhielten, auf freundliche Kiwis trafen, die uns eine gute Reise wünschte. Jede unsere Bedenken waren unnötig gewesen, was dieses Land so traumhaft und entspannt zum Reisen für uns macht.
Nächste Woche werden wir in den Tongario Nationalpark fahren und dort mehrere Wanderungen machen, bevor wir am Wochenende in Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, sein werden.
Bis dahin wünschen wir Euch Alles Gute und senden beste Grüße
Anja und Patrice
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