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Montag, 25. Juli 2011
Viva Las Vegas!
anjapat, 22:08h
Hallo Ihr Lieben,
eine Woche der Superlative liegt hinter uns. Sie war unglaublich! Las Vegas und der Grand Canyon standen auf dem Plan. Erst einmal wollen wir aber noch Ryuzo danken, der uns vorher für 10 Tage aufgenommen hatte. Wir haben viel unternommen, gut Sport getrieben und es genossen, nicht großartig unterwegs sein zu müssen. Es war eine sehr schöne Woche mit schönen Erinnerungen an San Diego.
Bevor wir nach Las Vegas aufgebrochen sind, haben wir noch eine Nacht in Los Angeles, besser gesagt in Pasadena, geschlafen. Dort haben wir meinen mexikanischen Studi-Kollegen Fernando und seine Frau Robin besucht. Es war toll, die beiden zu treffen, da wir letztes Jahr an ihrer Hochzeit leider nicht teilnehmen konnten. Wir hatten einen schönen Abend und haben bei einem Argentinier leckere Steaks gegessen.
Am Dienstagmorgen ging es dann aber ab in die Wüste. Die Vegetation wurde karger und außer Kakteen und Joshua-Bäumen war nicht viel zu sehen. Die Straßenbenenner hatten wohl auch nicht viel Interesse, großartig kreativ zu werden, da eine Ausfahrt zur „Zzyzx Road“ führte. Als wir in Las Vegas angekommen waren, zeigte das Thermometer auf über unglaubliche 40 °C an. Ein heißer Wüstenwind blies uns ins Gesicht und wir beeilten uns, dass wir in unser Hotel kamen. So eine Hitze hatten wir noch nicht erlebt. Wir hatten uns für das „Excalibur“ entschieden. Es war günstig und lag auf dem berühmten „Las Vegas Strip“. Besonders ich mochte den absoluten Kitsch, da es wie ein mittelalterliches Schloss aussehen sollte. Es war herrlich und so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Türmchen des Hautpeinganges hatten etwas von einer übergroßen Ritterburg von Lego. Im Erdgeschoss klingelten und leuchteten die Automaten des Casinos. Obwohl es erst Mittag war, waren einige Leute unterwegs und saßen wie benommen vor den leuchtenden Apparaten.
Anja und ich warteten auf den Abend, um uns in das Nachtleben von Las Vegas zu werfen. Überall leuchteten die riesengroßen Anzeigetafeln der Hotels, Restaurants, Bars und Einkaufsläden. In dieser Stadt waren die Schaffer weitaus kreativer und wir konnten unseren Augen kaum glauben, was es alles für Gebäude gab. Besonders die Hotels versuchten sich in ihrer Superlative zu übertrumpfen. Die Bettentürme waren gigantisch, während die Hotelfronten versuchten, jeden Betrachter in den Bann und somit ins Casino zu ziehen. Es war unglaublich!
Gegenüber von unserem Schloss „Excalibur“ lag das Hotel „New York“, welches die Skyline einiger markanter Wolkenkratzer, wie das Empire State oder Chrysler Geböude, sowie die Brooklynbridge nachgebaut hatte. Davor stand selbstverständlich die Freiheitsstatue, allerdings nicht in Originalgröße. Gegenüber lag das „MGM“ mit seinem goldenen Löwen, welches das Unterhaltungsmekka schlecht hin ist. Dort finden die meisten Boxkämpfe statt und David Copperfield verzaubert seine Besucher. So ging es immer weiter, während wir vor Staunen kaum zusammen reißen konnten. Wir gingen am „Monte Carlo“, „Aria“, „Paris“, „Flamingo“ und „Venezia“ vorbei, bis wir vor dem berühmten Bellagio anhielten. Dort sprudelten die Springbrunnen zur Musik von Celin Dion und umhüllten ihre Gäste in einer traumhaften Fantasie.
Wir waren überwältigt und konnten dieses Überangebot an Unterhaltung, Musik und blinkenden Lichter nicht mehr aufnehmen und brauchten eine Pause. Es war einfach zu viel auf einmal und an die Ökobilanz mit Strom- und Wasserverbrauch in der Wüste, wollte wir auch nicht denken. Wir fanden eine Bar und setzten uns mit kühlen Bieren in die Mitte dieses atemberaubenden Spektakels.
Weiter ging es am weniger unberühmten „Caesar's Palace“ vorbei, in dem sich momentan Rod Stewart, Elton John und eben Celin Dion die Klinke auf der Bühne in die Hand geben. Der Hausherr stand als Statue vor seinem eigenen kleinen Kolosseum und einem Nachbau des Trevi Brunnens. Witziger Weise hatten die Macher des Hotels das Forum Romanum wieder aufgebaut. Allerdings befand sich darin eine Einkaufsmeile. Was hätte es in dieser Stadt auch sonst sein sollen? Vor dem Hotel „Mirage“ brach wie zu jeder vollen Stunde ein Vulkan aus und auch wir konnten nicht vorbei gehen. Vor dem „Treasure Island“ hatte sich auch eine Menschenmenge versammelt und wir warteten gespannt, was dort passieren würde. Plötzlich bewegte sich neben uns ein riesengroßes Segelboot und das Spektakel um Seeräuber und der Kampf mit verlockenden Sirenen konnte beginnen. Natürlich feuerten die Piraten ihre Kanonen ab und versetzten das Schiff ihrer Gegnerinnen in den Brand. Die Sirenen wiederum versenkten mit ihrem Gesang das Schiff der Seeräuber. Wir trauten unseren Augen nicht. Wir hatten genug von dieser kleinen Weltreise und mussten unsere gesammelten Eindrücke erst einmal verarbeiten. Las Vegas heißt nicht umsonst „Die Stadt der Sünde“, denn wir hätten in den Nachtclubs und Bars die Nacht zum Tage machen können. Auch wechselt in dieser Stadt das Geld sehr schnell seine Besitzer und wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht verleiten ließen, was nur schwer möglich war.
Wir verbrachten drei Tage in Las Vegas, die ähnlich wie der erste abliefen. Mittlerweile hatten wir uns an dieses unfassbare Spektakel gewöhnt. In unserem Excalibur versuchten wir unser Glück an den Spielautomaten. Manchmal war uns nicht klar, warum wir gewannen. Eins wurde uns aber schnell klar, dass die Automaten wahnsinnig viel Spaß hatten, mit Geldscheinen gefüttert zu werden. Eine Weile machten wir mit, doch stellten Anja und ich schnell fest, dass wir nicht so die Zocker sind. Daher machten wir auch große Bogen um die Roulette, Black Jack, Poker oder Würfeltische. Wir schauten ein wenig den anderen Spielern zu, hielten uns aber zurück. Daher konnten wir auch den BMW an den Spielautomaten nicht gewinnen.
Am Donnerstag haben wir Las Vegas verlassen. Unser Ziel war der See Mead, der vom riesigen Hoover Damm zurück gestaut wird. Die Fahrt dorthin dauerte nur eine halbe Stunde und wir hatten lächerliche 40 km hinter uns gebracht. In Australien wäre das eine Fahrt zum Supermarkt gewesen. Am See angekommen, mussten wir ins Wasser springen, denn das Thermometer zeigte unfassbare 113 Fahrenheit an. Umgerechnet sind das 45 Grad Celsius!! So eine Hitze hatten Anja und ich noch nicht erlebt. Die Temperatur war unerträglich und lange konnten wir nicht in der Sonne bleiben. Zum ersten Mal während unserer Reise in den USA bauten wir unser Zelt auf dem nahe gelegenen Campingplatz auf. Ja, wir sind jetzt unter die Zelter gegangen. Obwohl sich die Temperatur auf 35 Grad Celsius zum Abend hin „abkühlte“, war es kaum auszuhalten. Ich musste noch einmal in den See springen, bevor wir uns Schlafen legten. Am Zelt hatten wir alle Fenster geöffnet und versuchten jedes klitzekleine Windchen zu erhaschen. Eine Pudelmütze brauchte ich hier nicht. Wir durften uns kaum bewegen, so dass wir nicht schwitzten. Vor allem Anja hatte zu kämpfen. Am nächsten Morgen blieben wir nicht lange liegen, besonders nachdem sich die Sonne hinter den Bergen zeigte. Anja sprang sofort auf und fuhr zum See, um sich dort zu kühlen.
Weiter ging unsere Fahrt in Richtung Grand Canyon. Unser erste Stopp war jedoch der mächtige Hoover Damm. Dieses Baustück aus dem Jahr 1936 trumpft auch mit Superlativen auf. Wir haben nachgelesen wie viele Tonnen Beton verarbeitet wurden, wissen es aber nicht genau. Auf alle Fälle könnte wohl eine 5-Meter breite Straße von New York nach San Francisco gebaut werden. Der Damm war gigantisch. Nebenan wurde gerade im letzten Jahr eine überdimensionale Brücke fertiggestellt, die den Autoverkehr umleitet, so dass nicht mehr über den Damm gefahren werden muss. Auch diese Brücke war ein unglaubliches Beispiel moderner statischer Fähigkeiten.
Am frühen Nachmittag kamen wir auf unserem gewünschten Campingplatz an. Anja und ich genossen, dass wir nur 300 km fahren brauchten und noch so viel Zeit vom Tag übrig hatten. Wir erinnerten uns daran, dass 300 km eine kurze Strecke in Australien war und stellten fest, wie viel wir uns und Marko dort zugemutet hatten. Ein bisschen waren wir froh, dass diese Zeit vorbei ist und wir auch keine längeren Strecken in den USA vor uns haben. Es werden sicherlich noch längere folgen, doch werden sie in den nächsten Wochen relativ kurz sein.
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und Anja die heißgelaufene Luftmatratzenpumpe ausblies, machten wir uns auf den Weg zum weltberühmten Nachbarn unseres Campingplatzes. Es war der mächtige Grand Canyon. Anja und ich haben auf unserer Reise schon viele tolle Orte gesehen. Der Grand Canyon reiht sich in die Riege der beeindruckendsten Naturschauspiele nahtlos ein. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, was der von der Ferne klein aussehnde Colorado River mit der Landschaft angestellt hat. Dieser Fluss hat sein Bett in die sich hebende Ebene geschnitten, während die natürlichen Elemente den Canyon über Millionen von Jahren bearbeitet haben. Das Plateau liegt auf über 2000 m, während sich das Flussbett auf 700 Höhenmeter befindet. Die unterschiedlichsten Gesteinsschichten sind durch die verschiedenen Farben sichtbar, welche ein unglaubliches Bild abgeben. Es war wie eine optische Täuschung und wir dachten manchmal, dass wir auf ein riesiges Gemälde schauten. So schön konnte nur Mutter Natur malen und wir staunten schweigsam bei diesem herrlichen Ausblick.
Die Temperatur am Grand Canyon lag bei angenehmen 30 Grad und wir waren äußerst froh, der Hitze der Wüste entkommen zu sein. Zurück auf dem Campingplatz bereiteten wir unser Abendessen zu. Wir waren wieder in unserem Element und erinnerten uns an die tollen Abende in Neuseeland und in Australien, wo wir nach anstrengenden Fahrten unser Abendessen kochten. Anja und ich genossen, so viel Zeit zur Verfügung zu haben und konnten am Abend auch noch etwas mit unserem amerikanischen Beachfootball vom Strand in San Diego werfen. In der Nacht kühlte es sich dann aber auf 11 Grad ab und wir waren von dieser Frische etwas überrascht. Allerdings waren wir froh, dass wir unsere Schlafsäcke vom Milford Treck in Neuseeland noch bei uns hatten. Es hatte sich also doch gelohnt, sie die ganze Zeit weiterhin mitzuschleppen.
Am Sonntag waren wir dann noch einmal am Grand Canyon. Der Ausblick war immer noch überwältigend. Wir entschieden uns an einer Stelle etwas in den Canyon hinab zu klettern. Allerdings beließen wir es bei 300 Höhenmetern, da wir uns bei der Wärme nicht überanstrengend wollten. Es wäre sicher spannend, bis zum Fluss hinab zu klettern und dort eine Nacht zu bleiben. Wir fuhren aber am Canyonrand entlang, um noch weitere Ausblicke zu erhaschen. Vor allem am Ostende bot sich uns dann ein hervorragender Blick über den Canyon und den Fluss Colorado.
In den nächsten Tagen werden wir entspannt weiter fahren. Wir haben viel Zeit, da wir erst am 5. August in San Francisco sein wollen. Anja und ich sind nämlich zu einer Hochzeit eines weiteren Studi-Kollegen von mir eingeladen worden. Was wir aber auch nicht alles auf unserer Reise erleben? Daher werden wir an kleineren Nationalparks anhalten und dort ein paar Nächte verbringen können. Ein größeres Ziel bis San Francisco ist der Yosimitee-Nationalpark, wo wir ein paar Tage wandern wollen.
Bis dahin grüßen Euch
Anja und Patrice
eine Woche der Superlative liegt hinter uns. Sie war unglaublich! Las Vegas und der Grand Canyon standen auf dem Plan. Erst einmal wollen wir aber noch Ryuzo danken, der uns vorher für 10 Tage aufgenommen hatte. Wir haben viel unternommen, gut Sport getrieben und es genossen, nicht großartig unterwegs sein zu müssen. Es war eine sehr schöne Woche mit schönen Erinnerungen an San Diego.
Bevor wir nach Las Vegas aufgebrochen sind, haben wir noch eine Nacht in Los Angeles, besser gesagt in Pasadena, geschlafen. Dort haben wir meinen mexikanischen Studi-Kollegen Fernando und seine Frau Robin besucht. Es war toll, die beiden zu treffen, da wir letztes Jahr an ihrer Hochzeit leider nicht teilnehmen konnten. Wir hatten einen schönen Abend und haben bei einem Argentinier leckere Steaks gegessen.
Am Dienstagmorgen ging es dann aber ab in die Wüste. Die Vegetation wurde karger und außer Kakteen und Joshua-Bäumen war nicht viel zu sehen. Die Straßenbenenner hatten wohl auch nicht viel Interesse, großartig kreativ zu werden, da eine Ausfahrt zur „Zzyzx Road“ führte. Als wir in Las Vegas angekommen waren, zeigte das Thermometer auf über unglaubliche 40 °C an. Ein heißer Wüstenwind blies uns ins Gesicht und wir beeilten uns, dass wir in unser Hotel kamen. So eine Hitze hatten wir noch nicht erlebt. Wir hatten uns für das „Excalibur“ entschieden. Es war günstig und lag auf dem berühmten „Las Vegas Strip“. Besonders ich mochte den absoluten Kitsch, da es wie ein mittelalterliches Schloss aussehen sollte. Es war herrlich und so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Türmchen des Hautpeinganges hatten etwas von einer übergroßen Ritterburg von Lego. Im Erdgeschoss klingelten und leuchteten die Automaten des Casinos. Obwohl es erst Mittag war, waren einige Leute unterwegs und saßen wie benommen vor den leuchtenden Apparaten.
Anja und ich warteten auf den Abend, um uns in das Nachtleben von Las Vegas zu werfen. Überall leuchteten die riesengroßen Anzeigetafeln der Hotels, Restaurants, Bars und Einkaufsläden. In dieser Stadt waren die Schaffer weitaus kreativer und wir konnten unseren Augen kaum glauben, was es alles für Gebäude gab. Besonders die Hotels versuchten sich in ihrer Superlative zu übertrumpfen. Die Bettentürme waren gigantisch, während die Hotelfronten versuchten, jeden Betrachter in den Bann und somit ins Casino zu ziehen. Es war unglaublich!
Gegenüber von unserem Schloss „Excalibur“ lag das Hotel „New York“, welches die Skyline einiger markanter Wolkenkratzer, wie das Empire State oder Chrysler Geböude, sowie die Brooklynbridge nachgebaut hatte. Davor stand selbstverständlich die Freiheitsstatue, allerdings nicht in Originalgröße. Gegenüber lag das „MGM“ mit seinem goldenen Löwen, welches das Unterhaltungsmekka schlecht hin ist. Dort finden die meisten Boxkämpfe statt und David Copperfield verzaubert seine Besucher. So ging es immer weiter, während wir vor Staunen kaum zusammen reißen konnten. Wir gingen am „Monte Carlo“, „Aria“, „Paris“, „Flamingo“ und „Venezia“ vorbei, bis wir vor dem berühmten Bellagio anhielten. Dort sprudelten die Springbrunnen zur Musik von Celin Dion und umhüllten ihre Gäste in einer traumhaften Fantasie.
Wir waren überwältigt und konnten dieses Überangebot an Unterhaltung, Musik und blinkenden Lichter nicht mehr aufnehmen und brauchten eine Pause. Es war einfach zu viel auf einmal und an die Ökobilanz mit Strom- und Wasserverbrauch in der Wüste, wollte wir auch nicht denken. Wir fanden eine Bar und setzten uns mit kühlen Bieren in die Mitte dieses atemberaubenden Spektakels.
Weiter ging es am weniger unberühmten „Caesar's Palace“ vorbei, in dem sich momentan Rod Stewart, Elton John und eben Celin Dion die Klinke auf der Bühne in die Hand geben. Der Hausherr stand als Statue vor seinem eigenen kleinen Kolosseum und einem Nachbau des Trevi Brunnens. Witziger Weise hatten die Macher des Hotels das Forum Romanum wieder aufgebaut. Allerdings befand sich darin eine Einkaufsmeile. Was hätte es in dieser Stadt auch sonst sein sollen? Vor dem Hotel „Mirage“ brach wie zu jeder vollen Stunde ein Vulkan aus und auch wir konnten nicht vorbei gehen. Vor dem „Treasure Island“ hatte sich auch eine Menschenmenge versammelt und wir warteten gespannt, was dort passieren würde. Plötzlich bewegte sich neben uns ein riesengroßes Segelboot und das Spektakel um Seeräuber und der Kampf mit verlockenden Sirenen konnte beginnen. Natürlich feuerten die Piraten ihre Kanonen ab und versetzten das Schiff ihrer Gegnerinnen in den Brand. Die Sirenen wiederum versenkten mit ihrem Gesang das Schiff der Seeräuber. Wir trauten unseren Augen nicht. Wir hatten genug von dieser kleinen Weltreise und mussten unsere gesammelten Eindrücke erst einmal verarbeiten. Las Vegas heißt nicht umsonst „Die Stadt der Sünde“, denn wir hätten in den Nachtclubs und Bars die Nacht zum Tage machen können. Auch wechselt in dieser Stadt das Geld sehr schnell seine Besitzer und wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht verleiten ließen, was nur schwer möglich war.
Wir verbrachten drei Tage in Las Vegas, die ähnlich wie der erste abliefen. Mittlerweile hatten wir uns an dieses unfassbare Spektakel gewöhnt. In unserem Excalibur versuchten wir unser Glück an den Spielautomaten. Manchmal war uns nicht klar, warum wir gewannen. Eins wurde uns aber schnell klar, dass die Automaten wahnsinnig viel Spaß hatten, mit Geldscheinen gefüttert zu werden. Eine Weile machten wir mit, doch stellten Anja und ich schnell fest, dass wir nicht so die Zocker sind. Daher machten wir auch große Bogen um die Roulette, Black Jack, Poker oder Würfeltische. Wir schauten ein wenig den anderen Spielern zu, hielten uns aber zurück. Daher konnten wir auch den BMW an den Spielautomaten nicht gewinnen.
Am Donnerstag haben wir Las Vegas verlassen. Unser Ziel war der See Mead, der vom riesigen Hoover Damm zurück gestaut wird. Die Fahrt dorthin dauerte nur eine halbe Stunde und wir hatten lächerliche 40 km hinter uns gebracht. In Australien wäre das eine Fahrt zum Supermarkt gewesen. Am See angekommen, mussten wir ins Wasser springen, denn das Thermometer zeigte unfassbare 113 Fahrenheit an. Umgerechnet sind das 45 Grad Celsius!! So eine Hitze hatten Anja und ich noch nicht erlebt. Die Temperatur war unerträglich und lange konnten wir nicht in der Sonne bleiben. Zum ersten Mal während unserer Reise in den USA bauten wir unser Zelt auf dem nahe gelegenen Campingplatz auf. Ja, wir sind jetzt unter die Zelter gegangen. Obwohl sich die Temperatur auf 35 Grad Celsius zum Abend hin „abkühlte“, war es kaum auszuhalten. Ich musste noch einmal in den See springen, bevor wir uns Schlafen legten. Am Zelt hatten wir alle Fenster geöffnet und versuchten jedes klitzekleine Windchen zu erhaschen. Eine Pudelmütze brauchte ich hier nicht. Wir durften uns kaum bewegen, so dass wir nicht schwitzten. Vor allem Anja hatte zu kämpfen. Am nächsten Morgen blieben wir nicht lange liegen, besonders nachdem sich die Sonne hinter den Bergen zeigte. Anja sprang sofort auf und fuhr zum See, um sich dort zu kühlen.
Weiter ging unsere Fahrt in Richtung Grand Canyon. Unser erste Stopp war jedoch der mächtige Hoover Damm. Dieses Baustück aus dem Jahr 1936 trumpft auch mit Superlativen auf. Wir haben nachgelesen wie viele Tonnen Beton verarbeitet wurden, wissen es aber nicht genau. Auf alle Fälle könnte wohl eine 5-Meter breite Straße von New York nach San Francisco gebaut werden. Der Damm war gigantisch. Nebenan wurde gerade im letzten Jahr eine überdimensionale Brücke fertiggestellt, die den Autoverkehr umleitet, so dass nicht mehr über den Damm gefahren werden muss. Auch diese Brücke war ein unglaubliches Beispiel moderner statischer Fähigkeiten.
Am frühen Nachmittag kamen wir auf unserem gewünschten Campingplatz an. Anja und ich genossen, dass wir nur 300 km fahren brauchten und noch so viel Zeit vom Tag übrig hatten. Wir erinnerten uns daran, dass 300 km eine kurze Strecke in Australien war und stellten fest, wie viel wir uns und Marko dort zugemutet hatten. Ein bisschen waren wir froh, dass diese Zeit vorbei ist und wir auch keine längeren Strecken in den USA vor uns haben. Es werden sicherlich noch längere folgen, doch werden sie in den nächsten Wochen relativ kurz sein.
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten und Anja die heißgelaufene Luftmatratzenpumpe ausblies, machten wir uns auf den Weg zum weltberühmten Nachbarn unseres Campingplatzes. Es war der mächtige Grand Canyon. Anja und ich haben auf unserer Reise schon viele tolle Orte gesehen. Der Grand Canyon reiht sich in die Riege der beeindruckendsten Naturschauspiele nahtlos ein. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, was der von der Ferne klein aussehnde Colorado River mit der Landschaft angestellt hat. Dieser Fluss hat sein Bett in die sich hebende Ebene geschnitten, während die natürlichen Elemente den Canyon über Millionen von Jahren bearbeitet haben. Das Plateau liegt auf über 2000 m, während sich das Flussbett auf 700 Höhenmeter befindet. Die unterschiedlichsten Gesteinsschichten sind durch die verschiedenen Farben sichtbar, welche ein unglaubliches Bild abgeben. Es war wie eine optische Täuschung und wir dachten manchmal, dass wir auf ein riesiges Gemälde schauten. So schön konnte nur Mutter Natur malen und wir staunten schweigsam bei diesem herrlichen Ausblick.
Die Temperatur am Grand Canyon lag bei angenehmen 30 Grad und wir waren äußerst froh, der Hitze der Wüste entkommen zu sein. Zurück auf dem Campingplatz bereiteten wir unser Abendessen zu. Wir waren wieder in unserem Element und erinnerten uns an die tollen Abende in Neuseeland und in Australien, wo wir nach anstrengenden Fahrten unser Abendessen kochten. Anja und ich genossen, so viel Zeit zur Verfügung zu haben und konnten am Abend auch noch etwas mit unserem amerikanischen Beachfootball vom Strand in San Diego werfen. In der Nacht kühlte es sich dann aber auf 11 Grad ab und wir waren von dieser Frische etwas überrascht. Allerdings waren wir froh, dass wir unsere Schlafsäcke vom Milford Treck in Neuseeland noch bei uns hatten. Es hatte sich also doch gelohnt, sie die ganze Zeit weiterhin mitzuschleppen.
Am Sonntag waren wir dann noch einmal am Grand Canyon. Der Ausblick war immer noch überwältigend. Wir entschieden uns an einer Stelle etwas in den Canyon hinab zu klettern. Allerdings beließen wir es bei 300 Höhenmetern, da wir uns bei der Wärme nicht überanstrengend wollten. Es wäre sicher spannend, bis zum Fluss hinab zu klettern und dort eine Nacht zu bleiben. Wir fuhren aber am Canyonrand entlang, um noch weitere Ausblicke zu erhaschen. Vor allem am Ostende bot sich uns dann ein hervorragender Blick über den Canyon und den Fluss Colorado.
In den nächsten Tagen werden wir entspannt weiter fahren. Wir haben viel Zeit, da wir erst am 5. August in San Francisco sein wollen. Anja und ich sind nämlich zu einer Hochzeit eines weiteren Studi-Kollegen von mir eingeladen worden. Was wir aber auch nicht alles auf unserer Reise erleben? Daher werden wir an kleineren Nationalparks anhalten und dort ein paar Nächte verbringen können. Ein größeres Ziel bis San Francisco ist der Yosimitee-Nationalpark, wo wir ein paar Tage wandern wollen.
Bis dahin grüßen Euch
Anja und Patrice
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