Freitag, 24. Dezember 2010
Fröhliche Weihnachten!
anjapat, 13:45h
Hallo Ihr Lieben,
wir wünschen Euch eine schöne Weihnachtszeit aus Luang Prabang in Laos. Wir hoffen, dass ihr Euch erholen und füllen könnt, ohne dabei viel Stress zu erleben. Wie geschrieben, begehen Anja und ich die Weihnachtszeit im lauschigen Luang Prabang. Gestern Abend haben wir die Feiertage sogar mit einem Glühwein und einer ordentlichen Bratwurst eingeläutet. Unglaublicherweise haben wir den Stand eines deutschen Reiseanbieters auf dem Nachtmarkt gefunden, der von einem deutschen Metzger beliefert wird. Was für ein Auftakt!
Vor einer Woche sind wir hier in Laos und in Luang Prabang angekommen. Uns war dieser Ort von Anfang an sehr sympathisch, da alles etwas langsamer abläuft und ruhiger ist. Im Gegensatz zum hektischen Vietnam, wo wir ein schlechtes Gewissen hatten, wenn wir gegen 8:30 zum Frühstück schlenderten, fängt hier in Laos nichts vor 9 Uhr an. Schön! Die Altstadt Luang Prabangs ist Weltkulturerbe, da viele französische und vietnamesische Kolonialbauten erhalten blieben. Zum Anderen war es der Sitz des laotischen Königs und Zentrum des hiesigen Buddhismus, so dass es neben dem Königspalast unzählige Tempel gibt. Ein Highlight dieses Ortes ist der tägliche Sonnenuntergang über dem großen Fluß Mekong umrahmt von bewaldeten Hügeln, zu dem wir Touristen auf den heiligen Berg Phousi mit seinem Tempel pilgern, um von dort die beste Aussicht zu genießen. Ansonsten gibt es wieder viele süße Restaurants, Handwerkerlädchen und tolle Villen, die eine Unterkunft bieten. Ein weiteres Highlight ist der täglich stattfindende Nachtmarkt, auf dem die lokalen Frauen handwerkliche Produkte wie Taschen, Kleider, Bettzeug, Stofftiere, selbstgebastelte Lampen, Ringe, Ketten und viele andere Sachen, um die eigenen vier Wände zu verschönen, anbieten. Dieser Nachtmarkt war für uns der Weihnachtsmarktersatz. Umso mehr freuten wir uns, als wir den bereits beschriebenen Glühweinstand entdeckten.
Unser Plan für Laos war, ein Trekking zu einem der Bergvölker zu machen, da es hier im Vergleich zu den Nachbarländern etwas ursprünglicher sein soll. Obwohl solche Wanderungen auch in Luang Prabang angeboten werden, entschieden wir uns, in das 260 km entfernte Luang Nam Tha zu fahren. Dort sollte die Landschaft des Nationalparks schöner sein und die Treks nicht so überlaufen. Dies bedeutete allerdings, dass wir uns nach zwei Nächten hier in einen Minibus quetschten, um 10 Stunden durch Laos in den Norden zu fahren. Die Landschaft auf dieser Fahrt war schon verheißungsvoll, jedoch war die Länge der Strecke und die Baustellen bzw. Schlaglöcher anstrengend. Wir erhielten aber einen Eindruck von dem Land und sahen, dass es in seiner Entwicklung einige Jahre hinter seinen süd-asiatischen Nachbarn liegt. Dadurch sind die Menschen vielleicht auch noch nicht so hinter dem Geld der Touristen her und erscheinen dadurch entspannter. Angekommen in Luang Nam Tha, das nur aus einigen unspektakulären Strassen besteht, buchten wir eine zweitägige Tour mit Übernachtung im Bergdorf Nam Lai, in dem der Stamm der Akahs lebt.
Am nächsten Morgen begrüßte uns gegen 9 Uhr unser Tourguide "Äe". Wir haben keine Ahnung, wie wir ihn sonst schreiben sollen, aber das war sein Name. Zur Gruppe gehörten weiterhin zwei Italienerinnen aus der Toscana, Giulia und Perla, und ein weiterer Tourhelfer "Lo". Wie bereits beschrieben, läuft alles entspannter ab und wir waren froh, dass die Tour erst 9 Uhr begann. Auch freuten wir uns darüber, dass die Gruppe nur 6 Leute umfasste und damit recht klein war. Auf dem Weg in den Nationalpark fröstelten wir auf unserem Tuk-Tuk ein wenig, da es morgens hier immer frisch, wolkenverhangen und regnerisch war. Jedoch wussten wir, dass sich die Sonne spätestens bis zum Mittag durch die Wolken kämpfen und uns dann wärmen würde. Vormittags dominierte die hohe Luftfeuchtigkeit, welche die bewaldeten Berge mit mystischen Nebelschwaden umhüllte. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt nahmen wir noch ein junges Mädchen "Fo" aus einem Dorf mit, das die Guides beim Mittagessen unterstützte.
An einer Stelle vor dichtem Regenwald machte unser Tuk-Tuk halt und unsere kleine Caravane setzte sich nach dem Aussteigen in Bewegung. Angführt von "Äe" liefen wir zuerst über Reisfelder vorbei an grasenden Kühen und Büffel hinein in den dichten Wald. Dort wurden wir von den hiesigen Vögeln begrüßt, welche durch das Pfeifen von "Lo" zum Antworten annimiert wurden. Wir mussten einige Flüsse über Bambusbrücken oder angereihte Steinbrocken überwinden. Ein paar steilere Anstiege waren auch dabei, die bei dem feuchten Verhältnissen etwas rutschig waren. Der lustige Kommentar unseres "Äe" war, dass diese Abhänge in der Regenzeit die besten Voraussetzungen bieten, um dort die Sportart "Jungleskiing" (Dschungelskifahren) auszuüben. Von uns probierte das aber niemand aus. Auf einer Bergspitze machten wir nach 3h Wandern halt und unsere Führer breiteten Bananen- und Palmenblätter vor uns aus, um darauf das Mittagessen zu servieren. Es gab gekochten Wirsing, gemischtes Gemüse, geräucherten Fisch und in Bananenblättern eingewickelten Klebereis. Es war sehr lecker und wir sehr hungrig, so dass nicht mehr viel übrig blieb. Pünktlich zum Nachmittag hatte sich dann auch die Sonne dazugesellt und schien durch den dichten Regenwald. Wir folgten einem Flusslauf bergab, bis wir auf einen einsamen Wasserfall stießen. Dort ließen es sich unsere italienischen Mädels, mit denen wir uns gut verstanden nicht nehmen, ein frische Abkühlung zu genießen. Weiter ging es dem Strom entlang, bis wir auf die ersten Zeichen menschlicher Einwohner durch Reisfelder und einfachen Hütten mitten im Wald trafen.
Gegen 17 Uhr erreichten wir dann das Bergdorf Nam Lai und unsere geräumige Strohunterkunft. Dort wohnte der Stamm der Akha. "Äe" erzählte uns, dass es ungefähr 350 Leute in 70 Familien sind. Die Akha sprechen ihre eigene Sprache, die selbst "Äe" nicht konnte. Also hatten wir keine Chance mit ihnen zu kommunizieren. Nachdem wir unsere geräumige Strohhütte inspiziert hatten, die "Lo" amüsanterweise als 5-Sternehotel beschrieb, hatten wir die Gelegenheit, im Dorf herumzuschlendern. Bereits nach wenigen Minuten wurden wir von den ersten Kindern begrüßt, die neugierig ihre temporären Nachbarn beäugten. Nach dem sie öfter "Mokoto" zu mir gerufen hatten, verstand ich die Aufforderung, dass ich von ihnen ein Foto machen sollte. Das tat ich wie bestellt, natürlich inkl. dem Zeigen des Bildes auf dem Display der Kamera. Die Kinder beömmelten sich und posierten danach nach Lust und Laune. Neben den Kindern zeigten sich die Großmütter des Ortes sehr offen und präsentierten stolz ihre Enkelkinder. Ansonsten besteht das Dörfchen aus einfachen Basthütten. Allerdings haben einige Einwohner Traktoren, Mopeds und auch Trucks, so dass ein gewisser Fortschritt eingezogen ist. Allerdings sahen wir auch einige Frauen oben im Ort oder waren gerade dabei, ihre Babys zu stillen. Toll fanden wir, dass die laotische Regierung kleine Solaranlagen für elektrisches Licht zur Verfügung gestellt hat, welche die Einwohner jährlich durch 10 Euro über 10 Jahre abzahlen können. Ansonsten wuselten Hühner, Schweine und Hunde durchs Dorf und wir sahen auch einige dösende Büffel und Kühe. Traurig fand besonders Anja, dass leider auch Hundefleisch auf dem Speisezettel der Laoten steht, so dass manche der süßen Vierbeiner nicht als Wachhund dienten. Während wir durchs Dorf gingen, bereiteten unsere Jungs das Abendessen vor, welches wir dann bei einem romantischen Kerzenschein zu uns nahmen. Zum Essen gesellte sich der Chef des Dorfes, der auch gleichzeitig der Lehrer für die Grundschüler war. Wir wussten von ihm und hatten einige Stifte und zwei Zeichenblöcke für die Kinder dabei. Der Ausklang des Abends war eine Massage von Frauen aus dem Dorf für uns und unsere Guides. Draußen vor unserer Hütte ging langsam der Vollmond auf und wir unterhielten uns noch ein wenig mit Giulia und Perla, bevor wir uns in unsere Schlafsäcke kuschelten.
So richtig konnten wir in der Nacht nicht schlafen, da es vor allem regnete und wir eins zweimal ein paar Tropfen ins Gesicht bekamen. Das war aber nicht so schlimm, da wir uns von den Tropfen einfach auf die andere Seite drehen konnten. Der Morgen begann wieder mit einem mystischen Sonnenaufgang, der sich mit dem Nebel über dem Dorf auseinandersetzte. Nach einem Frühstück, es gab wieder Reis, machten wir uns auf den Heimweg. Der Abstieg dauerte mit Pausen auch 7 Stunden und führte auf einer anderen Strecke wieder durch den Regenwald. Dieses Mal probierte ich das Jungelskiing unfreiweillig aus, konnte mich aber abfangen. Allerdings sahen meine Hose und mein Rucksack danach schrecklich aus. Wir aßen wieder Mittag mitten im Wald. Uns wurde dabei bewusst, dass wir wohl noch nie an so weit entfernt von einem Ort gegessen hatten. Kurz bevor wir unser Tuk-Tuk erreichten, mussten wir noch einen kleinen Fluss als letztes Hindernis durchqueren. Am Ende kamen wir erfüllt und kaputt wieder in Luang Nam Tha an und hatten eine sehr schöne Wanderung und Begegnung mit den Akhas erlebt.
Gestern sind wir dann wieder 10 Stunden mit einem Mini-Bus zurück nach Luang Prabang gefahren. Ein bisschen problematisch war dann unser Beginn der Weihnachtszeit. Die Villa, die wir uns ausgesucht hatte, konnte uns gestern kein freies Zimmer anbieten. Die Strapazen des Treks und der Fahrt zeigten ihre Wirkung. Zu allem Übel brachte uns das Tuk-Tuk nicht dahin, wo wir hin wollten und der Fahrer täuschte eine Panne vor, so dass wir mit unserem kompletten Gepäck über den Nachtmarkt mussten. Wir waren gereizt, da auch die Alternativvillen durch die Feiertage voll waren. Letztendlich nahmen wir uns eine günstigere Unterkunft und beruhigten unsere Nerven mit der bereits erwähnten Bratwurst und einem schönen heißen Glühwein. Dieser schmeckte auch bei den gestrigen 20 Grad.
Heute scheint allerdings schon wieder die Sonne in unseren Gemütern. Wir leben mit dem Motto "Genießen, Verwöhnen, Entspannen" und haben uns bereits eine Massage mit heißem Öl gegönnt. Auch sind wir in unsere Wunschvilla umgezogen, die wir uns für die Feiertage leisten. Gleich ist Bescherung und danach werden wir sehr schön Essen gehen.
Übermorgen wird es dann für uns recht unspektakulär weitergehen. Da Silvester mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi feiern werden, fahren wir über Vientienne (Hauptstadt Laos) und Bangkok nach Phuket, wo wir am 29. Dezember ankommen werden. Es wird sicherlich nicht viel zu berichten geben, aber wir werden uns in diesem Jahr noch einmal von unserer Erkundungsreise Projekt 101010 melden.
Wir denken an Euch und wünschen Euch auch ein paar entspannte, verwöhnte und genussreiche Feiertage!
Anja und Patrice
wir wünschen Euch eine schöne Weihnachtszeit aus Luang Prabang in Laos. Wir hoffen, dass ihr Euch erholen und füllen könnt, ohne dabei viel Stress zu erleben. Wie geschrieben, begehen Anja und ich die Weihnachtszeit im lauschigen Luang Prabang. Gestern Abend haben wir die Feiertage sogar mit einem Glühwein und einer ordentlichen Bratwurst eingeläutet. Unglaublicherweise haben wir den Stand eines deutschen Reiseanbieters auf dem Nachtmarkt gefunden, der von einem deutschen Metzger beliefert wird. Was für ein Auftakt!
Vor einer Woche sind wir hier in Laos und in Luang Prabang angekommen. Uns war dieser Ort von Anfang an sehr sympathisch, da alles etwas langsamer abläuft und ruhiger ist. Im Gegensatz zum hektischen Vietnam, wo wir ein schlechtes Gewissen hatten, wenn wir gegen 8:30 zum Frühstück schlenderten, fängt hier in Laos nichts vor 9 Uhr an. Schön! Die Altstadt Luang Prabangs ist Weltkulturerbe, da viele französische und vietnamesische Kolonialbauten erhalten blieben. Zum Anderen war es der Sitz des laotischen Königs und Zentrum des hiesigen Buddhismus, so dass es neben dem Königspalast unzählige Tempel gibt. Ein Highlight dieses Ortes ist der tägliche Sonnenuntergang über dem großen Fluß Mekong umrahmt von bewaldeten Hügeln, zu dem wir Touristen auf den heiligen Berg Phousi mit seinem Tempel pilgern, um von dort die beste Aussicht zu genießen. Ansonsten gibt es wieder viele süße Restaurants, Handwerkerlädchen und tolle Villen, die eine Unterkunft bieten. Ein weiteres Highlight ist der täglich stattfindende Nachtmarkt, auf dem die lokalen Frauen handwerkliche Produkte wie Taschen, Kleider, Bettzeug, Stofftiere, selbstgebastelte Lampen, Ringe, Ketten und viele andere Sachen, um die eigenen vier Wände zu verschönen, anbieten. Dieser Nachtmarkt war für uns der Weihnachtsmarktersatz. Umso mehr freuten wir uns, als wir den bereits beschriebenen Glühweinstand entdeckten.
Unser Plan für Laos war, ein Trekking zu einem der Bergvölker zu machen, da es hier im Vergleich zu den Nachbarländern etwas ursprünglicher sein soll. Obwohl solche Wanderungen auch in Luang Prabang angeboten werden, entschieden wir uns, in das 260 km entfernte Luang Nam Tha zu fahren. Dort sollte die Landschaft des Nationalparks schöner sein und die Treks nicht so überlaufen. Dies bedeutete allerdings, dass wir uns nach zwei Nächten hier in einen Minibus quetschten, um 10 Stunden durch Laos in den Norden zu fahren. Die Landschaft auf dieser Fahrt war schon verheißungsvoll, jedoch war die Länge der Strecke und die Baustellen bzw. Schlaglöcher anstrengend. Wir erhielten aber einen Eindruck von dem Land und sahen, dass es in seiner Entwicklung einige Jahre hinter seinen süd-asiatischen Nachbarn liegt. Dadurch sind die Menschen vielleicht auch noch nicht so hinter dem Geld der Touristen her und erscheinen dadurch entspannter. Angekommen in Luang Nam Tha, das nur aus einigen unspektakulären Strassen besteht, buchten wir eine zweitägige Tour mit Übernachtung im Bergdorf Nam Lai, in dem der Stamm der Akahs lebt.
Am nächsten Morgen begrüßte uns gegen 9 Uhr unser Tourguide "Äe". Wir haben keine Ahnung, wie wir ihn sonst schreiben sollen, aber das war sein Name. Zur Gruppe gehörten weiterhin zwei Italienerinnen aus der Toscana, Giulia und Perla, und ein weiterer Tourhelfer "Lo". Wie bereits beschrieben, läuft alles entspannter ab und wir waren froh, dass die Tour erst 9 Uhr begann. Auch freuten wir uns darüber, dass die Gruppe nur 6 Leute umfasste und damit recht klein war. Auf dem Weg in den Nationalpark fröstelten wir auf unserem Tuk-Tuk ein wenig, da es morgens hier immer frisch, wolkenverhangen und regnerisch war. Jedoch wussten wir, dass sich die Sonne spätestens bis zum Mittag durch die Wolken kämpfen und uns dann wärmen würde. Vormittags dominierte die hohe Luftfeuchtigkeit, welche die bewaldeten Berge mit mystischen Nebelschwaden umhüllte. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt nahmen wir noch ein junges Mädchen "Fo" aus einem Dorf mit, das die Guides beim Mittagessen unterstützte.
An einer Stelle vor dichtem Regenwald machte unser Tuk-Tuk halt und unsere kleine Caravane setzte sich nach dem Aussteigen in Bewegung. Angführt von "Äe" liefen wir zuerst über Reisfelder vorbei an grasenden Kühen und Büffel hinein in den dichten Wald. Dort wurden wir von den hiesigen Vögeln begrüßt, welche durch das Pfeifen von "Lo" zum Antworten annimiert wurden. Wir mussten einige Flüsse über Bambusbrücken oder angereihte Steinbrocken überwinden. Ein paar steilere Anstiege waren auch dabei, die bei dem feuchten Verhältnissen etwas rutschig waren. Der lustige Kommentar unseres "Äe" war, dass diese Abhänge in der Regenzeit die besten Voraussetzungen bieten, um dort die Sportart "Jungleskiing" (Dschungelskifahren) auszuüben. Von uns probierte das aber niemand aus. Auf einer Bergspitze machten wir nach 3h Wandern halt und unsere Führer breiteten Bananen- und Palmenblätter vor uns aus, um darauf das Mittagessen zu servieren. Es gab gekochten Wirsing, gemischtes Gemüse, geräucherten Fisch und in Bananenblättern eingewickelten Klebereis. Es war sehr lecker und wir sehr hungrig, so dass nicht mehr viel übrig blieb. Pünktlich zum Nachmittag hatte sich dann auch die Sonne dazugesellt und schien durch den dichten Regenwald. Wir folgten einem Flusslauf bergab, bis wir auf einen einsamen Wasserfall stießen. Dort ließen es sich unsere italienischen Mädels, mit denen wir uns gut verstanden nicht nehmen, ein frische Abkühlung zu genießen. Weiter ging es dem Strom entlang, bis wir auf die ersten Zeichen menschlicher Einwohner durch Reisfelder und einfachen Hütten mitten im Wald trafen.
Gegen 17 Uhr erreichten wir dann das Bergdorf Nam Lai und unsere geräumige Strohunterkunft. Dort wohnte der Stamm der Akha. "Äe" erzählte uns, dass es ungefähr 350 Leute in 70 Familien sind. Die Akha sprechen ihre eigene Sprache, die selbst "Äe" nicht konnte. Also hatten wir keine Chance mit ihnen zu kommunizieren. Nachdem wir unsere geräumige Strohhütte inspiziert hatten, die "Lo" amüsanterweise als 5-Sternehotel beschrieb, hatten wir die Gelegenheit, im Dorf herumzuschlendern. Bereits nach wenigen Minuten wurden wir von den ersten Kindern begrüßt, die neugierig ihre temporären Nachbarn beäugten. Nach dem sie öfter "Mokoto" zu mir gerufen hatten, verstand ich die Aufforderung, dass ich von ihnen ein Foto machen sollte. Das tat ich wie bestellt, natürlich inkl. dem Zeigen des Bildes auf dem Display der Kamera. Die Kinder beömmelten sich und posierten danach nach Lust und Laune. Neben den Kindern zeigten sich die Großmütter des Ortes sehr offen und präsentierten stolz ihre Enkelkinder. Ansonsten besteht das Dörfchen aus einfachen Basthütten. Allerdings haben einige Einwohner Traktoren, Mopeds und auch Trucks, so dass ein gewisser Fortschritt eingezogen ist. Allerdings sahen wir auch einige Frauen oben im Ort oder waren gerade dabei, ihre Babys zu stillen. Toll fanden wir, dass die laotische Regierung kleine Solaranlagen für elektrisches Licht zur Verfügung gestellt hat, welche die Einwohner jährlich durch 10 Euro über 10 Jahre abzahlen können. Ansonsten wuselten Hühner, Schweine und Hunde durchs Dorf und wir sahen auch einige dösende Büffel und Kühe. Traurig fand besonders Anja, dass leider auch Hundefleisch auf dem Speisezettel der Laoten steht, so dass manche der süßen Vierbeiner nicht als Wachhund dienten. Während wir durchs Dorf gingen, bereiteten unsere Jungs das Abendessen vor, welches wir dann bei einem romantischen Kerzenschein zu uns nahmen. Zum Essen gesellte sich der Chef des Dorfes, der auch gleichzeitig der Lehrer für die Grundschüler war. Wir wussten von ihm und hatten einige Stifte und zwei Zeichenblöcke für die Kinder dabei. Der Ausklang des Abends war eine Massage von Frauen aus dem Dorf für uns und unsere Guides. Draußen vor unserer Hütte ging langsam der Vollmond auf und wir unterhielten uns noch ein wenig mit Giulia und Perla, bevor wir uns in unsere Schlafsäcke kuschelten.
So richtig konnten wir in der Nacht nicht schlafen, da es vor allem regnete und wir eins zweimal ein paar Tropfen ins Gesicht bekamen. Das war aber nicht so schlimm, da wir uns von den Tropfen einfach auf die andere Seite drehen konnten. Der Morgen begann wieder mit einem mystischen Sonnenaufgang, der sich mit dem Nebel über dem Dorf auseinandersetzte. Nach einem Frühstück, es gab wieder Reis, machten wir uns auf den Heimweg. Der Abstieg dauerte mit Pausen auch 7 Stunden und führte auf einer anderen Strecke wieder durch den Regenwald. Dieses Mal probierte ich das Jungelskiing unfreiweillig aus, konnte mich aber abfangen. Allerdings sahen meine Hose und mein Rucksack danach schrecklich aus. Wir aßen wieder Mittag mitten im Wald. Uns wurde dabei bewusst, dass wir wohl noch nie an so weit entfernt von einem Ort gegessen hatten. Kurz bevor wir unser Tuk-Tuk erreichten, mussten wir noch einen kleinen Fluss als letztes Hindernis durchqueren. Am Ende kamen wir erfüllt und kaputt wieder in Luang Nam Tha an und hatten eine sehr schöne Wanderung und Begegnung mit den Akhas erlebt.
Gestern sind wir dann wieder 10 Stunden mit einem Mini-Bus zurück nach Luang Prabang gefahren. Ein bisschen problematisch war dann unser Beginn der Weihnachtszeit. Die Villa, die wir uns ausgesucht hatte, konnte uns gestern kein freies Zimmer anbieten. Die Strapazen des Treks und der Fahrt zeigten ihre Wirkung. Zu allem Übel brachte uns das Tuk-Tuk nicht dahin, wo wir hin wollten und der Fahrer täuschte eine Panne vor, so dass wir mit unserem kompletten Gepäck über den Nachtmarkt mussten. Wir waren gereizt, da auch die Alternativvillen durch die Feiertage voll waren. Letztendlich nahmen wir uns eine günstigere Unterkunft und beruhigten unsere Nerven mit der bereits erwähnten Bratwurst und einem schönen heißen Glühwein. Dieser schmeckte auch bei den gestrigen 20 Grad.
Heute scheint allerdings schon wieder die Sonne in unseren Gemütern. Wir leben mit dem Motto "Genießen, Verwöhnen, Entspannen" und haben uns bereits eine Massage mit heißem Öl gegönnt. Auch sind wir in unsere Wunschvilla umgezogen, die wir uns für die Feiertage leisten. Gleich ist Bescherung und danach werden wir sehr schön Essen gehen.
Übermorgen wird es dann für uns recht unspektakulär weitergehen. Da Silvester mit Mandy, Micha, Reschi und Wiesi auf Ko Phi Phi feiern werden, fahren wir über Vientienne (Hauptstadt Laos) und Bangkok nach Phuket, wo wir am 29. Dezember ankommen werden. Es wird sicherlich nicht viel zu berichten geben, aber wir werden uns in diesem Jahr noch einmal von unserer Erkundungsreise Projekt 101010 melden.
Wir denken an Euch und wünschen Euch auch ein paar entspannte, verwöhnte und genussreiche Feiertage!
Anja und Patrice
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freihorst,
Samstag, 25. Dezember 2010, 07:22
Hallo Ihr Lieben, schade das es gestern mit dem Telefon nix wurde. Heiligabend ueberlebt :-))). Morgen muss ich nach AZE, Kind verkaufen, Omas lauern schon drauf. Wir müssen beide zwischen den Jahren arbeiten... Euch eine schöne Weihnachtszeit, LG 3P
P.S. Hier schneit es schon wieder wie bloede....
P.S. Hier schneit es schon wieder wie bloede....
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ulliaushh,
Dienstag, 28. Dezember 2010, 01:23
Hope you had a nice XMas
Hallo Ihr 2,
ich hoffe, Ihr hattet ganz tolle Weihnachten und der Weihnachtsmann hat auch im fernen Asien vorbei geschaut! Lese den Vietnam-Bericht mit großem Interesse und da kommt mir einiges bekannt vor :-). Wiesi hatte schon geschrieben, dass Ihr inzwischen in der Halong-Buch gewesen seid -toll!
Lasst es Euch weiter gut gehen!
lg Eure U.
ich hoffe, Ihr hattet ganz tolle Weihnachten und der Weihnachtsmann hat auch im fernen Asien vorbei geschaut! Lese den Vietnam-Bericht mit großem Interesse und da kommt mir einiges bekannt vor :-). Wiesi hatte schon geschrieben, dass Ihr inzwischen in der Halong-Buch gewesen seid -toll!
Lasst es Euch weiter gut gehen!
lg Eure U.
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