Sonntag, 3. Juli 2011
Aere ra Rarotonga
Hallo Ihr Lieben,

während wir diesen Bericht verfassen, feiern einige Collis und Dennis Hochzeit. Wir gratulieren den beiden von ganzen Herzen und wünschen ihnen viel Liebe und unendliche Freude!

Unsere Woche begann mit einem Tauchgang, den wir auf Montag 8:00 Uhr gelegt hatten. Es gab nichts besseres, als mit einem Sprung ins frische Nass in die Woche zu starten. Anja und ich hatten viel Glück, denn wir waren die beiden einzigen, die mit unserem Guide Jethro aus Südafrika und dem Bootsmann Shaun aus Neuseeland Tauchen gingen. Es war in der Nacht sehr windig und die See war ein bisschen unruhig. Die Jungs fanden trotzdem einen halbwegs ruhigen Spot, an dem wir abtauchen konnten.

Während unseres ersten Tauchganges erreichten wir eine Sandbank, an der Eagle-Rochen ihre Runden drehten. In Sydney sahen wir diese graziösen Tiere noch im Aquarium. Hier konnten wir sie in ihrer freien Umgebung beobachten. Sie schwebten elegant und schwerelos im Wasser. Die Wasserbewegungen machten ihren stromlinienförmigen Körpern nichts aus. Auch unsere Anwesenheit störte sie wenig und so drehten sie vor unseren Nasen ihre Runden. Die Unterwasserküste der Insel besteht aus der kristallklaren Lagune, dem Riff und aus einer etwa 200 m breiten und bis zu 30 m tiefen Hartkorallenebene bevor das Meer 4000 m tief abfällt. Wir tauchten bis zur Grenze der Hartkorallen und schauten in die dunkelblaue Unendlichkeit. Dort drehten wir allerdings schnell wieder um, da die Tiefe doch etwas unheimlich war. Auch beim zweiten Tauchgang entdeckten wir ein paar besondere Tiere. Wir sahen unter anderen einen Skorpionfisch, einen seltenen Hummer und eine Grüne Seeschildkröte. Anja und ich erlebten zwei entspannte Tauchgänge, konnte unser Erlerntes anwenden und die schöne Unterwasserwelt genießen.

Das gute Wetter verabschiedete sich am Dienstag und Mittwoch, welches wir nutzten, um Karten zu schreiben, mal wieder unsere ganzen Bilder zu sichern und auch mal ins hiesige Museum zu schauen. Dort erfuhren wir ein bisschen mehr über die Cookinseln und ihre Geschichte. Dort wurde auch über die Geschichte der Marsters berichtet, von der wir schon von Maureen erfahren hatten. Die Familie stammt nämlich von einem englischen Priester ab, der im 19. Jahrhundert in den Südpazifik kam und mit vier Frauen, die 21 Kinder auf die Welt brachten, eine Familiendynastie startete. Seine Regeln verboten, dass Marsters untereinander heiraten durften und so gibt es jetzt über 1000 von ihnen, die auf Rarotonga, in Neuseeland und in Australien leben. Der Mittelpunkt und Hauptwohnsitz der Marsters ist allerdings die Insel Palmerston, auf der momentan 70 Menschen leben. Dieses Atoll ist 2 Flugstunden von Rarotonga entfernt und per Schiff braucht man zweieinhalb Tage. Das wissen wir, da sich eine Tante der Marsters am Dienstag per Schiff nach Palmerston auf den Weg gemacht hat. Sie wird in drei Monaten wieder abgeholt, wenn das nächste Schiff vorbei kommt. Die Verpflegung für diesen Zeitraum mussten die Passagiere jetzt schon mitnehmen, wenn sie nicht nur von Fisch und Reis leben wollten.

An den restlichen Tagen der Woche widmeten wir uns wieder unseren Lieblingsbeschäftigungen. Wir gingen oft Schnorcheln oder entspannten mit unseren Büchern am Strand. Anja sah an meinen großen Augen, dass ich jetzt unbedingt eine Unterwasserkamera brauchte. Ich freute mich wie ein kleiner Junge, als wir uns eine kauften. Seit diesem Zeitpunkt war ich noch weniger aus dem Wasser zu bekommen und war sehr glücklich mit meinem neuen Spielzeug. Wir trafen auf unsere alten Bekannten und grüßten unzählige Muränen (u.a. einer Riesenmuräne und einer Gepunkteten Schlangenmuräne), einigen Oktopussen, Igelfischen, Makrelen, einen Feuerfisch (Lionfish) und den vielen anderen bunten Fischchen. In der Entfernung sah ich eine Riesenmöräne, die einen Kopfdurchmesser von mindestens 20 cm hatte. Sie war riesig und war ungefähr 1,5 m lang. Leider nahm sie Reißaus, als ich um eine Ecke geschwommen kam.

Gestern, am Freitag, wechselten wir das Medium und gingen in die Berge. Anja und ich machten eine Wanderung durch den Wald der Insel. Die Abwechslung tat uns gut und wir kamen durch die Luftfeuchtigkeit und das Kraxeln ganz schön ins Schwitzen. Ziel war der Felsen Needle, der wie eine Nadel aus der Gebirgskette ragt. Nach einer Stunde hatten wir die etwas über 300 Höhenmeter erklommen und genossen die Aussicht über die grünen Berge hin zum blauen Meer, das weiß überschäumte. Beim Abstieg mussten wir ein auf die vielen Wurzeln aufpassen, die als hervorragende Knöchelbrecher fungieren konnten. Wir kamen heil wieder unten an.

Da sich das Wetter gebessert hatte, konnten wir wieder die Sonnenuntergänge genießen. Des Öfteren sahen wir Paul, der mit seinem Boot und einigen Gästen wieder in Richtung orange gefärbten Ball segelte.

Zum Abschied luden wir Maureen und Nana, die Schwester meines Arbeitskollegen, zum Essen ein. Wir bedankten uns, dass wir bei ihnen übernachten durften und sie uns mit Haus und dem Auto verwöhnten. Wir hatten einen schönen Abend und schnatterten und lachten viel. Wie schön ist es, diese lieben Menschen kennen gelernt zu haben. Die Leute hier auf Rarotonga waren alle sehr entspannt. Die schöne Umgebung und das Wetter tragen sicher zu dieser Gelassenheit bei.

Heute morgen sind wir dann doch noch einmal zeitig aufgestanden. Im Gegensatz zu sonst schauten wir uns den Sonnenaufgang an. Auch dieser war wunderschön. Es war herrlich anzuschauen, wie die Strahlen der Sonne durch die Wolken brachen und sich ihren Weg bahnten. Irgendwann hatten sie es geschafft und den Kampf der Giganten für sich entschieden.

Danach organisierten wir uns unser Frühstück auf dem samstäglichen Markt. Wir waren recht früh dort, doch herrschte schon ein geschäftiges Treiben. Die meisten Verkäufer waren noch mit dem Aufbau beschäftigt. Wir konnten uns allerdings schon einen Kaffee, europäische Brötchen, eine Papaya und ein Souvenir kaufen.

Heute Abend fliegen wir weiter und müssen uns leider von dieser schönen Insel verabschieden. Aere ra Rarotonga - Auf Wiedersehen Rarotonga! Sicher werden wir eines Tages wieder her kommen, unsere Freunde besuchen und vor allem wieder Tauchen und Schnorcheln gehen.

Morgen werden wir in Los Angeles ankommen, wo uns Hollywood, Beverly Hills, Malibu Beach aber vor allem der Unabhängigkeitstag erwarten. Wir werden dort eine Woche bleiben, bevor wir zu Freunden nach San Diego fahren.

Wir wünschen euch einen entspannten Sonntag und für die Hochzeitsgänger ein ausnüchterndes Erwachen.

Bis bald

Anja und Patrice


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