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Sonntag, 20. Februar 2011
Auf den Spuren Frodos durch Mordor
anjapat, 07:42h
Oh, was für eine Woche liegt hinter uns. Ich entschuldige mich jetzt schon, falls der Artikel sehr lang werden sollte. Die Beiträge dienen unter anderem ja unserer Dokumentation, aber ich versuche mich kurz zu halten, was wahrscheinlich nicht klappen wird. Diese Woche war voller Drama, Abenteuer, Genuß und Freude.
Wie geschrieben, besuchten wir letztes Wochenende meinen ehemaligen Manager Marcel, dessen Frau Rebecca und die Jungs Kees und Izaac. Die Freude war riesengroß, da wir uns seit 2005 nicht mehr gesehen hatten. Kees war damals gerade ein Jahr alt und Izaac noch gar nicht geboren. Anja wurde von den beiden sofort ins Herz geschlossen. Wir hatten uns viel zu erzählen und schnatterten. Bevor Marcel den Grill anschmiss und wir später das BBQ genossen, gingen wir noch einmal schwimmen, da das Haus der Familie nur 5 Geh-Minuten vom Taupo See entfernt ist.
Am Sonntag machten wir Marcels ganzen Stolz klar und fuhren mit seinem Boot auf den See hinaus. Was für ein Luxus das war. Es dauerte nicht lange und wir schipperten bei herrlichestem Sonnenschein an großen Maori-Schnitzereien vorbei. Für seine Jungs hatte der Papa eine aufblasbare Schlange gekauft, die er hinter dem Boot her ziehen kann, so dass die Jungs darauf reiten können. Natürlich waren die beiden Knirpse total ungeduldig und bald schossen sie über den See. Es war eine unglaubliche Freude, sie dabei zu beobachten. Allerdings reichte das Marcel nicht, so dass als nächstes ein großer brauner Junge zwischen den beiden kleineren Platz nehmen durfte. Wir meisterten die Geschwindigkeit super, da ich Bedenken hatte, die Jungs eventuell zu verletzen, falls es mich in einer Kurve rausgetragen hätte. Das war Marcel aber immer noch nicht genug, da er meinte, dass jeder Gast auf der Schlangen reiten sollte. Also gesellte sich Anja zu mir und nun schossen wir beide über den See. Was für ein Gaudi. Anja war das Ganze nicht so ganz geheuer, aber wir hatten trotzdem eine Menge Spass.
Nachdem wir das Boot zurückgebracht und ein paar Sandwiches verdrückt hatten, fuhren wir mit der Familie zu den Huka Fällen in der Nähe Taupos. Dort zwängt sich der Waikato Fluss, der längste Neuseelands, durch eine Felsenspalte, die er über die Jahre selbst ausgewaschen hat. Es ist eine der Sehenswürdigkeiten Taupos und es war ein schöner Ausflug. Nach diesem ereignisreichen Tag ließen wir den Abend mit dem Film Madagaskar, den die Jungs unbedingt gucken wollten, und für die Erwachsenen ein paar Gläser Wein ausklingen. Leider war dieses Wochenende so schnell vorüber gegangen und wir mussten uns schon wieder bei Marcel und Familie verabschieden.
Am Montag besorgten wir uns ein paar Lebensmittel und machten uns auf den Weg in den Tongariro Nationalpark. Dort wollten wir am Dienstag das Tongariro Crossing machen. Dies ist eine fast 20 km lange Wanderung über die Vulkanlandschaft, die geschätzte 8 Stunden dauert, und soll Neuseelands schönster 1-Tages Trek sein. Wir informierten uns im Besucherzentrum und suchten uns einen wilden Schlafplatz. Eigentlich wollten wir mal auf einem offiziellen Campingplatz übernachten, aber einer kostete 38 Dollar, was uns zu teuer war, und ein anderer war hoffnungslos überfüllt. So stellten wir Paul wieder in eine Nische an der Hauptstrasse. Dieser Schlafplatz bot uns aber ein tolles Panorama der wichtigsten Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Letzterer ist der höchste Berg der Nordinsel und Ngauruhoe wurde als Kulisse der Trilogie "Herr der Ringe" genutzt. Da er einen stereotypischen Vulkankegel besitzt, diente er als Mt Doom, Zentrum der schwarzen Macht des Herrschers Sauron. Während wir unser Abendessen zubereiteten, bot das Abendprogramm die vom Sonnenuntergang beleuchteten Vulkane. Es war ein wunderbarer Anblick, der nicht von Werbung unterbrochen wurde.
Zu unserer Überraschung waren die Berge am Dienstagmorgen nicht zu sehen, da ein dichter Nebel nur eine Aussicht von 100 m erlaubte. Eigentlich waren das nicht die besten Voraussetzungen, um unseren Trek zu machen, jedoch ließen wir uns davon nicht abschrecken. Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Parkpklatz des Ausgangspunktes. Wir hatten uns dafür entschieden, die komplette Strecke bis zu einem festen Endpunkt durchzulaufen. Von dort hatten wir uns für 17 Uhr einen Rücktransport zum Ausgangspunkt organisiert. Ein bisschen mulmig war uns, Paul auf dem Parkplatz stehen zu lassen, da es angeblich Einbrüche gegeben haben soll. Wir vertrauten aber der Situation und hofften auf das Beste. Ausserdem hatte er Gesellschaft anderer Fahrzeuge und war nicht der einzige Wagen auf dem Parkplatz.
Wir starteten kurz nach 9 Uhr und hatten somit genau 8 Stunden Zeit, bis zum Parkplatz auf der anderen seite der Berge zu gelangen. Das Profil zeigte, das der Ausganspunkt auf 1100 m, der höchste Punkt bei 1900 m und der Endpunkt bei 700 m lag. Wir hatten also 800 Höhenmeter nach oben und 1200 nach unten zu bewältigen. Zu unserem Glück klarte es auf und die Sonne kam durch, als wir mit der Wanderung begannen, so dass dem diesem herrlichen Tag nichts mehr im Wege stand. Die Strecke führte über vulkanisches Gestein und wir erlebten förmlich, wie Frodo sich über die Felsen schleppte, um den Ring im Mt Doom zu versenken.
Der Aufstieg klappte recht gut, so dass wir die Aussicht auf die Krater in der Umgebung genießen konnten. Oben angekommen erinnerte das Plateau an eine Mondlandschaft, da fast keine Vegetation mehr zu finden war. Da diese Strecke, wie gesagt, kein Geheimtipp ist und überall angepriesen wird, war sie voller anderer Wanderer. An diesem Tag waren zusätzlich mehrere Jugendgruppen unterwegs, die wie Armeen wilder Orks die Berge hinaufkletterten. Da wir gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns noch einen Abstecher auf den Gipfel des Tongariro zu machen, was eine zusätzliche Schleife von 1,5 Stunden und den Tageshöchstewert von 1967 m bedeutete. Auf der Spitze begann sich das Wetter wieder zuzuziehen und sich große Wolkenverbände zu bilden.
Der Abstieg führte am roten Krater vorbei, der aus eisenhaltigem Vulkangestein bestand. Weiter ging es an den Emerald Seen vorbei, die auf dieser höhe thronten und durch ihre schwefelhaltigen Ablagerung geblich-grün schimmerten und dem entsprechend rochen. Mittlerweile hatten sich die Wolken so stark gebildet, dass wir nur noch durch einen mystischen Nebel liefen und eine Sicht von vielleicht 50 Metern hatten. Die Erlebnisse der zweite Tageshälfte waren dadurch total anders. Irgendwann verließen wir aber die Wolken und konnten die Aussicht ins Tal und über den Taupo See genießen. Auf dem Weg nacht unten kamen wir Fabian ins Gespräch. Er war Österreicher, wollte die Berge von der anderen Seite besteigen, hatte aber am Tag zuvor zu viel getrunken, war ohne Wasser und was zu Essen gestartet, musste unterwegs aufgeben und befand sich mittlerweile wieder auf dem Rückweg. Dies machte den Abstieg unterhaltsamer, da sich die letzten Kilometer ganz schön hinzogen. Im Tal angekommen waren Anja und ich natürlich überglücklich, dass wir den Trek und die über 20 km lange Strecke erfolgreich gemeistert hatten. Nachdem auch unsere Abholung problemlos funktionierte, hofften wir nur, dass unser Paul unversehrt auf dem Parkplatz wartete.
Als wir den Parkplatz fast erreicht hatten, kam uns allerdings ein grüner Minibus entgegen. Uns schoss ein großer Schrecken durch den Rücken, jedoch erkannten wir, das es nicht Paul war. Freudestrahlend erspähten wir ihn kurz danach auf dem Parkplatz. Als ich die Tür öffnete, klapperte die Uhr im Wagen total aufgeregt, was bei mir sämtliche Alarmglocken läuten ließ. Da wir am Morgen im Nebel gestartet waren, hatte ich das Licht angemacht und vergessen, es wieder auszuschalten. Da der Wagen ein älteres Semester ist, hat er noch kein Warnsystem, wie wir es in den heutigen Modellen gewöhnt sind.
Natürlich war die Batterie leer, da Paul mittlerweile fast 9 Stunden mit Licht angeschaltet stand. Ich konnte es nicht fassen. Es war total ärgerlich, da die Zündung und das Anspringen zu 100% an Paul funktionierten und dies nun nicht klappte. Allerdings konnten wir es nicht ändern und mussten uns irgendwie aus dieser Situation helfen. Das Schöne ist, dass auch Anja in solchen Momenten an Lösungen denkt und mir in keinster Weise Vorwürfe macht. Als Erstes fragten wir ein neuseeländisches Ehepaar, dass uns leider nicht helfen konnte, allerdings auch nicht mehr von unserer Seite wich. Neben uns parkte ein Campervan, der einem Ehepaar aus Bautzen gehörte. Diese bauten die Zweitbatterie für Mikrowelle und Kocher aus, jedoch reichte diese nicht, um Paul zu starten. Da uns auch weitere Familien nicht helfen konnten, entschied sich das neuseeländische Ehepaar, ins nächste Dorf zu fahren und Starterkabel oder Hilfe zu organisieren. Anja und ich waren von dieser Hilfsbereitschaft total überwältigt und hatten ein schlechtes Gewissen, diese anzunehmen. Nach einer Weile kam das Ehepaar zurück und hatte sich unfassbarer Weise ein neues Set Starterkabel gekauft, um uns zu helfen. Wir wollten es ihnen abkaufen, doch sie lehnten dies ab. Allerdings waren die Batterie ihres PKWs und die Starterkabel zu schwach, um unseren Dieselpaul zu starten. In diesem Moment fuhr ein Jeep auf den Parkplatz, der auch Allradantrieb hatte. Ich fragte den neuseeländischen Fahrer, der selbstverständlich sofort seine Hilfe anbot. Nachdem wir die Batterie ein bisschen aufgeladen hatten, sprang Paul an und brummte in bekannter Manier. Alle Beteiligten waren total glücklich, dass wir wieder fahrtüchtig waren. Wir bedankten uns aufs Herzlichste bei dem neuseeländischen Paar, dass auch noch eine Fahrt von 3 Stunden vor sich hatte. Erleichtert stiegen wir ein und fuhren mit Paul los, da wir die Batterie wieder aufladen wollten. Mittlerweile war es nach 20 Uhr und der Trek schon seit drei Stunden Geschichte.
Da wir müde und sehr unsicher waren, ob Paul am nächsten Morgen wieder anspringen würde, entschieden wir uns, in den "teureren" Campingpark zu fahren. Es war eine gute Entscheidung, denn wir konnten nach unserer Wanderung heiß duschen, was äusserst nötig war. Obwohl der Campingplatz auch eine riesengroße Küche hatte, kochten wir auf unseren Apparaturen, da wir wahrscheinlich nicht genug Energie zum Nachdenken hatten. Total kaputt fielen wir dann in unser Bett und ließen diesen unglaublichen Tag mit so vielen Eindrücken und dem Happy End Revue passieren.
Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück, sprang Paul tatsächlich nicht sofort an. Glücklicherweise hatte das Camp einen tragbaren Selbststarter, der unserem geliebten Fahrzeug wieder Leben einhauchte. Dieses Mal drehten wir eine größere Runde, kehrten jedoch nach gut 1,5 Stunden wieder zurück. Das Camp lag nämlich im Zentrum des Nationalparks, von dem mehrere kürzere Wanderungen losgingen. Wir hatten wohl von den 20 km des Vortages noch nicht genug und wollten den Park weiter erkunden. Daher entschieden wir uns, ein 4 bis 5 Stunden Wanderung zu machen. Diese war am Berg Ruapehu, der als Kulisse für die Schlachten um Helms Clum diente und in dem auch die Szenen im Moor Mordors gedreht wurden.
Anja und ich wechselten das Schuhwerk, was im Nachhinein nicht die beste Idee war, da unsere Füße am Ende ganz schön schmerzten. Nichtdestotrotz liefen wir durch die wildesten Wälder und kletterten über kleiner Bäche. Der Weg führte über einzigartiges Buschland, dass für die Moore Mordors genutzt wurden. Wir sahen die Wasserlöcher, in denen die Leichen der großen Schlacht lagen und konnten uns diese bildlich vorstellen. Allerdings merkten wir, dass wir an diesem Tag nicht so schnell unterwegs und vom Vortag doch sehr erschöpft waren. Auf dieser Strecke mussten wir auch einen Fluss überqueren. Es wurde allerdings empfohlen, dies nach starkem Regen gar nicht erst zu versuchen. Glücklicherweise hatte es in den letzten Tagen nicht geregnet, jedoch waren wir ein wenig überrascht, als wir vor dem Flussbett voller Geröll standen, wir die zwei Flussarme dadurch fließen sahen und der Weg am anderen Ufer weiterging. Wir suchten uns eine passende Stelle heraus und ich sprang als Erster von Stein zu Stein, bis ich auf der anderen Seite war. Als Anja es versuchte, rutschte sie allerdings ab und der Stein knallte ihr auf den Fuss. Tapfer aber mit ein paar Tränchen in den Augen kämpfte sie sich jedoch weiter.
Nach fast drei Stunden hatten wir eine Hütte erreicht und sahen, dass sich die Wolken wieder zusammen zogen. Es war aussichtslos, dass wir weiter bergauf gehen würden, um die Schlachplätze aus dem Film zu sehen. Daher entschlossen wir uns, wieder umzukehren und den gleichen Weg zurück zu gehen. Das bedeutete aber, dass wir noch einmal über den Fluss mussten, was wir das zweite Mal dann ohne Probleme meisterten. Besonders Anjas Füße schmerzten auf der Rücktour und wir waren unglaublich froh, als wir nach insgesamt fast 6 Stunden den Parkplatz erreichten. Nach den 20 km vom Vortag hatten wir weitere 13 km drauf gepackt. Dieses Mal sprang Paul mit ein bisschen Stottern an, aber er fuhr. Wir entschieden uns, nach Taupo zurück zu fahren, da wir auch einen Arzttermin für unseren Untersatz organisiert hatten.
Mit einem unsicheren Gefühl brachten wir unseren Großen am nächsten Morgen in die Werkstatt. Zum Einen wollten wir ihn mal auf Herz und Nieren prüfen lassen, bevor es für uns weiterging,. Zum Anderen sollten die Mechaniker die Verlässlichkeit der Batterie testen. Während unser Liebster untersucht wurde, gingen Anja und ich in ein nahegelegenes Schwimmbad. Dort gab es wieder private Jacuzzis, die mit Geothermal-Wasser gefüllt waren. Wir genossen das heiße Bad bei 41 Grad und verwöhnten unsere strapzierten Gliedmaßen. Im Schwimmbad konnte ich auch ein paar Bahnen ziehen, während sich Anja im Ausruhpool bei 35 Grad ausruhte. Was für ein Kontrastprogramm zu den Vortagen. Zu unserer großen Überraschung riefen die Mechaniker gegen Mittag an und bestätigten, dass Paul nichts fehlte und er für sein Alter relativ gut in Schuss ist. Das freute uns sehr und wir konnten ihn bald abholen.
Nachdem wir kurz noch unsere Wäsche gewaschen und unsere Vorräte aufgestockt hatten, verließen wir Taupo in Richtung Süden. Wir fuhren auf der Rückseite des Tongariro Nationalparkes vorbei. Dort sah die Landschaft wie eine dürre Savanne aus. Irgendwann bogen wir aber von der Hauptverbindung zwischen Norden und Süden ab und widmeten uns wieder den Nebenstrassen. Wir waren überrascht, wie schnell sich die Landschaft und die Vegetation änderte. Auf der neuen Strecke fanden wir wieder die grünen Hügel, die von Schafen, Rindern und Pferden bevölkert werden. Eine schöne Sache an Neuseeland ist, das Grün in allen Tönen vorkommt und die Landschaften ein reiner Genuß sind. Wir sahen wunderbare Flußtäler oder begutachteten Wasserfälle, die so zahlreich verstreut sind. Als es gegen Abend ging, hielten wir auf einem Hügel an und entschlossen uns bei einer herrlichen Aussicht und einem schönen Sonnenuntergang, dort unsere Nacht zu verbringen.
Am nächsten Morgen, es war mittlerweile Freitag, fuhren wir weiter nach Wanganui. Dort überschauten wir die Stadt von einem Ausguck und konnten endlich wieder das Meer sehen. Die Stadt selbst hatte eine schöne viktorianische Hauptstrasse, die zufälliger Weise auch Viktoria Street hieß. In einem traditionellen Restaurants genossen wir einen herrlichen Blaubeerkuchen und eine Tasse Kaffee bevor es weiter Richtung Küste ging.
Diese Nacht wollten wir unbedingt in der Nähe des Wassers schlafen und wurden in Levin oder besser gesagt Hokio Beach bald fündig. Da gerade Ebbe war, hatte sich das Meer über 100 m weit zurück gezogen. Deshalb kann man den Leuten ja nicht zumuten, soweit zum Schwimmen oder Angeln zu laufen, weswegen dort Autos am Strand erlaubt sind, um die Wege zu verkürzen. Auch wir ließen es uns nicht nehmen, mit Paul ein paar Runden am Strand zu drehen. Des Weiteren konnten wir endlich unser Badminton Set ausprobieren, dass wir uns zugelegt haben. Wir spielten in der untergehenden Sonne und hetzten uns gegenseitig über den Strand. Da wir nicht sehr viel Geld für das Set ausgegeben hatten, war die Qualität vor allem der Bälle miserabel und wir hatten einige Ausfälle zu beklagen. Nach unserem Match kühlte ich mich ein bisschen in den Fluten des Meeres ab und spielte ein wenig mit den Wellen.
Ein Wagen hielt neben unserem an und wir kamen mit Olli und Chrissi aus Gießen ins Gespräch. Da wir alle Hunger hatten und die Sonne bald am Horizont verschwand, entschieden wir uns, gemeinsam zu Essen und dann am Strand in unseren Autos zu übernachten. Die beiden hatten gerade frische Muscheln aus dem Boden gesammelt und bereitete diese mit Öl, Butter und Knoblauch in ihrer Pfanne zu. Sie waren unglaublich köstlich und es war unvorstellbar, dass sie diese gerade am Strand gefunden hatten. Wir schmissen unseren Grill an und hatten ein paar Burger hinzuzusteuern. So verbrachten wir unseren Abend mit neuen Bekanntschaften so fern der Heimat. Irgendwann setzte jedoch die Flut ein und gut, dass wir relativ nah an den Dünen geparkt hatten, denn das Wasser war plötzlich bis auf wenige Meter (6m) an unsere Autos herangekommen.
Nachdem Anja und ich einen Strandlauf als Morgensport absolviert hatten, frühstückten wir mit den beiden Anderen, bevor jedes Pärchen in seine eigene Richtung aufgebrach. Mittlerweile sind wir in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen und waren bereits im Nationalmuseum Te Papa.
Am Montag haben wir die Fähre auf die Südinsel gebucht. Wir freuen uns schon riesig, diese zu erkunden. Davon berichten wir dann beim nächsten Mal.
Beste Grüße
Anja und Patrice
Wie geschrieben, besuchten wir letztes Wochenende meinen ehemaligen Manager Marcel, dessen Frau Rebecca und die Jungs Kees und Izaac. Die Freude war riesengroß, da wir uns seit 2005 nicht mehr gesehen hatten. Kees war damals gerade ein Jahr alt und Izaac noch gar nicht geboren. Anja wurde von den beiden sofort ins Herz geschlossen. Wir hatten uns viel zu erzählen und schnatterten. Bevor Marcel den Grill anschmiss und wir später das BBQ genossen, gingen wir noch einmal schwimmen, da das Haus der Familie nur 5 Geh-Minuten vom Taupo See entfernt ist.
Am Sonntag machten wir Marcels ganzen Stolz klar und fuhren mit seinem Boot auf den See hinaus. Was für ein Luxus das war. Es dauerte nicht lange und wir schipperten bei herrlichestem Sonnenschein an großen Maori-Schnitzereien vorbei. Für seine Jungs hatte der Papa eine aufblasbare Schlange gekauft, die er hinter dem Boot her ziehen kann, so dass die Jungs darauf reiten können. Natürlich waren die beiden Knirpse total ungeduldig und bald schossen sie über den See. Es war eine unglaubliche Freude, sie dabei zu beobachten. Allerdings reichte das Marcel nicht, so dass als nächstes ein großer brauner Junge zwischen den beiden kleineren Platz nehmen durfte. Wir meisterten die Geschwindigkeit super, da ich Bedenken hatte, die Jungs eventuell zu verletzen, falls es mich in einer Kurve rausgetragen hätte. Das war Marcel aber immer noch nicht genug, da er meinte, dass jeder Gast auf der Schlangen reiten sollte. Also gesellte sich Anja zu mir und nun schossen wir beide über den See. Was für ein Gaudi. Anja war das Ganze nicht so ganz geheuer, aber wir hatten trotzdem eine Menge Spass.
Nachdem wir das Boot zurückgebracht und ein paar Sandwiches verdrückt hatten, fuhren wir mit der Familie zu den Huka Fällen in der Nähe Taupos. Dort zwängt sich der Waikato Fluss, der längste Neuseelands, durch eine Felsenspalte, die er über die Jahre selbst ausgewaschen hat. Es ist eine der Sehenswürdigkeiten Taupos und es war ein schöner Ausflug. Nach diesem ereignisreichen Tag ließen wir den Abend mit dem Film Madagaskar, den die Jungs unbedingt gucken wollten, und für die Erwachsenen ein paar Gläser Wein ausklingen. Leider war dieses Wochenende so schnell vorüber gegangen und wir mussten uns schon wieder bei Marcel und Familie verabschieden.
Am Montag besorgten wir uns ein paar Lebensmittel und machten uns auf den Weg in den Tongariro Nationalpark. Dort wollten wir am Dienstag das Tongariro Crossing machen. Dies ist eine fast 20 km lange Wanderung über die Vulkanlandschaft, die geschätzte 8 Stunden dauert, und soll Neuseelands schönster 1-Tages Trek sein. Wir informierten uns im Besucherzentrum und suchten uns einen wilden Schlafplatz. Eigentlich wollten wir mal auf einem offiziellen Campingplatz übernachten, aber einer kostete 38 Dollar, was uns zu teuer war, und ein anderer war hoffnungslos überfüllt. So stellten wir Paul wieder in eine Nische an der Hauptstrasse. Dieser Schlafplatz bot uns aber ein tolles Panorama der wichtigsten Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Letzterer ist der höchste Berg der Nordinsel und Ngauruhoe wurde als Kulisse der Trilogie "Herr der Ringe" genutzt. Da er einen stereotypischen Vulkankegel besitzt, diente er als Mt Doom, Zentrum der schwarzen Macht des Herrschers Sauron. Während wir unser Abendessen zubereiteten, bot das Abendprogramm die vom Sonnenuntergang beleuchteten Vulkane. Es war ein wunderbarer Anblick, der nicht von Werbung unterbrochen wurde.
Zu unserer Überraschung waren die Berge am Dienstagmorgen nicht zu sehen, da ein dichter Nebel nur eine Aussicht von 100 m erlaubte. Eigentlich waren das nicht die besten Voraussetzungen, um unseren Trek zu machen, jedoch ließen wir uns davon nicht abschrecken. Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Parkpklatz des Ausgangspunktes. Wir hatten uns dafür entschieden, die komplette Strecke bis zu einem festen Endpunkt durchzulaufen. Von dort hatten wir uns für 17 Uhr einen Rücktransport zum Ausgangspunkt organisiert. Ein bisschen mulmig war uns, Paul auf dem Parkplatz stehen zu lassen, da es angeblich Einbrüche gegeben haben soll. Wir vertrauten aber der Situation und hofften auf das Beste. Ausserdem hatte er Gesellschaft anderer Fahrzeuge und war nicht der einzige Wagen auf dem Parkplatz.
Wir starteten kurz nach 9 Uhr und hatten somit genau 8 Stunden Zeit, bis zum Parkplatz auf der anderen seite der Berge zu gelangen. Das Profil zeigte, das der Ausganspunkt auf 1100 m, der höchste Punkt bei 1900 m und der Endpunkt bei 700 m lag. Wir hatten also 800 Höhenmeter nach oben und 1200 nach unten zu bewältigen. Zu unserem Glück klarte es auf und die Sonne kam durch, als wir mit der Wanderung begannen, so dass dem diesem herrlichen Tag nichts mehr im Wege stand. Die Strecke führte über vulkanisches Gestein und wir erlebten förmlich, wie Frodo sich über die Felsen schleppte, um den Ring im Mt Doom zu versenken.
Der Aufstieg klappte recht gut, so dass wir die Aussicht auf die Krater in der Umgebung genießen konnten. Oben angekommen erinnerte das Plateau an eine Mondlandschaft, da fast keine Vegetation mehr zu finden war. Da diese Strecke, wie gesagt, kein Geheimtipp ist und überall angepriesen wird, war sie voller anderer Wanderer. An diesem Tag waren zusätzlich mehrere Jugendgruppen unterwegs, die wie Armeen wilder Orks die Berge hinaufkletterten. Da wir gut in der Zeit lagen, entschieden wir uns noch einen Abstecher auf den Gipfel des Tongariro zu machen, was eine zusätzliche Schleife von 1,5 Stunden und den Tageshöchstewert von 1967 m bedeutete. Auf der Spitze begann sich das Wetter wieder zuzuziehen und sich große Wolkenverbände zu bilden.
Der Abstieg führte am roten Krater vorbei, der aus eisenhaltigem Vulkangestein bestand. Weiter ging es an den Emerald Seen vorbei, die auf dieser höhe thronten und durch ihre schwefelhaltigen Ablagerung geblich-grün schimmerten und dem entsprechend rochen. Mittlerweile hatten sich die Wolken so stark gebildet, dass wir nur noch durch einen mystischen Nebel liefen und eine Sicht von vielleicht 50 Metern hatten. Die Erlebnisse der zweite Tageshälfte waren dadurch total anders. Irgendwann verließen wir aber die Wolken und konnten die Aussicht ins Tal und über den Taupo See genießen. Auf dem Weg nacht unten kamen wir Fabian ins Gespräch. Er war Österreicher, wollte die Berge von der anderen Seite besteigen, hatte aber am Tag zuvor zu viel getrunken, war ohne Wasser und was zu Essen gestartet, musste unterwegs aufgeben und befand sich mittlerweile wieder auf dem Rückweg. Dies machte den Abstieg unterhaltsamer, da sich die letzten Kilometer ganz schön hinzogen. Im Tal angekommen waren Anja und ich natürlich überglücklich, dass wir den Trek und die über 20 km lange Strecke erfolgreich gemeistert hatten. Nachdem auch unsere Abholung problemlos funktionierte, hofften wir nur, dass unser Paul unversehrt auf dem Parkplatz wartete.
Als wir den Parkplatz fast erreicht hatten, kam uns allerdings ein grüner Minibus entgegen. Uns schoss ein großer Schrecken durch den Rücken, jedoch erkannten wir, das es nicht Paul war. Freudestrahlend erspähten wir ihn kurz danach auf dem Parkplatz. Als ich die Tür öffnete, klapperte die Uhr im Wagen total aufgeregt, was bei mir sämtliche Alarmglocken läuten ließ. Da wir am Morgen im Nebel gestartet waren, hatte ich das Licht angemacht und vergessen, es wieder auszuschalten. Da der Wagen ein älteres Semester ist, hat er noch kein Warnsystem, wie wir es in den heutigen Modellen gewöhnt sind.
Natürlich war die Batterie leer, da Paul mittlerweile fast 9 Stunden mit Licht angeschaltet stand. Ich konnte es nicht fassen. Es war total ärgerlich, da die Zündung und das Anspringen zu 100% an Paul funktionierten und dies nun nicht klappte. Allerdings konnten wir es nicht ändern und mussten uns irgendwie aus dieser Situation helfen. Das Schöne ist, dass auch Anja in solchen Momenten an Lösungen denkt und mir in keinster Weise Vorwürfe macht. Als Erstes fragten wir ein neuseeländisches Ehepaar, dass uns leider nicht helfen konnte, allerdings auch nicht mehr von unserer Seite wich. Neben uns parkte ein Campervan, der einem Ehepaar aus Bautzen gehörte. Diese bauten die Zweitbatterie für Mikrowelle und Kocher aus, jedoch reichte diese nicht, um Paul zu starten. Da uns auch weitere Familien nicht helfen konnten, entschied sich das neuseeländische Ehepaar, ins nächste Dorf zu fahren und Starterkabel oder Hilfe zu organisieren. Anja und ich waren von dieser Hilfsbereitschaft total überwältigt und hatten ein schlechtes Gewissen, diese anzunehmen. Nach einer Weile kam das Ehepaar zurück und hatte sich unfassbarer Weise ein neues Set Starterkabel gekauft, um uns zu helfen. Wir wollten es ihnen abkaufen, doch sie lehnten dies ab. Allerdings waren die Batterie ihres PKWs und die Starterkabel zu schwach, um unseren Dieselpaul zu starten. In diesem Moment fuhr ein Jeep auf den Parkplatz, der auch Allradantrieb hatte. Ich fragte den neuseeländischen Fahrer, der selbstverständlich sofort seine Hilfe anbot. Nachdem wir die Batterie ein bisschen aufgeladen hatten, sprang Paul an und brummte in bekannter Manier. Alle Beteiligten waren total glücklich, dass wir wieder fahrtüchtig waren. Wir bedankten uns aufs Herzlichste bei dem neuseeländischen Paar, dass auch noch eine Fahrt von 3 Stunden vor sich hatte. Erleichtert stiegen wir ein und fuhren mit Paul los, da wir die Batterie wieder aufladen wollten. Mittlerweile war es nach 20 Uhr und der Trek schon seit drei Stunden Geschichte.
Da wir müde und sehr unsicher waren, ob Paul am nächsten Morgen wieder anspringen würde, entschieden wir uns, in den "teureren" Campingpark zu fahren. Es war eine gute Entscheidung, denn wir konnten nach unserer Wanderung heiß duschen, was äusserst nötig war. Obwohl der Campingplatz auch eine riesengroße Küche hatte, kochten wir auf unseren Apparaturen, da wir wahrscheinlich nicht genug Energie zum Nachdenken hatten. Total kaputt fielen wir dann in unser Bett und ließen diesen unglaublichen Tag mit so vielen Eindrücken und dem Happy End Revue passieren.
Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück, sprang Paul tatsächlich nicht sofort an. Glücklicherweise hatte das Camp einen tragbaren Selbststarter, der unserem geliebten Fahrzeug wieder Leben einhauchte. Dieses Mal drehten wir eine größere Runde, kehrten jedoch nach gut 1,5 Stunden wieder zurück. Das Camp lag nämlich im Zentrum des Nationalparks, von dem mehrere kürzere Wanderungen losgingen. Wir hatten wohl von den 20 km des Vortages noch nicht genug und wollten den Park weiter erkunden. Daher entschieden wir uns, ein 4 bis 5 Stunden Wanderung zu machen. Diese war am Berg Ruapehu, der als Kulisse für die Schlachten um Helms Clum diente und in dem auch die Szenen im Moor Mordors gedreht wurden.
Anja und ich wechselten das Schuhwerk, was im Nachhinein nicht die beste Idee war, da unsere Füße am Ende ganz schön schmerzten. Nichtdestotrotz liefen wir durch die wildesten Wälder und kletterten über kleiner Bäche. Der Weg führte über einzigartiges Buschland, dass für die Moore Mordors genutzt wurden. Wir sahen die Wasserlöcher, in denen die Leichen der großen Schlacht lagen und konnten uns diese bildlich vorstellen. Allerdings merkten wir, dass wir an diesem Tag nicht so schnell unterwegs und vom Vortag doch sehr erschöpft waren. Auf dieser Strecke mussten wir auch einen Fluss überqueren. Es wurde allerdings empfohlen, dies nach starkem Regen gar nicht erst zu versuchen. Glücklicherweise hatte es in den letzten Tagen nicht geregnet, jedoch waren wir ein wenig überrascht, als wir vor dem Flussbett voller Geröll standen, wir die zwei Flussarme dadurch fließen sahen und der Weg am anderen Ufer weiterging. Wir suchten uns eine passende Stelle heraus und ich sprang als Erster von Stein zu Stein, bis ich auf der anderen Seite war. Als Anja es versuchte, rutschte sie allerdings ab und der Stein knallte ihr auf den Fuss. Tapfer aber mit ein paar Tränchen in den Augen kämpfte sie sich jedoch weiter.
Nach fast drei Stunden hatten wir eine Hütte erreicht und sahen, dass sich die Wolken wieder zusammen zogen. Es war aussichtslos, dass wir weiter bergauf gehen würden, um die Schlachplätze aus dem Film zu sehen. Daher entschlossen wir uns, wieder umzukehren und den gleichen Weg zurück zu gehen. Das bedeutete aber, dass wir noch einmal über den Fluss mussten, was wir das zweite Mal dann ohne Probleme meisterten. Besonders Anjas Füße schmerzten auf der Rücktour und wir waren unglaublich froh, als wir nach insgesamt fast 6 Stunden den Parkplatz erreichten. Nach den 20 km vom Vortag hatten wir weitere 13 km drauf gepackt. Dieses Mal sprang Paul mit ein bisschen Stottern an, aber er fuhr. Wir entschieden uns, nach Taupo zurück zu fahren, da wir auch einen Arzttermin für unseren Untersatz organisiert hatten.
Mit einem unsicheren Gefühl brachten wir unseren Großen am nächsten Morgen in die Werkstatt. Zum Einen wollten wir ihn mal auf Herz und Nieren prüfen lassen, bevor es für uns weiterging,. Zum Anderen sollten die Mechaniker die Verlässlichkeit der Batterie testen. Während unser Liebster untersucht wurde, gingen Anja und ich in ein nahegelegenes Schwimmbad. Dort gab es wieder private Jacuzzis, die mit Geothermal-Wasser gefüllt waren. Wir genossen das heiße Bad bei 41 Grad und verwöhnten unsere strapzierten Gliedmaßen. Im Schwimmbad konnte ich auch ein paar Bahnen ziehen, während sich Anja im Ausruhpool bei 35 Grad ausruhte. Was für ein Kontrastprogramm zu den Vortagen. Zu unserer großen Überraschung riefen die Mechaniker gegen Mittag an und bestätigten, dass Paul nichts fehlte und er für sein Alter relativ gut in Schuss ist. Das freute uns sehr und wir konnten ihn bald abholen.
Nachdem wir kurz noch unsere Wäsche gewaschen und unsere Vorräte aufgestockt hatten, verließen wir Taupo in Richtung Süden. Wir fuhren auf der Rückseite des Tongariro Nationalparkes vorbei. Dort sah die Landschaft wie eine dürre Savanne aus. Irgendwann bogen wir aber von der Hauptverbindung zwischen Norden und Süden ab und widmeten uns wieder den Nebenstrassen. Wir waren überrascht, wie schnell sich die Landschaft und die Vegetation änderte. Auf der neuen Strecke fanden wir wieder die grünen Hügel, die von Schafen, Rindern und Pferden bevölkert werden. Eine schöne Sache an Neuseeland ist, das Grün in allen Tönen vorkommt und die Landschaften ein reiner Genuß sind. Wir sahen wunderbare Flußtäler oder begutachteten Wasserfälle, die so zahlreich verstreut sind. Als es gegen Abend ging, hielten wir auf einem Hügel an und entschlossen uns bei einer herrlichen Aussicht und einem schönen Sonnenuntergang, dort unsere Nacht zu verbringen.
Am nächsten Morgen, es war mittlerweile Freitag, fuhren wir weiter nach Wanganui. Dort überschauten wir die Stadt von einem Ausguck und konnten endlich wieder das Meer sehen. Die Stadt selbst hatte eine schöne viktorianische Hauptstrasse, die zufälliger Weise auch Viktoria Street hieß. In einem traditionellen Restaurants genossen wir einen herrlichen Blaubeerkuchen und eine Tasse Kaffee bevor es weiter Richtung Küste ging.
Diese Nacht wollten wir unbedingt in der Nähe des Wassers schlafen und wurden in Levin oder besser gesagt Hokio Beach bald fündig. Da gerade Ebbe war, hatte sich das Meer über 100 m weit zurück gezogen. Deshalb kann man den Leuten ja nicht zumuten, soweit zum Schwimmen oder Angeln zu laufen, weswegen dort Autos am Strand erlaubt sind, um die Wege zu verkürzen. Auch wir ließen es uns nicht nehmen, mit Paul ein paar Runden am Strand zu drehen. Des Weiteren konnten wir endlich unser Badminton Set ausprobieren, dass wir uns zugelegt haben. Wir spielten in der untergehenden Sonne und hetzten uns gegenseitig über den Strand. Da wir nicht sehr viel Geld für das Set ausgegeben hatten, war die Qualität vor allem der Bälle miserabel und wir hatten einige Ausfälle zu beklagen. Nach unserem Match kühlte ich mich ein bisschen in den Fluten des Meeres ab und spielte ein wenig mit den Wellen.
Ein Wagen hielt neben unserem an und wir kamen mit Olli und Chrissi aus Gießen ins Gespräch. Da wir alle Hunger hatten und die Sonne bald am Horizont verschwand, entschieden wir uns, gemeinsam zu Essen und dann am Strand in unseren Autos zu übernachten. Die beiden hatten gerade frische Muscheln aus dem Boden gesammelt und bereitete diese mit Öl, Butter und Knoblauch in ihrer Pfanne zu. Sie waren unglaublich köstlich und es war unvorstellbar, dass sie diese gerade am Strand gefunden hatten. Wir schmissen unseren Grill an und hatten ein paar Burger hinzuzusteuern. So verbrachten wir unseren Abend mit neuen Bekanntschaften so fern der Heimat. Irgendwann setzte jedoch die Flut ein und gut, dass wir relativ nah an den Dünen geparkt hatten, denn das Wasser war plötzlich bis auf wenige Meter (6m) an unsere Autos herangekommen.
Nachdem Anja und ich einen Strandlauf als Morgensport absolviert hatten, frühstückten wir mit den beiden Anderen, bevor jedes Pärchen in seine eigene Richtung aufgebrach. Mittlerweile sind wir in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, angekommen und waren bereits im Nationalmuseum Te Papa.
Am Montag haben wir die Fähre auf die Südinsel gebucht. Wir freuen uns schon riesig, diese zu erkunden. Davon berichten wir dann beim nächsten Mal.
Beste Grüße
Anja und Patrice
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