Dienstag, 9. November 2010
Joo-Sie in Bangalore
Hallo.

Krebsis, wir hoffen, dass sich das Wetter gebessert hat und ihr euren Fackelumzug machen konntet. Hi Wiesi, Relegion spielt schon eine Rolle, doch ist sie Teil des Ganzen. Auch sind Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus gefühlt gleich verbreitet, so dass es keine Hauptreligion gibt. Hey Ulli, schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. China war sicher spannend. Leider schaffen wir einen Abstecher auf unserer Reise nicht, heben es uns aber für später auf.

Am Samstag ist mein Bruder Mark 18 Jahre alt geworden. Welch ein Tag! Ich hatte die Gelegenheit, morgens mit ihm zu telefonieren. Es war 5 Uhr in Uganda und er hat sich mit seinen Kameraden auf den Morgenunterricht, der um 5:30 Uhr am SAMSTAG begann, vorbereitet. Unglaublich!! Er hat sich riesig über meinen Anruf gefreut und ich hab Grüße von allen bestellt. In den nächsten Tagen schreibt er sein Abitur und wir müssen ihm ganz fest die Daumen drücken. Es war schön, seine Stimme und die Freude zu hören und ich war froh, dass es den Jungs gut geht.

Heute ist unser letzter Tag in Indien und wir sitzen gerade auf dem Flughafen Mumbai und warten auf unseren Flieger, der erst in 8 Stunden geht. Als großes Finale hatten wir noch einmal ein paar sehr schöne Tage bei Joo-Sie in Bangalore. Er ist ein Freund aus Deutschland und arbeitet seit zwei Jahren für Bosch in Indien. Wir genossen die Gastfreundschaft in seinem Haus, die weichen Betten, Duschen mit warmen Wasser, dass unsere Klamotten einmal komplett gewaschen wurden und dass sein Fahrer uns manchmal durch die Stadt kutschierte. Besonders freuten wir uns auch über die Salami und den Käse in seinem Kühlschrank, so dass wir uns ein paar normale Schnitten schmieren konnten. Wir müssen gestehen, dass wir ein paar deutsche Gerichte in den Tagen hier schon vermisst haben. Dieser Apetit kulminierte in einem fürstlichen Frühstück, bei dem es Rüherei, Nutella-Toasts und Pancakes gab. Auch verwöhnte uns Joo-Sie mit seinen koreanischen Kochkünsten.

Allerdings haben wir nicht nur gefuttert und uns verwöhnen lassen, sondern haben auch einen Ausflug nach Mysore gemacht. Die Stadt war bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 Sitz einer Königsfamilie, deren Palast heute für die Bevölkerung zugänglich ist. Joo-Sie organisierte uns ein Taxi, so dass wir die 150 km entfernte Stadt besuchen konnten. Der Palast ist natürlich sehr beeindruckend. Besonders ist uns aber aufgefallen, dass westliche, hinduistische und auch moslemische Designelemente in den Bau eingeflossen sind. Es spricht für die Offenheit der Könige und wie sie bereits zur damaligen Zeit versuchten, alle Religionen friedlich miteinander zu verbinden. Das schaffen wir Menschen heutzutage leider nicht mehr. Der Versuch, unterschiedliche Relegionen miteinander zu verbinden, ist uns bereits bei einem König in Rajasthan aufgefallen, der dies allerdings auf eine andere Art auslebte, indem er eine moslemische, hinduistische und eine christliche Frau heiratete.

In Indien ist momentan das Happy Diwahli Fest, welche die Hauptfeiertage sind, und den Status unserer Weihnachtstage und des chinesischen Neujahrs haben. An den Abenden und manchmal den ganzen Tag über, ließen die Menschen auf den Strassen ihre Feuerwerkskörper knallen und nicht selten mussten wir auf den Strassen irgendwelchen brennenden bengalischen Feuern ausweichen. Manche Knaller kamen uns so vor, als ob sie selbst gebastelt bzw. vom Militär entwendet worden waren, da sie Explosionen von Granaten glichen. Auch möchten wir nicht wissen, wie viele Leute im Krankenhaus gelandet sind. Es war ein ganz schönes Spektakel. Samstagbabend ließen wir es dann auch ein wenig krachen und waren mit Joo-Sie, seiner Freundin Anitha und deren Freundin Sima was Essen und dann bei einer Diwahli Party. Bei der Kombination von lauter Musik, dem Knallen von Feuerwerken und das Trommeln einer Percussionband konnten wir nicht ruhig stehen und zappelten auch ein wenig auf der Tanzfläche. Den Abend ließen wir dann schön entspannt, auf der Dachterasse mit ein paar Getränken, einer Wasserpfeife und Musik ausklingen. Die Tage in Bangalore waren ein besonderer Abschluß unserer Zeit in Indien und wir danken Joo-sie, dass wir eine super Zeit zusammen hatten.

Unser erster Monat ist somit bereits vorbei und Indien hat uns viele Eindrücke geboten. Es ist ein Land, in dem unsere Sinne überstrapaziert wurden. Sei es der Lärm auf den Strassen, die Gerüche in den Seitenstrassen und auf den Märkten, die schönen und auch elendigen Dinge, die wir gesehen haben, aber besonders auch die Geschmäcker der unterschiedlichen Speisen haben uns vor einige Herausforderungen gestellt. Auch mussten wir teilweise sehr tolerant und entspannt sein, wenn wir von den vielen Händlern angesprochen wurden, die Rikschawfahrer uns unbedingt mitnehmen wollten, oder als wir den Nachtzug nach Udaipur nicht bekommen haben. Als weiteres Fazit können wir sagen, dass wir eindrucksvolle aber nur kleine Teile Indiens gesehen haben, wie Delhi, Agra und das Taj Mahal, Jaipur für das historische Rajasthan, Mumbai, die Süd-Strände Goas und nicht zuletzt Hampi und Bangalore. Indien ist so vielseitig wie ein Kontinent, nur ist es genauso so unmöglich wie in Europa, alles innerhalb einer kurzen Zeit zu sehen. Wir werden sicherlich zurückkehren, wissen aber noch nicht wann.

Jetzt freuen wir uns auf Südost-Asien und die dortigen Kulturen und Sehenswürdigkeiten. Wir landen am Mittwoch in Bangkok, werden aber nach vier Tagen gleich weiter nach Kambodia reisen und uns die Tempelanlagen von Angkor-Watt anschauen.

Bis bald

Anja und Patrice


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