Montag, 6. Juni 2011
Cairns, Marko und eine Menge Wasserfälle
Hallo Ihr Lieben,

Diese Woche wird der Bericht wahrscheinlich noch kürzer, als der von letzter Woche. Das hat aber nichts mit unserer Schreiblust zu tun, sondern eher mit dem Erlebten. Wie angekündigt haben wir uns letzte Woche mit dem TÜV für Marko beschäftigt. Leider hat das ganze eine komplette Woche in Anspruch genommen und unseren restlichen Reiseplan für Australien natürlich komprimiert. Die gute Nachricht ist, dass wir einen neuen TÜV haben und auch Markos Registrierung verlängern konnten. Irgendwie war das alles ganz schön bürokratisch und ging uns ein wenig auf die Nerven. Mit guter Laune und viel sportlicher Betätigung konnten wir aber die Tage füllen. Ein weiterer positiver Aspekt war auch, dass wir nicht fahren brauchten, viel lasen und uns an der Lagune in Cairns mal so richtig entspannen konnten. Das Wetter war fantastisch und die Sonne schien so ähnlich viel, wie sie es momentan auch in Deutschland macht.

Hier eine Kurzzusammenfassung unserer Aktivitäten, um den TÜV für Marko zu bekommen:

Montag:
- Angebot für neue Windschutzscheibe geholt und fast aus allen Wolken gefallen
- Erste Werkstatt hatte keine gebrauchten Reifen gab uns aber Tipps für Reifenhändler
- Reifenhändler hatte keine gebrauchten Reifen und so haben wir neue gekauft
- Reifenhändler gab uns Tipp für günstigen Windschutzscheibenwerkstatt
- Windschutzscheibe für die Hälfte des ersten Angebotes auswechseln lassen
- TÜV Termin vereinbart, da wir zu einem speziellen Mechaniker wegen Gas mussten

Dienstag:
- Marko für TÜV abgegeben
- Am Nachmittag Ergebnis abgeholt, was ein wenig erschütternd war
- Benzinpumpe (wussten wir), Auspuffleck, Riss in Karosse, Plus noch ein bisschen Kleinkram
- Versuch der Registrierung mit 6 Monate altem TÜV, welcher aber leider scheiterte
- Beim Reifenhändler vom Montag Tipp für Werkstatt bekommen
- Termin mit Werkstatt vereinbart

Mittwoch:
- Marko bei Werkstatt abgegeben
- Benzinpumpe ausgewechselt und Kleinkram repariert
- Abends hatten wir Marko wieder
- Termin bei TÜV/Gas Mechaniker vereinbart
- Leider musste alles aus Marko inkl. Küche und Bett raus
- Im Campingpark Marko bis auf Küche leergeräumt und in eine Kabine eingezogen

Donnerstag:
- Marko zum TÜV/Gas Mechaniker gebracht
- Nein, die Küche muss komplett raus
- Zurück im Campingpark Küche nicht rausbekommen
- Küche konnte nur angehoben werden, was reichen musste
- Kumpel Theo hätte die Küche in ihre Einzelteile zerlegt
- Mechaniker war mit Küche zufrieden und hat Marko behalten
- Gastank musste abgebaut und Karosse geschweißt werden

Freitag:
- Marko mit neuem TÜV und allen Reparaturen um 16 Uhr abgeholt
- Schnell zur Zulassungsstelle gefahren, da sie um 16:30 Uhr schließt
- Um 16:29 Uhr waren wir dran und haben um 16:35 Uhr neue Registrierung bekommen
- Zurück zum Campingpark gefahren und alles wieder in Marko eingeräumt

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, das manche Momente nicht sehr entspannt waren. Natürlich wurde uns vor Augen geführt, dass wir für das Geld und die Zeit, die wir ins Auto gesteckt haben, auch schön am Strand sitzen und Tauchen hätten gehen können. Wir hatten uns aber für den Roadtrip entschieden. Es war spannend auf unser Gefühlskostüm zu achten. Obwohl die Gewissheit über die Reparaturen und deren Preis vom Ergebnis her schlimmer als ein bestimmter Optimismus in der Ungewissheit war, konnten wir die Gewissheit besser verarbeiten. Das liegt wahrscheinlich an dem unbestimmbaren pessimistischen Teil der Ungewissheit. Jedenfalls versuchten wir uns, so gut wie möglich abzulenken.

Am Montag besuchten wir die Crystal Cascades, welche ein kleinerer Wasserfall in den Regenwäldern nördlich von Cairns ist. 2005 hatten Wiesi und ich diesen Ort „Happy Place“ getauft, als wir damals ein auffrischendes Bad nahmen. Dieses positive Omen konnte uns nur weiterhelfen und ich genoss das kühle Nass. Die Nacht verbrachten wir in Palm Cove und entdeckten, warum der Ort diesen Namen trug. Der schöne Strand wurde von hohen Kokospalmen gesäumt. Am Dienstag genossen wir die Morgensonne bei einem schönen Strandspaziergang, bevor wir wieder in die Stadt aufbrachen.

Wie bereits geschrieben, hatten wir durch Markos Aufenthalten bei den diversen Werkstätten, ausreichen Zeit zum Erholen. Wir verschlangen unsere Bücher und sind richtige Leseratten geworden. Des Weiteren konnte ich endlich mal unsere Musik sortieren und auch weitere Interpreten auf unseren iPod laden.

Am Mittwoch wurde Anja Opfer einer meiner weiteren Ideen. Ich konnte sie dazu überreden, einen kleinen gelb-grünen Filzball über ein gespanntes Netz zu jagen. Zuerst wollte sie mich am Platz vorbei lotsen, doch standen wir uns wenig später mit geliehenen Tennisschlägern gegenüber. Unsere Überkopfbälle, die Rückhand Slice und die Volleyschläge brauchen noch etwas Training, aber ansonsten . . . . Nee, Spass beiseite. Wir waren froh, dass wir ein paar halbwegs ordentliche Ballwechsel hinbekamen. Das Spielen machte uns aber äußerst viel Spaß und wir genossen mal einen anderen Sport.

Des Weiteren genossen wir, in einer Kabine auf dem Campingplatz zu übernachten. Obwohl der kleine Raum mit unseren Klamotten vollgemüllt war, hatten wir doch ausreichend Platz und konnten sogar im Raum stehen. Was für ein Gefühl. Wir hatten auch einen Fernseher und schauten ein paar Serien. Die Werbepausen waren aber zu anstrengend. Daher bevorzugten wir, uns in unsere Bücherwelt zurück zu ziehen.

Am Samstag konnten wir dann endlich weiter. Obwohl Marko schon immer gut gelaufen ist, fährt er sich jetzt wie Butter. Wir sind stolz auf unsere neue Windschutzscheibe und haben jetzt auch eine funktionierende Scheibenwaschanlage. Unsere Ziele für den Samstag waren die vielen Wasserfälle in den von Regenwald bewachsenen Wäldern. Sie nahmen kein Ende und wir besuchten die Josephine, Ellinjaa, Zillii, Milla Milla und die Millstream Fälle. Am Abend übernachteten wir in einem Nationalpark und mussten uns erst einmal wieder daran gewöhnen, in Marko zu schlafen. Judith und Michael aus Bayern gesellten sich zu uns und wir leerten gemeinsam einen Karton Rotwein. Das es nicht der beste war, merkten wir schon an dem Abend.

Gestern am Sonntag sind wir weiter in Richtung Süden gefahren und haben Airlie Beach erreicht. Dieses kleine Urlaubsörtchen ist Ausgangspunkt für Segeltrips zum Great Barrier Reef und den wunderschönen Whitsunday Islands. Letztere haben weiße Strände aus Silikonsand, die ein tolles Bild mit dem türkisen Wasser abgeben. Leider mussten wir auch zum ersten Mal unsere Scheibenwaschanlage einsetzen, da es in Strömen regnete. Gut, dass wir sie repariert haben lassen. Der Ort gab einen miserablen Eindruck ab. Allerdings verspricht die Vorhersage, dass das Wetter sich in den nächsten Tagen verbessert. Daher haben wir einen Segel- und Schnorchelausflug gebucht und freuen uns schon auf den Trip.

Am Wochenende möchten wir Freunde in Brisbane besuchen, bevor wir weiter nach Sydney fahren.

Wir grüßen Euch, wünschen einen tollen Vorsommer und melden uns nächste Woche wieder.

Anja und Patrice


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