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Montag, 25. Oktober 2010
Mumbai and Vora Family
anjapat, 16:16h
Hallo,
obwohl wir ein wenig traurig waren, dass wir Udaipur nicht besuchen konnten, waren wir auch froh, die lange Distanz nach Mumbai mit dem Flieger zurückzulegen. Wir genossen es, im klimatisierten Flughafen in Jaipur zu sitzen und auf unseren Flieger zu warten.
In Mumbai angekommen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zu unserem ersten Hotel, da unser eigentliches für die Nacht ausgebucht war. Wir waren erschrocken, als wir die Häuser und Lebensverhältnisse auf dem Weg in die Stadt sahen. Es war uns ein wenig mulmig und wir hatten düstere Vorstellungen über die nächsten Tage. Obwohl wir für das erste Hotel ein bisschen mehr Geld ausgeben mussten, hatten wir es im ersten Moment nicht erkannt, da das Bild im Internet sehr stark von der Realität abwich.
Am nächsten Morgen wechselten wir dann in die Innenstadt, wo wir wieder ein relativ günstiges Hotel hatten und wir unsere Erwartungen sehr nach unten schraubten. Das Hotel war dann äusserst einfach, aber es war zum Aushalten, so dass wir diesbezüglich entspannter waren. Auch präsentierte sich Mumbai nicht all zu schrecklich im Vergleich zu den Slums, die wir auf dem Weg in die Stadt gesehen hatten. Das Problem in Mumbai ist die ständige Feuchtigkeit, die durch die Nähe zum Meer herrscht, so dass die ganze Stadt modrig und faulig riecht und die Gebäude von Schimmel befallen sind. Zusätzlich werden Abwasser wieder einfach in die Spalten zwischen den Gebäuden abgelassen, so dass sich dort eigene Biotope bilden.
Nichtdestotrotz genossen wir Mumbai und konnten uns wieder freier zu den Sehenswürdigkeiten bewegen. Mumbai ist die finanzielle und wirtschaftliche Hauptstadt Indiens, so dass hier viele Geschäftsleute zu sehen sind. Des Weiteren merkten wir die Anzahl der Universitäten und Colleges an der Anzahl von Studenten. Internationale Besucher gibt es natürlich auch genügend, nur stürzen sich die Händler nicht zu sehr auf sie. Das war eine willkomme Abwechslung für uns im Vergleich zu den Tagen in Jaipur und Agra. So liefen wir durch die Stadt, schauten uns die viktorianischen Bauten aus der englischen Kolonialzeit an und waren natürlich auch am India Gateway, dem Tor im Hafen Mumbai's, dass das Tor zu Indien bzw. in die weite Welt bedeutet. Anja und ich hatten auch Lust, mal wieder abends vor die Tür zu gehen und so freuten wir uns nach zwei Wochen Abstinenz über ein paar alkoholische Getränke in einer Sportsbar. Kurz vor unserem Hotel wurden wir durch laute Musik neugierig. Eine Strasse war gesperrt und eine Live-Band spielte lokale Musik. Zu dieser tanzten einige Dutzend Kinder und Erwachsene einen Stocktanz und wir waren von den tollen Bewegungen, Rhythmen und Kostümen begeistert. Es stellte sich heraus, dass dies die Abschlußveranstaltung eines Jugendfestivals war. Mumbai ist viel internationaler als die bisherigen Städte, die wir besucht haben und wir merkten, wie sehr wir das in den letzten zwei Woche vermisst hatten.
Gestern haben wir dann auch den ersten Freund besucht, mit dem ich in Australien studiert habe. Es war toll, dass wir Dhaval treffen und ich ihn nach so langer Zeit wieder sehen konnte. Er holte uns vom Hotel ab, zeigte uns seine kleine Firma und lud uns zum Essen mit seiner Familie ein. Da Onkel und Tanten dazu kamen, waren wir letztendlich 15 Leute und wir gingen in eines der Lieblingsrestaurants der Familie. Wir bekamen kleine Schälchen, die ständig mit den unterschiedlichsten Speisen gefüllt wurden. Da die Familie einem bestimmten Hinduistischen Glauben folgt, bekamen wir nur vegetarische Speisen serviert. Anja und ich waren ein bisschen vorsicht, da wir uns erstens geschmacklich nicht immer so sicher waren und wir zweitens unsere Mägen nicht überstrapazieren wollten. Dhaval und sein Vater verlangten aber von mir, dass ich ordentlich reinhaue, allerdings konnte ich ihren Wünschen nur bedingt folgen.
Nach einer Pause in deren Haus, sind wir mit Dhaval und seiner Frau Pooja abends noch in einem Einkaufszentrum gewesen und konnten die aufstrebende indische Mittelschicht beim Shoppen erleben. Man merkt, dass sich was in Indien bewegt und der Wohlstand einzieht. Die Slums, die wir am ersten Abend gesehen hatten, waren in diesem Moment vergessen. Danach trafen wir uns noch mit einem befreundeten Päarchen der beiden und hatten einen schönen Abend zu sechst. Es war einfach toll, dass wir in Mumbai mit Freunden unterwegs waren und wir über alte, momentane und zukünftige Zeiten reden konnten. Natürlich schliefen wir in der Wohnung der Vora Familie, in der die Großmutter, die Eltern, die Schwester sowie Dhaval mit seiner Frau in 4 Zimmern wohnen. Das ist wahrscheinlich kaum vorstellbar bei uns, hier aber Tradition, da sich die Kinder bis ins hohe Alter um ihre Eltern kümmern. Beeindruckend war die Einstellung des Vaters, der mir seine ganzen Spendenquittungen und seine Kleidersammlung für die Obdachlosen zeigte. Auch gingen wir vor dem Frühstück auf das Dach, denn erst bekamen die Tauben und Krähen zu Essen, bevor die Menschen dran waren. Ihre Relegion verzichtet auf jegliche Gewalt an irgendeinem Lebewesen. Des Wegen kaufen sie auch Kühe aus Schlachthäusern frei und geben Geld, so dass diese auf friedliche Weise in dafür einigerichteten Kuhplantagen ihren Lebensabend verbringen können. Der Sonntag bei Dhaval's Familie war sehr inspirierend und hat einen weiteren Blickwinkel auf das Geschehen in dieser Welt geworfen.
Wir freuten uns sehr über das Treffen mit Dhaval und das wir unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" zum ersten Mal gerecht werden konnten. Mittlerweile sitzen wir auf dem Flughafen und warten auf unseren Flug nach Goa.
Liebe Grüße
Anja & Pat
obwohl wir ein wenig traurig waren, dass wir Udaipur nicht besuchen konnten, waren wir auch froh, die lange Distanz nach Mumbai mit dem Flieger zurückzulegen. Wir genossen es, im klimatisierten Flughafen in Jaipur zu sitzen und auf unseren Flieger zu warten.
In Mumbai angekommen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zu unserem ersten Hotel, da unser eigentliches für die Nacht ausgebucht war. Wir waren erschrocken, als wir die Häuser und Lebensverhältnisse auf dem Weg in die Stadt sahen. Es war uns ein wenig mulmig und wir hatten düstere Vorstellungen über die nächsten Tage. Obwohl wir für das erste Hotel ein bisschen mehr Geld ausgeben mussten, hatten wir es im ersten Moment nicht erkannt, da das Bild im Internet sehr stark von der Realität abwich.
Am nächsten Morgen wechselten wir dann in die Innenstadt, wo wir wieder ein relativ günstiges Hotel hatten und wir unsere Erwartungen sehr nach unten schraubten. Das Hotel war dann äusserst einfach, aber es war zum Aushalten, so dass wir diesbezüglich entspannter waren. Auch präsentierte sich Mumbai nicht all zu schrecklich im Vergleich zu den Slums, die wir auf dem Weg in die Stadt gesehen hatten. Das Problem in Mumbai ist die ständige Feuchtigkeit, die durch die Nähe zum Meer herrscht, so dass die ganze Stadt modrig und faulig riecht und die Gebäude von Schimmel befallen sind. Zusätzlich werden Abwasser wieder einfach in die Spalten zwischen den Gebäuden abgelassen, so dass sich dort eigene Biotope bilden.
Nichtdestotrotz genossen wir Mumbai und konnten uns wieder freier zu den Sehenswürdigkeiten bewegen. Mumbai ist die finanzielle und wirtschaftliche Hauptstadt Indiens, so dass hier viele Geschäftsleute zu sehen sind. Des Weiteren merkten wir die Anzahl der Universitäten und Colleges an der Anzahl von Studenten. Internationale Besucher gibt es natürlich auch genügend, nur stürzen sich die Händler nicht zu sehr auf sie. Das war eine willkomme Abwechslung für uns im Vergleich zu den Tagen in Jaipur und Agra. So liefen wir durch die Stadt, schauten uns die viktorianischen Bauten aus der englischen Kolonialzeit an und waren natürlich auch am India Gateway, dem Tor im Hafen Mumbai's, dass das Tor zu Indien bzw. in die weite Welt bedeutet. Anja und ich hatten auch Lust, mal wieder abends vor die Tür zu gehen und so freuten wir uns nach zwei Wochen Abstinenz über ein paar alkoholische Getränke in einer Sportsbar. Kurz vor unserem Hotel wurden wir durch laute Musik neugierig. Eine Strasse war gesperrt und eine Live-Band spielte lokale Musik. Zu dieser tanzten einige Dutzend Kinder und Erwachsene einen Stocktanz und wir waren von den tollen Bewegungen, Rhythmen und Kostümen begeistert. Es stellte sich heraus, dass dies die Abschlußveranstaltung eines Jugendfestivals war. Mumbai ist viel internationaler als die bisherigen Städte, die wir besucht haben und wir merkten, wie sehr wir das in den letzten zwei Woche vermisst hatten.
Gestern haben wir dann auch den ersten Freund besucht, mit dem ich in Australien studiert habe. Es war toll, dass wir Dhaval treffen und ich ihn nach so langer Zeit wieder sehen konnte. Er holte uns vom Hotel ab, zeigte uns seine kleine Firma und lud uns zum Essen mit seiner Familie ein. Da Onkel und Tanten dazu kamen, waren wir letztendlich 15 Leute und wir gingen in eines der Lieblingsrestaurants der Familie. Wir bekamen kleine Schälchen, die ständig mit den unterschiedlichsten Speisen gefüllt wurden. Da die Familie einem bestimmten Hinduistischen Glauben folgt, bekamen wir nur vegetarische Speisen serviert. Anja und ich waren ein bisschen vorsicht, da wir uns erstens geschmacklich nicht immer so sicher waren und wir zweitens unsere Mägen nicht überstrapazieren wollten. Dhaval und sein Vater verlangten aber von mir, dass ich ordentlich reinhaue, allerdings konnte ich ihren Wünschen nur bedingt folgen.
Nach einer Pause in deren Haus, sind wir mit Dhaval und seiner Frau Pooja abends noch in einem Einkaufszentrum gewesen und konnten die aufstrebende indische Mittelschicht beim Shoppen erleben. Man merkt, dass sich was in Indien bewegt und der Wohlstand einzieht. Die Slums, die wir am ersten Abend gesehen hatten, waren in diesem Moment vergessen. Danach trafen wir uns noch mit einem befreundeten Päarchen der beiden und hatten einen schönen Abend zu sechst. Es war einfach toll, dass wir in Mumbai mit Freunden unterwegs waren und wir über alte, momentane und zukünftige Zeiten reden konnten. Natürlich schliefen wir in der Wohnung der Vora Familie, in der die Großmutter, die Eltern, die Schwester sowie Dhaval mit seiner Frau in 4 Zimmern wohnen. Das ist wahrscheinlich kaum vorstellbar bei uns, hier aber Tradition, da sich die Kinder bis ins hohe Alter um ihre Eltern kümmern. Beeindruckend war die Einstellung des Vaters, der mir seine ganzen Spendenquittungen und seine Kleidersammlung für die Obdachlosen zeigte. Auch gingen wir vor dem Frühstück auf das Dach, denn erst bekamen die Tauben und Krähen zu Essen, bevor die Menschen dran waren. Ihre Relegion verzichtet auf jegliche Gewalt an irgendeinem Lebewesen. Des Wegen kaufen sie auch Kühe aus Schlachthäusern frei und geben Geld, so dass diese auf friedliche Weise in dafür einigerichteten Kuhplantagen ihren Lebensabend verbringen können. Der Sonntag bei Dhaval's Familie war sehr inspirierend und hat einen weiteren Blickwinkel auf das Geschehen in dieser Welt geworfen.
Wir freuten uns sehr über das Treffen mit Dhaval und das wir unserem Motto "Zu Gast bei Freunden in der Welt" zum ersten Mal gerecht werden konnten. Mittlerweile sitzen wir auf dem Flughafen und warten auf unseren Flug nach Goa.
Liebe Grüße
Anja & Pat
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