Samstag, 13. November 2010
Bangkok - Wat'n hier los!
Wat Phra Kaeo, Wat Pho und Wat Arun waren die ersten Tempel, die wir uns hier in Bangkok angeschaut haben. Selbstverständlich waren wir beeindruckt, von den vergoldeten Gebäuden und Dachzipfeln, den vielen Details der Architektur und den vielen unterschiedlichen Buddhastatuen. Besonders überwältigt haben uns der Smaragdbuddha im Wat Phra Kaeo, der das Nationalheiligtum Thailands ist, und der 15 m hoch und unglaubliche 46 m lang liegende und vergoldete Buddha, der in einem Schrein des Wat Pho's zu finden ist. Auch setzten wir mit der Fähre über den Chao-Phraya-Fluss und erkletterten einen Tempel des Wat Arun, um die Aussicht über Bangkok zu erleben.

In Bangkok genießen wir es, uns wieder etwas freier bewegen zu können. Des Weiteren sind wir darüber erstaunt, dass es trotz des vielen Verkehrs keine Hupkonzerte gibt. Das dies möglich ist, hatten wir in den Wochen in Indien schon fast vergessen. Hier sind wir mal wieder mit öffentlichen Bussen unterwegs gewesen, um die Stadt zu erkunden. Es gefällt uns sehr, dass wir dadurch auch ein paar dunklere Nebenstrassen erkunden und weniger überlaufene Orte entdecken konnten. Auf einem kleinen Markt genossen wir lecker gefülltes Eierkuchengebäck, dass frisch auf einer Moped Küche zubereitet wurde. Es gibt an jeder Strassenecke mobile Stände, an denen man gebratene Nudeln, Suppen aber auch frische Obstsäfte und -salate bekommen kann. Wir können viel ausprobieren und brauchen uns nicht so große Gedanken über unsere Magen-Darm-Systeme machen. In Bangkok gibt es viel zu entdecken.

Allerdings sind wir in der Khao San Road abgestiegen und haben verpasst, uns genauer über diese Strasse zu informieren. Sie ist eine Mischung aus Ballermann und der Großen Freiheit in Hamburg, so dass ihr euch vielleicht vorstellen könnt, was hier los ist. Die Touristenanzahl hat sich vertausendfach und dementsprechend auch Partylaune und nicht nur der Alkoholkonsum. Das wäre eigentlich nicht problematisch, wenn unser Zimmer nicht auf der Rückseite eines Clubs liegen würde. Die Wände unseres Zimmer vibrieren und wir möchten nicht beschreiben, was gestern bei unseren irischen Zimmernachbarn nach Sperrstunde abging. Wir warten bis der Club schließt, was bisher zwischen halb drei und halb fünf war. Früher wären wir vielleicht auch durch die Nacht gezogen, aber wir sind wohl zu alt geworden, um das jeden Abend zu überstehen. Klar könnten wir uns beschweren oder die Unterkunft wechseln, aber irgendwie beißen wir uns die paar Nächte durch. Für unsere Augenringen ist dies nicht besonders förderlich, wir nehmen es aber mit Humor.

Des Weiteren ist es erstaunlich, auf welche Gedanken Menschen kommen, wenn sie auf engem Raum mit viel Alkohol und Drogen leben. Uns ist extrem aufgefallen, dass mindestens jede zweite Kellnerin einmal ein Mann gewesen ist, der sich umoperieren hat lassen. Auch sehen wir einige Sex-Touristen, haben aber keine Lust, sie in anderen Stadtteilen zu beobachten, wie es in unserem Reiseführer als Highlight empfohlen ist. Zusätzlich fragen uns die Rikschawfahrer zu später Stunde jedes Mal, ob wir eine Ping-Pong-Tour machen möchten. Da wir um 23 Uhr keine Lust auf Tischtennis haben, lehnen wir aber dankend ab. Natürlich wissen wir, dass damit die Gogo-, Sex- und Ladyboy-Shows gemeint sind, die nicht unbedingt Hochkultur sind und bei denen man meistens abgezockt wird. Hier rennen einige Typen herum, die geschwollene Gesichter und blaue Augen haben, die von den Erlebnissen der letzten Nächte zeugen.

Anja und ich versuchen daher, so oft wie möglich weg von der Khao San zu kommen. Zwei Kreuzungen weiter, befinden sich kleine Gassen, welche Oasen für uns darstellen. Wir haben auf unserer Tour bereits festgestellt, dass wir solche ruhigeren Plätze brauchen, um dem Lärm zu entfliehen und ein bisschen runter zu kommen. In Indien war es eine westliche Café-Kette und hier in Bangkok sind es diese Gassen. In diesen Oasen gehen wir meistens Essen und haben eine kleine verträumte Kneipe entdeckt, die von einer charismatischen jungen Thai geführt und hauptsächlich von jungen Locals besucht wird. Dort haben wir uns gestern dann auch für einen kleinen Eimer Whiskey-Cola als Getränk ala Ballermann entschieden, dafür hat die Chefin uns ihre kleine Gitarre gebracht, auf der wir uns probieren konnten.

Heute haben wir dort ein weiteres Highlight unserer Reise erlebt. Ich konnte Anja überreden, eine Fish-Spa zu machen. Man steckt seine Füße in ein Aquarium, die sofort von dutzenden Putzerfischen attackiert werden. Die ersten Minuten sind schrecklich, da das kribbelnde Gefühl so ungewöhnlich ist und man nicht weiss, ob man vor Kitzeln lachen oder vor Unwohlsein fliehen möchte. Für Anja war es die Hölle und sie gestand, dass es das Ekeligste in ihrem Leben wäre. So richtig kann man sich an das Gefühl auch nicht gewöhnen, da die kleinen Fische sich auch in die Zehenzwischenräume drängen, um dort nachzuschauen. Gründlich sind sie ja bei der Entfernung von alten Hautresten schon. Überraschender Weise war das Gewusel an unseren Füßen sehr stark und wir fragten uns, ob die Fische den ganzen Tag nichts zu fressen bekommen hatten, oder ob es wirklich so viel für sie zu tun gab. Jedenfalls dauerte das Bad 15 min und Anja war begeistert, dass ihre Haut so weich war. Sie wollte gleich ins Hotel zurück und ihre Beine eincremen.

Dies war heute nochmal ein gelungener Abschluß für unseren ersten Aufenthalt in Bangkok. Vielleicht kommen wir in den nächsten Wochen noch einmal zurück, da wir auf unserer Süd-Ost-Asien-Tour noch einmal vom Norden in den Süden Thailands wollen. Morgen fahren wir nach Kambodscha. Wir haben eine Ahnung, wie das funktionieren soll, haben aber weder ein Bus-Ticket noch eine Unterkunft. An der Grenze brauchen wir dann noch ein Visum, was wir bei der Einreise erhalten sollen. Wir sind gespannt und wissen jetzt schon, dass wir den morgigen Tag nicht so schnell vergessen werden. Nebenan ist schon wieder Halli-Galli, jedoch versuchen wir, noch ein bisschen Schlaf zu bekommen.

Beste Grüße und bis bald

Anja und Pat


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liebe grüße an euch zwei, haben erstmal alles gelesen was wir letzte woche nicht geschafft haben zu lesen. freuen uns, dass es euch gut geht. ihr solltet ein buch schreiben, wenn ihr zurück seid. wir werden eines kaufen, bestimmt.

daria und theo

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สวัสดี คะ
Oh Anja welch Überwindung, Kerstin konnte es kaum glauben,so viel süsse Fischchen...Heute ist mal ein richtig schöner warmer Tag bei uns aber mit Euch können wir nicht mithalten.Die Tempel sind Beeindruckend.Viel Spass Euch weiterhin.LG Kerstin u. Yves

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Sawadee Ka
ins traumhafte Thailand <3
Auch wenn in Bangkok ziemlich viel los is, d.h. Tempel an Tempel, teils 6-spurige Straßen, Smog, Menschenmassen, Gestank etc., is die Stadt doch aufregend, oder?! Und wie ihr schon gemerkt habt, fühlt man sich trotz der "komischen" Leute total frei und sicher! Wir werden dort ganz sicher auch nochmal hinfliegen ;o) Dieses Fischbad muss ich unbedingt noch ausprobieren!
Bei uns läuft übrigens gerade "Keinohrhase"...da musste ich gleich ganz doll an Dich Anja denken und mailen xxx
GLG vom frühlingshaften Deutschland ins heiße Thailand

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Rooftop-Bar
Hallo Ihr 2,
schön, dass es Euch gut geht. Kann Euch die Rooftop-Bar des Hotel Banyan Tree empfehlen (www.banyantree.com). Von da gibt es einen sehr schönen Blick über Bangkok und die Cocktails sind auch nicht zu verachten! lg u.

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