Mittwoch, 17. November 2010
Die verwunschenen Tempel von Angkor
Der Club nebenan in Bangkok schloss am Sonntagmorgen um 5 Uhr, so dass wir noch eine Stunde Schlaf hatten, bevor unser Wecker klingelte. Prima, dachte ich, wir sind auf Erkundungsreise und stehen sonntags um 6 Uhr auf. Jedoch wollten wir einen frühen Bus zur Grenze zwischen Thailand und Kambodscha nehmen, damit wir zeitiger in Siem Reap und somit in der Nähe der Tempel von Angkor ankommen würden. Unser Vorhaben hat auch super geklappt, da wir direkt in einen Bus einsteigen konnten, als wir auf dem zentralen Busbahnhof von Bangkok ankamen. Vier Stunden danach organisierten wir uns an der Grenze ein Visum und bereits eine Stunde später, saßen wir auf kambodschanischer Seite in einem Taxi. Wiesi, der Highway Number 6 ist mittlerweile eine frisch asphaltierte Strasse, so dass wir nur 2 Stunden von der Grenze bis nach Siem Reap brauchten. Wir suchten uns eine günstige Unterkunft und fanden auch etwas halbwegs ruhiges.

Wir hatten im Hotel einen Fahrer organisiert, der uns mit seinem Moped und Anhänger für zwei auf eine wunderbare Tour mitnahm. Wie einige uns schon vorhergesagt haben, waren die Tempel atemberaubend und haben uns richtig gut gefallen. Diese verwunschenen Anlagen, die von der Khmer Dynastie im 12. Jahrhundert erbaut worden und mittlerweile vom Dschungel zurückerobert waren, sind unglaubliche Beispiele, wozu Menschen fähig sind. Die Khmer sagen, dass die Tempel von den Göttern erbaut wurden, und oft möchte man ihnen glauben. Wir konnten vom ersten Tag nicht genug bekommen und sind deshalb gestern mit dem Fahrrad noch einmal dorthin gefahren. Obwohl wir diese Idee fantastisch fanden, waren unsere Hinterteile von den klapprigen Rädern am Abend dann nicht so begeistert.

Nach all den Informationen, die wir über Kambodscha erhalten haben, sind wir positiv überrascht, wie gut die Infrastruktur ist und wie freundlich die Menschen sind. Vielleicht liegt es daran, dass wir den Vergleich mit Indien und Uganda haben, wo auch viel Armut herrscht. Wir sehen hier viele Landminenopfer und die Kinder an den Tempeln, die kleine Dinge verkaufen, tun uns auch oft Leid. Ein paar Ansichtskarten und Magneten haben wir daher von ihnen auch schon erworben. Wenn man das historische Leid der Kambodschaner betrachtet, ist es doch erstaunlich, wie viel sich in diesem Land entwickelt hat. Zwar sind wir bisher nur im touristischen Zentrum unterwegs, doch sehen auch die Seitenstrassen und Hinterhöfe annehmbarer aus, als das was wir in anderen Ländern gesehen haben.

Am Sonntagabend haben wir witzigerweise noch Christian, mit dem ich letztes Jahr bei der SAP zusammengearbeitet habe, und seine Freundin Nina zufällig getroffen. Darüber haben wir uns alle köstlich amüsiert und waren am Montag was Essen, um unsere Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen. Es war ein schöner Abend und wir hatten festgestellt, wie klein doch diese Welt ist.

Heute ruhen wir uns aus, bevor wir morgen weiter fahren. Als Burtseltagsgeschenk habe ich mir eine Bootsfahrt nach Phnom Penh gewünscht, so dass wir die Strecke in die Hauptstadt auf dem Wasser zurücklegen werden. Wir freuen uns schon, obwohl die Tour sehr touristisch sein und es nicht viel zu sehen geben soll. Wir werden trotzdem viel Freude haben und das ein oder andere Mal anstossen.

Anbei haben wir wieder ein paar Bilder für euch. Bei der Angkortour habe ich auch eine kleine Macke entwickelt und verschiedenste Säulen der Tempel fotografiert. Wer Lust darauf hat, kann sich die Aufnahmen gern unter folgendem Link anschauen. Aber es sind wirklich nur Säulen. Anja denkt schon, dass ich durchdrehe.
Angkor's Säulen 17.11.2010

Liebe Grüße und wir melden uns dann wieder aus Phnom Penh

Anja und Pat


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